Sein Name ist José Barcélo Alomar mit dem Künstlernamen taurino "Campanilla". 1957 in der mallorquinischen Gemeinde Haro geboren war in Spanien in den Jahren zwischen 1977 bis 1995 als torero tätig.
Seine alternativa hatte er 1987 in seinem Geburtsort Muro mit dem immerhin sehr bekannten maestroLuis Francisco Espla als padrino, wo es ihm immerhin gelang drei orejas als trofeos zu ergattern. Als frisch gebackener matador de toros beschränkten sich jedoch fast all seine wenigen Auftritte auf die Balearen. Seine letzten grossen Auftritte hatte er 1993 im Coliseo Balear in Palma de Mallorca ohne jedoch nennenswerte Ergebnisse. Eine schwere lesión im Knie zwang ihn 1995 sich ganz zurückzuziehen.
Doch nun gute zwanzig Jahre später meldet er sich wieder zu Wort. Lange genug habe er den antitaurinos zugehört, deren Gerede ertragen, doch nun sei auch die hiesige Regierung definitiv zu weit gegangen.
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"Es könnte doch nicht sein, dass man als Mörder hingestellt wird,
Wenn es einem nicht gefällt, er brauch da ja nicht hingehen!"
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Vor allem von dem Verbot der tauromaquia auf den Balearen angestachelt will er es wieder wissen und macht mobil. Schon seit zwei Jahren ärgern ihn diese kleinen Gruppen, die immer gegen die mundo de los toros wettern. So hat er beschlossen als empresario und torero zugleich in diesem Jahr wieder einzusteigen. Ganz unter dem Motto, wenn der Staat nicht will, machen wir es halt privat. Und so soll es geschehen. Einen Termin gibt es schon: Den 2. April 2016. Einen Ort auch, und was ist naheliegender als die plaza de toros seines Geburtsortes Muro.
Und damit er dort die tauromaquia nicht so ganz alleine verteidigt hat er einige bekannte maestros vergangener Zeiten und Gegenwart um sich gesammelt.
Victor Mendez, Juan José Padilla, "El Soro" und Dámaso González
Absolute Persönlichkeiten aus der mundo taurino, die in Spanien auch diejenigen kennen, die mit den toros weniger zu tun haben: 6toros6 für die diestrosVictor Mendez aus Portugal, der "Piraten" Juan José Padilla, Vicente Ruíz "El Soro", Dámaso González ein noch nicht genannten novillero und natürlich für "Campanilla". Letzterer ist schon eifrig am trainieren und abnehmen, damit er am Tage seines Comebacks sich mit seinen immerhin schon 59 Jahren in guter Form präsentieren kann.
Finanziert wird das festejo taurino mit 50.000 Euro von José Barcélo selbst und dem zahlendem Publikum in den tendidos. Die Preise halten sich mit 20 bis 25 Euro in einem sehr populärem Rahmen. Jedoch damit sich die puertas zu diesem festejo überhaupt öffnen können, müssen mindestens 2.000 entradas verkauft werden. Die Gemeinde in Muro auf jeden Fall hat dieser Veranstaltung schon zugestimmt und die Papiere dafür seien alle ordnungsgemäss geregelt.
Der Tag der corrida soll ein grosses Volksfest werden. Denn fiesta nacional beginnt vor dem Rathaus. In einem grossen Zug ziehen dann die toreros, alle in trajes cortos, mit der banda taurina, welche laut die Paso Dobles erklingen lässt, allen anderen Beteiligten und dem Publikum zur plaza de toros um dort dann die fiesta taurina geradezu zu zelebrieren. Damit will man ein Zeichen setzen. Vivan los toros! Es lebe der Stierkampf.
José Barcélo geht von einem Erfolg aus, denn die afición auf Mallorca sei ein wenig eingeschlafen. Man muss sie nur wieder aufwecken, so der matador de toros, und sie wieder auf die Ursprünge ihrer Kultur zurückführen. Viel zu viele seien von dem Tourismus geblendet und hätte ihre kulturellen Wurzeln einfach verdrängt. Man muss sie halt mal wieder darin erinnern.
