Donnerstag, 25. Februar 2016

José Tomás kommt wieder nach Spanien




von Philip de Málaga


Überraschende Ankündigung aus Jerez de la Frontera
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Wer in den Süden von Andalusien reist wird dieses Reiseziel nicht auslassen. Jerez de la Frontera ist vor allem bekannt für seinen Sherry, die andalusische Reitkunst und eben die toros. Anfang Mai findet dort die bekannte Feria del Caballo statt, welche von einer kleinen aber meist ziemlich interessanten feria taurina begleitet wird. In diesem Jahr sind es zwei corridas de toros mit grossen figuras des toreo und, wie natürlich zu erwarten ist, die Kombination aus Pferden und toros  einem rejoneo. Und da erwartet man, besonders in Jerez de la Frontera etwas ganz Besonderes. Und in diesem Jahr sind es sechs toros und sechs rejoneadores die sich einem fachkundigen Publikum in den sicherlich ausverkauften tendidos stellen. Aber neben diesem Ereignis und den figuras wie Morante de la Puebla, Alejandro Talavante, José María Manzanares, López Simón und dem Piraten Juan José Padilla gibt es in diesem Jahr ein weiteres Highlight.

Eine gelungene Überraschung: José Tomás im Mai 2016 in Spanien (Foto: mundotoro)
Der maestro José Tomás kehrt nach zwei Jahren Abstinenz wieder in ein ruedo nach Spanien zurück. Was für ein Schritt des bekannten toreros aus Galapagar bei Madrid. Nach seinem eher doch kritisch gesehenem Auftritt Anfang des Jahres in México (SfA: Der Tag an dem José Tomás wieder zum Menschen wurde) stellt er sich erneut, und jetzt in seinem Heimatland, vor einer afición, welche etwas vom toreo versteht, und er scheut keinen Vergleich mit anderen grossen figuras. Ein wirklich mutiger Ansatz der Wiedergutmachung mit seinen Anhängern. Und alle aficionados können gespannt sein, wie der mittlerweile 40-jährige José Tomás sich präsentieren wird.


Plaza de toros in Jerez de la Frontera
Was für eine kleine aber qualitativ hochwertige feria taurina  Die 10.500 aficionados in der plaza de toros von Jerez de la Frontera dürfen aufmerksam beobachten, so wie die mundo taurino in diesen Tagen einen Blick auf die reaparición nach Spanien des toreros werfen wird. Der empresario kann sich wohl auf ein No hay billetes für alle drei tardes de toros freuen. In Jerez de la Frontera gab es eine plaza de toros schon seit 1839. Zunächst aus Holz, dann ab 1891 eine aus Stein.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Andalusien: Mehr als eine Million Zuschauer




von Philip de Málaga


Die südspanische Region weiterhin im Aufwärtstrend
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Für die meisten befindet sich die Wiege der tauromaquia in Andalusien. Die Region im Süden der Iberischen Halbinsel mit ihren zahlreichen ganaderías, den historischen plaza de toros wie die Real Maestranza de Ronda und den vielen ferias spielt in der mundo de los toros in der Tat eine tragende Rolle. Hier kommen sozialistische oder grüne Politiker nicht auf die Idee eine abolición de toros anzustreben, die toros zu boykottieren oder geschweige denn  ein Verbot auch nur ansatzweise in die Wege zu leiten. Zu beliebt ist hier der toro und integriert im täglichen Alltag. Mehr noch, er gehört dazu. Er ist Teil der spanischen Kultur, und wird als Tradition wie als Kulturerbe in allen Gesellschaftsschichten akzeptiert.

