Donnerstag, 12. Dezember 2013

Das Tercio de Banderillas und sein Zweck (1. Teil)







von Domingo Delgado de la Cámara eingeleitet und übersetzt von Tristan Wood entnommen aus La Divisa, Club Taurino of London, Number 168 - January/February 2006, S. 29-33: The Tercio de Banderillas and Its Purpose
___________________________________________________________



Übersetzung von Dr. Andreas Krumbein
(Fotos: SfA, tauromaquia.de, mundotoro)


Eine der Freuden des Spanisch lesenden aficionado war in den letzten Jahren die Entstehung der Buchtrilogie von Domingo Delgado de la Cámara über die corrida de toros - Revisión del toreo, avatares históricos vom toro de lidia und von dem paseíllo al arrastre: Die lidia und ihre Evolution. Dieser zuvor wenig bekannte Kritiker hat ein scharfes Auge auf allgemeine Überzeugungen hinsichtlich des toreo geworfen, wobei er mehrere, lange für gültig gehaltene Annahmen widerlegt, obwohl er nach meinem Dafürhalten weit interessanter ist, wenn er über den toreo, der vor seiner Zeit stattgefunden hat, schreibt als über denjenigen, den er leibhaftig miterlebt hat, bei dem er dazu neigt viel dogmatischer zu sein. Er schreibt in einem leicht zu lesenden, unterhaltsamen Stil. Der nun folgende Auszug ist dem Buch entnommen, das das letzte einer Serie zu sein scheint, Del Paseíllo al Arrastre: Die lidia und ihre Evolution, in dem er sich der Funktion des zweiten tercio widmet. (TW)
____________________________________________________________

Der peruanische Schriftsteller Felipe Sassone sagte, dass das tercio de banderillas so schön sei, wie es unnütz ist. Der Humorist Álvaro de la Iglesia hatte denselben Eindruck. Die Schreiber gelangten in ihrem Enthusiasmus, für die banderillas einen Nutzen zu finden, zu der Schlussfolgerung, dass sie den toro befähigten, nach der suerte de varas Kraft zu schöpfen. Deshalb wurden die banderillas für lange Zeit als 'avivadores' angesehen. Es schien denjenigen, die dieser Ansicht waren, dass der Stier seine Energie erneuerte und durch das Jagen der banderilleros in seinem Mut gestärkt wurde. Alle stimmten darin überein, dass das tercio de banderillas nützlich war, um den toro in die Lage zu versetzen gemütlich einen Spaziergang zu machen. Dieses Konzept kam in der Tat schon in den tauromaquias von Pepe Hillo und Paquiro vor. (Obwohl, wie jeder weiß, diese toreros nicht die Autoren waren - Pepe Hillo war des Lesens und Schreibens unkundig, während Paquiro ein Mann war, der eher der Tat als dem Schreiben von Buchstaben zugeneigt war. Sie wurden von den aficionados José de la Tixera und Santos López Peregrín 'Abenámar' geschrieben. Die banderillas befähigten diesen beiden zufolge den Stier Sauerstoff aufzunehmen und seinen Angriff zu verbessern.)
Suerte de varas
Ich habe diese Theorie nie gutgeheißen, denn hinter den banderilleros herzurennen und die notwendige Arbeit mit der capa des subalterno del turno durchzuhalten hat auch eine Schwächung des toro zur Folge - eine geringere Schwächung im Vergleich zur suerte de varas, aber nichtsdestotrotz eine Schwächung. Die gesamte lidia ist darauf ausgelegt, eine zunehmende Schwächung beim Stier zu erreichen, eine graduelle Abnahme seiner Stärke, um das Hineingehen zum Töten zu erleichtern. Die lidia hat dies alleinige Ziel, und das tercio de banderillas bildet davon keine Ausnahme. Der toro wird ohne Pause Stück für Stück geschwächt.
Oft wird gesagt, "Der Stier rafft sich während der banderillas auf". Ich glaube solche Behauptungen nicht. Wir könnten ebenso gut sagen, es habe eine mangelhafte Beurteilung der Züchtigung, die dem Tier während der suerte de varas zugefügt wurde, vorgelegen. Der Stier sei crudo geblieben und dies manifestiere sich in der starken Verfolgung der banderilleros. Auf jeden Fall ist das, was gewöhnlich passiert, das Gegenteil, nämlich dass der Stier viel mehr Züchtigung in den varas erhält als er tatsächlich braucht. In diesem häufig auftretenden Fall zeigt sich, dass die Theorie, dass die banderillas dazu dienen den toro zu beleben, Blödsinn ist. Ist in den varas erst einmal Züchtigung erteilt worden, beleben die banderillas nichts: Tatsächlich verschärfen sie die Situation bis zu dem Punkte, an dem der matador um den Wechsel des tercio bittet, bevor das dritte Paar Stöcke gesetzt worden ist, um das Rennen und die Arbeit mit der capa, die das mit sich bringt, zu vermeiden - in anderen Worten: um weitere Züchtigung zu verhindern.
Wenn keiner an die Idee, dass die banderillas dem Stier helfen sich zu erholen, glaubt, warum wird diese Theorie auf so lästige Weise immer wieder in allen Abhandlungen zu diesem Thema wiederholt? Wegen der Besessenheit, die Schriftsteller haben, für alles einen Grund finden zu müssen. Der Schriftsteller findet, wie der Wissenschaftler, den Zufall langweilig und hasst Dinge, die zufällig passieren. Er hat ein anmaßendes Bedürfnis, die Teleologie [Auffassung, nach der Ereignisse oder Entwicklungen durch bestimmte Zwecke oder ideale Endzustände im Voraus bestimmt sind und sich darauf zubewegen] auf alles, was mit dem Menschen und der Natur zu tun hat, anzuwenden. Ich weiß gut, wovon ich spreche - nach Erklärungen für Zufallsereignisse zu suchen, ist eine meiner großartigsten Beschäftigungen (eine fruchtlose Beschäftigung, denn keine Schlussfolgerung ist zufriedenstellend und ein neues Zusammenprallen von Zufällen las tira por tierra).

