Freitag, 8. Mai 2015

Es lebe der Stierkampf!




von Philip de Málaga


Lobeshymnen des bekannten spanischen Liedermachers Joaquín Sabina
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Anlässlich der Initiative Estrellas de quite (Sterne der quite, dem Manöver, bei dem die toros mit der capa weggeführt werden, zum Beispiel vom picador oder einem hingefallenen torero), welche gestern im Tendido 7 in der plaza de toros Las Ventas der spanischen Hauptstadt Madrid vorgestellt wurde, hat der bekannte Liedermacher und Autor Joaquín Sabina ein capote des matadores de toros Morante de la Puebla mit einer Widmung versehen:

Capa mit Widmung (Foto: mundotoro)
¡Viva Morante! Vivan los toros! ¡Viva el toreo! ¡Es lebe Morante! Es leben die Stiere! Es lebe der Stierkampf! Und unter den Hut schrieb er: ¡Con mi bombín por montera!  Mit meiner Melone für die montera

Der matador de toros Morante de la Puebla gilt als ein Meister der quite. Der Umgang mit der capa macht ihn zu einem wahren Künstler, wenn es der toro zulässt. Besonders populär seine media veronica

Der populäre Joaquín Sabinas versteht sich als ein grosser aficionado de toros und ist häufig, besonders mit seinen Freunden Miguel Bose und Juan Manuel Serrat an der barrera von verschiedenen corridas de toros zu sehen. Er selbst unterhält einige freundschaftliche Beziehungen zu bekannten toreros und anderen Persönlichkeiten aus der mundo de los toros.


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Siehe auch: 

Wenn der Moment zur Ekstase wird, SfA-TAURONEWS vom 24.3.2013

Donnerstag, 7. Mai 2015

Matador: Eine taurinische Pizza




von Philip de Málaga


Über die Alternativa einer Gourmetpizza in Madrid
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Das Restaurant in Madrid Kilometros de Pizza hat diesen Vormittag seine Pizza taurina vorgestellt. Anlässlich der feria taurina San Isidro in der spanischen Hauptstadt Madrid (Avenida de Brasil 6) hat Küchenchef Jesús Marquina eine Pizza kreiert, welche nun in einem Akt einer alternativa mit dem Namen Matador getauft wurde. 

Jesús Marquina
Nicht nur irgendeine italienische Pizza sondern eine regelrechte Gourmetspeise, deren Zubereitung mehr als drei Tage dauert. Allein der Teig benötigt eine Gärungszeit von 60 Stunden. Belegt wird dieser, wie kann es anders sein, mit einem klassischen rabo de toro. Der mit dem Ochsenschwanz belegte Teig wird dann für weitere zehn Stunden in de Ofen bei niedriger Temperatur geschoben. Das ganze wird mit einem Airbag aus Kartoffeln abgerundet und erinnert an die Kindheit, wenn man bei den Volksfesten die süsse Watte bestellt. Eine authentische Gourmetpizza, so verlautet der Küchenchef.

Pizza "Matador" (Foto: mundotoro)
Eine solche Pizza will nicht nur einfach vorgestellt werden. Gleich ihrem Namen Matador, wurde sie heute von dem matador de toros Óscar Higares auf ihren Namen getauft. Sozusagen eine Pizza mit  alternativa und einem padrino taurino.

Guten Appetit!

SfA auf Smartphones und anderen mobilen Geräten

Knapp zehn Prozent der SfA-Besucher betrachten sich die mundo de los toros auf einem Smartphone oder Tablet. Auf jenen Geräten wird die Seite von Stierkampf für Alle in einer speziellen mobilen Version angezeigt (Siehe links). Nun erreichten SfA gelegentlich Anfragen, ob es nicht möglich sei, SfA auch in der entsprechenden Webversion (HTML) auf den Geräten zu betrachten.


Die Antwort ist einfach: Ja! Scrollen Sie dazu bitte nach ganz unten. Dort finden Sie den Hinweis Web-Version anzeigen. Einfach anklicken und schon können Sie sich die Leser an der Originalseite von SfA und den Themen der tauromaquia erfreuen.


