Mittwoch, 8. Mai 2013

Ronaldo und die Stiere

Wenn der Stierkampf auch die Werbung erobert.
____________________________________________________________________






von Dominik Sachsenheimer 

Inspiriert von der Nachricht, dass Volvo einen Werbespot mit taurinischem Schwerpunkt dreht, sind im folgenden einige Filme zusammengfasst, die über die letzten Jahre hinweg in diversen Ländern westlich des Atlantiks mit der Stieren kokettiert haben, jeweils aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln.

Im ersten Beispiel setzt der Koffer-Hersteller Samsonite den Akzent auf die elegante Präzision des toreros sowie die stilistische bzw. stylische Zeitlosigkeit seines Handwerks. Die gleichen Eigenschaften – Präzision und zeitloser Stil – sollen mit dem Produkt assozieirt werden.


Samsonite in Madrid

Der Firma Samsonite wendet sich auch dem in Amerika sehr populärem Thema von San Fermín in Pamplona:

Samsonite in Pamplona

Die brasilianischen Bierbrauer von Brahama hingegen inszenieren eine ganz andere corrida: Die Fussballstars Ronaldo „spielen“ mit Leichtigkeit mit dem Stier, neckt ihn gar und endet in unbekümmerter Pose zwischen den Hörnern, die man von vielen matadores kennt. Ein solches Stadium der Leichtigkeit ist wohl nur nach Verzehr eben dieses Bieres zu erreichern. Man darf sich fragen, ob die Filmemacher wissen, dass die Fans eines solchen toreros besonders gerne und viel Bier trinken, oder ob die Verbindung zu den Stieren vor allem dank Ronaldos langer Jahre in Spanien (FC Barcelona 1996-97, Real Madrid 2002-07) zustande kam.


Es gibt sogar eine japanische Variante:


Auch der Protagonist des letzten Streifens kommt aus der Welt des Sports. Derek Rose ist Spielmacher der Chicago Bulls (sic!) und betritt das ruedo folglich in der Rolle des Stiers, der an allen möglichen toreros zu Fuss und zu Pferde vorbei rast, um so die Qualität seines Schuhwerks von Adidas unter Beweis zu stellen. Sicher der am wenigsten fachkundige Film, dafür aber ästhetisch gelungen.


Ganz neu, gerade fertiggestellt ein Spot der für einen torero wirbt. Genauer gesagt für den Auftritt des matador de toros Alejandro Talavante am 18. Mai 2013 in Las Ventas (Madrid)


So oder so wird deutlich, wie sehr die fiesta brava selbst über tausende Kilometer Wasser hinweg als Aushängeschild spanischen Lebens verstanden wird und mithin überall auf dem Planeten einen festen Platz als Weltkulturerbe einnimmt.
__________________________________________________________________
Siehe auch:

Dienstag, 7. Mai 2013

Indulto - wenn ein Stier begnadigt wird

Im Gegensatz zu den antitoristas haben zahlreiche matadores 
vielen Stieren das Leben geschenkt.
__________________________________________________________________









von Colin Ernst 


Ein begnadigter Stier: toro indultado
(Foto: mundotoro)
Das größte Glück für einen torero ist es, einen toro zu begnadigen. Das heißt, der Stier verlässt die plaza de toros nach der corrida lebend und kehrt, zur Freude seines Züchters, auf seine heimischen Weiden zurück. Im Fachjargon ist dieses Tier nun ein indultado. Der toro hat seine Tapferkeit, sein Durchhaltevermögen und seine Kampfeslust unter Beweiss gestellt. Wer sich näher mit Stieren befasst, weiß um ihre Gefährlichkeit. Er ist gut bewaffnet, mit seinen spitzen Hörnern und er weiss sie zu gebrauchen. Schon auf der finca hat er sie benutzt, um seine Ranghöhe in der Herde von Jungstieren zu sichern. Nicht selten findet der Züchter morgens einen verletzten oder verblutenden Stier vor, der sich bei den nächtlichen peleas, eine tötliche Hornwunde, cornada, zuzog. 

