Donnerstag, 22. September 2016

Auch in Portugal sind die Stiere auf dem Bildschirm populär





von Peter K. aus Köln


Gestern erreichte SfA ein Schreiben und ein Gästebucheintrag zum Thema der TV-Übertragungen über die toros in Spanien, auf die wir gerne eingehen wollen. So schrieb Herr Peter K. aus Köln:
" ... Wir finden es sehr bedauerlich, daß das staatliche Fernsehen von Spanien auf seinem internationalen Kanal nichts überträgt. Weder Tendido Cero noch werden die wenigen Corridas gezeigt, welche live übertragen werden. Genauso schade ist es, dass man vía Satellit nicht an die anderen lokalen Sender wie aus Madrid oder La Mancha dran kommt. Der einzige Sender für uns Aficionados in den deutschsprachigen Ländern ist bis jetzt nur Canal Andalucia. Sehr bedauerlich für uns, schön für die Spanier. 
Aber neben den Spaniern können sich auch die portugiesischen Nachbarn freuen. Denn Bekannte von uns in Lissabon erzählte, dass dort vom staatlichen Sender ebenfalls regelmäßig Corridas, meistens zu Pferd übertragen werden. Und die Zahl der interessierten Zuschauer scheint nicht klein zu sein. Aber auch von denen bekommen wir in Köln nichts zu sehen ... "
Vielen Dank für den Hinweis.




von Philip der Málaga


Auch in Portugal sind die Übertragungen von Stierkämpfen populär
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Wie das Portal la economía del toro berichtete, kann man den Ausführungen des SfA-Lesers Peter K. aus Köln nur zustimmen. 

Denn in der Tat überträgt der öffentliche portugiesische Fernsehsender Radio e Televisão de Portugal auf seinem Hauptkanal RPT 1 regelmässig festejos taurinos, vor allem corridas de rejones mit den forcados. Obwohl die meisten Übertragungen zur späten Stunde stattfinden, weit nach 22 Uhr, teilweise 23 Uhr, kommt der Sender auf eine doch hohe Einschaltquote von 12 bis 15 Prozent. Auf jeden Fall nimmt RTP1 zu dieser Stunde, während der Übertragungen von toros die Spitzenposition in Sachen Einschaltquote unter den portugiesischen Anbietern ein. 

Mittwoch, 21. September 2016

Die Welt der Stiere erfreut sich wieder grosser Beliebtheit beim spanischen Fernsehpublikum




von Philip de Málaga


Die Fernsehsender melden wieder hohe Einschaltquoten
und ziehen eine positive Bilanz für das Jahr 2016
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Man kann natürlich der Meinung sein, dass die Zahl der aficionados de toros am sinken sei und das Interesse an der tauromaquia auch immer kleiner werde. Wer aber einen Blick in die Realität wirft, wird eines anderen belehrt. Die grossen ferias taurinas konnten in der Regel die Zahl ihrer abonados halten oder vergrössern, ziemlich viele festejos taurinos wurden gut besucht, die Presse berichtet regelmässig von der mundo taurino und schliesslich die Fernsehanstalten, die in diesem Jahr erfreuliche Zahlen, meint erneut steigende Einschaltquoten, gar Rekordwerte vorweisen kann. Nicht umsonst wird weiterhin aus der mundo de los toros berichtet, denn es scheint ja ein gewisses Interesse vorhanden zu sein, wie es ja die Einschaltquoten demonstrieren. 2016 war ein erfolgreiches Jahr für die toros auf dem Bildschirm.
Auch wenn viele der Meinung sind, in Spanien will das öffentliche Fernsehen nichts mehr mit den toros zu tun haben, so wird er hier vor Ort eines anderen belehrt. Da gibt es zum einen die fast einstündige informative Sendung Tendido Cero, welche das ganze Jahr über mindestens 300.000 Zuschauer vor den Bildschirm zieht. 

Hinzu kommen die Übertragungen von ein bis zwei corridas de toros live, welche durchschnittlich von einer Million Menschen verfolgt werden.

Der Publikumsmagnet des öffentlichen Fernsehens dürften jedoch die encierros von San Fermín aus Pamplona sein. Auch in diesem Jahr wurde weltweit via Satellit übertragen und die morgendlichen Treiben der toros einem Millionenpublikum geboten. Allein in Spanien verfolgten durchschnittlich 1.652.000 Zuschauer die encierros. Die höchste Einschaltquote gab es am 10. Juli mit mehr als 1,8 Millionen Zuschauer. Zu dieser frühen Stunden erreichte das öffentliche Fernsehen und der Privatsender Canal+ eine Einschaltquote von fast 70 Prozent!

