Montag, 7. September 2015

In Ronda öffnet sich gleich zweimal die Puerta Grande




von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoro)

Grosser Stierkampf in Ronda, die 59. Corrida Goyesca
Kein tarde de toros für Morante de la Puebla
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Eigentlich passte alles zusammen. Ein corrida goyesca in Ronda, gutes Wetter, ausverkauft hasta la bandera, sieben orejas, petición de rabo und zwei puertas grandes. 


   
Jeder kennt dieses Bild, der schon einmal eine Corrida Goyesca in Ronda besucht hat.
Das grosse Gedrängel vor der plaza de toros.
Durch nur wenige Türen müssen 6.000 Menschen ihre Plätze pünktlich erreichen.
Was will man mehr um den Höhepunkt der temporada taurina in Spanien zu erreichen? Selbst nach diesem tarde de toros, die Reaktionen, welche SfA erreichten waren eher bescheidener Natur. So hiess es unter anderem „Leider“ oder ähnliche Begriffe. Aus deren Mündern sprach kein Neid, eher die Traurigkeit, dass gerade „der“ torero, ihr Morante de la Puebla am Erfolg nicht beteiligt war. Und das betraf nicht nur die morantistas in den tendidos, seien wir ehrlich, die meisten kamen unter anderem auch und vor allem wegen ihm. Aber das lote für ihn war nicht hilfreich. Ein paar verónicas, bei der quite wunderbare chicuelinas, bei den faenas zeigte er den Wunsch des Wollens, aber das reichte bei langem nicht. Kein tarde de toros für Morante.

Morante de la Puebla: Es sollte nicht sein Tag werden.
Doch die Zuschauer in den tendidos der Real Maestranza de Ronda sollten trotzdem belohnt werden und einen unvergessliche corrida goyesca präsentiert bekommen.

Manzanares mit einer verónica
Da war zum einen der matador de toros José María Manzanares. Seine faena , welche er Francisco Rivera Ordoñez „Paquirri“ mit einem brindis widmete, geradezu perfekt mit klassischen derechazos. Und mit seinen wunderschön ausgeführten naturales übertrug er zum Publikum, dass er vom toreo wirklich etwas verstehe. So liess er sich selbst bei allem viel Zeit und, damit der toro sich erholen konnte. Besonders beeindruckend seine letzte natural. Seine estocada brachte ihm die dos orejas, es gab sogar einige pañuelos die den rabo forderten.

Manzanares mit der beendet eine Serie von derechazos
Auch bei seinem zweiten toro beherrschte der matador seine Arbeit. Galant mit wenigen Unregelmäßigkeiten beherrschte er auch hier die beiden cuernos des toros und beendete seine faena mit einem espadazo.

Cayetano mit einer natural
Dann kam die Stunde der Gastgeber. Des Enkels von dem legendären Antonio Ordoñez, es kamen die unvergesslichen Auftritte des matadores de toros Cayetano. Obwohl sein erster toro eher schwach war zeigte dieser ein wenig nobleza. Und wurde von Cayetano auf den Knien vor dem toril mit einer larga cambiada empfangen. Gut auch das erste tercio und bei der faena führte der torero die muleta auffallend tief und beendete diese mit ayudados.

Cayetano führt die muleta hoch mit der rechten Hand 
Den sechsten toro, durchweg noble, widmete er seinem Bruder, der den brindis mit Tränen in den Augen entgegen nahm. Das Publikum bekam zum Abschluss ein durchaus komplette lidia zu sehen, viel eleganten pases, konfrontiert mit der ganzen Schönheit eines gelungenen toreos. Leider beendete er seine Arbeit mit einer estocada tendida im Zentrum des ruedos, aber der toro liess sich leider ein wenig Zeit bis er einknickte, was dem torero den trofeo des rabos kostete, welchen das Publikum trotzdem vehement gefordert hatte und dem toro eine vuelta al ruedo einbrachte.


