Sonntag, 5. Februar 2012

Der Wert eines Werts

José Ignacio Wert
Spaniens Minister für Kultur, Bildung und Sport Don José Ignacio Wert verkündete am letzten Donnerstag die neuen Richtlinien in Sachen spanischer Kultur. Verständlich für ein jeden aficionado, dass dabei auch das Thema der Tauromachie angesprochen werden sollte. Die Welt des Stierkampfes wurde nicht enttäuscht und Wert versprach auf nationaler wie internationaler Ebene alles Mögliche zu bewegen, um die tauromaquia zum Kulturerbe zu erklären. 

Federico García Lorca
Der aus Madrid stammende Wert stellte unmissverständlich klar, dass die tauromaquia eine kulturelle Disziplin sei, los toros son cultura, welche sich in der spanischen Kunst und Literatur widerspiegeln würde. So zitierte er den Poeten García Lorca, für den sich im Stierkampf wahrscheinlich der grösste poetische wie vitale Reichtum Spaniens findet. 

Damit der Minister seine Richtlinien auch durchsetzen kann, beruft er dafür gesondert eine Comisión Consultiva Nacional de Asuntos Taurinos ein, einen nationalen Beratungsausschuss für Stierkampfangelegenheiten, der alle nötigen Schritte für eine kulturelle Erbschaft in die Wege leiten soll. 

Joan Tardá i Coma (ERC)
Wenn Madrid so etwas von sich gibt, dann dauert es gar nicht lange bis Katalonien antwortet. So war es auch diesmal. Joan Tardá, politischer Führer der Republikanischen Linken Kataloniens (ERC), stellte trocken fest, dass es in Catalunya auch weiterhin keine toros mehr geben werde, es sei denn, die Legion marschiere ein.

Und damit die Eigenbrötler aus dem politischen Lager in Barcelona die Nachricht auch verstehen, richtete der Minister seine Worte in katalanischer Sprache gegen antispanisches Gedankengut. Als taurino respektiere er die antitaurinos, aber er wünschte sich, dass dieses auf Gegenseitigkeit stosse. Und was die Legion angehe, so gedenke er eine kleine Armee von mündlichen Komunikationen aufzubringen. 

Irgendwie erinnert das an Asterix und Obelix. 

Wir befinden uns im Jahr 2012 n. Chr. Ganz Spanien ist von Taurinos besetzt... Ganz Spanien? Nein! Eine von unbeugsamen Antitaurinos bevölkerte Region hört nicht auf, der Tauromachie Widerstand zu leisten. ...

Siehe: Kennen Sie Toro?

Freitag, 27. Januar 2012

Der digitalisierte Stier

Antonio
El niño de la albóndiga
Für viele ist er einer jener Kellner von denen man sich gerne bedienen lässt. Stets froh gelaunt behandelt er einen jeden Gast so, wie man sich vielerorts nur erträumen kann. Eigentlich wollte er torero werden. Hatte sogar schon einen Kampfnamen: El niño de la albóndiga. Der Kerl einer Frikadelle, das junge Fleischkpflanzerl oder einfach nur das Bulettenkind. Wie auch immer, auf jeden Fall waren ihm die toros doch eine Nummer zu gross, zu schnell, zu gewichtig, mit bedrohlich langen und spitzen Hörnern, kurz, viel zu gefährlich um sich in den Rund einer Plaza de toros zu wagen.

Es war kalt, der Himmel blau und die ersten Sonnenstrahlen erwärmten den grossen Platz am Hafen in Málaga. Ich schlenderte vorbei am Plaza, als Antonio, jener vorweg gepriesene Kellner auf mich zukam, warte Philip ich habe da etwas für dich. Es passte mir gut, denn es war gerade an der Zeit sich einen café con leche zu genehmigen und einen Blick in die Tageszeitung zu werfen. Der Kaffee kam, die Zeitung auch und ein strahlender Antonio stand vor mir. Er habe etwas in seinen Schubladen entdeckt, dass mir gefallen könnte. Nichts besonderes, aber bevor es im basura, im Mülleimer landete, wollte er dem Objekt noch eine Überlebenschance geben. Und die lag bei mir.

