Freitag, 1. März 2013

Mallorca sagt "Nein" zum Antitaurinismo




von Philip de Málaga


Auf der Insel der Deutschen wird es weiterhin toros geben
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Auf der Baleareninsel Mallorca gibt es eine auffallend große Plaza de toros. Das Coliseo Balear aus dem Jahr 1929 hat Platz für 14.425 Zuschauer. Ein coso welches auch gerne von vielen Deutschen aufgesucht wird. Aber nicht unbedingt der toros wegen. Eher weil dort Thomas Gottschalk seine Sommerausgabe von Wetten dass ... moderierte. Und überhaupt, es gibt einige Deutsche die würden die mundo de los toros am liebsten aus Europa verbannen. Auch auf Mallorca. Aber, man mag es kaum glauben, auf der Baleareninsel leben auch Spanier, die das ein wenig anders sehen.

In dieser Woche wurde im Rathaus von Palma de Mallorca über einen Antrag abgestimmt, die Balearenmetropole zur antitaurinischen Stadt zu deklarieren. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. 60 Prozent der Stadträte lehnten den Antrag ab, 38 Prozent stimmten dafür. Die toros bleiben also den Balearen erhalten. Da konnten auch die lautstarken Proteste der antitaurinos während der Abstimmung nichts mehr daran ändern.
Antitaurinos versuchen lautstark die Abstimmung zu beeinflussen.
(Foto: mundotoro)

Streik der Toreros

von Philip de Málaga

Banderilleros, Picadores und Mozos wollen oder sollen streiken
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Unión Nacional de Picadores y Banderilleros
Im Vorfeld zur Erklärung der toros zum nationalen Kulturerbe haben die UNPBE, die Unión Nacional de Picadores y Banderilleros sowie die Asociación Sindical de Mozos de Espadas (die Gewerkschaften der picadores, banderilleros und der mozos de espada) beschlossen, verschiedene corridas in Valencia, Sevilla und Madrid zu boykottieren um ihren Interessen mehr Nachdruck zu verleihen. Dabei handelt es sich in erster Linie um die arbeitsrechtlichen Beziehungen zwischen den empresarios und den cuadrillas. Diese wollen die Verantwortung der Arbeitsbedingungen auf die jeweiligen Chefs der cuadrillas übertragen. Das sei in keinem Fall zu akzeptieren, weil damit die minimalen Rechte der Arbeitnehmer, wozu die Gehälter wie aber auch die Pflichten gehören, nicht mehr garantiert seien.

Luis Miguel Calvo (Foto: mundotoro)
Diese Offensive kommt für einige jedoch überraschend. Selbst für eine Gewerkschaft. Luis Miguel Calvo, banderillero und Präsident der Asociación Sindical de Profesionales Taurinos Independientes verkündete noch am Abend, dass dieser Aufruf zum Streik weder mit ihnen abgesprochen sei, noch dass sie davon in Kenntnis gesetzt worden wären. Sie seien sehr enttäuscht, dass die UNPBE sie in ihre Entscheidung nicht einbezogen hätte und so eigenmächtig vorgegangen sei. So könne man nicht gemeinsam die Zukunftspläne der tauromaquia gestalten. Es muss der Zeitpunkt kommen wo wir alle gemeinsam am Tisch sitzen und auch gemeinsam Entscheidungen treffen.

Simon Casas (Foto: mundotoro)
Auch auf Seiten der empresarios löst diese Vorgehensweise eine gewisse Irritation aus. Der empresario von Nimes, Don Simon Casas stellt ernüchternd fest, dass dieses Vorgehen zu einem ungünstigen Zeitpunkt käme und den ganzen Sektor betreffen würde. Und darum sei es unausweichlich dafür auch gemeinsam eine Lösung zu finden.

