Schon sein Künstlername spricht aus, was man von diesem toreroerwarten kann. De maravilla, dass steht für spitzenmässig. Schon bei seinem Debut mit picadores in Olivenza im März diesen Jahres erlangte er vier orejas, einen rabo und sogar einen indulto. Juan Luis Ambel Barranco, im Februar 1994 in Badajoz geboren, gehört ohne Frage zu den führenden figuras unter den novilleros in den plaza de toros der Provonvinzhauptstädte. Bei 22 festejos mit 43 reses erlangte er 34 orejas und einen rabo. Bei elf faenes konnte er dos orejas erobern. Nun stellt sich Posada de Maravillas den 10 Fragen 10 von mundotoro:
1.Wie
würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?
Es ist wohl das bekannteste und in der Regel auch eines der ersten Manöver die ein matador mit dem toro vollführt. Wer diese suerte nicht beherrscht, der brauch gar nicht erst im ruedo antreten. Dabei tritt der torero dem Stier mit der capa entgegen. Bei der capa handelt es sich um einen zweifarbigen Cape, einem außen rosa gefärbten und innen gelben Umhang, der normalerweise mit beiden Händen gehalten und geführt wird. Der Name capa wird von capote abgeleitet und im Cossío, dem spanischen Brockhaus für Stierkampf findet sich die Erklärung: Instrumento de torear ... para burlar y torear al toro. Ein Instrument des Stierkampfes um den Stier zu täuschen und um mit dem Stier zu arbeiten. Wobei das Wort torear absolut vielseitig übersetzt werden kann. Denn neben mit dem Stier zu kämpfen, steht es für provozieren, belästigen aber auch verspotten. Im besagten Cossío verweist man erst einmal auf ein anderes Wort: Lidear los toros en la plaza.Lidear bedeutet, mit einem torosuertes durchzuführen. Und schliesslich: Acción de dar al toro lidia. Also eine Tätigkeit mit dem toro im Rahmen einer lidia, der Gesamtheit aller auszuführenden Figuren mit einem toro während eines Stierkampfes.
Und was hat das bis jetzt mit der Heiligen Verónica zu tun? Wenn ein toro das Rund einer plaza de toros betritt, wird er meistens vom matador mit einer Serie von veronicas empfangen. Dabei hält der torero die capa mit beiden Händen frontal zum toro und versucht ihn zu locken um ihn an sich vorbei führen zu können. Es ist das erste Manöver wo der matador mit beiden Füssen fest auf dem Boden steht, ohne sich zu bewegen, mit der capa der den toro zu empfangen, um diesen in einer eleganten Bewegung um sich herum zu führen. Es ist die erste suerte, wo der matador den toro beherrscht.
Jenes Manöver nennt man verónica. Ein jeder der in irgend einer Weise mit dem Stierkampf konfrontiert ist hat diesen Namen schon mal gehört. Nach irgendeiner Heiligen benannt, und die ganz Schlauen wissen sogar etwas von einem Schweisstuch zu berichten. Und es stimmt
Die Figur trägt den Namen nach der Heiligen Veronica, einer angeblichen Jüngerin von Jesu Christi, obwohl nicht sicher ist, ob sie überhaupt existiert hat. Auf seinem Kreuzweg soll sie Jesu ein Schweisstuch mit beiden Händen in der Art gereicht haben, wie eben jenes Manöver der toreros ausgeführt wird. So zumindest stellt es sich in zahlreichen Kunstwerken dar.
"Costillares"
Die Erfindung des Manöver der verónica wird Joaquín Rodríguez, bekannt unter dem Namen Costillares(1746 - 1799), zugeschrieben. Überhaupt war er der erste torero der begann mit capa und muleta die ersten kunstvollen Manöver zu vollführen. Die Namensgebung ist aber von José Degado "Pepe Hillo" (1754 - 1801) erfolgt, der diese Figur in seiner tauromaquia von 1796 erstmals schriftlich festhält.
Abschließend sei festgestellt, dass sich die verónica selbstverständlich auch in ein Verb konvertieren lässt, veroniquear: Regaterín tuvo una gran tarde, hasta como torero, pues veroniqueó superiormente. (Regaterín hatte einen grossen Nachmittag, vollendet als ein torero, seine veronicas auf höchstem Niveau.)