Samstag den 5. September 2015
No hay billetes - Ausverkauft

Morante de la Puebla: Silencio und ovación tras aviso
José María Manzanares: Dos orejas und oreja

Toros von den ganderías Nuñez el Cuvillo und Juan Pedro Domecq

Und so endet die 59. corrida goyesca in der. Mit einer puerta grande für die beiden erfolgreichen matadores de toros José María Manzanares und Cayetano.
Puerta grande für Manzanares und Cayetano

Antitaurino muss vor Gericht





von Philip  de Málaga


Der Antitaurino von Mallorca und Marbella wurde gerichtlich vorgeladen
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Der niederländische Petrus Johannes Martinus, bekannt als antitaurino Peter Janssen und der matador de toros Morante de la Puebla wurden, wie die Ausgabe der Tageszeitung ABC aus Sevilla berichtet,  zu einem Schlichtungsverfahren vorgeladen. Dieses wurde für den 28. September 2015 um 13:30 Uhr angesetzt. Die Klage wegen verbrecherischer Tätigkeit und Verleumdung gegen den Holländer wurde am 21. August eingereicht. Für spanische Verhältnisse eine durchaus zügige Umsetzung.

Es begann am 7. August in der plaza de toros von Palma de Mallorca, als Peter Janssen nach der lidia und dem Tod des ersten toros in das ruedo stürmte und den matador de toros Morante de la Puebla anschliessend im callejón attackierte. Dabei soll der aaaa handgreiflich vorgegangen sein und den torero als "Mörder", "Tierquäler", "Hurensohn", "Bastard" und weiteren Schimpfwörtern angeschrien haben. Nur das schnelle Eingreifen der Polizei verhinderte schlimmeres.

Peter Janssen in Mallorca, könnte ein teurer Spass für ihn werden
Nur zwei Tage später wurde in Marbella (Andalusien) der matador de toros Morante de la Puebla und seine cuadrilla erneut beim nach dem Tod des ersten toros von einer Gruppe antitaurinos attackiert. Unter ihnen erneut Peter Janssen. Auch hier griff die Polizei relativ zügig ein.

Joaquín Moeckel
Nun war für den matador de toros Morante de la Puebla das Limit überschritten und er schaltete die bekannte Kanzlei Moeckel aus Sevilla ein. SfA hat davon berichtet: Es liegt an der Zeit juristische Schritte in die Wege zu leiten. Der Rechtsanwalt Joaquín Moeckel bezichtigte den Niederländer in seiner Klageschrift wegen Hausfriedensbruch mit Gewaltbereitschaft und Verleumdung und klagt auf eine Entschädigungssumme in Höhe von 100.000 Euro.

Peter Janssen ist übrigens in der Szene kein Unbekannter und in Insiderkreisen wird darüber gesprochen, dass er für seine Einsätze bei den corridas von der antitaurinischen Lobby bezahlt worden sei. So sei er mittlerweile neben den oben genannten plaza de toros auch in Pamplona, Burgos, Mérida, Valladolid, Badajoz und sogar in Sevilla und Madrid. Bei allen Aktionen ist auffallend, die Störung durch den antitaurinismo erfolgte stets nach dem Tod des toros. Nie traute sich einer während der lidia in das ruedo.
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"Ich bin ein Torero, kein Mörder"

Morante de la Puebla, gestern in Ronda (EL PAÍS)
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Auch am Wochenende ist Morante de la Puebla von antitaurinos auf der Strasse verbal angegangen worden. doch seine Antwort war eindeutig. Und er fuhr fort: "Die toros sind ein Glück, das wir hier sie haben. In seiner Gesamtheit ist es eine Heldentat seitens des toreos. Sie entstammen nicht aus der Zeit von Franco, nein, viel früher gab es sie schon. Toros sind der Ausdruck an Poesie in Spanien."

Antitaurinos manifestierten auch in Ronda, aber gewaltlos.
Wie auch immer, ob torero oder Mörder, das Gericht wird am 28. September darüber entscheiden. Auf das Urteil kann man gespannt sein, setzt es doch auch ein Zeichen für die Zukunft.

Sonntag, 6. September 2015

Ronda beginnt eher bescheiden





von Philip de Málaga


Der Höhepunkt der Stierkampfsaison in Spanien beginnt vor leeren Rängen
Die novillada am Freitag lockte kaum Zuschauer
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Lange ist es her, dass sich der Real Maestranza de Ronda schon zu Beginn der Feria Pedro Romero füllte. Selbst bei der zuerst statt findenden novillada gab es normalerweise genug afición. Doch diesmal kam es recht bescheiden. Eine novillada sin picadores, mit entradas zwischen 25 und 35 Euro, das wollten die aficionados nicht in ein solches espectáculo taurino investieren, welches an anderen Orten gratis angeboten wird. Nicht einmal ein cuarto de entrada, also weniger als 1.500 Zuschauer, dass ist in keinster Weise zu akzeptieren.