Betroffen sind davon bis jetzt die corridas in Valencia am 16., 17., 18. und 19. März. In Sevilla am 31. März. Sowie weitere festejos in Sevilla und Madrid.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Wenn Toreros helfen

von Philip den Málaga


In Granada wurde gestern der Benefizstierkampf für Granadown vorgestellt
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Auch das gibt es in der mundo de los toros. Matadores und ihre cuadrillas, apoderados und die empresarios, sowie die Angestellten einer plaza de toros stellen ihren Sold für einen wohltätigen Zweck zur Verfügung. Gestern wurde offiziell in der andalusischen Stadt Granada die 17. corrida de benificiencia Granadown angekündigt. Unter der Schirmherrschaft des maestros Enrique Ponce und des Lokal-matador David Fandila "El Fandi" findet am 23. März in der Monumental de Frascuelo ein Benefiz-Stierkampf statt. Die matadores de toros Enrique Ponce, Juan José Padilla, Manuel Díaz "El Cordobés", David Fandila "El Fandi" und der novillero José Ángel Fuentes werden sicherlich für gefüllte tendidos sorgen. Die Einnahmen der knapp 15.000 Zuschauer werden der Asociación Síndrome Down, der Gesellschaft für das Down-Syndrom gespendet.
Präsentation des cartels mit dem matador de toros David Fandila "El Fandi"
(Foto: mundotoro)
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Siehe auch:


Dienstag, 26. Februar 2013

Und sie sagen keiner geht mehr zu den Stierkämpfen! (2. Teil)





von Philip de Málaga


Wenn der Flughafen zur puerta grande wird. Der matador der toros Morante de la Puebla wird in Sevilla nach seiner triumphalen Amerikareise empfangen.
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Kein Kommentar!

Die Politik macht Ernst!





von Philip de Málaga



Auf dem Weg zum Kulturerbe
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Politik und taurinos auf dem Weg die tauromaquia zu fördern. (Foto: mundotoro)
Minister Wert und der matador El Juli
(Foto: mundotoro)
Gestern traf zum ersten Mal seit 1998 wieder die Comisión Consultativa Nacional de Asuntos Taurinos, der nationale Beratungsaussschuss in Sachen Stierkampf zusammen. Unter der Leitung des Ministers für Erziehung, Kultur und Sport Don José Ignacio Wert trafen sich am letzten Montag im Februar 2013 die verantwortlichen Repräsentanten des Innenministeriums, der Ministerien für Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt und Finanzwesen, dem Arbeitsministerium, des Sozialversicherungswesens, sowie Vertreter der autonomen Regionen Spaniens und der Komunalverbände. Auch die mundo de los toros wurde vertreten durch die Verantwortlichen der Union de Toreros, der Asociación Nacional de Organizadores de Espectáculos Taurinos, den Veranstaltern, der Federación Internacional de Escuelas de Tauromaquia, also der Stierkampfschulen, verschiedener Vereinigungen der ganaderías, veterinarios, und die Organisationen die sich für die aficionados und die abonados einsetzen.

In einem kurzen Satz formuliert, 
die Politik sitzt mit den taurinos an einem Tisch 
um die  Zukunft der tauromaquia in die Wege zu leiten. 

Die Zielrichtung war eindeutig vorgegeben: La aprobación del futuro Plan Nacional de Fomento y Protección de la Tauromaquia. Die Zustimmung für den zukünftigen nationalen Plan zur Förderung und Protektion der tauromaquia. Dabei soll vor allem die Zusammenarbeit der Politiker mit den taurinos in Spanien gefördert und stabilisiert werden. Der Dialog stehe hierbei an vorderster Stelle. Das Ministerium für Kultur hat klar Stellung bezogen, denn die tauromaquia soll voll und ganz in Ihren Arbeits- und Wirkungskreis involviert werden. Abschliessend wurde festgelegt, dass dieser Beratungsausschuss zu einer permanenten Einrichtung werden soll.


Montag, 25. Februar 2013

Und sie sagen keiner geht mehr zu den Stierkämpfen!





von Philip de Málaga




Die erste feria taurina in Spanien erfreut sich grossen Andrangs
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Kein Relikt aus alten Zeiten!
Wartende Menschen vor der Plaza der toros in Valencia im Februar 2013
(Foto: mundotoro)

Genau heute hat der Vorverkauf für Einzelkarten für die erste grosse feria taurina von Spanien in Valencia begonnen. Schon um zehn Uhr bildete sich eine Schlange die um die ganze Plaza de toros führte. Im cartel gedachte man gleich zwei Persönlichkeiten. Dem matador de toros Manolete der im August 1947 In Linares (Andalusien) von einem toro der ganadería Miura getötet worden ist, und dem bekannten Stierkampffotografen Cano.

