Donnerstag, 27. März 2014

Sanlúcar (6. Teil)

Wieder auf den Spuren der toros . . .
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von Colin Ernst

Von Sanlúcar nach Utrera


Heute steht das festejo in Utrera an, eine novillada sin picadores, welche Carmelo Garcia, der empresario von Sanlúcar, organisiert. Utrera hat er neu übernommen und es treten neben drei novilleros aus Utrera auch einer aus Sevilla, aus Huelva und Sanlúcar an. Die Jungstiere, novillos, kommen von den ganaderías Conde de la Maza und Guardiola. Am frühen Morgen treffen wir uns mit einem banderillero, der Eloy Hilario, dem novillero aus Sanlúcar begleiten wird, vor dem Coso del Pino. Eloys Vater, Miguel Ángel Hilario, will uns dort abholen. Die Wartezeit verkürzen wir uns mit regem Austausch über Morantes Auftritt in Valencia und Ruiz Miguels Auftritt in Puerto Serrano, wo dieser zwei Trophäen errang. 

Die ersten Besucher in den tendidos
Eloy und sein Vater sind pünktlich zur Stelle. Elegant sieht er aus, der angehende torero und nervös erscheint er uns auch nicht. Auf dem Weg zum Treffpunkt des Autobusses, wird gescherzt und gelacht, als ginge es zu einem Picknick und nicht zum Stierkampf. Wir werden abgesetzt, um mit den aficionados aus Sanlúcar nach Utrera zu fahren, während ein weiterer Mitstreiter Eloys, sein zweiter banderillero, seine trastos ins Auto bringt. Die cuadrilla und ihr novillero werden gut zwei Stunden vor uns an Ort und Stelle sein. An der Bushaltestelle finden sich einige alte Bekannte ein, die wir aus der plaza von Sanlúcar kennen. Auch hier hecheln wir die corrida von Valencia durch, kommentieren, warum uns der eine oder andere torero gefällt, oder eben auch nicht. Die Meinungen sind, abgesehen von Morante, sehr unterschiedlich, jeder hat so seinen Geschmack. Endlich kommt der Bus und wir fahren in Richtung Algaida um die restlichen aficionados abzuholen. Der Bus füllt sich nicht nur mit fröhlichen Menschen sondern auch mit jede Menge Gefriertaschen, in denen sich bocadillos, Käse und Manzanilla befinden. Geht es doch zum Picknick? Das Geschnatter, welches einem Deutschen etwas befremdlich vorkommen mag, amüsiert uns. Neugierig werden wir in Augenschein genommen. Ausländer kennt man als Kunden in Restaurants, aber nicht als Stierkampfbegeisterte. Dazu kommt noch, das wir allein reisende Frauen sind, für die traditionellen Sanlúceños etwas ungewöhnlich. 

Die novillos können kommen
Nach gut zwei Stunden sind wir an Ort und Stelle. Die plaza von Utrera ist ein Neubau, in unseren Augen ein hässliches Gebäude, was kaum taurino Atmosphäre ausstrahlt. Die ankommenden aficionados allerdings lassen kaum Zweifel aufkommen. Gut gekleidet, mit dem Cordobeshut auf dem Kopf, schreiten sie genauso auf die plaza zu, als wären sie in Madrid. Unsere Freunde haben uns Plätze freigehalten, damit wir mit ihnen, möglichst nah am Geschehen sein können. Überrascht stellen wir fest, das bei diesem festejo nicht in traje corto, sondern in traje de luces toreriert wird. Meine Mutter freut es, denn oft bekommt sie die wunderschöne traje nicht zu sehen. Die plaza füllt sich gut zur Hälfte, die banda de musica nimmt Platz. Kaum haben sie sich eingerichtet werden Rufe laut – Música! Alguasillios mit guten Pferden, führen den paseillo an. Überrascht stellen wir fest, das Eloy Hillario eine ähnliche traje trägt, wie Fran Rivera, der Sohn von Paquirri, bei seiner confirmación. Anthrazit und Silber. Alle anderen tragen das populäre Gold. Einige haben schon prächtige Paradecapas, andere sind eher im Stil der einfachen capas de novilleros gehalten. 

Die toreros betreten das ruedo
Nach der Zeremonie macht man sich etwas warm, mit den capas. Gespannt verfolgen wir das Geschehen und versuchen auszumachen, wer sicher, wer nervös wirkt. Nun wird der erste novillo angekündigt und das Tor geöffnet. Ich muss zweimal hinsehen, denn das Tier ist sehr klein, kleiner als bei den novilladas die man in den großen plazas sieht. Munter galoppiert das erste Exemplar der ganadería Guardiola herein und dreht zwei Runden, ohne sich an den capas der toreros zu stören. Es folgt eine lidia, die, wenig glanzvoll für den ersten novillero endet. Israel Dianez aus Utrera wirkt etwas unsicher, was sich im Resultat widerspiegelt. Kein oreja. 