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Àngel Peralta erhielt gestern offiziell die Goldene Medaille der Schönen Künste




von Philip de Málaga


Die Auszeichnung wurde von der spanischen Prinzessin Letizia überreicht
_____________________________________________________________________

SfA hat schon im Februar darüber berichtet: Die Goldene Medaille der Schönen Künste für Ángel Peralta. Gestern am Vormittag wurde diese Medaille nun dem caballero von der Prinzessin Letizia Órtiz offiziell im Palacio del Pardo in Madrid überreicht. Sie sagte, "Die Prämien repräsentieren den kollektiven Ausdruck für Dankbarkeit des spanischen Volkes gegenüber denjenigen die Kunst geschaffen haben. Kultur stärkt unser Volk, macht es freier und gehört ohne Frage zu den wichtigsten Fortschritten unseres Landes."


Anwesend war auch der spanische Minister für Kultur Don José Ignacio Wert der entsprechende Worte fand: "Während seiner langen Karriere hätte es Peralta geschaft, das rejoneo als Schöne Kunst darzustellen. Er verkörperte es selbst und zeigte es mit traumhaften faenas. In seinem Leben dominierte die Liebe zum caballo wie zum toro."

Das Team von SfA gratuliert dem maestro.

Torero vom Stier getötet




von Philip de Málaga


Mexikanischer torero erlag seinen Wunden eines Stierkampfes
______________________________________________________________

In den frühen Morgenstunden des letzten Sonntags erlag der mexikanische torero Laureano de Jesús Méndez den Folgen einer bösen cornada im Gesicht, wo ein Horn durch das Gehirn in sein sein Auge am vorangehenden Samstag eingedrungen ist. Ähnlich wie bei dem tragischen Tod des maestros Paquirri, die plaza de toros in Xuilub, im mexikanischen Bundesstaat Yucatán, verfügte ebenfalls nicht über eine entsprechende enfermería und der verletzte matador musste in einem Lieferwagen erst einmal ins nächste Hospital befördert werden. 

