Mittwoch, 19. Februar 2014

Encastes duras - Schwierige Stiere (1. Teil)

Über die Vorlieben der toreros und woher diese kommen
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von Colin Ernst
(Fotos: La Tauromaquia, mundotoro)



Als aficionado, der sich sehr für die Stierzucht interessiert, verfolge ich die Planungen der verschiedenen carteles für die grossen und kleinen ferias mit besonderem Interesse. Nicht nur welche toreros zusammen auftreten, sondern auch welchen ganaderías sie sich stellen. Seit ewigen Zeiten haben die toreros ihre Vorlieben, was in den letzten Jahren zu einer gewissen Eintönigkeit bei den corridas geführt hat. Oft sah man die gleichen toreros, mit den gleichen ganaderías beziehungsweise encastes. Viele aficionados haben dies beklagt und es scheint, das unsere Klagen etwas Gehör gefunden hat. Victorino Martin, sagte kürzlich in einem Interview, das sich eine "figura", ein Star torero sich jeder encaste stellen können muss (Siehe SfA TAUROZITAT: Wer zu den Grossen gehören möchte ...). 

Als einer der ersten toreros del arte – Künstlertoreros, hat Miguel Angel Perera sich bereit erklärt, zu San Isidro den sogenannten encastes duras entgegen zu treten. Den Victorinos und den Adolfos (Beide ganaderías führen das Blut der Albaserradas, was eine Kreuzung aus Santa Colomas und Saltillos ist). 

Der torero artista Miguel Ángel Perera will sich den toros duros stellen
Was aber hat es mit Vorlieben der toreros und den „duras“ auf sich? Beginnen wir mit den Vorlieben eines toreros. Jeder hat seinen Stil, seine eigene Art, den Stier zu zitieren, zu bewegen, an zu halten und zu dominieren. Mit dem einen Stier gelingt es quasi spielend, mit dem andern nur schwer, mit manchen gar nicht. In der Ausbildung zum torero, als novillero, beginnen sie mit Kälbern zu trainieren, später mit Kühen, nehmen an tentaderos teil. So lernen sie ihr Handwerk. Wie in allen Professionen, beginnt man mit den Vorlieben dort, wo man Erfolgserlebnisse hat. Hat man einmal mit einem Rind eine gute faena gezeigt, gibt es, neben dem Applaus auch die Sicherheit, beim nächsten res dieser ganaderías. Denn nun kennt der torero schon die Eigenart dieser Zucht. Er lernt in Laufe dieses praktischen Trainings viel über die Art, wie das Tier angreift, oder, wie zum Beispiel für einige Blutlinien charakteristisch, das nach oben stossen der Hörner, sobald sie die capa oder muleta vor den Augen haben. Andere ganaderías, anderes comportamiento. Man lernt, welche Züchtungen Schwächen in Vorder- oder Hinterbeinen haben, so das man lernt, die Schwächen oder auch die Stärken auszugleichen. 

Nun hat der torero, im Laufe der Lehrjahre, bestimmte ganaderías kennen und schätzen gelernt. Er hat vielleicht dem tentadero beigewohnt, in dem die zukünftige Mutterkuh geprüft wurde und ein paar Jahre später, steht er ihrem ersten Sohn gegenüber. Er wird sich an das Benehmen und die Qualitäten der Mutter dieses toros erinnern. Wahrscheinlich kennt er auch den semental, den Vater dieses Stieres. Nun, zu Beginn einer corrida, sucht er die Plus- und Minuspunkte der Eltern in dem Stier und kann so eine intelligente, künstlerisch wertvolle Arbeit aufbauen. Hat dieser torero mit dieser „Familiengeschichte“ Glück hat und triumphiert, dann wird er mit Sicherheit nicht Nein sagen, wenn er noch mal und noch mal gebeten wird, mit Exemplaren dieser ganaderías oder encaste anzutreten. In ihren Anfangszeiten, kümmert es die jungen toreros wenig, mit welchen Züchtern sie sich zeigen können, Hauptsache, sie können überhaupt auftreten. Erst viel später können sich es die toreros leisten, bestimmte ganaderías zu bevorzugen. Auf dem langen, steinigen Weg nach oben, haben sie auch viele Stiere kennen gelernt, die ihnen nicht behagten, sie sogar schwer verletzten. Auch dies behalten sie in ihrem Gedächtnis, die meisten, um aus ihren Fehlern zu lernen, andere, um solche Begegnungen in Zukunft zu vermeiden. Den Tag, an dem ein torero beinahe hilflos in einer plaza steht, weil der Stier nicht reagiert, wenn er sich nicht zur estocada aufstellen lässt, wenn er ständig den Kopf hoch trägt und, und, und,..., wird der torero nie vergessen. Das wiegt schwerer als eine cornada. 