Und dieses sei nur der Anfang. Denn sollte das festejo taurino erfolgreich gewesen sein gibt es schon Pläne für eine nächste corrida auf Mallorca. Im Visier hat José Barcélo die plaza in Inca. Ein plaza de toros mit Tradition, wo es auch schon seit über einhundert Jahren toros gibt.
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"Und dann gibt es da ja auch noch diejenigen die sagen,
dass wir kein Fleisch mehr essen dürfen.
Das kann doch nicht wahr sein.
Da habe ich mir gedacht, dass jetzt etwas geschehen muss.
Das hat mich motiviert."
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Für "Campanilla" ist die tauromaquia leider viel zu sehr zu einer politischen Kontroverse thematisiert worden. Menschlichkeit und kulturelle Werte kämen dabei viel zu kurz. Es wird langsam Zeit diesem entgegen zu steuern.
von Philip de Málaga Nach nur wenigen Tagen wird der Regierungsbeschluss gekippt
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Wie SfA diese Tage in Stierkampf in Indien berichtet hatte, wurde von der indischen Regierung in der letzten Woche die indische Variante des Stierkampfs, dem Jallikutta, nachdem es 2014 vom Obersten Landesgericht verboten worden war, laut Gesetz wieder zum Leben erweckt. Doch Gerharde am letzten Dienstag hat das indische Verfassungsgericht diesen Regierungsbeschluss für nichtig erklärt, und somit ist das Jallikutta nach nur wenigen Tagen auf dem asiatischen Kontinent auch schon wieder verboten. Wie fast überall, der Stierkampf entwickelt sich auch in Neu Delhi zum politisch-juristisches Tauziehen.
Wie örtliche Medien berichten, gibt es in Indien Felszeichnungen, welche diese Art von festejo taurino darstellen die 3.500 Jahre zurückgehen. Ursprünglich handelt es sich dabei um einen Wettlauf mit den toros. Doch irgendwann reichte diese Art von Wettkampf nicht mehr aus und man suchte den direkten Kräftevergleich. So entstand dann das Jallikutta. wo das Tier mit aller menschlicher Kraft zu Boden gebracht werden musste.
Auf jeden Fall waren mit diesem Jallikutta viele Traditionen verbunden. So wurde dem tapfersten Burschen eines Dorfes die Tochter des Besitzer von dem wilden Bullen versprochen. Oder sonstige ehrenvolle Auszeichnungen. Für die vor allem jungen Teilnehmer stets eine grosse Motivation zur Teilnahme. Von dem Nebeneffekt der Volksbelustigung ganz zu schweigen.
Ob sich das Urteil der Verfassungsgerichtes wirklich dem Tierschutz zuwendet sei mal dahingestellt. Es richtet sich auch gegen die Gefahr dieser Veranstaltungen aus, bei der in den letzten drei bis vier Jahren hunderte von Personen schwer verletzt und gar siebzehn Personen getötet worden sind.
Der Anthropologe Robin Irvin brachte die tauromaquia an die Universität von Schottland. Im Portal THE CONVERSATION bezieht er sich auf nicht wenige Punkte, welche die wirtschaftlichen Aspekte der mundo de los toros betreffen.
"Es ist nach wie vor ein ziemlich grosses Publikum da draussen, welche die toros und die corridas de toros zu schätzen wissen: 9,5 Prozent der Spanier nahmen an festejos mit toros 1014 - 2015 teil. Und diese Menschen leben in dem gleichen modernen Europa wie der Rest von uns. Jeder welcher den Stierkampf als barbarisch sieht, sollte es nicht vorher urteilen, bis er das Geschehen in einer plaza de toros nicht ausserhalb in der mundo de los los toros gesehen hat."