Auch Fernándo González, ebenso aus Utrera, ist seinem kleinen Stier nicht unbedingt gewachsen. Vor allem der schlechte Gebrauch der espada, verhindert die Vergabe der ersehnten Trophäe. Emotion kommt kaum auf. Immer wieder rufen wir uns ins Gedächtnis, das hier keine Morantes oder Padillas am Werk sind, sondern Torerolehrlinge. Die Tiere sind nicht gross, aber sie greifen schön an, senken in ehrlichster Weise den Kopf in die Tücher der toreros. Im Grunde, genau das, was diese jungen toreros brauchen, um in die Sache hinein zu wachsen. 

Eloy Hilario ist nun an der Reihe und ich bemerke wie die Stimmung umschlägt. Aufgeregtes Gemurmel ist zu hören. Anscheinend kennt man ihn hier. Tatsächlich hat er hier schon zwei Mal die puerta grande geöffnet. Auch sein novillo ist nicht der Grösste, aber flink und wendig. Eloy empfängt ihn auf den Knien, die capa um sich herum über den Kopf schwingend. Die ersten „Ole’s“ sind zu hören. Beim zweiten Mal, muss er sich schnell auf die Seite retten, sonst hätte der kleine Stier ihn umgerannt. Der quite ist etwas hastig, denn das Kerlchen ist wirklich flink auf den Beinen, lässt keine Zeit für mehr künstlerische Einlagen. Zum tercio de banderillas lädt er seinen Kollegen, Pablo Aguado aus Sevilla ein, der in den letzten Wochen auch in Sanlúcar trainiert hat. Eine großzügige Geste. Denkwürdiger brindis gen Himmel, zu Ehren seines kürzlich verstorbenen Großvaters, der Sohn und Enkel Hilario immer unterstützt hat. In der muleta zeigt sich, dass der kleine novillo richtig Energie hat. Immer wieder greift er blitzschnell an, senkt aber artig den Kopf ins Tuch. Eine voltereta sorgt für ein besorgtes Luftschnappen beim Publikum. Eloy hat keine Zeit sich den Staub von der traje zu klopfen, schon greift das Tier wieder an. Es gelingen schöne muletazos en redondo, sieben, acht muletazos in schöner Folge, die mit begeisterten Olé-Rufen belohnt werden. Die aficionados auf den tendidos sind ganz dabei. Nun kommt der Moment der Wahrheit, die estocada. Ich bitte, im Geiste, die Schutzheilige der toreros, die heilige Esperanza Macarena, um Beistand. Es scheint zu helfen, denn der Degenstoss sitzt im ersten Hieb und schnell fällt der tapfere kleine Conde de la Maza um. Der Kreuzdegen kommt nicht zum Einsatz. Stolz präsentiert sich der Torerolehrling der escuela taurina aus Jerez dem Publikum, welches mit Nachdruck dos orejas fordert. Sie werden gewährt. Wir „Sanlúceños“ sind stolz und erleichtert, klopfen uns auf die Schultern. Seine Ehrenrunde gleicht denen der figuras, von überall fliegen Blumen, Hüte und andere Dinge in den Sand der Arena, welche die banderilleros aufheben, weiterreichen oder zurück werfen. 

Eloy Hilario
Nun ist die Reihe an einem weiteren novillero aus Utrera. Daniel Araujo. Er hat ein wirklich schönes Exemplar, grösser und wohlgenährt, mit ruhiger, rhythmischer Galoppade, lädt er zur Kunst ein. Daniel hat Gelegenheit ein paar schöne muletazos mit gutem Handwechsel und tiefer linker Hand anzubringen. Allerdings ist der füllige novillo bald ausser Puste. Eine gute estocada beschert dem Jungen aus Utrera zwei Trophäen, dem Jungstier, gewährt der Präsident eine vuelta al ruedo, indem er neben den beiden weissen Tüchern, auch das blaue zückt. 

Ein muletazo
Nun ist es an dem Trainingsgefährten von Eloy, Pablo Aguado (escuela taurina de Sevilla), das Ergebnis zu toppen. Er hat ein launisches Exemplar aus der Zuchtstätte Guardiola erwischt, der weit ausladende Hörner hat. Die im Training gut gelungenen veronicas, gelingen nicht und das Tier verschanzt sich an den tablas. Kaum ein muletazo gelingt so, aber dafür ist die estocada gut, was mit zwei Trophäen gewürdigt wird. 