Der matador de toros El Cid begnadigt einen toro
der Zucht Fuente Ymbro
(Foto: mundotoro)
Die Hörner dienen nicht nur zum Kampf oder Verteidigung, mit ihnen kann er sich auch hervorragend das Fell kratzen oder Erde aufwühlen. Das Horn ist keine tote Materie, im Inneren befinden sich Blutbahnen und Nerven, dadurch kann er mit dem Horn fühlen. Führt man sich all dies vor Augen, addiert noch 500 bis 600 Kilo Kampfgewicht hinzu, erkennt man, das der torero einem handfesten Gegner, in der Arena , gegenüber steht. Was ist nun gefährlicher? Das 70 Kilo schwere Männchen, eben der torero, bewaffnet mit einem roten Tuch, das von einer Holzleiste (palillo) gehalten wird und einem Trainingsdegen aus Holz oder Aluminium, welcher keineswegs zum Töten geeignet ist...? Der Degen aus Stahl, kommt nur im Moment der estocada zum Einsatz. Oder was ist mit dem flinken Kerlchen, das ihm mit zwei angespitzten Holzstöckchen gegenübertritt und dessen Überleben nur von seinem Geschick und seiner Schnelligkeit abhängt... Auch mit dem picador und seinem Pferd würde der Stier schnell fertig, wenn letzteres nicht durch den peto geschützt wäre. Den Reiter würde der Stier gleich mit erledigen, denn mit seinem rechten Bein in einem Eisenschuh, ist er nicht grade beweglich. Wie kann es also sein, das ein paar Männer, mit nicht grade tauglichen Waffen, mit diesen gut bestückten 600 Kilo Tier, welches eine Antrittsgeschwindigkeit von ca. dreissig Stundenkilometer hat, fertig werden? 

Der matador de toros Enrique Ponce begnadigt einen toro
der Zucht Juan Pedro Domecq
(Foto: mundotoro)
Der toro hat, auf Grund der, seitlich am Kopf stehenden Augen, einen beschränkten Blickwinkel. Dies hat der torero gelernt zu nutzen. Mit dem Tuch, dessen äußerer Zipfel vor dem äußeren Auge des Tieres, bewegt wird, gaukelt man ihm den Gegner vor. Eine falsche Bewegung mit der muleta entscheidet über Leben und Tod. Die Kunst, die sich daraus ergibt, das der torero mit dem toro einen wahrhaften Tanz vollführt, sieht man nicht immer. Denn ein Stier lernt schnell. Besonders die Miura-Stiere sind deswegen gefürchtet. Sie scheinen recht schnell zu merken, das hinter dem Tuch kein fester Gegner steht und beginnen ihn mit den Hörnern regelrecht zu suchen. Grade bei novilladas landen die noch unerfahrenen, jungen toreros oft mit einer cornada im Krankenhaus. Aber auch erfahrene matadores werden oft schwerst verletzt, wie letztlich El Juli, oder El Nico

Der matador de toros Enrique Ponce begnadigt einen toro
und führt die estocada ohne den estoque aus
(Foto: mundotoro)
Wie zu Anfang erwähnt, ist ein indulto für den Züchter, sowie für den torero das höchste Ziel. Es ist die Kunst des toreros  den Stier an sich zu binden, ihm durchweg vorzugaukeln, das dieser Tuchzipfel sein Wunschziel ist. Er muss ihn aus seiner querencia, seinem bevorzugten Platz in im ruedo herauslocken und ihn dann mit den schönsten pases präsentieren. Wer schon mehrmals corrida gesehen hat, hatte vielleicht das Glück, einen guten torero mit einem guten toro verschmelzen zu sehen, das Ganze unter den Klängen eines paso doble. Ein harmonisches Schauspiel unter dem Aspekt seiner Gefährlichkeit. Der Zuschauer hält den Atem an, fasziniert ergibt er sich dem "duende", mitunter reißt es ihn von seinem Sitz, unbemerkt hat sich ein "Olé" aus seiner Kehle geschlichen - ein Schauspiel, von dem man nicht möchte das es zu Ende geht. Das Publikum fordert die Begnadigung - Zuschauer, Züchter und torero halten den Atem an, alle Augen sind auf den Präsidenten gerichtet man wartet auf das orangene Tuch, mit welchen dies gewährt wird. Für den matador ist dies zugleich der gefährlichste Moment. Mit der muleta in der linken Hand, dirigiert er den Stier in die gleiche Stellung, wie sonst im letzten Akt. In der rechten Hand hat er keinen Degen, sondern er wird dem Stier, unbewaffnet wie er nun ist, in der gleichen Art wie er sonst den Degenstoß ausführt, mit der bloßen Hand die Stelle berühren, wo sonst der Degen eindringt. Zwischen den Hörnern durch, in die Mitte der Schulterblätter. Der Degenstoß im letzten Akt, ist schon oft Grund für den Aufenthalt des toreros in der enfermería gewesen... Der Jubel in der plaza bei solchen, seltenen Schauspielen, wo die faena exzellent, der Stier einen überdurchschnittlichen Kampf geliefert hat, ist unbeschreiblich. Die Freude des Publikums, des ganaderos und des toreros mit seiner cuadrilla, ist fühlbar, die plaza de toros vibriert. Der Name des toros geht in die Geschichte ein, angesichts seinen Nachkommen wird man sich seiner erinnern, an den gloreichen Tag, an dem er die höchste Prüfung, die Mensch und Tier miteinander bestreiten können, mit Bravur bestanden hat.
____________________________________________________________