Sabios, wie Enrique Ponce, von dem man sagt, ihn habe eine vaca geboren (natürlich im Scherz), haben nicht nur allen encastes gegenüber gestanden. Viel mehr. Jemand wie er, mit über 25 jähriger Erfahrung, kennt alle Vatertiere, Mutterkühe und deren Nachfahren, der verschiedenen ganaderías. Vom toro, den er mitunter indultiert hat, kennt er wahrscheinlich die ganze Ahnenreihe persönlich. Auch er hat seine Vorlieben, was aber für den maestro nicht heisst, dass er nicht mit anderen ganaderías antritt. Andere toreros riskieren das erst gar nicht.

Enrique Ponce, der sabio unter den maestros
Im Grunde ist das nicht anders, als wenn wir uns einen Hund zulegen. Der eine kann mit einem Jagdhund nichts anfangen, der andere kommt mit einem Hütehund nicht zurecht. Als Reiter bevorzuge ich Pferde mit viel Vollblut, viele meiner Kollegen lesen die Abstammungspapiere und steigen gar nicht erst auf. Aber warum sehen wir in manchen Dekaden so viel Einheitsbrei in den plazas? Das liegt zum Teil an der Ausbildung des Nachwuchses, dem geflüstert wird, das er mit dieser encaste nicht triumphieren kann. An den Star toreros, welche die Idole der novilleros sind und oft ihren eigenen Interessen gemäss, ihre Lieblingsganadería ordern. Und an den empresarios, die schon seit Jahren ihre Vorlieben haben. Das kann der Preis für die Tiere, oder aber auch der Erfolg an der taquilla sein, der ihn motiviert, in seiner feria eine bestimmte Blutlinie zu promovieren, mit toreros, von denen er annimmt, dass sie mit diesen am besten aussehen. Viele puertas grandes sind auch sein Gewinn.

Dienstag, 18. Februar 2014

Das erste Mal (2. Teil)

HINWEIS: Die blau-kursiven spanischen Fach-Begriffe
sind mit dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs verlinkt.

Wer das erste Mal einen Stierkampf besucht sollte gewisse Punkte bedenken

2. Teil: Vor dem Stierkampf
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von Philip de Málaga



Zeitig ankommen, lohnt sich

In Spanien beginnen zwei Dinge mit ziemlicher Pünktlichkeit. Die kirchlichen Messen und die corridas. Somit ist es empfehlenswert schon zeitig an der plaza de toros zu erscheinen. Und wer es sich einrichten kann sollte auch frühzeitig dort ankommen, allein schon deswegen um das einzigartige Ambiente ausserhalb der plaza geniessen zu können. Die anliegenden Restaurants, Bars und Cafeterías sind gefüllt mit aficionados, taurinos, welche sich voller Inbrunst der bevorstehenden corrida widmen. Da werden die letzten Auftritte der heutigen toreros analysiert, man tauscht sich über die ganaderías aus, man träumt von seinen Favoriten oder schimpft über Versager im ruedo. Man erinnert sich an grosse Momente in der tauromaquia, und die Erwartungen für diesen tarde de toros sind wie jedes Mal in der Regel recht hoch. Auch wenn unbekannte toreros antreten, oder welche, die vom Glück nicht gerade verfolgt werden, die Hoffnung unvergessliche Momente an diesem Nachmittag zu sehen zu bekommen manifestiert sich stets im Unterbewusstsein. Uns so trifft man sich im Vorfeld, erfreut sich dabei spanischer Delikatessen wie den Käse aus der La Mancha, Oliven aus Jaén oder den Serrano-Schinken und mit Bier, Sherry und Wein schmeckt gleich alles viel besser. Man ist nun vorbereitet, die toros können kommen.

Bei spanischen Delikatessen sich auf die corrida vorbereiten
Auch ein Blick auf das Publikum lohnt sich. Gerade in bekannten plaza de toros wie Madrid, Sevilla, Valencia und anderen zeigen sich Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Elegant gekleidet treten sie auf, bekennen sich als aficionados und man erkennt schnell, die toros sind ohne Frage ein gesellschaftliches Ereignis.

Vor den Toren der plaza selbst versuchen Wiederverkäufer ihre letzten entradas an den Mann zubringen. Offiziell dürfen sie dafür nicht mehr als zwanzig Prozent Aufschlag nehmen, aber gerade bei Touristen und wenn Startoreros antreten schnellen die Preise zügig in die Höhe.

Gelegentlich tummeln sich auch einige wenige antitaurinos im Umfeld der plaza und versuchen die Besucher von der corrida mit lauten Geschrei abzuhalten. Jedoch erreichen sie damit gar nichts, sind sie sowieso nur in einer bescheidenen Minderheit angetreten. Sie dürfen dieses nur mit behördlicher Genehmigung tun, und werden in der Regel durch Polizeieinheiten von den Besuchern der toros abgeschirmt. In Frankreich ist das Demonstrieren in der Nähe von plaza de toros per Gesetz verboten, da auch beim französischen Nachbarn die tauromaquia zum nationalen Kulturgut erklärt worden und somit zu schützen ist.