Und da behauptet man in den ausländischen Medien, die Spanier hätten das Interesse an den toros verloren. Die Frage scheint nicht ungerechtfertigt, wie viel weiss Europa eigentlich über Spanien?


Wenn Fussballer zum Torero werden





von Philip de Málaga


Foto: mundotoro
Mit einer veronica krönt ein spanischer Fussballspieler den eindeutigen Sieg im britischen Finale des Ligapokals. Swansea gewinnt im Wembley-Stadion gegen Bradford mit 5:0. Um diesen Sieg zu feiern schwingt Chico Flores, ein wichtiges Standbein der walisischen Verteidigung, vor über 82.000 Zuschauern die capa. Olé! 

Die Symbolkraft der spanischen tauromaquia auf englischem Boden.

Samstag, 23. Februar 2013

Die goldene Medaille der Schönen Künste für Ángel Peralta





von Philip de Málaga

Ángel Peralta Pineda
Er ist wohl unter den caballeros der caballero! Don Ángel Peralta Pineda. Geboren 1925 in dem sevillanischen Dorf Puebla del Río begann er seine Karriere als rejoneador mit 19 Jahren in der plaza de toros von La Pañoleta. Drei Jahre später präsentierte er sich in Madrid und aus ihm wurde wohl einer der besten rejoneadores des letzten Jahrhunderts. Mehr noch, er repräsentierte die spanische Kultur der toros und caballos wie kein anderer auch im Ausland. So hielt er unter anderem 1960 am Institut für hispanische Kultur in Berlin einen Vortag über "Ich, das Pferd und der Stier". Als gut berittener caballero verstand er es auch sich im britischen Imperium zu repräsentieren. Für seine Leistung wurde er nun in Spanien mit der Goldenen Medaille für schöne Künste ausgezeichnet. Und wie es seinem Charakter und seiner Erziehung entspricht, mit grosser Bescheidenheit hat er diese angenommen: "Wahrscheinlich gibt es viel mehr toreros oder rejoneadores die diese Auszeichnung mehr verdient haben als ich. Ich werde sie aber mit sehr viel Freude entgegennehmen."


Galopando, galopando
por los ruedos de la vida,
llevo las riendas prendidas
en las cinturas del mundo.
Es como vivir soñando
en el sueño preferido
y despertar al mugido
de un toro redondel
y al encontrarse con él,
seguir el juego dormido.

Ángel Peralta

Das Pferd, der Stier und die Poesie, die grossen Leidenschaften eines Ángel Peraltas, jemand der in diesem Jahr mit der goldenen Medaille der Schönen Künste in Spanien ausgezeichnet worden ist. Und da sage man die toros seien keine Kunst oder nicht einmal eine Kultur.
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Siehe auch: 

Freitag, 22. Februar 2013

Wenn die Toreros ins Gefängnis gehen





von Philip de Málaga

Viele antitaurinos würden die toreros genau da am liebsten sehen: Im Gefängnis. Und diesmal sind sie sogar wirklich dort hin gekommen. Aber freiwillig. Der matador de toros Dávila Miura, der Ex-torero Rafael Torres und einige  banderilleros besuchten das Gefängnis in Sevilla um den Inhaftierten die tauromaquia näher zu bringen. Nach einer erklärenden Einführung durch den Club de Aficionados Prácticos hatten die Inhaftierten die Möglichkeit sich beim toreo de salon zu üben. Das Interesse sei auffallend gross gewesen und die Fernsehübertragungen der toros erfreuen sich auch dort grosser Beliebtheit. Der Club de Aficionados Prácticos hat es sich zum Ziel gemacht die tauromaquia genau dort hin zu bringen wo es besonders schwer ist, wie zum Beispiel im Gefängnis, um dort dann ein gewisses Interesse zu wecken, bzw ein Gefühl für die toros auf verständliche Weise zu vermitteln.
Foto: mundotoro.com

