Montag, 26. Oktober 2015

Weniger Veranstaltungen aber mehr Besucher




von Philip de Málaga


Steigende Besucherzahlen in der Königsklasse der Stierkämpfer
Acht Prozent mehr Zuschauer in den Top Arenen
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Obwohl die Anzahl der festejos taurinos in Spanien in diesem Jahr ein wenig gesunken ist, ist das Interesse an den corridas de toros in den plaza de toros der ersten categoría auf der spanischen Halbinsel im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent gestiegen. Mit anderen Worten, dass Interesse an den klassischen Stierkämpfen vor beeindruckender Kulisse mit guten toreros ist grösser geworden. Auch beim jungen Publikum.
Weniger Veranstaltungen ... aber mehr Besucher, die plazas de toros waren voll
Wie das Portal La economía del toro berichtet wurden die corridas in den plaza de toros in den Landeshauptstädten von 1.850.000 Zuschauern aufgesucht. Also knapp 140.000 Besucher mehr in den tendidos als im letzten Jahr. Ein besonderes Zeichen setzte dabei sicherlich die Feria del Toro im nördlichen Pamplona mit ihren 190.000 Besuchern. Auch in San Sebastián wo man die toros verbieten wollte kam man mit 30.000 Zuschauern auf eine stolze Zahl.


Der Trend ist eindeutig. Das Interesse nach einem seriösem, guten wie ehrlichem toreo, verbunden mit Schauspiel, Kunst und Extravaganz ist am steigen. Mit anderen Worten formuliert, man reduzierte die Anzahl der Veranstaltungen, erhöhte die Qualität, und konnte somit nicht nur vollere plaza de toros erlangen sondern auch bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielen. 

Grosser Andrang in Málaga 2015, trotz weniger Veranstaltungen
Zum Beispiel in Málaga. Die Zahl der jährlichen festejos taurinos wurde von 17 auf 12 reduziert und die feria taurina war in jeder Hinsicht ein Erfolg.

Wenn der Stier spricht ...




vom toro selbst





Glaubst Du wirklich, dass Du mich verteidigst?

Diese "Verteidigung" von der du sprichst, welche Du für mich tust,
ist das Auslöschen meines Gesichtes von dieser Erde ...

Mich verteidigst Du nicht!

Sonntag, 25. Oktober 2015

Die Nacht vor dem Stierkampf





von Juan Belmonte

Der spanische matador de toros Juan Belmonte García (1892 bis 1962) wurde und wird häufig als einer der einmaligsten toreros aller Zeiten betitelt. Wegen seiner kurzen Beine war er oft gezwungen, seine Manöver, seine pases ohne viel Bewegungsaufwand durchzuführen. Weglaufen ging nicht. Er war gezwungen wegen seiner Gestalt, sich dem Angriff des toros zu stellen. So gehörte er auch mit zu den ersten toreros, die über ihre Gefühle der Begegnung im ruedo sprach, über Ängste und sein innerstes Seelenleben in der mundo de los toros. Und so ein tarde de toros begann bei ihm schon weit vor Beginn. Am Abend vorher, in der Nacht wie morgens.


"Schon in der ganzen Nacht schlich sie um einen herum, selbst in dem Moment wo man sich zu Bett begab, sich hinlegte war sie da, berührte einen, jedoch mit ein wenig Phantasie und kräftigem Willen, war es erst einmal ein leichtes sie aus dem Feld zu schlagen, sie fortzujagen. Und so schlafe ich am Vorabend friedlich ein, mit dem einfachsten Trick der Welt. Ich beginne an Ereignisse, an Dinge zurückzudenken, welche kaum an Bedeutung haben. Und da man nicht gerade die stärkste Einbildungskraft besass, war es ein Einfaches für mich in meinem Geist eine Art Fata Morgana entstehen zu lassen. Wie ein Film spielte ich diese immer wieder ab, um meine unkontrollierbare Phantasie ich Schach zu halten, bis es mir endlich gelungen war einzuschlafen. Dabei handelte es sich um eine unterhaltsame, vergnügliche Folge von Bildern und Sequenzen, welche mir Freude bereiteten, und mich von den möglichen dramatischen Konsequenzen, den kritischen Momenten des folgenden Tages ablenken sollten. Gleich einer Vogelscheuche in meinem Geist wirkte sie auf mich wie ein Wiegenlied für Kinder.

Am Morgen der corrida de toros, wenn man noch im Bett liegt und schläft, kommt sie heimlich  und lautlos angeschlichen, die Angst, baut sich auf, richtet sich neben uns ein ohne uns zu wecken.

