Freitag, 13. Mai 2016

Die Tauromachie erhält ein Lehramt

  von Philip de Málaga

Die spanische Regierung möchte die Ausbildung 
im taurinischen Sektor professionalisieren
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Im Rahmen des Programms PENTAURO, zur Förderung und Schutz der tauromaquia, will die konservative Regierung PP unter Mariano Rajoy in Spanien einen offiziellen Abschluss für einige Bereiche in der mundo de los toros schaffen. In erster Linie sollen dabei diejenigen angesprochen werden, die sich zunächst eine berufliche Zukunft als matador de novillos (sin picadores), banderilleros, picadores und pastores vorstellen können. Auch apoderados und empresarios möchte man hier einbinden.

Das Ziel ist es, den Schüler ein breites Wissen zu vermitteln. Geplant ist, den kompletten Unterricht auf zwölf Module zu teilen, welche über jeweils zwei akademische Einheiten mit 2.000 Stunden verteilt sind. Neben dem allgemeinen Unterricht (Mathematik, spanische Sprache, Englisch ...), stehen bei dieser Ausbildung selbstredend die Zugehörigkeiten zum torero im Zentrum. Dazu gehören unter anderem folgende Programmschwerpunkte: 
  • 190 Stunden die suertes des toreos, Geschichte und Anwendung
  • 130 Stunden praxisorientierte Ausbildung
  • 55 Stunden alles über die lidia und deren Ablauf
  • 30 Stunden  über das reglamento taurino und die rechtlichen Grundlagen
Der vom Ministerium vorgeschlagene Entwurf ist schon weit fortgeschritten, und soll noch vor den nächsten Wahlen umgesetzt sein. Geplant als erste Ausrichtungsstädte sind Madrid, ValenciaBadajoz, Salamanca und Málaga
Die ersten Orte, wo Tauromachie gelehrt wird.
Mit diesem Vorgehen reagiert die Regierung auf die Attacken gegen die mundo de los toros durch antitaurinos und Politiker, wie unter anderem das Rathaus der spanischen Hauptstadt Madrid. Diese neuen Deklarationen und Absichten durch die konservative Regierung gibt der fiesta nacional erneut starken Rückenwind.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Und noch einmal Stierkampf auf Mallorca




von Philip de Málaga


Trotz kommendem Verbot soll es noch einen legalen Stierkampf geben
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Was auf der Insel der Deutschen, auf Mallorca, auffällt ist, dass trotz des aufkommenden Verbotes immer wieder Stimmen laut werden, die sich gegen die abolición de los toros aussprechen. Nach HaroFornalutx, ist es nun die Gemeinde Inca, die noch einmal ihre afición a los toros unterstreichen möchte. Mit ihren 30.000 Einwohnern gibt es hier ebenfalls eine tradición taurina. Denn die plaza de toros von Inca wurde schon am 18. September 1910 eingeweiht und hat einen aforo für 4.000 Zuschauer. 

Ab 1990 wurden dort die festejos taurinos eingestellt. Doch fünf Jahre später, am 30. Juli 1995 wurde die tradición mit einer corrida de toros und den maestros Tomás Campuzano, Victor Mendez und Chamaco wieder aufgenommen.

Und nun, bevor das neue Gesetz auf den Balearen in Kraft tritt, die toros auf der gesamten Inselgruppe zu verbieten, organisieren die taurinos mit legalen Mitteln ihre festejos taurinos. Das nächste am 29. Mai diesen Jahres, ein festival taurino in Inca. Ein festival, welches die Vielseitigkeit der tauromaquia widerspiegelt. Von zwei rejoneadores, über zwei matadores der toros und zwei novilleros bis hin zur Präsentation des salto de gorracha. Etwas was man heute nur noch in der Regel bei den recortadores zu sehen bekommt. Bei den Stieren handelt es sich um novillos, wie meistens üblich bei solchen festivales.


Zum Entsetzen der antitaurinos, der Assóciacío Animalista de les Illes Balears, wo Carmen Rojas konstatiert feststellt, "Es fehlen nur zwei Schritte bevor das neue Tierschutzgesetz in Kraft tritt. Und vor ein paar Wochen war auch keine corrida mehr geplant. Doch die taurinos wollen es bis zum letzten Moment ausnützen und noch eine organisieren." Der Bürgermeister Virgilio Moreno (PSOE) sieht es dagegen gelassen. "Wir werden alles unternehmen, damit es den geltenden Rechtsvorschriften entspricht."