Anmerkung von SfA:

Das indulto ist ebenfalls im reglamento taurino, also dem Regelwerk für Stierkämpfe, festgelegt. Dieses sollte nur dann gewährt werden, wenn der toro allen Manövern ohne zu zögern gefolgt ist und der matador wie auch der ganadero bzw. der verantwortliche mayoral einem indulto zustimmen.

Montag, 6. Mai 2013

Und wenn es gar keine Tortur ist?

Antitaurinos benutzen für Ihre Werbekampagnen ein Vokabular, 
welches eigentlich nicht mal gerechtfertigt scheint.
_______________________________________________________________







von Philip de Málaga

Wir haben sie alle schon mal gesehen. Die Demonstrationen von antitaurinos die lautstark gegen die corridas wettern und nicht mal zögern die afición auf das Schlimmste zu beschimpfen. Und dabei gibt es immer wieder ein Wort dass in den Vordergrund gestellt wird. Tortura. Die toros wären keine cultura sondern tortura. Stierkampf sei keine Kultur sondern eine Tortur. Wenn man den letzten Satz gelesen hat erschliesst sich auch einem, wieso die Wahl auf dieses Wort fiel, es reimt sich auf cultura. Doch ist es auch angebracht?

(Foto: Dr. A. Krumbein)
Derjenige der die spanische Sprache beherrscht weiss, hinter tortura steht Folter. Auch in der deutschen Sprache kennen wir dieses Wort. Und die Frage scheint nicht ganz ungerechtfertigt, ist das wirklich Folter was man im ruedo einer plaza de toros zu sehen bekommt? Wohl kaum. Bei einer Folter wird vorzugsweise ein menschliches Wesen gefesselt um ihm dann schmerzhafte Leiden bewusst zuzuführen. Eines oder mehrere Individuen können sich nicht bewegen und sie sollen dabei Schmerzen empfinden. Ohne Frage ein Ereignis, was nicht zur Unterhaltung des Publikums dient und vor allem als ein politisches Instrument, wie bei der Inquisition, der Geheimpolizei oder anderen militärischen Gremien eingesetzt worden ist. Und letztendlich setzten sich die Folterknechte auch keiner Gefahr aus. Geschweige denn, sie setzten ihr Leben aufs Spiel.

(Foto: Martin Jürgens)
Bei den toros ist das anders. Schon der Name corrida erzählt von der agierenden Freiheit eines toros. Von correr, also laufen ist hier die Rede. Embestir, angreifen, das steht im Mittelpunkt. So sind es auch die toreros die sich der Gefahr aussetzen, von einem toro erwischt zu werden. Es liegt im Wesen der Stiere anzugreifen. Schon als kleine Kälber bekämpfen sie sich auf den dehesas untereinander um sich in ihrer Hierarchie zu behaupten.

Jedes andere Säugetier würde sich
vom picador abwenden.
(Foto: Boris Kahl)
Da wäre auch noch der picador zu nennen. Der toro greift ihn an. Manchmal sogar zwei- drei oder mehrmals. Und das, obwohl er die puya in seinem Nacken gespürt hat. Kein anderes Säugetier würde sich erneut den Schmerzen aussetzen wie der toro bravo. Das hat seine Erklärung, wie man an der Universität in Madrid herausgefunden hat. Stressfaktoren bei den toros sind eindeutig beim Transport weitaus höher als bei der lidia. Im Gegenteil, während der lidia sinken diese auf ein Minimum, insbesondere nach dem tercio de varas.

Nein, die corridas sind mitnichten etwas, was man als tortura bezeichnen kann. Es wird lediglich von den antitaurinos geradezu sensationsmäßig verwendet, um die taurinos in einem schlechten bis hin zu einem erbärmlichen Licht darzustellen.

