Mittwoch, 25. Dezember 2013

Top Toreros 2013

Wer waren denn nun die Besten in den ruedos der plaza de toros?
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von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoro, SfA, La Tauromaquia)
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Immer zum Jahresende erscheinen verschiedene Statistiken die aber eigentlich wenig über die wahrhaftige Wertigkeit eines matadores vermitteln. Da werden die Anzahl der corridas mit trofeos verknüpft und man kann vielleicht erahnen, ob es für den einen oder anderen torero eine gute temporada war oder nicht.

SfA geht diese Bewertung ein wenig anders an. Dabei ist es besonders interessant, wenn man die Zahlen der drei unterschiedlichen categorías der plaza de toros vergleicht. Die maestros, die es verstehen vor grossem Publikum wie Las Ventas zu triumphieren, tuen sich in den kleineren plaza de toros der dritten Kategorie durchaus schwerer. Das liegt wohl auch darin, dass der Anspruch dieser kleineren Veranstaltungen mehr dem Vergnügen gewidmet zu sein scheint als der arte de torear.

In den nachfolgenden Listen werden lediglich matadores de toros genannt, die in diesem Jahr an mindestens zehn corridas de toros mit je zwei toros teilgenommen haben. In Prozent wird die Wertigkeit der Trophäen wiedergeben, welche die matadores in diesem Jahr mit ihren toros erringen konnten. So hat man die Möglichkeit die Erfolgsquote der toreros zu vergleichen und dementsprechend ein anderes Ranking zu erstellen.
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Beginnen wir mit der Königsklasse, der Bundesliga unter dem toreo. Also mit den plaza de toros der 1. categoría: Das sind Madrid, Sevilla, Valencia, Bilbao, Zaragoza und seit zwei Jahren auch Málaga. Sie müssen pro Jahr mindestens 15 festejos taurinos und davon mindestens 10 corridas de toros organisieren. Allerdings in Zeiten der Krise wurde es einigen empresas genehmigt die Zahl der festejos taurinos ein wenig herunterzufahren um zum einen die Qualität zu steigern und zum anderen die Kosten abzudecken.

Dir Creme de la Creme unter den matadores de toros:
Die Top Drei der ersten categoríaEl Juli, Juan José Padilla und Iván Fandiño
Nur drei matadores de toros ist es gelungen in den ersten plaza de toros mehr als 40 Prozent an trofeos zu erlangen. Das liegt sicherlich auch daran, dass das Publikum in cosos der 1. categoría wohl auch weitaus anspruchsvoller ist, und in der Regel über ein bestimmtes Wissen über den toreo verfügen.


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Es folgt die zweite Kategorie, dabei handelt es sich um die 42 plaza de toros in den Provinzhauptstädten.

In den Provinzhauptstädten gehören sie zu den top drei triunfadores:
Die matadores de toros El Fandi, El Juli und El Cordobés.
In den Provinzhauptstädten scheint es einfacher zu sein an orejas zu kommen. Man kann es sehr gut am Beispiel des maestros El Juli erkennen. Während er in der 1. categoría zu 48 Prozent erfolgreich war, gelang es ihm in der 2. categoría zu 81 Prozent.


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Alle restlichen plaza de toros gehören zur 3. categoría. Besonders auffallend, das Publikum ist hier recht spendabel mit der Vergabe von trofeos. Was nicht unbedingt für eine schlechtere Qualität stehen muss. Zum Beispiel die Real Maestranza de Ronda, ohne Frage einer der taurinischen Highlights, fast jedes Jahr ist auch nur eine plaza der 3. categoría.

In den kleinen plaza gehören sie zu den Grossen:
Die matadores de toros El Fandi, Sánchez Vara und El Cordobés.


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Natürlich kann man auch alle drei categorías zusammenfassen. Dadurch entsteht aber ein leicht verfälschtes Bild. Denn nicht wenige toreros denen es gelingt in dörflichen Gemeinden eine Menge trofeos zu sammeln, haben in den grossen plaza de toros vor einem fachkundigen Publikum kaum eine Chance.

Sie führen zwar das Gesamtranking an, gehören aber nicht zur Formel 1:
Die matadores de toros Sánchez Vera, Victor Puerto und David Galán.


Nur zwei toreros haben sich in dieser temporada mehr als einhundert toros gegenüber gestellt. Der maestro El Fandi (128) und der Pirat Juan José Padilla (117).

