von Philip de Málaga Die erste Instanz in Salamanca verurteilt einen empresario, dass er alle toreros für die TV-Übertragung auszahlt.
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Die erste Instanz von Salamanca verurteilte den empresarioDon Manuel Leira Martín zu einer Zahlung von 16.676,33 Euro an die Unión de Picadores y Banderilleros españoles. Diese Zahlung sei gerechtfertigt, weil drei corridas (21/8, 28/8 und 2/9) im Pay-TV Canal+toros übertragen worden seien und der empresario dementsprechend vom Fernsehsender ausgezahlt worden sei. Die Hauptschuld bei dieser Zahlungsverweigerung wird eindeutig dem empresario und nicht dem Unternehmen vorgeworfen. Krise hin oder her, auch toreros haben ein Recht darauf etwas zu verdienen. Und empresarios sollten stets bedenken, ohne toreros läuft gar nichts für sie. Eine plaza de toros ohne toros und toreros ist einfach nichts wert. Das müssen auch mal diese Herrschaften jener empresas verstehen.
von Philip de Málaga Der Regisseur JuanLebrón plant mit dem matador de torosMorante de la Puebla einen Film zu drehen
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Der Professor und Stierkampfexperte Víctor J. Vázquez bezeichnete der matador de torosMorante de la Puebla als barrocken torero mit genetischer wie klassischer Veranlagung. Wenn er agiere sei es eher rauschhaft, dionysisch als apollinisch. Sein Stiel mit den toros zu arbeiten pendelt zwischen einem El Gallo und Belmonte. Ein torero, der während der lidia seinen Körper vergisst und ein wahrer Manierist sei.
Morante de la Puebla zwischen Belmonte und El Gallo
Ein Grund mehr für den Regisseur Juan Lebrón sich diesem Ausnahmetorero zu nähern. Schon bei ihrer ersten Begegnung in Sevilla waren sie sich einig. Es würde definitiv zu einer Zusammenarbeit kommen. Was Lebrón besonders an Morante gefiel war seine pureza. Der Regisseur, der vor allem mit seine künstlerischen Dokumentarfilmen über Flamenco, Sevillanas und die Karwoche sich einen Ruf verschaffte, verkündete: "Als ich ihn traf hatte ich wieder dieses einzigartige Gefühl wie vor 25 Jahren, als ich diesen grossartigen wie puren Künstler und Flamencosänger Cameron interviewte." Es sei ein optimaler Moment für eine solche Dokumentation, wo sich die tauromaquia zu einer wahren Legende entwickelt. Ziel sei es die arte del toreo als einen wunderbaren Traum und als Abstraktion unserer Kultur darzustellen.
Auf dem Weg ins Kino?
Zwar sei die Finanzierung noch nicht gesichert, aber man arbeite daran. Denn Lebrón möchte mit zahlreichen Kameras arbeiten und ein hohe Bildqualität abliefern. Dabei möchte er den matador de toros die gesamte nächste temporada begleiten. Gerade in diesen Zeiten, wo Morante in Lateinamerika triumphiert hat der Regisseur nicht nur die spanischen aficionados im Visier, es soll ein Dokumentarfilm entstehen, der ein internationales Publikum anspricht. So kann er sich auch vorstellen, diesen Film in der grössten plaza de toros der Welt in der Monumental de México uraufzuführen.