Plaza de toros von Inca auf Mallorca für 4.000 Zuschauer
Angetrieben seien sie durch den erfolgreichen Besucherandrang in Muro am letzten 17. April. So ein Sprecher und Rechtsanwalt der Stiftung Toro de Lidia, José Miguel Soriano, "die tauromaquia ist ein öffentliches espectáculo, welches zu Kulturgut deklariert worden ist, und es sei keine autonome Angelegenheit dieses zu verbieten, sondern Sache des Staates."

Mittwoch, 11. Mai 2016

José Tomás kein perfekter Torero?




von José Moreno


Es wird viel diskutiert, 
ob der Maestro aus Galapagar ein wahrer perfekter Torero ist.
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Es kann durchaus sein, dass José Tomas nicht der perfekte torero ist. Darüber kann man diskutieren. Viele - nicht wir - diskutieren über fast alles: Die plazas wo er antritt, die toreros mit denen er sich messen lässt, und über die ganaderías denen er sich stellt. Auch kann es deswegen sein, da er eine temporada auf drei bis vier corridas de toros reduziert.

Und es kann sein, dass das alles wahr und José Tomás nicht der perfekte torero ist.

Vielleicht ist José Tomás nicht der perfekte torero, aber in Jerez lieferte er eine perfekte faena ab.

Derechazo von José Tomás (Foto: Maurice Berho, mundotoro)
Mit seiner Standhaftigkeit, mit seinem Einsatz, mit seinem Mut, mit seiner Inspiration, mit seiner präzisen Handhabung des engaño, seinem sensiblen Umgang mit der Zeit, um jedem toro genau das zu geben wonach sie verlangen.

Und mit alldem, José Tomás in Jerez, brachte den toreo auf den höchsten Gipfel eines Erfolges, und dort bleibt er noch solange, bis er wieder antritt.

Dienstag, 10. Mai 2016

Alicante: Grosser Andrang für die Feria de San Juan




von Philip de Màlaga


Mit José Tomás steigt das Interesse in Alicante
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Schon seit 1700 gibt es in Alicante toros. Zu Beginn half man sich mit hölzernen ruedos aus. Aber mit der Konstruktion einer richtigen plaza de toros begann man erst 1848. Und ein gewaltiges wie beeindruckendes Projekt entstand, welches vom 15. bis zum 17. Juni 1880 eingeweiht worden ist. Mit einem aforo für 15.235 Personen deckte es fast 40 Prozent der damals 40.000 Einwohner von Alicante ab. So sehen waren bekannte toreros wie Largatijo und Guerrita. Drei Tage festejos taurinos, eine Bevölkerung im Rausch der toros.


Die plaza de toros von Alicante im 19. Jahrhundert
Und nun, 128 Jahre später begeistert sich die afición immer noch für die toros. Und zu dieser Feria de San Juan ganz besonders, ist es doch der empresa Simón Cásas gelungen, den maestro José Tomás zu verpflichten. Und genau wie in Jerez de la Frontera war der Andrang beim Kartenverkauf gross. Innerhalb weniger Stunden wurden am ersten Tag mehr als 6.000 abonos verkauft. Denn, wie Simón Cásas angekündigt hatte, werden fast nur abonos für die vier corridas de toros, das eine rejoneo und eine novillada con picadores angeboten. Lediglich fünf Prozent, weil vom Gesetzgeber vorgeschrieben,  gehen in den Verkauf der entradas sueltas, das sind gerade mal 761 entradas.

Lange Warteschlange in Alicante (Foto: mundotoro)
Die festejos taurinos finden vom 22. bis zum 26. Juni statt. Der Verkauf der noch restlichen Einzelkarten beginnt am 10. Juni 2016.

Sonntag, 8. Mai 2016

Méjanes

Wer war Paul Ricard, der erste Eigentümer von Méjanes?
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von Ursula Herzog

Mitten in der Camargue in der Nähe von Arles liegt der Besitz von Méjanes. Dazu gehört auch eine kleine private Arena mit mehr als 4.000 Plätzen, in welcher alljährlich  „Luxusveranstaltungen“ des rejoneo stattfinden. So werden für dieses Jahr für den 23. Juli die rejoneadores Hermoso de Mendoza, Andy Cartagena und Lea Vicens angekündigt. Es ist das 45. Mal, dass in Méjanes  die „Feria du Cheval – Rejon d’Or“ stattfindet.


Wer war Paul Ricard, der erste Eigentümer von Méjanes?