Genau genommen waren es zwei Artikel. Da waren Aufkleber mit Stierkampfmotiven und eine Postkarte.  Letzteres fiel mit gleich ins Auge. Da ist ein schwarzer toro von einem Videospiel fasziniert, während de r torero schon von Motten angefressen und Spinnweben umgeben eine eher traurige Figur abgibt. Und das nur, weil ein digitalisierter Stier das Interesse am roten Tuch verloren hat. Welch eine Wonne für einen jeden antitaurino.

Los Toros visto por Ozelui
Ein Blick auf die Rückseite verrät das Alter von diesem Kunstwerk. 1981, vor dreissig Jahren ist es entstanden und will schon damals wissen, welche Bedeutung die Digitalisierung für die tauromaquia haben könnte.

Da kann man sich doch mal fragen wie sieht das überhaupt aus mit dem Zusammenprall dieser Welten. Welchen Einfluss hat das digitale Zeitalter auf die tauromaquia? Gewiss, man kauft sich die entradas mittlerweile online, auch auch die wichtigsten Medien befinden sich im World Wide Web und Liveübertragungen von Stierkämpfen aus Amerika verfolgt man ebenfalls im Netz. 

Doch wie sieht es in den Plaza de toros aus? Welche Rolle spielen technische Neuerrungenschaften bei einer corrida de toros? Nicht eine! Im Gegenteil, technischer Firlefanz scheint verpönt. Seien es Grossleinwände in den tendidos, wo der Zuschauer die Manöver noch einmal in Zeitlupe verfolgen kann, gar als Bewertungsgrundlage für die möglichen Auszeichnungen, oder Messgeräte, um die Abstände zwischen torero und toro festzuhalten, oder elektronische Werbetafeln, ähnlich wie in Fussballstadien, nein, so etwas ist gänzlich unerwünscht. 

Die Welt der toros lebt von den einzelnen Momenten. Momente der Natürlichkeit. Jeder für sich eine Sekunde der Wahrheit. Jene Erlebnisse nach denen sich ein jeder aficionado sehnt. Nicht am Fernseher, auch nicht auf der Grossbildwand, und schon gar nicht mit digitalisierter Bestätigung wie die Hundertstelsekunden beim Sport, nein live, gefühlt und miterlebt. Genau das sind die Momente, und auch wenn diese nur einige wenige Minuten im Leben eines aficionados ausmachen, es sind jene Augenblicke die man nie vergessen möchte. 

Sonntag, 4. Dezember 2011

Ein Ave Maria für die Antitaurinos

Es war ein herrlicher Sonntag. Blauer Himmel und eine wärmende Sonne trieben ganze Horden von Menschen in die Innenstadt von Málaga. Und wer genau hinschaute konnte sie sehen.  Jene die sich von der Wahlniederlage des letzten Monats noch nicht erholt haben. Die antitaurinos. Kraftvoll wollten sie sich spanienweit in vielen Städten in Szene setzten und für ihre Sache demonstrieren. Für die abolición, ein europaweites Verbot von Stierkämpfen. Tausende, zig tausende sollten es sein, doch wer nachzählte, in Málaga war es gerademal eine Hundertschaft.

Antitaurinos in Málaga
Auf der Plaza de la Constitución, im Herzen der südspanischen Metropole versammelten sie sich, gleich einer Schar schwarz gekleideter Jünger, um einen symbolischen Friedhof aus kleinen weissen Pappgrabsteinen. Dabei riefen sich gegenseitig zu: "abolición ... abolición ... abolición.". In ihren Händen hielten sie Stangen mit schwarzen Wimpeln wie wir sie von den chinesischen Heerscharen kennen, und in leuchtendem Gelb verkündeten diese ihr Kampfwort, abolición. Doch die chinesische Wirkung blieb aus, den es waren keine Schaaren zu sehen.

Andrés ist Anwalt und schaute sich kopfschüttelnd das Geschehen an. Wir gehören zu den anderen,  meinte er schmunzelnd, als man uns einen Handzettel geben wollte und stellte trocken fest, dass das eher an eine gothische Subkultur erinnere als an eine Demonstration. Und so wirkte es auch auf die wenigen Schaulustigen. Ein älteres Touristenpaar aus Portsmouth erkundigte sich höflich, was dass denn solle. Nun, erklärte der Anwalt, nur ein paar Verrückte die Spanien abschaffen wollen.