CINCO LUSTROS DEL TOREO, José D. De Quijano (Don Quijote), Ediciones de "La Fiesta Brava" Barcelona 1933
EL ARTE DE TOREAR, José Delgado "Pepe Hillo", 1796:
Pepe Hillo
“La Verónica: Esta es la que se hace de cara al Toro , situandose el Diestro en la rectitud de su terreno . Es la mas lucida , y segura que se executa ; y sus reglas son áproporcion de los Toros . El Franco ,Boyante , Sencillo ó Claro que todo es uno, se debe dexar venir por su terreno, y quando llegue á jurisdiccion cargarle la Suerte y sacarla , y hasta este acto , parará el Diestro los pies para lograr echarle quantas suertes quiera, procurando siempre que quede la Res derecha y no atravesada . Si estos Toros tienen muchas piernas deberá el Diestro situarse á bastante distancia ,a la Suerte, porque siempre pueden rematarla , pero sí carecen de ellas se han de citar sobre corto ,de forma que rematen y hagan suerte; y si no ,sucede muy de continuo que se quedan por falta de piernas antes de llegar á el engaño , o en el centro, y entonces puede peligrar el Diestro”
Unter den novilleros zählt dieser torero wohl zu den grossen Aspiranten und alle Experten der Szene taurina sind sich einig, dass er eine grosse Zukunft vor sich hat. Er konnte in der temporada 2013 durchweg überzeugen und sein Höhepunkt war der indulto des torosSoñador in Arganda de Ley (20 Kilometer von Madrid). Im letzten Jahr konnte der im Jahr 1993 in Badajoz geborene torero mit 52 reses 51 orejas und 4 rabos als trofeos erobern. Zwei indultos begleiteten seine temporada. Nun stellt sich der junge maestro den 10 Fragen 10 von mundotoro:
1.Wie
würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?
Pff, nicht die leiseste Ahnung. Ich bin einfach in der politischen Ebene nicht involviert um da mitreden zu können.
2.
Dein Lieblingsrezept?
Gerade das, was man zum Überleben benötigt. Was ich allerdings am liebsten esse sind Spiegeleier mit Pommes.
Mit dem neuen Jahr beginnt SfA auch eine neue Serie mit dem Titel "Die Kunst mit den Stieren zu torieren", "El arte de torear", in der vor allem die Manöver der toreros, sei es mit der capa, der muleta oder den banderillas vorgestellt werden sollen. Wie sind diese suertes entstanden, was ist deren Geschichte und worauf sollte man achten? Welche matadores beherrschen diese. Viele Fragen und wir versuchen den Antworten nachzugehen. Colin Ernst macht heute den Anfang.
Als Liebhaber der schönen Künste, begeistern mich besonders, gut ausgeführte Manöver, so genannte suertes, welche man nicht jeden Tag sieht. Manche figuras haben ein Repertoire, um eine komplette corrida mit 6 toros 6 zu bestreiten, und jedes tercio ist anders. Man nennt es variedad de suertes, wenn ein torero viele Manöver mit der capa und der muleta beherrscht. Die bekanntesten mit der capa sind zum Beispiel die verónica, media verónica oder die chicuelinas. Mit der muleta ist es der natural mit der Linken, oder ein pase de pecho.
Antonio Reverte mit einer revertina(Zeichnung: Toros y Toreros)
Aber sehen wir heute wirklich viele verschiedene pases, oder verliert das toreo, Dank des Perfektionismus an Individualität? Dank Joselito, Morante de la Puebla, José Tomás und Enrique Ponce, hat man eine reichhaltige Basis des althergebrachten. Aber einige suertes sieht man heute gar nicht mehr. Einer davon ist der recorte capote al brazo, auch revertina, genannt. Antonio Reverte, torero aus der Provinz Sevilla, der "Erfinder", war nicht unbedingt, bekannt für sein toreo. Seine Manöver aber, mit der capa über dem Unterarm gehängt, die Füße in den Sand der plaza genagelt, den Stier empfangend und dirigierend, fand Gefallen in den Augen der aficionados. War ein toro mit trapio und bravura gesegnet, wiederholte er diese pases bis zu sieben, acht Mal. Bei jedem Mal wurde die viaje del toro kürzer und kürzer, bis der Stier wie festgewachsen stehen blieb. Auch der matador de torosFrascuelo (1842 bis 1898) soll diese suerte einmal bei einem quite benutzt haben.
