Dienstag, 3. Mai 2016

Über die blutigen Spektakel





von Marcelino Menéndez Pelayo

Er war absolut kein aficionado de toros. So wusste der Conde de Navas über Marcelino Menéndez Pelayo (1856 bis 1912) zu erzählen. Trotzdem verteidige er mit grosser Leidenschaft die toros. Eben nicht weil er der afición verfallen war, sondern weil er grundsätzlich sich für alle traditionellen Werte einsetzte, welche durch Politik oder Kirche bedroht bzw. für eigene Interessen missbraucht worden sind.

Marcelino Menéndez zeigte recht früh seine ausserordentlichen Begabungen. Schon mit fünfzehn Jahren begann er an der Universität von Barcelona zu studieren. Sechs Jahre später wurde er mit einer Sondergenehmigung des spanischen Parlamentes mit 21 Jahren zum Professor für spanische Literatur an der Universität von Madrid ernannt, wo er dann zwei Jahre später auch lehrte. 1905 wurde er für den Nobelpreis vorgeschlagen.

Seine leidenschaftliche Verteidigung der tauromaquia veranlasst die Universität von Santander, welche auch den Namen des Literaturwissenschaftlers trägt, regelmässig Vorlesungen, Seminare, Vorträge und Runde Tische zu dem Thema "Rund um die toros" zu organisieren.

Wieder ein Beleg dafür wie gerade intelligente und intellektuelle Menschen sich für die mundo de los toros immer wieder einsetzen. Das war früher schon so und hat sich bis heute eigentlich nicht geändert.

Der spanische Literaturwissenschaftler und Historiker Marcelino Menéndez Pelayo
"Die toros sind von den blutigen espectáculos
die am wenigsten barbarischen 
und die am meisten künstlerischen,
inner- wie ausserhalb Spaniens."

Montag, 2. Mai 2016

Die Menschen sorgen sich viel um die Tiere, aber wenig um ihre Mitmenschen





Mit Alejandro Talavante


Er gehört mit Sicherheit zu den grossen figuras der Gegenwart. Nun stellt sich der matador de toros Alejandro Talente den Fragen des Journalisten Zabala de la Serna:
Mit Deinem Beruf den Du ausführst, fühlst du dich als ein Mensch der Gegenwart?

Würde ich das nicht fühlen, entspräche dies einer gewissen Abnormalität. Ich habe gar keine andere Wahl als das zu leben, was ich in der Gegenwart bin.

Und warum ist es gut zu dieser Zeit zu gehören?

Es geht nicht um die Zeit, in welcher man am besten lebt. In der Tat, Menschen die im letzten Jahrhundert gelebt haben, fanden es damals auch besser, einfach weil sie Kinder des 19 Jahrhunderts sind. Aber es stimmt schon, dass meine Gefühle und Gedanken mehr im letzten Jahrhundert gewürdigt worden sind. Und ich glaube weiterhin ganz fest an sie und mit ihnen passe ich mich an das 21. Jahrhundert an.
In welchem Sozialen Netzwerk fühlt sichTalavante zuhause?

Wir haben die Sozialen Netzwerke mit viel Freude aufgenommen. Wir sind ein wenig verwirrt in ihnen auf der einen Seite zu existieren und auf der anderen Seite uns in die Köpfe der ganzen Welt zu begeben. Wenn du assimilierst, dass es eigentlich unmöglich ist, ist es doch eigentlich ein guter Ausgangspunkt, das Netzwerk, welches wir in unserem eigenen Inneren tragen zu erkennen, was uns wiederum zu einer Ruhe verhilft, oder wo andere von Glückseligkeit sprechen. Ich sehe, dass die Menschen die permanente Notwendigkeit haben alles zu überprüfen, und man hat so die Stille verschmäht, welches wiederum über einen viel wahrhaftigeren wie ausdauernden Nachhall verfügt als das Gedächtnis. So sind wie dem Narzissmus verfallen zu erzählen wie wir sind, ohne es dabei nicht einmal zu wissen.

Leben die toreros auf dem Rücken der Gesellschaft, oder lebt die Gesellschaft auf dem Rücken der toreros?

Das hängt von der Fähigkeit eines jeden ab, wie er die Menschen aushält. Da gibt es jene, die es kaum aushalten, und die anderen, welche ihren Lebensstiel auf die sozialen Beziehungen aufbauen. Ich bin genau wie jeder andere, nur mit anderen Verpflichtungen.
Aber was ist an einem 28-Jährigen von der Strasse noch in dir?

Genau dasselbe wie bei allen. Das Drama ist doch zu wissen das man nicht ewiglich ist, und ständig versucht die Kindheit im Alltag zu suchen.

Kann es daran liegen dass der Beruf eines matadores einen zwingt zu schnell zu reifen, um zu solchen Antworten zu gelangen ...

Mich haben stets ältere Menschen umgeben mit einer gewissen Natürlichkeit. Du weisst dass du ein Kind im Körper eines Mannes bist und zugleich möchtest du es auch nicht sein, um auf die unschuldigste Art und Weise zu denken.

Der ständige Kontakt mit dem Tod, stärkt ein solcher den Charakter?