Ave Maria
Durch ein Megafon ertönte eine krächzende Stimme, lucha con nosotros, kämpfe mit uns! Es ruft der Friedhof der Kuscheltiere. 

Eine Stimme erklang, gar so lieblich und doch verzerrt. Aber die Melodie aus Kadenzen und Septakkorden einer Quetschkommode verriet die Herkunft. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde des Todes. Ein Amen für die abolición. Ergriffen wurde durch das blecherne Megafon verkündet, was für ein emotionaler Moment dieser doch gewesen sei, bestätigt durch bescheidendes in die Hände klatschen einzelner Jünger.
Bravo für ein Ave Maria

Doch wer aufmerksam zuhörte fragte sich, über wen reden die? Wer ist hier eigentlich der Sünder? Für wen wird so andachtsvoll gesungen? Wird nicht gerade die Kirche verflucht, weil sie zum Entsetzen der Stierkampfgegner keine Stellung gegen die tauromaquia bezieht? Oder zeigt sich eine Welle der Toleranz, eine heimliche Akzeptanz für kirchlich geistige Güter? Wohl kaum.

Wie der Zufall es wollte zog ein Prozession der Heiligen Jungfrau der Virgen de los Remedios vorbei. Begleitet von ihrer Bruderschaft, den Anhängern und den geistlichen Vertretern, die liebevoll ihre Jungfrau mit Verehrungshymnen besangen.

Der Blick fiel wieder zurück auf die Gothiktruppe, welche unbeeindruckt das Megafon lauter stellte um den Störenfrieden ja nicht die verbale Machtherrschaft auf dem Platz zu überlassen. Lucha con nosotros. Für wenige Minuten die Stimmen zu senken, um der Prozession mit ihrer Jungfrau den nötigen Respekt zu zollen, das kam ihnen wohl nicht in den Sinn.
Virgen de los Remdios
Singen von Ave Maria, sind ergriffen und wenn dann eine richtige Maria vorbeikommt wollen sie von ihr nichts wissen. Ein respektloser und unerzogener Haufen, polterte der Anwalt los. Ein elegant gekleideter Herr gesellte sich zu uns. Dies alles sehe irgendwie deprimierend aus, meinte er, also ob sie ihre eigenen Ideen zu Grabe tragen.
So sehen nicht überzeugte Demonstranten aus.
Und da standen sie nun, so ziemlich alleine gelassen. Sangen sich gegenseitig an und müssten doch gemerkt haben, dass sich eigentlich kaum einer für sie so richtig interessiert.

Siehe auch: Sympathie oder Mitleid für eine Antitaurina?

Montag, 21. November 2011

Spanien hat gewählt

Sin palabaras - ohne Worte


Freitag, 11. November 2011

Spanien wählt

Spanien wählt am 20. Noveber 2011
Wahlkampf in Spanien. Der Termin rückt näher und das Buhlen um Wähler kommt in die heisse Phase. Da der Ausgang schon festzustehen scheint, kämpf man eben um die kleinen Dinge. Die Parteien um den Einzug, die Sozialisten um Schadensbegrenzung und die PP neigt zu Habgierigkeit. Dabei interessiert die Wähler vor allem nur eins: Ihr Leben, ihr Standard, ihre Zukunft und ihre Kultur. Für die aficion bekommt derjenige die Stimme, der sich für den Erhalt der Tauromaquia einsetzt. Bei gut fünfzehn Millionen aficionados ein wahrlich riesiges Wählerpotencial.

Das erkannte auch der Spitzenkandidat der Partido Popular, Mariano Rajoy, der am letzten Dienstag im Privatsender Antena 3 (*1) verkündete,  "Haré lo posible porque haya toros en toda España. Incluida Cataluña". Eindeutiger geht es nun wirklich nicht mehr. Er und seine Partei werden alles dran setzen um die Tradition der Tauromaquia aufrechtzuhalten. Das gilt auch für Katalonien. Punkt aus!

