Sonntag, 16. März 2014

Brief an die Leser

Gracias a todos! Ein Blick zurück
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von Colin Ernst


Vor einem Jahr habe ich angefangen, über Stierkampf und die Protagonisten der fiesta brava zu schreiben. Überrascht, war ich von dem Echo. Wildfremde Menschen bedanken sich für die Erklärungen, die meine Geschichten liefern, … - wildfremde Menschen nennen mich pervers… Es hat mir Freude bereitet zu recherchieren, zu lernen und mich mit den Menschen hinter den Kulissen zu unterhalten. Ich habe neue Freunde gewonnen. El toro te da, el toro te quite – Der Stier gibt, der Stier nimmt, so heisst es und im meinem Fall hat er mir viel gegeben, mehr als ich mir erträumt habe. 

Und auch die Unterstützung die ich erhalten habe, hat mich verblüfft. Man schickt mir Fotos und Filme, macht mich auf Events aufmerksam, erzählt mir Geschichten. Ganaderos, toreros, aficionados, empresarios und deren Freunde haben mir geholfen. Aber diese Medaille hatte auch eine andere Seite, die ich nicht verschweigen möchte. Ohne die massive, finanzielle Unterstützung meiner Mutter und einiger anderer, wäre das alles nicht möglich gewesen. Es steht immer viel an, wenn wir uns nach Andalusien aufmachen, auf den Spuren der toros und toreros. Neben der Reiseplanung muss Foto und Videomaterial, sowie der Computer in Ordnung sein, Kontakte und Freundschaften wollen gepflegt sein. Und das alles hätte keinen rechten Sinn ohne die deutschen aficionados, die hier in „Stierkampf für Alle“ oder in meinem Blog, „Toros y Toreros“ mitlesen. Ich möchte mich auf diesem Wege bei allen bedanken: Den geneigten Lesern, Torodora Gorges, die mir Mut gemacht hat, Marlen Fernandes und José Luis Carabias, die mir viel beigebracht haben, dem ganadero Victorino Martin, der mir meine Präsentation in Las Ventas ermöglichte, Carmelo García, dem empresario von Sanlúcar und den toreros aus Sanlúcar, welche uns so herzlich empfangen haben. Ein Dank an alle die mir Interviews gegeben haben, die Fotografen, welche mir Bilder zur Verfügung stellten, wie José Luis Cuevas aus Cordoba und Matito aus Sevilla. Ein „gracias“ geht nach Alicante, an einen großartigen aficionado, Vincente Berabeu und nach Valencia, an Michel Morau, der mir hilft Klippen zu umschiffen. Peñas taurinas, die mich beständig eingeladen haben und bei meinen Aficionadofreunden in Deutschland, die mit kleinen Beträgen dafür sorgten, dass ich eine gebrauchte Kamera kaufen konnte. Und natürlich bei meiner Mutter, die begeistert dabei ist und sogar gelernt hat im Internet zu surfen. Am Ende steht natürlich Philip de Málaga, der sich die Mühe mit meinen Berichten macht, sie verlinkt und einstellt. 

Gracias a todos!

Dienstag, 11. März 2014

Sanlúcar (3. Teil)

Wieder auf den Spuren der toros . . .
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von Colin Ernst



Zu Beginn unseres Besuches im Coso del Pino, in Sanlúcar, wurden wir wie alte Bekannte von einigen novilleros und toreros begrüßt. Zu meinem Bedauern haben viele von ihnen in der letzten Saison wenige Auftritte gehabt. Besonders die jungen Talente trifft dies hart, denn nur durch Praxis lässt sich dieses Handwerk erlernen. Einem lebenden Stier gegenüber zu treten ist eine ganz andere Sache, als mit dem gehörnten Karren die estocada zu üben. 


Mittlerweile trainieren gut zwanzig toreros hier, da kann man Unterschiede feststellen. Einer der novilleros, welcher mir im letzten Jahr erzählte, das die banderillas nicht sein Ding seien, versucht sich aus Spass mit ihnen. Er trifft noch nicht mal. Auch das elegante Rückwärtslaufen, a la El Fandi, muss er noch üben. Die professionellen banderilleros flitzen rückwärts über den Sand, dass man meint, sie berühren den Boden gar nicht. Wenn alle mit der capa trainieren, sieht man verschiedene Schwünge, meist die media veronica oder chicuelinas. In den letzten Tagen habe ich einen Jungen entdeckt, der die media veronica mit besonderer Eleganz hinbekommt, aber seine Arbeit mit der muleta fehlt Ausstrahlung. Ein anderer bewegt die muleta mit der Hand sehr elegant, aber seine Bewegungen mit dem Körper wirken sehr steif und eckig. Beim Training mit den banderillas, sind einige, wie man sagt „regular“, also das was ein banderillero ganz unspektakulär für seinen maestro in der corrida macht. Andere werfen sich in Pose, drehen und wenden sich, wie es Padilla oder El Fandi tun. Stellen sich auf den estribo, oder drehen Piruetten in der Luft wie maestro Espla. 


