Donnerstag, 9. Oktober 2014

Lichteranzüge für Alle

Über den Erwerb von Artikeln aus der Stierkampfszene
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von Philip de Málaga

In der letzten Woche erhielt SfA eine Anfrage eines Lesers, ob man als Privatmann auch die Möglichkeit hat an Accessoires aus der mundo de los toros zu kommen. Selbstverständlich ist das kein Problem. Ob eine muleta mit espada, banderillas oder eine capa, dafür gibt es spezielle Geschäfte in Madrid und Sevilla. Nun kommt nicht ein jeder dorthin, aber man hat auch die Möglichkeit in Onlineshops diese taurinischen Produkte zu erwerben. Ob neu oder aus zweiter Hand, sogar massgeschneiderte traje de luces werden angeboten. So findet man beispielsweise solch ein Produktangebot bei Aplausos unter Tutiendataurina.


Auch das Internetportal mundotoro verfügt über eine Online Boutique: Tiendatoro:


Da stellt sich natürlich die Frage, was macht jemand, der sich selbst, aus welchem Grund auch immer, nicht den toros oder novillos, nicht mal einer becerra gegenüberstellt, mit solchen Artikeln? Der Gedanke zu Dekorationszwecken ist wohl hier der naheliegensde. Das der traje de luces ohne eine corrida wenig Sinn macht scheint nur verständlich. Und trotzdem wirbt das Portal von Aplausos mit dem Slogan: "Keiner sollte die Möglichkeit versäumen sich einmal in seinem Leben in eine traje de luces zu kleiden". Jedem das Seine.

Was jedoch die capa oder die muleta anbetrifft, dafür gibt es sehr wohl einen Verwendungszweck. Denn jene Utensilien kann man auch ohne die reses verwenden, also die Manöver der toreros eben ohne toros durchzuführen. Verónicas oder naturales ohne sich den Gefahren der gefährlichen cuernos auszusetzen. Im Spanischen nennt sich das toreo de salón. Ob auf der eigene Terrasse oder mit Freunden in öffentlichen Gartenanlagen, alles kein Problem. Und in den escuelas taurinos, gehört es zum Alltag. Meistens aber in einer echten plaza de toros und vor allem mit dem Ziel und der Hoffnung bald selbst den Weg zu einem matador de toros antreten zu können.


Was die aficionados des toreo de salón anbetrifft, so hilft es ihnen selbst ein wenig mehr die Arbeit der toreros nachvollziehen zu können. Da wird nicht einfach nur mit einem Tuch gewedelt, sondern dahinter verbirgt sich angelerntes Können. Verbunden mit jahrelanger Übung. Und wie schwer das ist, hat Colin Ernst hier bei SfA schon in zahlreichen Reportagen beschrieben.

Und wir erinnern uns an Zweiteiler von Dominik Sachsenheimers Reise nach México, wo er dann mit grösstem psychischem Aufwand dem Tier gegenübersteht und die Faktoren über die Kontrolle der Angst und der eigene Mut in den Vordergrund rücken.

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Siehe auch:

Viva México (1.Teil): SfA-Reportage von Dominik Sachsenheimer vom 24. März 2013
Viva México (2.Teil): SfA-Reportage von Dominik Sachsenheimer vom 25. März 2013
Sanlúcar (7.Teil): SfA-Reportage von Colin Ernst vom 30. März 2014

Mittwoch, 8. Oktober 2014

In einem Dorf bei Valencia wird Geschichte geschrieben





von Philip de Málaga


Die kleine Gemeinde Foios zelebriert die erste corrida in ihrer Geschichte
Wenn die afición die Sache selber in die Hand nimmt
Der zweite Auftritt von Vicente Ruiz "El Soro"
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Die knapp 7.000 Seelengemeinde Foios in der Provinz Valencia veranstaltet am 30. November diesen Jahres ihre erste corrida. Nicht nur eine bescheidene corrida sondern eine corrida de toros in Kombination mit einer alternativa. Und zwei bekannte maestros begleiten den Neuling, den novillero Rafael de Foios, zu seinem taurinischen Ritterschlag zum matador de toros: Der ebenfalls aus Foios stammende Vicente Ruiz "El Soro" (sein zweiter Auftritt in diesem Jahr, nach seiner spektakulären reaparición) ) und Vicente Barrera aus Valencia.