Es ist Zeit Platz zu nehmen

Es empfiehlt sich ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung seinen Platz aufzusuchen. Zum einen, um sich erst einmal umzuschauen und zum anderen, im Falle, sollte die corrida schon begonnen haben, gibt es plazas, welche die Besucher während der lidia des ersten toros nicht zu ihren Plätzen lassen, damit andere Zuschauer nicht gestört werden können.

Hat man erst einmal die entsprechende puerta gefunden und die plaza de toros betreten, sollte man sich erst einmal ein almohadilla besorgen, ein Sitzkissen, denn zwei Stunden oder auch länger auf den steinigen asientos in den tendidos zu sitzen könnten unbequem werden.  

Wenn man seinen Platz eingenommen hat sollte man sich die Zeit nehmen, sich zu orientieren. Wenn etwas bei den toros so ganz unspanisch scheint, so ist es die Pünktlichkeit. So sollte man als erstes die grosse runde Uhr auszumachen, an welcher sich der Zeitablauf der corrida richten wird. Diese befindet sich in der Regel ganz oben, unter- oder oberhalb des Daches der andanada, dem obersten Rang, auf der Seite der sol.

Richtet man nun seinen Blick, von der Uhr aus auf die entgegengesetzte Seite des ruedos entdeckt man auf dem Dach die spanische Flagge, gegebenenfalls begleitet von lokalen Wimpeln. Etwas weiter unten, im ersten Rang, dem grada findet sich der palco presidencial. Von dort aus leitet der presidente mit seinen zwei asesores artístico die gesamte Veranstaltung.

In einigen plaza de toros gibt es noch einen palco real. Eine Ehrenloge, welche ausschliesslich für das spanische Königshaus und seine Gäste reserviert ist. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass die Brüstung mit einem dunkelroten Samttuch verziert ist, worauf sich das königliche Wappen befindet. Ist kein Vertreter des Königshauses anwesend, bleibt der palco während der corrida leer.
Etwas weiter links oder rechts vom palco presidencial befindet sich auf den obersten Plätzen die banda taurina, also jene Musikkapelle, welche mit den berühmten paso dobles das festejo taurino begleiten wird. Laut dem reglamento taurino ist die banda taurina so weit weg wie möglich von den corrales zu platzieren, damit die dort wartenden toros durch die Lautstärke der Musik nicht gestört werden.

Kommen wir wieder zurück zur Seite mit der Uhr. Unterhalb von ihr befinden sich jeweils rechts und links ein Zugang zum ruedo. Bei dem kleineren Tor handelt es sich um das toril, wodurch der toro das ruedo betritt. Durch das andere grössere portal, der puerta grande betreten die Akteure mit einem paseillo das Geschehen.

Links: Toril wo der toro eintritt. Rechts: Puerta grande wo die Akteure eintreten
Werfen wir noch einen Blick ins ruedo. Dieser hat in der Regel einen Durchmesser zwischen 45 und 60 Metern. Er wird von einer barrera mit einer Höhe von 1.60 Metern umgeben. Auf dem Sand befinden sich zwei Kreise, meistens in weisser Farbe, manchmal auch in rot. Diese dienen vor allem dem tercio de varas, also jenem Drittel der picadores. Die äussere Linie kann der picador überschreiten, sollte er aber nicht. Die Innenlinie zu überqueren ist ihm dagegen vollkommen untersagt. Denn Innenbereich nennt man medios, und vor allem toros bravos verstehen es sich in dieser Zone zu beweisen.

- Fortsetzung folgt

© Philip de Málaga

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Die Serie für Neueinsteiger bei SfA:

Montag, 17. Februar 2014

Wer zu den Grossen gehören möchte . . .




mit Victorino Martin


"Wer zu den grossen Stars
 unter den Stierkämpfern gehören möchte, 
muss in der Lage sein, 
sich allen Stieren zu stellen."

Im Original heisst der Satz: "Quién quiera ser figura, que va a tener que matar toros de todos los encastes y demonstrar en la plaza su largura y capacidad para resolver los distintos problemas de cada sangre." Mit anderen Worten, ein matador sollte Ausdauer zeigen und gewissenhaft mit den verschieden Eigenschaften und Charakteren der verschiedenen toros umgehen. Der ganadero Victorino Martin spielt darauf an, dass einige der derzeitigen matadores relativ inflexibel mit den ganaderías umgehen, und sich nicht selten lediglich die leichteren "Designerstiere" aussuchen.