Für zwanzig Euro im Monat kann man sich beim Privatsender Canal+Toros Einbuchen. 24 Stunden täglich wird aus der mundo de los toros berichtet. Und live von fast allen wichtigen  ferias taurinas, wie Madrid, Sevilla, Bilbao etc. Viele haben diesen Kanal schon tot geschrieben, aber aus irgend einem Grund übertragen sie immer noch, und das schon seit sechs Jahren. Laut inoffiziellen Quellen zählt der Kanal um die 200.000 Abonnenten.

Andalusien, die Heimat, das Geburtsland der tauromaquia. In keiner Region Spaniens werden die toros als Kulturerbe dermassen respektiert, geschützt und gefördert wie in Andalusien. Und so versteht es sich, dass der lokale Sender Canal SUR über Andalucía TV ihr kulturelles Programm, und dazu gehören selbstredend die toros  in die ganze Welt überträgt. Besonders populär das Programm Toros para Todos mit dem charismatischen Moderator Enrique Romero, der sein Programm selbst als Formel Eins unter den Stierkampfmagazinen sieht. 

Das Besondere an diesem Programm ist vor allem, dass hier nicht nur von den festejos taurinos berichtet wird, sondern der Schwerpunkt richtet sich auf die Stierzucht. Hier erfährt der Zuschauer viel über die ganaderías und die toros. Und mit einer Einschaltquote von stolzen 20 Prozent übertrifft es zur selben Zeit alle grossen Konkurrenzsender (TVE 1 mit 10%, CUATRO mit 9%, Antena 3 mit 6%, Telecinco mit 5%) und liegt beim eigenen Sender weit über dem täglichen Durchschnitt von 8%.

Hinzu kommen die Liveübertragungen von corridas de toros und dem beliebten Certamen de las Escuelas Taurinas, welches sich auf mehrere Sonntage von März bis Juli verteilt. Hieran erkennt man, wie man in Andalusien bereit ist, den Nachwuchs zu fördern.

Kommen wir zur spanischen Hauptstadt. Obwohl Rathaus und Kreistag die tauromaquia weder schützen oder gar Förden, freuen sich die toros in Madrid weiterhin grosser Beliebtheit. Nicht nur die feria taurina, San Isidro war zu grossen Teilen ausverkauft, sondern auch die Liveübertragungen von TeleMadrid kamen gut bei der afición an. Und so kam dieser doch eher kleine Sender auf eine immerhin stolze Einschaltquote von 5 bis 9 Prozent bei seinen Liveübertragungen von nicht wenigen corridas de toros aus verschiedenen Teilen Spaniens. Allerdings lassen sich diese festejos leider nur auf den Bildschirmen in Madrid betrachten.

Er war der erste grosse funktionierende Privatsender in Spanien. Und schon immer würden sie sich viel mehr der tauromaquia zu wenden. Doch verschiedene Versuche scheiterten. Sei es ein eigenes Magazin auf die Beine zu stellen oder Liveübertragungen von corridas erfolgreich zu vermarkten. Vor einigen Jahren legte sich der Sender sogar mit dem öffentlichen Fernsehen RTVE an, indem sie in Pamplona zu den encierros in San Fermín parallel übertrugen. Doch der Angriff wurde zu einem audienzmässigen Fiasko. So zog man sich zurück. Aber schon seit Jahren, gelang es dem Sender sich bei zweitgrössten encierro von Spanien zu positionieren. In San Sebastián de los Reyes, einer Vorstadt von Madrid. Beim ersten encierro am Freitag den 26. August kam der Sender mit 413.000 Zuschauern auf eine Quote von 14,3 Prozent. Ein Ergebnis, welches 2,3 Prozent über dem Durchschnitt des Kanals liegt. Insgesamt verfolgten die drei encierros knapp 900.000 Zuschauer.

Das Don Quijote es schon mit den toros probierte um es dann sein zu lassen, darüber hatte SfA ja schon geschrieben (Don Quijote und die Stiere). Aber trotzdem sind in der La Mancha die toros weiterhin beliebt. Und das lokale Fernsehen schafft es immer wieder mit den Stieren eine beindruckende Zahl an Zuschauern vor die Bildschirme zu locken. In diesem Jahr standen sieben Liveübertragungen von corridas de toros auf dem Programm mit einer durchschnittlichen Einschaltquote von 16,3 Prozent. In Cuenca, wo sich am 20. August diesen Jahres die derzeit wohl bekannteste matadora de toros Cristina Sánchez, mit den figuras Enrique Ponce und El Juli sich wieder im ruedo präsentierte, gab waren es gar 24 Prozent!

Abschliessend sei beobachtet, gewiss locken die toreros längst nicht so viele Menschen vor den Bildschirm wie die Fussballer. Aber auch hier zeigt sich ein stetiges und Interesse ist stets vorhanden. Selbst im kulturellen Bereich zieht die tauromaquia mehr Leute vor den Fernseher wie bei anderen Veranstaltungen. Auch ist eine Tendenz zu beobachten. Die Einschaltquoten halten sich nicht nur konsequent stabil, sondern sie beginnen seid zwei Jahren wieder zu steigen.