Paul Ricard wurde 1909 in Marseille geboren. Er beschäftigte sich sein ganzes Leben mit dem Pastis, dem typischen südfranzösischen Anisschnaps. 1932 gründete er eine eigene Firma, in der er nach einem von ihm selbst entwickelten Rezept ein 40%iges Anisgetränk herstellte. Das Pastisgetränk „Ricard“ eroberte Frankreich. Paul Ricard führte seine Marke erfolgreich in Spanien, Italien und Nordafrika ein. 1940 kam das Aus. Unter dem Vichy-Regime wurde der Pastis verboten. Paul Ricard war gezwungen, seine Fabrik zu schließen. Daraufhin verlegte Paul Ricard sich auf die Landwirtschaft, beschäftigte seine Arbeiter weiter und ersparte ihnen damit „Le service du travail obligatoire“ (die Zwangsarbeit). Er baute auf der Domaine Méjanes in der Camargue, die er einige Jahre vorher gekauft hatte, Reis an, züchtete Stiere und errichtete eine Arena. Nach dem Krieg organisierte Paul Ricard sein Unternehmen neu. 1975 fusionierte er mit seinem Konkurrenten Pernod. Aus diesem Zusammenschluss ging der Pastiskonzern „Pernod Ricard“ hervor. Heute werden sowohl „Pernod“ als auch „Ricard“ verkauft. 1970 liess Paul Ricard den „Circuit Paul Ricard“ bauen, eine Rennstrecke, auf der zwischen 1971 und 1990 vierzehn Mal der Grand Prix der Formel 1 ausgetragen wurde

Paul Ricard  gründete seinen ersten Club Taurin bereits 1955.  Er sagte dazu: „Wenn ich meine Kindheitserinnerungen hervorhole, dann fällt mir ein, dass von Stieren gesprochen wurde. Mein Vater war ein eifriger aficionado und die ganze Familie interessierte sich für die Tauromachie. Die Jahre vergingen und ich bekam die Gelegenheit, „Le Domaine de Méjanes“ zu kaufen. Diese Gegend hatte mich immer angezogen.“

Auf Betreiben von Paul Ricard und mit dem unermüdlichen Enthusiasmus von Louis Thiers wuchs die Zahl der „Clubs“ schnell. Sie entstanden auch ausserhalb der Camargue und schließlich am Ende im ganzen Süden Frankreichs. Innerhalb von 20 Jahren wurde „l’Union des Clubs Taurins Paul Ricard“ zur ersten tauristischen Vereinigung in Frankreich. 1979 ging man mit der „Fédération française de course landaise“ zusammen und es entstand der größte tauristische Zusammenschluß Europas. Die Vereinigung umfasst heute mehr als 15000 Mitglieder in fast 400 Clubs. Angeschlossen sind der Club Taurin Paul Ricard von Madrid und der Club Taurin Paul Ricard von Brüssel. Die Hauptversammlung findet Traditionsgemäß in Méjanes statt.

Arénes de Méjanes
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Links zu diesem Thema:

Wikipedia: Paul Ricard (französisch)

Samstag, 7. Mai 2016

Das erste Photo zeigt keine Stiere



von Julián López (mundotoro)


Die grösste feria taurina beginnt feucht
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Der taurinische Marathon in der spanischen Hauptstadt hat begonnen. Die wichtigste feria taurina, San Isidro, begann mit ihrer ersten corrida de toros im abono. Aber der Hauptdarsteller der ersten Photos waren nicht die toros. Es regnete. Und so zeigte das führende Portal mundotoro ein Photo der Feuchtigkeit am Rande eines ruedos. Auch das gehört dazu. 



Freitag, 6. Mai 2016

120 Jahre L’Union Taurine Nîmoise




von Ursula Herzog


Interessante Ausstellung in Nîmes
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Die L’Union Taurine Nîmoise wurde am 13. Dezember 1896 gegründet und feiert in diesem Jahr ihren 120. Geburtstag. Aus diesem Anlass wird im Mai zur Zeit der Feria de Pentecôte eine Ausstellung gezeigt werden, in welcher 120 Künstler (Bildende Künstler, Bildhauer, Maler….) aus dem Departement Gard Werke, die einen Bezug zur tauromaquia haben, in der Chapelle des Jésuites in Nîmes ausstellen werden. Die Kapelle des Jesuitenkollegs in Nîmes (Chapelle des Jésuites) wurde im ausgehenden 17. Jahrhundert erbaut und ist heute Schauplatz wechselnder Ausstellungen. Die Vernissage fand am Dienstag um 17:30 Uhr statt.
Die Ausstellung findet vom 4. bis zum 22. Mai 2016 statt.
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Quellennachweis:

torofiesta.com (in französischer Sprache)