Immer mehr füllen sich die plaza de toros in Andalusien
So ist es nicht verwunderlich, dass gerade in Andalusien der Trend zu den toros weiterhin positiv zu bewerten ist. Vor alle auch deswegen, weil sie in  der letzten temporada taurina  im Jahr 2015 mehr als eine Millionen Besucher zählte. Genau 1.010.105 Zuschauer. Das entspricht einer Steigerungsrate von 3,4 Prozent.  Dabei lockte es mehr als eine viertel Million Besucher in die andalusische Hauptstadt Sevilla. Für den Aussenstehenden eher erstaunlich, für den aficionado und Kenner weniger überraschend, an zweiter Stelle steht die Provinz Jaén. Dort sind es vor allem die dörflichen festejos taurinos, die festejos populares, welche die afición in ihren Bann ziehen. Eine Provinz wo der Tourismus eher bescheiden abläuft, und es fast nur die Spanier sind, welche die toros aufsuchen:
  1. 255.535 Besucher in Sevilla (+ 2,9%)
  2. 176.980 Besucher in Jaén (+12%)
  3. 167.591 Besucher in Málaga (+2,7%)
Durchschnittlich besuchten in Andalusien corrida de toros 5.212 Besucher. Das sind 14,5 Prozent mehr als 2014.
Die temporada taurina zählte 699 festejos taurinos (1,3 Prozent mehr): 
Man kann klar erkennen, wer es schwer hat: Der Nachwuchs. Denn gerade den Schülern der escuelas taurinas fehlt es immer mehr an Möglichkeiten, ihr erlerntes Können im toreo unter Beweis zu stellen. Leider auch in Andalusien, obwohl sie hier in der Regel politische Unterstützung erhalten.

In Andalusien gehört er dazu-
Die ganaderías lieferten in dem letzten Jahr 3.017 reses an die verschiedenen fast 700 festejos taurinos.
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Quellennachweis:

Dienstag, 23. Februar 2016

Wenn die Optik täuscht




von Julián López


Am Sonntag gab es in der spanischen Hauptstadt, trotz politischer Agitation gegen die mundo de los toros, die erste corrida de toros. Vor gut 6.000 Zuschauern in den tendidos der überdachten plaza de toros gaben sich die matadores de toros David Mora und der aus Málaga stammende Jímenez Fortes ein mano a mano. Die beiden maestros wurden mit grosser ovación empfangen, welche über das ganze festejo taurino anhielt. Eine geradezu spektakuläre voltereta präsentierte David Mora beim fünften toro der ganadería Parladé: Auf dem Photo sieht es zwar so aus, als ob der torero gekonnt über den toro springt, ab dem war nicht so:

(Foto: Julián López, mundotoro)
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Plaza de toros, Vistalegre, Madrid
Ganadería: Parladé (Sobrero, der 6. toro: Juan Pedro Domecq)
Ein mano a mano für die maestros:

Montag, 22. Februar 2016

Stierkampf in Venedig




von Anonym
und Canaletto

Im Centro de Arte de la Tauromaquia in Málaga findet sich gleich nach der ersten Zeichnung des Belgiers Jan van de Straet (Siehe: Der Zeichnung vom Stierkampf kam von einem Belgier) ein weiterer Druck mit Beziehung zum spanischen Ausland.  Zwar ist der Künstler unbekannt, jedoch stellt diese Zeichnung eines festejos taurinos in Italien dar. Genau auf dem Piazza San Marco Platz in Venedig.



Toros in Venedig.  Nun, einigen ist es sicherlich nicht unbekannt, dass es in Italien in der Tat festejos taurinos gab. Stierfeste, bei denen sich die cavalieri zu Pferde mit den toros gemessen haben. Und die Stiere gab es schon lange in Italien. Doch als 1322 bei solch einem festejo taurino in Rom neunzehn Reiter und viele der Zuschauer starben, konnte man erkennen, das die fiesta de los toros auf dem italienische Stiefel kein Renner werden wird.  Trotzdem soll es die toros noch bis 1808 gegeben haben. So zum Beispiel im Jahr 1500, wo der Vatikan die Geburt des Herrn unter anderem mit einer corrida feierte, oder im Jahr 1761 auf dem Markusplatz in Venedig, wie folgende Zeichnung von Canaletto  darstellt:
Stierkampf auf dem Markusplatz: Bernado Belloto, genannt Canaletto (1722 - 1788)
Hinzu kam die päpstliche Bulle aus dem Jahr 1567, wo man versuchte, vor allem die tauromaquia in Spanien zu unterbinden (Siehe: Warum die katholische Kirche den Stierkampf nicht verbietet).  Um so kurioser, dass es in Italien trotzdem weiterhin an die fünfzig Jahre lang Stierkämpfe gegeben hat. Erst als dann Papst Clemens VIII im Jahr 1996 das heidnische Vergnügen von der Sünde endgültig befreite, wurde das Ende der festejos taurinos in Italien  langsam eingeleitet. 