Donnerstag, 21. Februar 2013

Im Spanienforum gibt es keine oder kaum noch toros mehr

Ab heute wird das führende Forum über Spanien, das Spanienforum nicht mehr mit aktuellen Neuigkeiten aus der mundo de los toros versorgt. Die täglich verbalen Angriffe einzelner antitaurinos machten eine Bericherstattung unmöglich. Seit Übernahmenahme des Andalusienforums, wo sich die afición noch austauschen konnte, wurden die aficionados schlimmsten verbalen Repressalien ausgesetzt. Vor allem meine Person versuchte man in allen Bereichen zu diskreditieren, nur weil ich mich als aficionado de toros bekannte. Und da die Moderation diesen Bereich nicht in den Griff bekam, bzw. vielleicht auch nicht bekommen wollte, denn der Administrator wie der Moderator verstehen sich als Gegner der toros, wurde die Berichterstattung in den TAURONEWS ab heute eingestellt.
In Spanien gewinnen die toros auf allen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Ebenen. Das Spanienforum hat sich entschieden darüber nicht informiert zu werden. 
Somit werde ich die TAURONEWS auf dieses Portal STIERKAMPF für ALLE verlagern um weiterhin aus der mundo de los toros zu berichten. Gemischt mit den anderen Beiträgen soll hier versucht werden auch dem Nichtkundigen zu vermitteln, warum in Spanien die toros in diesem Jahr zum Kulturerbe erklärt werden.



Mittwoch, 13. Februar 2013

Nur 12 Prozent sind dagegen!

Die toros auf dem Weg zum Kulturerbe
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von Philip de Málaga


Gestern gegen 21 Uhr wurde das Ergebnis der Abstimmung im spanischen Parlament ob die toros zum nationalen Kulturerbe erklärt werden sollen bekannt gegeben. Das Resultat fiel ziemlich eindeutig aus:

Was auffällt nur zwölf Prozent stimmten dagegen! Woraus man im Umkehrschluss daraus schliessen kann, dass 88 Prozent des Congreso de los Diputados dementsprechend nichts dagegen einzuwenden hatten.

Selbst die Sozialisten, die sich ihrer Stimme enthielten wetterten nicht gegen die tauromaquia. José Andrés Torres Mora verkündete, dass es in den Reihen der Sozialisten aficionados geben würde, aber auch diejenigen die noch nie eine corrida gesehen haben. Er fügt hinzu, dass die toros selbstverständlich geschützt werden müssen, aber die schon gegebenen Gesetze völlig ausreichen würden. 

Die Stimmenthaltung war ein geschickter Schachzug der PSOE. Hätten sie nämlich abgestimmt, wäre die Anzahl der Ja-Stimmen um weitere Prozent nach oben gestiegen. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätte man sogar die 70 Prozenthürde genommen. Hinzu kommt der Tatbestand, das taurinische Hochburgen wie Andalusien und seine Hauptstadt Sevilla von sozialistischen Politikern angeführt werden, und die es sich nicht gerade mit den Wählern verderben wollen.

Freitag, 25. Januar 2013

Ist Frankreich spanischer als die Spanier

Frankreich ist in Sachen tauromaquia einfach zwei Jahre oder mehr vorraus!
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von Philip de Málaga


Wer einen Blick in das französische Nachbarland wirft kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Wenn man die letzten sechs Monate zurückschaut, haben die Franzosen den Spaniern in Sachen der tauromaquia doch sehr eindrucksvoll vorgemacht wie es geht. Da entsteht der Eindruck, als ob sich die Kopentenz für die toros von der Iberischen Halbinsel zur Grande Nation verlagert.


Es began vor fast zwei Jahren. 

Ausgerechnet an einem Karfreitag im Jahr 2011 wurden in Frankreich die Illusionen der antitaurinos ans Kreuz getragen, indem die Regierung die mundo de los toros zum immateriellen Kulturerbe erklärte. Dann kehrte ein wenig Ruhe ein, während die Gegner der toros alles versuchten weitere Niederlagen zu verhindern. 

Doch dann kam am 16. September 2012, der große Tag in Nimes. Der spanische matador de toros José Tomás versetzte die afición in einen Rausch. Aber nicht nur sie, auch die französische Regierung fühlte sich nun bestätigt und angeregt. 

In der Zwischenzeit verkündete am 20. September 2012 die Zeitschrift Midi Libre, dass 42 Prozent der Franzosen die toros als Tradition sehr wohl akzeptieren. Dabei auffallend, die Mehrheit ist auch nicht mehr dagegen.


Nur einen Tag später am 21. September 2012 wurde von dem gallischen obersten Tribunal dem antitaurinismo mitgeteilt, dass die tauromaquia sehr wohl mit der französischen Verfassung harmonisieren würde. Da gäbe es überhaupt keine Zweifel!