Aber die Ärzte konnten ihm nicht mehr helfen, noch in den Toren des Krankenhauses von Valladolid verstarb der torero. 

Laureano de Jesús Méndez war 29 Jahre jung und stand noch am Anfang seiner Karriere. Bei dieser nächtlichen capea wollte er zeigen was er kann und unterschätze das res wohl gewaltig. Das kann man auch daran erkennen, das er mit dem capote gearbeitet hatte, als der Stier ihn erwischte.

Descanse en Paz.

Joselito trainiert die jungen Toreros?

von Colin Ernst


Der matador de toros Joselito unterrichtet angehende toreros in Madrid
Gibt es einen besseren Lehrer? Wohl kaum.
________________________________________________________________

Können die Schüler der escuela taurino in Madrid sich bald der Anwesenheit von figuras erfreuen? Dieser Tage verhandelt ein Dreigestirn von ehemaligen matadores de toros, selbst ehemalige Schüler dieser Installation, mit dem Rathaus von Madrid, über eine neue Epoche. Kein geringerer als Jose Miguel Arroyo “Joselito“, El Fundi und José Luis Bote, bemühen sich derzeit um die Leitung dieser Schule für toreros. Zur Zeit lehren García Romero, Joaquín Bernado, Antonio Alcoba “Macareno“, “Tinin” und José Luis Bote, die hohe Kunst des toreo. Die drei, Joselito, El Fundi und Bote sind seit ihrer Zeit als novilleros befreundet und haben anfangs ihrer Karrieren oft zusammen trainiert und im ruedo gestanden. 

Joselito, El Fundi und Bote (Fotos: mundotoro)
Man sollte meinen, den Torerolehrlingen von Madrid, kann kaum etwas Besseres passieren, als solch erfahrene Lehrer zu bekommen. Aber erst die Zeit wird zeigen, ob ein hervorragender torero auch ein guter Lehrer ist… Die escuela taurino von Madrid haben mehr als 2.000 Schüler passiert, vielleicht hundert konnten die alternativa nehmen und wenige haben es geschafft, zu figuras zu werden, El Yiyo, Joselito, El Fundi, J.L.Bote, El Juli, Miguel Abellan, Christina Sánchez, Uceda Leal, sind die wohl bekanntesten. Prestigeträchtig wäre es auf alle Fälle, diese maestros in der Schule zu haben. Und irgendwie schließt sich auch hier der Kreis, die erfolgreichsten Schüler kehren zurück, um das zurückzugeben, was die Schule ihnen gegeben hat – Eine Zukunft als torero.

_____________________________________________________________
Anmerkung von SfA:
Die erfahrenden Leser werden es wohl wissen, Philip de Málaga kam vor allem wegen Joselito im Jahr 1987 in Málaga zu den toros und wurde zum leidenschaftlichen aficionado. 

Dienstag, 10. Dezember 2013

Der Bürgermeister von Bogotá ist abgesetzt




von Philip de Málaga


Gustavo Petro, musste von seinem Posten als Bürgermeister zurücktreten.
_______________________________________________________________

Eigentlich wollte er die toros abschaffen, nun wurde er selbst abgeschafft. Die Generalstaatsanwaltschaft hat Gustavo Petro nicht nur von seinem Posten als Bürgermeister von Bogotá enthoben sondern ihm auch für die nächsten fünfzehn Jahre die Ausführung eines öffentlichen Amtes untersagt. Von der afición wurde diese Nachricht mit Genugtun aufgenommen, war es doch genau jener Bürgermeister der in der kolumbianischen Hauptstadt vor zwei Jahren die Ausführung von corridas in der plaza de toros verboten hatte.