Nebenbei bemerkt, bei den Computern benutzen 70 Prozent Windows, 12 Prozent Mac und 5 Prozent Linux. Als Browser wird Firefox mit 42 Prozent bevorzugt. Es folgen der Internet Explorer (23%), Chrome (18%) und Safari (11%).

Mittwoch, 6. Mai 2015

Andalusien: 12 Prozent mehr Zuschauer




von Philip de Málaga


2014: Fast eine Million Besucher bei den Stierkampfveranstaltungen in Andalusien
Das Interesse steigt wieder
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Wie die Andalusische Landesregierung mitteilte, gab es in der südspanischen Region bei den festejos taurinos fast eine Million Zuschauer. Das entspricht einer Steigerung von 12 Prozent! Erklären lässt sich dieser Boom zum einen mit den attraktiven carteles wie in der Malagueta von Málaga, wo es mehrmals ein "No hay billetes" zu sehen gab, und zum anderen mit dem Engagement der empresarios in Kombination mit den Politikern, wie der Delegación de Málaga (Kreistag).


Es sollte erwähnt werden, dass es sich hierbei lediglich um die corridas (corridas de toros, novilladas und rejoneos), wo entradas verkauft worden sind, handelt. Capeas und andere ländliche festejos taurinos und encierros sind nicht inbegriffen.

Ebenfalls die Preispolitik hatte einen bedeutenden Einfluss auf diese positive Entwicklung. So wurden novilladas der escuelas taurinos oder certamen unter anderem auch mal kostenlos angeboten und für carteles de lujo, wie zum Beispiel am Ostersamstag in Málaga mit den matadores de toros Morante de la Puebla, Julián López "El Juli", Miguel Ángel Perera und Alejandro Talavante mit toros der ganaderías Jandilla und Daniel Ruiz konnte man entradas schon ab 7 Euros erwerben. Nur verständlich, dass eine solche corrida hasta la bandera ausverkauft ist.

"AUSVERKAUFT" in Málaga hasta la bandera
Die am meisten besuchten plaza de toros in 2014 zählte man in:

248.292 Zuschauer in Sevilla
163.241 Zuschauer in Málaga
157.997 Zuschauer in Jaén
144.108 Zuschauer in Granada
109.910 Zuschauer in Cádiz

Fazit, die toros in Andalusien sind wieder im kommen. Das Interesse steigt und somit auch die Zuschauerzahlen. Das spiegelt sich auch in den Besucherzahlen der plaza de toros und der museos taurinos wieder. Einige plaza de toros wie Las Ventas oder die Malagueta sind gerade dabei sich auch auf ein internationales Publikum vorzubereiten.

Dienstag, 5. Mai 2015

Maikreuz in Málaga




von Philip de Málaga


In der Malagueta findet sich ein Kreuz des Mais
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In der plaza de toros in der südspanischen Metropole Málaga, der Malagueta wurde zu Beginn des Monats Mai ein Maikreuz aufgestellt. Gleich dem Maibaum in deutschen Ländern leitet er den Beginn zu Pfingsten ein. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass eine plaza sich mit einem cruz de mayo schmückt. Im katholischen Spanien fand dieser Vorgang schon des öfteren statt.


In einer puerta erkennt man das cruz de mayo im Hintergrund das ruedo der Malagueta. Die traje de luces und die capa untermauern die Bedeutung der mundo taurino und die Verbindung zur Kirche und Glauben.

SfA wird wieder berichten











von Philip de Málaga


Nach einer längeren Pause wird SfA wieder über die Welt der Stiere berichten

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Aus gesundheitlichen Gründen war es mir unmöglich, den verehrten SfA-Leser über einen längeren Zeitraum hin über die mundo de los toros zu informieren. Mehrere Krankenhausaufenthalte und ärztliche Beschränkungen verhinderten eine entsprechende Berichterstattung. Erst vor einer Woche erhielt ich den entsprechenden ärztlichen Freibrief wieder meinen beruflichen wie privaten Interessen nachgehen zu können. 