Wirft man einen genauen Blick auf die Zahlen und vergleicht, dann kann man feststellen, dass es eigentlich nur einen matador de toros gibt, der es versteht gleichzeitig in allen drei categorías zu überzeugen: Julián López Escobar "El Juli". An zweiter Stelle ist sicherlich der Pirat zu nennen, Juan José Padilla.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Philip de Málaga: 10 Fragen 10




mit Philip de Málaga



Im Jahr 1985 begegnete ich das erste Mal der mundo de los toros. Eine novillada welche mich eher langweilte. Zwei Jahre später sah ich eine corrida de toros in der Malagueta mit unter anderem dem matador de toros Joselito, vor einer imposanten Kulisse mit 14.000 Zuschauern. Dieses erweckte mein Interesse für die tauromaquia. Ich begann das Thema zu studieren, besuchte zahlreiche festejos taurinos und bin seit Mai 1991 ein aficionado de los toros. Berichtete ich noch Anfangs im Andalusienforum und anschliessend im Spanienforum über die mundo de los toros, so begann ich im Juli 2009 mit meinem eigenen Portal, dem SfA (STIERKAMPF für ALLE). Im Juli letzten Jahres stellte ich dann den COSSÍO en alemán ein, das deutschsprachige Lexikon zum Thema tauromaquia. Für das nächste Jahr plant das Team von SfA eine internationale Plattform zu schaffen: Vamos a los toros. Und heute stelle ich mich selbst den 10 Fragen 10:

1.Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

In erster Linie sollte sich der taurinische Sektor selbst einig sein und sich nicht gegenseitig bekriegen. Alle, empresarios, ganaderos, toreros und alle anderen Beteiligten sollten endlich beginnen an einem Strang zu ziehen. Die staatlichen Grundlagen dazu sind ja gerade durch den Plan PENTAURO vom spanischen Ministerium für Kultur geschaffen worden.

Ein weiterer Schritt sollte in Richtung Aufklärung getan werden. Wenn zum Beispiel Ausländer sich für ein festejos taurino interessieren, werden sie vom antitaurinismo schon im Vorfeld geradezu kriminalisiert, entwürdigt und nicht selten aufs Schlimmste beleidigt, dass sie es überhaupt wagen sich dem Thema der toros zu nähern. Somit müssen mehr Informationsquellen geschaffen werden, wo man sich frei und ohne Druck informieren und dann selbst entscheiden kann. 

2. Dein Lieblingsrezept?

Zahlreiche tapas von dem Sterne-Koch aus Málaga, Dani García.
Die andalusische salmorejo, eine etwas herbere Abwandlung der gazpacho.
Die italienische Küche im Allgemeinen.

3. Dein Traum-cartel?


(Fotos: mundotoro, tauromaquia.de)
José Miguel Arroyo "Joselito", Morante de la Puebla und José Tomás.
Alle drei matadores könnte ich mir aber auch in einer Kombination eines mano a manos vorstellen.


1991 als ich zum aficionado wurde, beherrschte nur ein torero das Geschehen: Der aus Kolumbien stammende César Rincón mit beeindruckenden vier puertas grandes in Las Ventas von Madrid. Historisch einmalig in der tauromaquia. Der bekannte matador Dominguín sagte dazu: "César Rincón in Madrid mit den toros zu sehen ist wie Gott etwas zu fragen und er antwortet dir!" Und überhaupt war es sein Jahr. Keine plaza de toros, wo es ihm nicht gelungen ist die puerta grande zu öffnen, oder zumindest mit einem toro ein oreja zu gelangen. Mit Sicherheit gehört dieser torero aus Südamerika ebenfalls auf mein cartel de lujo.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Apple.

5. Was stört Dich am meisten?

Wenn in ausländischen Medien berichtet wird, die Mehrheit der Spanier lehne die festejos taurinos ab. Das entspricht einfach nicht der Wahrheit. Nur weil 33 Prozent (jüngste Umfrage des Meinugsforschungsinstitutes Gallup) sich für die toros aussprechen, bedeutet das nicht, das die restlichen 67 Prozent dagegen sind. Die meisten von ihnen interessieren sich einfach nicht dafür. Das ist einfach eine Tatsache, welche von den antitauristas fast immer völlig falsch dargestellt wird. Es ist wie mit der Oper, nur weil einer sich dafür nicht interessiert, heisst das noch lange nicht, dass er dagegen ist und gar ein Verbot fordert, nur weil diese ebenfalls fast immer subventioniert werden.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Dschungelbuch und Aristocats.

7. Ein Bekenntnis?

Ich selbst und auch nicht das Team von SfA versuchen nie jemanden von der mundo de los toros zu überzeugen. Da vertrete ich den Standpunkt dass man das weder kann noch versuchen sollte. Das einzige was wir unternehmen ist zu informieren. Ob einem dann das Thema der toros liegt oder nicht, dass muss ein jeder für sich selbst entscheiden.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Wenn antitaurinos der Überzeugung sind mit Beleidigungen, welche oft nicht selten unter die Gürtellinie gehen, ihren Zielen näher zu kommen. Und dabei meinen, das einzig wahre Recht für sich in Anspruch zu nehmen. 