Was für ein Stich mitten in das Herz der antitauristas. Nur wenige Tage vor der Wahl, verkündet genau die Partei, die mit grösster Wahrscheinlichkeit gewinnen wird, vor einem Millionenpublikum, nicht nur dass sie weitere Störversuche diverser antitaurinos auf keinen Fall dulden werde, sondern stellt auch den katalanischen Alleingang in Sachen abolición de los toros, also ein Verbot von Stierkämpfen in Frage.
Mariano Rajoy Brey

Mariano Rajoy gibt ohne weiteres zu, dass er kein grosser aficionado de toros sei, aber trotzdem gelegentlich Stierkämpfe in Pontevedra oder Sevilla besuche. Er selbst spricht sich für die Freiheit aus: "Man kann keinen verpflichten zu Stierkämpfen zu gehen, aber genauso wenig kann man diese verbieten". Schliesslich findet sich die Förderung der Verbreitung der Tauromaquía als Kulturerbe und Teil der spanischen Tradition im Wahlprogramm der Partido Popular wieder (*2). 


Eine nationale Auszeichnung für die Tauromachie

Ángeles Gónzález-Sinde Reig
Und das Leiden der Gegner geht weiter. Noch bevor es zum grossen Rededuell der Spitzenkandidaten kam, verkündetedie die spanische Kulturministerin Ángeles González-Sinde die Einführung einer neuen staatlichen Auszeichnung. Die Premio Nacional de Tauromaquia (*3). Seitdem die Tauromachie im Juli diesen Jahres dem Ministerium für Kultur unterstellt worden ist (*4), versteht sich die Stierkämpferkunst ofiziell als eine artistische Disziplin. Es sei nur eine logische Konsequenz, "die Personen oder Einrichtungen auszuzeichnen, die sich durch ihren Einsatz hervorgetan haben, um sich für die Verbreitung der kulturellen Werte der Tauromachie einzusetzen", so die Kulturministerin.

Dotiert mit 30.000 Euros übertrifft diese staatliche Auszeichnung alle Prämien für Literaturpreise, welche lediglich eine Zuwendung von 20.000 Euros erhalten. Die katalanische Tageszeitung La Vanguardia ist entsetzt (*5). Wie kann der Staat etwas auszeichnen, was von einzelnen Regionen (die kanarischen Inseln und Katalonien) verboten worden ist? Fassunglos nehmen sie zur Kenntnis, dass von nun an, toreros, ganaderos, empresarios taurinos etc. höher prämiert werden als die Werke von Schriftstellern, Geschichtsprofessoren oder Journalisten. Die Tauromachie wurde auf die Ebene der Schönen Künste, des Theaters und der Musik gestellt; alles Elemente die wir am tarde de toros, im sol y sombra und beim Erklingen des paso dobles  erleben können.

Wie auch immer die Wahl ausgehen wird, der Gewinner steht schon jetzt fest:  

La Fiesta Nacional. 


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Anmerkungen:
(*1) Interview mit der Chefredakteurin der Nachrichten von Antena 3 Gloria Loman mit einer Einschaltquote von 11,5 Prozent.
(*2) Fomentar la difusión de la tauromaquia como patrimono cultural y traditional español. 
(*3) BOLETÍN OFICIAL DEL ESTADO,  Núm. 269, Sec. III., Pág. 116575, 8/11/2011
(*4) BOLETÍN OFICIAL DEL ESTADO, Núm. 209, Sec. I, Pág. 94912
(*5) "La última estocada de Sinde" von Albert Lladó, La Vanguardia, 9/11/201

Sonntag, 30. Oktober 2011

Es ist Zeit für die Stiere

Während man in anderen Gebieten über das Für und Wieder der tauromaquia sich streitet geht die südspanische Metropole Málaga still und heimlich ihren taurinischen Weg. Anlässlich ihres 175. Jubiläums veranstaltete die Diputación de Málaga una semana taurina. Eine Woche lang wurde sich mit der tauromaquia auseinandergesetzt und im Mittelpunkt stand ein runder Tisch mit Persönlichkeiten aus Kultur und der Welt der Stiere, eine praktische Vorführung der Stierkampfschüler aus Málaga mitten auf dem Plaza de la Constitución und eine Ausstellung mit Photographien von Pablo Cobas.

