Samstag, 12. September 2015

SfA: Über 200.000 Besucher





von Phillip de Málaga


SfA avanciert zum meist gelesenen deutschsprachigen Portal über Stierkampf
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Seit Bestehen haben nun über 200.000 Leser SfA besucht. Damit gehört ab diesem Sommer Stierkampf für Alle zu dem am meisten gelesenen deutschsprachigen Portal über die mundo de los toros.  Gestern am späten Nachmittag erreichte SfA die magische Zahl:
Das hat noch kein portal taurino in deutscher Sprache geschafft!
Das steigende Interesse der deutschsprachigen Gäste ist vor allem schon seit 2013 zu beobachten. Gewiss, da lesen auch die Gegner mit, aber grundsätzlich ist das Interesse da, mehr über die tauromaquia zu erfahren, als die doch sehr einseitige Berichterstattung durch den antitaurinismo und den grössten Teil der Presse. Das merken wir hier auch an den Mails die uns erreichen, nicht selten mit konkreten Fragen. Hier in Málaga werden wir auch mit Besuchern bei der plaza de toros direkt konfrontiert. Fast alle zeigen ein bestimmtes Interesse an den toros, selten dagegen, und wenn eher ablehnend so doch tolerant und es als Teil spanischer Kultur akzeptierend. Und unser Motto ist eindeutig:
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"SfA will niemanden vom Stierkampf überzeugen,
dass muss ein jeder für sich selbst entscheiden.
Wir wollen lediglich informieren, über Tatsachen berichten,
was sich wirklich hinter der Tauromachie verbirgt,
und warum die Stiere an die siebzig Millionen Menschen
auf der ganzen Welt in ihren Bann ziehen."

Philip de Málaga
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Vor allem dieser Sommer hat es den deutschsprachigen Lesern angetan. Mit der feria del toro San Fermín in Pamplona begannen besonders die Zahlen der Besucher teilweise um dreissig bis vierzig Prozent zu steigen. Auch die feria taurina von Málaga fand grosses Interesse, besonders der Internationale Wettbewerb der escuelas taurinas. Wohl nicht wenige sind der SfA-Empfehlung nachgekommen und haben das Finale des Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas per Livestream im Internet mitverfolgt.

Begehrt scheint auch die Tatsache, dass wir nicht einfach nur trocken über die corridas selbst berichten, sondern das Thema der toros kulturell, literarisch, wirtschaftlich, historisch, menschlich wie sozial und in seinem gesellschaftlichen Umfeld darstellen. Übermitteln, dass die mundo de los toros als Kulturerbe Teil des spanischen Lebens ist und sein wird.

Dabei sind es nicht nur die Deutschen in Deutschland welche hier mitlesen, sondern weltweit, wie in Spanien, den Vereinigten Staaten, Italien, Portugal, Frankreich, Ukraine, dem Vereinigten Königreich, Russland und selbstverständlich in der Schweiz und Österreich.

Wo man SfA liest.
Viele Hits zeigen die Literaturhinweise auf. Man möchte also mehr erfahren und es in den heimischen vier Wänden zu lesen. Auch erhalten wir regelmässig Anfragen über Termine von corridas in Andalusien und wie man an die entradas am besten kommt. Kurz, das Interesse des deutschsprachigen Publikums an der mundo de los toros ist definitiv am steigen. Auch die Besucherzahlen von deutschen Gästen bei den festejos taurinos haben zugenommen, wie einige empresas mitteilten. Aber grundsätzlich fehle es den ausländischen Besuchern an einem Basiswissen über die toros. Auch einer der Motive, wie sich der Erfolg von SfA erklären lässt. 

Besonders beliebt ist SfA in Kombination mit seinem deutschsprachigem Nachschlagewerk dem COSSÍO en alemán. Obwohl dieses Lexikon erst seit drei Jahren besteht, hat es auch schon seine fast 100.000 Hits und es werden dort täglich über 80 Begriffe aus der tauromaquia nachgeschlagen. Das ist doch wohl ein eindeutiger Indiz dafür, dass ein gewisses Interesse für die mundo de los toros besteht. Zumindest ein Anzeichen, dass es zahlreiche Menschen gibt, die wissen wollen, um was es hier geht. Das betrifft natürlich Befürworter wie Gegner und alle einfach nur Neugierigen.