Und was tun sie? In einer der letzten ZDF Nachrichtensendungen, dem heute-Journal konnte man diese Tage eine Reportage sehen, dass viele Spanier ihre Pferde nicht mehr halten können. In Zeiten der Krise können sie sich die edlen Vierbeiner einfach nicht mehr leisten. So leben sie teilweise unter erbärmlichen bis hin zu unterernährten Zuständen bis sie schliesslich in den Schlachthof kommen. Im letzten Jahr sollen es mehr als 80.000 Tiere gewesen sein, und kein Tierschützer weit und breit. Aber die toros die manchmal bis zu fünf Jahre ein herrliches Leben auf den dehesas führen, die stehen auf deren Abschussliste ganz oben. Und dabei sind es nicht einmal 8.000 toros bravos welche in einer plaza de toros sogar die Möglichkeit haben ein indulto zu erfahren, das Recht auf Begnadigung.
Toros auf der dehesa (Foto: Dr. Andreas Krumbein)

Sonntag, 5. Mai 2013

Volvo dreht Werbespot mit toros




von Philip de Málaga


Volvo dreht in der Provinz Salamanca seinen jüngsten Werbespot mit Stieren
___________________________________________________________________

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo dreht diese Tage in der 14.000 Seelen-Gemeinde Ciudad Rodrigo, im Westen Spaniens den neusten Werbespot für eines seiner Nutzfahrzeuge. Details wurden nicht verraten, ausser dass die Aufnahmen während mehrerer encierros organisiert werden, vor allem in der Calle San Juan und Plaza Mayor. Die Dreharbeiten finden auch vor Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ebenfalls soll es in diesem Spot keine bekannte Persönlichkeit geben, und damit bleiben die toros im Zentrum des Geschehens.

Samstag, 4. Mai 2013

Und sie sagen keiner geht mehr zu den Stierkämpfen




Philip de Málaga


20 Prozent mehr Dauerkarten in Nîmes
__________________________________________________________________

Simon Casas kann sich über volle tendidos freuen
(Foto: mundotoro)
Die einen sprechen vom "José-Tomás-Effekt" die anderen sehen darin ein steigendes Interesse an den toros. Und in der Tat ist es ein erstaunliches Ergebnis. In Nîmes wurden zur feria taurina um Pfingsten 15.000 entradas mehr verkauft als im letzten Jahr. Die Zahl der abonos ist um 20,48 Prozent gestiegen. Simon Casas. empresario von Nîmes versucht dabei allen gerecht zu werden: "Man muss sich halt auf alle konzentrieren. Zum einen auf die aficionados aber auch auf diejenigen die das erste Mal im tendido sitzen. Dann muss man die toristas befriedigen und diejenigen die wegen der figuras kommen."

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird Simon Casas mit José Cutiño der nächste empresario der Malagueta sein. Die afición von Màlaga kann sich darüber freuen, auch deswegen weil es durchaus möglich ist, dass José Tomás dort antreten wird.

Freitag, 3. Mai 2013

Prix International Hemingway





von Ursula de Baden 


Über den Einfluss eines Amerikaners auf französischem Boden.
__________________________________________________________________

Die Vereinigung Les Avocats du Diable Vauvert organisiert und vergibt seit 2004 den Prix International Hemingway. Jedes Jahr anlässlich der Feria in Nîmes wird eine unveröffentlichte Novelle eines französischen Autors oder eines Ausländers prämiert, welche sich mit der tauromaquia und deren Umfeld beschäftigt. Der Preis ist mit 4.000 Euro und einem abono für die kommende temporada dotiert. Ein Sammelband mit den besten Novellen wird im folgenden Jahr veröffentlicht.

Bisher wurden folgende Novellen prämiert:

2005 - Olivier Deck - Toreo de Salon
2006 - Olivier Boura - Pasiphae
2007 - Robert Bérard - Corrida de muerte
2008 – Zocato- Aréquipa
2009 - Antoine Martin - Le Frère de Pérez
2010 - Jean-Paul Didierlaurent - Brume
2011 - Robert Louison - Pas de deux
2012 - Jean-Paul Didierlaurent - Mosquito.

Druckausgaben 2006, 2007, 2008, 2009: Au diable vauvert.

Im Jahr 2006 ist sogar ein Sammelband erschienen, der über Amazon zu erhalten ist.