Das Portal SOS Galgos will es wohl besser wissen
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von Colin Ernst
Von dem Portal SOS-Galgos wurde dem Beitrag "Tercio de varas" - oder wie man dem Stier den Schädel bricht ein Artikel von mir, über die Verbesserung des tercios de varas kritisiert… Abgesehen davon, das sich ein Pro-Stierkampf Mensch darüber Gedanken macht, wie man unnötigen Schmerz für das Tier vermeiden kann, war ihre vermeintliche Kritik einmal mehr etwas haltlos. Das viele toros sich Schädelfissuren zuziehen, liegt in ihrer Natur, denn mit dem, mit den Hörnern bewaffneten Schädel, gehen sie auf ihre Gegner los. Nach drei bis vier Jahren im campo, verschiedenen peleas mit ihren Artgenossen, kann so etwas vorkommen. Der eiserne Steigbügel, der nicht mehr wie fünf bis sechs Kilo wiegt, wenn überhaupt, kann wenig mehr Schaden anrichten, als der Stierkollege mit seinen 500 Kilo Kampfgewicht beim Aufprall. Würde ein picador gezielt nach dem Kopf des toros treten, um ihn ernsthaft zu verletzen, müsste er die knapp ein Euro große Stelle an der Stirn treffen und der Stier würde auf der Stelle tot umfallen. Beobachtet man den Angriff des Stiers auf das Pferd, geht der toroauf die Schulter des Pferdes los – da ist kein Steigbügel weit und breit. Misslingt das perfekte Heranführen des toros ans Pferd und der Stier nähert sich der Breitseite in Rippenhöhe, zieht der picador seinen Eisenstiefel zurück und hoch, damit ihn der Stier nicht am Bein trifft, was mitunter zur Folge hat, das der Steigbügel lose am Sattel herunter baumelt. Nicht mehr und nicht weniger. Abgesehen davon, greift ein „wohlerzogener Stier“ an, indem er den Kopf senkt. In diesem Moment befinden sich Kopf und Hörner außerhalb jeglicher Reichweite des „bösen“ Steigbügels. Schaden wird dem Stier durch den falschen oder schlechten Gebrauch der vara zugefügt, über den Steigbügel würde der toro bravo lachen.
von Philip de Málaga Die konservative Zeitung zeichnet den matador de torosEl Cid aus
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(Foto: mundotoro)
Der matador de toros Manuel Jesús Sid Sala "El Cid, geboren 1974 in Salteras in der Provinz Sevilla, wurde von der konservativen Zeitung ABC in Madrid mit einem Ehrenpreis für die tauromaquia ausgezeichnet. Er sei einer der wichtigsten und überzeugendsten Protagonisten dieser temporada gewesen. Eines der Hauptmotive für diese positive Bewertung sei die faena in Madrid gewesen, wo der matador es verstanden hat mit der muleta zu arbeiten, den toro zu verstehen, obwohl er letztendlich mit der estocada versagt hatte. Bei der Entscheidung überzeugte vor allem die Übertragung des toreo in die tendidos.
Nach diestroMiguel Ángel Perera, dem französischen matador de torosSebastian Castella, den maestrosEnrique Ponce und José María Manzanares und dem ganaderoVictorino Martín ist El Cid der sechste Preisträger aus der Szene taurino.
Viele toreros bessern sich ihre nicht existierenden Einnahmen als sogenannte sobresalientes auf. Dies sind toreros, die einspringen müssen, wenn die Hauptakteure außer Gefecht sind. Auf eine tragische Geschichte bin ich bei meinen Recherchen gestoßen:
Madrid, 25 Mai 1975, eine corrida, mano a mano mit den matadores de torosRuiz Miguel und Antonio Jose Galan. In den chiqueros wartenden die toros von Alonso Moreno und einer der ganaderíaEl Jaral de la Mira. Ruiz Miguel erwischte der dritte toro, so blieb der Rest der corrida für Galan, der vom fünften Stier in die enfermería befördert wurde. Nun musste der sobresaliente her.
Julian Gonzalez de Mata, der nach seiner alternativa nicht weitergekommen war, stand an diesem Tag, für ein paar Peseten zur Verfügung. Er hatte immer noch sein carnet de torero, und die paar Peseten waren ihm stets willkommen, wenn er in Ausnahmefällen mal einen toro töten musste. Er hielt sich zwar fit für diese corridas, aber sein Job als Taxifahrer erlaubte ihm nicht, wie die Kollegen, den ganzen Tag zu trainieren. Nun stand er in der plazaLas Ventas, mit dem Papier eines professionellen toreros und der Kondition eines Taxifahrer.