Und was bringt die Zukunft?

Auch weiterhin ist SfA daran interessiert über die mundo de los toros zu berichten. Vor allem möchten wir denjenigen die entsprechenden Informationen zukommen zu lassen, die sich dieser doch für viele Nicht-Spanier eher fremden Welt nicht so auskennen, zu begegnen. Ihnen zeigen, wie die toros zu Spanien gehören. Wie spannend und aufregend es sein kann. Die Vielseitigkeit in den verschiedenen Bereichen aufzeigen. Und ob dann jemand sich der afición a los toros weiterhin nähern möchte bleibt ihm selbst überlassen. Da mischen wir uns nicht ein. 

Vielen Dank an alle die dabei geholfen haben, diese Seite aufzubauen. Der Dank richtet sich an das Team von SfA, an die vielen Leser und aficionados, welche uns mit Informationen beliefern und an zahlreiche Einrichtungen hier in Málaga wie die empresas der plaza de toros La Malagueta und in Benalmádena, das Centro Arte Tauromaquia, das portal taurino mundotoro, das museo taurino Antonio Ordoñez und die escuela taurina de Málaga. Und nicht zuletzt an unsere treue Leserschaft. Muchas gracias.

Freitag, 11. September 2015

SfA und der ORF

In Österreich scheint man sich für die mundo de los toros zu interessieren.
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von Philip de Málaga 

Im Jahr 2007 wurde beim Europäischen Parlament eine Schriftliche Erklärung eingereicht, den Stierkampf in ganz Europa zu verbieten. Es kam nicht einmal zur Debatte, weil 73 Prozent der EU-Abgeordneten nicht zustimmten. Nur ein Land stellte sich geschlossen hinter diesen Antrag: Die Republik Österreich. Und trotzdem erreichen SfA immer wieder Anfragen gerade aus diesem Lande. Interesse ist wohl da, aber man traut sich nicht immer dieses dort auch laut auszusprechen. 

So besuchte für einen ganzen Tag ein Team des ORF die südspanische Metropole Málaga um sich den toros zu nähern. Der österreichische Kultur-Kanal Ö1 plant für Ende Februar 2016 eine vierteilige Telekolleg-Serie über die mundo taurino und schickte hierfür die bekannte Schriftstellerin und Journalistin Christa Nebenführ nach Andalusien. Unter anderem besuchte sie eine ganadería und die legendäre corrida goyesca in diesem Jahr (siehe SfA: In Ronda öffnet sich die Puerta Grande gleich zweimal).

Aber vorher kamen der Fernsehredakteur Dominik Hillisch und Christa Nebenführ in die capital taurina Málaga. Dabei wurden sie von SfA durch den Tag begleitet. Es war völlig überraschend wie aufgeschlossen sich das ORF-Team diesem doch sehr sensiblen Thema der tauromaquia näherte. Man zeigte aufrichtiges Interesse gefüllt mit zahlreichen wie neugierigen Fragen. Ohne Emotionen wollte man wissen um was es hier überhaupt geht.

Zunächst ging es in das relativ neue Museum der Künste für Tauromachie im Herzen der Stadt. 

Dort zeigte ihnen Don Juan Carlos Estrada, Direktor des Museums, Experte in Sachen der Tauromachie und Manager der plaza der toros die Objekte aus der mundo de los toros und erklärte anhand von diesen, den gesamten Hintergrund zur Entstehung der tauromaquia. Eine Menge an interessanten Informationen aus erster Hand rieselte auf die Besucher der Alpenrepublik ein. Man begann zu erkennen, die toros sind eigentlich keine spanische Erfindung, hier hat man es lediglich zu Ritualen reglementiert.
Philip de Málaga, Christa Nebenführ, Dominik Hillisch, Juan Carlos Estrada
Toros in England? Vor dem Direktor liegt ein Plan aus London mit zwei plaza de toros.
Sicher bald ein Thema für SfA!
Nach einer kleinen Mittagspause ging es weiter und ich selbst wurde zu verschiedenen Themen zu den toros interviewt. Dabei ging SfA bewusst keiner Frage aus dem Weg.
ORF interviewt SfA
Dann ging es zur Malagueta, der plaza de toros von Málaga. Sie stammt aus dem Jahr 1876, bietet Platz in den tendidos für 10.500 Zuschauer und das ruedo hat einen Durchmesser von 52 Meter. 
Die Malagueta: Auch ohne Zuschauer eine beeindruckende Kulisse
Für jeden, der dieses ruedo einmal betreten kann, ein beeindruckender Moment.