Eloy Hilario ist einer von ihnen und so ist er uns vor drei Jahren aufgefallen. Aber sein Vater war auch banderillero, so liegt es im Blut. Ihm gefallen ausgefallene quites mit der capa und Manöver mit der muleta. Als ich ihn darauf anspreche ist er erstaunt, das ich mich auch damit ein wenig auskenne. Gerne würde er diese verschiedenen Figuren in einer corrida zeigen, aber dafür ist nicht immer der Moment, erklärt er mir. Zunächst ist es wichtiger den toro zu dominieren, was mitunter schon schwer genug ist. Wenn der Stier dann willig mitmacht, kann man mit der Kunst, dem arte del toreo beginnen. Mit der capa und den banderillas, fällt ihm dies zur Zeit leichter, als mit der muleta. Aus dem einfachen Grund, da er fast keine Gelegenheit hat, am lebenden Objekt zu üben. Als Reiter kann ich das gut nachvollziehen, es ist ein riesen Unterschied, wenn man nur ein Mal im Monat auf einem Pferd sitzt, oder jeden Tag. Grade wenn man mit Tieren arbeitet, ist der ständige Kontakt mehr als wichtig, er ist existenziell. Nun hat er in gut einer Woche einen Auftritt in Utrera, wo er einem novillo gegenübersteht. Sein letzter Kontakt mit einem Jungstier ist Monate her. Also hat man Geld zusammengelegt, damit er vor dem festejo zumindest eine becerra vor die muleta bekommt. Wir dürfen ihn dabei begleiten. Eine große Ehre, denn so ein Training findet gewöhnlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bekanntere novilleros werden schon mal zu tentaderos eingeladen, oder haben einen apoderado, der genügend Mittel hat um die becerras, vacas oder novillos zu bezahlen. In Sanlúcar hat kaum einer diese Möglichkeiten. Ein Trauerspiel, wenn man bedenkt, das hier mehr toreros leben, als in manch anderen Städten.

Montag, 10. März 2014

Volles Haus in Málaga?




von Philip de Málaga


Morante und El Juli zum Ostersonntag in der Malagueta?
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Da kann die Real Maestranza von Sevilla so viele Miuras in das ruedo schicken wie sie will, der Höhepunkt der taurinische Szene in der Osterwoche wird sich wahrscheinlich nach Málaga verlagern. Heute morgen war es auf der Titelseite der grössten südspanischen Tageszeitung, dem Diario SUR zu lesen:


Die matadores de toros Morante de la Puebla und El Juli werden dort angekündigt, den paseo am Ostersonntag, dem Domingo de Ressurección, in der Malagueta zu bestreiten. Ob ein dritter lideador noch antreten wird ist eher fraglich. José María Manzanares wird parallel zu Sevilla nirgends antreten, auch José Tomás ist noch nicht so weit. Ein mano a mano soll es wohl werden. 
Die zwei maestros Morante und El Juli werden in der Malagueta gewiss für volle tendidos sorgen.
Und gleich noch eine Nachricht beglückt die Provinz Málaga. Zur bekannten corrida goyesca, Anfang September in der Real Maestranza de Ronda, haben sich ebenfalls Morante und El Juli angekündigt. Ein No hay billetes kann erwartet werden und die afición kann sich schon jetzt Gedanken machen, wie man an entradas kommt.

Sonntag, 9. März 2014

Die vollkommene ideale Schönheit




von Michel Leiris

Michel Leiris (1901 - 1990)
"Mit seinen 
genau kalkulierten Schritten, 
seinen technischen Kenntnissen 
und seiner spezifischen Erfahrung 
stellt der torero 
 als Figur der tauromaquia 
"pase" genannt, 
letztendlich die übermenschliche, geometrische Schönheit dar, 
den Archetypus, 
die platonische Idee. 
Die vollkommene ideale Schönheit, 
die sich dem Joch der Zeit entzieht 
und einzig mit der Harmonie 
der Gestirne zu vergleichen ist."