Um den antitaurinos einen Schritt entgegenzukommen untersagte er selbstständig weitere festejos taurinos. Das kolumbianische Verfassungsgericht stellte aber ziemlich eindeutig klar, ein Bürgermeister habe kein Recht eine Veranstaltung zu suspendieren, welche mit der Tradition jener Gemeinde verankert sei. Der Staat stellt sich somit eindeutig hinter die Fortführung der corrida de toros. Hinzu kamen Unregelmässigkeiten in der Verwaltung sowie zahlreiche umstrittene Vergaben von Rechten der Müllentsorgung.

Bald werden sich die 14.500 Plätze in Bogotá wieder füllen
(Foto: mundotoro)

Man kann zwar davon ausgehen, das Gustavo Petro innerhalb der nächsten dreissig Tage in Berufung gehen wird, aber es scheint gegenwärtig eher wahrscheinlich dass die toros wieder nach Bogotá kommen als ihr ehemaliger Bürgermeister.

Diego Ventura: 10 Fragen 10




mit Diego Ventura
(Fotos: mundotoro)


Neben Pablo Hermoso de Mendoza gehört der in Lissabon 1982 geborene Diego Antonio Espíritiu Santo Ventura mit Sicherheit zu den führenden Persönlichkeiten im rejoneo. Besonders in diesem Jahr konnte er vor allem in Madrid und Sevilla überzeugen. Ausserdem in Valencia, Valladolid, Córdoba, Granada, Salamanca, Gijón, Ronda und beim französischen Nachbarn in Nîmes, Arles und Dax. Ein Blick auf seine Statistik spricht Bände: 42 festejos mit 93 reses, 105 orejas, 11 rabos und ganze 26 faenas mit dos orejas. Diego Ventura stellt sich den 10 Fragen 10 von mundotoro:


1.Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Ich denke in diesen Zeiten ist es sehr schwer. Wir alle denken daran wie wir es besser machen können, doch es bleibt schwer,

2. Dein Lieblingsrezept?

Spaghetti Carbonara. Das liebe ich!



3. Dein Traum-cartel?

Ángel Peralta, Rafael Peralta, Lupi, Mestre Batista, Álvaro Domecq, Manuel Vidrié, Ginés Cartagena, Nuncio, David Riveiro Telles ....

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Die Windhunde, da werde ich ganz verrückt.


5. Was stört Dich am meisten?

Mich stört die Falschheit der Menschen, sie wollen betrügen, und sie sehen die Sachen aus einem anderen Blickwinkel als der Wahrheit.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Mir gefallen vor allem die Simpsons, jejeje.


7. Ein Bekenntnis?

Das ich glücklich bin.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Wenn man nicht natürlich agiert. Denn jene Personen die nicht natürlich sind, versuchen nur sich selbst zu verkaufen.


9. Wie rufen sie Dich?

Früher Diego, jetzt maestro.


10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

In dieser temporada fehlte mir ein grosses mano a mano mit einen ebenbürtigen Kollegen.


Montag, 9. Dezember 2013

Pablo Hermoso de Mendoza: 10 Fragen 10



mit Pablo Hermoso de Mendoza
(Fotos: mundotoro)



Es war nicht unbedingt sein spezielles Jahr. Trotzdem gehört Hermoso de Mendoza absolut zur Führungsriege unter den rejoneadores. Und schliesslich ist er es auch, der es versteht die tendidos zu füllen und die Begeisterung für das rejoneo zu übertragen. Seinen wohl grössten Erfolg erlebte er im Februar 2009 in der Monumental de México mit dem toro Conin (525 Kilo), wo er dos orejas y rabo als trofeos erhielt. Lediglich 10 silencios bei 139 reses, eine durch beeindruckende Leistung für dieses Jahr. Genauso wie er 68 festejos taurinos bestritt und bekam 131 orejas, 7 rabos und sogar ein indulto. Der maestro, 1966 in Estrella (Navarra) geboren, stellt sich den 10 Fragen 10 von mundotoro:


1.Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Nach deutscher Manier: Mit Arbeit!