9. Wie rufen sie Dich?

Philip. Ich habe keinen Spitznamen.

10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Ganz klar,  der matador de toros José Tomás in der Malagueta von Málaga. Das wäre mit Sicherheit ein Highlight dieser temporada in Spanien geworden.

Gerne würde ich auch noch einmal den maestro José Miguel Arroyo "Joselito" im ruedo bewundern können. Und mit dem Wunsch stehe ich wohl nicht alleine da. Aber wahrscheinlich bleibt es ein Wunschgedanke.



Montag, 23. Dezember 2013

Eine Weihnachtsgeschichte für aficionados

Auf der Seite von Colin Ernst wurde heute "Ein Weihnachstgeschichte für aficionados" veröffentlicht. Und man kann es fast kaum glauben, eine Geschichte der tauromaquia beginnt in Alepo, im fernen Syrien. 


Wer Lust hat sie zu lesen kann dies hier tun.

Frohe Weihnachten


Und diese Wünsche richten sich nicht nur nach Deutschland und Spanien, sondern auch an die Vereinigten Staaten, Schweiz, Österreich, Russische Föderation, Frankreich, Niederlande, Ukraine, Serbien, England und an viele andere Länder wie in diesem Monat sogar nach Costa Rica. 

F  e  l  i  c  e  s      f  i  e  s  t  a  s

Toros, zwischen den Jahren?

Selbstverständlich, wenn es das Wetter zulässt
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von Philip de Málaga
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Zahlreiche Personen sind immer noch erstaunt, dass zwischen den Jahren doch in der Tat festejos taurinos veranstaltet werden. Schliesslich werden in diesem Zeitraum ja auch keine Sportveranstaltungen organisiert. Und genau dort liegt der Irrtum. Den toreros werden zwar sportliche Konditionen abverlangt, aber der toreo ist eben kein Sport. Und wer es noch nicht mitbekommen hat, bereits in Frankreich, Spanien, bald auch in Kolumbien und México ist die tauromaquia eben einfach ein nationales Kulturgut. Und Kulturveranstaltungen darf es sehr wohl geben, auch und gerade in christlichen Ländern, solche gehören dort absolut hin.

Und wie sieht es in der Realität aus? Nun, in Spanien macht meistens das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Eine corrida abzusagen kann für einen empresario ein kostspieliges Vergnügen werden. Trotzdem trauen sich einige ganz wenige daran ein festejo zu organisieren. Vor allem im Süden, hauptsächlich an der Costa del Sol. Zum Beispiel gelegentlich in Marbella oder Benalmádena.

In wenigen Tagen füllen sich wieder die tendidos in Cali (Foto: mundotoro)
In Mittel- und Südamerika sieht es wettermässig anders aus. Vor allem México und Kolumbien organisieren nicht wenige corridas. Allein in México gibt es an Weihnachten, dem 25. Dezember ganze sieben corridas de toros. Insgesamt hat man die Möglichkeit in Kolumbien und México zwischen den Jahren ganze 23 festejos taurinos zu besuchen. Das besondere Highlight dürfte wohl die feria taurina im kolumbianischen Cali sein. Dort treten dann vom 26. bis zum 31. Dezember in der plaza de toros vor bis zu 18.000 Zuschauern auch figuras aus Spanien an, wie unter anderem Iván Fandiño, El Fandi, José María Manzanares, Miguel Ángel Perera, Juan José Padilla und andere an. 

Fazit: Es gibt sie sehr wohl die toros zwischen den Jahren.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Dominik Sachsenheimer: 10 Fragen 10





mit Dominik Sachsenheimer


Der in Freiburg geborene Deutsche wohnt derzeit in Hartford (Connecticut, USA). Seine erste Begegnung mit den toros hatte er 1989. Zwei später wurde er zum aficionado de toros. Als Finanzmanager bei einem grossen Unternehmen tätig beschränkt er seine Tätig als aficionado nicht nur auf das Zuschauen von den tendidos tätig sondern ist auch ein leidenschaftlicher aficionado práctico. Seit September gehört er als Amerikakorrespondent zum Team von SfA. Seinen Einstand hatte er mit einer Poesie über den matador de toros José Tomás: Ein zeitloses Geschenk aus jener Stunde in MéxicoDominik Sachsenheimer stellt sich nun den 10 Fragen 10:

1.Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Die Vielzahl der mano a manos ist inhaltlich oft kompletter Quatsch, scheint aber zu funktionieren. Im Moment sollte die erste Devise sein, die plazas voll zu bekommen. Langfristig sind die von Juli vor Jahren initiierten und von Fandiño, Perera, Talavante aufgenommenen öffentlichen Trainings mit aficionados zwischen 5 und 65 sowie das Verschenken von Karten an Schulkinder ein toller Weg sowohl die Zahl als auch die Qualität des Publikums zu sichern.