Donnerstag, 5. Mai 2016

Wenn der König zum Torero wird






von Peter aus Marbella


Ein Gemälde von dem spanischen König als ein Torero
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Don Juan Carlos I.  bei den toros
Auf meiner Reise am letzten Wochenende nach Sevilla entdeckte ich ein kurioses Gemälde. Es zeigt den Ex-Monarchen von Spanien Don Juan Carlos I. in einer traje de luces. Es ist ja weitgehend bekannt, dass er ein grosser aficionado de toros ist, sich auch öffentlich zu der mundo de los toros bekennt und sich für die Erhaltung der tauromaquia einsetzt. Das tut er auch jetzt noch. Denn schon in diesem Jahr hat man ihn bei mehreren corridas de toros als Gast gesehen. Überhaupt steht fast das ganze Königshaus hinter den toros. Ausser Königin Sofía, die sich als Vegetarierin da eher etwas neutral verhält. Und auch keine corridas mehr besucht. Ich finde es eine wunderbare Sache, wenn Personen, die im Licht der Öffentlichkeit stehen, sich auch zu den toros bekennen. Dazu gehören natürlich auch Politiker wie Mariano Rajoy und Javier Arenas, sowie Sportler und Grössen aus der Wirtschaft.

Don Juan Carlos Alfonso Victor María de Borbón y Borbón - Dos Sicilias
ein leidenschaftlicher aficionado de toros

Mittwoch, 4. Mai 2016

Der Sport begegnet dem Stierkampf




von Philip de Málaga


Gestern in Sevilla: Wenn Sportler auf Toreros treffen
Ein "Mano a Mano" der besonderen Art
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Es ist nichts unbekanntes zu erfahren, dass es toreros gibt, welche eigentlich Sportler werden wollten. Und umgekehrt finden sich einige Sportler, welche der tauromaquia etwas abgewinnen können, corridas de toros besuchen oder gar mit toreros befreundet sind, wie man am Montag bei SfA lesen konnte, zwischen dem matador de toros Alejandro Talavante und dem Abwehrspieler von Real Madrid Sergio Ramos (Siehe: Die Menschen sorgen sich viel um die Tiere, aber wenig um ihre Mitmenschen). 

Die Stiftung Cajasol (Fundation Cajasol) widmet sich der vor allem andalusischen Kultur. Der Vermittlung und Verbreitung von kulturellen Werten. Dazu zählt selbstredend auch die tauromaquia. Und dabei geht es der Stiftung nicht um die Rechtfertigung der toros, sondern man möchte die mundo de los toros in das Leben der Gegenwart integrieren. Es ist allgemein bekannt, dass die toros im kulturellen Sektor durchaus rentabel ist. Ein anderer erfolgreicher wie populärer Bereich ist der Sport. Und so lässt die Stiftung in einem verbalen Austausch bei einem so genannten Mano a Mano diese beiden Welten morgen aufeinander treffen. Und etwas haben sie gemeinsam. Sie müssen sich vor einem Publikum behaupten. Gelingt ihnen dieses nicht haben die Fussballer leere Stadien, und die toreros leere tendidos. So scheint es doch sehr spannend zu erfahren, wie beide Seiten sich in der Konfrontation mit ihrem Umfeld sehen.

Dieses Mano a Mano geht heute in Sevilla in seine 32. Runde. Diesmal mit dem triunfador der Feria de Abril in der andalusischen Hauptstadt, dem matador de toros Juan José Padilla und dem Fussballspieler von Betis Sevilla Joaquín Sánchez Rodríguez. Der eine agiert im centro des ruedos, der andere im Mittelfeld. Beide sind gefordert taktisch zu reagieren, und dazu haben sie nicht all zu viel Zeit, müssen in der Lage sein ihren enemigo einzuschätzen, um letztendlich Resultate zu erzielen, welche dem Publikum gefallen müssen.

Joaquín Sánchez ist am 21. Juli 1981 in Puerto de Santa María geboren.  Nicht nur, dass er seine Leidenschaft für den Fussball professionell umsetzen konnte, auch ging er jedes Mal wenn er konnte seiner afición a los toros nach. Gerne besuchte er corridas de toros, war in den letzten Wochen häufig in der Real Maestranza de Sevilla zu sehen, und verteidigt konsequent die fiesta de los toros


In der von der Stiftung Cajasol organisierten Präsentationen Mano a Mano stellten sich bis jetzt schon 33 toreros dem Dialog mit anderen Bereichen aus der Gesellschaft. Unter anderem die maestros Emilio Muñoz, Miguel Abellán, Victor Mendez, Juan Mora, Pepe Luis Vázquez, El Soro, Juan Antonio Ruíz "Espertaco", Francisco Rivero Ordoñez "Paquirri", Jaime Ostos, Palomo Linares, und viele andere.
Mano a Mano mit El Soro 