In der ersten (und einzigen) Nummer ihrer Revue “Sangre Nueva“ in der Mitte der 80iger Jahre hatten Dan & TonyIacoponelli und Francis "Shock Corridor" Vadillo (alle drei heute verschwunden oder gestorben???) die Idee, das Bild einer pin-up-torera wiederzugeben.
von Philip de Málaga Eine Bildreportage "Tod am Nachmittag" aus Sevilla
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Das die weltweit grösste internationale Nachrichtenagentur Reuters mit Hauptsitz in NewYork, öfters mal Neuigkeiten aus der mundo de los toros bringt scheint normal. Vor allem wenn es um populäre Feste wie San Fermín in Pamplona geht, wenn toreros lebensgefährlich verletzt worden sind, die antitaurinos mit illegalen Methoden auf sich aufmerksam machen oder wenn es in einer Region gar zu einem Verbot der toros kommt, wie in Katalonien oder Mallorca.
Marcelo del Pozo
Doch diesmal geht die Gruppe Reuters einen Schritt weiter. "Reuters macht die Feria de Abril im andalusischen Sevilla unsterblich" heisst es in verschiedenen spanischen Medien. Gemeint ist damit die photographische Präsentation von Reuters in THE WIDER IMAGE mit dem Titel "Tod am Nachmittag". Dabei bringen zwei Videos, eine Slideshow mit zwölf Photos und eine Audiodatei, ausgewählt und zusammengestellt von Marcelo del Pozo, einem internationalen Publikum den tarde de toros aus der La Real Maestranza de Sevilla näher.
von Philip de Málaga Im spanischen Nachbarland zählte man im Jahr 2015 fast eine halbe Million Zuschauer bei 233 Stierkämpfen
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Wie das Portal La economía del toro berichtete besuchten im Jahr 2015 in Portugal 462.000 Zuschauer die festejos taurinos. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 1,8 Prozent mehr. Durchschnittlich zählten die Veranstaltungen der toros an die 2.415 Besucher in den tendidos.
Die positive Entwicklung der durchschnittlichen Besucherzahlen
Das grösste Interesse für die toros gab es in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Die plaza de torosCampo Pequeño füllte sich mit ihren 33 corridas regelmässig mehr als 75 Prozent. Dabei gilt das besondere Interesse dem rejoneo. Überhaupt liegt das zentrale Interesse mit über 70 Prozent für die mundo de los toros im Zentrum des Landes wie im Norden von Portugal.
Laut dem portugiesischen Fernsehen RTP verfolgten sieben corridas an die drei Millionen Zuschauer die toros am Bildschirm.
Im letzten Jahr wurden in Portugal 233 espectáculos taurinos organisiert. 17 weniger als im Vorjahr.
Im- und Export von toros. Portugiesische Stiere werden beliebter.
Zum Exportschlager entwickelte sich überraschenderweise der portugiesische toro bravo. Mit einer Steigerungsrate von 62 Prozent wurden im letzten Jahr 335 reses nach Spanien und Frankreich exportiert.
Im Grunde genommen verhalten sich die statistischen Auswertungen auf der Iberischen Halbinsel relativ identisch. Ob Spanien oder Portugal, die Anzahl der festejos taurinos ist leicht zurückgegangen, aber die Gesamtzahl der Besucher hat definitiv zugenommen. Und das nun schon im zweiten Jahr in Folge. Das sind Tatsachen. Fakten die man nicht verleugnen und auch nicht wegdiskutieren kann. Es scheint offensichtlich zu sein, die mundo taurino scheint ihre siebenjährige Talfahrt abgefangen zu haben und beginnt sich allmählich auf vielseitige Art und Weise zu stabilisieren.
von Philip de Málaga Nach einem zweijährigen Verbot wird eine alte Tradition des Stierkampfes wieder zugelassen
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Wenn etwas über zweitausend Jahre alt ist, dann hat es schon seine Rechtfertigung von einer Tradition zu sprechen. Die Rede ist hier vom Stierkampf in Indien. Besonders im Süden des asiatischen Staates in Tamil Nadu begegnet man dieser Begegnung des Menschen mit den Stieren. Allerdings wird hier der Stier nicht getötet, sondern ähnlich wie bei den forcados, werfen sich jungen Menschen wie beim Ringkampf auf den toro um ihn zum Fall auf den Boden zu bringen.