2. Dein Lieblingsrezept?

In Baden: Leberle sauer.
In Spanien: Pulpo al ajillo.


3. Dein Traum-cartel?

Da gibt es viele, hier nur einige Ideen:
MIURA: El Tato, El Fundi, El Juli
VICTORINO MARTIN: Espla, Cid, Morante
SAMUEL FLORES: C. Rincón, E. Ponce, mano a mano
ADOLFO MARTIN: Ruiz Miguel, P. Liria, I. Fandiño 
NUNEZ DE CUVILLO: Curro Romero, Rafael de Paula, Morante
JANDILLA: Manzanares padre, Joselito, Jose Tomas
ALCURRUCEN: Espartaco, C. Jiménez, M.A. Perera

Morante ist als einziger mehrfach genannt, natürlich würden Ponce, Juli, Rincón jedes der cartels aufwerten.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Wusste mal sämtliche Gewinner der Tour de France seit 1903 auswendig. Seit der Dopingkontrolle wird die Siegerliste aber zu unübersichtlich :-).

5. Was stört Dich am meisten?

Antitaurinos, die Menschenhass über vermeintliche Tierliebe stellen.


6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Cinderella (1950), Les triplettes de Belleville (2003), Persepolis (2007).

7. Ein Bekenntnis?

Bin letzte Woche durch Zufall im TV auf "Dirty  Dancing" gestoßen und habe es bis zum Ende angeschaut.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Siehe Frage 5.

9. Wie rufen sie Dich?

Sachse.


10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Die verletzungsbedingt abgesagte miurada von  El Juli in Sevilla.  
Und natürlich José Tomas.

Samstag, 21. Dezember 2013

Jetzt muss gehandelt werden




von Philip de Málaga


Stimmen zum neuen Regierungsprogramm für die tauromaquia

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Der matador de toros Enrique Ponce ist sich einig. "Noch nie in der Geschichte habe sich eine spanische Regierung dermassen für die tauromaquia eigesetzt! Das sei sehr lobenswert"

Und in der Tat, noch nie hat eine Regierung einen solch detaillierten Plan zum Schutz und der Förderung der tauromaquia erarbeitet und mehrheitlich abgesegnet. "Aber das muss hart erarbeitet werden," so der Minister für Kultur Don Ignacio Wert. Und er fügte hinzu, "denn dieser Plan benötige nun eine private Struktur, die es im toreo derzeit noch nicht gäbe." Um dieses umzusetzen müssen vorerst alle sektorbezogenen Differenzen beseitigt werden. 

Fernando Benzo
Auch der Staatssekretär des Kulturministerium Don Fernando Benzo bestätigte den Minister. "Wenn wir wirklich wollen, dass dieser Plan der Anfang von der Zukunft der tauromaquia ist, müssen zunächst einmal die widersprüchlichen Interessen überwunden werden, die sich im Sektor taurino finden. Wird dies erst nicht versucht, wird es ein Ende geben." 

"Man dürfe nicht davon ausgehen, dass die Administration alles Schlechte lösen kann. Wir sind keine Zauberer und wir haben auch nicht für alles Lösungen. Aber wir haben einen Plan erarbeitet, der eine gute Grundlage darstellt, die tauromaquia zu stärken wenn alle zusammenarbeiten."

"Es ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines langen Weges, aber es bestehe das Interesse, dass sich alle mit in das Projekt der tauromaquia einbringen."

"Wir haben etwas zustande gebracht wo dachten, dass wir das nie schaffen werden. Als wir mit unserer Arbeit angefangen hatten und ankündigte, Ende 2013 einen strategischen Plan zum Schutz und zur Förderung der tauromaquia vorzustellen gab es welche die uns auslachten und andere die uns nicht glaubten. Und nun hier ist der Plan, präsentiert und auf den Weg  gebracht. Und bei der Erstellung wurden alle Sektoren mit einbezogen bis man ein gemeinsames Abkommen erreicht hat."

Und noch ein Wort zu Katalonien:

"Wenn das Gesetz den Respekt und Zugang zur Kultur der Bevölkerung ermöglicht, und das toreo ist nun mal ziemlich formell zur Kultur deklariert worden, ist es doch unwahrscheinlich, dass sich das Verfassungsgericht in dessen Händen die Entscheidung gerade liegt, sich gegen eine Rückkehr entscheiden sollte."