Reines Missmanagement der empresa. Statt sich an anderen plaza de toros zu orientieren, wie zum Beispiel in Málaga (siehe SfA TAURONEWS: Grosser Andrang in Málaga), wo die erste novillada sin picadores an die 9.000 Zuschauer in die tendidos lockte, konzentriert man sich hier lediglich auf den Highlight, der corrida goyesca.

Und das sollte so nicht sein. So wie zu der corrida goyesca wo die mit am vielversprechendsten matadores de toros der temporada taurina antreten, so sollte man auch bei der novillada den führenden novilleros des escalafones und zumindest den besten alumnos der escuelas taurinas eine Chance geben. Aber nein, das Haus Ordoñez, Eigentümer der plaza de toros konzentrieren sich lediglich auf ein No hay billetes der corrida goyesca. Und das leider schon seit Jahren. Ein ziemlich bedauernswerter Zustand bis hin zur Peinlichkeit. Klare pitos von der afición.

Der novillero Toñete mit einem derechazo
Hier die Ergebnisse der novillada in Ronda:

Juan Márquez: Palmas und ovación
Toñete: Ovación tras aviso und oreja

Die novillos kamen von der ganadería Aguadulce.

Der novillero Carlos Llandrés mit einer natural

Samstag, 5. September 2015

Inspiration zu Ronda





mit Curro González


Heute an diesem Samstag reden alle von Ronda. Der legendären mittlerweile 59. corrida goyesca. Das cartel zur feria taurina dazu gestaltete der Künstler aus Sevilla Curro González.


SfA: Was wollten Sie mit diesem cartel taurino zum Ausdruck bringen?

Curro González: Es ist eigentlich wenig überraschend, dass es hierbei um die Ankündigung einer einzigartigen fiesta geht, in welchem sich der Geist der corrida goyesca reflektiert, mit seinen lebendigen Farben, Rot und Zinnoberrot,produzieren sie ein Bild angenehmer Wärme und voller Kraft. Eben genau das, so wie ich es verstehe, sich in der fiesta taurina widerspiegelt. Schon seit meiner Kindheit verband ich mit dieser fiesta immer besonders das Licht und die Farben.

SfA: Wen erkennt man auf diesem cartel?

Curro González: Undiskutierbare Persönlichkeiten aus der Geschichte der mundo de los toros, vor allem jene welche wir mit Real Maestranza de Ronda in Bezug bringen. Oberhalb habe das führende Trio der tauromaquia skizziert, Don Alvaro Domecq-Diez, Rafael "El Gallo" und Belmonte. Dabei nahm ich Bezug auf das berühmte Photo, wo die drei in den tendidos der plaza sassen und den Eindruck vermittelten einfache aficionados zu sein. Irgendwie erinnert das alles an einen Olymp taurino. Mit dünnen Linien gezeichnet erscheinen die Figuren transparent, wie göttlich über dem Geschehen. Und gekrönt werden sie mit den Buchstaben um die es geht, den TOROS.


SfA: Und wer ist der Protagonist in der Mitte?

Curro González: Ich habe mich für den grossen maestro Antonio Ordoñez entschieden. Nicht nur weil er eine sehr wichtige figura war, nicht nur als torero, sondern er war einer der prägenden Entscheidungsträger für die corrida goyesca in Ronda. Dabei interessierte es mich seine Gegenwart und in Eleganz im ruedo darzustellen. Um dieses zu erreichen beschäftigte ich mich mit alten Photos, im Konkreten einer corrida goyesca aus dem Jahr 1964. Die bildliche Darstellung im Gegensatz zum Photo erlauben dir den besten Moment zu wählen, wo der interessanteste Augenblick reflektiert.

Ich hatte mich für diesen Moment entschieden, wo der toro nach dem Manöver den engaño, also die capa aus den Augen verloren hat.

SfA: Und natürlich darf der toro nicht fehlen, und diesmal gleich in einer doppelten Variante.