Dienstag, 3. Mai 2016

Über die blutigen Spektakel





von Marcelino Menéndez Pelayo

Er war absolut kein aficionado de toros. So wusste der Conde de Navas über Marcelino Menéndez Pelayo (1856 bis 1912) zu erzählen. Trotzdem verteidige er mit grosser Leidenschaft die toros. Eben nicht weil er der afición verfallen war, sondern weil er grundsätzlich sich für alle traditionellen Werte einsetzte, welche durch Politik oder Kirche bedroht bzw. für eigene Interessen missbraucht worden sind.

Marcelino Menéndez zeigte recht früh seine ausserordentlichen Begabungen. Schon mit fünfzehn Jahren begann er an der Universität von Barcelona zu studieren. Sechs Jahre später wurde er mit einer Sondergenehmigung des spanischen Parlamentes mit 21 Jahren zum Professor für spanische Literatur an der Universität von Madrid ernannt, wo er dann zwei Jahre später auch lehrte. 1905 wurde er für den Nobelpreis vorgeschlagen.

Seine leidenschaftliche Verteidigung der tauromaquia veranlasst die Universität von Santander, welche auch den Namen des Literaturwissenschaftlers trägt, regelmässig Vorlesungen, Seminare, Vorträge und Runde Tische zu dem Thema "Rund um die toros" zu organisieren.

Wieder ein Beleg dafür wie gerade intelligente und intellektuelle Menschen sich für die mundo de los toros immer wieder einsetzen. Das war früher schon so und hat sich bis heute eigentlich nicht geändert.

Der spanische Literaturwissenschaftler und Historiker Marcelino Menéndez Pelayo
"Die toros sind von den blutigen espectáculos
die am wenigsten barbarischen 
und die am meisten künstlerischen,
inner- wie ausserhalb Spaniens."

Montag, 2. Mai 2016

Die Menschen sorgen sich viel um die Tiere, aber wenig um ihre Mitmenschen





Mit Alejandro Talavante


Er gehört mit Sicherheit zu den grossen figuras der Gegenwart. Nun stellt sich der matador de toros Alejandro Talente den Fragen des Journalisten Zabala de la Serna:
Mit Deinem Beruf den Du ausführst, fühlst du dich als ein Mensch der Gegenwart?

Würde ich das nicht fühlen, entspräche dies einer gewissen Abnormalität. Ich habe gar keine andere Wahl als das zu leben, was ich in der Gegenwart bin.

Und warum ist es gut zu dieser Zeit zu gehören?

Es geht nicht um die Zeit, in welcher man am besten lebt. In der Tat, Menschen die im letzten Jahrhundert gelebt haben, fanden es damals auch besser, einfach weil sie Kinder des 19 Jahrhunderts sind. Aber es stimmt schon, dass meine Gefühle und Gedanken mehr im letzten Jahrhundert gewürdigt worden sind. Und ich glaube weiterhin ganz fest an sie und mit ihnen passe ich mich an das 21. Jahrhundert an.
In welchem Sozialen Netzwerk fühlt sichTalavante zuhause?

Wir haben die Sozialen Netzwerke mit viel Freude aufgenommen. Wir sind ein wenig verwirrt in ihnen auf der einen Seite zu existieren und auf der anderen Seite uns in die Köpfe der ganzen Welt zu begeben. Wenn du assimilierst, dass es eigentlich unmöglich ist, ist es doch eigentlich ein guter Ausgangspunkt, das Netzwerk, welches wir in unserem eigenen Inneren tragen zu erkennen, was uns wiederum zu einer Ruhe verhilft, oder wo andere von Glückseligkeit sprechen. Ich sehe, dass die Menschen die permanente Notwendigkeit haben alles zu überprüfen, und man hat so die Stille verschmäht, welches wiederum über einen viel wahrhaftigeren wie ausdauernden Nachhall verfügt als das Gedächtnis. So sind wie dem Narzissmus verfallen zu erzählen wie wir sind, ohne es dabei nicht einmal zu wissen.

Leben die toreros auf dem Rücken der Gesellschaft, oder lebt die Gesellschaft auf dem Rücken der toreros?

Das hängt von der Fähigkeit eines jeden ab, wie er die Menschen aushält. Da gibt es jene, die es kaum aushalten, und die anderen, welche ihren Lebensstiel auf die sozialen Beziehungen aufbauen. Ich bin genau wie jeder andere, nur mit anderen Verpflichtungen.
Aber was ist an einem 28-Jährigen von der Strasse noch in dir?

