Montag, 15. Juni 2015

Neues Stierkampf-Museum in Frankreich




von Ursula Herzog
und Philip de Málaga


Im südfranzösischen Béziers wird heute Abend ein neues museo taurino eingeweiht
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Sebastián Castella
(Foto: mundotoro)
Heute wird um 18:30 in Béziers das neue „Musée Taurin“ eingeweiht. Danach wird die Stadt Béziers zu einem Aperitif einladen. Béziers hatte bereits vorher ein museo taurino. Die neuen Räumlichkeiten sind jedoch größer und besser für die Ausstellung geeignet. Die Eröffnung findet mit der Präsenz des französischen matador der toros Sebastián Castella statt, welcher aus Beziers stammt.

Mit ihren 73.000 Einwohnern verfügt die Stadt über eine plaza de toros aus dem Jahr 1897, welche 1921 komplett reformiert worden ist. In den tendidos finden sich Platz für 13.500 Zuschauer. Sie ist bekannt unter dem Namen Arénes du Plateau de Valras. Eine Stadt mit einer cultura taurina, wo für dieses Jahr sieben festejos taurinos geplant sind. In Frankreich gibt es derzeit 46 plaza de toros wo corridas organisiert werden.

Hier die offizielle Einladung zur Eröffnung des Musée Taurin:


Diesem Photo gibt es nichts mehr hinzuzufügen!

Sonntag, 14. Juni 2015

Königliche Preisübergabe



von Felipe VI 
König von Spanien


Viel Prominenz bei der taurinischen Preisverleihung
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Der König von Spanien überreichte am letzten Freitag in der Real Maestranza de Sevilla die Prämien für die besten toreros der Feria de Abril 2014 in der andalusischen Hauptstadt Sevilla.

Der König von Spanien im ruedo der Real Maestranza de Sevilla (Foto: mundotoro)
Begleitet wurde seine Majestät von zahlreicher Prominenz.Unter anderem von der Präsidentin der andalusischen Landesregierung Doña Susana Díaz und des Präsidenten dem andalusischen Parlamentes Don Juan Pablo Durán, dem Bürgermeister der andalusischen Hauptstadt Don Juan Ignacio Zoido, dem Rektor der Universität von Sevilla Don Antonio Ramirez de Arellano sowie vom Erzbischofs von Sevilla Don Juan José Aenjo und andere.


Unter anderem wurden folgende Prämien für die Feria de Abril 2014 übergeben:

Die Trophäen wurden von seiner Majestät Felipe VI persönlich überreicht:

Felipe VI (Foto: RM)
"Ich überreiche diese Auszeichnungen an die figuras welche in der vergangenen temporada taurina als Gewinner hervorgegangen sind und mit Vortrefflichkeit die Kunst der tauromaquia reflektieren. Meinen Glückwunsch an die Sieger der temporada taurina, weil ihr Können und Vermögen in allen Bereichen weiterhin die künstlerischen wie kulturellen Schöpfungen inspiriert."

Samstag, 13. Juni 2015

Das Weideland der Stiere: Zahlen, Daten, Fakten





von Philip de Málaga


Mit fast 2 Milliarden Euro 
werden Boden und Immobilien der Stierzuchten bewertet
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In Spanien stehen den toros, novillos und becerros welche für die festejos taurinos gezüchtet werden in den ganaderías 280.450 Hektar Land zur Verfügung. Mehr als 100.000 reses führen auf diesen von Menschen abgeschirmten dehesas ein geradezu herrliches Leben, bis zu jenem Augenblick, wo sie ihre bravura im ruedo einer plaza de toros zeigen können.

Friedvolles Leben der toros im campo bravo. (Foto: mundotoro)
Nun hat dieses Tage die spanische Vereinigung der Stierzüchter, die UCTL, bekannt gegeben, dass die Grundstücke samt Immobilien des campos bravos einen Wert von 1,9 Milliarden Euro haben. Die Erhebung von dem Rechtsanwalt David Valderrama der Organisation La economía del toro erfolgte auf 529 fincas von 380 ganaderías. Insgesamt 280.450 Hektar. Die knapp 33.000 Hektar in den Nachbarländern Frankreich und Portugal sind nicht inbegriffen.



