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Donnerstag, 3. März 2016

Mallorca: Kampf der Kleinigkeiten




von Philip de Málaga


Auf den Balearen hat man die toros zwar verboten, 
aber es wird weiterhin darum gestritten
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Irgendwie scheint das Thema der Tauromachie auf der Insel der Deutschen kein Ende zu nehmen. Zwar hat man die toros mittlerweile auf den Balearen verboten,  aber nichts desto trotz melden sich immer wieder weitere taurinos zu Wort, um die fiesta nacional auch weiterhin zu fördern. So einfach will sich die afición a los toros, so klein sie auch sein mag, nicht abspeisen lassen. Aber auch die Gemüter der Gewinnerseite können sich noch nicht beruhigen.

Da gibt es den matador de toros José Barcélo Alomar "Camilla", der jetzt so ziemlich kurz entschlossen, sein eigenes festejo taurino organisiert, wo selbst bekannte figuras wie den Piraten Juán José Padilla, den Portugiesen Victor Mendez, das Idol der banderillas aus Valencia "El Soro" und der maestro Dámaso González, von Festland angereist kommen um ihn zu unterstützen (SfA hat darüber berichtet: Mallorca: Jetzt erst recht!). Der veranstaltende torero kommt aus der Gemeinde Muro, und dort findet auch seine corrida statt. Die entsprechenden Genehmigungen seien allesamt schon eingeholt worden, hiess es an offizieller Stelle.

Muro: Für eine Gemeinde, welche die toros abschaffen will gut besucht.
Doch das Rathaus reagierte prompt und hat die empresa einer corrida de toros aus dem letzten Jahr mit einer Geldstrafe belegt, weil dieser Jugendlichen unter 16 Jahren zu dem festejo taurino den Zutritt zu den tendidos nicht verwehrt hatte. Pro Minderjährigen waren das 60 Euro, bei zwanzig Kindern also die Gesamtsumme von 1.200 Euro. Nichts besonderes, aber schon die höchste Geldstrafe, welche die Stadtverwaltung jemals der lokalen tauromaquia auferlegt hatte. Mehr ein Zeichen, mehr spektakulär, mehr Fronten klärend. 

Erstaunlich bei Muro ist wohl, dass die Gemeinde zwar offiziell ihrer politischen Verpflichtung nachgeht, aber so richtig überzeugend tun sie es nicht gerade. So wirbt das Rathaus von Muro auf ihrer offiziellen Internetseite optisch weiterhin für die mundo de los toros:

Aktueller Screenshot vom 3.03.2016
In das politische Treiben mischt sich nun die Opposition ein. Eigentlich schon zwei Wochen nach dem balearischen Beschluss. Denn nun halten die Politiker der konservativen PP dagegen. Sie berufen sich auf die Werte der Tradition bei den toros, und stellten diesbezüglich einen Antrag, dass in der Gemeinde Fornalutx die bekannten encierros zum Kulturgut der Balearen deklariert werden sollen. Ob sie damit durchkommen bleibt offen, denn zumindest in Fornalutx hält die PP stets die Mehrheit.