Der toro und die Journalistin aus Österreich
Danach ging es zur escuela taurina, welche im ruedo trainierte. Jede Woche drei Mal. Und selbstverständlich zeigten sich die jungen alumnos den österreichischen Gästen offen und rein selbstverständlich stellte sich der stellvertretende Leiter der escuela taurina Antonio Trujillo einem Interview. Der Direktor und Ex-matador Fernando Camara befand sich zurzeit mit einem seiner Schützlinge in einer anderen plaza de toros.
Antonio Trujillo, Dominik Hillisch und Christa Nebenführ
Und natürlich kam dann Francisco Morales, der Gewinner des Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas (siehe Málaga: Francisco Morales gewinnt das Finale) um sich den Fragen von Christa Nebenführ zu stellen.

Ein torero für die Zukunft? Francisco Morales
SfA wird seine Leser informieren, wann Ö1 die Sendung ausstrahlen wird. Wer nicht die Möglichkeit hat es im Radio live zu verfolgen kann dies über das Internet mit einem Livestream tun: Radio Österreich 1.

Donnerstag, 10. September 2015

Wenn Toreros zum Ersatz des eigenen Rituals werden

Eine Anmerkung zu "Die Stiertreiben nehmen zu ... die Toten auch"
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von Dr. Andreas Krumbein


Wie in anderen Teilen Spaniens ist auch in Andalusien neben den encierros eine weitere Art der Stierspiele anzutreffen, so zum Beispiel den toro de cuerda (auch toro ensogado, enmaromado oder engalanado), wie zum Beispiel in Gaucín oder Grazalema vorkommt.



(Fotos: Federación Española Toro de cuerdaPaco R.M.)
Oder der toro del Aleluva in Arcos de la Frontera, der einfach in den Strassen losgelassen und frei gelaufen wird, so wie es in vielen Gegenden taurinos in Süd-Frankreich üblich ist (wie in der Camargue und Arles mit toros der Camargue oder auch in Aquitanien).



Selbst bei Regen stellt man sich der Gefahr

Zu den Unfällen und den damit einhergehenden körperlichen Schäden, hier ein weiteres Video, dessen Aufnahmen wahrscheinlich in Portugal entstanden sind, deren Aussagekraft aufgrund der Tatsache, dass es eine Dorfveranstaltung ist, allerdings auf die Verhältnisse in Spanien übertragbar ist.


Häufig sind Missgeschicke, Fehlleistungen und Fehleinschätzungen verantwortlich für das Eintreten eines Unfalles.

Man kann aber auch deutlich sehen, dass das Eingehen eines Risikos, das Zulassen eines möglichen Unfalles mit all seinen Konsequenzen, die Möglichkeit vom Stier erwischt zu werden elementare Bestandteile des Stierspiels sind. Man riskiert etwas, man setzt etwas ein; man kann auch verlieren, doch man hat es versucht. Manchmal scheint es, als sei das Erwischtwerden sogar erwünscht, zumindest das geringfügige Erwischtwerden: man ist dem Tod von der Schippe gesprungen, man hat ihn besiegt. Das geht allerdings nur, wenn man sich dem möglichen Tod stellt, und wenn man ihn vorher herausgefordert hat.

Was die toreros, allen voran der matador, während einer corrida de toros tun, das dortige Eingehen von Risiken, hat seinen Ursprung in der ländlichen Bevölkerung und ihren althergebrachten Riten, die in den Stierspielen roh und direkt umgesetzt werden. Die corridade toros bietet den Feinschliff und die Möglichkeit für die Unmutigen jemanden aus ihrer Mitte, nämlich den matador mit seiner cuadrilla dafür zu bezahlen, dass er das Risiko für den Zuschauer übernimmt.

Einmarsch der toreros vor dem Publikum ins ruedo um sich der Gefahr zu stellen
(Foto: mundotoro)
Dafür dass man sich der Gefahr nicht mehr selbst stellt, das Risiko nicht selbst übernimmt, bezahlt man einen Experten, der für einen selbst als Teil einer Gemeinschaft, zu welcher der matador selber gehört, das Risiko übernimmt und die Herausforderung des Todes meistert und diesen (den Tod) abwehrt.