Seinen Ursprung hat dieses Manöver allerdings im campo bravo, wo die vaqueros auf diese Art, in brenzlichen Situationen, den Stier weglockten. Überlebt hat zumindest die Basis des recortes, nämlich in den recortes. Dies sind Vorstellungen mit dem Stier in Nordspanien, wo man den Stier nur mit dem Körper lockt, der Unterarm dient auch ohne capa als Lockmittel. Aber in Realität ist die revertina nichts anderes als ein pase de pecho, mit der capote über dem Unterarm.
In diesem Sinne wünschen wir uns alle ein neues taurinisches Jahr, welches viele Neuigkeiten bringen wird. Neue toreros wie ein neues toreo. Die afición wartet darauf.
Wir bedanken uns vor allem für die zahlreichen Zuschriften vieler Leser, welche uns mit zeitgerechten und aktuellen Informationen versorgt haben. Vor allem aus Spanien, Deutschland, der Schweiz und den Vereinigten Staaten. Besonderer Dank auch an das Team von Dreamlex, die für die technische Umsetzung des Cossío en alemán, dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs zuständig sind. Dank auch an die Redaktion von mundotoro, die SfA mit Informationen und Bildmaterial versorgt. Die zahlreichen toreros, empresarios und ganaderos haben ebenfalls viel zum Erfolg von SfA beigetragen. Die zahlreichen spanischen aficionados sollen nicht unerwähnt bleiben. Muchas gracias a todos!
von Philip de Málaga Hier ein paar Zahlen über die mundo de los toros in Spanien
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Spanien und der Stier, España und die toros, das gehört einfach zusammen. Nicht nur weil es jetzt zum Kulturerbe deklariert worden ist, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht. Zahlreiche taurinos sind regelrecht in diese mundo de los toros hineingeboren und viele verdienen damit ihr Einkommen um ihre Familien zu ernähren. 2013 traten in 418 plaza de toros 342 matadores und rejoneadores mit ihren cuadrillas an. Eine durchaus erstaunliche Erkenntnis, die 41 plaza de toros der 2.categoría wurden von weniger aufgesucht als die 8 cosos der 1.categoría. Das lässt sich wohl auch damit erklären, dass plazas wie Las Ventas in Madrid mit 62 und Sevilla wie Valencia mit je 22 festejos taurinos eine gute Vorlage geben. Dagegen hatten zum Beispiel plaza de toros der 2.categoría, also von Provinzhauptstädten, wie Ávila, Segovia, Mérida gerade mal eine corrida organisieren können.
Als letztes werfen wir einen Blick auf die Gruppe der novilleros. Auch erscheinen zum Jahresende verschiedene Statistiken die aber eigentlich wenig über die wahrhaftige Wertigkeit eines novilleros aussagen. Da werden die Anzahl der corridas mit trofeos verknüpft und man kann vielleicht erahnen, ob es für den einen oder anderen torero eine gute temporada war oder nicht.
SfA geht diese Bewertung ein wenig anders an. Dabei ist es besonders interessant, wenn man die Zahlen der drei unterschiedlichen categorías der plaza de toros vergleicht. Die novilleros, die es verstehen vor grossem Publikum wie Las Ventas zu triumphieren, tuen sich in den kleineren plaza de toros der dritten Kategorie durchaus schwerer. Das liegt wohl auch darin, dass der Anspruch dieser kleineren Veranstaltungen mehr dem Vergnügen gewidmet zu sein scheint als der arte de torear.
In den nachfolgenden Listen werden lediglich novilleros genannt, die in diesem Jahr an mindestens sechs novillos gegenüberstanden. In Prozent wird die Wertigkeit der Trophäen wiedergeben, welche die novilleros in diesem Jahr mit ihren novillos erringen konnten. So hat man die Möglichkeit die Erfolgsquote der novilleros zu vergleichen und dementsprechend ein anderes Ranking zu erstellen.