Als letzter ist Emilio Silvera aus Huelva, an der Reihe, der auch einen schwierigen Guardiola zu meistern hat. Ich finde, dass er seine Sache recht gut macht, aber dafür ist der Abschluss schlecht, höflicher Applaus, von den, sich schnell leerenden Rängen. Müssen alle schnell zum Sonntagsessen? 

Daniel Araujo
Wir bleiben noch bis zur Preisverleihung, die erwartungsgemäss der Sohn der Stadt, Daniel Araujo aus Utrera erhält. Sein novillo, von der ganadería Conde de la Maza wird als bestes Exemplar ausgelobt. 

Wir begeben uns zum Bus, wo wir erfahren, dass es erst um siebzehn Uhr zurück geht. Im Schatten des Busses packen die ersten ihre Gefriertaschen aus. Nach einigem Zögern suchen wir eine der kleinen Bars neben der plaza auf. Hier sitzen andere Sanlúceños bei Manzanilla im Schatten, man erkennt uns wieder und fordert uns auf, sich dazu zu setzen. Neugierig werden wir befragt, wie es uns gefallen hat, woher wir kommen und ob wir Flamenco mögen. Aber sicher mögen wir Flamenco, besonders die Sevillanas mag ich. Hochgezogene Augenbrauen…, habe ich etwas Falsches gesagt? Ganz im Gegenteil! Eine Frau beginnt mit palmas, eine andere fängt an Sevillanas zu singen. Die Männer imitieren die passenden Geräusche, die wie Hufgeklapper klingen. Im Nu ist Stimmung aufgekommen, der Kreis wird größer, man beginnt Flamenco zu tanzen, im besten Sonntagszwirn, auf offener Straße. Eine Frau singt wunderschön Fandango, herzergreifend. Wir sind mit einem Bus voller Zigeuner angereist, nun leben wir ein wenig „La vida gitana“ und sind ergriffen und begeistert. Später im Bus geht es weiter. Sevillanas, die ich mitsingen kann, nur zu klatschen traue ich mich nicht. Anerkennend nickt man uns zu, sie sehen, das wir mit dem Herzen dabei sind und das ich die Lieder kenne, freut sie. Als wir in Aglaida ankommen, werden wir von allen verabschiedet wie alte Freunde und ich habe das Gefühl, das es ehrlich gemeint ist. Ein denkwürdiger Tag, den ich nicht mit dem Besuch einer corrida in Valencia tauschen würde. Stolz sind wir auch auf Eloy Hilario, der, obwohl er seit Monaten keinem novillo gegenüberstand, eine super estocada und eine gute lidia geboten hat. Das Publikum ist zufrieden nach Hause gegangen, was das Wichtigste ist. Denn so, werden sie wiederkommen, wenn er wieder eine novillada bestreitet.

Dienstag, 18. März 2014

Sanlúcar (5. Teil)

Wieder auf den Spuren der toros . . .
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von Colin Ernst


Von Sanlúcar nach Sevilla
Und wie sich die toreros kleiden, wenn sie den toros gegenüberstehen

Wie immer bei unseren Besuchen in der Provinz Cádiz, besuchen wir natürlich auch Sevilla. Mit dem Bus dauert die Fahrt gut zweieinhalb Stunden. Eine wunderschöne Stadt, mit viel Torerogeschichte. In den Tapasbars in der Altstadt, rund um die berühmte Giralda, dem Real Alcazar im Barrio Santa Cruz und El Arenal, gibt es viele Details zum Thema toro und toreros zu sehen. 

Berühmte toreros, wie Belmonte oder Curro Romero stammen aus Sevilla. Stadtviertel, wie Triana und Santa Cruz haben seit ewigen Zeiten bekannte Stierkämpfer, Flamencosänger und Tänzer hervorgebracht. In den zahlreichen Souvenirgeschäften bekommt man alles was irgendwie mit Flamenco oder toros zu tun hat. Man kann das museo taurino der Real Maestranza besuchen, wo man viele interessante Dinge zu sehen bekommt. Alte traje de luces, aus vergangenen Zeiten, capas de paseo bekannter maestros, ein Besuch lohnt sich. Mein Besuch führt mich, vorbei an Curro Romero und Pepe Luis Vazquez, zum sastre taurino Pedro Algaba, dem Schneider der toreros. Hier werden, wie zu alten Zeiten, die traje de luces, das Lichterkleid, per Hand geschneidert. 


Die figuras lassen sich ihre trajes anpassen, geduldig stehen sie still, wenn der Meister der Nadel Mass nimmt. Wer es sich leisten kann, bestimmt die aufwendigen Details der traje selbst. Hier ein Paar goldene Pailletten in Form eines Blattes, oder phantasievolle Ornamente, eingefasst in weißem oder schwarzen Borde, die Schulterkappen, bestickt oder mit bulto…, jede Einzelheit zählt. Vieles ist mit der Hand genäht oder gestickt. Natürlich gibt es auch die capotes, die capas de paseo und die muletas hier. Sogar die Silberbecher und die Strümpfe kauft der torero hier. Das Haus verfügt auch über einen Verleih von trajes und verkauft gebrauchte Anzüge. 