Er gibt dir das Bewusstsein an Zeit, und das schwierigste daran ist es in diesen Altersgruppen einzuschätzen. Die Zeit rennt, und jeder Moment ist eine Möglichkeit in sich selbst zu wachsen.

Wenn du dich weit aus dem Fenster deines Aussichtspunktes lehnst, wie siehst du die politische Situation in Spanien seit dem 20. Dezember?

Nun, ich verfüge nicht über den Verstand um zu erklären was hier geschieht. Oder die Politik war nicht in der Lage es mir zu vermitteln. Es interessiert mich auch nicht. Ich bin ebenso wie die Menschen über die politische Klasse empört. Und wenn, wie einige es sagen, sich Spanien irrt, wenn es wählt, dann haben wir uns alle geirrt. Ehrlich gesagt, ich selbst identifiziere mich mit keiner politischen Facette. 
Widert dich die Korruption die uns umgibt, nicht an?

Die Korruption hat es schon immer gegeben. Der Unterschied zu früher, jetzt weiss man es.

Wie siehst du die Massaker von Paris und Brüssel, diesen zügellosen islamischen Terrorismus?

Er ist barbarisch! Ich unterstelle es aber nicht dem religiösen Fanatismus wie der Migration der Menschen und denjenigen die in den Regierungen die Entscheidungen treffen. Da muss Europa noch eine ganze Menge ertragen.

Welche Perversion liegt darin einen Dschihadisten einen Mörder zu nennen, und als einen Mörder auch den torero zu bezeichnen?

Diejenigen die es jetzt sagen, haben ein schlechtes Konzept von ihren Eltern vererbt bekommen. Ich bin damit nicht einverstanden. Aber wenn es jemandem gefällt, mich einen Mörder zu nennen, und dabei auch noch gut schlafen kann, dann sollen es ruhig tun. Ich habe damit kein Problem.
Die Gattung Gewalt breitet sich in Spanien jedes mehr wie ein unheilbares Krebsgeschwür aus. Leidest du selbst unter der Welle dieser chauvinistischen Verbrechen?

Genetisch betrachtet, ist die Frau dem Mann überlegen. aber der Mann verfügt über Kraft welche er missbraucht. Es ist durchaus schwierig diese Ungleichheit von Geschlechtern bei den Menschen zu entsprechen. Im Grunde ist es der Mangel an Verständnis und Bildung. Der Mann der misshandelt oder gar tötet hat einen grosses Komplex mit sich selbst.

Wie siehst du das Problem der Einwanderung, wenn sich jemand mit einer Emigrantin verheiratet (zum Beispiel aus México)?

Das ist eine ganz natürlich Angelegenheit.  Sich zu mischen und revolutionieren mit Rassenkreuzung ist notwendig. Für mich war es etwas wunderbares, und hat meinen Horizont erweitert.
Als du 2007 die Puerta del Príncipe in Sevilla geöffnet hattest, schlich sich die Wirtschaftskrise durch die puerta de chiqueros ein.  Du hast es ja recht nah mitbekommen, hast du da wie in einer Seifenblase gelebt?

Ich konnte es einordnen. Und ich habe sie weder mit Frust noch Hass erlebt, was das Schlimmste ist, was die Krise einem zufügen kann. Denn Hass haben sie benutzt um einige Spanier zu spalten. Ich habe stets versucht wirtschaftlich gesehen das Beste daraus zu machen, alles in der Waagschale zu halten.

Dasselbe trifft wohl auch für das Sprichwort, was man ja nicht wiederholen soll, zu :"Hure und Torero, wir sehen uns im Alter wieder" ...

Ihre Generation wurde hart von der Arbeitslosigkeit erwischt. Auch ich habe mich sehr stark an dieser Grenze gesehen. Ich weiss nicht wie ich mich in einer solchen Situation, wo man die Familie nicht mehr ernähren kann, verhalten hätte. Oder gar nicht einmal ich mich selbst. Aber ich denke es ist auch die Folge einer schwachen Erziehung, welche wir in den Schulen erhalten haben.

Wenn du jetzt nicht torero geworden wärst, was wärst du jetzt?

Das könnte ich dir jetzt nicht einmal sagen. Ich habe einen Bruder, der ist Chemiker, ein anderer studiert Jura ... Meine Veranlagungen wären da nicht so brillant gewesen.
Deine Generation ist mit Videospielen und Konsolen gross geworden, aber die Zukunft kommt wohl nicht aus einer virtuellen Welt.

Ich bevorzuge das meine Kinder sich durch das Labyrinth des Lebens schlagen als vor dem Spiegelbild eines Bildschirms sitzen. Ich habe nie dem Verlieren oder Gewinnen Bedeutung gegeben. Ich bevorzuge das sie auf dem Land leben, in der Natur.

Es gibt eine neue Spezies: Die städtischen Ökologen, die animalista der Stadt.

Der Mensch, welcher sich vom Land entfernt, verliert die Interaktion zur Natur, und so wird die Unwissenheit geboren, der perfekte Nährboden um Unsinn zu reden, eigene Dinge der Ignoranz. Ich sehe Menschen sich sehr angeregt über den animalismo unterhalten aber wenig besorgt um das Wohlergehen der anderen sind.