Der padrino Vicente Ruiz "El Soro" und der testigo Vicente Barrera
Das Erstaunliche wie Historische bei dieser corrida ist, dass in diesem Dorf dass erste Mal ein festival taurino in deren Geschichte organisiert und ausführt. Normalerweise ist es ja so gehalten, dass lediglich Ortschaften mit einer taurinischen Tradition solche Veranstaltung ausführen dürfen. Meint, es hätte hier schon festejos taurinos geben müssen, was aber nicht der Fall ist. Dementsprechend verfügt Foios nicht über eine eigene plaza de toros und eine plaza portátil muss für die Festlichkeiten herhalten.

Dass es trotzdem diese corrida histórica organisiert begründet sich vor allem in zwei Punkten: Zum einen kommen aus Foios mittlerweile schon drei matadores de toros: Die maestros Tomas Jiménez, Vicente Ruiz "El Soro" und Antonio Ruiz "Soro II". Hinzu kommen der picador Jaime Ruiz Soro und der banderillero Raúl Martí. Mit Rafael de Foios kommt der vierte matador de toros, bzw. der sechste torero hinzu. Der zweite Grund reflektiert sich in der starken afición dieser kleinen Gemeinde. So gibt es einen Club Taurino de Foios, welcher zusätzlich für diese corrida histórica ein entsprechendes Rahmenprogramm zusammengestellt hat:
Für diese Veranstaltungen wird in Foios extra eine plaza portátil errichtet.
Diese Semana Cultural endet mit einem Dinner für alle Beteiligten. Zu verdanken ist diese mini feria vor allem dem Einsatz der afición aus Foios.


Dienstag, 7. Oktober 2014

Auch die Sozialisten sprechen sich für die Tauromachie aus




von Pedro Sánchez


Auch der Generalsekretär der Sozialistischen Arbeiter Partei in Spanien (PSOE) Pedro Sánchez bezog im Europäischem Forum am vergangenen Donnerstag eindeutig Stellung zur mundo de los toros:


"Die sozialistische Partei ist jene Partei, welche sich am meisten für den Tierschutz einsetzt."


"Wir sind grundsätzlich nicht gegen festejos populares mit Tieren wie zum Beispiel dem Toro de la Vega. Sehr sind wir aber gegen die Misshandlung von Tieren. 
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Meiner Meinung nach ist die tauromaquia Kultur! 

Pedro Sánchez
Generalsekretär der PSOE
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Und ich bin gegen jene Debatten, welche versuchen verschiedene Dinge einfach unter ein Dach zu kehren, was zu einer Irreführung der öffentlichen Meinung führt. Von meinem persönlichen Standpunkt aus, wird man mich nie bei einer corrida de toros sehen, denn ich teile diese Kultur nicht, aber ich respektiere diese Kultur."

"Was jedoch die Eindrücke des Toro de la Vega anbetrifft, er gehört eigentlich nicht mehr in ein Spanien des 21. Jahrhunderts, und man kann ihn nicht mit Tradition rechtfertigen. Auch Traditionen kann man anpassen, und diese ist eine davon."
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Quellennachweis:
ABC vom  2. 10. 2014

Montag, 6. Oktober 2014

Die Corrida als ein Abbild des Lebens




von Rainer Bischof


"Das Umgehen mit den Stieren muss immer von Liebe zu
den Stieren, also dass was wir als afición bezeichnet haben, von eben pundonor, Ehre, Kenntnis und Kunstfertigkeit gekennzeichnet werden. Das Töten des Stieres ist nicht als Auslöschen oder Vernichten zu erklären, weil es eben immer im Gedankenmoment und in der geistigen Verpflichtung der Opferung steht. Die Opferung steht in gänzlich anderer Tradition als ein "leeres" Töten. In diesem Zusammenhang darf man aber einen Aspekt nie vergessen: Dass die corrida in ihrem Ablauf ein Abbild des Lebens darstellt."