Und um den Standpunkt der französischen Regierung keinen Zweifel zu lassen, setzt man noch einen oben drauf. Am vergangen Dienstag den 22. Januar 2013 fällt man im Innenministerium einen Entschluss welcher die antitauristas wohl in eine Schockstarre versetzt haben muss. Denn mit sofortiger Wirkung ist es von nun an den Gegnern der toros absolut verboten, weder an den puertas noch im Umfeld der 47 französischen Plaza de toros irgendwelche antitaurinischen Aktivitäten zu veranlassen. Mehr noch, die jeweiligen Provinzen und Rathäuser sind verpflichtet die Anweisungen aus der französischen Hauptstadt umzusetzen.

Und in Spanien?

Da kann man nur neidisch über die Pyrenäen schauen. Spanien ist noch nicht einmal dort angekommen wo die Franzosen schon am Karfreitag im Jahre 2011 waren. Es liegt klar auf der Hand, in Sachen Kopentenz und Umsetzung haben die französischen Nachbarn die Nase einfach um zwei Jahre vorne. Mindestens!

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Siehe auch:


Samstag, 12. Januar 2013

Zum Tod von Uli Pürschel

der am 8. Januar 2013 im Alter von 70 Jahren gestorben ist
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von Torodora Gorges



Ich glaube, dass es keinen deutschsprachigen aficionado a los toros gibt, der Uli aus dem hessischen Mühlheim am Main nicht kannte. 1996 hatte er die Initiative zur Gründung einer tertulia taurina im südhessischen Raum ergriffen. Sie gab sich den Namen "La Alternativa" und traf sich über viele Jahre mit an der Welt der Stiere interessierten Menschen. Regelmäßige Treffen zum Austausch über die "toros" fanden an  wechselnden Orten statt. Im Laufe der Zeit besuchten auch aficionados aus anderen europäischen Ländern die Tertulia in Hessen. - Es wurden gemeinsame Reisen organisiert und durchgeführt, an die sich jeder gerne erinnern wird, der mit Uli die Ferias in Nimes, Valencia  oder Granada erlebt hat.

Besondere Verdienste aber erwarb sich Uli mit seiner deutchsprachigen Internet-Seite "La Tauromaquia", die er im Jahr 2000 eingerichtet hatte.  Mit großer Regelmäßigkeit, meistens sogar täglich, versorgte er Leserinnen und Leser mit Nachrichten aus der Welt der toros. Ein Gewinn für alle, die des Spanischen nicht oder nur eingeschränkt mächtig sind und für die mundotoro.com oder burladero.com als Informationsquelle nicht ausreichten. Uli fand für seine Anregungen und Anstrengungen bei seiner großen Leserschaft immer viel Anerkennung.  Er war streitbar, Kompromisse lagen ihm nicht. Er war aufrichtig, hielt seine Meinung nicht zurück. Man ärgerte sich über ihn, wenn er nicht nachgeben wollte. Er bekam Ärger mit Journalisten, die er wegen ihrer Uninformiertheit und Borniertheit in Bezug auf die Tauromachie kritisierte. Das focht er aus, er freute sich, wenn er sie mit gut gesetzten banderillas (a la Padilla) treffen konnte. - Aber er war ein toleranter und humaner Kämpfer und setzte sich auch hin und wieder mit Stierkampfgegnern polemisch auseinander, verfiel nicht sofort in eine rigoros ablehnende oder resignative Verweigerung.

In den letzten Jahren kämpfte Uli gegen die Krankheit. Er  informierte seine Leser immer wieder darüber, auch hier bewundernswert ehrlich.  Mit der espada in der Hand, wie ein torero, der den komplizierten toro zu beherrschen bereit und in der Lage ist. In jüngster Zeit zwang das Schicksal ihn, die Rolle des toro bravo zu übernehmen, der keine Chance mehr hat, aber uns allen zeigt, wie ein Leben in aufrechter Würde beendet werden kann.

Gracias por tu afición!

Descanse en paz, Uli!

Freitag, 21. Dezember 2012

Top Toreros 2012

Wer waren denn nun die Besten in den ruedos der plaza de toros?