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Quellennachweis:
Michel Leiris, Mirror de la tauromachie
Éditions Fata Morgana, Montpelier, 1980

Samstag, 8. März 2014

Das erste Mal (4. Teil)

HINWEIS: Die blau-kursiven spanischen Fach-Begriffe
sind mit dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs verlinkt.

Wer das erste Mal einen Stierkampf besucht sollte gewisse Punkte bedenken

4. Teil: Der Einmarsch der Toreros
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von Philip de Málaga

Pünktlich eröffnet der presidente die corrida, und wedelt das erste Mal mit dem weissen pañuelo. Die banda taurina lässt einen paso doble erklingen, die corrida kann beginnen. 

Relativ selten kommt es vor, dass eine Verspätung eintritt. Dann geht ein leichtes Raunen durch die tendidos und das Publikum fordert durch rhythmisches Klatschen den Präsidenten auf, die corrida doch bitte pünktlich zu eröffnen. Toreros übrigens sind per Vertrag und nach dem reglamento taurino (Artikel 68, Absatz 2) dazu verpflichtet, mindestens fünfzehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung in der plaza de toros einzutreffen um die Pünktlichkeit zu gewährleisten.

Die puerta grande öffnet sich, auch die Pforte in der roten barrera und zwei schwarz bekleidete Reiter kommen in das ruedo. Die alguaciles, die so genannten Gerichtsdiener die dem Präsidenten unterstellt sind. Deren erste Aufgabe besteht darin, zu überprüfen, ob das ruedo frei ist für den paseillo, bzw. diesen frei zu machen. Danach durchqueren sie das ruedo zum Präsidenten und bitten ihn mit einem Handzeichen das Tor für den paseillo freizugeben. Das schwarze Kostüm findet seine Ursprünge in der Zeit von König Philipp II von Spanien (1527 - 1598).

Alguaciles (Foto: Boris Kahl)
Gefolgt werden die alguaciles von den matadores. Diese betreten das ruedo bis zur äusseren weissen Linie, bleiben stehen und grüssen das Publikum. Der rechte maestro ist der Dienstälteste matador, links steht der zweitälteste und in der Mitte der jüngste matador.

Die matadores grüssen das Publikum
Hinter den matadores folgen die banderilleros. In der ersten Reihe die drei banderilleros vom Dienstältesten matador, in der zweiten Reihe von zweitältesten und in der dritten Reihen vom jüngsten. 

Hinter den matadores folgen die banderilleros (Foto: A. Hervas)
Nach den banderilleros betreten die picadores auf ihren Rössern das Geschehen. In der selben Reihenfolge wie die banderilleros. In der ersten Reihe die zwei picadores vom Dienstältesten matador, in der zweiten Reihe von zweitältesten und in der dritten Reihen vom jüngsten. 
Die picadores
Hinter den picadores kommen die monosabios mit ihren roten Hemden. Dabei handelt es sich um die Helfer der picadores. Gefolgt werden sie von den areneros, jene Leute die zwischen den Kämpfen den Sand im ruedo wieder in Ordnung bringen.

In rot die monosabios und in weiss die areneros
Das Ende des Einzugs bilden die mulilleros mit ihren mulillas.


Alle begeben sich Richtung der Loge des Präsidenten und grüssen ihn. Danach verlassen alle, ausser den matadores und banderilleros das ruedo. Und die toreros machen sich ein wenig mit der capa warm.


Dabei achte man auf die schwarzen Reiter, die alguaciles. Diese begeben sich an die barrera, wo sich die Loge des presidentes befindet. Dort nehmen sie symbolisch den Schlüssel in Empfang, den llave de toril, mit welchem man das Tor zu den Stieren öffnet. Mit jenem durchqueren sie das ruedo und geben diesen am toril dem torilero.


Damit ist nun alles vorbereitet und die corrida mit den toros, der muerte en la tarde, der Tod am Nachmittag kann nun beginnen. 


Für den amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway war der paseillo von geringer Bedeutung. In seinem erklärendem Spezialverzeichnis über taurinische Fachbegriffe findet der paseillo keine Erwähnung.