  • 88 % in Spanien
  • 12 % in Frankreich und Portugal
Die meisten Hektar befinden sich im Süden Spaniens, in Andalusien:

  • 51,4 % in Andalusien
  • 17,9 % in Kastillien León
  • 16,8 % in Kastillien La Mancha
  • 11,2 % im Umland von Madrid
  •   2,3 % in Murcia
  •   0,4 % verteilt sich auf den Rest
Der Grund und Boden teilt sich in drei Typen auf:


Die Immobilien der ganaderías wurden mit 211 Millionen Euro angegeben, welche 11 Prozent des Gesamtwertes ausmachen.

(Foto: UCTL)
Der durchschnittliche Wert pro Hektar wurde in Spanien mit 5.886 Euro angegeben. Am teuersten, wie eigentlich schon anzunehmen in und um Madrid, mit 9.260 Euro und am günstigen dort wo die Windmühlen stehen, in Kastillien La Mancha mit 3.575 Euro pro Hektar. In Andalusien, der Zone mit den meisten dehesas von Spanien, mehr als die Hälfte, liegt der Preis bei 6.854 Euro pro Hektar.

Preis pro Hektar

Freitag, 12. Juni 2015

Der jüngste Profi-Stierkämpfer aller Zeiten

Am 31. Mai 2015 war zu dem torea al cancel in Cáceres in den SfA-TAURONEWS Heute Stierkampf live im Fernsehen zu lesen:
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Am 18. September 1998 wird er (Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist El Juli) in Europa im französischen Nîmes mit 16 Jahren der jüngste matador de toros der Geschichte. Seine alternativa (dos orejas) wurde live im Fernsehen des TVE übertragen. Sein padrino war der maestro José María Manzanares und als testigo agierte José Ortega Cano.
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Das aufmerksame Team von SfA hat dabei einen kleinen Schönheitsfehler entdeckt. Zwar bezog sich o. g. Reportage auf Europa, aber dem SfA-Leser soll diese Kenntnis nicht verborgen bleiben:





von Ursula Herzog
und Philip de Málaga


Michelito - der jüngste matador de toros der Welt
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Der  jüngste Profi-Stierkämpfer, also matador de toros aller Zeiten dürfte wohl der Franzose Michel Lagravere mit dem Künstlernamen "Michelito" sein. Er wurde 1997 geboren.

Auch er begann seine Karriere in Mexiko, da er für Spanien oder Frankreich zu jung war. Novillero wurde er mit 11 Jahren. Jedoch wurde dieser Auftritt in Lima beim festejo taurino ein fracaso: Mit 3 volteretas, 9 pinchazos und schliesslich 9 descabellos wurde der novillo schliesslich durch ein puntillazo getötet. Der neue novillero Michelito landete in der enfermería. Zwar konnte man seinen Mut erkennen aber seinen taurinischen Pflichten als matador de novillos ist er an diesem tarde nicht gerecht geworden.

Drei volteretas beförderten Michelito in die Krankenstation
In diesem Alter trat er auch gegen sechs novillos en solitario auf (zwei orejas und zwei vueltas al ruedo und salida en hombros). Er wollte damit ins Guinness-Buch der Rekorde kommen. Das wurde ihm aber verweigert, da Stierkampf offenbar etwas „Unanständiges“ ist.


Seine alternativa hatte er mit noch im Alter von 14 Jahren am 25. November 2012 vor knapp 7.000 Zuschauern in der plaza de toros von Mérida in Mexiko. Sein padrino war der französische maestro Sebastián Castella und als testigo agierte der Mexikaner Juan Pablo Sánchez. Auffallend die fehlende spanische Präsens, da in Europa das Mindestalter für angehende Profis 16 Jahre beträgt. Mit seinem gewaltigen toro von 619 Kilo konnte Michelito überzeugen und mit einem trofeo eines orejas überzeugen. 

Alternativa von Michelito

Somit ist erst der jüngste matador de toros in der Geschichte der tauromaquia. Einen Titel den er in Europa eigentlich noch nicht benutzen dürfte, bzw. in plaza de toros als matador de toros gegen richtige toros antreten kann.

Seinen ersten Auftritt als matador de toros in Europa hatte er am 19. April 2014 mit 15 Jahren im französischen Arles bei einer corrida mixta (mit einem rejoneador, einem matador de toros, eben Michelito und einem novillero) an einem Vormittag, wo es für seine Leistung vor lediglich einem cuarto de entrada (etwas weniger als 3.000 Zuschauer) ein silencio tras aviso und ein oreja tras dos avisos gab. 