So möchte ich es nicht versäumen, mich auf diesem Wege bei den zahlreichen Mails bedanken, welche mich in dieser Zeit erreichten. Zeigen sie doch auf, dass das Interesse der deutschsprachigen afición nach wie vor besteht.

Zahlreiche aficionados hatten ja auch die Möglichkeit sich über das Spanienforum in der Rubrik Stierkampf wo man in dem Thema Neues von den Stieren den Leser mit Aktuellem aus der mundo de los toros versorgte zu informieren. Und auch die Seite Toros y Toreros von Colin Ernst brachte mit viel Kompetenz und einer gewissen Nähe zu den toros und toreros dem aficionado die toros näher.

Und nun liegt es an der Zeit, dass sich SfA daran wieder ein wenig  beteiligen wird. Jedoch wird die Berichterstattung hier bei SfA zu Beginn eher sporadisch stattfinden, und sich vorerst an einigen bestimmten Themen orientieren, wie zum Beispiel Málaga. Vielen Dank für Ihr und Euer Verständnis.

Dienstag, 11. November 2014

Auch andere Künstler setzten sich für die Tauromachie in Kolumbien ein




von Philip de Málaga


Auch Vargas Llosa, Joaquín Sabinas und Fernando Botero für Bogotá
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Spektakel oder Flop? Überzeugung oder Vergessenheit? Fragen die wir morgen in der kolumbianischen Hauptstadt beantwortet bekommen. Das erste Mal in der Geschichte der tauromaquia wird eine solch grosse Manifestation für die mundo de los toros organisiert. Und wenn in dieser gigantischen Metropole nur ein Prozent sich zeigen, dann sind das bei knapp acht Millionen Einwohner nicht wenige, welche sich zur tauromaquia bekennen. Das wäre ein klares Zeichen. Aber so weit wird es wohl nicht kommen. Zwar findet hier ein Schaulaufen der grossen figuras aus der mmm statt, aber ob es ausreicht?

Auch aus dem Ausland bekommt man Unterstützung. Wie SfA berichtet hat, findet in der spanischen Hauptstadt ebenfalls eine Manifestation für Bogotá statt.

Sabina, Serrat und Bosé bei den toros
Um es nicht nur den puren taurinos zu überlassen, hat man auch Personen aus anderen Bereichen mit ins Boot genommen. Namenhafte Künstlers werden sich ebenfalls an dem Bogotá-Projekt beteiligen. Da wären zunächst der spanische Liedermacher Joaquín Sabinas (1949 in Úbeda). Als wohl einer der führenden Vertreter zeitgenössischer Musik war er vollem mit seinem katalanischen (!) Freund Juan Manuel Serrat und Miguel Bosé ziemlich häufig in den tendidos zu sehen.

Dann haben wir den kolumbianischen Maler und Bildhauer Fernando Botero (1932 in Medellín), der wohl als einer der bekanntesten Vertreter der Bildenden Kunst Lateinamerikas zählt. Seine Skulpturen verteilen sich auf der ganzen Welt, sei es in Berlin, München oder im fernen Singapore. Als Kolumbianer liegt es ihm besonders am Herz die toros in seinem Land zum Kulturerbe zu erklären, und für ihn ist es keine Frage, die tauromaquia versteht es als pure Kunst. Und sie sei Tradition und somit ein Teil der kolumbianischen Kultur.

Und die wortgewaltige Stimme kommt aus Peru. Mario Vargas Llosa (1936 in Arequipa). Als Schriftsteller mit politischen Ambitionen und Fähigkeiten gehört er wohl zu den eindrucksvollsten Befürwortern der tauromaquia. Wenn er zum taurinischen Dialog ansetzt bleibt dem antitaurinismo die Sprache weg. Der Nobelpreisträger gilt als einer der kämpferischsten Vertreter der toros und sein Vokabular lässt oft keine Zweifel offen. Auch für ihn eine Selbstverständlichkeit die mundo de los toros in allen Gebieten mit der entsprechenden Tradition zum Patrimonio Cultural deklarieren zu lassen.