Nun, den verbleibenden fünften Stier von Galan, tötete er so gut, wie er eben konnte, aber es war jedem klar, das er mit dem sechsten total überfordert war. Eine komplette lidia ist etwas ganz anderes, als nur den verbliebenen toro zu töten. Unter den Zuschauern befand sich auch der matador de toros, Jaime Ostos, der versuchte den Präsidenten zu überreden, die unglückselige corrida abzubrechen, aber ohne Erfolg. Der presidente dachte gar nicht daran. Auch die tendidos bekundeten ihr Interesse, den sobresaliente von seiner Verpflichtung frei zu sprechen. Ein anderer matador, Bartolomé Sánchez Simon, sprang ins ruedo, bot sich an den toro zu übernehmen - er wurde verhaftet! Espontaneos sind bei Gefängnisstrafe verboten. In diesem Fall hatte der Spontane aber eine gültige Torerobescheinigung (carnet de profesionales de toreo). Die Tragödie nahm seinen Lauf. Julian de Mata nahm den toro der El Jaral in Empfang, mit der capote, seiner Verpflichtung nachkommend. Der zum Taxifahrer konvertierte torero, oder der zum Taxifahrer gewordene torero, war ein Spielzeug zwischen den pitones (Hörner) des Jarals.
Ruiz Miguel erschien am nächsten Tag zu einer corrida, Galan präsentierte sich 48 Stunden später, während Julian de Mata, tagelang mit dem Tod kämpfte. Sein Schicksal gab Ausschlag, das reglamento taurino, betreffend der Konditionen für die sobresaliente zu überdenken und zu ändern.
von Philip de Málaga Gestern ein indulto in Latacunga
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Am Samstag wurde von dem matador de torosEl Fandi in Latacunga im Andenhochland von Ecuador bei einem No hay billetes einen toro begnadigt. Der torero aus dem spanischen Granadaindulta den vierten toro von der ganaderíaTriana mit dem Namen Choronga. Mit seinen 460 Kilo folgte dieser allen Aufforderungen der capa und der muleta. Beim Setzen der banderillas vibrierten die tendidos. Dann die faena, alles schien zu gelingen. Ob mit der Rechten oder der Linken, El Fandi verstand es den toro zu dominieren und ihm gleichzeitig zu seiner bestmöglichen Leistung zu führen. Dos orejas y rabosymbólico.
Wer sich Gedanken um und über den Stierkampf macht, kommt eigentlich nicht am tercio de varas vorbei. In älteren Videos, sieht man die toros mitunter drei Mal mit voller Kraft, den picador und sein Pferd angreifen. Heute ist er oft schon nach der ersten Begegnung mit der pica zu geschwächt, um am Ende ein gutes Bild bei der Faena mit der Muleta abzugeben. Liegt es an den „herunter gezüchteten“ Stieren, die nicht ausreichend auf die corrida vorbereitet sind? Nun das könnte ein Grund sein. Eine gute Aktuation des picadores hängt vom fachgerechten Gebrauch der vara, der Lanze ab. Mehrfaches hineinstoßen in den morillo des Stieres, der mit gut 500 Kilo Kampfgewicht gegen das Pferd und die Lanze antritt, verursachen unschöne und unnötige Verletzungen. Die Spitze der Lanze (vara), die sogenannte Pyramide ist nicht allzu lang. Danach kommt ein Stück, welches mit einer Hanfkordel fest umwickelt ist, cuerda encolada genannt. Das Ende der Spitze formt das sogenannte cruceta, der Querbalken, welches tieferes Eindringen in das Fleisch verhindert.