Dieses festejo taurino nennt sich Jallikutta, Eruthazhuvuthal oder Manu Virattu und wird an wenigen Tagen zum Erntefest des tamilischen Jahresbeginn veranstaltet. Keine ungefährliche Angelegenheit, seien bei diesem traditionsreichen Wettbewerb schon zahlreichen Teilnehmer gestorben, viele mit cornadas und sogar einige Stiere seien schwer verletzt worden. Was nicht erstaunlich ist, stürzen sich oft mehr als einhundert Personen auf das Tier. Um es den Teilnehmern etwas zu erleichtern füllte man die Stiere vorher mit Alkohol ab und sprühte ihnen Chili-Pfeffer oder ähnliches in die Augen. So wurde dieses Fest im Jahr 2014 vom Obersten Landesgericht in Indien erst einmal verboten.
Doch nun stehen in Indien Wahlen an. Und um die Popularität dieses Volksfestes auszunutzen ging die rechtskonservative Regierungspartei Bharatiya Janata Party (BJP) dazu über, dieses Verbot wieder auszusetzen. um so auf Stimmenfang zu gehen. Einer der regierenden Minister für das Transportwesen Pon Radhakrishnan (siehe Photo links) rechtfertigte die Entscheidung damit, dass es sich eben um eine zweitausendjährige Tradition handle und sich vor allem bei der tamilischen Jugend sehr grosser Beliebtheit erfreue.
Da erkennt man, wie auch im fernen Asien, die Stiere zum Politikum werden.
Der SfA-Leser Peter G. hat SFA auf folgenden Weihnachtsgruss verschiedener antitaurinos aufmerksam gemacht:
"Ein wirklich erstaunlicher Weihnachtsgruss, welchen dort die Antitaurinos auf ihren verschiedenen Seiten posten. Ein purer Widerspruch. Ein Portal schreibt sogar "FROHE WEIHNACHTEN UND GLÜCKLICHES NEUES JAHR VOLLER HOFFNUNG FÜR DIE TIERE".
Dabei scheint die gesamte Gruppe der Antitaurinos einen wichtigen Punkt zu vergessen, oder will diesen bewusst falsch darstellen. Denn es ist eine Tatsache, ohne den Toro bravo würde es die Tauromaquia die Fiesta nacional als spanisches Kulturerbe erst gar nicht geben. Somit keine Stierzuchten und auch keine Toros mehr. Also keine Corridas oder Fiestas populares, es würde sie nicht mehr geben, die Stiere.
Mir ist nicht bekannt, dass auch nur einem Toro von den Antitaurinos das Leben gerettet worden ist. Im Gegenteil, sie verlangen das Aussterben des Toros bravos. Und dann sprechen sie von einem Glücklichen Neuen Jahr voller Hoffnung. Welch eine Ironie!"
Nicht selten steht er im Hagel der Kritik. Wenn Deutsche über Stierkampf reden, wenn der deutschsprachige Bereich über die mundo de los toros herzieht. Obwohl es auch deutschsprachige aficionados und Interessierte gibt, die antitaurinos melden sich stets zu Wort. Wollen die corridas und andere festejos taurinos sogar europaweit verbieten.
Trotzdem hat die mundo taurino auch ihre Faszination. Nicht nur im kulturellen, traditionellen oder künstlerischen Bereichen, auch das Fachvokabular erfreut sich immer wieder grosser Beliebtheit. Verbale Ausdrucksformen taurinischer Wörter sind nicht unbeliebt. Da ertönen beim Fussballspiel, bei den einzelnen und vor allem erfolgreichen Ballkontakten gewaltige Olés durch die Stadien.
Auch der Begriff des toreros wird gerne für Sportler und andere Stars verwendet, besonders wenn sie aus Spanien kommen, wie diese Tage der Spieler MarioGómez (aus dem andalusischen Granada) des FC Bayern München betitelt worden ist, weil man in der Türkei Interesse für ihn zeigt.
Aber das ganze betrifft nicht nur menschliche Persönlichkeiten. Ob in der Autobranche, im Modewesen, in der Wirtschaft, oder auch vor Gebäuden wird mit Begriffen aus der mundo taurino nicht gespart.