Genau dasselbe wie bei allen. Das Drama ist doch zu wissen das man nicht ewiglich ist, und ständig versucht die Kindheit im Alltag zu suchen.

Kann es daran liegen dass der Beruf eines matadores einen zwingt zu schnell zu reifen, um zu solchen Antworten zu gelangen ...

Mich haben stets ältere Menschen umgeben mit einer gewissen Natürlichkeit. Du weisst dass du ein Kind im Körper eines Mannes bist und zugleich möchtest du es auch nicht sein, um auf die unschuldigste Art und Weise zu denken.

Der ständige Kontakt mit dem Tod, stärkt ein solcher den Charakter?

Er gibt dir das Bewusstsein an Zeit, und das schwierigste daran ist es in diesen Altersgruppen einzuschätzen. Die Zeit rennt, und jeder Moment ist eine Möglichkeit in sich selbst zu wachsen.

Wenn du dich weit aus dem Fenster deines Aussichtspunktes lehnst, wie siehst du die politische Situation in Spanien seit dem 20. Dezember?

Nun, ich verfüge nicht über den Verstand um zu erklären was hier geschieht. Oder die Politik war nicht in der Lage es mir zu vermitteln. Es interessiert mich auch nicht. Ich bin ebenso wie die Menschen über die politische Klasse empört. Und wenn, wie einige es sagen, sich Spanien irrt, wenn es wählt, dann haben wir uns alle geirrt. Ehrlich gesagt, ich selbst identifiziere mich mit keiner politischen Facette. 
Widert dich die Korruption die uns umgibt, nicht an?

Die Korruption hat es schon immer gegeben. Der Unterschied zu früher, jetzt weiss man es.

Wie siehst du die Massaker von Paris und Brüssel, diesen zügellosen islamischen Terrorismus?

Er ist barbarisch! Ich unterstelle es aber nicht dem religiösen Fanatismus wie der Migration der Menschen und denjenigen die in den Regierungen die Entscheidungen treffen. Da muss Europa noch eine ganze Menge ertragen.

Welche Perversion liegt darin einen Dschihadisten einen Mörder zu nennen, und als einen Mörder auch den torero zu bezeichnen?

Diejenigen die es jetzt sagen, haben ein schlechtes Konzept von ihren Eltern vererbt bekommen. Ich bin damit nicht einverstanden. Aber wenn es jemandem gefällt, mich einen Mörder zu nennen, und dabei auch noch gut schlafen kann, dann sollen es ruhig tun. Ich habe damit kein Problem.
Die Gattung Gewalt breitet sich in Spanien jedes mehr wie ein unheilbares Krebsgeschwür aus. Leidest du selbst unter der Welle dieser chauvinistischen Verbrechen?

Genetisch betrachtet, ist die Frau dem Mann überlegen. aber der Mann verfügt über Kraft welche er missbraucht. Es ist durchaus schwierig diese Ungleichheit von Geschlechtern bei den Menschen zu entsprechen. Im Grunde ist es der Mangel an Verständnis und Bildung. Der Mann der misshandelt oder gar tötet hat einen grosses Komplex mit sich selbst.

Wie siehst du das Problem der Einwanderung, wenn sich jemand mit einer Emigrantin verheiratet (zum Beispiel aus México)?

Das ist eine ganz natürlich Angelegenheit.  Sich zu mischen und revolutionieren mit Rassenkreuzung ist notwendig. Für mich war es etwas wunderbares, und hat meinen Horizont erweitert.
Als du 2007 die Puerta del Príncipe in Sevilla geöffnet hattest, schlich sich die Wirtschaftskrise durch die puerta de chiqueros ein.  Du hast es ja recht nah mitbekommen, hast du da wie in einer Seifenblase gelebt?

Ich konnte es einordnen. Und ich habe sie weder mit Frust noch Hass erlebt, was das Schlimmste ist, was die Krise einem zufügen kann. Denn Hass haben sie benutzt um einige Spanier zu spalten. Ich habe stets versucht wirtschaftlich gesehen das Beste daraus zu machen, alles in der Waagschale zu halten.

Dasselbe trifft wohl auch für das Sprichwort, was man ja nicht wiederholen soll, zu :"Hure und Torero, wir sehen uns im Alter wieder" ...