Immer zum Jahresende erscheinen verschiedene Statistiken die aber eigentlich wenig über die Wertigkeit eine matadores an Auskunft vermitteln. Da werden die Anzahl der corridas mit trofeos verknüpft und man kann vielleicht erahnen, ob es für den einen oder anderen torero eine gute temporada war oder nicht.

Besonders interessant ist es, wenn man die Zahlen der drei unterschiedlichen Kategorien der plaza de toros vergleicht. Die maestros, die es verstehen vor grossem Publikum wie Las Ventas zu triumphieren, tuen sich in den kleineren plaza de toros der dritten Kategorie durchaus schwerer. Das liegt wohl auch darin, dass der Anspruch dieser kleineren Veranstaltungen mehr dem Vergnügen gewidmet zu sein scheint als der arte de torear.

In den nachfolgenden Listen werden lediglich matadores de toros genannt, die in diesem Jahr an mindestens zehn corridas de toros mit je zwei toros teilgenommen haben. In Prozent wird die Wertigkeit der Trophäen wiedergeben, die die matadores in diesem Jahr mit ihren toros erringen konnten.

Beginnen wir mit der Königsklasse. Den plaza de toros der ersten Kategorie: Madrid, SevillaValencia, Bilbao, ZaragozaMálaga und Barcelona (derzeit von der katalanischen Regierung verboten):


Es folgt die zweite Kategorie, dabei handelt es sich um die plaza de toros in den Provinzhauptstädten, die pro Jahr mindestens 15 festejos taurinos und davon mindestens 10 corridas de toros organisieren.

In der letzten Gruppe befinden sich alle restliche plaza de toros von Spanien:


In der folgenden Tabelle sind alle drei Kategorien zusammengefasst.


Gewiss fehlt hier der Star unter den toreros, José Tomás. Er hat aber in Spanien an nur zwei corridas de toros teilgenommen. Er käme damit aber auf eine hohe Wertung. Mit 5 toros und 40 Prozent würde er in der 2. Kategorie den 2. Platz und in der Auflistung für alle Kategorien den 3. Platz belegen.

Samstag, 3. November 2012

Nobelpreisträger Vargas Llosa

Die toros zu kritisieren ist nur eine Modeerscheinung
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Bekenntnisse von Vargas Llosa


"Den toro bravo gibt es weil es die toros gibt. Ohne sie würde er aussterben. Er ist eine Schöpfung der fiesta taurina. Ein Tier mit Privilegien, mit unermesslicher Liebe überhäuft, auch wenn es die so genannten "Tierfreunde" leugnen."

"Die toros gehören zur kulturellen Manifestation eines Landes und ohne sie würden die Traditionen ziemlich ärmlich aussehen. Spanien trägt als Schlüssel in seinem Herzen zu seinen besten Traditionen die corrida de toros. Im ruedo wird unter Einsatz des Lebens Kunst und Schönheit geschaffen, die das Leben der menschlichen Konditionen symbolisiert."

"Die fiesta nacional ist eine reichhaltige Quelle der Inspirationen für alle spanischen Künste und Geisteswissenschaften."

"Die antitaurinos irren sich. Die Literatur ist voll von guten Beispielen, wie Lorca und Alberti, voller Genieeinfälle die wundervolle Texte über die corrida de toros niedergeschrieben haben, auch die 98ger-Generation, inklusive deren Kontrahenten wie Azorín."

"Zugegeben, die fiesta ist qualvoll, aber es ist doch so, dass das Leben selbst für sich qualvoll ist. Aber wehe, wir wenden Vegetarismus an. Alles was das Leben bietet, die Pflanzenwelt eingeschlossen, sollte respektiert werden, und so würde die Menschheit enden, sich von Batterien zu ernähern."

"Ich habe die toros stets verteidigt weil sie schon immer gewaltiger Angriffe ausgesetzt waren, orchestrale Kampagnen, und in den meisten Fällen mit politischem Hintergrund, denen es eigentlich gar nicht um die Verteidigung der Tiere geht, als vielmehr diese Verbote als politische Instrumente zu benutzen."

"Das Verbot der toros in Katalonien hat mich sehr bekümmert. Ich lebte sehr glücklich in Barcelona und war oft bei den toros. Das Verbot ist pure Politik: Ein Versuch zu zeigen, dass Katalonien nicht Spanien ist!"