Der 9. Prix Hemingway wird am Samstag, 18. Mai 2013 auf dem Sand der Arènes de Nîmes im Anschluß an die corrida de toros am Nachmittag vergeben wird. Im September 2013 wird der neunte Sammelband mit den besten Novellen erscheinen. In diesem Jahr haben 29 Frauen und 135 Männer am Wettbewerb teilgenommen, viele davon zum ersten Mal.

Die Zeitung Midi Libre schrieb am 25. April 2013 dazu: Nîmes: Le prix Hemingway 2013 sur les  rails. = Nîmes : Le prix Hemingway 2013 ist im Anrollen.

In diesem Jahr sind 19 Texte in die Endausscheidung gekommen. Der Name des Preisträgers wird Samstag 18. Mai um 21 Uhr auf dem Sand der Arènes de Nîmes genannt werden. Neu ist in diesem Jahr, dass verschiedene Veranstaltungen rund um den Preis Hemingway organisiert werden. Die Lesung der Novellen der Finalisten, die immer sehr gefragt ist, wird vor der Feria am Samstag, 11. Mai um 20 Uhr in den chiqueros stattfinden.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Alternativa als "mano a mano"




von Ursula de Baden

Juan Leal (Foto: mundotoro)
Sebastian Castella
(Foto: mundotoro)
Am Sonntag den 19. Mai um 11:30 wird in der Arénes de Nîmes die alternativa eines jungen torero aus Arles stattfinden. Sein Name: Juan Leal. Der matador de toros Sebastián Castella wird padrino bei diesem feierlichen Akt sein. Diese alternativa wird etwas besonderes sein. Sie wird naemlich nicht in gewohnter Weise ablaufen, sondern in Form eines mano a mano. Eine Premiere in Frankreich! In Spanien fanden seit 1950 zwei alternativas in Form eines mano a mano statt. Die alternativa von Juan Leal durch Sebastián Castella wird also die Dritte in Europa waehrend eines halben Jahrhunderts sein.

Mittwoch, 1. Mai 2013




von Rafael Sánchez Ferlosio



"Wer sich einen cornada einfängt, 
hat diese sich auf jeden Fall verdient!

Jedoch sollte man feststellen, 
dass sich bei aller Grausamkeit der corrida
man sich auf keine Weise am Leiden der Tiere erfreut."

Rafael Sánchez Ferlosio
(spanischer Schriftsteller und überzeugter antitaurino)

_________________________________________________________
Quellennachweis:
Rafael Sánchez Ferlosio in einem Leserbrief in der spanischen Tageszeitung EL PAÍS, 25.06.1985
1927 in Rom geboren, berühmt vor allem wegen seiner Romane Abenteuer und Wanderungen des Alfanhui und Am Jarama, ausgezeichnet mit der Literaturpreisen Cervantes (2004) und  Premio nacional de Letras Españolas (2009),

Dienstag, 30. April 2013

Toros im eigenen Garten?

Über Claude Mounic, der seinen Garten in eine plaza de toros umwandelte
___________________________________________________________________





von Philip de Málaga und Ursula de Baden


Toros im eigenen Garten? Zur Zucht könnte man sich gerade mit viel Phantasie vorstellen, aber gleich um mehrere festejos taurinos zu organisieren, fällt schwer zu glauben. Und doch entspricht es der Wahrheit. In der damals etwas grösser als 1.000 Seelengemeinde Salleboeuf bei Bordeaux in Frankreich machte Claude Mounic seinen Traum zur Realität.

Claude Mounic
Er fing an sich für die mundo de los toros zu begeistern und wurde zum leidenschaftlichen aficionado. Doch nur in den tendidos zu sitzen um den corridas beizuwohnen, oder die toros im Fernsehen zu schauen war ihm einfach zu wenig. Er wollte mehr. Er wollte selbst solche novilladas veranstalten. Dass ihm die Rolle eines empresarios in einer plaza de toros verwehrt bliebt hielt ihn aber nicht davon ab, seinen Weg trotzdem zu gehen. Als dann 1970 die plaza de toros von Le Bouscat abgerissen worden ist, blickte er in seinen Garten und stellte fest, dann machen wir es eben hier. Doch die Sache hatte einen Haken, dem Bürgermeister gefiel diese Idee so ganz und gar nicht.