2. Dein Lieblingsrezept?

Brombeermarmelade.


3. Dein Traum-cartel?

Nuncio, Belmonte, Ordoñez.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Von nichts.


5. Was stört Dich am meisten?

Wenn man mich anlügt.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Bugs Bunny.


7. Ein Bekenntnis?

Das ich eigentlich nie etwas eingestehe.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Wenn Politiker versuchen uns von ihren Lügen zu überzeugen.


9. Wie rufen sie Dich?

Schon seit meiner Kindheit Pablín.

10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Rhythmus.
__________________________________________________________________
Andere Interviews:
Javier Castaño
El Juli
Miguel Ángel Perera
Juan José Padilla


Fuente Ymbro - eine führende Stierzucht




von Colin Ernst


Wenn die toros begnadigt werden spricht das durchaus für die Zucht
___________________________________________________________________


Dieser Tage veröffentlichte das Internetportal mundotoro eine Liste mit den indultos der temporada 2013. Der absolute Überflieger: FUENTE YMBRO! Der Züchter Don Ricardo Gallardo Jimenez, gründete diese Zucht 1996. Er stammt nicht, wie viele andere ganaderos aus einer Familie von Stierzüchtern, sondern entschloss sich, aus seiner afición, seiner Passion, diese Zucht zu gründen. 


Bei Borga Domecq fand er den toro, den er sich als Begründer seiner Zucht vorstellen konnte und so kaufte er Deckstiere, sementales und Zuchtkühe der ganadería Jandilla. Diese, auf der Blutlinie der Vistahermosa begründete Zucht, sollte auch sein Grundpfeiler werden. In relativ kurzer Zeit, selektierte Don Ricardo mit glücklicher Hand toros, die nicht nur optisch gut aussehen, sondern auch den Zuschauern und den toreros gefallen. Besonders letztere sind angetan, von diesen, meist schwarzen oder castaño farbenen, großen und gut bewaffneten Tieren. Sie gelten als bravo und noble. In weniger als 20 Jahren hat der ganadero mehr geschafft, als so manch anderer, der seine Zuchtbasis auf Domecqblut führt. Woran liegt es? Am guten Futter, der gute Pflege, dem Training und der herrlichen Landschaft zwischen Cádiz und Málaga, kann es nicht allein liegen… Selektion dürfte die Zauberformel sein, die dieser ganadería einen rasanten Aufstieg bescherte. Mit dreißig (!) indultos in weniger als 20 Jahren, dürfte dies ein Rekord sein. Allein dieses Jahr waren es vier Stiere, die ihr Leben in der Arena gewannen, Juan Leal, Jose Garrido, Borja Alvarez und Rafaelillo, waren die toreros. Die temporada war, bis auf einen Wermutstropfen in Frankreich, also mehr als erfolgreich. Führend im escalafón, die meisten indultos (Jalando, Agitador, Sacauartos und Operario). Ich wünsche Don Ricardo Gallardo mit seinen Fuente Ymbros eine ebenso erfolgreiche temporada 2014, suerte!

Sonntag, 8. Dezember 2013

Keine Stiersymbole mehr in Frankreich?




von Philip de Málaga


Weil die französischen antiraurinos nicht auf normalem Wege Terrain gewinnen
versuchen sie nun spanischen Schinken zu boykottieren.
_____________________________________________________________________

Unglaublich, aber wahr. Die Allianz Anticorida in Frankreich hat erreicht, dass die Supermarktkette Carrefour gezwungen ist die Stierkampfsymbole auf ihren spanischen Schinken, den so genannten jamón seranos, zu entfernen. Französische antitaurinos versuchen derzeit in allen Bereichen aggressiv vorzugehen, obwohl sie sich seit jüngster Gesetzgebung nicht mehr nähr als 400 Meter einer plaza de toros nähern dürfen, um ihren Standpunkt des antitaurismo zu präsentieren.