Ich sehe dich nie über diese Dinge mit deinen Kollegen in Badajoz sprechen.

Ich kann immer über Frauen reden wenn ich copas zu mir nehme. Aber eigentlich bevorzuge ich mich mit mir selbst zu unterhalten. Und die Geschwindigkeit jenes Teils was ich nicht kontrollieren kann, bereitet mir Schüttelfrost, aber gleichzeitig gibt es mir ein Gefühl sehr lebendig zu sein.

Unter deinen grossen Freunden findet sich Sergio Ramos. Bewirkt diese nicht eine neidische Wahrnehmung, dass die Gesellschaft die Fussballer wie Götter verehrt, während sie den toreros eher eine bescheidene Projektion entgegenbringt?

Sergios Leben ist voller Stress, auf das ich nicht vorbereitet bin. Es nimmt mir die Zeit mit meinem Instinkt zu kämpfen, damit ich weiss was ich zu tun habe. Der torero ist als ein Idol für die Massen nicht geeignet, weil die jungen Leute nichts über unseren beruf wissen.
Es wäre von entscheidender Bedeutung dieses zu erklären.

Und ich mach es mit Vergnügen vor einem Glas Bier. Es müsste eigentlich für sie attraktiv sein, auch wenn ihnen das espectáculo nicht gefällt, in die Haut eines toreros zu schlüpfen, einen toro mit gewaltiger Kraft vor sich zu haben, und 24.000 Menschen die dich observieren und beurteilen. Ich verstehe nicht, warum das so nicht ist. Manchmal möchte ich mich in die Köpfe derer versetzen, die das toreo als eine bestialische und archaische Ausübung sehen. Ein Mensch, angetrieben von seinem sozialen Beharrungsvermögen sollte sich nicht die Schuhe des anderen anziehen. Wir leben in einer von Etiketten geschnürten Gesellschaft. Aber wir leben alle. Ein Mensch kann für alle stehen. Sich in seine Gedankengänge versetzen, den Gegenüber verstehen. Genauso wenig macht es viel Sinn den toreo mit capa und der espada nur durch die blosse Tatsache zu verteidigen, dass es Kultur sei.

In Spanien wird die Kultur in Allgemeinen recht schlecht behandelt und insbesondere das toreo  obwohl es jene kulturelle Aktivität ist, welche dem Staat die meisten Millionen bringt.

Das Finanzamt trägt die Kultur zwischen den Augenbrauen. Ich zahle viel Steuern. Die Regierung weiss ziemlich genau Bescheid wie viel Einahmen sie durch die corridas erhält, und diese Einahmen verwendet der Staat für andere Angelegenheiten. Und ich denke, das es grossartig ist, aber was mich wütend macht ist die Tatsache, dass sie es nicht anerkennen.

Wer hat eigentlich erfunden, dass das toreo zur politisch rechten Seite gehört?

Man muss keine politischen Ideen haben, damit es dir etwas bringt. Und da kommen wir wieder zurück zu den Etiketten und den Zersplitterungen. Ich gehöre nicht zur Partei welche eine Ungleichheit unterstützt. Ich komme von der Strasse, meine Eltern waren Anarchisten...

Noch eine Frage an dich. Du bist 1987 geboren. Was denkst du über Franco?

An mich,  über Francooooo? Nicht den leisesten Schimmer. War nicht meine Zeit.

Sonntag, 1. Mai 2016

Die Toros kommen ... Pamplona kündigt sich an




von Pio Guerendiain


Es ist kurz vor acht Uhr morgens in Pamplona. Während der Sanfermines begibt sich Pio Guerendiain jeden Morgen an die Ausgangstür des Geschäftes für Badezimmermobiliar seiner Eltern, in der Calle Estafeta Nummer 1. Dieses Gebäude befindet sich gleich hinter der wohl gefährlichsten Kurve der Welt. Denn hier wurden und werden immer noch während der zehn Tage im Juli tausende von Menschen von sechs toros und den cabestros durch die Strassen bis zur plaza de toros, der La Casa de Misercordia gejagt, wo beinahe an die 20.000 Menschen in den tendidos auf die heran galoppierenden Tiere und den gescheuchten Läufer warten.

Pio kommt zur schützenden Bretterwand vor der Tür, öffnet eine kleine Luke um freien Blick auf die Strasse zu bekommen. Seine Kamera einsatzbereit in der Hand, bereit sofort los zu legen, denn wenn sie kommen, bleiben ihm oft nur wenige Sekunden. Momente der Panik, der Kraft, der Ängste, Eindrücke des Vorbeirauschens von Mensch und Stier, welche durch das spanische Fernsehen in die ganze Welt live übertragen werden. Ganze 50 Jahre verfolgte der Photograph aus Pamplona von dieser privilegierten Stelle aus das morgendliche encierro. Das Gebäude selbst, schon seit sieben Generation in der Hand der Familie, wurde schliesslich vor zwei Jahren verkauft. Aber 2012 war es noch in Familienbesitz und der Photograph verharrte in Wartestellung wie ein Jäger. Die Treibjagd konnte beginnen. "Ich nenne es den Geruch der Angst", sagt Pio, "er macht mich darauf aufmerksam, das gleich die cohete ertönen wird, ein ganz entsetzlicher Geruch, und was ganz Besonderes."