Garten der toros
Claude Mounic war Mitglied des Cercle taurin Goya mit seinen hundertvierzig leidenschaftlichen Anhängern der mundo de los toros. Und als der Franzose seinen Gefährten von der Idee erzählte waren alle hellauf begeistert. Man beschloss das Projekt anzugehen. 1973 reichte man auf offiziellem Wege den Antrag für die Bauerlaubnis ein. Und obwohl diese noch nicht vorlag begannen sie den Garten von Mounic in eine plaza de toros umzuwandeln. Ganze zwei Jahre hat es gedauert, bis eine runde Mauer mit montierten Sitzplätzen erkennen liess um was es sich hier handelt: Ein ruedo für die toros. Die plaza war also fertig, aber eine Erlaubnis vom Rathaus lag immer noch nicht vor.


Roberto Bermejo aus Zaragoza
Es vergingen weitere sieben Jahre und die Herren der öffentlichen Ämter hüllten sich immer noch in Schweigen und so beschloss man Nägel mit Köpfen zu machen, und setzte für den 8. Mai 1982 die erste novillada an. Und richtige toreros gaben sich ein Stell dich ein: Die Franzosen Didier Godin, Tonio Rivas, Gitanillo und der Spanier Roberto Bermejo. Die novillos kamen von der ganadería Amparo de Gajac de Bazas.

Doch bevor die novillada sin picadores beginnen konnte gab es ein anders Problem zu bewältigen. An die fünfzig antitaurinos versuchten zu stören um das festejo taurino zu verhindern. Schliesslich sogar mit der Unterstützung der Gendarmerie. Obwohl es sehr gewalttätig zuging, und der novillero Tonio Rivas schwer verletzt und blutend ins nahe liegende Hospital gebracht, wurde, machten die mehr als sechshundert aficionados unmissverständlich klar, dass sie sich hier nicht davon abringen lassen ihrer pasión nachzugehen. Immerhin sei dieses auch ein Privatgrundstück. Gesagt, getan, die novillada fand statt. 

In den nächsten acht Jahren veranstaltete der Cercle taurin Goya alle zwei Monate eine novillada sin picadores mit fast immer denselben novilleros und preiswerten entradas. Erst 1990 beschloss die Präfektur diesen illegalen corridas ein jähes Ende zu bereiten, und forderte den Verein auf, unverzüglich die festejos taurinos einzustellen. Schweren Herzens folgte der Cercle taurin Goya dem städtischen Anliegen. Die privaten novilladas waren hiermit beendet.

Doch so ganz wollte sich Claude Mounic nicht geschlagen geben. Wenige Jahre später begann er an einer anderen Ecke seines Grundstück ein riesiges Loch, mit einem Durchmesser von fünfzig Metern auszuheben. Rund herum, oben auf der Böschung hatte er Sitzreihen befestigt. 1990 war seine neue plaza de toros fertiggestellt und erneut stellt sich die Präfektur quer. Und so verkauft der resignierte Franzose sein Grundstück.

Doch einen kleinen Wermutstropfen gab es trotzdem. Der Bauträger, der das Grundstück erworben hatte nannte den Platz "Allée des Arénes", in Andenken an die novilladas von Claude Mounic
______________________________________________________________
SfA bedankt sich bei Ursula de Baden aus Österreich, 
welche mit ihrem Einsatz und ihren Recherchen zu diesem Thema
diese Reportage überhaupt erst ermöglicht hat.

Montag, 29. April 2013

Der User ist der Protagonist von Tentaero





mit Jorge Machuca Charro


Der 46-jährige Madrilene wohnt seit fünfundzwanzig Jahren im andalusischen Puerto de Santa María und dort fühlt er sich mittlerweile auch zuhause. Der lizenzierte Jurist ist seinem erlernten Beruf nie nachgegangen und hat sich im spanischen Wirtschaftsleben integriert. Seit fünfzehn Jahren arbeitete er mit Juan Luis Cabeza an verschiedenen Projekten, bis sie gemeinsam im letzten Sommer die Firma Kurro World S.L. gründeten, aus der heraus das heutige soziale Netzwerk Tentaero entstand. Jorge Machuca Charro stellt sich den Fragen von Philip de Málaga.

SfA: Wie ist die Idee eines sozialen Netzwerkes für die mundo de los toros enstanden?