Über den „Kindertorero“ wurde viel geschrieben und diskutiert. Auch in der internationalen Presse. Die meisten waren der Meinung, man sollte das bestehende Alterslimit von 16 Jahren respektieren. Trotzdem ist die Frage aber berechtigt, ob es nicht auch bei toreros eine „frühe Berufung“ geben kann, so wie bei anderen Künstlern. Jetzt bleibt abzuwarten, ob es ihm gelingen wird, auch ohne den „Kinderbonus“ Erfolg zu haben.

Donnerstag, 11. Juni 2015

Über 2.000 Einträge im Cossío en alemán










von Philip de Málaga


Das führende Lexikon über Stierkampf in deutscher Sprache
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Das Lexikon des Stierkampfs, der Cossío en alemán hat sich als Nischenprodukt wohl zum führenden deutschsprachigen Nachschlagewerk für die mundo de los toros entwickelt. Seit heute werden dort 2.000 Begriffe aus der tauromaquia erklärt. Und wie es scheint kommt es bei den aficionados, Neueinsteigern, Neugierigen und den antitaurinos an. Täglich werden zwischen 70 und 100 Begriffe nachgeschlagen. 


Noch keine drei Jahre online aber schon über 75.000 Hits. Da soll einer mal sagen, in Deutschland interessiere man sich nicht für die mundo taurino.

Mittwoch, 10. Juni 2015

In eigener Sache

Zu Beginn der letzten Woche versuchten Unbekannte die Zugriffscodes zu den verschiedenen Accounts von SfA auf intensive Art und Weise zu knacken. Mit teilweisem Erfolg, somit wurde unter anderem die Datenbankstruktur angegriffen und der Hauptcomputer ausser Gefecht gesetzt. Dies führte zu einer Zwangspause von SfA. Wer hinter dieser Welle von Attacken stand, darüber können nur Vermutungen angestellt werden. 

Mittlerweile ist alles wieder unter Kontrolle und SfA kann weiter berichten. Wir bitten die Leser von SfA um Entschuldigung.

Montag, 1. Juni 2015

El Juli triumphiert live im Fernsehen




von Philip de Málaga


Vor fast ausverkauftem Hause überzeugte El Juli
Weit mehr als eine Million Personen verfolgten es am Bildschirm
8 Auszeichnungen und eine Begnadigung eines Stieres
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Ein tarde de toros in Cáceres in der Extremadura. Die plaza de toros mit knapp 8.000 Besuchern casi lleno bekam eine corrida de beneficencia der besondern Art zu sehen. Torea al cáncel war das Motto. Ein Wohltätigkeitsstierkampf für die Kinderkrebshilfe.

Torea al cáncel
José María Garzón
Die corrida wurde live im spanischen Fernsehen TVE 1 übertragen. Mit einer Einschaltquote von 9,5 % (zu dieser Stunde die höchste) erreichte es zur Sendezeit das beste Ergebnis. 1.112.000 Zuschauer. Hinzu kommen die zahlreichen Zuschauer in den Bars und Restaurants, wo in fast allen die corrida live zu sehen war. Dieser Erfolg ist dem empresario José María Garzón zuzuschreiben, der sich um die Umsetzung dieser corrida de beneficencia, welche live im TVE zu sehen sein sollte schon seit mehr als zwei Jahren bemühte.

Das festival taurino kann als durchaus erfolgreich angesehen werden. Der maestro El Juli ergatterte acht trofeos:

El Juli lässt den toro passieren.
1. toro: (estocada trasera) oreja
2. toro: (estocada trasera) dos orejas
3. toro: (pinchazo, estocada defectuosa, gelungener descabello)
4. toro: (pinchazo, estocada honda, descabello) ovación
5. toro: (aviso und indulto des toros) dos orejas y rabo simbólicos
6. toro: (estocada defectuosa, estocada desprendida) oreja

Der fünfte toro mit dem Namen Fantasma wurde mit einem indulto begnadigt.
Er erkämpfte sich das Recht auf ein freies Leben in den 
dehesas.
(Foto: mundotoro)
Ein erfolgreiches festival taurino. Und mit dem indulto verliessen gleich zwei Personen auf den Schultern die Plaza de toros: Der maestro El Juli und der mayoral der ganadería.

Salir por la puerta grande: El Juli und der mayoral.
Ein Erfolg nicht nur für die mundo de los toros, die afición und das TVE, sondern und vor allem für die Kinderkrebshilfe.