Das kann sich nicht jede torero leisten.
Wer die Preise kennt, kann sich vorstellen, das sich nicht jeder torero eine traje schneidern lassen kann. 2.000 bis 4.000 Euro und mehr muss man schon auf den Tisch legen. Auch die trastos, so nennt man die capas und muletas haben einen hohen Preis, 200 bis 400 Euro im Schnitt. Und wer schon mal einen Stierkampf gesehen hat, weiss, dass es oft vorkommt, das am Ende die traje nicht nur voller Blut, sondern auch zerrissen ist, die capa zerfetzt und die muleta durchlöchert. Selten kann der matador seine traje auf Kredit kaufen, weiß der Schneider doch, das der Träger mitunter nach der corrida vom empresario nicht, oder schlecht bezahlt wird und dieser so das Geld für den Lichteranzug schuldig bleibt. Wohlhabende maestros lassen sich für jede Saison neue Anzüge schneidern, ein Luxus, von dem ein torero, der nur fünf corridas im Jahr bestreitet, nur träumen kann. Für den Toreronachwuchs, den novilleros ist das lange ein Traum, eine eigene traje zu besitzen. Ist diese dann zerfetzt, kostet es viel Geld, diese flicken zu lassen. 

Die puerta grande von Sevilla, fast alle grossen maestros waren hier
Auf der Rückfahrt von Sevilla komme ich ins Grübeln… Wie schafft es eine Familie in diesen Zeiten der Krise, einen Sohn zu unterstützen, der torero werden will? Die escuela taurina ist selten umsonst, das Handwerkszeug, capa und muleta sind noch der geringste Posten. Wer kann es sich leisten, dem jungen Talent, mal eben eine traje de luces zu kaufen? Und damit nicht genug, die becerras, vacas, die er braucht um am lebenden Objekt zu üben. Die Eltern dieser jungen, enthusiastischen Torerolehrlinge, sind die ersten, die unter großen Opfern, ein Talent fördern. Findet sich dann ein Gönner oder apoderado, sehen sie ihren geliebten Sohn mitunter vom Horn durchbohrt in der Arena liegen. Ich weiß nicht, ob ich dies als Mutter oder Vater aushalten könnte…

Montag, 17. März 2014

Sanlúcar (4. Teil)

Wieder auf den Spuren der toros . . .
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von Colin Ernst



In der ersten Woche konnten wir reichlich „Toreroluft“ schnuppern und hören nicht auf zu lernen, in dem wir die toreros beim Training beobachten und zuhören, wie sie sich gegenseitig korrigieren. 

Novilleros bei Training in Sanlúcar de Barrameda
Auch wenn Rivalität herrscht, hilft einer dem anderen, sich zu verbessern. Jedes Detail zählt. In welchem Winkel man den Zipfel der muleta vor den Stier herführt, um ihn passieren zu lassen oder um sich herum zu lenken. Wie die capa benutzt wird um den toro vom picador weg zu locken, im Unterschied zum quite. 

Training, wie man die capa führt
Wir beobachten, wie ein banderillero den Gebrauch der puntilla, dem kurzen Messer, welches den Stier kurz und schmerzlos erlöst, übt. Heute haben wir eine „Meisterstunde“. Maestro Juan José Padilla und seine cuadrilla sind aus Südamerika zurück. Manuel Rodriguez „Mambru“, einer seiner banderilleros kennen wir gut und so werden wir begrüsst und bekommen seine frische cornada zu sehen. Unglaublich, eine gut 30 Zentimeter lange Narbe zieht sich vom inneren Oberschenkel bis fast zum Knie. Aber das tut Mambrus Arbeitseifer keinen Abbruch, er trainiert eisern mit der capote de brega – unsereins wäre wochenlang außer Gefecht. 

Maestro Padilla ist in Top Form. Auch ihn hat ein Stier erwischt, er hat eine neue Narbe im Mundbereich. Ein Genuss, den durchtrainierten Mann vor unseren Augen mit capa und muleta arbeiten zu sehen. Auch im Training schenkt er sich nichts. Verschiedene pases werden mit der gleichen Eleganz ausgeführt, wie bei einer corrida, nur das wir hier, alles aus nächster Nähe zu sehen bekommen – für uns unbezahlbar. 