- Fortsetzung folgt

© Philip de Málaga

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Die Serie für Neueinsteiger bei SfA:

Freitag, 7. März 2014

Sanlúcar (2. Teil)

Wieder auf den Spuren der toros . . .
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von Colin Ernst


Während unseres Aufenthaltes in Sanlúcar de Barrameda kommen wir natürlich nicht an einem Besuch in El Puerto de Santa María vorbei. Wie immer geht es zuerst zur Arena, die, wie wir etwas verblüfft feststellen, für Besucher geöffnet ist. Die historische plaza ist zur Zeit gewissermaßen herrenlos. Der letzte empresario hat sie arg vernachlässigt und zu den neuen , horrenden Bedingungen fand sich bisher kein neuer Manager. Ein kurzer Blick in das so genannte museo taurino lässt mir die Haare zu Berge stehen. Einer von den Stierköpfen ist mittlerweile so verrottet, das ihm das Fell in Fetzen herunterhängt. Am liebsten würde ich den Verantwortlichen mit diesem erschlagen! 

"Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen ..."
Schnell suche ich das ruedo der Arena auf, ich muss mich beruhigen. Auch in diesem Jahr hätte eine Ziege ihre Freude, angesichts der begrünten Fläche. Wir machen Witze, das der toro wahrscheinlich anfängt zu grasen, während er auf die picadores warten muss. Aber eigentlich ist mir nicht zum Lachen zu Mute. Auf den tendidos schleifen zwei Arbeiter die Sitzplatznummern ab, während es bestimmt sinnvoller wäre, wenn sie die morschen Bretter der tablas, burladeros und estribos austauschen würden und Unkraut rupfen. 


Wir sind allein in der Arena und drehen unsere Runde. Meine Mutter quetscht sich in einen burladero. Man glaubt nicht, wie eng diese sind. Wir fragen uns augenzwinkernd, wie Morante da hinein passt. Die meisten toreros sind schlank, so schlüpfen sie, selbst in brenzlichen Situationen schnell dort hinein. Curro Romero würde es heute bestimmt nicht mehr schaffen. 

Die Autorin an der barrera.
Ich gehe in die Mitte der plaza, lasse ihre Grösse auf mich wirken. Wie mag sich ein Debütant hier fühlen? Geht es ihm wie mir, das er die Ränge vergisst. Ich hatte in diesem Moment große Lust, mit meiner capa ein paar Schwünge auszuführen und bin versucht, dies mit meiner Jacke zu tun. In der Mitte ist ein Sandstück, frei von Grünfutter, hier sieht man, das die Schüler der escuela taurina des maestros Galloso üben. Im Sand sind, wie Pinseleien, die Schleifspuren der capas und muletas zu sehen. 

Eine plaza de toros aus dem Jahr 1880
Ich drehe noch eine Runde, eine historische Runde, auf den Spuren der berühmten toreros, die über diesen Sand geschritten sind. Joselito „El Gallo“, Morantes Blut ist hier im Sand versickert, José Tomás hat genau hinter diesem burladero gestanden und ist durch diese puerta grande auf den Schultern hinausgetragen worden. Für einen aficionado wie mich, haben all dies Dinge eine Bedeutung, für die Touristengruppe, welche vor uns kurz hereinschaute, nur eine Arena…

Donnerstag, 6. März 2014

Früh übt sich ...

... oder man hat das toreo schon im Blut.

Der matador der toros Saúl Jiménez Fortes in jungen Jahren:

(Foto: Verónica Jiménez Fortes)

Dienstag, 4. März 2014

Und sie sagen, keiner gehe mehr zu den Stierkämpfen ...




von Philip de Málaga


Grosser Andrang in Valencia ... 
Weit mehr als 60 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr
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Rund um die plaza de toros von Valencia ging gestern die Menschenschlange, die darauf wartete entradas sueltas für die Las Fallas zu ergattern. Der Andrang war überwältigend. Schon seit der Nacht zum Montag bezogen aficionados Stellung um entradas zu erwerben. 

(Foto: mundotoro)
Laut der Veranstalter hat sich das Interesse für den Erwerb von entradas sueltas in Valencia im Vergleich zum vergangenen Jahr verdreifacht. Dieses Jahr wird es im coso von Valencia sicherlich einige No hay billetes geben. Der Höhepunkt wird sicherlich der 19. März sein: 8toros8 für die maestros Enrique Ponce, Morante de la Puebla, El Juli und José María Manzanares. Ein cartel von dem Sevilla nur träumen kann.


Montag, 3. März 2014

Das erste Mal (3. Teil)

HINWEIS: Die blau-kursiven spanischen Fach-Begriffe
sind mit dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs verlinkt.