Soweit hat sich wenig geändert im Geschäft des picadores. 1929 wurde der peto, der Schutzanzug des Pferdes eingeführt, das Alter und das Gewicht der Stiere reglementiert, auch die Pferde wurden schwerer. Die Präsentation des Stiers in den varas wurde von drei auf zwei heruntergesetzt, und die puya, die Lanzenspitze etwas gekürzt. Geblieben sind 8,75 cm Lanzenspitze. In meinem Artikel bei SfA über die Heilung der indultos im campo, habe ich berichtet, das der eigentliche Stich mit dieser kleinen Spitze nicht die Ursache, für die mitunter tiefen Muskelrisse sind. Sondern der Aufprall des, mit hoher Geschwindigkeit und viel Gewicht zitierten Aktes.
(Foto: Dr. Andreas Krumbein)
Nun sind ein findiger picador und sein Freund auf die Idee gekommen, die Spitze einer vara so zu präparieren, wie einen Bleistift. Ohne Knopfdruckfunktion. Jedes Mal wenn die Spitze auf einen Widerstand trifft, zieht sie sich in den Kanal der Lanze zurück. Das heißt nicht, das der Stier keine Verletzung erfährt. Aber auf diesem Wege ist wirklich nur die Obere Hautschicht ge.- und betroffen. Zur Zeit wird die von dem picador „Chamorro“ erfundene Veränderung auf der finca der Züchterin Aurora Algarara ausprobiert. Mit eindeutigem Erfolg. Die toros halten die faena besser und länger durch. Stiere, die als Deckstiere geprüft werden, haben nur eine oberflächliche Verletzung, die leichter zu behandeln ist, was auch für die zukünftigen Mutterkühe eine gute Nachricht sein dürfte.
Ich persönlich bin gegen die Abschaffung des tercio de varas, und würde so eine Änderung positiv sehen. Besonders in Anbetracht von drei Aspekten: Der toro hat eine gerechtere Chance sich dem torero zu stellen, was uns aficionados vielleicht einige unschöne Bilder im letzten tercio erspart. Und diese Verbesserung verschafft uns vielleicht einen kleinen Pluspunkt in der Welt, die sich gegen die tauromaquia stellt. Für den toro selbst, dürfte es weniger schmerzhaft sein, seine Rasse, seine bravura zu zeigen und zu entfalten.
So richtig populär wurde der maestro erst nach seiner cornada im rechten Auge. Den Piraten nennt man ihn und er füllt die tendidos wie kaum ein anderer und fast alle Medien berichten mehrfach von ihm. Ein torero mit klaren Ideen, viel Emotivität und nicht umsonst führt er den spanischen escalafón an. Seine Bilanz: 79 festejos mit 164 reses, 148 orejas, 2 rabos und zwei indultos! Juan José Padilla, geboren 1973 in Jerez de la Frontera, seit 1994 matador de toros, stellt sich den 10 Fragen 10 von mundotoro:
1. Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?
Den jungen empresarios einen leichteren Weg zu ermöglichen.
2. Dein Lieblingsrezept?
Carillera (Wangenfleisch) in Rotwein ... da werde ich verrückt, das gefällt mir.
Gott sei Dank habe ich zahlreiche davon schon erleben können. Aber ich träume noch weiterhin von einem mano a mano mit dem maestroRafael Ortega.
4. Bist Du ein Freak von etwas?
Nein, mir gefällt auch diese Bezeichnung nicht.
5. Was stört Dich am meisten?
Ich bin nicht nachtragend, und ich vergesse schnell alle Ärgernisse. Darum kann ich mich auch nicht mehr erinnern, was mich am meisten gestört hat.
6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?
SpongeBob Schwammkopf, weil es meine Kinder sehen. Aber ich habe früher natürlich Tom Sawyer verfolgt und hatte mächtig Spass dabei ... hahaha.
7. Ein Bekenntnis?
Die immense Freude zu leben!
8. Was scheint Dir lächerlich?
Das wir es nicht verstehen uns selbst zu akzeptieren. Eine Eigenschaft die man nirgendwo anders auf der Welt findet.
9. Wie rufen sie Dich?
Sie nennen mich weiterhin Panaderito.
10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?