Toreros riskieren verletzt oder gar getötet zu werden. (Foto: mundotoro)
Nicht umsonst sind Unfälle oder Todesfälle während einer corrida so etwas besonders „Schlimmes“, etwas so enttäuschendes: nicht der direkt Geschädigte, Verletzte oder Getötete, also der torero, ist erster Adressat der Betroffenheit und des Mitgefühls, man ist es selbst. Das Ritual ist fehlgegangen, der Ritus hat nicht zum Ziel geführt, der Einsatz ist verloren, das Fest konnte nicht gefeiert werden. Man kann nicht erleichtert und befreit heimgehen. Man muss weiterhin beschwert sein.

Man gehe so nahe wie möglich an eine Grenze. Überschreiten will man sie nicht.

Mittwoch, 9. September 2015

Noch ein paar Worte zu Hemingway




von Pierre Imhasly

Der mit mehreren Preisen ausgezeichnete Schriftsteller aus der Schweiz wendete sich schon relativ frühzeitig der mundo de los toros zu. In seinem 1982 erschienen Werk Corrida stellt er die Protagonisten der tauromaquia dar, die toros, die toreros, die taurinos wie die aficionados. Aber er erzählt auch von der Geschichte, der Technik der toreros, der Dramaturgie bei einer corrida, über die Essenz der tauromaquia, über Schicksale, das Geschäft und über die toros in der Kunst. Die Werke bekannter Namen wie Rainer Maria Rilke, Camilo José Cela, Federico Gracía Lorca, Pablo Neruda, John Steinbeck und andere kommen zu Wort. Und es wäre unvollständig, würde er nicht auch ein paar Worte über Ernest Hemingway bringen:

„Dem illustren americano gebührt der Verdienst, 
den Stierkampf Nichtspaniern beigebracht zu haben.“


„Mit seiner Erzählung „Der Unbesiegbare“, 
mit anderen short stories 
schaffte er dem toreo Denkmäler in jener Sprache, 
die das Spanische als Weltsprache abgelöst hatte.“

„Seine Ausfälle gegen Manolete trugen ihm viel böses Blut ein, 
den er, rechnen die Spanier nach, nicht hatte sehen können.“
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Quellennachweise:

Corrida, Der spanische Stier und sein Fest, Pierre Imhasly, Edition Erpf, München 1982
Tod am Nachmittag, Ernest Hemingway, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1957
Fiesta, Roman, Ernest Hemingway, Rowohlt, , Reinbek bei Hamburg, 1950
Der Unbesiegbare, Ernest Hemingway, Serie Piper, München, 1988

Dienstag, 8. September 2015

Ronda: Zwei Denkmäler, zwei Amerikaner und die Stiere




von Philip de Málaga


Ronda gedenkt den amerikanischen Aficionados Orson Welles und Hemingway
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Noch vor dem Beginn der 59. Corrida Goyesca in Ronda gab es ein anderes Ereignis welches die Aufmerksamkeit erregte. Eingeweiht wurden auf dem Paseo Blas Infante, gleich neben der historischen plaza de toros zwei Denkmäler von zwei berühmten amerikanischen aficionados de toros. Dem Regisseur Orson Welles und dem Schriftsteller Ernest Hemingway.

Zu diesem Akt kamen Vertreter der andalusischen Landesregierung, der Stadt und der Präsident des Kreistages von Málaga, und der Präsident von Unicaja, welche die Objekte mit 18.000 Euro finanzierte.

Beide Künstler pflegten eine intensive Beziehung zum Hause Ordoñez, besonders zu dem matador de toros Antonio Ordoñez.

Orson Welles und Antonio Ordoñez
So war der amerikanische Regisseur häufig in Ronda zu sehen. Auch bei der corrida goyesca. Trotz seiner bekennenden afición zur tauromaquia ist es schon erstaunlich, dass Wells nie mal vorhatte sich auch filmlich an das Thema der toros zu wagen. Immerhin war seine Leidenschaft zu der mundo de los toros so gross, dass er seine Asche nach Andalusien fliegen liess um auf der Finca der Ordoñez "San Cayetano" bestattet zu werden. Obwohl mit der Kamera hat man ihn sehr wohl in den tendidos an der barrera sitzend gesehen. Aber der Beginn zu "Der dritte Matador" wurde es wohl nicht.