Curro González: Keine Frage, ohne den toro gäbe es keine fiesta. Der schwarze toro, welchen man in der Mitte erkennen kann, ist ein kritischer Moment voller Spannung vor seinem Tod. Den anderen toro habe ich nur umrissen dargestellt, weil er zum einen der Täuschung des Antonio Ordoñez unterlegen ist und zum anderen, weil die Augen des Betrachters auf den torero gerichtet sein sollen.

SfA: Ist es das erste cartel de toros?

Curro González: Ja, es ist das erste Mal. Und überhaupt habe ich früher nie etwas gezeichnet oder gemalt, was in Bezug zu den toros stand. Und wenn man etwas gestaltet was ein Poster werden soll, verhält sich die Sache sowieso anders. Vor allem deswegen, weil es sich gezielt an die Massen richtet. So entstehen nicht unbedingt gute Bilder.

SfA: Welches Material wurde verwendet?

Curro González: Öl auf Leinwand,  jene Technik, die ich in den letzten Jahren am häufigsten anwandte. Die Technik gibt mit viel Freiheit in der farblichen Gestaltung, besonders bei figurativen Bildern, die andere Bilder nicht zulassen, und somit viel Atmosphäre der Arbeit übertragen wird. Mit der Ölfarbe erhält es eine besondere Qualität, vor allem in den Farben, welches sich gut in dem Werk reflektiert.

SfA: Was hier noch besonders auffällt, es fehlen die Namen der toreros.

Curro González: Tatsächlich habe ich diesen Raum absichtlich leer gelassen, damit noch nachträglich Texte einsetzen kann. Das ist für unten gedacht, unterhalb der Zeichnung von Ronda. Mit dem inneren Design wollte ich mich auch ein wenig von den primitiven carteles absetzen. 

SfA: Was halten Sie von dem diesjährigen cartel de toros mit den matadores Cayetano, Manzanares und Morante?

Curro González: Ich bin kein Experte, aber es sieht aus wie ein leistungsfähiges cartel, dass dem Publikum gefällt und es im ruedo sehen möchte. Ich hoffe es wird eine corrida mit wichtigen faenas die in Erinnerung bleiben werden.

SfA: Werden Sie irgendein festejo taurino besuchen?

Curro Gonzalez: Selbstverständlich. Ich hoffe bei der corrida goyesca dabei sein zu können um mich an einem guten tarde de toros zu erfreuen.

SfA: Vielen Dank für das Interview

Freitag, 4. September 2015

Warum die katholische Kirche den Stierkampf nicht verbietet

Kommt ein neuer Papst, versuchen es die Gegner erneut
die Kirche gegen den Stierkampf zu beeinflussen
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von Philip de Málaga

Immer wieder  erreichen SfA Anfragen nach dem Verhalten der vor allem römisch katholischen Kirche. Wie steht diese zur mundo taurino und warum ist das so? Hier mal ein paar klärende Worte zum historischen Ablauf:

In der Tat hat die römisch-katholische Kirche vor knapp 450 Jahren Stierfeste jeder Art auf der Iberischen Halbinsel mal verboten!
Papst Pius V

Gerne berufen sich Tierschützer auf Papst Pius V (1504 -1572) und seine berühmte päpstliche Bulle aus dem Jahr 1567, die die Teilnahme an Stierfesten unter Androhung der Exkommunizierung verboten hatte.

Was kaum einer weiß, Pius V war vor seinem päpstlichen Wirken 28 Jahre lang Inquisitor für die Provinzen Como und Bergamo und 3 Jahre lang Großinquisitor der römisch katholischen Kirche. Da fällt es einem wirklich schwer zu glauben, der Papst hätte damals sein Herz für die Stiere entdeckt. Ganz gewiss nicht. Es ging ihm dabei um kirchliche wie politische Angelegenheiten:
Philipp II von Spanien

ERSTENS: Was ihn schon damals als Großinquisitor mächtig störte war, dass Philipp II von Spanien (1527 – 1598) die spanische Inquisition als staatliche Organisation in festen Händen hielt, und nicht daran dachte diese Rom zu unterstellen.

ZWEITENS: An solchen Stierfesten kamen nicht selten zahlreiche caballeros ums Leben. Die Kirche konnte nicht akzeptieren, dass die edlen Ritter ihr von Gott geschenktes Leben so einfach dahin warfen. Außerdem fehlten sie dann für die Kriegseinsätze unter christlicher Flagge.