Sonntag, 31. Mai 2015

Heute Stierkampf live im Fernsehen





von Philip de Málaga


Millionen schauen zu 
El Juli, er war der jüngste Profi-Stierkämpfer aller Zeiten
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Nach einer zweijährigen Pause darf sich die afición in Spanien wieder freuen. Toros im Fernsehen live! Heute ab 18:00 Uhr überträgt der öffentliche Fernsehsender TVE 1 ab 18:00 eine corrida de toros mit dem matador de toros Julián López Escobar bekannt unter dem Künstlernamen "El Juli", der als espada unico gegen 6 toros in der plaza de toros von Cáceres antritt.

Diesmal wird nicht in die eigenen Taschen der empresarios, ganadería oder toreros gewirtschaftet, sondern diese corrida de beneficencia ist für die Kinderkrebshilfe organisiert worden. Vor einem Millionenpublikum will der maestro aus der spanischen Hauptstadt eine besondere Leistung vorzeigen.


Das besondere an dieser plaza de toros ist, dass der Bau im Oktober des Jahres 1844 von aficionados begonnen worden ist. Die Fertigstellung erfolgte im Juli 1846. Am 6. August des selben Jahres wurde sie mit einem mano a mano von den matadores de toros José Redondo "El Chilcanero" und Manuel Diaz "Lavi" eingeweiht. Um das ruedo mit einem Durchmesser von 50 Metern ist in den tendidos Platz für 8.000 Zuschauer, welche sich mit Sicherheit füllen werden.

El Juli (Foto: mundotoro)
Der maestro "El Juli" ist als jüngster von drei Kindern in Madrid am 3. Oktober 1982 in Madrid geboren. Nachdem er im campo beeindruckende capotazo mit einer becerra gab, schulten ihn seine Eltern in der escuela taurina von Madrid ein. Da er für Spanien noch zu jung war um als torero zu agieren zog es ihn nach Mexiko, wo er mit 14 Jahren sein Debut bei einer novillada con picadores machte, wo er als trofeos dos orejas erhielt. Es folgte eine triumphale temporada für den jungen novillero aus Spanien: 77 novilladas, 133 orejas und 11 rabos. Seiner Karriere zu einem erfolgreichen torero sollte nichts mehr im Wege stehen.

Am 18. September 1998 wird er in Europa im französischen Nîmes mit 16 Jahren der jüngste matador de toros der Geschichte. Seine alternativa (dos orejas) wurde live im Fernsehen des TVE übertragen. Sein padrino war der maestro José María Manzanares und als testigo agierte José Ortega Cano.

Im folgenden Jahr 1999 zeigte "El Juli", dass er zu den führenden figuras auf der spanischen Halbinsel gehörte: 134 corridas de toros, 284 orejas und 16 rabos. Das hat sich bis heute nicht geändert. 2014 war er im escalafón die Nummer 5: 54 corridas de toros, 91 orejas und 7 rabos. In diesem Jahr stand er 10 Mal im ruedo, erhielt 17 orejas und einen rabo.

Ohne Frage, er gehört unter den taurinos derzeit zu den grossen Sprechern der und für die tauromaquia. Sein seriöses, kompetentes und sympathisches Auftreten kommt bei den Leuten an, auch bei denjenigen, welche sich nicht für die toros so unbedingt begeistern können. So zählt er auch unter der G 10 zu den Persönlichkeiten, welche sich besonders für die Öffentlichkeitsarbeit der mundo de los toros einsetzen.

Auch bei den ganz jungen interessierten Menschen ist El Juli gerne gesehen.
Kein Wunder also, dass er sich für sie auch einsetzt.
(Foto: mundotoro)
Und gerade heute ist für die mundo taurino in Spanien ein grosser Tag. Live im TVE wird nicht nur die tauromaquia repräsentiert und Kultur wird in die Welt hinausgetragen sondern notleidenden Kindern und Familien wird dabei auch noch geholfen. Wenn Kultur dabei helfen kann, ist das doch mehr als eine noble Geste und hat am allerwenigsten mit Eigenwerbung zu tun. Denn die Zahl der  corridas de beneficencias hat zugenommen. Sein eigenes Leben für das Leben, die Gesundheit der anderen zu riskieren, scheint ein antreibendes Element, eine entschiedene Motivation für viele toreros zu sein, für einen wohltätigen Zweck dem ohne Frage gefährlichem Tier im ruedo gegenüber zutreten, um die menschliche Überlegenheit der animalischen Kraft darzustellen.