Aus der Luke betrachtet. Das encierro in Pamplona. Der Aussichtsposten von Pio Guerendiain.
Dann kommen sie voller Kraft, mit einer gewaltigen Wucht aus der curva de la muerte geschossen, die toros bravos der ganadería Victoriano del Rio. Und schliesslich der entscheidende Moment, ein Klick, ausgeführt von Pio Guerendiain im richtigen, im entscheiden Moment, der nun vier Jahre später auf jedem cartel taurino zu San Fermín 2016 zu sehen ist. 

Cartel taurino für Pamplona 2016
Fast sein ganzes Leben verbrachte der 66-jägrige Photograph an dieser Kurve des Todes, der curva de la muerte. Er selbst sieht es jedoch ein wenig anders: "Ich glaube nicht, dass in dieser Kurve jemals etwas Ernstes geschehen ist, ja, ein Schock vielleicht, aber nie Tote oder etwas wirklich ernsthaftes." Als die Presse ihn nach seiner Methode, seiner Einstellung fragte, wenn er solch Eindrücke festhalte antwortete er, "ich lebe nicht von der Photographier, ich sterbe für sie!"

Der Künstler bei der Präsentation des cartel taurino 2016 am letzten Freitag.
Die handgemalten Texte auf dem cartel sind von dem ebenfalls aus Pamplona stammenden Architekten Fernando Redón. Zu sehen lediglich der Schriftzug Feria del Toro, die Jahreszahl und die Brandzeichen der zehn ganaderías, welche dieses Jahr Sanfermines mit toros und novillos versorgen.

50 Jahre die encierros in San Fermín  Eine lange Tradition, auf die Pio Guerendiain zurückblicken kann. Hautnah an der Gefahr. Kaum einer bekam die toros so nah vor das Objektiv wie er. Augenblicke der höchsten Erregung, wo sein Adrenalin nach oben schnellte, seine Hände angespannt, die Waffe geladen in der Hand ... es war an der Zeit, dass eines seiner Photos endlich das cartel taurino seiner Stadt schmücken sollte, ja musste. Denn seine Photos wäre nicht nur begehrt und in zahlreichen Gallerien und Museen wie das Reina Sofía in Madrid zu sehen, sondern er verstand es mit einer pureza die Spannung der einzelnen Sequenzen voller Emotionen abzulichten wie kaum ein anderer, aber auch in der plaza


Samstag, 30. April 2016

Die Tauromachie ist ...




von Andrés Calamaro


Wie ein argentinischer Künstler die Welt der Stiere sieht
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Der argentinische Sänger und aficionado de toros, 1961 in Buenos Aires geboren, empört sich immer wieder über die antitoristas. Verärgert über deren einseitige Haltung und Tätigkeiten sieht er in der tauromaquia etwas ganz anderes:
Andrés Calamaro in der plaza de toros (Foto: Vocento)
Die tauromaquia ist weder Tierquälerei, noch Mord, noch Folter. Die tauromaquia ist ein Kompass, ein Wert und ein Respekt der Umwelt und dem toro gegenüber. Sie ist ökologisch und erhält eine beispiellose Tradition der Rinderzucht. Sie ist eine gutartige Kultur, weil sie mit den Gewohnheiten der Poesie von Lorca, der chinesischen Tusche von Picasso, der Bücher von Hemingway, der umgänglichen Texte von José Bergamin, die Geschichte von Belmonte und Chávez Nogales erzählt; es ist die tauromaquia eines Dali, und von jenen welche den toro in der plaza lieben, der mit jedem Galopp auf gefährliche Weise attackiert. Sie ist Kunst, die das Leben bietet. Sie ist Musik, Farbe und Anerkennung.

Werte guter Traditionen. Sie ist das Volk und das Land, die Stadt und der Tumult, sie reflektiert sich in encierros und novilladas, sie ist die Illusion der Kinder-toreros. Sie gibt den aficionados einen Sinn des Lebens, und dem Leben des toros, der unter den Tieren das am meisten geliebte ist. 

Das Handy ist des Menschen bester Freund, der Hund ist sein Haustier, kastriert lebt er ohne das Leben in der wilden Natur auch nur zu kennen. Der toro dagegen ist ein mythologisches Wesen, ein Tier, welches eine Legende repräsentiert.