Noch einige Monate, hahaha ... diese temporada war für mich zu kurz. Ich habe sie sehr intensiv erlebt und mich zur Nummer 1 des escalafón hochgearbeitet und somit einen weiteren Traum erfüllt.
Wie jüngste Fotos verraten, bereitet sich der maestroJosé Tomás im mexikanischen campo auf eine mögliche reaparición vor. Schon seit einigen Wochen begab sich der torero aus Galapagar nach Mexiko um sich intensiv auf sein Comeback vorzubereiten. Er nahm an zahlreichen toreo de salónesund tentaderos teil. Laut dem Portal mundotoro befinde sich der diestro in sehr guten physischen Konditionen. Die wenigen, die das Glück hatten dabei zu sein bestätigten seinen guten Zustand und gehen davon aus, das der maestro sehr bald wieder im ruedo stehen wird.
von Philip de Málaga Die empresarios aus Sevilla haben klar Stellung bezogen Um die tauromaquia zu zerstören bedarf es nicht einmal der antitaurinos
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(Fotos: mundotoro)
Jeder weiss es. Zu den toros zu gehen, besonders wenn die figuras antreten ist nicht gerade ein günstiges Vergnügen. Aber auf der anderen Seite müssen die Kosten eben abgedeckt werden. Die empresarios der Real Maestranza von Sevilla, Don RamónValencia und Eduardo Canorea äusserten sich diese Woche bezüglich der Kosten. "Wenn die fiesta nicht behutsam mit sich umgeht, wird sie sterben. Manzanares, Morante, El Juli, Perera was bilden sie sich überhaupt ein? Sie befinden sich schon im Limbus und wenn diese Herrschaften es nicht schaffen mit beiden Beinen wieder auf der Erde zu stehen wird alles mal ein Ende haben. Um die tauromaquia zu beenden benötigen wir nicht einmal die antitaurinos, es sind die taurinos selbst, die wie Skorpione agieren und sich gegenseitig mit Sticheleien versuchen fertig zu machen." Klare Worte von einflussreichen empresarios, die damit vor allem die Unnachgiebigkeit und die Passivität aller Beteiligten kritisieren. Mit dieser Haltung können man der wirtschaftlichen Krise in diesem Sektor nicht entgegentreten. Die finanzielle Situation sei ziemlich ausgedörrt und keiner unternehme etwas um eine Strategie für die Zukunft zu entwickeln. "Es ist von ungeheurer Bedeutung die Preise der entradas zu senken. Dies sei aber derzeit nicht möglich, solange die Kosten für die fiesta nicht gesenkt werden können. Die toreros verweigern eine jegliche Zusammenarbeit, die ganaderos liegen am Limit ihrer Kalkulationen, die subalternos denken nicht mal an ein Zugeständnis und auch die propietarios der plaza de toros verfügen nicht über genug finanziellen Spielraum." Jeder sollte einen kleinen Schritt entgegen kommen. Das würde letztendlich viel bringen. Aber wie gesagt, alle zusammen.
Für die nächste temporada hätte man sich schon geeinigt, dieselben Zahlungen an die toreros zu leisten wie in diesem Jahr. Gerne würde man auch den matador de torosJosé Tomás engagieren, aber wenn er wieder mit so astronomischen Forderungen käme solle er doch nach Senegal gehen.
Abschliessend stellten die empresarios klar dar, die Kosten müssen unbedingt gesenkt und die Qualität der festejos muss besser werden. "Wenn nun ein Klempner in Zeiten der Krise weniger verdient warum nicht dann auch ein torero?"