Dienstag, 20. September 2016

Der Stierkampf basiert auf ...




von Ernest Hemingway


Und wieder mal ein Zitat des amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway, der wohl als erster Ausländer sich nicht nur intensiv mit der mundo de los toros auseinandersetzte, sondern seine Erfahrungen und Erkenntnisse über die toros niederschrieb, und damit vielleicht sogar den Grundstein des internationalen Interesses für die tauromaquia schuf.




"Die ganze corrida de toros 
basiert auf die Tapferkeit der toros
seiner Einfalt
und seinem Mangel an Erfahrung."

Montag, 19. September 2016

Eine Lanze für den Toro de la Vega

Toro de la Vega (Foto: La Tauromaquia)

Schon im Oktober 2014 verfasste SfA-Mitarbeiter Dr. Andreas Krumbein einen Bericht, wo er sich ausführlicher mit dem Thema der Tötung von toros auseinandersetzt, insbesinsondere in Bezug auf den Toro de la Vega. Aus aktuellem Anlass hier noch einmal sein Beitrag zum nachlesen.


Eine Lanze für den Toro de la Vega

Eine Stellungnahme zu den Tötungsritualen von Stieren
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von Dr. Andreas Krumbein

Die corrida de toros, so wie sie sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts aus den Anfängen einer Darbietung für die Bevölkerung, unter Erscheinens und Akzeptierens bezahlter, professioneller Spezialisten für das Töten und durch die Erarbeitung und Einführung komplizierter Regeln bis zum heutigen Tage entwickelt hat, vereint in sich eine verwirrende Vielzahl von Details, Überresten und Anspielungen auf althergebrachte Riten, Symboliken und Gebräuche aus vielen Regionen Spaniens und möglicherweise eines viel weiter ausgedehnten Bereiches um das Mittelmeer. Diese Riten, Symboliken und Gebräuche selbst sowie die Art und Weise, wie und zu welchen Anteilen sie in die corrida de toros eingeflossen sind, wie stark sie dort in Erscheinung treten und welche Bedeutung sie für die Menschen der früheren Epochen gehabt haben mögen und welche Bedeutung sie für den Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt heutzutage haben oder haben könnten, ist Gegenstand von Interpretationen, Deutungen und Diskussionen, sowohl beim einfachen aficionado als auch in der Wissenschaft. Da gibt es die Demonstration von Mut und Männlichkeit beim Laufen der Stiere zum Beispiel während der encierros oder bei capeas, da gibt es die Opferung der jungen Männer, deren Leben irgendwann geschont und als deren Ersatz wertvolle Tiere, nämlich Stiere, getötet wurden. Da gibt es die Hochzeitsstiere, die einem frisch vermählten Ehepaar die Nachkommenschaft sichern sollen, es gibt das gemeinsame Totschlagen und –stechen eines Stieres mit anschließendem gemeinsamen Zerlegen, Zubereiten und Verzehr des Fleisches durch das gesamte Dorf. Es gibt in dem, was bei der corrida de toros dargeboten wird, das Erkennen einer als schicksalhaft angesehenen gesellschaftlichen Rolle von Mann und Frau, die Zuschreibung dieser Rollen den Akteuren toro und matador, und den allmählichen Rollentausch zwischen den beiden. Es gibt das Erkennen sexueller Komponenten zwischen den beiden Rollen und der Ausübung des Geschlechtsaktes.

VolanteToro de la Vega 2012
(Foto: Gerardo Abril)
Ob das alles tatsächlich so ist, ob die Deutungen stimmen oder nicht, ob die überlieferten Erzählungen Erfindungen sind oder reale Ereignisse wiedergeben, ist häufig unklar, wirkliche Beweise gibt es nicht, lediglich Indizien. Indizien gibt es auch für die Ansicht, dass die Art und Weise, wie in Spanien Stiere bei gemeinschaftlich ausgeführten Ritualen getötet werden, ursprünglich auf die Jagd zurückgeht. Der Mensch begann einerseits dem Stier sein Territorium streitig zu machen und sich neuen Lebensraum zu erobern, andererseits war der Stier aufgrund seiner Größe und Masse ein begehrter Lieferant für Fleisch, Haut, Horn und Knochen. Der Stier verteidigt sein Leben und sein Territorium (su terreno), er ist gewaltig und wild und wird, vor allem wenn er als einzelnes Tier von der Herde abgesondert wird, außerordentlich aggressiv; wegen seiner Stärke und Waffen ist er sehr gefährlich. Der Mensch lernt, sich gegen die Art, wie sich der Stier verteidigt, zu wehren. Mensch und Stier sind in dieser Epoche natürliche Rivalen. Später entwickelt sich das Opfer des Stieres, der im Mittelmeerraum einerseits als Lebensspender oder Überträger sexueller Potenz das Prinzip des Schöpferischen symbolisierte und dessen heilbringende Wirkung man für sich selbst erbat. Andererseits existierte der Stier als Symbol zerstörerischer, roher Kraft und Gewalt, die den Menschen und sein Überleben bedroht, die gebändigt und vernichtet werden soll, oder auch als Symbol des Bösen, dessen Vernichtung und Verzehr durch Übertragung der Lebenskraft des Opfertieres neues Leben schafft oder dessen Tod mit Vorstellungen von Weihe und Wiedergeburt verbunden waren. Man kann Anklänge an solcherart Glauben und religiöse Vorstellungen in allen spanischen Tötungsritualen mit Stieren erkennen. Zwingend ist das nicht, aber es geht.