Vielmehr gehe es darum, sich seinem Beruf als matador zu stellen und der afición und überhaupt allen taurinos zu beweisen, dass das Tragen dieses Berufstitels auch gerechtfertigt sei. Und wieder ist dabei der Begriff der corridas duras gefallen, jene festejos taurinos wo sich die toreros mit viel Kenntnis, Erfahrung und Einfühlungsvermögen einem wahren Kampf, körperlich wie mental, zu stellen haben. Einige toreros scheinen aber gerade diese Art von festejos zu meiden. Aber keine Frage, natürlich gibt es sie auch, jene figuras, die sich schwierigen toros stellen, mehr noch, erst dann werden sie richtig gut, wie zum Beispiel der maestro aus Valencia, der matador Enrique Ponce.
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Quellennachweis:
Interview mit Victorino Martin
Aplausos, 16. Februar 2014

Sonntag, 16. Februar 2014

Wieder Stierkämpfe im mexikanischen Free-TV




von Philip de Málaga


Nach 14 Jahren Abstinenz wieder Stierkampf für alle in México
Auch in Europa via Internet oder Satellit zu sehen
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Die letzte corrida im freien mexikanischen Fernsehen gab es am 15. Januar 2000. Dort verabschiedete sich der mexikanische matador de toros David Silveti für eine Zeit lang von den corridas. Von da an war es nur noch einem zahlendem Publikum vorenthalten die festejos taurinos im Pay-Tv zu verfolgen.


Es sollte weit über 5.000 Tage dauern, bis nun endlich wieder heute an diesem Sonntag eine corrida im mittlerweile privaten Fernsehsender Azteca TV um 14:30 Uhr Ortszeit zeitversetzt zu sehen sein wird. In Europa hat man die Möglichkeit diese corrida ebenfalls um 21:30 Uhr via Proyecto 40 (http://www.proyecto40.com) oder über Satellit anzuschauen.


Antreten werden die matadores de toros El Juli, Joselito Adame und der rejoneador Alejandro Zendejas. Die toros kommen von der ganadería Fernando de la Mora. Kommentiert wird diese Übertragung von den beiden Starmoderatoren Juan Antonio Hernández und Luis Niño de Rivera, welche auch durch das populäre Magazin México Bravo führen.

Samstag, 15. Februar 2014

Picasso in Zaragoza




von Philip de Málaga


In Zaragoza gibt es 79 Werke von Pablo Picasso zum Thema toros zu sehen
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Die überdachte plaza de toros von Zaragoza bietet Platz für 11.200 Zuschauer.
Im Oktober eines jeden Jahres findet dort eine der letzten grossen ferias taurinas statt.
Zum Anlass des 250-jährigen Bestehens der plaza de toros der nordspanischen Stadt Zaragoza (Aragon), La Misercordia, werden verschiedene Kunstwerke von Pablo Picasso  gezeigt. Zu sehen sind neben einigen Keramikgefässen und illustrierten Büchern vor allem seine Stiche der Serien "La Tauromaquia o Arte de Torear de Pepe Hillo" sowie "La Tauromaquia".


Pablo Picasso begegnete schon in seinen jungen Jahren der mundo de los toros. Sein Vater nahm ihn zeitig mit in die Malagueta um sich corridas anzuschauen. Fasziniert von der Begegnung mit den toros, von dem was er dort geboten bekam zeichnete er schon mit nur acht Jahren sein erstes taurinisches Kunstwerk: El zurdo.

Vom Kreistag in Zaragoza organisiert, ist die Ausstellung Arte y Arena mit ihren 79 Werken des Künstlers aus Málaga bis zum 4. Mai 2014 im Palacio de Sástago zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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Siehe auch:
Der kleine Picasso und die Stiere, SfA-Reportage vom 17. April 2013
Die Stier in Picassos Lebenswerk, SfA-Reportage vom 18. April 2013
Der Stier im Mittelpunkt der internationalen Kunstszene, SfA-TAURONEWS vom 8. Juni 2013
Der Inbegriff der Tauromachie, SfA-TAURONEWS vom 11. November 2013

Freitag, 14. Februar 2014

La Montera

Über die Kopfbedeckung der toreros
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von Colin Ernst
(Fotos: La Tauromaquia, mundotoro)


Vor einiger Zeit las ich in einem Interview mit Jose Maria Manzanares, das er das toreo revolutionieren will. Dies brachte mich dazu, einmal nachzuforschen, welche grossen Veränderungen es überhaupt in der Geschichte der tauromaquia gab. 