Wer das erste Mal einen Stierkampf besucht sollte gewisse Punkte bedenken

3. Teil: Der Präsident
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von Philip de Málaga



Neben den matadores ist er einer der wichtigsten Personen bei einer corrida. Allein schon deswegen weil er verantwortlich für den Ablauf dieser Veranstaltung ist und letztendlich die Leistung der toreros und toros bewertet. Er bestimmt wann was zu geschehen hat, er zeigt an, wann die tercios gewechselt werden und schliesslich ist es auch er, wer über den Erfolg der matadores entscheidet.

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"Der Präsident ist jene Autorität, 
welche das espectáculo leitet, 
für den normalen Ablauf verantwortlich ist 
und dementsprechend handeln muss."

Reglamento Taurino, Artikel 37

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Unterstützt wird der presidente von zwei Beratern, den asesores. Da ist zunächst einmal , auf der rechten Seite des presidente, der veterinario, also der Tierarzt, welcher ihn vor allem bei der Bewertung und Analyse der toros unterstützen soll. Auf der anderen Seite, links vom Präsidenten nimmt der asesor artístico Platz. In der Regel ein ehemaliger torero, dessen Aufgabe es ist, zum einen die Leistung der toreros zu bewerten und zum anderen das reglamento taurino zu interpretieren bzw. dem Präsidenten zu vermitteln. Die asesores haben keine Entscheidungsbefugnis, sondern lediglich eine beratende Funktion.

Der presidente und seine beiden asesores
Die Präsidentenloge befindet sich auf der Schattenseite unterhalb der spanischen Flagge, meisten gegenüber von der puerta grande. Von dort leitet er das Geschehen mit den so genannten pañuelos, den farbigen Taschentüchern. 

Die presidentes geben ein Zeichen
Jedes Tuch hat seine eigene Bedeutung, sobald es angezeigt wird:

WEISS:
GRÜN:
BLAU:
ORANGE:
ROT:
SCHWARZ:
  • Banderillas mit Feuer; Brauch aus der Vergangenheit. Kommt heute nicht mehr zum Einsatz.

- Fortsetzung folgt

© Philip de Málaga

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Die Serie für Neueinsteiger bei SfA:

Sonntag, 2. März 2014

Die Capa

HINWEIS: Die blau-kursiven spanischen Fach-Begriffe
sind mit dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs verlinkt.

Über den Umhang der toreros
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von Philip de Málaga



Bei einer capa handelt es sich in erster Linie, wirft man ein Blick in einen spanischen Duden, um ein Kleidungsstück ohne Ärmel, um einen Umhang. In der tauromaquia kommt dieser in zweierlei zum Einsatz. Zum einen tragen die toreros eine prunkvoll verzierte capa beim paseillo, also beim Einmarsch zu einer corrida. Jedoch hauptsächlich verwendet man sie als ein instrumento de torear, also ein Werkzeug um mit den toros zu arbeiten, sie zu animieren, zu provozieren, sie dazu bringen bestimmte Stellungen einzunehmen oder Manövern mit der capa Folge zu leisten.


Historisch betrachtet ist die capa wohl das instrumento de torear mit der meisten Tradition. Im Cossío (1) ist zu lesen, dass die capa schon ein Kleidungsstück der caballeros gewesen sei, welche den toros zu Ross begegneten. Erst im Laufe der Zeit wurde jenes Cape auch von den toreros a pie benutzt, wo man sich dann seinen entsprechenden Einsatz für die zahlreichen Manöver anerlernte.

Zahlreiche Namenergänzungen finden sich für die capa, wie unter anderem die capa de torear, oder capa de brega, aber im Grunde genommen meint es dasselbe instrumento. Im Gegensatz dazu der capote, welcher sich ein wenig kleiner gibt und gerade deswegen auch beim paseillo als so genannter capote de lujo getragen wird.

Ursprünglich hatten die capas die Farbe wie heute die muletas, nämlich rot und bestanden aus reiner Baumwolle. Als jedoch die toros diese capas laufend beschädigten, weil sich ihre Hörner stetig in der Wolle verhudelten, kamen andere Materialien wie Seide zum Einsatz. Auch die Zweifarbigkeit entwickelte sich in jener Phase.

Mit dem Umgang der capa beginnt ein jedes festejo taurino. Schon um 1838 schrieb der spanische Schriftsteller Santos López-Pelegrín y Zavala (1801 - 1846), bekannt unter dem Namen Abenamar, dass vor allem das capeo die prinzipielle suerte sei, mit der man am besten glänzen könne, auch deswegen weil sie so zahlreiche Optionen zuliesse (2). 