Der maestro Padilla mit einer becerra (Foto: mundotoro)
Für den Toreronachwuchs wird es ernst. Am Wochenende steht das festejo in Utrera (bei Sevilla) an, wo auch Eloy Hilario einen Auftritt hat. Zusammen mit seinem Vater, dem ehemaligen banderillero trainiert er eifrig alle tercios einer corrida. Mit der capa übt er die verschiedenen Schwünge, während sein Vater, die Hörner in den Händen, den Stier spielt. Später wird die gehörnte Karre geholt, an der Eloy das Setzen der banderillas trainiert. Sein Vater ist auch hier unermüdlich dabei und simuliert mit dem Karren den angreifenden Stier. Dem novillero kommt die Erfahrung seines Vaters zu Gute, der ihm wertvolle Tipps geben kann. 

Die plaza von Utrera ist im September 2010 eingeweiht worden
und bietet Platz für knapp 5.000 Zuschauer.
(Foto: mundotoro)
Aber auch andere, wie der torero El Califa de Aragua aus Venezuela, schauen zu und geben Ratschläge. Auch für uns ist dies sehr interessant, um die Details zu begreifen, die so wichtig sind für das toreo. Zum Abschluss wird der schwierigste Moment durchgespielt, das Töten mit der espada, dem Degen. Auch hier ist es ein gehörnter Karren, auf dem sich ein Heuballen befindet. Der Torerolehrling stellt sich auf, hebt den Degen in Augenhöhe und visiert die zu treffende Stelle an. Dann schiebt sich der Wagen auf ihn zu, während er versucht, ihn, volapie zu treffen. Hört sich einfach an, ist es aber nicht, besonders wenn er am Sonntag dem lebendigen Objekt gegenüber steht. Das geplante Training mit einer becerra im campo bravo fand am Ende nicht statt. Zum einen war es zu kurzfristig und zum anderen schraubten einige Züchter die Preise dermassen hoch, dass es nicht einzusehen war. So etwas unterstützt man nicht. So nimmt das Vater-Sohn Gespann die Benefiznovillada in Utrera als Trainingseinheit. Die Nerven möchte ich haben! Eloy wirkt kein bisschen nervös, unsereins macht sich Gedanken, ob das alles so gut geht. Am Vortag, Samstag, werden die zwei nochmals für sich alleine trainieren, während wir uns noch einmal nach El Puerto begeben, um bei und mit unseren Freunden im „Sol y Sombra“ die corrida aus Valencia im Fernsehen anzusehen: Finito de Cordoba, Morante de la Puebla und José Mari Manzanares, mit den toros von Juan Pedro Domecq. Das lassen wir uns nicht entgehen. Und dann geht es am Sonntag, in einem gemieteten Bus voller fröhlicher aficionados zum festejo nach Utrera.

Sonntag, 16. März 2014

Brief an die Leser

Gracias a todos! Ein Blick zurück
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von Colin Ernst


Vor einem Jahr habe ich angefangen, über Stierkampf und die Protagonisten der fiesta brava zu schreiben. Überrascht, war ich von dem Echo. Wildfremde Menschen bedanken sich für die Erklärungen, die meine Geschichten liefern, … - wildfremde Menschen nennen mich pervers… Es hat mir Freude bereitet zu recherchieren, zu lernen und mich mit den Menschen hinter den Kulissen zu unterhalten. Ich habe neue Freunde gewonnen. El toro te da, el toro te quite – Der Stier gibt, der Stier nimmt, so heisst es und im meinem Fall hat er mir viel gegeben, mehr als ich mir erträumt habe. 

Und auch die Unterstützung die ich erhalten habe, hat mich verblüfft. Man schickt mir Fotos und Filme, macht mich auf Events aufmerksam, erzählt mir Geschichten. Ganaderos, toreros, aficionados, empresarios und deren Freunde haben mir geholfen. Aber diese Medaille hatte auch eine andere Seite, die ich nicht verschweigen möchte. Ohne die massive, finanzielle Unterstützung meiner Mutter und einiger anderer, wäre das alles nicht möglich gewesen. Es steht immer viel an, wenn wir uns nach Andalusien aufmachen, auf den Spuren der toros und toreros. Neben der Reiseplanung muss Foto und Videomaterial, sowie der Computer in Ordnung sein, Kontakte und Freundschaften wollen gepflegt sein. Und das alles hätte keinen rechten Sinn ohne die deutschen aficionados, die hier in „Stierkampf für Alle“ oder in meinem Blog, „Toros y Toreros“ mitlesen. Ich möchte mich auf diesem Wege bei allen bedanken: Den geneigten Lesern, Torodora Gorges, die mir Mut gemacht hat, Marlen Fernandes und José Luis Carabias, die mir viel beigebracht haben, dem ganadero Victorino Martin, der mir meine Präsentation in Las Ventas ermöglichte, Carmelo García, dem empresario von Sanlúcar und den toreros aus Sanlúcar, welche uns so herzlich empfangen haben. Ein Dank an alle die mir Interviews gegeben haben, die Fotografen, welche mir Bilder zur Verfügung stellten, wie José Luis Cuevas aus Cordoba und Matito aus Sevilla. Ein „gracias“ geht nach Alicante, an einen großartigen aficionado, Vincente Berabeu und nach Valencia, an Michel Morau, der mir hilft Klippen zu umschiffen. Peñas taurinas, die mich beständig eingeladen haben und bei meinen Aficionadofreunden in Deutschland, die mit kleinen Beträgen dafür sorgten, dass ich eine gebrauchte Kamera kaufen konnte. Und natürlich bei meiner Mutter, die begeistert dabei ist und sogar gelernt hat im Internet zu surfen. Am Ende steht natürlich Philip de Málaga, der sich die Mühe mit meinen Berichten macht, sie verlinkt und einstellt. 