Zunächst ist natürlich die Verlagerung vom „Sport für die Herrschaften“ zur offiziellen Veranstaltung zu verzeichnen. Vom toreo zu Pferde, ging es zum toreo “a pie“, zu Fuß. Dann erfolgte die Reglementierung, Man gab der corrida eine klare Gliederung und Regeln, der peto für die Pferde war einer der neusten Fortschritte. Schaut man sich alte Gemälde an, kommt man nicht umhin, sich auch mit der Bekleidung der Akteure zu befassen. Im Wandel der Zeit, der finanziellen Möglichkeiten, der technischen Neuerungen, die in den Jahrhunderten stattfand, lässt sich ein gewisser modischer Einfluss, gemäß der Zeiten nicht verleugnen. Zwischenzeitlich wurden der modischen Entfaltung von den plazas sogar Riegel vorgeschoben, in Sevilla durfte man zeitweise nur mit einem strohfarbenen Kostüm auftreten. Die trajes de luces, sind auch heute noch Handarbeit, aber im Laufe der Jahre haben sich die Stoffe, die Steinchen, Perlen, Plättchen und Kordeln im Material gewandelt. Waren die Jacken früher, ähnlich wie man es heute von den corridas goyescas kennt, geschnitten, lang tailliert, sind die späteren jaquetillas kurz, bis zur untersten Rippe.

Auch die Tradition, eine montera zu tragen entwickelte sich später. Früher wurden Haarnetze getragen, die auch den traditionellen Zopf (coleta) der toreros, optisch ersetzten. Fransisco Montes, „Paquiro“ ( Chiclana de Frontera, 1805 -1850) führte als erster die montera ein und fügte der trajes de luces auch einige neue Details zu. Sie hatte zu Anfang, wie auf Bildern zu sehen, eine etwas andere Form, als die heutigen. Auch ihr Gebrauch ist seit dieser Zeit vorgeschrieben. Im paseillo nimmt ein Debütant der plaza die montera ab, der schon mal dort aufgetretene torero behält sie auf. Die montera behält man im tercio de varas und beim Setzen der banderillas auf.

Vor dem dritten tercio grüßt der torero, die montera zum Präsidenten zeigend und somit um Erlaubnis für den Beginn des letzten tercios. Er kann dann auch jemanden im Publikum grüssen und ihm den Stier widmen kann (brindis). Dann wirft der torero diesem die Kopfbedeckung zu.

Morante de la Puebla widmet den toro dem matador Fran Rivera Ordoñez

Grüßt er das Publikum, so geschieht dieses von der Mitte des ruedos aus und er wirft die montera über die Schulter in den Sand. Es heisst, das es Glück bringt, wenn sie mit der offenen Seite, im Sand landet. Publikum wie torero sind da oft etwas abergläubisch. Landet der Hut mit „boca arriba“, also zum Himmel hin offen, kann man hören wie ein erschreckter Laut von den tendidos kommt. Viele toreros haben Bilder von Heiligen im Inneren ihrer montera am Rand angebracht, fast alle sind sehr gläubig.

Früher, wie auch heute fertigte man die Kopfbedeckung per Hand an. Sie ist, von vorne gesehen 30 Zentimeter lang, 20 Zentimeter breit, 12 Zentimeter hoch und wiegt 500 Gramm. Der torero lässt sie in einer speziellen Hutschachtel transportierten. Die montera ist weich, nicht wie ein Helm, als Schutz gedacht, sondern eher als ein sombrero, also ein Hut, der zu dieser trajes de luces gehört. Ich hoffe einmal eine sastrería, eine Schneiderei besuchen zu können, um noch mehr über die Kultur der trajes zu erfahren. Aber eines weiss ich, diese Tracht wiegt einiges und in den Sommermonaten, bei 40 Grad, ist es wie eine Sauna. Aber auch dies nehmen die toreros in Kauf, im Gedenken an ihre Traditionen, Respekt vor den aficionados, denen sie den Tribut zollen.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Ein grosses Privileg





mit Morante de la Puebla


Ohne Frage gehört Morante zu den gegenwärtigen ganz grossen figuras. Am Sonntag den 15. Juni diesen Jahres tritt er zusammen mit einer der grossen figuras der vergangenen Jahre an. Mit dem maestro aus Madrid, José Miguel Arroyo "Joselito" welcher nach zehn Jahren Abwesenheit wieder die Bühne der tauromaquia im französischem ruedo von Istres betritt. Für den matador de toros Morante de la Puebla ist es ein besonderes Ereignis an dieser reaparición ebenfalls teilnehmen zu können. So erzählte er gestern dem Portal mundotoro:

Morante de la Puebla
"Für mich ist es ein Privileg zusammen mit dieser grossen figura das cartel seiner reaparición zu teilen. Für das toreo ist diese reaparición ein grosses Glück, zwar scheint es eher nur flüchtig, aber wir wissen noch nicht wo es hinführen kann. Aber den maestro wieder von neuem im traje de luces zu sehen bereitet vielen auch eine gewisse Unruhe, vor allem in finanziellen Aspekten. Und so glaube ich aufrichtig, dass gerade in jener Zeit in der wir leben, ist es für alle welche die toros ein Vergnügen bereiten, eine sehr positive Nachricht, denn nicht immer betritt eine klassische Figur wie er erneut die Bühne, mit einem Ruf den er schon immer hatte."