Freitag, 29. April 2016

Morante der bestgekleidete Torero in Sevilla 2016




von Philip de Málaga


Wer dem Himmel so nahe ist, sollte auch entsprechend gekleidet sein
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Während der Feria de Abril konnten die aficionados de toros mit dem toreo eines Morante de la Puebla an die Himmelspforte klopfen (SfA: Der Himmel über Sevilla, und mit dem Toreo ihm so nahe!). Wer dort um Einlass bittet sollte schon entsprechend gekleidet sein. Nobel und elegant, respektvoll und galant. Ein Spiel der Worte? Gewiss, aber doch nicht so fern.
Denn die angesehene Massschneiderei in der andalusischen Hauptstadt Sevilla Tom Black hat den torero  bei den corridas in der Real Maestranza de Sevilla mit dem elegantesten traje de luces prämiert. Ein elfköpfiges Jurorenteam bewertete die getragenen Lichteranzüge aller toreros, begonnen vom Ostersonntag bis zum letzen Tag der Feria de Abril. Und die Wahl fiel auf den maestro Morante de la Puebla, den Boheme aus Andalusien. 
Ein neues Konzept der männlichen Mode
Das verde de botella, das Flaschengrün sprach nicht nur die Jury an, sondern auch in verschiedenen Medien fand es Erwähnung, und dem Publikum in den tendidos gefiel es sowieso. Aber auch matadores de toros wie der diestro Fernando Cámara inspirierte es zur Poesie. Und mal sehen, vielleicht inspiriert es Inditex, die grösste Textilgruppe der Welt, mit spanischen Ursprung, diese Farbe der spanischen Tradition des toreos in Form einer chaquetilla für wen auch immer auf den Markt zu bringen.
Muchas gracias

Donnerstag, 28. April 2016

Ein wirklich tapferer Kampfstier hat vor nichts auf dieser Welt Angst





von Ernest Hemingway



Über toros die nichts fürchten, wendig und schnell sind
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Die toros sollen in Spanien schon Autos angegriffen haben. Und sogar, wenn sie auf die Gleise der Eisenbahnen gerieten, einen Zug zum Stehen brachten. Dann haben sie sich geweigert, rückwärts zu gehen oder gar das Gleis zu räumen, und bis dann der Zug mit grossem Lärm der Pfeifen und Signalhörner lossollte, scheuten sich die toros nicht, die Lokomotive blindlings anzugreifen.

Ernest Hemingway in nächster Nähe, im callejón.
Ein wirklich tapferer toro bravo hat vor nichts auf dieser Welt Angst, und in verschiedenen spanischen Städten hat bei speziellen und grausamen festejos ein toro einen Elefanten öfters und immer wieder angegriffen. Toros haben Löwen und Tiger getötet, indem sie die Tiere einfach und voller Mut angegriffen haben, genauso wie sie es bei den picadores tun. Ein echter toro bravo fürchtet nichts, und für mich ist er wenn er angreift oder in Ruhe das wunderbarste Tier der ganzen Welt, welches man beobachten kann. 
Der wahre toro bravo kennt keine Furcht.
Vom Start an, wird ein toro ein Pferd auf zwanzig Meter Entfernung schlagen, obwohl das Pferd ihn bei vierzig Metern wieder überholen wird. Ein toro ist beinahe so wendig wie eine Katze; wendet viel schneller als ein kleines Pony, und mit vier Jahren hat er in seinen Schultern dermassen viel Kraft, um ein Pferd samt Reiter hochzuheben und über seinen Rücken zu schleudern.

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Quellennachweis:

Death in the Afternoon, 11. Kapitel, Ernest Hemingway, Charles Scribner`s Sons, New York 1932

Mittwoch, 27. April 2016

Protest auf Mallorca gegen Stierkampfverbot




von Philip de Málaga


Das Verbot der Stiere findet nicht in ganz Mallorca Zuspruch
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Im Gegensatz zu Katalonien brachte die balearische Landesregierung, am Dienstag den 19. April diesen Jahres, ein Verbot auf den Weg, alle festejos taurinos nicht mehr zuzulassen. In Barcelona war es lediglich ein Verbot für die corridas. Auf den Balearen dagegen sind auch die festejos populares, capeas und encierros sowie die correbous davon betroffen. Kurz, alle Veranstaltungen bei denen toros, novillos, becerros oder vacas zum Einsatz kommen, sollen von nun an verboten werden.

Das gefällt nicht allen mallorquinischen Einwohnern. In der 700-Seelen-Gemeinde Fornalutx, im Norden von Mallorca, unterstützt man die Entscheidung der Landesregierung in keinster Weise. Und so ging man am letzten Sonntag in Fornalutx auf die Strasse um gegen die politische Vorgehensweise zu protestieren und für ihr jährliches Volksfest den correbous zu werben.

Gefühle, Tradition und Kultur ... correbous ist nicht zu stoppen ...
Denn in der Tat gehe es hier doch nur um politische Agitation. Weder die Stiere noch die Wahrung der Tradition interessiere die sozialistische Landesregierung. Denn immerhin gehe der Brauch des correbous auf das Jahr 1892 zurück. Damals kaufte das Dorf anlässlich des Volksfestes zum Anfang eines jeden Septembers einen toro. Dieser wurde bevor man ihn schlachtete von Haustür zu Haustür geführt, damit ihn und auch vor allem die Älteren und die Kranken des Ortes bestaunen konnten. Dann wurde er getötet, damit die Einwohner des Dorfes einmal im Jahr ordentliches Fleisch zu essen bekamen. Daraus entstand dann die Tradition des correbous.

Der Stier wird durch das Dorf geführt.
Bei dem correbous in Fornalutx wird auch kein ausgewachsener toro bravo verwendet sondern ein etwa 300 Kilo schwerer novillo. An zwei Seilen angebunden wird er im Dorf auf einer bestimmten und vorgegebenen Strecke getrieben. Im Gegensatz zu einer corrida wird er weder verletzt oder gar öffentlich getötet. Mehr noch, während des correbous ist es untersagt, den novillo überhaupt zu berühren.