Sonntag, 21. Februar 2016

Mexiko: Die Antitaurinos vergessen?




von Philip de Málaga


In Baja California wird das Thema in der Regierung erst gar nicht debattiert
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Wie das Portal mundotoro berichtet hat man in dem mexikanischen Bundesstaat Baja California die Debatte über eine mögliche abolición de los toros erst gar nicht auf die Liste der laufenden Legislaturperiode gesetzt.  Ha man die antitaurinos vergessen?


DAFÜR: Francisco Barraza Chiquete
Tatsache ist, das die Parteien, Die Grünen, die Neue Allianz und die Partei von Baka California unter der Führung von Don Francisco Barraza Chiquete einen Antrag eingereicht haben, um eine prohibición de los toros zu erwirken. Doch was ist hier geschehen? Es waren von den jeweiligen Parteien jeweils nur ein Abgeordneter, welcher diesen Antrag gegen die toros unterstützte. Definitiv zu wenig, um überhaupt in der Regierung debattiert zu werden.  Da werden die Prioritäten doch erst einmal woanders gesetzt. Und so kam es, dass Don Francisco Barraza Chiquete seinen Antrag auf eine abolición de los toros zurückzog, zurückziehen musste.

DAGEGEN: Mario Osuna Jimenez
Verantwortlich für das Scheitern war in erster Linie der Abgeordnete Don Mario Osuna Jimenez, von der Partei der nationalen Aktion, welcher derzeit als der rotierende Präsident des Rates für die politische Koordination verantwortlich ist. Er war es, der beschloss, diesen Vorgang erst einmal auf Eis zu legen. da die Aufnahme der Punkte für die laufende Legislaturperiode praktisch schon abgeschlossen sei. 

Den antitaurinismo kann dies nur ärgern, denn eigentlich sollte es schon am vergangenen Donnerstag zur Diskussion stehen. Aber jetzt ist der Vorgang erst einmal in der mexikanischen Ablage gewandert. Und somit steht den weiteren corridas de toros in diesem mexikanischen Bundesland erst einmal nichts mehr im Wege. Zumindest für das kommende Jahr.

Samstag, 20. Februar 2016

Spanien: Der Stierkampf auf der Titelseite





von Philip de Málaga


Madrider Tageszeitung bringt die toros auf die Titelseite
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Die führende Tageszeitung ABC der grössten Mediengruppe Vocento, mit ihren täglich durchschnittlich 430.000 Leser  hat zur Bekanntgabe der carteles taurinos von der Feria de Abril 2016 in der andalusischen Hauptstadt, die toros am 9. Februar diesen Jahres auf ihre Titelseite gebracht. Zu sehen ist der torero del arte Morante de la Puebla bei seinem paseillo in der ausverkauften Real Maestranza de Sevilla. ABC gehört mit EL PAÍS und EL MUNDO zu den führenden Tageszeitungen in Spanien.


Gewiss versteht sich die Mediengruppe Vocento als protaurinisch, aber das gerade jetzt in diesen Tagen die mundo taurino auf der Titelseite landet, hat sie sicherlich den politischen Aktivitäten des Kreistages und des Rathauses von Madrid zu verdanken, welche sich in den letzten Wochen vehement gegen die tauromaquia engagieren. Die aficionados wie alle die taurinos, kurz der sector taurino der spanischen Hauptstadt setzt hiermit ein klares Zeichen. Die Botschaft war klar an die Bevölkerung von Madrid gerichtet: Seht, in der andalusischen Hauptstadt pflegen sie die tradición taurina, die immerhin auch zum spanischen patrimonio cultural deklariert worden ist. Und was macht ihr? Untermalt wird diese Aussage, dass es in diesem Jahr diesen grossen figuras wie Morante de la Puebla, Manzanares, Perera, El Juli und Talavante nach Sevilla zieht.

Die Stars des toreos treten dieses Jahr in Sevilla an.
Eine geradezu öffentliche Schelte für das Rathaus, welche auf ihren touristischen Webpräsentationen für die mundo de los toros nicht mehr wirbt. Dafür hing nun an vielen Zeitungsständen ein ganze Titelseite der toros für Sevilla. Den Ratsherren kann dieses nicht besonders gefallen. Nun ja, soll es auch nicht.