Die corrida de toros ist ein besonders entwickeltes Tötungsritual mit Stieren. Federico García Lorcas Ausspruch „Ich glaube, dass der Stierkampf heutzutage das kultivierteste Fest der Welt ist“. wird zu Recht an exponierter Stelle zitiert. Doch darf Kultiviertheit, hoher Bildungsstand und gute Erziehung dem aficionado den Blick für einen anderen Teil der (vermeintlichen) Wirklichkeit und des menschlichen Wesens nicht trüben: „Cossío meinte, die historisch älteste Form des Stierkampfs, abgesehen von der Jagd und bevor er im dreizehnten Jahrhundert zu einem Privileg des Adels wurde, sei zweifellos das tumultuarische, anarchische und brutale Stierspiel auf provisorisch zu diesem Zweck hergerichteten öffentlichen plazas gewesen, an dem Adlige und Leute aus dem Volk, Stierkämpfer zu Pferd und zu Fuß, Amateure und manchmal auch bezahlte Stiertöter teilnahmen. Das Volk »lief« die Stiere (»correr toros«), hetzte sie, lief mit ihnen zum Platz, die Stiere wurden dort eingepfercht und einer nach dem anderen losgelassen, und die Adligen bewiesen Mut und Geschicklichkeit, indem sie - unterstützt von Lakaien zu Fuss, die den Stier mit ihren capas in Position brachten und ihm Harpunen oder banderillas setzten, - den Stier vom Pferd aus mit der Lanze oder dem »rejón« (kurze Lanze) verletzten oder töteten. War der Stier erschöpft, aber noch nicht tot, oder fand sich für einen Stier kein caballero, so fiel das Volk über das Tier her und machte ihm den Garaus.“ [1] Schilderungen solcher Vorkommnisse und besonderer Eigenarten bei den sogenannten „Stierspielen“ gibt es in Neuhaus Kulturgeschichte über Stierkampf [1] viele. Alle sind für das Empfinden eines Mitteleuropäers sehr grausam, manche in der bildlichen Vorstellung fast unerträglich. Doch warum ist das so? Und: Warum machen diese Menschen so etwas?

VolanteToro de la Vega 2012
(Foto: José Carpita)
Das numerische Gewicht der »festejos populares« oder »menores« (Stierspiele und –kämpfe außerhalb der Arenen, für die kein Eintritt zu zahlen ist) übersteigt nach wie vor bei weitem das der »festejos profesionales« oder »mayores«. Es gibt etwa acht- bis zehnmal so viele »kleine« Stierfeste wie große; bei ihnen werden rund doppelt so viele Tiere getötet wie in den Arenen, und sie weisen wohl mindestens ebenso viele Teilnehmer auf wie die Arenen Zuschauer verzeichnen.“ [1] Die Situation für den aficionado, der der corrida de toros zugetan ist, sich aber mit den anderen Tötungsritualen mit Stieren nicht abfinden kann, stellt ein ebenso großes Dilemma dar, wie dasjenige, in dem sich mancher antitaurino befindet, der den Stierkampf abschaffen will, aber die übliche Schlachtung von Nutztieren aus der Landwirtschaft akzeptiert. (Siehe dazu den Beitrag Stierkampf und Tierquälerei [2].) Es gelingt nicht, das eine, dem man zugetan ist, gegenüber dem anderen, das man ablehnt, durch Argumente zu stützen, ohne sich selbst zu widersprechen oder die eigene Position zu zerstören. Besucht man als aficionado eine corrida de toros, hat man sich damit abgefunden, dass ein Tier öffentlich getötet wird, dass die Möglichkeit besteht, dass der Stier Schmerzen empfindet, dass das Töten und das Sterben des Stieres lange dauern kann und dass der Stier im allgemeinen den Kampf gegen den Tod durchlebt und möglicherweise auch durchleidet. Alle Argumente, dass der Stier, aus welchen Gründen auch immer, keine Schmerzen empfände oder nur reduziert, können nicht geltend gemacht werden, denn ein Beweis dafür kann nicht erbracht werden. Von ihrer Grundstruktur her ist die corrida de toros so geartet wie alle spanischen Tötungsrituale mit Stieren: eine Gemeinschaft von Menschen tötet gemeinsam ein Tier. Dass nicht jeder Einzelne bei der Ausführung der Tötungsprozedur mit Hand anlegt, spielt dabei keine Rolle. Der matador fungiert als Abgeordneter der Gemeinschaft, in deren Auftrag er den Stier für die Gemeinschaft, der er selbst angehört, tötet. Für die Übernahme des damit verbundenen Risikos, der Lebensgefahr und der Verpflichtung bestimmte Regeln einzuhalten, die das Risiko und die Gefahr noch erhöhen, wird er vom Rest der Gemeinschaft bezahlt. Die Gemeinschaft lässt sich damit ihren Schneid abkaufen, doch eines behält und trägt sie: die Verantwortung für die Tötung des Tieres, das für jeden einzelnen Anwesenden bei der corrida stirbt, eine Verantwortung, deren Übernahme nach außen hin und in aller Öffentlichkeit sichtbar gemacht wird und zu der jeder Anwesende steht. Häufig wird der Dreiklang von Stier, matador und Publikum, das sowohl die Qualitäten von Stier und matador beurteilt und einfordert, bemüht. In "Die Herausforderung der Corrida" [3] wird zusätzlich die presidencia als vierte Komponente, die die Einhaltung von Regeln auf Seiten der toreros sowie auf Seiten des Publikums zu kontrollieren und durchzusetzen hat und gegen den das Publikum als Vertreter der Obrigkeit und Gegenspieler des gemeinen Volkes in Opposition gehen kann, eingeführt, was anthropologisch, soziologisch und sozial-psychologisch von höchstem Interesse ist, für die prinzipielle Einordnung von Tötungsritualen mit Stieren jedoch ohne Belang. Eigentlich gibt es nur zwei wesentliche, gegensätzliche Komponenten: das Tier und die Gemeinschaft von Menschen, die nach dem Tod des Tieres verlangt und die Tötung ausführt.