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Quellennachweis:
Werner Bischof, Heilige Hochzeit, Kapitel XI
Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimar, 2006

Sonntag, 5. Oktober 2014

Über die Einsamkeit eines Toreros





von Philip de Málaga

Fotoausstellung in Antequera (Málaga)
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Wer diese Tage in der andalusischen Provinz Málaga verbringt, hat die Möglichkeit im Hospital Comarcal de Antequera eine Ausstellung mit taurinischen Motiven zu besuchen. Der Fotograf Paco Hurtado stellt dort in der Galerie "Espacio para el Arte" (Raum für die Kunst) seine Fotoserie "Toro y Hombre" (Stier und Mensch) aus. Dabei hält er die intimen Momente der toreos fest. Seien es die Bewegungen der toreros, Details der traje de luces oder einfache Gesten. "Kunst und Leidenschaft, Schmerz und Meinungsverschiedenheiten, Klagen und Ehrgefühle, Blumen im ruedo und Tränen im Herzen ... aber immer der Mensch und seine Einsamkeit", so beschreibt der Photograph selbst seine Werke.


Samstag, 4. Oktober 2014

Picasso lachte über Hemingway

In Südfrankreich amüsiert sich der Spanier Picasso
über den amerikanischen Stierkampfkenner Hemingway
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von Philip de Málaga


Wir schreiben das Jahr 1959. Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway reiste nach Spanien um für das Magazin Life über die temporada taurina zu berichten. Dabei verschlug es in auch in den Süden Frankreichs, um seine beiden Favoriten den matador de toros Luis Miguel Dominguín zu begleiten. 

Bei einer corrida de toros in Nîmes begleitete der britische Kunstkritiker Sir John Richardson den spanischen Künstler Pablo Picasso und beobachteten Ernest Hemingway, welcher direkt vor ihnen im callejón stand. Nach dem paseillo, also dem Einmarsch der toreros ins ruedo war es in Frankreich üblich die Nationalhymne zu spielen. Auch wenn man üblicherweise dazu aufstand, sahen es die Franzosen in den tendidos etwas lockerer und blieben sitzen. 

Pablo Picasso, Ernest Hemingway und Sir John Richardson
Da beobachteten Richardson und Picasso, wie Hemingway in ziemlich aufrechter Haltung im callejón Stellung bezog und mit dem rechten Arm salutierte. Als er merkte, dass keiner der Marseillaise den nötigen Respekt entgegenbrachte, bzw, sich in eine entsprechende Haltung begab, geschweige denn salutierte, tat er so, als ob er sich lediglich die Stirn abwischen wollte und liess seine Hand unauffällig in seiner Tasche verschwinden. Der spanische Künstler und der Sir sahen dass von ihren Plätzen aus und mussten schallend lachen. Picasso musste dabei besonders herzhaft gelacht haben, konnte er doch Hemingway nicht besonders leiden.

Freitag, 3. Oktober 2014

Das spanische Königspaar spricht sich für den Stierkampf aus





von Philip de Málaga


König Felipe VI von Spanien bekräftigt die Tauromachie
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Felipe VI de España mit einem Gruss an die tauromaquia.
Bei der Eröffnungsrede zur feria von Zafra (BadajozExtremadura) durch den spanischen König Felipe VI de España liess er keinen Zweifel daran, dass das Königspaar ebenfalls hinter der mundo de los toros stehe. Zwar wird von verschiedenen Organisationen der antitaurinos gerne das Gegenteil behauptet, aber es entspricht einfach nicht der Wahrheit. 

Zwar nicht so oft wie sein Vater, der ehemalige König von Spanien, Juan Carlos I. oder seine Grossmutter, aber immer wieder zeigten sich die damaligen Prinzen Felipe und seine Frau Letizia bei einer corrida de toros. Vorzugsweise nicht im palco real sondern direkt an der barrera. Nur wer zu der tauromaquia steht, wer über ein bestimmtes Wissen über die toros verfügt, sucht auch die Nähe zur lidia im ruedo. Und im Foto links kann man wohl gut erkennen, das das Königspaar von der Anwesenheit bei einer corrida de toros nicht gerade unbegeistert wirkt. Und es versteht sich von selbst, dass nicht wenige matadores den Tod des toros dem aktuellen Königspaar widmen.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Wenn Städten das Geld ausgeht

Auch Fuengirola leidet unter der Krise
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von Philip de Málaga



Die feria von Fuengirola in der Provinz Málaga gilt als die letzte grosse feria an der Costa del Sol. Sie erfreut sich grosser Popularität. Auch die feria taurina war stets beliebt und sorgte mit den bekannten figuras wie Espertaco, Joselito, Curro Romero, Manuel Benitez El Cordobés, El Fandi oder Miguel Márquez für eine volle plaza de toros