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Siehe auch:
Joselito in Istres, SfA-TAURONEWS von Colin Ernst vom 1. Februar 2014
Joselito betritt wieder die Bühne, SfA-Reportage von Philip de Málaga vom 1. Februar 2014

Dienstag, 11. Februar 2014

Was aber ist die Wahrheit des Stierkampfs?




von Paul Ingendaay

Geboren 1961 in Köln lebt der Schriftsteller seit 1998 als Kulturkorrespondent in der spanischen Hauptstadt Madrid. Auffallend sein Einfühlungsvermögen für die spanische Lebens- und Sichtweise, wobei er sich auch dem Thema der toros stellt. In kaum einem deutschsprachigen Medium wird dermassen neutral und auch sachkundig über die mundo de los toros berichtet, die Informationen kommen meisten von erster Hand, wie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Dank Paul Ingendaay.

"Als ich zum ersten Mal in der Arena sass, 
fragte ich mich keine Sekunde, ob es wohl gruselig werde; 
das also schien die Wahrheit nicht zu sein. 
Eher freute ich mich an der Atmosphäre, 
der Farbe des Sandes, den Details, 
die man viel genauer sieht als am Fernsehbildschirm, 
dem körperlich spürbaren Risiko, 
das die Matadore eingehen 
und das sie mit ihren Fähigkeiten 
und ihrer Reaktionsschnelligkeit 
berechenbar zu machen suchen.

Ich empfinde instinktive Achtung 
vor dem Schachspiel und dem Stierkampf."

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Quellennachweis:


Paul Ingendaay, Gebrauchsanweisung für Spanien
Piper Verlag GmbH, München, 2002

Montag, 10. Februar 2014

La suerte de Tancredo


von Philip de Málaga

Colin Ernst hat über diese suerte in ihrer Reportage "Mestelrich und die Route des Todes berichtet". Was sich mit diesem Manöver verbindet, welches gelegentlich mal verboten worden ist, SfA hat ein wenig recherchiert.
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Don Tancredo
Tancredo López Martín wurde am 29. Juni 1862 im Vorort Grao von Valencia geboren. Sein erstes Handwerk welches er erlernte war der eines Schusters. Doch die Arbeit füllte ihn  nicht aus und er beschloss Mauerer zu werden. Auch hier erfüllte das Übereinanderlegen von Backsteinen nicht unbedingt seine tiefsten Sehnsüchte. Und so wendete er sich einer völlig neuen Welt zu, der arte del toreo. Dort versuchte er sich vorerst als banderillero ohne sich gerade mit Ruhm zu bekleckern. Auf kleinsten improvisierten plazas in unbedeutenden Gegenden übte er sich mit vaquillas. Und mit der zeit gelang es ihm seinen Mut unter beweis zu stellen und seine Gelassenheit deutete an, dass er sehr wohl einiges erreichen könnte.

Doch mit den toros wollte es in Spanien nicht so richtig gelingen. So ging er nach Amerika, wo er unter anderem in Kuba antrat. Dort lernte er den mexikanischen torero José María Vázquez "Orizabeño" kennen, dem eigentlichen Erfinder der suerte de Tancredo. Zu jener Zeit hiess dieses Manöver noch suerte de cajón. Der torero aus Valencia war begeistert und gab nicht auf diese zu kopieren, obwohl Orizabeño bei einem toro mit gleich drei cornadas holte ums Leben kam.

Tancredo arbeitete hart an sich. An Disziplin, Mut und Ausdauer. Und so kleidete er sich in einem hellen Anzug und postierte sich in der Mitte des ruedos auf einen halben Meter hohen weissen Kasten und verschloss seine Arme um den matador de toros Pepe Hillo (1754 - 1801) zu imitieren. Die banderilleros wurden angewiesen das ruedo zu verlassen und sich bewegungslos im callejón aufzuhalten. Auch das Publikum wurde gebeten sich in silencio zu hüllen. Man konnte eine Stecknadel fallen hören.

Das toril ging auf, der toro preschte heraus, galoppierte diagonal durchs ruedo, knapp vorbei an Tancredo der auf seinem Sockel wie ein Denkmal verweilte. Immer wieder umrundete das res die menschliche Säule, ohne sie anzugreifen, doch stets ziemlich nah an ihm vorbei, was ein leichtes Raunen dem Publikum entlockte. Obwohl der toro gelegentlich andeutete, den lebenden wie unbeweglichen Sockel anzugreifen liess er in letzter Sekunde davon ab. Atemlos folgten die Zuschauer dem Spektakel. Nach einer gewissen Zeit zog sich Tancredo zurück und das Tier wurde der Arbeit der cuadrilla mit ihrem matador überlassen.