Ihre Generation wurde hart von der Arbeitslosigkeit erwischt. Auch ich habe mich sehr stark an dieser Grenze gesehen. Ich weiss nicht wie ich mich in einer solchen Situation, wo man die Familie nicht mehr ernähren kann, verhalten hätte. Oder gar nicht einmal ich mich selbst. Aber ich denke es ist auch die Folge einer schwachen Erziehung, welche wir in den Schulen erhalten haben.

Wenn du jetzt nicht torero geworden wärst, was wärst du jetzt?

Das könnte ich dir jetzt nicht einmal sagen. Ich habe einen Bruder, der ist Chemiker, ein anderer studiert Jura ... Meine Veranlagungen wären da nicht so brillant gewesen.
Deine Generation ist mit Videospielen und Konsolen gross geworden, aber die Zukunft kommt wohl nicht aus einer virtuellen Welt.

Ich bevorzuge das meine Kinder sich durch das Labyrinth des Lebens schlagen als vor dem Spiegelbild eines Bildschirms sitzen. Ich habe nie dem Verlieren oder Gewinnen Bedeutung gegeben. Ich bevorzuge das sie auf dem Land leben, in der Natur.

Es gibt eine neue Spezies: Die städtischen Ökologen, die animalista der Stadt.

Der Mensch, welcher sich vom Land entfernt, verliert die Interaktion zur Natur, und so wird die Unwissenheit geboren, der perfekte Nährboden um Unsinn zu reden, eigene Dinge der Ignoranz. Ich sehe Menschen sich sehr angeregt über den animalismo unterhalten aber wenig besorgt um das Wohlergehen der anderen sind.

Ich sehe dich nie über diese Dinge mit deinen Kollegen in Badajoz sprechen.

Ich kann immer über Frauen reden wenn ich copas zu mir nehme. Aber eigentlich bevorzuge ich mich mit mir selbst zu unterhalten. Und die Geschwindigkeit jenes Teils was ich nicht kontrollieren kann, bereitet mir Schüttelfrost, aber gleichzeitig gibt es mir ein Gefühl sehr lebendig zu sein.

Unter deinen grossen Freunden findet sich Sergio Ramos. Bewirkt diese nicht eine neidische Wahrnehmung, dass die Gesellschaft die Fussballer wie Götter verehrt, während sie den toreros eher eine bescheidene Projektion entgegenbringt?

Sergios Leben ist voller Stress, auf das ich nicht vorbereitet bin. Es nimmt mir die Zeit mit meinem Instinkt zu kämpfen, damit ich weiss was ich zu tun habe. Der torero ist als ein Idol für die Massen nicht geeignet, weil die jungen Leute nichts über unseren beruf wissen.
Es wäre von entscheidender Bedeutung dieses zu erklären.

Und ich mach es mit Vergnügen vor einem Glas Bier. Es müsste eigentlich für sie attraktiv sein, auch wenn ihnen das espectáculo nicht gefällt, in die Haut eines toreros zu schlüpfen, einen toro mit gewaltiger Kraft vor sich zu haben, und 24.000 Menschen die dich observieren und beurteilen. Ich verstehe nicht, warum das so nicht ist. Manchmal möchte ich mich in die Köpfe derer versetzen, die das toreo als eine bestialische und archaische Ausübung sehen. Ein Mensch, angetrieben von seinem sozialen Beharrungsvermögen sollte sich nicht die Schuhe des anderen anziehen. Wir leben in einer von Etiketten geschnürten Gesellschaft. Aber wir leben alle. Ein Mensch kann für alle stehen. Sich in seine Gedankengänge versetzen, den Gegenüber verstehen. Genauso wenig macht es viel Sinn den toreo mit capa und der espada nur durch die blosse Tatsache zu verteidigen, dass es Kultur sei.

In Spanien wird die Kultur in Allgemeinen recht schlecht behandelt und insbesondere das toreo  obwohl es jene kulturelle Aktivität ist, welche dem Staat die meisten Millionen bringt.

Das Finanzamt trägt die Kultur zwischen den Augenbrauen. Ich zahle viel Steuern. Die Regierung weiss ziemlich genau Bescheid wie viel Einahmen sie durch die corridas erhält, und diese Einahmen verwendet der Staat für andere Angelegenheiten. Und ich denke, das es grossartig ist, aber was mich wütend macht ist die Tatsache, dass sie es nicht anerkennen.

Wer hat eigentlich erfunden, dass das toreo zur politisch rechten Seite gehört?

Man muss keine politischen Ideen haben, damit es dir etwas bringt. Und da kommen wir wieder zurück zu den Etiketten und den Zersplitterungen. Ich gehöre nicht zur Partei welche eine Ungleichheit unterstützt. Ich komme von der Strasse, meine Eltern waren Anarchisten...