Ein klare Angelegenheit. Um Stierkampf, um eine corrida de toros oder festejo taurino geht es hier definitiv nicht. Doch die Interpretation taurina scheint sich zur populären Umgangssprache zu mausern.
Die tendidos sind in der "Stierkampf-Arena" voll, doch vom toro fehlt jede Spur
Die geistig verbale Verbindung zum Wesen eines toreros und seines Umfeldes erfreut sich weltweit einer gewissen Popularität. Nicht umsonst findet man den toro und sein Umfeld häufig in der Werbebranche wieder.
Auch im deutschen Vokabular ist die mundo de los toros sehr beliebt. Lediglich eine Ausnahme scheint es zu geben: Den rabo de toro, der ist und bleibt im deutschsprachigen Raum der Ochsenschwanz.
Der deutsche Schriftsteller und Insektenkundler Ernst Jünger (1885 bis 1998) begegnete der mundo de los toros wohl das erste Mal in Paris am 22. Juli 1942 bei einem Gespräch mit dem spanischen Künstler Pablo Picasso (1881 bis 1973) in der Rue des Grand-Augustins, wo beide sich sehr angeregt und gut unterhalten haben sollen. Ob er jemals dazu kam, eine corrida de toros zu besuchen ist nirgends schriftlich oder mündlich festgehalten. Auf jeden Fall hat er Spanien nicht besucht, also sollte er die toros trotzdem gesehen haben, dann in Südfrankreich. Wie auch immer, auf jeden Fall scheint er sich mit der Thematik der tauromaquia schon mal intensiver auseinander gesetzt haben, wie folgendes Zitat von ihm aufzeigt.
Ernst Jünger
"Die corrida ist ein interessantes espectáculo, weil sie ein Beweis für die Bindung des Menschen mit dem Leben und dem Tod darstellt, und somit zu seinen Ur-Instinkten, sowohl mit der Natur und der Erde."
von Philip de Málaga SfA - das erfolgreichste deutschsprachige Portal zum Thema Stierkampf
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Im Sommer letzten Jahres schaffte das Portal SfA endgültig den Durchbruch. Besonders in der zweiten Jahreshälfte zählte es monatlich durchschnittlich mehr als 13.000 Hits. Selbst in den Wintermonaten war ein gewisses Interesse vorhanden. Ein klare Tendenz dafür, dass man sich auch im deutschsprachigen Raum für die mundo de los toros interessiert. Noch nie hatte eine deutschsprachiges Portal zu dem toros dermassen viele Besucher gehabt wie SfA. Der Erfolg der über 250.000 Hits, erklärt sich nicht nur mit den zahlreichen Autoren, Partnerportalen und der Leserschaft, sondern auch damit, dass sich zahlreiche Leser indirekt an der Berichterstattung beteiligen und uns mit entsprechenden Informationen versorgen. Der Dank für den Erfolg von Stierkampf für Alle richtet sich somit an alle. Mehr muss man dazu nicht schreiben.
2015: Vor allem seit San Fermin in Pamplona ab dem 7. Juli stieg das Interesse. (*)
Allgemeine Entwicklung von SfA in den letzten sechs Jahren
(*) Das zu Beginn des Jahres es so wenig Leser gab, erklärt sich mit der Tatsache, dass ich, Philip de Málaga, krankheitsbedingt grösstenteils ausgefallen bin, und die Berichterstattung in sehr bescheidenem Rahmen ausgefallen ist. Erst Mitte Mai konnte ich beginnen, mich wieder einzuarbeiten um meiner Aufgabe entsprechend nachzugehen.
von Philip de Málaga Passend zur Ausstellung nun der Dokumentationsfilm
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Wir bleiben bei der Kunst. Im November letzten Jahres hatte Ursula Herzog in den TAURONEWS im Beitrag 23.000 Jahre Tauromachie über die Wander-Ausstellung "Tauromachies universelles" von André Viard im französischen Saint Server berichtet. Nun hat der Ex-matador und Präsident des französischen Nationalen Observatorium für Taurinische Kultur, André Viard über diese Thematik einen Dokumentarfilm gedreht. Ein Streifen, der aufzeigt, welch wichtige und tragende Rolle der toro in den letzten weit über acht Millionen Tagen der Menschheitsgeschichte, bis heute in die Gegenwart in zahlreichen kulturellen Kreisen gespielt hat. Eine Beziehung zwischen Mensch und Stier, zwischen Intelligenz und Instinkt, welche noch in der Gegenwart über siebzig Millionen Menschen in ihren Bann zieht.