(Foto: mundotoro)
Antitaurinos ziehen mittlerweile alle Register um ihre Interessen zu vertreten. Mit Tierschutz hat das gewiss nichts mehr zu tun. Das sie auf legalem Wege kaum noch etwas erreichen können ist ihnen wahrscheinlich allen bestens bewusst. Na ja, und das der toro auf dem iberischen Schinken eigentlich nichts zu suchen hat, das verstehen auch alle, selbst die aficionados.

22.371 Euro für einen wohltätigen Zweck




von Philip de Málaga


Wenn toreros für einen wohltätigen Zweck ihr Leben riskieren
wir das gerne von der Szene den antitauristas verschwiegen.
___________________________________________________________________

Der matador de toros Morante de la Puebla (Foto: mundotoro)
Am 13. Oktober fand in der Gemeinde La Puebla del Río, bei Sevilla, ein festejo taurino der beneficencia statt. Das Kuriose bei diesem Benefizstierkampf, die matadores de toros traten als rejoneadores an, also als Reiter, und die rejoneadores mussten sich zu Fuss dem toro gegenüberstellen. SfA hat über jenes festejo am 14. Oktober berichtet: Ein Dorf, mehrere tausend Zuschauer und der Wahnsinn! Nun überreichte am letzten Donnerstag der matador de toros und Organisator dieser Veranstaltung Morante de la Puebla der Organisation ANEF, der Caritas der Kirchengemeinde sowie der Stiftung Borja Cabello einen Scheck in Höhe von 22.371 Euro. 

Javier Castaño: 10 Fragen 10




mit Javier Castaño
(Fotos: mundotoro)


Schon Ursula Herzog hat bei SfA über diesen torero berichtet, vor allem über die klasse Leistung seiner cuadrilla. Javier Castaño, geboren 1980 in Cistierna (León), konnte in dieser temporada in allen tercios überzeugen. Nur seine schwache Leistung mit dem espada verhinderte den Weg um einer der wirklich grossen figuras zu werden. Trotzdem gelang es dem matador der toros in Nîmes, Castellón und Béziers wie Gijón zu triumphieren. Auch in Málaga, Madrid, Sevilla und Salamanca konnte er die tendidos überzeugen. In diesem Jahr bestritt er 42 festejos taurinos und bekam 30 orejas. Dabei gab es 8 faenas mit dos orejas. Javier Castaño stellt sich den 10 Fragen 10 von mundotoro:


1.Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Dafür habe ich nicht die Kraft es zu tun. Das überlasse ich anderen.

2. Dein Lieblingsrezept?

Paella.


3. Dein Traum-cartel?

El Viti, Manolete ... das würde mich begeistern dabei zu sein.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Eigentlich nicht richtig von irgend etwas. Vielleicht ein Fan von Atlético de Madrid.


5. Was stört Dich am meisten?

Heuchelei.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Da kann ich eigentlich keinen nennen, obwohl ich gesehen haben und jetzt mit meiner Tochter mehr (ein Lachen begleitet diesen Kommentar)


7. Ein Bekenntnis?

Eigentlich keine, weil ich es nicht gewohnt bin zu schweigen.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Um ehrlich zu sein, dafür habe ich keine Antwort.


9. Wie rufen sie Dich?

Nein, ich habe keinen Spitznamen.


10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Der Umgang mit dem espada. Da habe ich zahlreiche trofeos verloren.

Was für ein Wahnsinn



von Andrés Amorós


"Er ist ein Held, 
weil er genau das tut 
was ein normaler Mensch 
nicht tun könnte. 
Er begegnet, 
mit nicht mehr 
als mit Tüchern ausgestattet 
einem der 
gefährlichsten Raubtiere 
aus der Welt der Tiere. 
Was für ein Wahnsinn!"