Ernest Hemingway und Antonio Ordoñez
Zu Hemingway muss man hier wohl wenig schreiben. Gerade bei SfA konnte man über den amerikanischen Schriftsteller einiges lesen (SfA-Reportage: Der altem Mann und die Stiere). Vor allem in seinem letzten Roman "Gefährlicher Sommer" beschreibt er seine Freundschaft zu diesem torero.

Die Büsten aus Bronze auf den zwei Meter hohen Denkmälern wurden von dem Bildhauer Paco Parra aus Sevilla gestaltet.

Montag, 7. September 2015

In Ronda öffnet sich gleich zweimal die Puerta Grande




von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoro)

Grosser Stierkampf in Ronda, die 59. Corrida Goyesca
Kein tarde de toros für Morante de la Puebla
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Eigentlich passte alles zusammen. Ein corrida goyesca in Ronda, gutes Wetter, ausverkauft hasta la bandera, sieben orejas, petición de rabo und zwei puertas grandes


   
Jeder kennt dieses Bild, der schon einmal eine Corrida Goyesca in Ronda besucht hat.
Das grosse Gedrängel vor der plaza de toros.
Durch nur wenige Türen müssen 6.000 Menschen ihre Plätze pünktlich erreichen.
Was will man mehr um den Höhepunkt der temporada taurina in Spanien zu erreichen? Selbst nach diesem tarde de toros, die Reaktionen, welche SfA erreichten waren eher bescheidener Natur. So hiess es unter anderem „Leider“ oder ähnliche Begriffe. Aus deren Mündern sprach kein Neid, eher die Traurigkeit, dass gerade „der“ torero, ihr Morante de la Puebla am Erfolg nicht beteiligt war. Und das betraf nicht nur die morantistas in den tendidos, seien wir ehrlich, die meisten kamen unter anderem auch und vor allem wegen ihm. Aber das lote für ihn war nicht hilfreich. Ein paar verónicas, bei der quite wunderbare chicuelinas, bei den faenas zeigte er den Wunsch des Wollens, aber das reichte bei langem nicht. Kein tarde de toros für Morante.

Morante de la Puebla: Es sollte nicht sein Tag werden.
Doch die Zuschauer in den tendidos der Real Maestranza de Ronda sollten trotzdem belohnt werden und einen unvergessliche corrida goyesca präsentiert bekommen.

Manzanares mit einer verónica
Da war zum einen der matador de toros José María Manzanares. Seine faena , welche er Francisco Rivera Ordoñez „Paquirri“ mit einem brindis widmete, geradezu perfekt mit klassischen derechazos. Und mit seinen wunderschön ausgeführten naturales übertrug er zum Publikum, dass er vom toreo wirklich etwas verstehe. So liess er sich selbst bei allem viel Zeit und, damit der toro sich erholen konnte. Besonders beeindruckend seine letzte natural. Seine estocada brachte ihm die dos orejas, es gab sogar einige pañuelos die den rabo forderten.

Manzanares mit der beendet eine Serie von derechazos
Auch bei seinem zweiten toro beherrschte der matador seine Arbeit. Galant mit wenigen Unregelmäßigkeiten beherrschte er auch hier die beiden cuernos des toros und beendete seine faena mit einem espadazo.

Cayetano mit einer natural
Dann kam die Stunde der Gastgeber. Des Enkels von dem legendären Antonio Ordoñez, es kamen die unvergesslichen Auftritte des matadores de toros Cayetano. Obwohl sein erster toro eher schwach war zeigte dieser ein wenig nobleza. Und wurde von Cayetano auf den Knien vor dem toril mit einer larga cambiada empfangen. Gut auch das erste tercio und bei der faena führte der torero die muleta auffallend tief und beendete diese mit ayudados.

Cayetano führt die muleta hoch mit der rechten Hand 
Den sechsten toro, durchweg noble, widmete er seinem Bruder, der den brindis mit Tränen in den Augen entgegen nahm. Das Publikum bekam zum Abschluss ein durchaus komplette lidia zu sehen, viel eleganten pases, konfrontiert mit der ganzen Schönheit eines gelungenen toreos. Leider beendete er seine Arbeit mit einer estocada tendida im Zentrum des ruedos, aber der toro liess sich leider ein wenig Zeit bis er einknickte, was dem torero den trofeo des rabos kostete, welchen das Publikum trotzdem vehement gefordert hatte und dem toro eine vuelta al ruedo einbrachte.