Joselito, ein Meister mit der capa
Der Umgang mit der capa versteht sich als erstes Mittel, den toro kennen zu lernen. Zu erfahren ob und wie er angreift und welche seine bevorzugten Zonen im ruedo sind. Und es ist wohl jene Art, dem Stier etwas vorzumachen, zu versuchen ihn zu täuschen. Im Fachjargon nennt sich das burlar al toro. Und schon in den ältesten Texten über die tauromaquia finden sich Hinweise, dass man mit der capa die toros dazu brachte zu laufen, sich zu bewegen und anzugreifen (3). Dahinter verbirgt sich die List eines toreros die capa, oft auch als engaño bezeichnet Erfolg versprechend einzusetzen.
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Quellennachweise:
(1) COSSÍO, LOS TOROS, Band 4, Espasa Calpe S. A., 2007
(2) EL SEÑORIO DE MOLINA, Herrera Casado, Guadalajara, 1980
(3) EL COSSÍO, LOS TOROS, Band 1, Espasa Calpe S.A., 1996

Samstag, 1. März 2014

Sanlúcar (1. Teil)

Wieder auf den Spuren der toros . . .
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von Colin Ernst


Es ist immer wieder wunderbar, wieder im südandalusichen Sanlúcar de Barrameda (Cádiz) zu sein, der Wiege der toreros. Der maestro Paco Ojeda ist Sanluqueño, auch der matador de toros Juan Padilla lebt hier. Viele toreros, wie José Antonio Blanco, novilleros wie Eloy Hilario, Álvaro Sanlúcar oder El Pijorro, banderilleros wie El Mangui oder Mambru (aus der cuadrilla von Padilla) stammen von hier. Torero zu sein ist hier so normal, wie als Koch oder Lehrer zu arbeiten. 


Eine Atmosphäre in der man sich wohl fühlt, als aficionado. Es gibt ein paar richtige Stierkampfkneipen, mit leckeren tapas und jeder Menge Fotos, man kann in allen Kiosken die Stierkampfzeitschriften bekommen. Klasse! Keiner rümpft die Nase, wenn man diese bei einem Manzanilla auf der Plaza de Cabildo liest. 

An meinem ersten Morgen zieht es mich natürlich in die plaza, den Coso del Pino. Alle sind da und ich werde herzlich begrüßt. Zunächst werde ich über die Neuigkeiten informiert. Eloy Hilario hat einen Auftritt in Utrera, Álvaro Sanlúcar wird beim Wohltätigkeitsfestival zu Ehren von El Mangui einen Auftritt haben, an der Seite von führenden figuras. Stolz weist man mich darauf hin, das Padilla den ersten Rang im escalafón einnimmt. Auch stellt man mich auf die Probe. Wir kommen auf die Fellfarbe der Stiere zu sprechen und man denkt das ein aficionado alemán nicht viel darüber weis. Insgeheim freue ich mich, die Herrschaften verblüfft zu haben, indem ich ihnen den Unterschied zwischen einem cárdeno (schwarz-weis meliert = grau) und einem jabonero (cremefarben) und einem toro castaño con ojo de perdiz (braun mit hellem Augenrand = schlitzäugig) erläutern konnte. Man beginnt mich ernst zu nehmen, was mir ein paar Türen öffnet. 


Am nächsten Morgen werde ich erwartet, Eloy Hilario hat keine Mühe gescheut und überreicht mir die Eintrittskarten für das festejo in Utrera, am 16. März. Die novilleros, Álvaro und Eloy trainieren mit Ernsthaftigkeit, auch an diesem Feiertag, dem Día de Andalucía, dem nationalen andalusischem Feiertag. Da man weiss, dass ich mit Pferden zu tun habe, weist an mich auf die mittags stattfindende Feria de Caballo, der Ausstellung für die Pferde, hin. In Andalusien hängt die Welt der toros eng mit dem der Pferde und dem Flamenco zusammen. So bin ich später nicht überrascht, zahlreiche aficionados, die ich aus der plaza kenne, bei der feria wieder zu sehen. Anlässlich des Todes von dem maestro de Flamenco, Paco de Lucia, wird die Reiterei von seiner Musik begleitet. 


Es wimmelt von Pferden, Eseln, Mulis, geritten oder gefahren, einige in authentischer traje. Es herrscht die typisch ausgelassene Stimmung einer andalusischen fiesta. Gezeigt wird Dressur an der Hand, Doma Vaquera, Kutschen ein, zwei und vierspännig. Applaus im Flamencorythmus.