Freitag, 19. Februar 2016

"José Tomás ist nicht der beste Torero der Welt!"




von  Rafael Herrerías


Nach dem etwas bescheidenen Auftritt des spanischen maestros José Tomás und dem, aus welchem Grund auch immer, Übersehens des empresarios der La Monumental de México sind die Fronten etwas verhärtet. Wie man es auch jeweils betrachten mag, aber hat einmal ein diestro den Torero-Himmel erklommen, dann sollte er schon damit klar kommen, dass er mit anderen Massstäben bewertet wird. Besonders wenn die Auftritte so rar sind. Auf der anderen Seite sollten seine Fans nicht zu einseitig orientiert ihrem Idol folgen. Auch andere maestros wurden mit Kritik nicht verschont. Selbst berühmte Idole wie Manolete oder Curro Romero hatten schwere tarde de toros hinter sich. Der diestro aus Sevilla wurde recht häufig mit pitos verabschiedet und musste auch schon mal, als er das ruedo einer plaza de toros verliess von der Guardia Civil zum Schutz begleitet werden. Warum sollte da ein José Tomás verschont bleiben?

Wer sich zum Star deklariert, sich selbst so sieht und verhält, darf sich nicht wundern, wenn nicht alle immer nur Lobeshymnen auf einen singen. Oft werden die wichtigen Entscheidungen hinter den Kulissen getroffen. Gerade und besonders in der mundo taurino. Und seien wir ehrlich, ein jeder aficionado hat das Recht einen anderen torero einfach besser zu finden. Aus welchem Grund auch immer.

Und die toros verstehen sich doch als eine kulturelle Tradition mit sportlichen Ambitionen. Und alle wissen doch Bescheid, dass es im Bereich der Kultur oder im Sport oft gar nicht so schwer ist nach oben zu kommen, aber die wahre Kunst liegt darin, sich da oben dann auch zu halten. Oder zu wissen, wann es Zeit ist sich galant zurückzuziehen und dem leidenschaftlichen aficionado die wunderbaren Momente der Triumphe, des duendes, der Emotionen bis hin über den Rausch zum wahren Glücksgefühl in Erinnerung zu lassen.
Der torero José Tomás und der empresario Rafael Herrerías
"Ich glaube, dass José Tomás nicht der beste torero der Welt ist.
Da gibt es vier Bessere.
Ponce, Juli, Talavante, Manzanares."

Donnerstag, 18. Februar 2016

Vaterschaftsstreit zwischen zwei Toreros




von Leo Wieland


Überraschende Vorgehensweise im Fall El Cordobés
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Hier geht es zum Link: FAZ - Vaterschaftsstreit zwischen zwei Toreros


Mittwoch, 17. Februar 2016

Internationale Aficionados im St. James Park



von Ursula Herzog
und Philip de Málaga


Beim Buckingham Palace wird Stierkampf geübt
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Wie uns Ursula Herzog mitteilte findet regelmässig ein Treffen von internationalen aficionados in der britischen Hauptstadt London statt. Veranstaltet wird dieses toreo de salón vom Club Taurino of London (siehe SfA: Auch in London gibt es Afición). Und da stehen die aficionados auf dem grünen Rasen des St. James Park, gleich in der Nähe der königlichen Residenz, dem Buckingham Palace, und üben sich in der arte del toreo. Diesmal unter der Anleitung des matador de toros aus Murcia Rafaelillo zeigen sie, wie sie das Führen der muleta beherrschen. Er selbst sagt dazu, "Es ist eine wunderbare Erfahrung. Hier habe ich die Möglichkeit mit meinem Wissen zu vermitteln, was man als torero fühlt."

Er zeigt wie es geht auf dem grünen Rasen von England
Das rote Tuch ist original, der echte toro bravo fehlt, und wird durch zwei Hörner ersetzt, welche von Menschenhand geführt werden. Toreo del salón nennt sich diese Art, die arte del toreo zu üben.