Hier ein kleiner Vorgeschmack für die Leser von SfA. Der offizielle Trailer:
Die Wanderausstellung "Tauromachies universelles" selbst von André Viard wird es in den nächsten Tagen, am 6. und 7. Januar 2016 im Museum der modernen Kultur Carré`d`Art im südfranzösischen Nîmes zu sehen geben. Da Nîmes über eine grosse afición verfügt, kann man mit einem entsprechenden Interesse und diesbezüglichen Andrang rechnen.
von Philip de Málaga Und wieder geht eine Medaille der Schönen Künste an die Tauromachie
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Das alte Jahr endet mit einer guten Nachricht für die mundo de los toros im Neuen Jahr. Das spanische Ministerium für Bildung, Sport und Kultur hat für das 2015 erneut einen torero mit der Medalla de Oro de de Bellas Artes ausgezeichnet. Diese Medaille für die Schönen Künste geht diesmal an den rejoneador, den torero zu Pferde, an Pablo Hermoso de Mendoza. Nach Don Álvaro Domecq y Diez (1999) und Don Ángel Peralta Pineda (2012) ist es nun der dritte rejoneador, welcher in den Genuss dieser Auszeichnung gekommen ist. Mit diesem Preis wird vor allem die Förderung, Bildung, Entwicklung und Verbreitung von Kunst und Erhaltung von nationalem künstlerischen Erbe zum Ausdruck gebracht.
Der rejoneador de Mendoza wurde für seine Leistung im Bereich der tauromaquia von einem Komitee auserwählt, welches von dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy geleitet worden ist. Damit wird unterstrichen, dass für die spanische Regierung die mundo taurino weiterhin wie selbstverständlich ein künstlerisches Element für die spanische Gesellschaft darstellt. Sie ist und bleibt ein patrimonio cultural Spaniens. Der Ausschuss wählte den 1966 in der Gemeinde Tafalla, in der Region Navarra (wo Pamplona liegt) einstimmig zum besten torero auf dem Rücken eines Pferdes der Gegenwart. Ein Urteil, welchem der grösste Teil der afición zustimmt und sich schon wunderte, wieso es dazu noch nicht früher gekommen ist. Schließlich füllte schon seit langem Don Pablo Hermoso de Mendoza die ruedos wie kaum ein anderer seiner Kollegen. Und das schon seit vielen Jahren. Für viele sorgte er für eine Renaissance beim rejoneo.
Portugal: Auch im Land des rejoneo konnte er überzeugen (Foto: mundotoro)
Das Besondere an diesem Ausnahmerejoneador war wohl auch die Tatsache, dass er aficionados de toros in den Bann zog, die es nicht so unbedingt mit dem rejoneo haben. Nicht weil sie den Mut nicht bewunderten oder nicht genügend Respekt gegenüber erweisen, sondern weil sie schlicht und einfach zu wenig von der eigentlichen Reitkunst verstehen.
1994 trat der rejoneador zur Feria de Pilar in Zaragoza, welche live im Fernsehen übertragen worden ist. Von da an, wollte man diesen neuen Reiter sehen und in den folgenden Jahren kam er zu triumphalen Auftritten in Madrid und Sevilla. Seinem Aufstieg zu einer der figuras im rejoneo stand von nun an nichts mehr im Wege. Auch international war er gefragt und in Ländern wie Portugal, Frankreich, Mexiko, Ecuador, Kolumbien, Peru, Venezuela und sogar in den Vereinigten Staaten ein gern gesehener Gast.
2015 trat Pablo Hermoso de Mendoza in Spanien fünfzig Mal im ruedo an. Begegnete dabei 101 toros, erhielt 84 orejas und 4 rabos. Beeindruckend auch seine Leistung in der Königsklasse, in den plaza de toros der ersten categoría. Sechszehn festejos und 23 orejas.