DRITTENS: Stierfeste fanden oft an Sonn- und Feiertagen statt. Sie begannen schon gegen zehn Uhr am Vormittag und endeten in regelrechten Orgien bis spät in der Nacht hinein. Für den besuch von Gottesdienste gab es da keine Zeit und dadurch blieben viele Gotteshäuser leer.
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"Genauso wie das Verbot in Katalonien, 
war die päpstliche Bulle ein reines Politikum, 
welche mit dem Schutz der Stiere wenig gemein hatte."
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Spanien spielte aber für Pius V eine wichtige Rolle, gerade im Kampf gegen das osmanische Reich. Um ein wenig mehr Kontrolle über die Iberische Halbinsel zu bekommen, liess er jene päpstliche Bulle aufsetzen. Doch er machte die Rechnung ohne Philipp II. Dieser nämlich befürchtete Unruhen des Volkes, gar den Unmut des Adels, dem die Organisation jener Stierfeste unterlag, und ließ diese päpstliche Bulle erst gar nicht veröffentlichen. Als Erklärung schrieb er an den Vatikan :
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„Die Bräuche der Stierkämpfe 
liegen den Spaniern einfach einfach im Blut.“

Philipp II (1527 bis 1598)
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Der historische Ablauf:


Die Päpste und die toros: Pius V, Gregor XIII, Sixto V und Clemens VIII
1567 wird die päpstliche Bulle De salutis gregis dominici von Papst Pius V veröffentlicht, in der die Stierkämpfe unter Androhung der Exkommunizierung verboten worden sind.


1575 lockerte Papst Gregor XIII diese Bulle in seinem Schreiben Exponis nobis super wieder auf, indem er das Verbot von Stierkämpfen nur auf Sonntage und geistliche Würdenträger bezog. Papst Gregor hatte sich nur deshalb darauf eingelassen habe, damit Spanien gleichzeitig mit Portugal, Italien und den katholischen Zonen in Polen 1582 den Gregorianischen Kalender einführt.

1583 setzte Papst Sixto V die päpstliche Bulle vom Stierkampfverbot wieder in Kraft. Vorher als Inquisitor von Venedig hatte ihn das Zugeständnis seines Vorgängers verärgert. Die eigentlichen Gründe für diesen Missmut decken sich wohl mit denen von Pius V. Aber es liegt auf der Hand, dass das Verbot von Stierkämpfen wieder mal eher eine Angelegenheit der Inquisition war und nicht unbedingt als Schutzfunktion für die Stiere anzusehen ist.

Obwohl Spanien den Vatikan des Machtmissbrauches und Interpretationsfalschheit beschuldigte wurde das vatikanische Verbot erst wieder nach dreizehn Jahren aufgehoben.

Am 13. Januar 1596 hebt Papst Clemens VIII nach langen diplomatischen Verhandlungen mit dem spanischen Botschafter in Rom, Don Antonio de Sosa mit seiner Bulle Suscepti numeris alle Verbote bezüglich der juegos taurinos auf. Seit diesem Zeitpunkt hat es kein weiteres Verbot mehr gegeben. Und ist vor allem in der römisch katholischen Kirche auch keine Thema mehr.

Und wie steht es in der Gegenwart mit der Wirkkraft der päpstlichen Bulle?

Die Fondation Franz Weber aus der Schweiz veranstaltete diesbezüglich im Juni 2008 einen Schauprozess in Genf. Um diesem einseitigen Prozess einen professionellen Anstrich zu geben sprechen sie von einem Urteil des Internationalen Gerichtshofes für Tierrechte hinter dem die United Animal Nations steht. Das “Vereinte Nationen” wirkt dabei ein wenig irritierend, denn mit den Vereinten Nationen hat diese frei-gemeinnützige Organisation nichts gemein. Im deren nicht rechtskräftigem Urteil ist nachzulesen:

“Bis zur Umsetzung dieser Abschaffung fordert der Gerichtshof vom Papst Benedikt XVI, die die Stierkampfspiele unwiderruflich verurteilende Bulle DE SALUTE GREGI DOMINICI des Papstes Pius V, die immer noch gültig ist, zu erneuern und klare Richtlinien zu erlassen, nach denen die blutigen und abscheulichen Veranstaltungen, die Stierkämpfe darstellen, verurteilt werden müssen.”