Wenn der Mensch zum Stier wird.
Eine natural im Britischen Empire
Stolz wie ein torero, aber wir sind nicht in Spanien!
Eine torera?
Ein faszinierendes Ereignis, über welches auch die spanischen Medien, wie der Fernsehsender TeleCinco berichteten.
Verständlich, dass dabei auch der Präsident des Club Taurino of London Mark Rainer das Wort ergreift. Denn schliesslich gehört sein Club mit zu den renommiertesten Einrichtungen und Vertreter der tauromaquia ausserhalb der eigentlichen mundo de los toros. Das alle zwei Monate erscheinende Magazin La Devisa erfreut sich bei den nichtspanischen aficionados grosser Beliebtheit. In englischer Sprache abgehalten ist es auch nicht für die spanische afición bestimmt, sondern von Mitgliedern des Clubs auch für Mitglieder und deren Freunde geschrieben. Das Niveau wird dabei relativ hoch gehalten, und die Artikel werden von Leuten verfasst, die in der mundo taurino auch mitreden können.


LINK ZUM VIDEO VON TELECINCO: Pasión por el toreo en Reino Unido 

Kurioses am Rande: In der folgenden Zeichnung von London finden sich an der Themse zwei plaza de toros:

Dienstag, 16. Februar 2016

Charlie Chaplin und die Stiere: Ein grandioses Spektakel

Für viele kaum vorstellbar:  
Der populäre britische  Komiker ein grosser aficionado?
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von Philip de Málaga



Der Superstar des Film Sir Charles Spencer Chaplin, bekannt unter dem Künstlernamen Charlie Chaplin (1889 bis 1977) besuchte 1931 seine erste corrida de toros in San Sebastian. An der barrera nahm er Platz und war bei den baskischen afición ein willkommener Gast. Als er fiesta de los toros für sich entdeckte, kam er nicht umhin kategorisch festzustellen, "Es ist das grandioseste Spektakel, welches ich in meinem Leben gesehen habe!"

Charlie Chaplin bei seiner ersten corrida de toros in San Sebastian
Was ihm die maestros die matadores de toros  Marcial Lalanda, Nicanor Villalta und Vicente Barrera y Cambra  mit ihren toros bravos zu bieten hatten, die Leidenschaft, mit der die toreros mit den toros agierten, beeindruckte den Schauspieler dermassen, dass er am Ende des festejos taurinos nicht umhin kam seine Begeisterung von sich zu geben:
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"Ich habe auf der ganzen Welt,
kein schöneres und emotionaleres Schauspiel gesehen!"

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Man bedenke bei so viel Begeisterung des britischen Komikers, dass zu diesem Zeitpunkt die Pferde der picadores noch nicht mit dem entsprechenden Schutz, dem peto, ausgerüstet waren. Was aber Chaplins Emotionen nicht zu beeinflussen schien.

Kurioserweise setzte sich der Komiker schon viel früher mit dem toreo auseinander, ohne der mundo de los toros wirklich begegnet zu sein. Denn 15 Jahre vorher drehte er seine Filmkomödie A Burlesque on Carmen. Und alle kennen die Geschichte der Zigeunerin Carmen, welche sich in den torero Escamillo verliebt. So kam es, dass sich Chaplin schon 1915 mit der tauromaquia konfrontiert sah. Man sagte schon damals, der Schauspieler hätte sich so in seine Arbeit vertieft, dass er auch schon eine Reihe von suertes des toreo andeutungsweise recht gut beherrschte. 1916 kam der Film in die Kinos und dann sollte es 15 Jahre dauern, bis der maestro der Filmwand seine erste richtige corrida de toros zu sehen bekam. Und dann war es gleich afición auf den ersten Blick.

1931: Der matador de toros Marcial Lalanda widmet Charlie Chaplin seinen ersten toro.
Dann sollte es wieder lange dauern. Zwanzig Jahre später reiste Chaplin zur Iberischen Halbinsel und besuchte als aficionado auch die temporada taurina. Mehr als siebzig corridas soll er gesehen haben, und weil ihn die afición so gepackt hatte suchte er auch verschiedene tentaderos auf. Ein britischer Sir, einer der berühmtesten und einflussreichsten Komiker des 20. Jahrhunderts und gleichzeitig ein aficionado de toros. Alles in einer Person. Kaum glaubhaft aber nichts anderes als ein grosser Funken an Realität.
Charlie Chaplin bei einem tentadero (zweiter von links)

Montag, 15. Februar 2016

Picasso Keramik bei Christie`s versteigert




von Philip de Málaga


Kunstobjekte aus der Tauromachie sind bei Versteigerungen stets gerne gesehen
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In der letzten Woche wurde bei bekannten Auktionshaus Christies eine Keramik des spanischen Künstler Pablo Picasso (1881 bis 1973) versteigert. Es handelt sich dabei um ein 58 Zentimeter hohes Keramikgefäss welches am 22. Juni 1953 entstanden ist. Die Motive kommen aus der mundo de los toros. genauer gesagt, beziehen sich die Darstellungen auf die Handlungen im ruedo einer corrida de toros. Das Kunstwerk hat den Namen  "Gros oiseau corrida"    und ist innen mit dem Stempel "Madura Klein Feu / Edition  Picasso / 15 / 25" versehen.   