Der pregonero 2014 André Viard
Die Durchführung des Tötungsrituals ist etwas Besonderes. Es geschieht nur selten,
manchmal nur einmal im Jahr. Man bereitet sich vor, man macht sich fein, man ist aufgeregt, man will dabei sein, es miterleben, vielleicht in direkter Aktion daran teilnehmen. Man feiert ein Fest, das Tötungsritual selbst ist eine öffentliche Zeremonie. Man erlebt bei sich selbst und anderen manchmal starke Emotionen. Danach ist man zufrieden. Manchmal, nicht immer. Man geht essen und trinken. Man hat den Tod erlebt, gesehen wie er zugefügt wurde – vielleicht hat man ihn selbst zugefügt – und eingetreten ist, man hat Lebensgefahr mit angesehen und beobachtet, wie durch das Aufwenden von Mühen und durch das Annehmen von Risiken ein Ziel auf einem Weg voller Gefahren erreicht wurde. Vielleicht ist man den Weg ein Stück weit selber gegangen und hat es selber erlebt und gespürt. 

Und warum machen die das? Warum tun Menschen Dinge, die andere als grausam empfinden? Ist der Mensch vielleicht einfach so? Warum ist der Mensch manchmal grausam zu Tieren? Warum ist er es manchmal zu Menschen? Welche Umstände oder Gegebenheiten müssen vorliegen, damit ein einzelner Mensch grausam ist, welche, damit eine Gruppe es ist? Was bedeutet es, wenn eine Gruppe von Menschen eine geplante, organisierte Grausamkeit an einem Tier verübt? Was bedeutet es, wenn eine solche Gruppe dies an einem anderen einzelnen Menschen oder an einer anderen Gruppe verübt? Warum passiert so etwas immer wieder, unvorhersehbar und in fürchterlichster Ausprägung, gegenüber anderen Menschen? Ist es im Menschen, vielleicht in jedem einzelnen, angelegt, dass er zum aktiven Täter wird, wenn die Umstände und Gegebenheiten in bestimmter Weise vorliegen? Kann man diese Umstände und Gegebenheiten antizipieren, für einen einzelnen oder eine Gruppe? Kann man das Auftreten von Grausamkeiten gegen Menschen steuern, begünstigen oder verhindern? Kann die organisierte Grausamkeit gegen Tiere als Steuermechanismus dienen? Dient die organisierte Grausamkeit gegen ein Tier, in Anlehnung an seit Jahrtausenden erlebte Jagd- und Kampferfahrungen und ausgeübte Opferrituale und eingebettet in althergebrachte Riten, Symboliken und Gebräuche der Stabilisierung der Gemeinschaft zur Abwehr von Angriffen und Gefahren, die von innerhalb und außerhalb der Gruppe das Bestehen der Gemeinschaft bedrohen und zerstören könnten?  