Auch auf national Ebene schaut man auf diesen kleinen Ort
Und auch hier, obwohl von der konservativen Partei PP regiert,  sind die Sozialisten für die Wahrung der Tradition der toros. Sie haben sogar der Zentralregierung gedroht, komplett aus der Partei der PSOE sich auszugliedern, falls man weiterhin auf ein Verbot des correbous bestehe. Diesen Standpunkt hat man jedoch später revidiert, man hätte nur Druck auf die Zentralregierung ausüben wollen. Trotzdem sollen wohl einige Stadträte aus der PSOE ausgetreten sein. Und obwohl Fornalutx eine doch sehr kleine Gemeinde ist, schaut man aus ganz Spanien dorthin, wie die Sozialisten mit diesem Thema umgehen wollen. SfA hatte ja schon darüber geschrieben: Madrid: Die Sozialisten sind aufgefordert sich zu positionieren. Und es stellt sich die Frage Versuchen die Sozialisten ihre neutrale Stellung zum Stierkampf aufzugeben? 

Wie auch immer, Fornalutx scheint entschlossen zu sein, und egal wie die Landesregierung reagiert, man will im Extremfall zivilen Ungehorsam leisten und auf jeden Fall "ihr" festejo popular, den correbous veranstalten. Sollte es so sein, kann man davon ausgehen, dass die antitaurinos, wie auch in den vergangenen Jahren dagegen heftig in Aktion treten werden.

Dienstag, 26. April 2016

Francis Bacon und seine letzte Faena in Madrid





von Philip de Málaga



Der Stierkampf als letztes Werk von Francis Bacon?
Über seine Prophezeiung des Staubes und sein eigenes Ende
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Wir schreiben den 28 April 1992. Es ist 8:30 Uhr und im Hospital Rüber in der spanischen Hauptstadt Madrid stirbt der irische Maler Francis Bacon im Alter von 82 Jahren an einem Herzinfarkt.

Den taurinischen Kennern der Kunstszene dürfte Bacon vor allem wegen seiner Studie über Stierkampf aus dem Jahr 1969 bekannt sein. Obwohl der Künstler den festejos taurinos, dem bullfight, wie man in seiner Sprache sagt, am Anfang eher distanziert gegenüberstand, hatten diese für ihn trotzdem eine gewisse Faszination. Später, so ab 1976, durch die Freundschaft mit dem surrealistischen Schriftsteller und aficionado de toros Michel Leiris, entwickelte Bacon mehr Leidenschaft, mehr Tiefe für die tauromaquia. Vor allem der Blick in das Zentrum des Geschehens, in das Herz eines ruedos während einer corrida. Was ist es, was genau geschieht in jenem ruedo? Was bekommt man dort zu sehen? Ist es der Kampf auf Leben und Tod, oder reflektiert sich hier gar eine leidenschaftliche Liebe? Mit Sicherheit eine Ambivalenz, welche man in zahlreicher seiner Werke begegnet. Wie der Betrachter es auch bewerten will, hier zeichnet Bacon genau das auf, was im toreo sich widerspiegelt. Nämlich die Tatsache, dass der torero genau das tötet, wozu er ein besonderes Verhältnis der Zuneigung hat, den toro.

Study for a Bullfight No 1 (1969)
In diesem Ölgemälde sind der torero und der toro dazu übergegangen einen gemeinsamen, einen neuen Körper zu bilden, eine Einheit zwischen Mensch und Tier. Ein neues Wesen, welches aber noch von dem Menschen, durch den emporragenden Kopf ohne menschliche Züge im Gesicht, kontrolliert wird.

Das erinnert an die Aussage des matadores de toros Juan Belmonte (1892 bis 1962), der mal sagte: "Wenn ich im ruedo stehe, bilde ich mit dem toro eine Einheit. Wir beide sind eins. Ich bin ganz mit ihm vereint und nehme das Publikum in den tendidos gar nicht wahr. Nur der toro und ich."

Und jetzt, fast fünfzig Jahre später, fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tod, taucht ein weiteres Werk Bacons auf, welches sich ebenfalls mit der tauromaquia auseinander setzt. Der Kunsthistoriker Martin Harrison entdeckte durch Zufall in einer ziemlich geheim gehaltenen Privatsammlung noch eine Studie zum Thema der toros.

Study of a bull (1991)
Jenes Gemälde wird eindeutig seiner letzten Phase zugeordnet. Laut Harrison sei es sogar sein letztes künstlerisches Werk gewesen. Aus jener Periode, wo Bacons Werke stets dunkler wurden, das Licht welches er sah immer schwärzer.

"Wenn einer jemals eine corrida gesehen hat" so Bacon," dann vergisst er das nie". Das espectáculo taurino als unvergessliches Ereignis, ganz gleich, wie man dazu steht. Und so scheint es, dass der in Dublin geborene Künstler mit diesem Werk auf seiner Bühne zum letzten Mal Stellung bezieht. Gleich dem toro auf dem Gemälde, welcher zu seiner letzten faena antritt. Der toro kam zum sterben, Bacon betrat das Hospital in Madrid, ebenfalls ohne Hoffnung. Der Alkohol, das Asthma und die Operation, da konnte man nichts Gutes erwarten, und Bacon wusste es.