Zur Versteigerung wurde es von dem bekannten Liedermacher und Schauspieler Miguel Bose der sich nicht nur als ein aficionado de toros versteht, sondern auch taurinisches Blut durch seine Adern fliessen lässt. Sein Vater war der berühmte matador de toros Luís Miguel Dominguín, über den schon Ernest Hemingway in wohl seinem besten Buch "Gefährlicher Sommer" geschrieben hatte.
Vater und Sohn: Mit sombrero der toreo daneben der Liedermacher
Christie`s schätzte die Keramik auf 58.000 €  bis 71.000 €. Am Ende der Versteigerung brachte das Kunstwerk von Picasso 165.000 € ein. Miguel Bose sagte über den Künstler: "Für Picasso waren die toros seine Verbindung mit einem Teil der spanischen Kultur, von welchem er völlig fasziniert gewesen sei."

Sonntag, 14. Februar 2016

Madrid: Die Sozialisten sind aufgefordert sich zu positionieren




von Philip de Málaga


Die PSOE wird aufgefordert, in Spanien einheitlich zu agieren
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In der spanischen Hauptstadt Madrid tobt gerade zu eine hitzige Auseinandersetzung bezüglich der tauromaquia zwischen dem sector antitaurino, also dem Rathaus wie dem Kreistag auf der einen Seite und dem sector taurino und seiner afición auf der anderen Seite. Die Stiftung La Fundation de Toro kündigte diese Woche an, juristische Schritte gegen die Sozialisten in die Wege zu leiten. So erklärte Carlos Nuñez, "Es sei unmöglich mit den antitaurinos auf einen Nenner zu kommen, leider befinden wir uns da in einem regelrechten kriegerischen Zustand! Auf der politischen Ebene kommen wir nicht weiter, und uns bleibt leider nichts anderes übrig, den rechtlichen Weg zu wählen, damit die  die Verantwortlichen reagieren." 

Carlos Nuñez
Und er fährt fort, "Es sei sehr erstaunlich, dass sich konstitutionelle Parteien, wie die PSOE (sozialistische Arbeiterpartei), trotz ihrer Rechtsstaatlichkeit für Verbote wie auf den Balearen einsetzen, aber in anderen Regionen, wie Andalusien oder Kastillien-La Mancha fördern, dort wo ein Verbot der toros überhaupt kein Thema ist." Es liege für die PSOE an der Zeit sich bezüglich der tauromaquia zu positionieren. Sie können hier nicht eine Meinung vertreten, und an einem anderen Ort anderer Meinung sein. 
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"Die PSOE, als eine rechtsstaatliche Partei,
 kann nicht hier gegen die toros sein, 
und an einem anderen Ort dafür!"
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Landesweit hat sich die PSOE dazu entschieden, dass sie zwar keine Befürworter der mundo taurino sei, aber dieses Thema auch nicht anfassen werden. So sollte sie es bitte auch in allen Regionen halten, und sich neutral verhalten. Dies sei aber nicht der Fall.

Die Stiftung erklärte, dass ihnen schon einige legale Mittel zur Verfügung ständen, um die jeweiligen Gemeinden auf die rechtlichen Konsequenzen hinzuweisen, bzw. sie zur Umsetzung der Wahrung des spanischen Kulturgutes der tauromaquia aufzufordern. Über die Zukunft der Fiesta müsste klare Entscheidungen getroffen werden. Und diese Beschlüsse müssen auf allen politischen Ebenen und deren Umfeld getroffen werden.

In Madrid wird in der plaza de toros Vistalegre mit einem aforo für 8.000 Zuschauer
die temporada taurina in der spanischen Hauptstadt eröffnet.
Um ein Zeichen der afición zu setzen, wird die corrida de toros in in der plaza de toros von Madrid  Vistalegre live im spanischen öffentlichen Fernsehen TVE übertragen. Zusätzlich werden 3.000 entradas an interessierte Schüler der angrenzenden Schulen verteilt.