Die suerte de Tancredo
Ein neues Manöver wurde geschaffen und der maestro erhielt seinen Namen: Rey del Valor, der König des Mutes. Am 19. November 1899 trat er wieder in Spanien an, in Valencia. Mit den toros der ganadería Flores gelang es ihm auch hier zu triumphieren. Einen Monat später, am 30. Dezember 1899 überzeugt er das Publikum in Madrid. Von da hielt ihn nichts mehr aufhalten und alle grossen plaza de toros wie Zaragoza, Barcelona, Sevilla oder Málaga nahmen ihn unter Vertrag.

Bewegungslos auf dem Podest, das Geheimnis einer suerte de Tancredo
Seine erste cogida hatte Tancredo kurioserweise nicht einmal im ruedo, sondern in den corrales, wo er sich den toros mit einer weissen muleta blanca stellte. Aber ausser durch die Luft gewirbelt blieb er unverletzt.

Auch wenn er den toro nicht sieht, muss er bewegungslos verharren.
Weil Tancredo so erfolgreich war, versuchten ihn zahlreiche toreros zu imitieren, mit dem Ergebnis, dass sie fast alle in der enfermería landeten. Es fehlte einfach an dem Mut der Unbeweglichkeit. So wurde die suerte de Tancredo von der Regierung unter Juan de la Cierva 1908 verboten. Zwar wurde dieses Verbot nach einer gewissen Zeit wieder aufgehoben, doch jene suerte erlangte nie wieder die Popularität wie jenes eines Tancredos.

Obwohl auch spanische Philosophen wie José Ortega y Gasset ihm gedachten, Tancredo López Martín starb einsam und vergessen 1923 in einem Hospital in Valencia. Nach seinem Tod versuchten sich noch andere an seiner suerte, vor allem jene erfolglosen toreros welche auf der Suche des Triumphes waren, wie El Cojo Bonifa, Manuel Álvarez, El Arrongatito, El Fideísta und andere. Aber auch Frauen führten die suerte de Tancredo vor, unter anderem seine Ehefrau María Alcaraz welche unter dem Namen Doña Tancreda als Königen des Mutes antrat. 

LINKS: Don Tancredo mit Doña Tancreda, RECHTS: Doña Tancreda

Sonntag, 9. Februar 2014

Mestelrich und die Route des Todes

Ein Fahrrad, ein Seil . . . und ein Stier
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von Colin Ernst 


Eine der verrücktesten Geschichten, die ich je im Zusammenhang mit der Welt der Stiere zu hören bekam, nahm ihren Anfang in Mallorca. Ein junger Mann, Träumer, Abenteurer, Sportler und Perfektionist, hatte Jahre an seiner Idee gearbeitet, die ihn in aller Welt berühmt machen sollte. Miguel Estelrich Perelló, geboren in Santa Margarita, auf Mallorca, war Akrobat, Artist mit dem Fahrrad. In den schwierigen Nachkriegsjahren, suchten viele Menschen ihr Glück im Wagemut. Die einen stellten sich den Stieren gegenüber, Estelrich arbeitete an einem Hochseilakt, ohne Sicherung. Vier lange Jahre tüftelte er an der Möglichkeit, eine plaza de toros, von Turm zu Turm, auf einem Seil, mit dem Fahrrad zu überqueren. Die Idee kam wohl nicht von Ungefähr, denn sein Freund Eduardo Pages war Manager der plaza de toros von Palma de Mallorca. Miguels lebensgefährlicher Akt, "Ruta de la muerte" (Todesweg), den er unter dem Künstlernamen "Mestelrich", war zu damaligen Zeiten, im Jahr 1947 etwas Sensationelles, nie da gewesenes. 

Über das ruedo einer plaza de toros
Einmal liess er ein kleines Trapez in der plaza aufbauen. Dort verharrte er, auf seinem Fahrrad sitzend, während der Stier in der Arena war. Der toro griff ihn nicht an, denn ein toro reagiert nicht auf unbewegliche Gegenstände. Natürlich gab es Schwierigkeiten, von den Verantwortlichen die Genehmigungen zu solch gewagten Schauspielen zu bekommen, aber er bekam sie. Diese Nummer nannte man "Suerte del Don Tancredo", etwas ganz Neues. Der Artist auf dem Trapez, während der Stier um ihn herum sauste. Miguel bekam daraufhin viele Angebote, unter anderem zu einem Musical taurino, in allen plazas Spaniens. Allerdings lernte er auch, das einige Stiere die Unbeweglichkeit nicht respektierten und wurde, ohne Konsequenzen auch schon mal auf die Hörner genommen. Aber schnell entwickelte "Mestelrich" neue Ideen, was man mit Stier und Fahrrad alles anfangen kann. Rejoneo zu Rade, war eine davon, welche allerdings mit einem Desaster endete. Statt den rejón zu setzen, musste er auf dem Rad flüchten, was er allerdings sehr geschickt machte, bis die cuadrilla den quite ausführte. 