Auch die Leistung der ganaderos, sei dabei nicht zu unterschätzen, welchen den toro bravo für solche festejos züchten, sowie der empresarios und ihre Mitarbeiter, welche solche corridas de beneficencias planen und veranstalten.

Das Team von SfA wünscht diesem besonderen tarde de toros viel Erfolg, ein gutes Gelingen und viel Unterstützung für die Kinderkrebshilfe. 

Samstag, 30. Mai 2015

Star-Torero im öffentlichen Fernsehen





von Philip de Málaga


Der matador de toros "El Juli" beim Frühstückfernsehen
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Am Sonntag überträgt das öffentliche spanische Fernsehen TVE 1 eine corrida de toros live in die spanischen Wohnzimmer und Gastronomiebetriebe. Eine Wohltätigkeitsveranstaltung für die Kinderkrebshilfe mit einem espada único, dem matador de toros Julián López "El Juli". Ein matador nimmt es dabei alleine gegen sechs toros auf. Und das in einer Kombination mit einer corrida beneficencia Grund genug für das spanische Fernsehen, den Hauptakteur "El Juli" zum Frühstücksfernsehen einzuladen. Wohltätigkeit und spanische Kultur.

Der matador de toros El Juli im öffentlichen Fernsehen (Foto: mundotoro)
Dieser Einladung ist der Star-torero gerne nachgekommen und sich beim Frühstücksfernsehen von TVE präsentierte. Und bei Präsentation sind wir gleich beim richtigen Schlagwort angekommen:

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"Im sector taurino fehle es an einer Stimme,
welche sich mit Politik, der Finanzwelt und der Kultur
auseinandersetze!"
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Und bei der Politik angekommen äusserte er sein Missfallen darüber, dass es nach wie vor Politiker geben würde, welche die tauromaquia für ihre eigenen Interessen ausnützen würden. Die toros sollten nicht zu einem politischen Instrument verkommen, sondern als Teil der Kultur integriert werden. Mit der mundo de los toros sollten Parteien nicht auf Stimmenfang gehen. Eine Anspielung, welche selbstredend auch für die antitaurinos gelte. Eine Politisierung der fiesta endete er mit dem Satz, dass die toros eben für jene seien sollten, die daran auch einen Gefallen haben.

Was die angeblichen Subventionen für die mundo de los toros angehe, die seien irreal, einfach nur falsch. Der Stierkampf sei ein hartes Geschäft, und den meisten die darüber sprechen fehle es an entsprechenden Informationen, wie unter anderem dem sector antitaurino. Ohne die corrida würde es die 4.000 toros, gegen die er selbst als matador angetreten ist, erst gar nicht geben. Die fiesta zu beenden würde das Aussterben des toros bravos bedeuten. In seiner finca werden jährlich 400 Tiere geboren, eine Geburt, welche es ohne die fiesta es gar nicht geben würde. Mit den toros zu enden ist gleich dem eigenen Spanien den Rücken zuzukehren.


Gegen Ende kommt "El Juli" wieder zum Thema der eigentlichen corrida zurück. Den artistisch gesehen, sei sie derzeitig so vielfältig wie noch nie. Der Konkurrenzkampf unter den matadores sei ungemein beeindruckend geworden.

Morgen am Sonntag in Cáceres (in der Region Extremadura) stellt er sich am tarde den sechs toros allein und mit Sicherheit mehr als eine Million Zuschauer werden diese Liveübertragung vor den Bildschirmen mitverfolgen. Der torero selbst dazu: "Es ist für mich ein ganz besonderer Sonntag. Sich selbst sechs toros zu stellen ist eigentlich das Grösste für einen torero. Es motiviert mich ganz besonders und bereitet mir viel Illusion Teil von einem Akt zu sein, Kindern und Familien zu helfen." TVE 1 überträgt live ab 18:00 Uhr. Wie es scheint bleibt jedoch die Liveübertragung der Iberischen Halbinsel vorbehalten. Bei TVE Internacional ist eine Ausstrahlung vorerst noch nicht vorgesehen.

Abschließend stellte er fest, die fiesta de los toros ist und bleibt die fiesta de los toros und man sollte sie nicht mit anderen Ideologien vermischen.