Das Logo des neuen sozialen Netzwerkes
Jorge Machuca: Die Entstehung von Tentaero ist eigentlich recht kurios. Mein Geschäftspartner Juan Luis Cabeza und ich hatten damals ein Projekt begonnen, was überhaupt nichts mit den toros gemeinsam hatte, bis wir José Manuel Molina, von der Firma Pages (Real Maestranza de Sevilla) trafen. Er war es, der uns darüber informierte, dass die mundo de los toros eigentlich eine Plattform benötigte, wo sich die aficionados untereinander frei austauschen konnten, die Möglichkeit haben ihre Gefühle auszudrücken und ihrer Pasion nachzugehen, ohne ständig von antitaurinos bedroht und beleidigt zu werden. Nach den entsprechenden Marktstudien beschlossen wir, uns auf dieses "Heilige Abenteuer" einzulassen.

SfA: Wie kam es zu dem Namen?

Jorge Machuca: Das ist ganz einfach. Dabei handelt es sich um einen taurinischen Begriff, tentadero, aber eben nur andalusisch ausgesprochen. Wir rühmen uns der andalusischen Wurzeln und wollen den Namen unserer Erde auf diese Weise in die Welt tragen.
Jorge Machuca
nämlich

SfA: Was ist das Hauptziel von Tentaero?

Jorge Machuca: Unser Hauptanliegen ist die Verteidigung, die Förderung und die Verbreitung der wesentlichen Werte der mundo de los toros. Dabei ist unserer wichtigste Anliegen, dass der User der wichtigste Protagonist von Tentaero sein soll. Er ist derjenige, der letztendlich den Inhalt des Portals bestimmt, der die Erlebnisse, die Gefühle, die Eindrücke beschreibt, Kommentare erfasst, Bilder einstellt ...

Die Aufgabe von Tentaero ist es, die entsprechenden Mittel zur Verfügung zu stellen, wie zum Beispiel "Tentaero TV", "Tentaero Radio" etc. Ein weiteres und wichtiges Ziel unseres Netzwerkes ist es, zur Förderung und wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen, was bedeutet, auf unserer Webseite Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die im Interesse der User liegen und einfach zu handhaben sind.

SfA: Wie lange hat es gedauert, bis dieses Portal fertiggestellt worden ist?

Jorge Machuca: Sechs Informatik-Ingenieure haben daran sieben Monate gearbeitet.

SfA: Wie setzt sich das Team von Tentaero derzeit zusammen?

Jorge Machuca: Unser Team besteht derzeit aus elf Mitarbeitern: Informatik-Ingenieure, Anwälte, Werbefachleute, Experten für soziale Netzwerke, Wirtschaftskräfte, Leute für Öffentlichkeitsarbeit ...


Wir alle arbeiten hart daran, damit unser Traum Wirklichkeit wird.

SfA: Wie finanziert sich Tentaero?

Jorge Machuca: Bis jetzt stehen hinter den Investitionen lediglich mein Partner und ich. Aber seit einiger Zeit bekommen wir immer mehr Anfragen von Unternehmen, die mit bei uns einsteigen wollen. Jedoch behalten wir uns vor dieses alles erst einmal ausführlich zu studieren, denn die Philosophie von Tentaero steht immer im Vordergrund und die Interessenten sollten dabei zwei Voraussetzungen erfüllen: Ihren Beitrag zur Technologie und der vollkommene Respekt gegenüber der mundo de los toros.

SfA: Wie sieht die Zukunft für Tentaero aus?
Jorge Machuca

Jorge Machuca: Wie Tentaero zum Anfang aufgenommen worden ist hat unsere optimistischsten Erwartungen weit übertroffen. Zahlreiche positive Zuschriften erreichten uns, auch aus verschiedenen Ländern (Frankreich, Portugal, México, Venezuela, Kolumbien, Peru, etc.). Unser Projekt wurde herzlichst von taurinos wie aficionados aus der ganzen mundo de los toros angenommen. Und so sehen wir ziemlich optimistisch eingestellt in die Zukunft.

SfA: Wo will Tentaero hinkommen?

Jorge Machuca: Natürlich ist es unser Ziel zum führenden sozialen Netzwerk der mundo de los toros zu werden. Da wollen wir aber mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben, denn schliesslich erkennen wir sehr wohl, dass es die User sind, die im Mittelpunkt von Tentaero stehen.

SfA: In welcher Beziehung stehen sie zu den toros, ausser natürlich mit Tentaero.

Jorge Machuca: Als wir mit diesem Projekt begonnen hatten, weder ich noch mein Partner Juan Luis hatten irgendwelche Beziehungen zur mundo de los toros. Und wie ich schon Eingangs erzählt habe, es war José Manuel Molina der uns geradezu dazu verdonnerte mit diesem Abenteuer zu beginnen ... und geheiligt sei die Stunde in der er es tat.