Bleibt abzuwarten, was morgen in der kolumbianischen Hauptstadt geschehen wird. Werden sich die puertas in der plaza de toros Santa María wieder öffnen? Werden weitere Schritte zum Kulturerbe in die Wege geleitet? Denn ein Interesse daran wurde ja schon von Seiten der Regierung geäussert. 

Montag, 10. November 2014

Toros in New York



von Ursula Herzog
und Philip de Málaga


Ausstellung über einen Stierkämpfer in der amerikanischen Metropole
Ein schräger Blick auf den Stierkampf
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Die Amerikaner sind so weit entfernt von der mundo de los toros nicht. Schliesslich haben sie selbst corridas de toros in Las Vegas und Denver organisiert, reisen zahlreiche aficionados in das benachbarte Mexiko und in New York selbst befindet sich der New York City Club Taurino (NCCT), bei dem bekannte figuras sich ein Stell-Dich-ein gegeben haben.

Nun hat es die toros wieder nach New York gezogen. Der in Palma de Mallorca 1974 geborene amerikanische Künstler Domingo Zapata stellt in der Galerie C24 verschiedene Objekte unter dem Titel A bullfighter in New York aus. Zu sehen sind zwölf chaquetillas, vier burladeros und verschiedene Motive mit toreros. Leichte Paso-Doble-Musik ertönte überall in den Ausstellungsräumen, der Klang der ruedos erfüllte die Räumlichkeiten, die sich schnell mit einem interessierten Publikum füllte. Besucher, welche die Ausstellung unterhielt, aber auch jener, welche eher darüber verärgert waren.

Grosser Andrang bei der Vernissage
"Ein Stierkämpfer in New York" versteht sich nicht nur als eine Ausstellung moderner Kunst, sondern die Besucher haben auch die Möglichkeit die taurinischen Objekte der Begierde zu erwerben. Und so wurden allein schon am Abend der Vernissage zwei künstlerische Elemente erworben. Eine chaquetilla mit dem Namen "Dress to kill" für 40.000 Dollar und einige Gemälde für je 60.000 Dollar. Ein grosser Verehrer des Künstlers von den Balearen ist der Schauspieler Jonny Depp. Überhaupt ist die Fangemeinde von Domingo Zapata von seiner künstlerischen Darstellung zwischen Ironie und dem Respekt den toreros gegenüber angetan. So lässt er auch einen matador in der Wall Street mit einem toro kämpfen. Wahrhaftig, ein torero in New York. Wenn sich die Moderne mit spanischer Tradition vereinigt.


Besonders beliebt war die Sammlung der chaquetillas, welche vor allem an die Farbvielfalt des 18. Jahrhunderts erinnern soll.

Lunch bei Cipriani wurde noch am Abend der Eröffnung für 60.000 Dollar verkauft. 
Cipriani ist der Eigentümer von Harry’s Bar in Venedig
Die aficionados Ernest Hemingway und Orsen Welles waren dort häufig Gäste. 
Das Getränk „Bellini“ ist das Markenzeichen von Harry’s Bar.
Ein burladero.
Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Dezember zu sehen.

Sonntag, 9. November 2014

Wenn Toreros sich einpacken








Eine Fotoserie von Julián López (mundotoro)
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Der Moment ist gekommen. Das weisse pañuelo des presidente wird über die Brüstung des palco presidencial gehalten. Die Fanfaren erklingen und die corrida kann beginnen. Die toreros marschieren auf, betreten das ruedo und in erster Reihe die matadores. Wer genau hinschaut, erkennt, dass die matadores sich eine besonders wertvolle capa de paseo beim paseillo getragen wird. Dieser kunstvoll verzierte capote wird nicht einfach nur umgeschwungen, sondern regelrecht, und besonders am Körper anliegend drapiert. Man möchte meinen, es gleiche einem Kraftakt, benötigt der maestro nicht selten die Hilfe von seiner cuadrilla den capote de lujo anzulegen. Der maestro wird dabei sozusagen im wahrsten Sinne des Wortes eingepackt. Wer sich auf diesen Moment fixiert mit einer einzigartigen Orgie in Farbe konfrontiert. Der Fotograf Julián López hat diese Momente eingefangen:








Samstag, 8. November 2014

Taurinische Einheit: Die Welt schaut nach Kolumbien




von Philip de Málaga


Auch in der spanischen Hauptstadt geht man am 12. November auf die Strassen
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Eine Krise wo auch immer ist vor allem dafür geeignet aufzuzeigen, wo die jeweiligen Schwächen liegen. Das gilt auch für die mundo de los toros. Es war zu sehr Gang und Gebe lediglich im eigenen Suppentopf zu rühren und sich gegen Einflüsse von aussen abzuschirmen. Im Portal La Tauromaquia schrieb Uli Pürschel, dass man in Spanien wohl das Gefühl hätte, dass die Pyrenäen hoch genug sein, um nicht den geringsten Einfluss auf die spanische tauromaquia zu haben. Im Negativen aber eben auch im Positiven. Was hat eigentlich dagegen gesprochen, dass die taurinos auch weltweit ein wenig mehr Zusammenhalt zeigen könnten. Warum interessierte man sich nur für die eigenen toros? Weshalb herrschte unter den empresarios oder apoderados eher eine unausgesprochene Nicht-Übereinstimmung in der Interessenvertretung?

Mit der Krise wurde in einigen taurinischen Kassen die finanziellen Mittel knapp. Es herrschte Handlungsbedarf. So konnten wir es diese Tage in den Medien lesen, dass die empresarios verschiedener plaza de toros sich an alle Beteiligten im taurinischen Sektor wendeten, um gemeinsam der finanziellen Krise entgegenzutreten. Dasselbe gilt gilt auch für den Bereich der ganaderías. Aber auch hier bleiben wir nur im spanischen Raum.

Schaut man ein wenig über den nationalen Tellerrand, scheint die Frage durchaus gerechtfertigt, sind über 65 Millionen aficionados auf der ganzen Welt nicht Grund genug sich auch mal auf internationaler Ebene stark zu machen. Mit Sicherheit lässt sich diese Frage mit einem klaren Ja beantworten. Und endlich kann man beobachten, dass die Herren des Geburtslandes der tauromaquia dieses endlich begriffen haben. Ob toreros oder aficionados, ob empresarios oder ganaderías, ob Stadtväter oder nationale Politiker, es wird Zeit zu erkennen, dass hinter der mundo de los toros eine geradezu gigantische Dimension an afición steckt, wenn man seinen optischen Horizont auf die Welt richtet. Vor allem auf jene Regionen wo die toros in den Traditionen mit verankert sind.

SfA hat gestern darüber berichtet. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá demonstrieren die taurinos für die Wiedereröffnung ihrer plaza de toros. Verbunden ist die Kundgebung in Kolumbien auch damit, die toros zum Nationalen Kulturerbe erklären zu lassen. Das Interesse dafür ist in diesem südamerikanischen Territorium auffallend gross dafür

Und gleich auf dreifacher Weise erhalten sie internationale Unterstützung. Zum einen werden internationale figuras anreisen um die heimischen afición zu unterstützen. Zum anderen berichten alle taurinischen Medien davon.  Und nun ist mach auch in der spanischen Hauptstadt wach geworden. Die Vereinigung der spanischen Stierzüchter (UCTL) sowie das Forum der taurinischen Jugend (FJT) haben nun für den nächsten Mittwoch, den 12. November 2014 in Madrid zu einer Manifestation aufgerufen, um die taurinische Freiheit in Bogotá moralisch zu unterstützen. "Madrid schaut nach Bogotá" heisst es in den Sozialen Netzwerken. Allein bei Twitter verfolgen dieses über 19.000 Leser.

Wenn sich die Jugend für die mundo de los toros einsetzt. (Foto: UCTL)
Und heisst es nicht die mundo de los toros, also die Welt der Stiere? Ein Grund mehr, sich dementsprechend auch weltweit dafür zu engagieren. Sich für die demokratische Freiheit der mundo de los toros einzusetzen. 