Der Künstler verwendet bei seinem zwei Meter hohen Werk Staub aus seinem Studio in Kensington, welches er im Bereich des toros einsetzt. Ein Symbol, ein Anzeichen auf den bevorstehenden Tod, so Harrison, und er erinnert sich an Überlegungen von Bacon. "Der Staub ist ewig. Schliesslich werden wir alle wieder zu Staub!"

Ob er wirklich wusste, dass sein persönlicher momento de verdad gekommen war? Der genaue Entstehungszeitpunkt seines letzten Werkes ist unbekannt. Doch seine faena endete wie eine jede. Ohne ein indulto.

Geblieben ist ein Werk eines toros, der das ruedo betritt. Der Beginn einer Dramaturgie nach bestimmten Regeln, mit vorhersehbarem Ende. Nach der Einigung kam der Tod. Bestimmt und sicher, und man endet im Staub.

Doch die erste körperliche Vereinigung zwischen toro und torero aus dem Jahr 1969 wurde am 14. November 2007 bei einer Versteigerung im Hause Sotherby von New York immerhin für die stolze Summe von 22 Millionen Pfund (ca. 28 Millionen Euro) unter den Hammer gebracht. Was wird wohl die jüngste Entdeckung von Harrison bringen?

22 Millionen Pfund bei Sotherby s in New York für ein Bild der tauromaquia
Nachdem der Maler in Madrid verstorben war, wurde sein Leichnam eingeäschert und sein "Staub" in England verstreut.

Ein weiteres Beispiel wie Kunst und Tauromachie ineinander verschlungen sind. Das eine liebt das andere. Begehrt es, sucht und findet die jeweilige Faszination. Francis Bacon suchte die Bewegung des Körpers. Der Maler benutzte dazu seine Hände, der torero seinen Körper. Die Kunst der Figurendarstellung liegt bei beiden Künstlern in den Händen, der eine mit dem Pinsel, der andere mit der muleta. Der Maler wie der lidiador bedienen sich an Bewegungsabläufen, von Sequenzen menschlicher und tierischer Körper, dem Nebeneinander offensichtlich zusammenhängender Körperstellungen, lieb gewonnener Einheiten,  dem Tod oder der Liebe geweiht.

Mit der Bewegung von muleta und Pinsel Kunstwerke erschaffen
Die Künstler bewegen sich wie im Rausch. Die Hand gleitet über die Leinwand und am Körper vorbei streicht der temple. Olé. Der duende erreicht den Betrachter. Die einen vor dem Meisterwerk der Kunst in den Gallerien oder Museen, die anderen in den tendidos der plaza de toros, welche mit strengen Augen das Geschehen im ruedo beobachten. Puerta grande für die artistas.  

Montag, 25. April 2016

Madrid: Schon eine halbe Million verkaufte Eintrittskarten!




von Philip de Málaga


Grosser Andrang in der grössten Plaza de toros von Europa
Fast 96 Prozent verlängerten ihr Abonnement 
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Die plaza de toros der spanischen Hauptstadt Madrid, mit dem Namen Las Ventas gehört in der mundo de los toros ohne Frage zu den wichtigsten cosos der Welt. Hier zu triumphieren, gar die puerta grande zu öffnen, ist für einen jeden torero ein Traum. Besonders vor vollen tendidos. Und das Interesse in Madrid für die toros ist auch in diesem Jahr erneut sehr gross.

Wie die empresa der plaza de torosTAURODELTA S. A., auf ihrer Seite meldete, wurde am letzten Freitag der Vorverkauf für die Verlängerung der Abonnements mit Erfolg beendet. 13.175 aficionados haben ihr abonos verlängert. Das sind stolze 95,65 Prozent! Zusammen mit den Ermässigungen für die über 65-Jährigen sowie für die Jungendlichen unter 16 Jahren, weitere 2.573 abonos, kommt Las Ventas auf 15.745 verkaufte Dauerkarten für die temporada taurina 2016 in Madrid. Mit über 65 Prozent entspricht das mehr als ein Drittel der verfügbaren localidades in den tendidos.

Las Ventas wird sich auch in diesem Jahr an vielen Nachmittagen füllen.
Statistisch betrachtet, also hoch gerechnet, bedeutet das, dass man in Las Ventas für die nächsten 31 festejos taurinos schon 488.188 entradas verkaufen konnte. Eine halbe Million Besucher bei den Stierkämpfen. Bis jetzt. Denn ab heute beginnt der Einzelverkauf.

Lange Warteschlangen vor der Plaza de Toros in Madrid (Foto: mundotoro)
Kein Wunder also, das ab heute, wo man die entradas einzeln erwerben kann, der Andrang besonders gross war, wie man auf dem Photo gut erkennen kann. Die empresa rechnet auch noch in den nächsten Tagen mit einem durchaus grossen Interesse. 

Die toros in der spanischen Hauptstadt sind populär und beliebt. Wer das Gegenteil behauptet verschliesst vor der Realität seine Augen.