Das besondere an dieser Ausstellung Tiempo de Tauromaquia war ohne Frage der Ort. Nicht in einem Museum, in keiner Gallerie, und auch nicht in irgendeiner Bar. Man wählte die Fassade eines Gebäudes im Herzen von Málaga, direkt am Plaza de la Constituciön. Zu sehen sind Momente der arte del toreo, der Stierkämpferkunst. Zehn überdimensionale Schwarz-Weiss-Photos erfreuen die Augen der flanierenden Herrschaften auf der noblen Calle Marques de Larios.


Der sechsundzwanzigjährige Pablo Cobas aus Málaga ist kein Unbekannter. Zahlreiche Ausstellungen, viele Preise und gerade in diesem Jahr gewann er den "III. Fotowettbewerb der Semana Santa".


Webauftritt des Künstlers: Pablo Cobas Fotografía

Siehe auch:

Sonntag, 23. Oktober 2011

Antoñete, Tod am Nachmittag

Sonntag in Andalusien. Es ist noch früh am Morgen. Nur wenige Kreaturen zeigen sich im Strassenbild. Die letzten Gestalten der Nacht, die ersten Kirchgänger, die Taxifahrer, Bäcker und die Zeitungshändler, welche die jüngsten Exemplare der Presse sorgfältig vor ihrem Stand ausbreiten. Neben dem Kantersieg von Real Madrid wissen die Medien auch vom Tod zu berichten. Vom Tod am Nachmittag. Nicht im ruedo, sondern in einem Krankenhaus in Madrid.
Der Himmel ist schwarz. Es donnert und grollt, helle Blitze erleuchten schmerzend die Silhouette der Altstadt von Málaga. Es regnet in grossen Tropfen. Der Himmel weint und Spanien trauert. 

Nichttaurinos werden von ihm kaum gehört haben, aber diejenigen, die sich zur afición bekennen, wissen sehr wohl, warum die taurinischen Flaggen auf Halbmast hängen. Antonio Chanel Albadalejo "Antoñete" hat gestern der Welt Lebewohl gesagt. Nicht die toros haben ihn besiegt, nein, der Tabak und die Einsamkeit gaben dem Leben eines der grossen toreros ein jehes Ende. Wer als Neuaficionado das Glück hatte Antoñete in Aktion zu sehen, der kam in den Genuss der Tauromaquia noch einmal die Hand zu schütteln, so wie man sie Anfang Mitte des letzten Jahrhunderts kannte. Die grossen Juan Belmonte und Manolete lassen grüssen.

Antoñete, ein Mythos der Tauromaquia, eine Legende aus der Welt des Stierkampfes. Der Geschmack des guten toreos. Sein klassischer Stil mit den Stieren zu kämpfen, seine persönliche Art im Umgang mit der Tauromaquia lassen ihn als Teil der taurinischen Geschichte erleuchten. Für immer und unvergesslich.

Für den kolumbianischen matador de toros Cesár Rincón war er Idol und Vorbild. Und mit Erfolg. Im Jahr 1991 konnte man in der Presse lesen, Cesár Rincón in Madrid kämpfen zu sehen, ist wie Gott etwas zu fragen und er antwortet dir. Ein Mythos lebt weiter.

Wer kennt ihn nicht? Atrevido, den weissen Stier. 15. Mai 1966, das war keine faena, das war eine Simphonie. Unvergessliches Delirium in der grössten Plaza de toros von Europa. Las Ventas, seine Plaza de toros, hier ist er, hier war er zuhause.


Kein anderer hat es verstanden wie er die Geometrie des toreos umzusetzen, kaum einer konnte mit der Distanz zum toro so umgehen wie er. Seine Manöver waren durch und durch geplant, bis in das kleinste Detail durchdacht, er beherrschte das Terrain. Das toreo war für ihn wie eine taurinische Gleichung die er meisterte. Gewiss, sein Stil mag für einige wenige etwas altmodisch gewesen sein, der Vergangenheit angehörend und vielleicht auch zu schlicht, aber stets elegant, majestätisch, klug und überlegen.

Antoñete, descanse en paz.