Doch in diesem Jahr betrachtet der aficionado aus Fuengirola und Umgebung eher erstaunt das cartel für dieses Jahr. Lediglich eine corrida mixta steht am 12. Oktober 2014 auf dem Programm. In den vergangenen Jahren waren es zwei bis drei festejos taurinos mit beliebten maestros. Das erstaunliche hierbei ist, dass nicht eine richtige figura der Gegenwart vertreten ist. Zu sehen die rejoneadora Lea Vicens, und die matadores de toros David Galan und David Galvan. Die letzten beiden matadores de toros befinden sich im aktuellen escalafón auf Platz 27 und 73. Lediglich die rejoneadora befindet sich mit einer Erfolgsquote von 195 Prozent auf dem dritten Platz. Aber rejoneo, also der Stierkampf zu Pferde, ist nicht jedermanns Sache und man vermisst bei dieser corrida eindeutig einen matador de toros der Top-Ten-Elite. Was diesmal mit Sicherheit nicht zu einem No hay billetes führen wird, obwohl David Galvan sich bei einer Erfolgsquote von 144 Prozent nicht beklagen kann und Galan den Status eine Lokalmatadors geniesst.

Eine solche Entwicklung in einer dermassen taurinischen Gemeinde zu beobachten kann die afición nur traurig stimmen. In der Stadtkasse scheint es diesbezüglich an finanziellen Mittel zu fehlen. Die Zeiten wo es ein rejoneo oder eine novillada mit zwei corridas de toros gab sind vorläufig vorbei. Selbst das morgendliche Treiben der becerras und novillos zur plaza wurde gestrichen.

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Wenn Behörden versagen





von Philip de Málaga



70 Gegner gegen eine ausverkaufte Stierkampfveranstaltung
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Die 34.000 Seelengemeinde Villena in der Provinz Alicante verfügt über eine lange tradición taurina. Die gegenwärtige plaza de toros entstand 1924, bietet in den tendidos Platz für 4.000 Zuschauer, und veranstaltete am 7. September diesen Jahres, anlässlich der Festivitäten zu "Mauren und Christen" vor ausverkauftem Hause eine corrida de toros mit den maestros Juan José Padilla (oreja und dos orejas), El Cid (ovación und ovación) und Francisco José Palazón (dos orejas und oreja). 

Die ausverkaufte plaza de toros in Villena
Trotz eines letztendlichen "No hay billetes" erlaubte das grüne Rathaus eine Demonstration von 70 antitaurinos direkt bei der plaza während der Veranstaltung, welche versuchten die Besucher zu hindern, zu den taquillas zu gelangen, bzw. durch die entsprechenden puertas die plaza de toros selbst zu betreten. Das erstaunliche an dieser Aktion ist dabei wohl die Tatsache, das zwar eine manifestación antitaurina genehmigt worden ist, aber zum Schutz der taurinos lediglich vier Personen der Guardia Civil bereitgestellt worden sind, die eher tatenlos dem Geschehen zusahen, welches zu Verzögerungen führte.

Da fragt man sich zu Recht, wozu werden eigentlich in Spanien Gesetze festgelegt, wenn es letztendlich dann doch Interpretationssache der lokalen Bürgermeister bleibt, wie in San Sebastian. Die tauromaquia ist in Spanien zum Patrimonio Cultural Inmaterial erklärt worden, also zum nationalen Kulturgut. Es ist klar im Gesetz (13/2013) festgelegt worden, dass die öffentlichen Behörden einen reibungslosen Ablauf garantieren und die tauromaquia zu fördern haben. Mit lediglich vier Polizeibeamten lässt sich die Sicherheit einer solchen corrida wohl kaum gewährleisten.

Wieder wäre dies ein Grund einen Blick zum französischen Nachbarn zu werfen, wo es antitaurinos untersagt worden ist während eines festejos taurinos sich der plaza beziehungsweise dem Veranstaltungsort zu nähern um gewalttätige Auseinandersetzungen im Vorfeld zu verhindern. Es wird höchste Zeit, dass Spanien dieses für das nächste Jahr umsetzt. Denn allein schon die statistische Auswertung spricht für sich: Da versuchten 70 antitoristas gegen 4.000 aficionados de toros ein corrida massiv zu stören. In Prozenten ausgedrückt, gerade mal 1,7 Prozent von 100 Prozent! Und da brauchen jetzt die antitaurinos nicht herkommen um vom Mut und des Einsatzes der 70 Demonstranten zu sprechen. Einfach nur realitätsentfernt.