Gracias a todos!

Dienstag, 11. März 2014

Sanlúcar (3. Teil)

Wieder auf den Spuren der toros . . .
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von Colin Ernst



Zu Beginn unseres Besuches im Coso del Pino, in Sanlúcar, wurden wir wie alte Bekannte von einigen novilleros und toreros begrüßt. Zu meinem Bedauern haben viele von ihnen in der letzten Saison wenige Auftritte gehabt. Besonders die jungen Talente trifft dies hart, denn nur durch Praxis lässt sich dieses Handwerk erlernen. Einem lebenden Stier gegenüber zu treten ist eine ganz andere Sache, als mit dem gehörnten Karren die estocada zu üben. 


Mittlerweile trainieren gut zwanzig toreros hier, da kann man Unterschiede feststellen. Einer der novilleros, welcher mir im letzten Jahr erzählte, das die banderillas nicht sein Ding seien, versucht sich aus Spass mit ihnen. Er trifft noch nicht mal. Auch das elegante Rückwärtslaufen, a la El Fandi, muss er noch üben. Die professionellen banderilleros flitzen rückwärts über den Sand, dass man meint, sie berühren den Boden gar nicht. Wenn alle mit der capa trainieren, sieht man verschiedene Schwünge, meist die media veronica oder chicuelinas. In den letzten Tagen habe ich einen Jungen entdeckt, der die media veronica mit besonderer Eleganz hinbekommt, aber seine Arbeit mit der muleta fehlt Ausstrahlung. Ein anderer bewegt die muleta mit der Hand sehr elegant, aber seine Bewegungen mit dem Körper wirken sehr steif und eckig. Beim Training mit den banderillas, sind einige, wie man sagt „regular“, also das was ein banderillero ganz unspektakulär für seinen maestro in der corrida macht. Andere werfen sich in Pose, drehen und wenden sich, wie es Padilla oder El Fandi tun. Stellen sich auf den estribo, oder drehen Piruetten in der Luft wie maestro Espla. 


Eloy Hilario ist einer von ihnen und so ist er uns vor drei Jahren aufgefallen. Aber sein Vater war auch banderillero, so liegt es im Blut. Ihm gefallen ausgefallene quites mit der capa und Manöver mit der muleta. Als ich ihn darauf anspreche ist er erstaunt, das ich mich auch damit ein wenig auskenne. Gerne würde er diese verschiedenen Figuren in einer corrida zeigen, aber dafür ist nicht immer der Moment, erklärt er mir. Zunächst ist es wichtiger den toro zu dominieren, was mitunter schon schwer genug ist. Wenn der Stier dann willig mitmacht, kann man mit der Kunst, dem arte del toreo beginnen. Mit der capa und den banderillas, fällt ihm dies zur Zeit leichter, als mit der muleta. Aus dem einfachen Grund, da er fast keine Gelegenheit hat, am lebenden Objekt zu üben. Als Reiter kann ich das gut nachvollziehen, es ist ein riesen Unterschied, wenn man nur ein Mal im Monat auf einem Pferd sitzt, oder jeden Tag. Grade wenn man mit Tieren arbeitet, ist der ständige Kontakt mehr als wichtig, er ist existenziell. Nun hat er in gut einer Woche einen Auftritt in Utrera, wo er einem novillo gegenübersteht. Sein letzter Kontakt mit einem Jungstier ist Monate her. Also hat man Geld zusammengelegt, damit er vor dem festejo zumindest eine becerra vor die muleta bekommt. Wir dürfen ihn dabei begleiten. Eine große Ehre, denn so ein Training findet gewöhnlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bekanntere novilleros werden schon mal zu tentaderos eingeladen, oder haben einen apoderado, der genügend Mittel hat um die becerras, vacas oder novillos zu bezahlen. In Sanlúcar hat kaum einer diese Möglichkeiten. Ein Trauerspiel, wenn man bedenkt, das hier mehr toreros leben, als in manch anderen Städten.