VolanteToro de la Vega 2012 (Foto: Gerardo Abril)
Ein Raketenschuss, dann ein Knall – es beginnt. […] Der Stier Presumido stürzt mit seinen fünfhundert Kilogramm die Gasse abwärts in Richtung Fluss. Vor und hinter ihm rennen die Mutigsten. Jetzt hat er die Brücke erreicht und biegt in das offene Gelände ein. Der entscheidende Moment kommt. Noch hundert Meter bis zur Fahne. Presumido schaut nicht zur Seite, er läuft und läuft. Reiter sprengen heran und flankieren ihn. Bei der Fahne ein Gewirr und dann eine große Staubwolke: die Lanzenmänner haben den Stier verpasst. Verzweifelt rennen sie ihm mit ihren langen Stangen nach. Presumido ist zu schnell. Er läuft geradeaus und sucht Schutz im Pinienwald. Einen Kilometer später macht er am Waldrand halt. Die Verfolger holen ihn ein. Eine erste Lanze fährt in seine Flanke. Presumido dreht ab und flieht in den Wald, die Lanzen­kämpfer hintendrein. Der sandige Boden macht ihnen schwer zu schaffen. Auf der anderen Seite des Waldes erreicht ihn Felipe Abril, El Carpita, als erster. Drei-, viermal fährt seine Lanze in die schwarze Flanke des Tieres. Presumido fällt in die Knie. Er steht nicht mehr auf. Langsam sickert sein Blut in den Boden. Eine Minute später ist er tot. So beschreibt Werner Herzog die an eine paläolithische Jagd erinnernde Stierhatz des Toro de la Vega, die jedes Jahr am zweiten Dienstag des September in Tordesillas (Provinz Valladolid) am Río Duero stattfindet. Der alte Brauch, heute mehr ein Turnier, hat seine Regeln: Der Stier darf erst ab der Fahne angegriffen werden, und wenn er die Gemeinde­grenze erreicht, ohne dass ein Lanzenträger zum Stoss gekommen ist, wird er begnadigt. Wer aber den Stier erledigt, gilt als der Geschickteste, Schnellste, Stärkste und bekommt den untersten, buschigen Teil des Schwanzes als Trophäe zugesprochen, die er auf seine Lanze steckt; früher waren es die Hoden.“ [4]

Moscatel der ganadería Victorino MartínToro de la Vega 2009 (Foto: mundotoro)
Aber die Kunst! Was ist mit der Kunst? Die Kunst ist das Totschlagargument, mit dem sich der aficionado selbst die Grube gräbt. Die Kunst dient der Ausschmückung, der Verzierung, sie ist ein Element der Vervollkommnung, sie ist wie goldene alamares auf der chaquetilla, sie ist die Maraschino-Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Sie ist Kultiviertheit, Geschmack, Stil und Eigenart, doch sie ist nicht der Grund, warum die Menschen zu den Stieren gehen, weder bei der corrida, noch bei den festejos populares, sie war nie der Grund und wird es nie sein. Wer die Kunst im Zusammenhang mit der corrida de toros verwendet, hat meist nicht einmal definiert, was er damit meint. Hat er es, so versäumt er in der Diskussion mit seinem Gegenüber zu erörtern, was der denn unter Kunst versteht. Und so redet man aneinander vorbei und um den heißen Brei. Das Argument und die Konzentration auf die Kunst dienen dazu, die Grausamkeit, die bei jeder corrida de toros in mehr oder weniger starkem Maße für den Einzelnen wahrnehmbar ist, zu verbrämen und erträglich zu machen, so lange bis man sie erfolgreich verdrängt hat. Doch wer zu den Stieren geht, muss sich gerade diesem Aspekt stellen, der Grausamkeit. Jedes gewaltsame Töten eines Lebewesens hat etwas grausames, manchmal mehr, manchmal weniger, und für unterschiedliche Menschen auf verschiedene Art und Schwere. Solange der Mensch tötet, muss er sich der von ihm ausgehenden Grausamkeit bewusst sein und sie sich aktiv bewusst machen. Auch dazu dienen die Stiere.

Stellvertretend für die Vielzahl von festejos populares mit Stieren breche ich hier eine Lanze für den Toro de la Vega und für die Art und Weise, wie er von einer Gemeinschaft von Menschen zu Tode gebracht wird. Ob ich selber als Beobachter eines so ausgeführten Tötungsrituals das Geschehen ertragen könnte, gälte es noch unter Beweis zu stellen. Trotz allem: die festejos populares sind die direkten Vorfahren der corrida de toros, vielleicht ihre ungehobelten Verwandten vom Lande. Die mag man unangenehm finden oder vielleicht sogar hassen. Verraten oder umbringen darf man sie nicht.  