von Philip de Málaga Fast eine halbe Million Hörer bei Los Toros
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Wie der grösste und älteste Radiosender Spaniens, Cadena Ser, bekannt gab, ist nach einer offiziellen Medienstudie (EGM - Estudio General de los Medios) die Zahl der Zuhörer beim Programm los toros um 43 Prozent gestiegen. Von Jahresbeginn an hat sich die Zahl von 307.000 auf 437.000 Zuhörer erhöht und ist somit zum führenden Programm in Sachen toros geworden. Los toros wird von Manolo Molés Usó moderiert, der auch beim Fernsehsender Canal+ die corridas kommentiert. Unter anderem zusammen mit dem mittlerweile verstorbenen maestroAntonio Chenel "Antoñete". Manolo Molés wurde im Jahr 2006 für seine taurinische Arbeit mit der Goldenen Medaille der schönen Künste ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt der matador de torosEnrique Ponce ebenfalls dieselbe Auszeichnung. Also zwei taurinos in einem Jahr gleichzeitig. Und da sage man doch, die mundo de los toros hätte nichts mit Kultur zu tun.
Der starke Anstieg lässt sich mit Sicherheit auch damit erklären, dass die Übertragungen in den öffentlichen Fernsehsendern in diesem Jahr doch eher bescheiden geworden sind. Wohl auch deswegen weil die Übertragung von zahlreichen corridas von dem Bezahlsender Canal + toros übernommen worden sind. Aber es stellt auf jeden Fall dar, dass es nach wie vor ein gewisses Interesse für die mundo de los toros gibt. Man interessiert sich für die toros. Das ist einfach nur eine Tatsache.
Wo bleibt der matador, den alle aficionados sehnsüchtig erwarten?
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von Colin Ernst & Philip de Málaga
(Fotos: Anya Bartels)
Man könnte sagen „Alle Jahre wieder…“ stellen sich die aficionados in aller Welt die Frage, wann José Tomás wieder auftritt. Im letzten Jahr schmerzlich vermisst, hiess es, er würde wieder an den Ort seiner schweren cornadas zurückkehren, nach Aguascalientes in Mexiko. Angeblich für eine Gage von mehr als einer halben Million Euro. Aber daraus wurde nichts. Man sah den maestro auf Galaveranstaltungen und Preisverleihungen, aber ansonsten wenig in der Öffentlichkeit. Im März dieses Jahres verletzte er sich beim Training im campo bravo, was seine eventuellen Pläne für die Saison 2013 endgültig zu Nichte machten. In der Malagueta von Málaga hat man zu hundert Prozent mit ihm gerechnet. Eventuell sogar für zwei tardes. Ist er doch schliesslich dick mit dem empresarioCutiño befreundet. Von seinem apoderadoBoix trennte er sich. Auch nun, zu Eingang der südamerikanischen temporada, wurden wieder Gerüchte gestreut, das er auftritt. Bogota wurde genannt. Überhaupt hofft jeder empresario, das der maestro wieder auftritt, sie könnten die Eintrittskarten kaum so schnell drucken, wie sie vergriffen wären. Eine wahre Walfahrt würde ein cartel mit diesem diestro auslösen. Ob als unico espada oder mit anderen matadores es wäre auf jeden Fall ein cartel de lujo. Wahrscheinlich werden sie sich noch ein wenig gedulden müssen. Schon 2002 machte der maestroJosé Tomás eine längere Pause, fünf Jahre dauerte es, bis die aficionados ihren „JT“ wieder zu sehen bekamen. Hoffentlich müssen seine Fans nicht wieder so lange warten.
Aber eventuell ist der maestro besorgt, nicht an seinen Erfolg in Nîmes im September letzten Jahres anknüpfen zu können. Denn eine solche Leistung erwartet die afición erneut. Nicht umsonst stürzen sich aficionados in Unkosten um weit zu reisen, teure entradas zu ergattern nur um José Tomás zu sehen. Egal wo auf der Welt.
Aber seien wir doch realistisch. Seine Verletzung scheint ernst zu sein. Immer wieder sieht man den maestro mit Krücken. Am Fussgelenk schmerzt es, ein jeder weiss, wie unangenehm dieses sein kann. Und ein torero der nicht sicher auf seinen Beinen stehen kann begibt sich in höchste Gefahr. Vor allem jene die nahe am toro agieren, so wie wenn ein José Tomás zu seinen muletazos nur wenige Millimeter vom animal entfernt ansetzt. Wenn dann sein Fussknöchel versagt ist die nächste todbringende cornada ziemlich nahe. Sehr nahe.