Die Theologische Fakultät in Trier sieht es anders:

"Zur Frage der Gültigkeit: Wenn eine päpstliche Bulle nicht widerrufen wird, bleibt sie natürlich gültig. Viele päpstlichen Bullen haben aber keine tatsächliche Wirkkraft erlangt und sind im staatlichen oder kirchlichen Leben bedeutungslos geblieben. So haben mehrere Päpste im Mittelalter in Bullen die Ritualmordbezichtigungen gegen die Juden ausdrücklich verurteilt und Unwissenheit und Habgier auf Seiten der Christen als die eigentlichen Motive für diese falschen Anschuldigungen der Juden bezeichnet. Gefruchtet hat das nicht.

Bei Pastor steht übrigens auch, dass König Philipp II. und die spanischen Granden sich sofort gegen das Verbot der Stierkämpfe gewandt haben. Es haben zwar einige spanische Bischöfe im sog. Reformlibell der spanischen Bischöfe auf dem Konzil von Trient (1561-1563) unter vielen Reformforderungen auch das Verbot von Stierkämpfen und sonstigen Tierhetzen (besonders an Sonn- und Feiertagen) verlangt. Die Namen dieser Bischöfe werden jedoch nicht genannt. Auf der anderen Seite fand Philipp II. auch willfährige Theologen, die ihm in ihren Gutachten die Unbedenklichkeit der Stierkämpfe bescheinigten.

Ich vermute, dass das auch für den heutigen niederen und höheren Klerus in Spanien gilt."

Mit anderen Worten, es liegt kein Verbot der römisch katholischen Kirche vor.
Und ist auch kein Thema mehr!

Da die päpstliche Bulle von 1567 von Papst Pius V und deren Wiederaktivierung von 1583 im Jahr 1596 von Papst Clemens VIII eindeutig widerrufen worden ist, hat diese entsprechend auch keine Gültigkeit mehr. Jede weitere Diskussion darüber ist überflüssig.

Siehe auch: Der katholische Stier

Donnerstag, 3. September 2015

Málaga: Eventuell Anklage gegen die Antitaurina?





von Philip de Málaga


In Málaga erwägt man ein Anzeige wegen Gefährdung der Beteiligten
Von der Stiertrösterin auf die Anklagebank
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Beim letzten Halbfinale des Certamen Internacional de Escuelas Taurinas in der Malagueta sprang die antitaurina Virginia Ruiz ins ruedo um gegen die mundo taurino zu protestieren. Dabei setzte sie sich auf den schon toten novillo mit dem Hinweis, das sterbende Tier zu trösten.


Die Tierrechtsorganisation PETA ernannte die 36-jährige daraufhin zur Heldin, welche sich allein in die Gefahr des ruedos begab, was bei der internationalen Presse dementsprechend propagiert worden ist.
Gestern wurde SfA von der escuela taurina der plaza de toros darüber in Kenntnis gesetzt, dass man dabei sei, die zahlreichen Videoaufnahmen zu diesem Geschehen auszuwerten. Tatsache sei, als die antitaurina den novillo erreichte war dieser definitiv tot. Sollte der novillo jedoch noch gelebt haben, als die Aktivistin in das ruedo gesprungen ist, hätte sie damit das Leben aller Beteiligten in Gefahr bringen können, denn es hätte die Möglichkeit bestanden, dass sich das Tier noch einmal erhebt und einen oder mehrere toreros angreift. In diesem Falle würde die empresa Anzeige gegen Virginia Ruiz erstatten und juristische Schritte in die Wege leiten.
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Siehe auch:

PETA vergleicht Tiere mit geistig Behinderten




von Ursula Herzog


Wie weit dürfen Tierschützer mit ihren verbalen Äusserungen gehen?
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Die Tierrechtsorganisation PETA hat eine erstaunliche Anschauungsweise von Tierrechten. In einer Frage seiner FAQ’s  („Was verstehen Sie unter Tierrechten?“) antwortet die Vereinigung, dass jedes Tier Rechte besitzt ….“in derselben Art besitzt ein geistig Behinderter Rechte, selbst wenn er nicht gut aussieht oder wenn ihn niemand liebt“. 