Freitag, 7. November 2014

Kolumbien: Taurinos demonstrieren am 12. November




von Philip de Málaga


Grosse figuras aus der mundo de los toros rufen in Bogotá 
zu einer Kundgebung für die tauromaquia aus
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Gustavo Pedro,
der politische Supermann?
Sein Name ist Gustavo Petro und er ist Bürgermeister der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. In einem geradezu einzigartigen Alleingang liess er die toros in seiner knapp Sieben-Millionen-Metropole verbieten, obwohl dieses zum einen schon im Oktober 2012 von dem kolumbianischen Verfassungsgericht (Corte Consticional de Columbia) mit 73 Prozent untersagt worden ist. Genau definiert, das Gesetz 916 aus dem Jahr 2004, demnach die tauromaquia auf kolumbianischen Boden nicht untersagt werden kann hat immer noch seine Gültigkeit. Zum anderen hat sich auch der Stadtrat von Bogotá dafür eingesetzt, dass weiterhin in der plaza de toros Santa María verschiedene festejos taurinos bevorzugt veranstaltet werden sollen. Doch beim Stadtoberhaupt stiessen diese Tatsachen auf taube Ohren.


Weder Politiker noch irgendwelche Stadtväter haben das Recht taurinische Aktivitäten zu verbieten, besonders in den Gegenden, wo die tauromaquia mit einer gewissen Tradition verbunden ist. Mehr noch, die empresarios, also die Organisatoren von festejos taurinos benötigen nicht einmal die Genehmigung der Rathäuser diese zu veranstalten.

Geht es ihm eigentlich wirklich um die toros? Man kann es wohl anzweifeln. Aber einen Erfolg kann er vorweisen, denn auf der politischen Ebene hat er es durchaus verstanden dem Staat seine eigene Durchsetzungskraft zu vermitteln und damit ein klares Zeichen politischer Stärke zu setzen.

Um dem entgegenzuwirken, sind in Bogotá schon einige toreros, vor allem novilleros in einen Streik, auch Hungerstreik getreten. Doch gebracht hat es wenig, ausser dass die Öffentlichkeit durch die Presse es ein wenig verfolgt. Und nun, angespornt durch den maestro César Rincón (aficionados dürfte dieser Ausnahme-torero bestens bekannt sein, hat er im Jahr 1991 gleich vier Mal die puerta grande von Las Ventas in Madrid geöffnet) greifen die grossen figuras aus der mundo de los toros in das Geschehen ein und rufen zu einer Grossdemonstration in der kolumbianischen Hauptstadt am 12. November diesen Jahres auf. Grosse diestros wie El Juli, Alejandro Talavante, José María Manzanares und andere treten auf um sich für die Wiedereröffnung der plaza de toros von Bogotá einzusetzen. Gewissen, bei sieben Millionen Einwohnern, wirkt eine fast jede Demonstration, für oder gegen was auch immer eher bescheiden. Doch in diesem Falle kann man aber sicherlich auch mit der Unterstützung zahlreicher vor allem nationaler Medien rechnen, auch wohl deswegen, gilt der kolumbianische maestro César Rincón als eine beliebte wie populäre Persönlichkeit. Und damit auch wirklich die afición sich bewegt haben die figuras via You Tube dazu aufgerufen sich zahlreich zu beteiligen.


Man kann gespannt sein wie es verlaufen wird, setzt man hiermit doch ein klares Zeichen für die Zukunft, wie lokale Politiker sich bezüglich der tauromaquia verhalten können und dürfen. Seien wir doch ehrlich, auch hier geht es wie in Barcelona doch nur um politisches Gebären als um aktiven Tierschutz. Auch wenn es antitaurinos nicht akzeptieren wollen, selbst die mundo de los toros  hat ein Recht auf die Einhaltung demokratischer Werte. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Donnerstag, 6. November 2014

und . . . ich gehe wieder hin.




von Kurt Tucholsky

"Ich habe immer geglaubt, der picador sei ein Mann, der, beritten,
Passbild von Kurt Tucholsky
für ein Visum nach Frankreich
mit dem Stier kämpfte, ein Kampf, der dann manchmal für das Pferd ein böses Ende nähme ... Der picador ist ein Schlächter.