"Die toros werden wieder nach Katalonien zurückkehren, es wird wieder katalanische toreros geben und die afición wird wieder die plazas füllen."

"Die toros zu kritisieren ist nichts anderes als eine Modeerscheinung!"

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Über den Verfasser

MARIO VARGAS LLOSA

1936 in Arequipa (Peru) geboren, gehört Vargas Llosa wohl zu den führenden Schriftstellern aus Lateinamerika. Er studierte Gestes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid. Seinen ersten Roman "Die Stadt und die Hunde" erschien 1963. Er ist Ehrendoktor an zahlreichen Universitäten und hielt regelmässig Vorträge unter anderem in Harvard oder OxfordZahlreiche Auszeichnungen begleiten ihn auf seinem literarischen Weg. So erhielt er unter anderem 1995 den Jerusalempreis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft, 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2010 den Nobelpreis für Literatur.


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Quellennachweise:
Eröffnung der Ausstellung "Arte y Cultura de Las Ventas", Madrid Mai 2012
Preisverleihung "Las Majas de Goyas", Madrid Oktober 2012

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Wenn der Maestro redet

Eine Seele aus Stahl
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Rede von José Tomas


Der matador de toros  José Pedro Prados Martín, bekannt unter dem Künstlernamen El Fundi hat seine Karriere als torero beendet. In seiner Heimatstadt Fuenlabrada (bei Madrid) wurde er für seine Tätigkeit als torero geehrt. Einer der Gratulanten war José Tomás, dessen Worte die afición bewegten:


Guten Abend
Ich muss sagen, obwohl dieses das erste Mal war, wo wir zusammen aufgetreten sind (Anmerkung: JT bezieht sich auf ein festival taurino de becerros in Comenar Viejo, siehe Foto unten)), aber in Wahrheit haben wir in den vergangen Jahren gemeinsam an einigen carteles teilgenommen. Und ich glaube genau das rechtfertigt meine Gegenwart heute hier, und ich denke diese Ehrung, so einfach und emotional wie sie ist, die Dir Deine Nachbarn, Deine Geburtsstadt, Deine Familie, Deine Freunde, Deine Kollegen widmen, um es mit den Worten von Don José Alfredo Jimenez zu sagen, einer der besten Komponisten der Ranchera Musik in der Welt, zumindest für mich, "Man muss nicht der Erste sein, aber man sollte wissen wie man ankommt" 

Applaus durch das Publikum.

Colmenar Viejo: (JT rechts, El Fundi in der Mitte)
Und ausserdem, bist Du über einen Weg angekommen, voller Mut, und vor allem mit vielen Werten. Werte wie der Ehrlichkeit, der Überwindung, der Aufopferung, der Verantwortung, der Feinfühligkeit, wie Du sie uns gerade zeigst . . . und vor allem mit der Loyalität Deinem Beruf gegenüber. Ich glaube, das dies alles Werte sind, die in der tauromaquia sehr gegenwärtig sein sollten, aber nicht alle sind mit ihnen so treu umgegangen wie Du.

Der maestro wischt sich unter der Zustimmung des Publikum die Tränen ab.

Der Weg eines Stierkämpfers, so denke ich, ist für keinen torero einfach. Deiner war es nicht, wie wir bei der Vorstellung Deines beruflichen Werdegangs durch Paco mitfühlen konnten. Aber Du hast uns beispielhaft gezeigt, wie man wächst, vor allem in der künstlerischen Fähigkeit, wie wir in Deinen letzten faenas bestätigt sehen. Und um genau das tun zu können benötigt man viel an Weisheit, noch mehr Geduld und eine Seele aus Stahl.
Als torero und Kamerad, möchte ich Dir heute meinen Respekt, meinen Stolz übermitteln. Meinen Respekt und meine Bewunderung zuerst, wie Du diesen Weg gegangen bist, und meinen Stolz dafür, dass ich ein Teil Deiner Nachmittage sein konnte, wo wir gemeinsam aufgetreten sind. Auf der anderen Seite der barrera zu stehen während ich auf meinen nächsten toro wartete, und dabei Dir beim toreo zuzusehen, war für mich purer Luxus.

Applaus.