Angesichts der aufgeregten Reaktionen der Leser im Internet gab die Vereinigung zu (ohne sich viel mit Entschuldigungen abzugeben) dass die Formulierung ungeschickt gewählt worden wäre. Isabelle Goetz, eine Pressesprecherin von PETA erklärte BuzzFeed France : „Es handelt sich um einen groben Interpretationsirrtum, es ist unbedeutend, wir sind alles in allem unglücklich darüber.“

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Anmerkung von SfA:


Überhaupt geht PETA bei provozierenden verbalen Vergleichen bis ans Limit und manchmal schiessen sie eben über das Ziel hinaus. Man erinnere sich nur an den Holocaustvergleich aus dem Jahr 2004:




Lesen Sie dazu die SfA-Reportage: Plaza Nostra: Die Mafia der Tauromaquia

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Siehe auch:

PETA tötet Tiere, und nicht zu wenig, SfA TAURONEWS vom 8. April 2013
Mehr Rechtssicherheit für die mundo de los toros, SfA TAURONEWS vom 12. April 2013
Eigentlich wollen sie den Tod, SfA-Reportage vom 30. Mai 2013
Mit der Verónica gegen die Stiere, SfA-Reportage vom 22. Februar 2014

Mittwoch, 2. September 2015

Wenn Stierkampfgegner demonstrieren





von Philip de Málaga


Keine 30 Aktivisten postierten sich in der Innenstadt von Málaga
Engagiert, peinlich oder einfach nur lächerlich?
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Die feria taurina von Málaga war seit einer Woche beendet. Und während der festejos taurinos gab es fast keine Aktionen der antitaurinos. Ausser der Sprung der Aktivistin Virginia Ruiz beim Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas. (Siehe: Málaga: Kein guter Tag, und doch ...) Wie SfA erfahren konnte, hatte man die 36-jährige Tierarzthelferin von der Organisation PETA zur Heldin deklariert worden. Von der hiesigen und nationalen Presse wurde dieser Zwischenfall lediglich belächelt und als vollkommen überflüssig abgestempelt.  Und nicht so ganz zu unrecht kann man sich die Frage stellen, warum springen antitaurinos immer erst dann in das ruedo, wenn der toro schon tot ist. Noch nie traute sich ein antitaurista dieses bei einem noch lebendem toro. Was wiederum eigentlich verständlich ist, denn eine solche Unternehmung wäre zu gefährlich. Da ist es schon wesentlich sicherer auf der Strasse zu demonstrieren.

Nun, eine Woche später wurden einige antitaurinos aktiv und kündigten gleich zwei Konzentrationen an. Eine am Freitag die andere am Sonntag vor dem Museum der Künste für Tauromachie. Doch was man dort zu sehen bekam konnte man unter der Rubrik "eher bescheiden" abhacken. Gerade mal 20 bis 30 antitaurinos postierten sich vor dem museo, hauptsächlich in schwarz gekleidet, teilweise mit bunten Haaren.

Von den vorkommenden Touristen verstand keiner um was es ging
Die Texte lediglich in spanischer Sprache, keine Bilder, so bekam die Anzahl der Touristen, welche die Demonstration passierten nicht einmal mit um was es ging. Besucher aus Amerika stellten lediglich trocken fest, dass es bei diesen Hasstiraden wohl weder um Politik oder etwas Ernstes ginge.
Während bei den toros sich die Ränge füllten . . . 
. . . war bei der Demonstration gegen die toros fast keiner zu sehen
Den Sinn dieser Aktion kann man durchaus in Frage stellen? Es waren auffallend junge Leute, aber welches Motiv sie bewegte so aggressiv gegen die mundo de los toros vorzugehen blieb dem Zuschauer eigentlich vorenthalten. Keine Informationen, keine Hinweise, keine Blätter, lediglich lautstarke Hasstiraden gegen die mundo taurino. Dahinter stand die Freie Jugend von Málaga, welche in vielen Angelegenheiten sich einmischen, organisieren, aber ob hier das profunde Wissen gegen die tauromaquia und die entsprechende Überzeugung eine tragende Rolle spielte darf bezweifelt werden. Und vor allem die Frage, statt einmal ordentlich, warum diese zwei kleinen Miniauftritte, die wirklich rein gar nichts brachten. Erst wirkte mehr als eine Gaudi als eine antitaurinische Präsentation.