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Beginnen wir mit der Königsklasse, also mit den plaza de torosder 1. categoría: Das sind Madrid, Sevilla, Valencia, Bilbao, Zaragoza und seit zwei Jahren auch Málaga. Und vor allem hier erkennt man die Krise. Fast kaum novilladas wurden organisiert, man gab den grossen figuras den Vorrang, besonders deswegen um Kosten abzudecken. So kam es, dass in den meisten plaza de toros es nicht mehr als eine novillada gab.
Sie gehören zu den wenigen die ein wenig in den grossen plazas überzeugen konnten: José Garrido, Brandom Campos und César Valencia.
von Philip de Málaga Doch noch keine Programme für Valencia
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Wie das Internetportal Burladero verkündete handelte es sich bei der Einstellung der carteles für Las Fallas 2014 um eine Art Aprilscherz im Dezember. Wie die empresa aus Valencia verkündete gäbe es definitiv noch keine Aufstellung welche toreros mit welchen toros antreten werden. Die Illusion von tausenden von aficionados wurde zerstört.
Immer zum Jahresende erscheinen verschiedene Statistiken die aber eigentlich wenig über die wahrhaftige Wertigkeit eines rejoneadores vermitteln. Da werden die Anzahl der rejoneos mit trofeos verknüpft und man kann vielleicht erahnen, ob es für den einen oder anderen rejoneador eine gute temporada war oder nicht.
SfA geht diese Bewertung ein wenig anders an. Dabei ist es besonders interessant, wenn man die Zahlen der drei unterschiedlichen categorías der plaza de toros vergleicht. Die rejoneadores, die es verstehen vor grossem Publikum wie Las Ventas zu triumphieren, tuen sich in den kleineren plaza de toros der dritten Kategorie durchaus schwerer. Das liegt wohl auch darin, dass der Anspruch dieser kleineren Veranstaltungen mehr dem Vergnügen gewidmet zu sein scheint als der arte de torear.
In den nachfolgenden Listen werden in Prozent die Wertigkeit der Trophäen wiedergeben, welche die rejoneadores in diesem Jahr mit ihren toros erringen konnten. So hat man die Möglichkeit die Erfolgsquote der rejoneadores zu vergleichen und dementsprechend ein anderes Ranking zu erstellen.
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Beginnen wir mit der Königsklasse, der Bundesliga unter dem toreo. Also mit den plaza de torosder 1. categoría: Das sind Madrid, Sevilla, Valencia, Bilbao, Zaragoza und seit zwei Jahren auch Málaga.
Die drei Besten unter den rejoneadores Diego Ventura, Pablo Hermosa de Mendoza und Andy Cartagena
Es folgt die zweite Kategorie, dabei handelt es sich um die 42 plaza de toros in den Provinzhauptstädten.
Sie waren vor allem in den Provinzhauptstädten erfolgreich: Leonardo Hernández, Diego Ventura und Andrés Romero
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Alle restlichen plaza de toros gehören zur 3. categoría. Besonders auffallend, das Publikum ist hier, wie bei den matadores recht spendabel mit der Vergabe von trofeos. Was nicht unbedingt für eine schlechtere Qualität stehen muss. Zum Beispiel die Real Maestranza de Ronda, ohne Frage einer der taurinischen Highlights, fast jedes Jahr ist auch nur eine plaza der 3. categoría.
Andrés Romero, Raul Martín Burgos und Diego Ventura
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Natürlich kann man auch alle drei categorías zusammenfassen. Dadurch entsteht aber ein leicht verfälschtes Bild. Denn nicht wenige rejoneadores denen es gelingt in dörflichen Gemeinden eine Menge trofeos zu sammeln, haben in den grossen plaza de toros vor einem fachkundigen Publikum kaum eine Chance.
Die drei Besten im Gesamtranking: Raúl Martín Burgos, Andrés Romero und Diego Ventura
Nur zwei rejoneadores haben in dieser temporada mehr als einhundert toros vor sich gehabt. Diego Ventura (105) und Pablo Hermoso de Mendoza (163). Der Durchschnitt bei den rejoneadores lag zwischen 40 und 50 toros.