Der maestroIván Fandiño Barros, 1980 in Orduña in Vizcaya im spanischen Baskenland geboren, gehört wohl in dieser temporada zu den grossen Überraschungen und ohne Frage derzeit mit zu den führenden figuras. Kaum ein festejo taurino wo es ihm nicht gelungen ist zu triumphieren. 53 festejos, 116 reses und 77 orejas ... ein klare Ansage. Zwar hat er als matador de toros noch nicht den entscheidenden Durchbruch geschafft, aber nach dieser durchaus überzeugenden temporada sind sich alle einer Meinung, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis der maestro eine faena hinzaubert, die kein aficionado oder taurino wieder vergessen wird. Glücklich sicherlich jene, die diesen Moment miterleben dürfen. Iván Fandiño stellt sich den 10 Fragen 10 von mundotoro:
1. Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?
von Colin Ernst (1. Teil) & Philip de Málaga (2. Teil)
Meinen ersten Film mit Stieren sah ich mit circa acht Jahren, im Weihnachtsprogramm in Deutschland. Ja, Sie haben richtig gelesen, in Deutschland. Ich kann mich nicht an den Titel erinnern, aber einiges ist mir im Gedächtnis geblieben. Ein kleiner Junge zieht einen Stier auf und macht sich am Ende auf, in die Hauptstadt Mexico, um den toro „Gitano“ vor dem torero zu retten. Wenn ich mich recht erinnere, erweist sich „Gitano“ als so tapfer, das er ein indultado erreicht (Da sind viele Tränen geflossen…). Viel später sah ich eine Dokumentation über El Cordobés, Manuel Benitez.
Was sind die bekanntesten oder bedeutendsten Filme rund um toros und toreros? Dies wurden anlässlich der Aktionswoche des Films in der plaza de los toros von Madrid, in Las Ventas einige Menschen gefragt, die alle eng mit dem mundo de los toros verbunden sind. Aficionados, banderilleros, ganaderosund toreros. Viele nannten „Currito de la Cruz“ als Film, der ihnen am meisten bedeutete. Dieser Film hat schon den jungen Manuel Benitez animiert, torero zu werden. Es gibt mehrere Versionen, die von 1948, mit der faena von Pepín Martin Vazquez ist wohl die beste, da dessen toreo im Film, beinahe perfekt zu nennen ist.
Auch „Juncal“ und „Tarde de Toros“ wurden als besonders sehenswert genannt. Mich und auch viele der Befragten hat der im Februar erschienene, mit zahlreichen Goyas ausgezeichnete Film „Blancanieves“, beeindruckt. Eine Zeitreise in die frühen zwanziger Jahre. Ein stummer, schwarz-weiß Streifen, der keine Worte braucht. So perfekt sind die verschiedenen Szenen eingefangen, die Persönlichkeiten dermaßen original. Der apoderado, der empresario, bis hin zum verzückten Zuschauer, erzählt er das Märchen von Schneewittchen, welches bei den sieben Zwergentoreros landet und dann torera wird…einfach wunderschön.
Ein schlichter Hammer dürfte die 3 D Produktion encierro sein, der als Dokumentarfilm über den Stierlauf in Pamplona berichtet, mit tollem Bildmaterial und berufenen Kommentatoren. Gewiss kein Film für Liebhaber der schönen Künste.