Dienstag, 30. September 2014

Mike Oldfield und Don Alfonso

Wer suchet der findet: Diesmal bei Mike Oldfield
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von Philip de Málaga


Von Hans B. aus Hamburg bekam SfA folgendes humorvolle Video zugesendet, welches wir dem SfA-Leser nicht vorenthalten wollen. Ähnlich wie bei den Beatles trägt hier der Darsteller ebenfalls einen traje de luces, und es geht hierbei zumindest auch um ein spanisches Thema, bei dem toros und manchmal mehr getötet werden. Die traje de luces als Identifikation mit dem taurinischen Spanien. Es handelt sich um die Aufnahme Don Alfonso von Mike Oldfield:

Montag, 29. September 2014

Die Beatles im Lichteranzug

Über die Zeitlosigkeit der Stiere
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von Philip de Málaga


Von Ursula Herzog bekam SfA ein Foto zugesandt, welches sie im Musée des cultures Taurines in Nîmes aufgenommen hatte. Dort erkennt man ein Cover der Musikband Beatles wo die Musiker in traje de luces gekleidet sind, ebene jene Anzüge, welche matadores bei einer corrida tragen.

(Foto: Ursula Herzog)
Die Idee und Leidenschaft kam von ihrer Spanienreise im Jahr 1965. Im Juli treffen sie sich mit dem matador de toros Manuel Benítez "El Cordobés". Dort entstand auch die Idee die trajes der toreros zu tragen. Was aber erst 1981 für "timeless" umgesetzt worden ist. Sicherlich wurde dieses auch durch ihre Auftritte in plaza de toros wie der Monumental in Barcelona unterstützt.


Und wenn man den Titel "timeless" mit den toros zusammenbringt, wohl eine Andeutung auf die Zeitlosigkeit der mundo de los toros.

Sonntag, 28. September 2014

Blutiger Tag auf der Wiese





von Philip de Málaga


Über den Toro de la Vega (FAZ-Artikel von Leo Wieland)
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In der jüngsten digitalen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung setzt sich der Madrid-Korrespondent Leo Wieland mit dem Ereignis Toro de la Vega auseinander. Kaum eine Veranstaltung taurino ist auf der Iberischen Halbinsel dermassen umstritten wie jene Stierhatz, welche ebenfalls mit dem Tod des toros endet, aber eben keinem reglamento unterliegt. Der Willkür dem toro gegenüber sind Stiertreibern bei diesem Spektakel somit kaum Grenzen gesetzt.

(Foto: La tauromaquia)
Diese Veranstaltung zieht Jahr für Jahr an die 40.000 Besucher an.

Nicht nur SfA hat sich schon gegen diese Form der Stierfeste ausgesprochen, sondern immer mehr aficionados der klassischen corridas, welche nach einem festen reglamento taurino abgehalten werden, tendieren auch schon gegen solche festejos populares. Sie haben mit der tauromaquia wirklich nichts gemein. Um im Vergleich zu einer corrida hat der toro de la Vega keine Chance auf ein indulto, eine so genannte Begnadigung.


Lesen Sie hierzu den Artikel von Leo Wieland:  Blutiger Tag auf der Wiese

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Weitere SfA-Beiträge zu diesem Thema:

Toro de la VegaSfA-Reportage von Colin Ernst vom 18. 9. 2013
Ich bin gegen StierfesteSfA-Reportage von Philip de Málaga vom 14. 11. 2009


Picasso, Guernica und Javier Conde





von Philip de Málaga


Frieden und die Tauromachie bei den Vereinten Nationen
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Am vergangenen Freitag wurde bei den Vereinten Nationen im Allianz-Saal der dreiminütige Kurzfilm "A cry for peace" (Ein Schrei für den Frieden) von der mexikanischen Künstlerin Denise De La Rue aufgeführt. Dabei wird das 1937 von dem spanischen Künstler Pablo Ruiz Picasso entstandene Gemälde Guernica mit dem Frieden identifiziert. Unter anderem mit der Beteiligung des matadores de toros aus Málaga Javier Conde. Die Vorbereitung zu diesem Projekt dauerte ein Jahr.