Man forderte die Schliessung aller Einrichtungen, welche mit den toros zu tun haben. wie zum Beispiel den Museen. Der Wachmann vor dem Museum meinte nur trocken, "die wollen, dass wir unsere Arbeitsplätze verlieren".


"Gibt es denn keine wichtigeren Ziele, für die es sich lohnt einzusetzen?" fragte eine Passantin. Und überhaupt sähen jene Demonstranten eher wie Punks aus als politisch oder kulturell engagierte Aktivisten. 

Montag, 31. August 2015

SfA: Tendenz steigend: Fast 16.000 Besucher im August





von Philip de Málaga


In den deutschsprachigen Ländern 
scheint man sich immer mehr für die Tauromachie zu interessieren 
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Der Monat August geht nun dem Ende zu, und SfA kann einen neuen Besucherrekord verzeichnen. Nachdem schon San Fermín in Pamplona für reichlichen Zuwachs sorgte, schien im heissesten Sommermonat das Interesse an den toros besonders gross zu sein. Nicht nur die Spanier begannen wieder die tendidos in den plaza de toros zu füllen, dabei viel junges Publikum, auch das Interesse an ausländischen Gästen begann zu steigen. Das merkte ebenfalls SfA. Zahlreiche Anfragen nach festejos taurinos, vor allem in Málaga und Umgebung erreichten uns. Wo finden welche statt und wie kommt man an die entradas, die meisten Fragen. Besonders auffallend die Anfragen nach der corrida goyesca in Ronda Anfang September.

Aber nicht nur Informationen von Besuchen an corridas war von Interesse. Auch spezielle Fragen erreichten uns. Mit anderen Worten, im deutschsprachigen Bereich will man mittlerweile mehr über die toros erfahren. Somit lässt sich die hohe Nachfrage von 2.500 Begriffen monatlich beim Deutschen Lexikon des Stierkampfs erklären und die hohe Leserzahl bei SfA, welche in den nächsten Wochen die 200.000 insgesamt anpeilt. SfA erreichte im Monat August diesen Jahres die stolze Zahl von 15.886 Hits:

Eine beindruckende Entwicklung von "Stierkampf für Alle"
Und natürlich sind wir nicht so vermessen zu behaupten, dass es sich dabei lediglich um deutsche aficionados handelt. Nein, das sehen auch wir ganz realistisch. So sagte Ursula Herzog (SfA-Lesern bestens bekannt) dazu: "Dass die Zahl der Leser von SfA steigt, das ist erfreulich, auch wenn eine beachtliche Menge der Leser sicher aus den Reihen der antitaurinos kommt. Die überwachen ganz genau diese Seite und suchen nach Möglichkeiten, der tauromaquia zu schaden." Selbstredend liest der antitaurinismo hier eifrig mit. Versuchte man ja schliesslich auch einigen von unseren Mitarbeitern privaten wie beruflichen Schaden zuzufügen. Und das solche Zahlen, eine solche positive Entwicklung von SfA den Organisationen wie Personen, die sich für ein Verbot von Stierkämpfen ein Dorn im Auge ist, versteht sich von selbst.

Was viele antitaurinos nicht wahr haben wollen, mit ihren aggressiven Methoden bewirken sie gleich zwei Dinge, welche gegen sie sprechen: Zum einen erwecken sie bei vielen das Interesse an den toros. Sie erfahren zwar erst einmal die Kritik der antitauristas, aber schliesslich wollen sie sich doch zunächst einmal ein wenig mehr zu informieren, was denn wirklich hinter all diesem steht, bevor sie sich entscheiden. Zum anderen erreichten sie damit, man siehe es am Beispiel Katalonien, dass die taurinos begonnen haben ihre Kultur der tauromaquia zu verteidigen. Und mit Erfolg, schliesslich ist es nun ein spanisches Kulturerbe.

Die am meisten gelesenen Artikel im Monat August waren:
  1. Deutsche Bücher zum Thema Stierkampf
  2. Málaga im Rausch
  3. Málaga: Francisco Morales gewinnt das Finale
  4. Über die Konsequenzen ein echter Torero zu sein
  5. Ohne den Stier in Bilbao wäre . . .
Bleibt nur noch sich bei allen zu bedanken. Bei den treuen Lesern und bei allen die geholfen haben, dass SfA zu einem der führenden Portale in deutscher Sprache in der mundo de los toros geworden ist.
M u c h a s    g r a c i a s