Sonntag, 24. April 2016

Torero widmet den Tod des Stieres der Literatur




von Philip de Málaga


Fortes widmet seine Arbeit den Poeten Shakespeare und Cervantes
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Seit dem Jahr 1996 wurde von der UNESCO der 23. April eines jeden Jahres zum Welttag des Buches deklariert. Ein Feiertag, welcher sich den Büchern, dem Lesen und der Rechte der Autoren, die mit ihren Ideen mehr als Kunst und Kultur schaffen, widmet. Und auch, und ins besondere in der Literatur wenden sich viel der mundo de los toros zu. Grosse Poeten erkennen das kulturelle Potential an Ideenreichtum in der tauromaquia, sehen das grossartige Schauspiel in der corrida, die Liebe zu den toros, interpretieren und erklären das Leben mit seinen emotionalen Momentaufnahmen  in diesem Ritual, welches geprägt ist von einem Ende, dem keiner aus dem Wege gehen kann, dem Tod. 

Und Málaga, eine der grossen Areals taurinos in Spanien, welche mit grossem Einsatz die Tradition der tauromaquia auf allen Ebenen verteidigt und fördert, gab gestern zu diesem Tag wieder von sich zu hören. Diesmal in Zaragoza. Der matador der toros Saúl Jiménez Fortes, seit kurzem nur Fortes genannt, widmete die faena und den Tod des toros dem Publikum in Erinnerung an die grossen Schriftsteller Wilhelm Shakespeare und dem Spanier Miguel de Cervantes. Dazu begab sich der torero aus Málaga zu Beginn des letzten tercios in die Mitte des ruedos und legte eine Buch mit einer Rose in den Sand.
Die montera des toreos, das Buch der Literatur und die Rose der Liebe,
Symbole der geistigen Verbindung.
Die etwas mehr als 5.000 Zuschauer in den tendidos nahmen diesen brindis mit viel Emotion auf. Kultur und toros, Literatur und die tauromaquia und der torero im Mittelpunkt des ruedos, im Schmelztiegel dessen wo sich das Leben widerspiegelt mit seiner ganzen Tragödie, jener Dramaturgie, die im Tod ihr Ende findet. 


Ein brindis an den Geist, den Verstand, die literarische Erkenntnis. Eine Widmung an die pureza der tauromaquia, an die Klarheit des toreos, die Liebe zum toro und die vertraute Einsicht der afición. Pablo Neruda, García Lorca oder Mario Vargas Llosa wären gerne dabei gewesen.

Samstag, 23. April 2016

In Málaga werden Stierkämpfe weiterhin subventioniert




von Philip de Málaga


Vernichtende Niederlage für den Antitaurinismo:
85 Prozent stimmten im Kreistag von Málaga für die Tauromachie
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Andalusien gehört noch zu den wenigen Regionen in Spanien, wo die tauromaquia weiterhin finanziell in den meisten Provinzen gefördert wird. So auch in Málaga. Am vergangenen Dienstag wurde im Kreistag von Málaga über einen Antrag der Gruppe Málaga Ahora, welche von Parteien wie Podemos und Equo unterstützt wurde, abgestimmt, ob die Subventionen in Höhe von 134.000 € (0,5 % des Gesamthaushaltes) für die festejos taurinos und die escuela taurina in der Malagueta weiterhin geleistet werden sollen. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. 


Von den 31 Abgeordneten entschieden sich 28 Stimmen (der PSOE und PP) gegen den Antrag. Das entspricht 85 Prozent. Ein klares "Ja" für die mundo de los toros! Und auch hier reflektiert sich die Erkenntnis, dass sich mit Málaga die Sozialisten in einer weiteren Provinz zur tauromaquia eindeutig bekennen.

Viel Interesse bei der Bevölkerung von Málaga
Besonders war bei dieser Abstimmung das öffentliche Interesse. An diesem Vormittag füllten sich die Besucherbalkone, wo aficionados und antitaurinos für eine besondere Spannung sorgten. Der Präsident des Kreistages Don Elías Bendodo war gezwungen dort einzugreifen, die Interessenparteien zu Ruhe aufzurufen und die hochgehaltenen Schilder der antitoristas wie "La tortura no es cultura" (Die Tortur ist keine Kultur), aber auch der taurinos,  wie "Libertad y respeto" (Freiheit und Respekt) zu beseitigen. Auffallend war der Anteil der taurinos, welche in weit aus grösserer Zahl präsent waren als die Gegner der toros. Während der Plenarsitzung kam es immer wieder zu Zwischenfällen. Aber letztendlich war es eine klare Entscheidung zu Gunsten der Stiere. 

Málaga und die Stiere. Das wird auch weiterhin so bleiben!
Málaga und die toros. Das ist kein Teil der Vergangenheit sondern pure Realität. Im Gegensatz zur spanischen Hauptstadt will man hier das Kulturgut der tauromaquia schützen und fördern. Dabei lässt man es nicht nur bei Worten und leeren Versprechen, sondern setzt um was nötig ist. Mit der Real Maestranza de Ronda und der La Malagueta in Málaga verfügt die südspanische Provinz auch über zwei Hochburgen mit wichtigen wie populären festejos taurinos in der mundo de los toros. Das bestätigt auch die Zusammenarbeit zwischen dem sector taurino und dem Department für Tourismus.