Im Übrigen: die Tradierung der Hintergründe und Bedeutung der althergebrachten Riten, Symboliken und Gebräuche, ihre Verteidigung gegen Angriffe und Abschaffung und das öffentliche Stellungbeziehen in Medien und Diskussionen in Spanien, wer übernimmt das?
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Quellennachweise:


[1] Rolf Neuhaus, Der Stierkampf, eine kleine Kulturgeschichte, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 2007
[2] Andreas Krumbein, Stierkampf und TierquälereiStierkampf - Corrida de toros, 2007
[3] Gunzelin Schmid Noer, Annelinde Eggert, Die Herausforderung der Corrida - Über den latenten Sinn eines profanen Rituals, Seite 99 bis 162 in: Kultur-Analysen - Psychoanalytische Studien zur Kultur. Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 1986

[4] Rolf Neuhaus, Der Stierkampf, eine kleine Kulturgeschichte, Insel Verlag, Frankfurt am Main, 2007

Weitere Informationen zu diesem Thema:

Offizielle Webseite: Patronato del Toro de la Vega

Reinhard Haneld, Taurosophie 
Karl Braun, Der Tod des Stieres, Fest und Ritual in Spanien, Verlag C. H. Beck, München, 1997
Lorenz Rollhäuser, Toros, Toreros, Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbeck bei Hamburg, 1990

Rainer Bischof, Heilige Hochzeit, Böhlau Verlag, Wien, München, Weimar, 2006

Sonntag, 18. September 2016

Un Agosto muy taurino (2)

2. Teil: Bilbao
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von Adrian Neville aus Nürnberg


Am nächsten Morgen dann ein kurzer Inlandsflug ins Baskenland. Zwei verschiedene Welten. Das heisse, ausgedörrte Andalusien, die fröhliche Feria mit Rumbas und Sevillanas, mit Flamencokleidern und Sombreros und dann im Landeanflug schon das satte, an´s Allgäu erinnernde Grün, die Berge und Wälder. Bilbao, die alte Industriestadt, die zu einer Kunst- und Designmetropole „umgekrempelt“ wurde. Vom Flughafen gleich zur PlazaVista Alegre“, ein Betonbau aus den frühen 60ern, der ganz seltsam auf einem Hügel liegt, zu dem eine steile Strasse führt. Interessant: die barrera sol kostete in Málaga 40€ (in Madrid 60€), und in Bilbao satte und freche 82€!!! Deshalb also tendido und Reihe 8 bis 12. Mit Plastikschalensitzen ausgestattet, eine sehr bequeme plaza
Vista Alegre ist mit einem aforo für 14.781 Zuschauer eine sehr bequeme plaza de toros
Ich war vor 2 Jahren schon mal in Bilbao zur Feria und machte den grossen Fehler, mich in einem Hotel in Zentrum einzuquartieren. In Málaga ist es nämlich so, daß die Feria nur tagsüber im Zentrum ist: Flamenco, Cartojalwein und Pferde, alles sehr folkloristisch und schön. Auch laut, aber am Abend verlagert sich alles in den „Recinto Ferial“ ein Festgelände in der nähe des Flughafens ca. 8 km vom Zentrum, wo dann bis zum Morgengrauen gefeiert wird. Nicht so in Bilbao (und das ahnte ich nicht)! Dort hört man hauptsächlich gerne Ska, Punk und Techno in voller Lautstärke und es hört nicht auf. Vor meinem Fenster (und „vor“ meint es wörtlich!) drei riesige Bühnen, auf denen bis fünf Uhr in der Früh nur so auf die Instrumente eingedroschen wurde. An Schlaf nicht zu denken. So suchte ich 2014 nach endlosen drei Nächten,  mir in der komplett ausgebuchten Stadt eine Absteige fünfzig Meter von der Arena.
2014 in der Zwei-Sterne-Absteige (links). 2016 im Vier-Sterne-Hotel am Meer (rechts).
2016 dann in sicherer Entfernung in einem Hotel im schönen Seebad Getxo ca. fünfzehn Kilometer nördlich von Bilbao. Von dort fährt im 5-Minuten Takt eine Strassenbahn in zwanzig Minuten ins Zentrum. Perfekt.

Im direkten Vergleich liegen zwischen beiden plazas ebenfalls Welten. Das festive, essende, trinkende und schwatzende Publikum der „Malagueta“ und nun Bilbao:
Oben Málaga, Unten Bilbao: Zwei Städte, zwei plaza de toros, zwei Welten.
Vista Alegre ist eine absolut ernsthafte plaza niemand isst oder trinkt während der corrida. Alles im ruedo wird sofort mit aplausos oder pitos kommentiert. Wehe der picador überquert die „raya“, den Ring der seinen Bereich markiert. Wehe der zweite puyazo wird nur angedeutet usw. Die Stiere sind wohl die am besten präsentierten toros in ganz Spanien (ausser Las Ventas in Madrid natürlich). 