Freitag, 20. Dezember 2013

Stiere in Venezuela



von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoro)


Was viele nicht wissen, in Venezuela ist die tauromaquia nach wie vor präsent
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Viele Menschen sind erstaunt, wenn sie erfahren, dass es in Venezuela immer noch oder überhaupt festejos taurinos gibt. Wie die empresa Ramguertauro verkündete, werden zur Feria del Sol in Mérida (Venezuela) eine novillada und sechs corrida de toros veranstaltet. Die plaza de toros "Román Eduardo Sandia" aus dem Jahr 1967 hat ein beeindruckendes aforo für 17.500 Zuschauer. Berühmte matadores wie El Cordobés, Paquirri, Victor Mendes oder José Ortega Cano haben sich hier schon gezeigt.


Und auch dieses Mal können sich die Zuschauer freuen, auf das was sie im Februar nächsten Jahres zu sehen bekommen. Grosse Stars der Toreroszene aus Spanien, Mexiko, Frankreich und Venezuela haben sich angekündigt. 

Paco Cano - 101 Jahre

Keine Frage, unter den Fotografen der tauromaquia gehört er zu den ganz Grossen
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von Philip de Málaga
(Fotos: tauromaquia.de, mundotoro)


Würde es unter den Fotografen der mundo de los toros ebenfalls ein escalafón geben, er würde mit Sicherheit ganz oben stehen. Paco Cano Lorenza, auch "Canito" genannt, ist am 18. Dezember 1912 in Alicante geboren. Mit 17 Jahren wollte er Boxer im Fliegengewicht werden. Er versuchte alles, um der Armut zu entkommen. So sprang er in Alicante als espontáneo ins ruedo und wurde erst einmal verhaftet. Schliesslich bekam er die Chance bei einer novillada in Orihuela (in der Provinz Alicante) als sobresaliente anzutreten, wo er sich erst einmal eine cornada zuzog. Während des spanischen Bürgerkrieges versteckte er sich im Haus seines Freundes Gonzalo Guerra Banderas, wo er das erste Mal mit der Photographie konfrontiert worden ist. Dann arbeitete er als Aushilfskraft in einem Labor einer Kosmetikfabrik, suchte aber weiterhin nach der Möglichkeit als torero seinen Lebensunterhalt zu verdienen.


Da für ihn der Weg ins ruedo immer unwahrscheinlicher erschien wendete er sich konzentriert der Photographie zu. Und dabei widmete er seine Objektive vor allem dem Thema zu, was ihm am meisten am Herz lag, der tauromaquia. Mit Erfolg, denn ziemlich bald war er für verschiedene Medien tätig, wie zum Beispiel die Tageszeitung ABC und besonders in der taurinischen Presse waren seine Fotos begehrt.

Seinen richtigen Durchbruch erreichte er mit einem eher traurigen Ereignis. Am 29. August 1947 war er der einzige Photograph der in Linares (Andalusien) die Zufügung der todbringenden cornada durch den Miura-toro Islero des matadores de toros Manolete ablichten konnte. Photos welche um die ganze Welt gingen.

Eine besondere Beziehung pflegte er mit dem Hause der Torerodynastie Dominguín. Vor allem mit Luis Miguel. Aber auch die matadores de toros Domingo Ortega und Pepe Luis Vazquez gehörten zu seinem Freundeskreis. Und heute nach 60 Jahren fühlt sich ein jeder geehrt mit ihm gesehen oder gar abgelichtet zu werden.

Paco Cano, rechts mit dem maestro Luis Miguel Dominguín
Aber auch von anderen bekannten Persönlichkeiten gelang es ihm einige wichtige Photographien zu erlangen, wie zum Beispiel Ava Gardener, Orson Wells, Sophia Loren, Garry Cooper und und dem Schriftsteller Ernest Hemingway. Selbstredend meistens bei einem Besuch einer corrida.

Mit einer Baseballmütze und einer Leica oder Canon ausgerüstet gehört der mittlerweile 101 Jahre alte Paco Cano seit 60 in den callejón der grossen corridas. Eine regelrechte Institution ist er geworden. Kaum einem Photographen gelang es so wie ihm die wichtigen Momente einer corrida einzufangen. So lässt es sich auch erklären, dass er viel dazu beigetragen hat, dass die mundo de los toros Teil der Schönen Künste geworden ist.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Kulturminister Wert stellt den Plan für die Zukunft der Tauromachie vor