Am 29. November strahlt TV2, der spanische Sender, um 22:15h eine Neuauflage zu Ehren des Phänomens El Cordobés aus. Der Titel „No llevaste luto por mi“. Begründet ist der Titel auf den bekannten Ausspruch des matador de toros zu seiner Schwester : “Ich kaufe Dir ein Haus oder Du wirst Trauer tragen“, der schon Leitmotiv im Buch über Manuel Benitez "El Cordobés" von Larry Collins und Dominique Lapierre war. Der Film, mit Zeichentrickelementen, authentischem Material, Zeitzeugen und dem Protagonisten selbst, ist eine Homage an den Mann, der wie kein anderer dazu beigetragen hat Spanien und die Kultur des Stierkampfes in aller Welt bekannt zu machen. Im nächsten Jahr feiert der maestro seine fünfzigstes Jubiläum, seine „boda de oro“ (seine goldenen Hochzeit), dem Jahr seiner confirmación in Las Ventas.
Über kaum ein Comeback würde sich die afición mehr freuen
Erstaunlich dass bei soviel Dramaturgie der Stierkampf beim Film nie so den Durchbruch schaffte. Das liegt wohl auch daran, dass mit dem Medium Film eine sehr breite Masse angesprochen wird, und mit der Welt der Stiere eben wohl nicht der angestrebte Gewinn zu finden sei. Hollywood & Co. trauten sich an dieses Thema nicht ran. Doch ein kleiner mexikanischer Junge namens Leonardo schaffte es 1956 in dem Film „Roter Staub“ tausende von jungen Zuschauern zum Weinen zu bringen, als sein Stier Gitanillo begnadigt worden ist. Und in Spanien? Ein paar Billigproduktionen, oft mit Coplaeinlagen vermischt, für den eigenen Markt – das war es eigentlich auch schon.
Adrian Brody als Manolete
Nur der spanische Regisseur Pedro Almodóvar (geb. 1951) wagte den Sprung mit der Thematik des Stierkampfs auf die internationale Bühne. Und mit Erfolg: „Matador“ aus dem Jahre 1986 mit Antonio Banderas. 2002 gab es sogar einen Oskar für den vielgerühmten Film „Sprich mit ihr“, wo eine Stierkämpferin im Zentrum des Geschehens steht. Dann war wieder Stille. Und erst jetzt wird die internationale Filmgemeinde gleich mit zwei Stierkampfproduktionen überfallen: Im November 2008 wurde in den Vereinigten Staaten der Dokumentarspielfilm „The matador“ mit einem „echten“ Matador de toros, dem populären David Fandila „El Fandi“ aufgeführt. Schon im letzten Jahr wurde in verschiedenen Ländern der Spielfilm Manolete aufgeführt. Oscarpreisträger Adrian Brody verkörpert hier den legendären matador de torosManuel Laureano Rodríguez Sánchez, bekannt unter dem Künstlernamen Manolete, welcher 1947 auf tragische Weise von dem Miura-Stier Islero in Linares getötet worden ist. An seiner Seite stellt die spanische SchauspielerinPenélope Cruz seine große Liebe, die Schauspielerin Lupe Sino dar.
Mittlerweile ist der Film in verschiedenen Ländern aufgeführt worden. Die Filmkritik zu dem Streifen Manolete finden Sie in der SfA-Reportage Manolete - Blut und Leidenschaft.
Bester Kurzfilm des Jahres?
Ganz aktuell: In Belgien ist die zwölf Minuten lange Dokumentation Aparición als bester Kurzfilm des Jahres für den Goya nominiert worden. Hier wird die reaparición des matadores de torosJosé Tomás in Valencia nach seiner beinahe tödlichen Verletzung in Aguacalientes dargestellt. Das Besondere an dem Streifen ist, dass sich die Kamera vor allem auf das Publikum in den tendidos konzentriert und deren Reaktionen einfängt. Man kann erkennen wie sie mit dem torero mitleiden, sich erschrecken, sich erfreuen und wie der duende die tendidos erreicht. Es ist übrigens nicht das erste Mal, das Aparición nominiert worden ist. Schon bei den bei anderen Filmfestspielen wie in Frankreich, Italien, Deutschland und in der Tschechischen Republik befand sich diese Dokumentation unter den Anwärtern. Und eine Prämie hat er schon bekommen: Als bester Film des Festivals de Lago.