Ich kenne das, was in den Augen mancher Beschauer und Beschauerinnen liegt, wenn Schmeling dumpf auf Samson-Körner boxt. Kein Sport ist vor Missbrauch sicher. Hier ist nichts davon. Ich versäume die schönsten Kunststücke der Mantelleute, die mit dem Stier einen grossen Fandango tanzen: aber in keinem Gesicht, in keinem Auge, in keiner Miene ist auch nur der geringste Blutrausch zu sehen. Sind diese Leute grausam?

Dieser Stier hat einen schweren Tod. Der toreador verbraucht 6 (in Buchstaben: sechs) Degen, bis er ihn so weit hat - und das Publikum wird ungeduldig. "Schlächterei!" schreien die fein empfindenden Leute.

Eine Barbarei.

Aber wenn sie morgen wieder ist: ich gehe wieder hin."

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Quellennachweis:


Kurt Tucholsky (1927)
Stierkampf in Bayonne aus dem Pyrenäenbuch







Mittwoch, 5. November 2014

. . . aber ich schaue hin.




von Paul Ingendaay


"Ich kann auch nicht von mir behaupten, ich sei ein Liebhaber oder aficionado. Dafür verstehe ich von dieser Kunst zuwenig. Aber wenn ich in einer Bar einen Kaffee trinke und im Fernsehen läuft eine corrida de toros, schaue ich hin, als wäre es Fussball. Was sich dort im Sand der Arena abspielt, ist eine ästhetische Darbietung und kann genauso begeistern wie ein schöner Steilpass oder ein gelungener Fallrückzieher."

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Quellennachweis:

Gebrauchsanweisung für Spanien, Paul Ingendaay, Piper Verlag, München Zürich, 2002

Dienstag, 4. November 2014

Der Stier ist überall

Auf dem Weg durch Spanien, er ist immer präsent!
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von Philip de Málaga


Wer durch Spanien fährt kommt an ihm nicht vorbei. Er ist überall gegenwärtig. Der spanische toro bravo. Wer über die Landstrassen fährt erkennt ihn schon von weitem. Den toro von Osborne. Mit einer Höhe von vierzehn Metern der wohl grösste Stier in Spanien.


Aber auch in den Städten geht er einem nicht aus dem Weg. Im Gegenteil sogar, wer seine Augen öffnet wird ihn stets entdecken. In Restaurants oder Geschäften, als Name oder Symbol, schriftlich oder bildlich stets kreuzt er den Weg des Beobachters.


Bei Touristen sind die Artikel mit Motiven aus der mundo de los toros sehr beliebt. Kein Souvenirladen ohne Stiere, an jeder Ecke, am Strand, in den Strasse, sogar Hotels und Gaststätten haben sie im Angebot.  


SfA hat nachgefragt, und in der Tat gehören gerade die toros und toreros zu den besonders begehrten Objekten der fremdländischen Begierde von der iberischen Halbinsel. So populär, dass zum Beispiel in der südspanischen Metropole Málaga sich in der Innenstadt gleich zwei Geschäfte der Vermarktung des toro widmen. Und mit Erfolg und Umsatz.


Vier Buchstaben: T O R O. Vier Buchstaben hinter der sich eine ganze Tradition verbirgt. Eine ganze Welt für sich, die mundo de los toros. Und so findet man diesen Namen auch in anderen diversen Bezeichnungen, wie Strassennamen, Museen, Plätzen oder auch Familiennamen.


Und nicht zu vergessen die Werbung. Grosse Strassenplakate haben die toreros für sich entdeckt. Und keiner regt sich darüber auf (Siehe Stierkampf in der Werbung).


Auch die Gastronomie versteht es den toro einzusetzen. Nicht nur auf dem Teller in Form eines rabo de toros, sondern auch als Firmenlogo.



Und wenn man die mundo de los toros besucht kann es schon am Flughafen passieren das die Koffer mit einem muletazo begrüsst werden.


Willkommen in Spanien!