von Philip de Málaga


Die Regierung mach Ernst und hat heute einen Plan vorgestellt
um die tauromaquia zu fördern und zu schützen
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Es sind keine leeren Versprechungen, sondern die spanische Regierung will wirklich umsetzen, was sie versprochen hat. Heute legte der Kulturminister Don José Ignacio Wert ein Konzept vor, wie sich sein Ministerium die Förderung und den Schutz der tauromaquia vorstellt. Dabei wurden vor allem fünf Punkte hervorgehoben:
  1. Die Qualität des Produktes zu verbessern:
    1. Ausbildung von professionellen toreros.
    2. Verbesserungsmassnahmen in der Zucht des toros de lidia.
    3. Verteidigung der Authentizität der lidia.
    4. Massnahmen um die plaza de toros zu erhalten.
  2. Wettbewerbsfähigkeit:
    1. Ein neues reglamento taurino soll erstellt werden.
    2. Der öffentliche Verwaltungsbereich soll abgebaut werden, vor allem um Kosten zu sparen.
    3. Staatliche Absicherungen vor allem in Sozialleistungen sollen gewährleistet werden.
    4. Finanzierungen sollen spezifiziert werden.
  3. Informationsfähigkeit:
    1. Bekanntgabe von öffentlichen Bilanzen.
    2. Übersichtliche Darstellung der Kosten.
    3. Statistiken.
    4. Digitale Plattform.
  4. Kommunikation:
    1. Strategischer Plan für Kommunikation.
    2. Institutionelle Stärkung der tauromaquia.
    3. Programme um besondere Leistungen auszuzeichnen.
    4. Internalisierung.
  5. Zusammenarbeit:
    1. Die Schaffung eines Ausschusses, welcher die taurinischen Angelegenheit vertritt und berät.
    2. Programm um verschiedene Kooperationsaktivitäten in die Wege zu leiten.
    3. Kooperation mit anderen Ländern, wo es toros gibt.
    4. Programm um neue Geschäftsfelder in der mundo taurino zu schaffen.
Wie es scheint, strebt die derzeitige Regierung auch an, die toros zum Immateriellen Weltkulturerbe zu erklären zu lassen. Die entsprechenden Schritte sollen diesbezüglich in die Wege geleitet werden.

Man erkennt an dem Projekt, der Stierkampf soll nicht nur geschützt sondern mit allen Mitteln auch gefördert werden. Nach der spanischen Verfassung hat ein jeder das Recht an Stierkämpfen teilzunehmen sei es als torero oder nur als Zuschauer. Das ist einfach nur die Realität!
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LINK: PENTAURO

Welche Stierzucht hat die gefährlichsten Stiere?

Welche toros haben die meisten toreros auf dem Gewissen?
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von Colin Ernst 


Welches sind die ganaderías, die in diesem Jahr die meisten toreros in die enfermería befördert hat? Sind es die sogenannten corridas duras, mit toros wie den gefürchteten Miuras oder Victorinos? Oder sind es die sogenannten Designerstiere, die den toreros nach dem Leben trachten? Das Ergebnis ist überraschend.

(Foto: mundotoro)
Fünf Verletzte gehen auf das Konto der ganadería Alcurrucen-Lozano. Ein torero, zwei novilleros und zwei banderilleros fielen ihnen zum Opfer. Die den escalafón anführende ganadería Fuente Ymbro steht mit vier Opfern auf Rang zwei, traurige Tatsache, alle vier waren novilleros. Die ganadería Montealto ist mit 4 Verletzten gleich auf, ein torero, ein novillero und zwei banderilleros mussten in die Krankenstation. Die „gefürchteten“ Victorinos, konnten nur einen torero und einen banderillero in die Schranken weisen. 

Ein toro aus der ganadería Fuente Ymbro
Wie soll man das Ergebnis verstehen? Die ganadería Alcurrucen, encaste Carlos Nuñez hat zwar nicht so viele corridas bestritten wie Fuente Ymbro, aber die Zahl der Opfer ist fast gleich. Könnte bedeuten, das sich in Zukunft noch weniger toreros mit den toros der Alcurrucen messen wollen, sie sind gefährlich. Fuente Ymbro hat nur unerfahrene novilleros erwischt, anscheinend keine Gefahr, für den, der sein Handwerk versteht. So wird sich Fuente Ymbro weiter hin Beliebtheit erfreuen. Die Victorinos, hatten beinahe so viele corridas wie Fuente Ymbro, aber nur halb so viele Verletzte. Wenn ich mich recht erinnere, war es der erfahrene El Fandi, bei seinem encierro in Granada und der banderillero von Morante im französischen Dax. Könnte bedeuten, das sich vielleicht mehr toreros trauen, sich den vermeintlich gefährlichen und unbequemen encastes zu stellen.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Es geht voran!





von Philip de Málaga


Morgen präsentiert der Minister für Kultur 
den nationalen Plan für die Tauromachie
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Morgen um 9:30 Uhr wird der Minister für Kultur José Ignacio Wert in der Nationalen Bibliothek von Spanien den neuen strategischen Plan PENTAURO für die Förderung und Erhaltung der tauromaquia präsentieren. Begleitet wird er dabei von dem matador de toros Enrique Ponce und dem Präsidenten der Unión der Criadores de Toros de Lidia, Carlos Nuñez. Man darf gespannt darauf sein, welche neuen Ideen und Konzepte sie zu verkünden haben.