SfA: Vielen Dank für das Interview.

Jorge Machuca Carro
Jorge Machuca: Ich würde gerne noch die Gelegenheit wahrnehmen und herzliche Grüsse nach Deutschland schicken und alle einladen über Tentaero zu erkennen, dass die mundo de los toros Kultur ist, sie dem Schutz der Umwelt dient, als ein Motor der wirtschaftlichen Entwicklung aktiv ist, und vor allem sind die toros KUNST und PASSION. Schon bald werden wir in der Lage sein uns an sie in Ihrer Sprache zu wenden, denn in Zukunft soll Tentaero in deutscher, englischer, französischer, portugiesischer und chinesischer Sprache zugänglich sein.

Das Team von  SfA wünscht Tentaero viel Erfolg für die Zukunft.

______________________________________________________________
Anmerkungen:

LINK: www.tentaero.com

Siehe auch: Tentaero, das soziale Netzwerk des Stierkampfs

Sonntag, 28. April 2013

Tentaero - das soziale Netzwerk des Stierkampfs




von Philip de Málaga


Seit letzten Donnerstag ist es online, das taurinische Netzwerk aus Andalusien
___________________________________________________________________

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit bis es dazu kam. Die Idee dazu hatten schon viele. Doch zur Umsetzung kam es erst jetzt. Am letzten Donnerstag ging das erste taurinische Netzwerk online.

Der Name ist eine leichte Abwandlung von tentadero. Eigentlich nicht mal eine Abwandlung, sondern lediglich andalusisch ausgesprochen.

Die Stiere im Netz, so richtig neu ist es eigentlich  nicht. Aber im Netz und unter sich, das ist die neue Idee. Antitaurinos versuchen schon seit langem in Deutschland und Europa mit persönlichen Beleidigungen interessierte Personen von der mundo de los toros fern zu halten. Auch in Foren, wie zum Beispiel dem Spanienforum, wurden die taurinos schlimmsten Rufkampagnen ausgesetzt, ohne das die Moderatoren eingegriffen haben. Doch SfA hat sich dagegen gewehrt, und zwar dürfen derzeit die Leser in den Foren nichts mehr über die Wahrheit der toros erfahren, aber  wer interessiert ist, hat zum einen die Möglichkeit sich bei SfA zu informieren und, das ist neu, bei Tentaero sich mit Gleichgesonnenen auszutauschen.


__________________________________________________________

__________________________________________________________


Keine Pro & Kontra Plattform, denn hier geht es um die toros. Hier schreiben diejenigen mit, die auch etwas davon verstehen. Kein öffentliches Forum. Wer mitreden bzw. mitlesen will, muss sich erst einmal anmelden.

Und wer eingeloggt ist, dem öffnet sich die mundo de los toros. Für all diejenigen, die von der afición gepackt sind, und sich auch in der Welt der Stiere auskennen.

¡Bienvenidos al mundo de los toros! Willkommen in der Welt der Stiere! Endlich können sich alle weltweit austauschen, die da mitreden wollen und vor allem deswegen, weil sie über einen entsprechenden Erfahrungsschatz verfügen. Sie kennen sich aus, sie haben es erlebt. Sie wissen, was es bedeutet einem toro gegenüber zu stehen, sie haben den duende erfahren, sie kennen toreros, empresarios, ganaderos, aficionados .... sie können definitiv dazu beitragen, damit Neulinge der tauromaquia beginnen zu verstehen um was es hier eigentlich geht.

Und selbstverständlich ist SfA auch dabei. Gleich in der ersten Reihe. Und alle aficionados von SfA sind herzlichst eingeladen sich nicht nur bei Tentaero zu registrieren, sondern sich auch der Gruppe von SfA - la afición de Alemania anzuschliessen:
Dann haben Sie auch die Möglichkeit sich gegenseitig auszutauschen. Darüber zu sprechen wer denn nun der beste matador der Gegenwart ist, welche suerte am meisten beeindruckt, welche toros so richtig gefährlich daher kommen, und, und, und ....

Das alles haben wir einem Mann zu verdanken. Don Jorge Machuca Charro. Gründer und Geschäftsführer der Plattform Tentaero. Grund genug ihn und seine Vision mal im TAUROTALK vorzustellen. Demnächst hier bei SfA. Pronto en SfA.