Die erste corrida de toros in Madrid - live im TVE.
Gerade die spanische Hauptstadt dürfe nicht in Frage stellen, was die Regierung zum Kulturerbe deklariert habe. Und immerhin, gut 20 Prozent der spanischen Bevölkerung bekennen sich dazu. Das ist keine Minderheit und sollte respektiert werden.

Samstag, 13. Februar 2016

Mallorca: Was denn nun? Tierschutz ja oder nein?




von Philip de Málaga


Am letzten Dienstag hat die Balearenregierung die toros endgültig verboten
Aber zwischenzeitlich werden die Ziegen ausgerottet ...
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Am vergangenen Dienstag hat die Zentralregierung der Balearen Inselgruppe die letzten Schritte in die Wege geleitet, um auf der besagten Inselgruppe die festejos taurinos, und somit die Tradition der tauromaquia endgültig zu verbieten. Im Gegensatz zu Katalonien richtet sich dieses Verbot nicht nur gegen die corridas, sondern gegen alle Veranstaltungen mit toros, novillos, becerros oder vacas. So soll es keine capeas oder encierros mehr wie in Fornalutx geben. In erster Linie richtet sich die abolición de los toros gegen die plaza de toros in der Hauptstadt, dem Coliseo Balear, sowie gegen die Ortschaften Alcúdia, Inca und Muro.

"Mallorca ohne Blut" sind ihrem Ziel näher gekommen
Um ihr Ziel zu erreichen mussten sie vorerst das Tierschutzgesetz entsprechend anpassen um dann ein Verbot durchzusetzen. Und diesem Vorgang stand der Zentralregierung nichts mehr im Wege, denn die sozialistische PSOE und die Parteien  Podemos und Més halten hier die Mehrheit gegen die konservative PP, welche die Kultur der toros unterstützt.

Bei diesem Verbot wird der Tierschutz sehr weit vorgeschoben. Mallorca von diesem "Trauma der Stierkämpfe" zu befreien heisst es.  Mallorca sin sangre, Mallorca ohne Blut ist der Slogan. Ohne Blut? Keine Tötung? Tierschutz für freie Tiere?

Doch da geschieht auf den Balearen gerade in diesen Tagen etwas, genau am letzten 4. Februar, was sogar die animalistas in Aufregung versetzte. Die gossen Zeitungen wie El Mundo oder die Mediengruppe Vocento brachten es und auch Parteien wie die PACMA empörten sich:

Die Regierung der Balearen liess auf der Insel Es Vedrá alle Ziegen erschiessen.
Nicht gerne gesehen auf den Balearen
(Foto: El Mundo)
In einem sechsstündigen Massaker wurden von Scharfschützen alle 45 Ziegen auf der kleinen Insel Es Vedrá getötet. Weitere tausende von Ziegen, zum Beispiel auch auf Ibiza, sind noch zum Abschuss frei gegeben. Die nationale wie lokale Presse ging nicht gerade zimperlich mit der Wortwahl um. Da ist die Rede von Ausrottung der Ziegen. Vernichtung einer Tierrasse, Massentötung im Auftrag der Regierung usw. Diese wiederum hat Ihre Handlung damit gerechtfertigt, dass man um den Schutz der Natur, insbesondere der Waldlandschaften besorgt sei, da diese nach diversen Bränden erheblich reduziert sein. 

Tatsache ist und bleibt, diese Vorgehensweise ist unumstritten gesetzwidrig  und widerspricht dem Tierschutzgesetz 8/2003. 

Wie man das auch immer bewerten will, hier fliessen in Sachen Tierschutz in die Debatte zur tauromaquia völlig neue Argumente mit ein. Denn immerhin basiert der Versuch der abolición de los toros auf funktionierende Tierschutzgesetze. Und die hat ja die Regierung selbst nun ein wenig in Frage gestellt. Eins ist klar, die toros sind nun verboten, aber bitte nicht mit dem Vorwand um den Schutz der toros wegen.  Denn die toros für die festejos taurinos werden weiterhin auf dem spanischen Festland gezüchtet, eben nur nicht mehr zu den Balearen geliefert. Der Tod wurde lediglich woanders hin verlegt.