Das Tercio de Banderillas und sein Zweck (5. Teil)

von Domingo Delgado de la Cámara eingeleitet und übersetzt von Tristan Wood entnommen aus La DivisaClub Taurino of LondonNumber 168 - January/February 2006, S. 29-33: The Tercio de Banderillas and Its Purpose

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Übersetzung von Dr. Andreas Krumbein


Die letzte Generation von subalternos, die gut mit dem capote kämpfen konnte, war die von Chaves Flores und Tito de San Bernardo, und es ist über 25 Jahre her, dass sie aufhörten aufzutreten. Seit dieser Zeit ist eine absurde brega zur Norm geworden, eine die den Stier dem matador nicht zur Schau stellt und die voller Mängel ist. Diese brega, die sich durchgesetzt hat und die damit verbunden ist, dass man ständig rückwärts geht, so dass der Stier niemals passiert wird, ein toreo, der immer bei mittlerer Höhe und ohne die Hände zu senken ausgeführt wird, und ständige Bewegung ohne mit dem Stier zu einem Halt zu kommen sind sowohl schlecht als auch kontraproduktiv. Mit dieser Art der brega wird das Ziel, dem matador und den Zuschauern die Qualitäten des Stiers zur Schau zu stellen, nicht erreicht; so geschieht es, dass alle Stiere gleich erscheinen. Da der Stier sich dauernd in Bewegung befindet, aber nie am Tuch vorbeiläuft, kann man die Länge seines Angriffs nicht bemessen. Da die Hände nie gesenkt werden, ist es unmöglich die Fähigkeit des Stiers zum Senken seines Kopfes zu sehen. Natürlich wirkt sich all dies gegen den toreo aus, denn der Stier gewöhnt sich daran seinen Angriff abzukürzen und seinen Kopf hochzuhalten. Wie ich zuvor sagte, kann ich nicht verstehen, warum die Stiere von heute nicht lernen, wo ihnen doch sogar Aramäisch beigebracht wird.
Diese brega, bei der man rückwärts geht, die Hände hoch haltend, könnte mit schwachen Stieren gerechtfertigt werden, mit Tieren um die man sich kümmern muss, doch es ist völlig unangemessen mit kraftvollen Stieren oder Tieren, die Schwierigkeiten machen. Dennoch wird heutzutage allen Typen von Stieren dieselbe Medizin verschrieben.
Aber es gibt eine andere brega, eine die auf genau den gegenteiligen Voraussetzungen zu derjenigen, die heute praktiziert wird, beruht. Man geht nicht rückwärts, man sollte vielmehr vorwärts gehen, wobei man den Stier lehrt sich zu bewegen, anstatt ihn zu verschleißen. Wenn der toro denjenigen Punkt erreicht, an dem er in den Bereich des bregador gelangt, sollte der Mann stillstehen, die Hand so weit wie möglich senken und dem capotazo so viel Länge geben wie es ihm möglich ist. Auf diese Weise zeigt er dem Matador die Länge des Angriffs des Stiers und dessen Fähigkeit den Kopf zu senken. Mit einem Paar gut ausgeführter Capa-Pases an jedem Horn ist der toro erschlossen. Es ist sehr wichtig die Hand zu senken, so dass man den Stier daran gewöhnt seinen Kopf herunterzunehmen und dem Tuch bis zum Ende zu folgen. Und der Stier sollte nicht fallen, denn wenn der peón ein Gefühl für temple hat und die capa nicht mit plötzlichem Rucken bewegt, wird sogar ein toro mit geringer Kraft auf seinen Füßen bleiben.
Sicherlich ist es wichtig die capotazo zu beschränken und die geringst mögliche Anzahl auszuführen; ein guter peón wird nur einen oder zwei Pases mit der capa benötigen, um den Stier dorthin zu bekommen, wo er ihn haben will. Aber wenn ein peón sich entscheidet einen capa-pase auszuführen, sollte er niedrig sein und er sollte ihn ganz durchziehen, so dass der matador die Qualitäten des Stiers sehen kann und der Stier sich daran gewöhnt gut anzugreifen. Ein einziger gut gegebener capotazo ist viel besser als 40 Halb-capotazo, mit den Händen oben und diesen kleinen Rückwärtsfahrten: Obwohl man das letztere heutzutage häufig sieht, bewirkt es lediglich, dass der toro lernt Abstände zu bemessen - weite Abstände, wenn niemand mit dem Tier das tun will, was man 'torear' nennt. Wenn man den Stier in einem bestimmten Terrain dulden muss, sollte er sich selbst platzieren, dort wo er auf den peón fixiert ist; man sollte sich nicht auf ihn zu bewegen und, wenn er selbst vorwärts kommt, einen vollen capotazo ausführen, anstatt einen hochgezogenen Halb-capotazo, bei dem man rückwärts läuft. Das Ziel sollte immer sein, den Stier dazu zu bringen, seinen Kopf zu senken, und ihn vorwärts zu führen - aber alles, was heutzutage gelehrt wird, ist den Kopf hoch zu tragen und seinen Angriff abzukürzen.