Und ich will es gar nicht zu lange machen, das Einzige was ich mir wünsche ist, dass diese Seele aus Stahl, wie die Du sie Dein Eigen nennen kannst, einen neuen Weg finden wird, von welchem sie sich ernähren kann. 

Glückwunsch maestro.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Mehr Schein als Sein?

Kann die taurinische Komission dass umsetzen, was man über Jahre hinweg versäumt hat?
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von Philip de Málaga


Seit einer Woche ist die Comisión Taurina del Ministerio de Cultura in Sachen tauromaquia aktiv geworden. Unter Leitung des vorsitzenden Rechtsexperten der Madrider Universität Complutense Don Juan Antonio Gómez Angulo wurden in den letzten Tagen, empresarios, toreros und ganaderos angehört um sich ein Bild von der gegenwärtigen Situation der toros in Spanien zu machen. Zwanzig Persönlichkeiten aus der mundo de los toros gaben sich ein Stelldichein und berichteten über ihre Probleme, ihre Sorgen und gaben ihre Visionen zum Besten. Zum Wochenende hin konnte Gómez Angulo eine durchaus positive Bilanz ziehen: "Wir haben sehr gut die eigentlichen Schwierigkeiten erkennen können und festgestellt, dass fast alle Bereiche der tauromaquia mit den selben Problemen konfrontiert sind. Dies macht die Aufgabe für uns leichter, entsprechende Lösungsansätze zu erarbeiten, damit wir in circa zwei Monaten einen kompletten Abschlussbericht vorlegen könnten."

Gómez Angulo
Zum einen gilt es die Kosten für die festejos taurinos in den Griff zu bekommen. Sie seien definitiv zu undurchsichtig und letztendlich auch zu teuer. Das Ziel muss es sein, dem Endverbraucher die fiesta nacional zu vernünftigen und vertretbaren Preisen anzubieten.

Auf der anderen Seite sei es angesagt, für einen taurinischen Zusammenhalt zu sorgen. Alle Beteiligten, sollten auf professionelle Weise am selben Strang ziehen, damit in erster Linie wieder die tauromaquia im Vordergrund stehe. Die Interessen einzelner Personen oder Verbände sollten sich im Hintergrund halten.

So weit so gut. Das klingt auch alles recht vielversprechend. Doch wie sieht es in der Realität aus? Sind solche Vorhaben überhaupt umsetzbar?

Auffallend ist, dass bei dieser Debatte die antitaurinos so gar keine Rolle spielen. Sie melden sich nicht mal zu Wort. Dafür wurden die Stimmen der aficionados lauter. Ob bei twitter oder Facebook, ob bei burladero oder mundotoro, nicht alle aficionados trauen dieser Komission eine positive Umsetzung zu. Dabei sehen sie ein mögliches Versagen gar nicht mal in der Unfähigkeit der Komission. sondern vielmehr in der steinzeitlichen Mentalität professioneller taurinos. Allen voran die der apoderados, der ganaderos und der empresarios. Was die hinter verschlossen Türen vereinbaren und absprechen, davon bekommt die afición, die Politik und schon gar nicht das Finanzamt irgend etwas mit. Die berühmten gefüllten Briefumschläge stehen noch immer auf der Tagesordnung. 

Und genau dieses Denken zu ändern liegt nicht in erster Linie in der Hand der Komission, sondern es sind die Hauptakteure selbst, die matadores, die darauf Einfluss nehmen sollten. Die Zukunft der tauromaquia sollte nicht mehr nur in geheimen Absprachen geplant werden, Manager sollten nicht mehr das alleinige Sagen haben, sondern die toreros selbst sollten mehr ihr eigenes Schicksal mitbestimmen und Einfluss auf die Zukunft der toros nehmen. Erst wenn es der Komission gelingt, die Zunft der toreros davon zu überzeugen, dass es in ihrer Hand liegt, wie es um die tauromaquia in den nächsten Jahren stehen wird, dann stehen die Chancen wirklich gross, dass die tauromaquia als Teil der spanischen Tradition aus der kulturellen Landschaft Spanien nicht mehr weg zu denken ist.

Und sehr wohl gibt es schon Licht im Tunnel. Denn bekannte matadores de toros wie El Juli, Talavante, Cayetano und José María Manzanares vertreten ihre Zunft nicht nur auf medialer und gesellschaftlicher Ebene sondern sind auch auf politischem Parkett präsent.