Samstag den 5. September 2015
No hay billetes - Ausverkauft

Morante de la Puebla: Silencio und ovación tras aviso
José María Manzanares: Dos orejas und oreja

Toros von den ganderías Nuñez el Cuvillo und Juan Pedro Domecq

Und so endet die 59. corrida goyesca in der. Mit einer puerta grande für die beiden erfolgreichen matadores de toros José María Manzanares und Cayetano.
Puerta grande für Manzanares und Cayetano

Antitaurino muss vor Gericht





von Philip  de Málaga


Der Antitaurino von Mallorca und Marbella wurde gerichtlich vorgeladen
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Der niederländische Petrus Johannes Martinus, bekannt als antitaurino Peter Janssen und der matador de toros Morante de la Puebla wurden, wie die Ausgabe der Tageszeitung ABC aus Sevilla berichtet,  zu einem Schlichtungsverfahren vorgeladen. Dieses wurde für den 28. September 2015 um 13:30 Uhr angesetzt. Die Klage wegen verbrecherischer Tätigkeit und Verleumdung gegen den Holländer wurde am 21. August eingereicht. Für spanische Verhältnisse eine durchaus zügige Umsetzung.

Es begann am 7. August in der plaza de toros von Palma de Mallorca, als Peter Janssen nach der lidia und dem Tod des ersten toros in das ruedo stürmte und den matador de toros Morante de la Puebla anschliessend im callejón attackierte. Dabei soll der aaaa handgreiflich vorgegangen sein und den torero als "Mörder", "Tierquäler", "Hurensohn", "Bastard" und weiteren Schimpfwörtern angeschrien haben. Nur das schnelle Eingreifen der Polizei verhinderte schlimmeres.

Peter Janssen in Mallorca, könnte ein teurer Spass für ihn werden
Nur zwei Tage später wurde in Marbella (Andalusien) der matador de toros Morante de la Puebla und seine cuadrilla erneut beim nach dem Tod des ersten toros von einer Gruppe antitaurinos attackiert. Unter ihnen erneut Peter Janssen. Auch hier griff die Polizei relativ zügig ein.

Joaquín Moeckel
Nun war für den matador de toros Morante de la Puebla das Limit überschritten und er schaltete die bekannte Kanzlei Moeckel aus Sevilla ein. SfA hat davon berichtet: Es liegt an der Zeit juristische Schritte in die Wege zu leiten. Der Rechtsanwalt Joaquín Moeckel bezichtigte den Niederländer in seiner Klageschrift wegen Hausfriedensbruch mit Gewaltbereitschaft und Verleumdung und klagt auf eine Entschädigungssumme in Höhe von 100.000 Euro.

Peter Janssen ist übrigens in der Szene kein Unbekannter und in Insiderkreisen wird darüber gesprochen, dass er für seine Einsätze bei den corridas von der antitaurinischen Lobby bezahlt worden sei. So sei er mittlerweile neben den oben genannten plaza de toros auch in Pamplona, Burgos, Mérida, Valladolid, Badajoz und sogar in Sevilla und Madrid. Bei allen Aktionen ist auffallend, die Störung durch den antitaurinismo erfolgte stets nach dem Tod des toros. Nie traute sich einer während der lidia in das ruedo.
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"Ich bin ein Torero, kein Mörder"

Morante de la Puebla, gestern in Ronda (EL PAÍS)
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Auch am Wochenende ist Morante de la Puebla von antitaurinos auf der Strasse verbal angegangen worden. doch seine Antwort war eindeutig. Und er fuhr fort: "Die toros sind ein Glück, das wir hier sie haben. In seiner Gesamtheit ist es eine Heldentat seitens des toreos. Sie entstammen nicht aus der Zeit von Franco, nein, viel früher gab es sie schon. Toros sind der Ausdruck an Poesie in Spanien."

Antitaurinos manifestierten auch in Ronda, aber gewaltlos.
Wie auch immer, ob torero oder Mörder, das Gericht wird am 28. September darüber entscheiden. Auf das Urteil kann man gespannt sein, setzt es doch auch ein Zeichen für die Zukunft.