Die "Guernica" und der matador de toros Javier Conde
Minister aus der ganzen Welt, Vertreter der Vereinten Nationen und das Model Naomi Campbell fanden sich in den Zuschauerreihen.

De La Rue sagte bei seiner Eröffnungsrede, dass sein Kurzfilm die vielen menschlichen Widersprüche darstelle, die sich in dessen Inneren verborgen halten und dessen Verkörperung entdeckt werden könne. Beides, Licht und Finsternis haben überlebt, weil unsere globale Gesellschaft die Demokratie erreicht hat, Wissenschaft und Moderne, und tauromaquia sowie Krieg noch überleben. "Heute gebe es mehr Flüchtlinge die ihre Häuser verlassen müssen, als während des Zweiten Weltkrieges. Heute, mehr denn je, müssen die Vereinten Nationen in der Lage sein künftige Generationen zu retten und an die Geisseln des Krieges erinnern", sagte sie weiter.

"Ich sah die Guernica und den torero davor an der Front. Die Metapher eines Soldaten der tragische Held des Sophokles, welches den Zuschauer auf diese Weise durch die Verwüstungen des Krieges führt. Ich als Künstler fühle mich dafür verantwortlich, die Werke und die Menschen auf einer subtileren Ebene darzustellen. Das ist mein bescheidenes Sandkorn. Hoffentlich bewegt es ein wenig die Menschen auf die Seite des Friedens, der Brüderlichkeit, überhaupt auf die humanistische Seite".

Der Film ist eine Fortsetzung seines letzten Werkes, sein zweites Buch "Kunst und Stierkampf", wo matadores für Meisterwerke posieren, welche in den grossen Museen in der spanischen Hauptstadt Madrid wie Prado oder das Reina Sofia ausgestellt werden um die fundamentalen Werte des Lebens darzustellen:


Es ist das erste Mal, dass die Erben der Guernica die Erlaubnis erteilten, das Gemälde für zeitgenössische Kunstzwecke zu verwenden. Und die mundo de los toreros war nicht nur dabei sondern ein Teil von diesem Kunstwerk.

Samstag, 27. September 2014

Dennis Hopper und die Stiere





von Ursula Herzog


Taurinische Photographien in London
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In der Royal Academy of Art in London gibt es zurzeit eine Ausstellung "THE LOST ALBUM" mit Werken des berühmten Fotografen Dennis Hopper. Die Ausstellung zeigt über vierhundert Fotografien – entstanden in den 1960er Jahren. In fünf Kisten, vergessen und verborgen, sind sie nach seinem Tod entdeckt worden.

Diese Sammlung enthält auch 32 Aufnahmen aus der mundo de los toros in Tijuana in Mexiko.


Dennis Hopper, geboren 1936 in Dodge City / Kansas, gestorben 2010 in Venice / Kalifornien, ist eine Kultfigur: Schauspieler, Regisseur, Künstler, Fotograf und Autor.

Die Ausstellung läuft bis zum 19.Oktober diesen Jahres.

Freitag, 26. September 2014

Das Musical: Tom Jones als Matador

Auch als Musical wurde der Stierkampf auf die Bühne gebracht
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von Philip de Málaga


Wenn man nachfragt, welche Musik man mit der mundo de los toros verbindet, bekommt man in der Regel zwei Vorschläge: Die Oper Carmen von George Bizet und den Paso Doble. Das aber auch andere musikalische Richtungen sich mit den toros beschäftigen, konnte man schon bei schon des öfteren SfA nachlesen (Siehe unter anderem der letzte Beitrag). Schon ein Jahr bevor der Buch-Bestseller "... oder du wirst Trauer tragen" von Larry Collins und Dominique Lapierre über El Cordobés erschien machten sich in England die Produzenten Mike Leander und Edward Seago Gedanken darüber, wie man den Stierkampf auf die Bühne als Musical bringen könnte. Man beschäftigte sich mit bekannten toreros wie der Wettkampf zwischen Belmonte und Joselito oder die Liebesaffäre von Manolete, aber letztendlich entschied man sich für das Leben des schon damals weltweit populären Manuel Benítez "El Cordobés". Als Hauptdarsteller konnte der Weltstar Tom Jones gewonnen werden. Das Buch dazu schrieb Peter Jukes. Zur Umsetzungen sollte es aber vier Jahre dauern. Tom Jones unterbrach seine Las Vegas Tour und am 16. April 1991 wurde im Queen`s Theatre von London das Musical Matador uraufgeführt.