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Siehe auch:

Benefizstierkampf live im öffentlichen Fernsehen, SfA-TAURONEWS vom 13.05.2015
El Juli allein gegen 6 Stiere am 31. Mai in Cáceres, V.H.B., Spanienforum vom 13.05.2015

Freitag, 29. Mai 2015

Politik und Stierkampf

In Spanien wurde regional gewählt
Welchen Einfluss hat diese Wahl auf die Tauromachie?
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von Philip de Málaga


Letzten Sonntag gab es in Spanien Regionalwahlen. Dabei hat die Partido Popular, welche die tauromaquia mehrheitlich fördert und unterstützt, bis zu zehn Prozentpunkte verloren. Was aber nicht bedeutet, dass gleich alle Sozialisten gegen die toros propagieren. Immerhin an die 40 Prozent der PSOE-Mitglieder, der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens, tendieren eher für die Erhaltung des Kulturerbes der tauromaquia. Gewinner sind kleinere Parteien, wie PACMA oder Ahora Madrid, politische Gruppierungen, die auch den Tierschutz als fundamentalen Punkt in ihrem politischen Programm führen. Wohlgemerkt, das Augenmerk auf den Allgemeinen Tierschutz gerichtet. 

Zwar erkennen ausländische Organisationen darin verstärkte Aktivitäten gegen die mundo de los toros, jedoch sollte man den Buchstaben "T" von Tierschutz nicht gleich dem "T" der Tauromachie gleichsetzen. Auch wenn man bei europa press nachlesen kann, dass sich die Partei Ahora Madrid für eine Eliminierung der Subventionen für actividades taurinas einsetzt.


Man achte dabei auf die spanische Hauptstadt. Denn die grösste plaza de toros von Europa, Las Ventas, die gerade in den letzten Tagen häufiger ein No hay billetes zu sehen bekam (also mit 24.000 Zuschauern ausverkauft!), hat solche Subventionen erst gar nicht nötig, obwohl sie ihr als Teil der spanischen Kultur offiziell zustehen.

Und überhaupt, da hier auf lokaler Ebene gewählt worden ist, geht es vor allem um die Gelder der diputaciones, der lokalen Kreistage, welche natürlich darum bemüht sind lokale Traditionen und Kultur zu fördern. Mehr noch, sie sind dazu verpflichtet die tauromaquia als spanisches immaterielles Kulturerbe zu schützen.

Eine Tatsache sollte man dabei nicht aus den Augen verlieren. Warum stehen bei gewissen Tierschützern, die sich nicht selten für Politik eher weniger interessieren, die abolición de los toros an erster Stelle? Die Antwort ist einfach. Denn hier geschieht das Töten öffentlich. Im allgemeinen Schlachthaus, auf den Bauernhöfen eher im Geheimen. Wie hat es Lorenz Rollhäuser einmal festgehalten? "Der Stier wird aus kulturellen Motiven gehalten, um auf bestimmte Weise getötet zu werden, dass heisst er wird nicht getötet um verzehrt zu werden, sondern er wird getötet und verzehrt. Das macht den Stierkampf angreifbar"(1). Es ist ist also nicht die Tötung der toros die erregt, sondern das Töten vor einem Publikum.

Hinzu kommen zwei weitere wichtige Faktoren. Mehr als 15 bis 16 Millionen Spanier bekennen sich zu den toros. Das sind mehr als ein Drittel. Ein kräftiges Wählerpotential, welches keine Partei unterschätzen sollte oder sich erlauben kann. Der zweite Grund reflektiert sich in der Prioritätenliste der Tierschützer selbst. Denn auf lokaler, nationaler, europäischer ja sogar weltweiten Ebene rangiert ein Verbot der mundo de los toros mit an letzter Stelle. Das ist einfach eine Tatsache! Man sehe nur zurück in das Jahr 2007, wo beim Europäischen Parlament, schon bei der Einreichung einer Schriftlichen Erklärung nur 51 Prozent der verantwortlichen für den Agrar- und Tierbereich für ein europaweites Verbot von festejos taurinos nicht zustimmten.

Fazit: Weltweit gesehen gibt es mit Sicherheit weit mehr aficionados als antitaurinos. Und den Rest interessiert es nicht. Daran hat sich nichts geändert. Und in Spanien ist seit dem letzten Jahr wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten. SfA hat darüber berichtet (2). Die plazas beginnen sich wieder zu füllen und das Interesse an taurinischen Aktivitäten wie museos taurinos und anderen Präsentationen werden begehrter.