La Suerte de Don Tancredo
Der empresario Pages, der sah mit welch wagemutigem Jungen er es zu tun hatte, gab ihm die Chance, den Hochseilakt in der plaza von Palma de Mallorca durch zu führen. Das Debüt, eine plaza in der Luft zu überqueren, während unten ein toro auf ihn wartete, fand am 16.August 1947 in der überfüllten plaza de toros von Palma statt. Nun ging es steil bergauf. Es wurde gefilmt, Mestelrich hatte Verträge mit führenden plazas in Spanien und Portugal. Später führte ihn sein Traum, etwas Unvergleichliches zu tun, um die ganze Welt: Frankreich, Deutschland, Schweiz, England, Venezuela, Colombia, Peru, Panama, USA, Ägypten, Syrien. Insgesamt 54 Länder hat der Hochseilkünstler und beinahe torero mit seinem Schauspiel bereist, zu damaligen Zeiten mehr als ein Rekord!

Hier ein Video, welches in der ersten Minute Mestelrichs Auftritt in Palma de Mallorca zeigt:


Samstag, 8. Februar 2014

Über den Osborne der kein Stier sein darf

Er ist wohl der bekannteste toro in Spanien
und gehört trotzdem nicht zur mundo de los toros

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von Philip de Málaga

Von weitem kann man ihn schon erkennen. Da steht er oben auf den Hügeln der hispanischen Halbinsel, bewegungslos schaut einen an, und jeder der ihn sieht denkt sich, ja, das ist Spanien, dass ist sein Markenzeichen. Der toro bravo. Jener toro der speziell für die corridas, für die festejos taurinos, im englischen Sprachgebrauch nennen sie es bullfight, wir Deutschen haben daraus den Stierkampf abgeleitet, aufwendig auf den über 1.100 ganderías gezüchtet wird. 

Egal zu welcher Jahreszeit, er ist immer zu sehen. (Foto: mundotoro)
Eine besseres Werbeemblem kann es kaum geben. Es sich mittlerweile auch auf spanischen Flaggen und anderen touristischen Artikel wieder. Einen Schönheitsfehler hat die Angelegenheit doch.

Damals im Jahr 1956 gelang es der Werbeagentur Sahuquillo für den bekannten Getränkehersteller aus El Puerto de Santamaría (Andalusien) ein Werbesymbol zu entwerfen, welches man heute weltweit mit dem Namen Osborne verbindet. Den Toro de Osborne. Und so trat der toro bravo aus Andalusien eine marketingtechnische Weltreise an. Denn fast alle Produkte von Osborne wurden mit diesem neuen Logo des spanischen Stieres versehen.

Bei so einer genialen Marketingidee ist es doch naheliegend, mit diesem so einprägsamen Symbol auch für andere Produkte zu werben. Und sie gingen weiter, denn mit einem solchen erfolgreichen Logo könnte man doch auch für andere Produkte werben. Gesagt getan, der erste eigene Shop mit Souvenirs, Getränken, sogar Kleidungen und Schmuck öffnete in El Puerto de Santa María. Es folgten Madrid, Salamanca, Burgos, Málaga, Valencia und Toledo. Mittlerweile wird es als Franchise angeboten. Und den Touristen scheint es zu gefallen, denn was verbindet schon Spanien mehr als der toro. 

Obwohl die Grupo Osborne mit dem toro bravo als Emblem eine Menge Geld verdient und den toro so auch in die Welt hinausträgt, ist der Sektor ganadero eher unzufrieden mit dem südandalusischen Unternehmen. Denn dieser erfolgreichen Marke scheint es offenbar am notwendigen Interesse für die mundo de los toros zu fehlen. Immerhin stammt ihr Emblem aus dieser Welt taurino. Die ganaderos sind enttäuscht. Osborne setzte sich so gar nicht für die toros ein. Immerhin verbirgt sich hinter dem spanischen toro die pure Identifikation mit Spanien, den spanischen dehesas, der spanischen Mentalität und eines einzigartigen Schauspiels, welches jüngst zum Kulturgut erklärt worden ist. Im Hause Osborne sieht man dieses ein wenig anders. Zwar fühle man sich als authentische Spanier mit spanischem sangre, aber man habe die Welt im Auge. Die meisten ihrer Kunden wissen nichts über die toros und viele Gegner gehören auch zum Kundenkreis. Somit will man einem Disput aus dem Wege gehen, meint, den antitaurinos keine Angriffsfläche zu geben. Eigentlich einleuchtend.

Viele kleine toros die keine toros sein sollen oder dürfen.