Montag, 10. März 2014

Volles Haus in Málaga?




von Philip de Málaga


Morante und El Juli zum Ostersonntag in der Malagueta?
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Da kann die Real Maestranza von Sevilla so viele Miuras in das ruedo schicken wie sie will, der Höhepunkt der taurinische Szene in der Osterwoche wird sich wahrscheinlich nach Málaga verlagern. Heute morgen war es auf der Titelseite der grössten südspanischen Tageszeitung, dem Diario SUR zu lesen:


Die matadores de toros Morante de la Puebla und El Juli werden dort angekündigt, den paseo am Ostersonntag, dem Domingo de Ressurección, in der Malagueta zu bestreiten. Ob ein dritter lideador noch antreten wird ist eher fraglich. José María Manzanares wird parallel zu Sevilla nirgends antreten, auch José Tomás ist noch nicht so weit. Ein mano a mano soll es wohl werden. 
Die zwei maestros Morante und El Juli werden in der Malagueta gewiss für volle tendidos sorgen.
Und gleich noch eine Nachricht beglückt die Provinz Málaga. Zur bekannten corrida goyesca, Anfang September in der Real Maestranza de Ronda, haben sich ebenfalls Morante und El Juli angekündigt. Ein No hay billetes kann erwartet werden und die afición kann sich schon jetzt Gedanken machen, wie man an entradas kommt.

Sonntag, 9. März 2014

Die vollkommene ideale Schönheit




von Michel Leiris

Michel Leiris (1901 - 1990)
"Mit seinen 
genau kalkulierten Schritten, 
seinen technischen Kenntnissen 
und seiner spezifischen Erfahrung 
stellt der torero 
 als Figur der tauromaquia 
"pase" genannt, 
letztendlich die übermenschliche, geometrische Schönheit dar, 
den Archetypus, 
die platonische Idee. 
Die vollkommene ideale Schönheit, 
die sich dem Joch der Zeit entzieht 
und einzig mit der Harmonie 
der Gestirne zu vergleichen ist."

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Quellennachweis:
Michel Leiris, Mirror de la tauromachie
Éditions Fata Morgana, Montpelier, 1980

Samstag, 8. März 2014

Das erste Mal (4. Teil)

HINWEIS: Die blau-kursiven spanischen Fach-Begriffe
sind mit dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs verlinkt.

Wer das erste Mal einen Stierkampf besucht sollte gewisse Punkte bedenken

4. Teil: Der Einmarsch der Toreros
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von Philip de Málaga

Pünktlich eröffnet der presidente die corrida, und wedelt das erste Mal mit dem weissen pañuelo. Die banda taurina lässt einen paso doble erklingen, die corrida kann beginnen. 

Relativ selten kommt es vor, dass eine Verspätung eintritt. Dann geht ein leichtes Raunen durch die tendidos und das Publikum fordert durch rhythmisches Klatschen den Präsidenten auf, die corrida doch bitte pünktlich zu eröffnen. Toreros übrigens sind per Vertrag und nach dem reglamento taurino (Artikel 68, Absatz 2) dazu verpflichtet, mindestens fünfzehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung in der plaza de toros einzutreffen um die Pünktlichkeit zu gewährleisten.

Die puerta grande öffnet sich, auch die Pforte in der roten barrera und zwei schwarz bekleidete Reiter kommen in das ruedo. Die alguaciles, die so genannten Gerichtsdiener die dem Präsidenten unterstellt sind. Deren erste Aufgabe besteht darin, zu überprüfen, ob das ruedo frei ist für den paseillo, bzw. diesen frei zu machen. Danach durchqueren sie das ruedo zum Präsidenten und bitten ihn mit einem Handzeichen das Tor für den paseillo freizugeben. Das schwarze Kostüm findet seine Ursprünge in der Zeit von König Philipp II von Spanien (1527 - 1598).

Alguaciles (Foto: Boris Kahl)
Gefolgt werden die alguaciles von den matadores. Diese betreten das ruedo bis zur äusseren weissen Linie, bleiben stehen und grüssen das Publikum. Der rechte maestro ist der Dienstälteste matador, links steht der zweitälteste und in der Mitte der jüngste matador.

Die matadores grüssen das Publikum
Hinter den matadores folgen die banderilleros. In der ersten Reihe die drei banderilleros vom Dienstältesten matador, in der zweiten Reihe von zweitältesten und in der dritten Reihen vom jüngsten. 