________________________________________________
Quellennachweis:
Aphorismen zur Tauromachie, Augenblicke der Wahrheit
Torodora Gorges, www.torodora.de


Samstag, 7. Dezember 2013

Never change a winning team!




von Ursula Herzog



Javier Castaño behält seine cuadrilla
_____________________________________________________________

Der 1980 in Cistierna (León) geborene matador de toros Javier Castaño verkündete, dass er seine cuadrilla für die nächste temporada beibehalten werde. Also kein Wechsel. Picadores: Tito Sandoval und Fernando Sánchez. Banderilleros: David Adalid, Fernando Sánchez und Marco Galán. Wir erinnern uns an den 1. Juni dieses Jahres wo vier Mitglieder der cuadrilla für ihre Arbeit in Las Ventas in Madrid nach dem zweiten tercio eine geradezu triumphale vuelta al ruedo antraten. Was in der Geschichte der tauromaquia gewiss ein seltenes Ereignis war. 

Die cuadrilla bei ihrer vuelta al ruedo in Madrid
Schon im Juli 2001 unter dem matador de toros Luis Francisco Esplá kam der picador Anderson Morillo in den Genuss einer vuelta al ruedo. Für Castaño war der Auftritt in Madrid wohl auch ein Grund dafür seine cuadrilla nicht zu wechseln. In diesem Jahr bestritt er 42 festejos taurinos und bekam 30 orejas. Dabei gab es 8 faenas mit dos orejas. Auch in der mundo de los toros gilt "Never change a winning team!".

Es sei noch angemerkt, dass Javier Castaño sehr oft auf den carteles von corridas duras zu finden ist. Schon im letzten Jahr trat er als espada unico in Nîmes gegen sechs Miura toros an. Jener Stierzucht, wo die meistens toreros ums Leben kamen. Zum Beispiel der matador de toros Manolete.

Hier ein Video aus Nîmes:

El Juli: 10 Fragen 10





mit El Juli


Der 1982 in Madrid geborene matador de toros Julián López Escobar mit dem Künstlernamen El Juli gehört in den vergangenen Jahren nicht nur zu den führenden figuras, sondern auch zu der Gruppe jener toreros, welche sich massiv für die tauromaquia auch politisch einsetzen. Unter anderem in der G 10. Bekannt wurde er vor allem deswegen weil er im Jahr 1998 mit sechzehn Jahren in Nîmes zum jüngsten spanischen matador de toros mutierte. Und seitdem gelang es dem torero immer wieder die tendidos zu überzeugen und mit seinem souveränen toreo spricht er auch einen grossen Teil der afición an. So gelang es in diesem Jahr auch in der Real Maestranza de Sevilla mit der salida auf den hombros durch die Puerta del Príncipe zu triumphieren. 49 festejos mit 105 reses, 81 orejas, einem rabo und zwei indultos. Bei 23 faenas gelang es ihm dos orejas als trofeos zu erlangen. Eine wirklich beeindruckende Bilanz. El Juli stellt sich den 10 Fragen 10 von mundotoro:


1. Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Ich denke dass ist zunächst eine Frage an die Politiker. Aber ich stelle mir vor, dass man alles ein wenig neu strukturieren sollten um vor allem Arbeitsplätze und neue Möglichkeiten zu schaffen.

2. Dein Lieblingsrezept?

Ein Kartoffelomelett.


3. Dein Traum-cartel?

Joselito, Belmonte und Manolete.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Die Form des embestir, und die Nuancen des toreos.


5. Was stört Dich am meisten?

Wenn etwas nicht der Wahrheit entspricht ... ganz unwichtig ob gut oder böse.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Captain Tsubasa.


7. Ein Bekenntnis?

Ich bin verrückt nach gutem Essen und Chocolade.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Das man ständig das toreo anzweifelt obwohl sich dahinter die pure Wahrheit befindet.



9. Wie rufen sie Dich?

Schon seitdem ich klein war, Julito.

10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

In Madrid anzutreten ... meine grosse Illusion.