Noch eine Frage an dich. Du bist 1987 geboren. Was denkst du über Franco?

An mich,  über Francooooo? Nicht den leisesten Schimmer. War nicht meine Zeit.

Sonntag, 1. Mai 2016

Die Toros kommen ... Pamplona kündigt sich an




von Pio Guerendiain


Es ist kurz vor acht Uhr morgens in Pamplona. Während der Sanfermines begibt sich Pio Guerendiain jeden Morgen an die Ausgangstür des Geschäftes für Badezimmermobiliar seiner Eltern, in der Calle Estafeta Nummer 1. Dieses Gebäude befindet sich gleich hinter der wohl gefährlichsten Kurve der Welt. Denn hier wurden und werden immer noch während der zehn Tage im Juli tausende von Menschen von sechs toros und den cabestros durch die Strassen bis zur plaza de toros, der La Casa de Misercordia gejagt, wo beinahe an die 20.000 Menschen in den tendidos auf die heran galoppierenden Tiere und den gescheuchten Läufer warten.

Pio kommt zur schützenden Bretterwand vor der Tür, öffnet eine kleine Luke um freien Blick auf die Strasse zu bekommen. Seine Kamera einsatzbereit in der Hand, bereit sofort los zu legen, denn wenn sie kommen, bleiben ihm oft nur wenige Sekunden. Momente der Panik, der Kraft, der Ängste, Eindrücke des Vorbeirauschens von Mensch und Stier, welche durch das spanische Fernsehen in die ganze Welt live übertragen werden. Ganze 50 Jahre verfolgte der Photograph aus Pamplona von dieser privilegierten Stelle aus das morgendliche encierro. Das Gebäude selbst, schon seit sieben Generation in der Hand der Familie, wurde schliesslich vor zwei Jahren verkauft. Aber 2012 war es noch in Familienbesitz und der Photograph verharrte in Wartestellung wie ein Jäger. Die Treibjagd konnte beginnen. "Ich nenne es den Geruch der Angst", sagt Pio, "er macht mich darauf aufmerksam, das gleich die cohete ertönen wird, ein ganz entsetzlicher Geruch, und was ganz Besonderes."

Aus der Luke betrachtet. Das encierro in Pamplona. Der Aussichtsposten von Pio Guerendiain.
Dann kommen sie voller Kraft, mit einer gewaltigen Wucht aus der curva de la muerte geschossen, die toros bravos der ganadería Victoriano del Rio. Und schliesslich der entscheidende Moment, ein Klick, ausgeführt von Pio Guerendiain im richtigen, im entscheiden Moment, der nun vier Jahre später auf jedem cartel taurino zu San Fermín 2016 zu sehen ist. 

Cartel taurino für Pamplona 2016
Fast sein ganzes Leben verbrachte der 66-jägrige Photograph an dieser Kurve des Todes, der curva de la muerte. Er selbst sieht es jedoch ein wenig anders: "Ich glaube nicht, dass in dieser Kurve jemals etwas Ernstes geschehen ist, ja, ein Schock vielleicht, aber nie Tote oder etwas wirklich ernsthaftes." Als die Presse ihn nach seiner Methode, seiner Einstellung fragte, wenn er solch Eindrücke festhalte antwortete er, "ich lebe nicht von der Photographier, ich sterbe für sie!"

Der Künstler bei der Präsentation des cartel taurino 2016 am letzten Freitag.
Die handgemalten Texte auf dem cartel sind von dem ebenfalls aus Pamplona stammenden Architekten Fernando Redón. Zu sehen lediglich der Schriftzug Feria del Toro, die Jahreszahl und die Brandzeichen der zehn ganaderías, welche dieses Jahr Sanfermines mit toros und novillos versorgen.

50 Jahre die encierros in San Fermín  Eine lange Tradition, auf die Pio Guerendiain zurückblicken kann. Hautnah an der Gefahr. Kaum einer bekam die toros so nah vor das Objektiv wie er. Augenblicke der höchsten Erregung, wo sein Adrenalin nach oben schnellte, seine Hände angespannt, die Waffe geladen in der Hand ... es war an der Zeit, dass eines seiner Photos endlich das cartel taurino seiner Stadt schmücken sollte, ja musste. Denn seine Photos wäre nicht nur begehrt und in zahlreichen Gallerien und Museen wie das Reina Sofía in Madrid zu sehen, sondern er verstand es mit einer pureza die Spannung der einzelnen Sequenzen voller Emotionen abzulichten wie kaum ein anderer, aber auch in der plaza