Zu den banderillas spielt immer auf dem höchsten Rang ein kleines Trio aus Trommler und zwei Trompetern in weissen Hosen und Hemden und roten Baskenmützen seltsame Baskischen Melodien. Die banderillas sehen anders aus, sind nicht mit Papier geschmückt.
Das kritische Publikum in den tendidos von Vista Alegre in Bilbao
Mir gefällt es in Bilbao sehr. Hier wird die corrida durch und durch ernst genommen. Der Zuschauer kommt nicht zum feiern in die plaza  sondern um kritisch zu bewerten. Dabei ist er dennoch nicht so fundamentalistisch, wie der Madrilene in Las Ventas

Auch hier ein sehr guter Joselito Adame, ein grossartiger Ponce, ein katastrophaler MoranteDiego Urdiales, der hier letztes Jahr schon eine der faenas der Saison hinlegte, bekam nun endlich die dos orejas
Eine natural von dem matador de toros Diego Urdales
José Garrido, der vor zwei Jahren einen sensationellen Auftritt „en solitario“, also alleine mit (damals noch) novillos hinlegte, ist nun endgültig der matador de toros, den Bilbao verehrt.

Ein denkwürdiger Nachmittag! Es sollte ein höchst interessantes cartel werden: Drei „junge Wilde“ José Garrido, López Simón und Roca Rey. Die neue Generation, erstmals gemeinsam in einer corridaDurch Roca Reys schwere cogida in Málaga bedingt, entschied sich die empresa ein „mano a mano“ daraus zu machen, also zwei matadores gegen 6 TOROS 6. Dem Publikum missfiel das sehr, es gab Pfiffe beim paseíllo. Die Zuschauer hatten gehofft, dass das cartel durch einen interessanten dritten Mann ergänzt wurde. Hierfür bot sich Ginés Marín an, der Roca Rey zwei Tage zuvor vertreten hatte, und eine sehr gute Figur machte. Ein anderer Wunschkandidat war Javier Jiménez (ja, eben dieser, der in Málaga drei avisos kassiert hatte), der ein paar Tage zuvor oreja y oreja  in Madrid bekommen hatte! Tags kreisen um die arena verschiedene Gerüchte: Die apoderados von „El Cid“ hatten ihren matador als Ersatz angeboten. Ein ziemlicher Unsinn, dann damit wäre das cartel der „jungen Wilden“ ruiniert gewesen. Die empresa wollte Javier Jiménez, was aber López Simon´s Management rundum ablehnte. So blieb es beim mano a mano ...
Ein Seltenheit: Ein paseillo unter pitos des Publikums
Doch was für ein seltsamer Nachmittag! López Simón schienen die Pfiffe beim Einmarsch sehr nahe zu gehen. Nach einer sehr blassen Darbietung mit seinem ersten Stier, schleuderte es den Descabello Degen ins Publikum. Ein Mann in der vierten Reihe wurde (gottseidank nur leicht) am Arm verletzt und beschimpfte den matador.

Was dann folgte, habe ich in einer arena noch nicht erlebt: López Simon hatte eine „Ataque de angustias“, eine Art Nervenzusammenbruch. Blass und mit Tränen in den Augen, stütze er im callejón sein Gesicht in seine Hände. 
Der matador de toros  López Simon am Ende seiner Nerven
Seinen zweiten toro konnte er kaum entgegentreten. Pfiffe, der Grossteil des Publikums, begriff nicht, was los war. Er ging in die enfermería und kam nicht wider. José Garrido bestritt heldenhaft und kaltblütig die restliche corrida und bekam eine oreja.
José Garrido rettet den tarde de toros der jungen Wilden.
Die grosse Belohnung kam für ihn dann am an nächsten Tag – dos orejas und Puerta Grande. In letzter Minute, denn das encierro von der ganadería Fuente Ymbro war eines der schlechtesten, die ich jemals in einer arena erster Kategorie gesehen habe. 6 katastrophale Stiere 6! Der sobrero (auch Fuente Ymbro) war´s. Ein Traumstier und ein meisterhafter, absolut selbstbewusster José Garrido.

Das Experiment 13 corridas in 14 Tagen, bei dem ich vorab vermutet hatte, dass es mir eventuell nach der 8 oder 9 corrida zu viel wird, endete damit, dass ich am Tag 14 melancholisch dachte: das war´s dann schon! Schade...


Samstag, 17. September 2016

Kann man den Toro de la Vega mit Abtreibung vergleichen?




von Carlos Salvador


Der 1966 in Pamplona geborene Rechtsanwalt und Politiker Carlos Casimiro Salvador Armendáriz, aktuell Abgeordneter im spanischen Unterhaus, stellte in diesem Jahr eine Frage bei Twitter ins Netz, was einige Gemüter bewegte. SfA möchte den Inhalt hier einfach nur kommentarlos wiedergeben:

"Verbieten sie den Toro Vega weil ein Tier stirbt, 
weil sie es töten, oder aus beiden Gründen?
Wenn es so ist, müssten wir auch die Abtreibung verbieten, 
nicht wahr?"