Mit traditioneller Flamenco-Choreografie von Rafael Aguilar wurde spanisches Flair in das Musical gebracht. Die Kritiken fielen durchaus positiv auf, und schliesslich wurde der Matador noch mit dem Laurence Olivier Award der Londoner Theatergesellschaft ausgezeichnet. Mit dem Song "A Boy From Nowhere" hatten die Produzenten und vor allem Tom Jones selbst (seit 15 Jahren in England ohne Erfolg) den Plan in den britischen Charts ganz nach oben zu gelangen, was aber scheiterte.

Zur selben Zeit tobte in Persien der Golfkrieg und in der britischen Metropole London blieben die Touristen aus und auch die Ränge des Queen`s Theatre konnten sich nicht füllen. So blieb den Produzenten nichts anderes übrig als nach nur drei Monaten die Produktion abzusetzen.

Donnerstag, 25. September 2014

Udo Jürgens und der Matador




mit Udo Jürgens

Der 1934 in Klagenfurt geborene Sänger, Pianist und Komponist Udo Jürgens hat sich in einem Song ebenfalls der mundo de los toros gestellt. Schon 1968 komponierte und veröffentlichte er Matador, in welchem er zum einen über den Jubel des Publikums in den tendidos spricht und zum anderen über die Angstgefühle eines toreros. Er versucht dabei jene angstvollen Emotionen darzustellen, jene mögliche Gefahr, dass der toro den matador mit cornadas in den Sand des ruedos befördert oder gar töten könnte. Aber letztendlich ermutigt er den torero seiner Aufgabe als matador nachzugehen. Wer so über die toros singt, muss auch etwas für diese Welt empfinden. Den Text dazu schrieb Walter Brandin.




Matador,
heute stellst du dir vor, wie das ist.
Geht es wieder gut?
Matador,
und dann siehst du vor dir, schon den sterbenden Stier,
im Blut.

Welch ein Tag!
Horch' das Toben der Mengen!
Die wie wild nur noch deinen Namen schrei'n.
Schau empor,
zu den jubelnden Rängen!
Das Idol deiner Stadt wirst du sein!

Matador!
Stell' es dir vor!
Matador!
Dieses Gefühl!
Aber dann bleibe kühl, ganz kühl!

Matador,
aber stell' dir auch vor, wie das ist,
wenn man unterliegt!
Matador,
das verzweifelte Tier tauscht die Rolle mit dir
und siegt.

Welch ein Tag!
Keine Hand wird sich regen.
Nur ein Schrei,
dann wird's dunkel um dich her.
Und du greifst
in den Sand nach dem Degen.
Doch der Tod
sagt du brauchst ihn nicht mehr!

Matador!
Stell' es dir vor!
Matador!
Dieses Gefühl!
Aber dann bleibe kühl, ganz kühl!

Matador,
die Fiesta beginnt und ich red' in den Wind,
drum' geh'.
Matador...

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Quellennachweis:
www.udojuergens.de

Mittwoch, 24. September 2014

Dolce & Gabbana und die Stiere





von Philip de Málaga


Die mundo de los toros in der Fashion Week von Milan
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Das sich die Modewelt für die optischen Details der toros interessiert ist nichts Neues. Armani war unter den Grossen wohl der Erste. Und zwar gleich mit einer richtigen traje für eine corrida goyesca in der Real Maestranza de Ronda für den matador de toros Cayetano. Mittlerweile sind es zahlreiche Modeschöpfer die ihre neusten Kreationen der mundo de los toros widmen und zwar nicht nur für toreros. Und so zierten die Laufstege der Welt taurinische Motive, meistens angeknüpft an die Grundidee der traje de luces


Diesmal waren es Dolce & Gabbana die mit ihrer Frühlings-Sommer Kollektion für 2015 bei der Fashion Week in Milan an die toros erinnerten. Beim Internetportal Aplausos schreibt man davon, dass hier erneut ein Zeichen der Ästhetik in Verbindung mit der tauromaquia gesetzt worden ist.