Sieht so eine plaza de toros aus, wo sich niemand für die toros interessiert?
Madrid, Las Ventas, am letzten Mittwoch (Foto: mundotoro)
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Quellennachweise:

(1) Toros, Toreros, Lorenz Rollhäuser, Kapitel: Tierschützer, Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbeck bei Hamburg, 1990
(2) Mit der Tauromachie geht es wieder aufwärts, SfA-TAURONEWS vom 14. Mai 2015

Donnerstag, 28. Mai 2015

Warum der Stier weniger leidet als vermutet

Wie die Universität von Madrid das Leiden der Stiere analysierte
Immer wieder nachgefragt: Wie leidet eigentlich so ein Toro?
SfA geht noch einmal darauf ein
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von Philip de Málaga


Keine Frage. SfA hat es nie geleugnet. So ein toro, novillo oder becerro betritt nie freiwillig dass ruedo einer plaza de toros. Viel lieber würde er sein herrliches Leben auf den dehesas, den saftigen Weiden der ganaderías weiter führen. Aber eben nur dafür wurde er nicht gezüchtet. Nicht anders verhält es sich mit allem Fleisch, welches auf unseren Tellern landet.

Das pica, banderillas und estoque nicht gerade schmerzfreie Instrumente sind, auch dazu steht SfA. Überhaupt macht die mundo de los toros daraus gar kein Geheimnis. Nur wird der Sinn und die Bedeutung hier anders dargestellt. Nun erreichen SfA immer mal Anfragen von Personen, die zum einen mal eine corrida de toros zum ersten Mal besuchen möchten und auch die Frage nach den Schmerzen, welche so ein toro während der Veranstaltung erleiden muss. Obwohl die Antwort wissenschaftlich schon vor sieben Jahren gegeben worden ist, und SfA schon mehrmals darüber berichtet hat, möchte wir hier zur laufenden temporada taurina für den Sommer das Thema noch einmal reflektieren. 

Und es war ausgerechnet jemand, der sich nicht als ein aficionado de toros bezeichnet, sich nicht einmal zu der tauromaquia bekennt, der dem antitaurinismo den Gnadenstoss versetzte. Eine estocada entera gegen die antitaurinos. Die Rede ist von dem Professor Juan Carlos Illera, Direktor der Abteilung für Tierphysiologie an der Fakultät für Tiermedizin der Universität Complutense in der spanischen Hauptstadt Madrid. Im Januar 2007 wurde in dem Wochenmagazin 6Toros6 ein Artikel veröffentlicht, mit dem Inhalt: "Warum der toro nicht leidet - Eine wissenschaftliche Studie zur Schmerz- und Stressmessung beim toro bravo!" In den folgenden Tagen berichteten alle führenden spanischen Medien davon. Eine antitaurinische Gegendarstellung, bzw. ein wissenschaftlich begründeten Gegenbeweis hat es bis heute noch nicht gegeben.

Bei dieser Studie wurden 120 novillos und 180 toros unter die Lupe genommen. Ihnen wurden Mikrochips implantiert um ihre Werte zu messen. Mit seiner geradezu bahnbrechenden Forschungsarbeit über die tierische Endokrinologie des toros bravos hat er herausfinden können, dass ein toro während einer corrida dermassen starke so genannte Beta-Endorphine produziert, welche sein Leiden auf ein Minimum beschränken. Bekannt unter der Bezeichnung Glückshormon handelt es sich bei Endorphinen um eine so genannte Wortzusammensetzung von endogenen Morphinen, also eine Art selbst produziertes Opium. Dieses bewirkt, dass bei einem toro während der corrida, besonders beim ersten tercio mit der pica, der Schmerz und der Stresspegel deutlich am sinken sind. 


Es mag unglaublich klingen. Was früher für die taurinos eher eine Vermutung war, konnte im Jahr 2006 nun wissenschaftlich nachgewiesen werden. Bei der katalanischen Debatte verkündete der Professor, dass die Tiere am meisten beim Transport, leiden würden, genauso wie all das Schlachtvieh, welches in unseren Küchen landet. Und beim Einlaufen in das ruedo wäre der Stresspegel ebenfalls extrem hoch. Doch während der corrida selbst würden sich dann die Beta-Endorphine dermassen zügig aufbauen, ähnlich wie bei Sportlern vom Triathlon, dass Schmerz- wie Stressfaktoren sich schon nach dem ersten tercio auf ein Minimum reduzieren.