Domingo Ortega
Wäre die heutige Art des Stierkampfes zu Domingo Ortegas Zeit gezeigt worden, hätte er seine gesamte cuadrilla 'rausgeschmissen. Es ist nun einmal so, dass stillzustehen und die Hand zu senken, Gefahr mit sich bringt; den toro jedoch nie zu passieren, lässt den furchtsamen Subalterno ruhig bleiben. Die Apostel der neuen Brega sind nicht berühmt für ihre Tapferkeit.
Wenn mir Leute erzählen, dass ein bestimmter subalterno es gut gemacht habe, sage ich immer dasselbe: "Lasst uns sehen, ob er, wenn im zweiten tercio ein Stier zum Stehen kommt, in der Lage ist, ihm nahe zu kommen und ihm seine capa vor die Schnauze zu halten." Sehr wenige sind dazu fähig - fast alle bleiben einen Meter entfernt und stampfen mit dem Fuß auf, was wirklich nur mit sehr wenig Tapferkeit verbunden ist.
Und dann muss man den Stier im tercio auch noch dazu bringen stillzustehen. Warum? Warum setzen sie die banderillas nicht dort, wo der Stier zum Stehen kommt, und warum sparen sie auf diese Weise nicht die Ausführung von capotazos und beschleunigen den Kampf? Der Grund ist, dass diejenigen, die die Stöcke in den Händen halten, fast nie Vertrauen in ihre Fähigkeiten als banderilleros haben.
Joselito "El Gallo"
Um capotazos zu vermeiden und das zweite tercio zu einer herrlichen, aber kurzen Zeit zu machen, wobei man sicherstellt, dass der Stier so wenig wie möglich lernt, ist es eine logische Folgerung, dass man die banderillas in jedem Bereich zu setzen hat. Überall dort, wo der Stier halt macht, sollte der banderillero darauf vorbereitet sein seiner Aufgabe nachzukommen. Dies würde eine Menge Arbeit mit der capa sparen, denn es ist nicht nötig den Stier zum tercio zu bringen; der Mann, der die brega ausführt, würde seine Beteiligung darauf beschränken, dem banderillero in Gefahrenmomenten zu Hilfe zu sein, wobei er den Stier vom Mann wegführt. Nicht nur die Arbeit mit der capa wird missbraucht, wenn die subalternos die banderillas setzen, sondern auch wenn matadores es tun - es gibt immer einen peón, der den Stier hierhin oder dorthin schiebt. In diesem Fall ist es für den Stier nicht nötig sich immer im tercio zu befinden, denn der matador sollte fähig sein auch in anderen Bereichen die banderillas zu setzen. Ungeachtet dessen verlassen sich dennoch die heutigen Matadores, die die banderillas setzen, zu sehr auf den subalternos, der den toro dorthin bringt, wo er ihn haben will. Dies ergibt kein gutes Bild der Fähigkeiten des matadores als banderillero, denn, wie schon Corrochano sagte, als er Joselito el Gallo rühmte, ist der beste banderillero derjenige, der den peón am wenigsten braucht - jemand, der in der Lage ist, mit dem Stier in allen Bereichen der plaza mit dem Stier zusammenzutreffen. Der letzte matador, der fähig ist ohne Hilfe der capa auch nur eines einzigen peón die banderillas zu setzen, ist Luis Francisco Esplá.
Die Schlussfolgerung, zu der man nach all dem gelangt, ist, dass es im zweiten tercio einen starken Missbrauch der Arbeit mit der capa gibt. Jeder akzeptiert heutzutage, dass der Stier, der die banderillas von den subalternos erhält, im tercio zum Stehen gebracht werden sollte, sogar obwohl dies der lidia in keiner Weise hilft und es nur getan wird, weil der banderillero sich in diesem Bereich am sichersten fühlt. Sei's drum. Aber lasst uns wenigstens versuchen, das zweite tercio mit so wenig capotazos wie möglich hinter uns zu bringen, und wenn sie ausgeführt werden, lasst es gute pases sein.