Hinter den matadores folgen die banderilleros (Foto: A. Hervas)
Nach den banderilleros betreten die picadores auf ihren Rössern das Geschehen. In der selben Reihenfolge wie die banderilleros. In der ersten Reihe die zwei picadores vom Dienstältesten matador, in der zweiten Reihe von zweitältesten und in der dritten Reihen vom jüngsten. 
Die picadores
Hinter den picadores kommen die monosabios mit ihren roten Hemden. Dabei handelt es sich um die Helfer der picadores. Gefolgt werden sie von den areneros, jene Leute die zwischen den Kämpfen den Sand im ruedo wieder in Ordnung bringen.

In rot die monosabios und in weiss die areneros
Das Ende des Einzugs bilden die mulilleros mit ihren mulillas.


Alle begeben sich Richtung der Loge des Präsidenten und grüssen ihn. Danach verlassen alle, ausser den matadores und banderilleros das ruedo. Und die toreros machen sich ein wenig mit der capa warm.


Dabei achte man auf die schwarzen Reiter, die alguaciles. Diese begeben sich an die barrera, wo sich die Loge des presidentes befindet. Dort nehmen sie symbolisch den Schlüssel in Empfang, den llave de toril, mit welchem man das Tor zu den Stieren öffnet. Mit jenem durchqueren sie das ruedo und geben diesen am toril dem torilero.


Damit ist nun alles vorbereitet und die corrida mit den toros, der muerte en la tarde, der Tod am Nachmittag kann nun beginnen. 


Für den amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway war der paseillo von geringer Bedeutung. In seinem erklärendem Spezialverzeichnis über taurinische Fachbegriffe findet der paseillo keine Erwähnung.

- Fortsetzung folgt

© Philip de Málaga

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Die Serie für Neueinsteiger bei SfA:

Freitag, 7. März 2014

Sanlúcar (2. Teil)

Wieder auf den Spuren der toros . . .
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von Colin Ernst


Während unseres Aufenthaltes in Sanlúcar de Barrameda kommen wir natürlich nicht an einem Besuch in El Puerto de Santa María vorbei. Wie immer geht es zuerst zur Arena, die, wie wir etwas verblüfft feststellen, für Besucher geöffnet ist. Die historische plaza ist zur Zeit gewissermaßen herrenlos. Der letzte empresario hat sie arg vernachlässigt und zu den neuen , horrenden Bedingungen fand sich bisher kein neuer Manager. Ein kurzer Blick in das so genannte museo taurino lässt mir die Haare zu Berge stehen. Einer von den Stierköpfen ist mittlerweile so verrottet, das ihm das Fell in Fetzen herunterhängt. Am liebsten würde ich den Verantwortlichen mit diesem erschlagen! 

"Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen ..."
Schnell suche ich das ruedo der Arena auf, ich muss mich beruhigen. Auch in diesem Jahr hätte eine Ziege ihre Freude, angesichts der begrünten Fläche. Wir machen Witze, das der toro wahrscheinlich anfängt zu grasen, während er auf die picadores warten muss. Aber eigentlich ist mir nicht zum Lachen zu Mute. Auf den tendidos schleifen zwei Arbeiter die Sitzplatznummern ab, während es bestimmt sinnvoller wäre, wenn sie die morschen Bretter der tablas, burladeros und estribos austauschen würden und Unkraut rupfen. 


Wir sind allein in der Arena und drehen unsere Runde. Meine Mutter quetscht sich in einen burladero. Man glaubt nicht, wie eng diese sind. Wir fragen uns augenzwinkernd, wie Morante da hinein passt. Die meisten toreros sind schlank, so schlüpfen sie, selbst in brenzlichen Situationen schnell dort hinein. Curro Romero würde es heute bestimmt nicht mehr schaffen. 

Die Autorin an der barrera.
Ich gehe in die Mitte der plaza, lasse ihre Grösse auf mich wirken. Wie mag sich ein Debütant hier fühlen? Geht es ihm wie mir, das er die Ränge vergisst. Ich hatte in diesem Moment große Lust, mit meiner capa ein paar Schwünge auszuführen und bin versucht, dies mit meiner Jacke zu tun. In der Mitte ist ein Sandstück, frei von Grünfutter, hier sieht man, das die Schüler der escuela taurina des maestros Galloso üben. Im Sand sind, wie Pinseleien, die Schleifspuren der capas und muletas zu sehen. 

Eine plaza de toros aus dem Jahr 1880
Ich drehe noch eine Runde, eine historische Runde, auf den Spuren der berühmten toreros, die über diesen Sand geschritten sind. Joselito „El Gallo“, Morantes Blut ist hier im Sand versickert, José Tomás hat genau hinter diesem burladero gestanden und ist durch diese puerta grande auf den Schultern hinausgetragen worden. Für einen aficionado wie mich, haben all dies Dinge eine Bedeutung, für die Touristengruppe, welche vor uns kurz hereinschaute, nur eine Arena…