Das Team von SfA gratuliert Don Pablo Hermoso de Mendoza für seine ohne Frage verdiente Auszeichnung.
José Tomás! Mein
Star, mein Held, mein Liebling, dem ich fast alles verzeihe, die Weigerung
einen seiner Stiere zu töten, die Konzentration auf Konfektionsware, seine
Verrücktheit, seine Spleens. Es sind solche Ausnahmeerscheinungen, die der mundo de los toros etwas Besonderes
geben, etwas, das über toros,
tauromaquia, toreo, corridaundferiahinausgeht, das schwierig,
kantig und ärgerlich ist, doch eben auch wunderbar und das eine spezielle
Haltung erkennen lässt.
Das lesen der ersten
Ankündigung der carteles für die Colombinas 2011, das organisieren des
Sommerurlaubs so, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein würde, und
das Bestellen der entradas war Eins.
Die neue Regel Nr. 2, deren sträfliche Missachtung mir wohl nie mehr
unterlaufen wird, war mir zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht ins Bewusstsein
gedrungen, und so war in kürzester Zeit alles perfekt vorbereitet.
Die erste corrida
nach Aguascalientes in Valencia Ende Juli war im 6toros6 gut besprochen worden und meine Erwartungen hoch. Sie waren
zu hoch.
Die erste Irritation
war die sehr luftig sitzende taleguilla,
als wäre sie eine Nummer zu gross gewesen.
Bis auf
weniges war ich mit nichts zufrieden und enttäuscht. Die Stiere schlecht? Der
Mann noch nicht wieder voll in Form? Ich selbst zu fordernd und mit falschen
Vorstellungen?
Alles gut gegangen - diesmal
Und die manoletinas con el compás abierto, die
in den Kritiken am nächsten Tage in einigen Zeitungen als sehr persönliche,
frische Neu-Interpretation von ganz besonderer Ästhetik gepriesen wurden, erhärteten
in mir den Verdacht, dass die körperliche Konstitution von vor Aguascalientes
noch nicht wieder vollständig wiederhergestellt war. Und die seelische?
Parallel zu den
Colombinas findet in einem Nest an der Mündung des Río Odiel die örtliche feria statt, in Mazagón. Wenn die Colombinas in etwa so sind wie das Maschseefest in Hannover, dann ist die feriavon Mazagón so wie die Kirmes in
Altwarmbüchen.
Die Karussells
sind solide, eiserne 50er-Jahre-Konstruktionen, die das sentimentale Herz eines
alternden Vaters höher schlagen lassen, der fino
ist sehr großzügig – mit Berg – eingeschenkt, die raciónpatatas fritas (Portion Pommes Frites) von
enormer Größe, so dass ich helfen muss, denn die Tochter bleibt bei ihrer Linie
und isst immer noch wie ein Vögelchen. Die Atmosphäre ist familiär und
vermittelte den Eindruck, als würden ausländische Touristen Mazagón nur selten
aufsuchen, und ich fühlte mich besonders gut behandelt.
Mazagón hat ein
Apartment-Hotel, das es dem aficionado
nahelegt, das Fleisch der Stiere vom Vortag in der kleinen, gut ausgestatten
Küche selbst zuzubereiten undin
grossen Mengen zu sich zu nehmen. Und so haben wir es getan.
Nachdem Doña
Jimena vom schwarzen Wagen mit den getönten Scheiben abgeholt worden war, fuhr
ich mein Fleisch – solomillo, kein
Suppenfleisch! – nach Mazagón und bin bis heute stolz auf die großartige
Qualität der Ware, auf die Leistung des Koches, auf meine Frauen, die mit
größtem Appetit mein Werk genossen und es lobten. Vor allem bin ich stolz auf
meine Tochter, die seit dem bis auf den heutigen Tag im Falle von gutem
Rindfleisch das Essverhalten eines Vögelchens ausgetauscht hat gegen dasjenige
grösserer, gefrässigerer und hungrigerer Tiere.