Kommt dann der Moment, indem ich dann morgens erwache, ist eine Flucht nicht mehr so leicht möglich. Plötzlich ist sie da, die Angst, überrascht einen, wenn man erwacht, wird Herr über uns, ehe wir in der Lage sind uns gegen diese mit Hinterlist gefüllten Gedanken wehren zu können. Da liegen wir toreros mir unseren Köpfen auf den Kissen, erblicken mit einem Auge das Licht des anbrechenden Tages und mit dem Licht kommt auch sie uns entgegen, die Angst.

Unser mozo de espada weiss es. kennt diese Gefühle, weiss es genau. Denn wo gibt es schon einen torero, dessen Mut vor den Augen seines mozo de espadas bestehen könnte. Da hilft nur eins. Aufstehen. Gut. Schluss mit dem Unsinn. Gehen wir torear. Her mir dem traje de luces.
1928: Noch im Morgenmantel bereitet der mozo de espada dem matador de toros die coleta.
Und genau das ist es, sich als torero verkleiden, sein Leben riskieren, als ob man dieses nötig hätte. Nein, das sind wir uns bewusst. Wir tun es, weil es uns gefällt."
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Quellennachweis:

Juan Belmonte, matador de toros, su vida y sus hazañas, Manuel Chaves Nogales, Editoril Alianza, Madrid 1969
(Übersetzung: Philip de Málaga)

Samstag, 24. Oktober 2015

2015: Fast 13 Prozent weniger Stierkämpfe




von Philip de Málaga


Es fanden letztendlich doch weniger Stierkämpfe statt als angenommen
Wohlgemerkt: Es gab weniger Veranstaltungen, aber nicht weniger Besucher!
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Laut dem Internetportal La economía del toro gab es in  2015 in Spanien insgesamt 194 festejos taurinos weniger. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Minus von 12,8 Prozent. Auch hier sieht man diesen Negativtrend in den politischen Attacken in der zweiten Jahreshälfte. Denn noch bis zum Sommer ist die Anzahl die corridas um 6 Prozent gestiegen. 

Quellennachweis: La economía del toro
Wer einen Blick auf die Statistik wirft, erkennt vor allem auch hier, dass es die novilladas mit 91 Veranstaltungen sind, welche fast die Hälfte des Rückgangs ausmachen. Die corridas de toros bleiben weiterhin mit 30 Prozent die populärsten festejos taurinos in der mundo taurino. Und auch, wenn diese in diesem Jahr gesunken sind, liegt eine leichte Steigerung vor, denn 2014 waren es 28 Prozent der gesamten festejos.

Der klassische Stierkampf stagnierte im zweiten Halbjahr ein wenig




von Philip de Málaga


Es hatte für die Tauromachie in Spanien 2015 recht gut begonnen,
doch politische Entscheidungen stoppten den Aufschwung, trotz Interesse
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Keine Frage, das Interesse war da. Die Besucherzahlen zu Beginn diesen Jahres waren wie im Vorjahr 2014 am steigen. Die plaza de toros waren sehr gut besucht, zum einem lleno reichte es auffallend häufig, viele junge Leute interessierten sich für die mundo de los toros, doch ab Sommer verzeichneten die corridas einen Rückgang. Insgesamt sank die Zahl der corridas um 36 Veranstaltungen, also um 6,8 Prozent.
(Grafik: mundotoro)
Wie lässt sich so etwas erklären? Wo gerade in diesem Jahr sich erneut zeigte, dass ein gewisses Interesse für die toros vorhanden war und ist. Besonders die fiestas populares erfreuten sich eines grossen Besucherandrangs. Aber davon konnten die corridas in den plaza de toros nicht so profitieren.

In einem ist man sich im Klare. An mangelndem Interesse durch afición und anderem interessiertem Publikum kann es nicht gelegen haben. Grundsätzlich kann man diese negative Entwicklung zwei Punkten zuschreiben.

Das war pure Politik und keine Entscheidung gegen die Stiere!

Zum einen der Veränderung in der politischen Landschaft. Der leichte Linksrutsch in einigen Rathäusern tat der taurinischen Welt nicht besonders gut. Zwar ging es hier um alles andere als um Tierschutz, aber die politischen Entscheidungen richteten sich nicht selten gegen die mundo de los toros, oder besser gesagt, häufig gegen Spanien, oder was zu spanisch erschien. Aber wie gesagt, in erster Linie waren es Entscheidungsprozesse gegen die corridas, nicht die festejos populares, wie zum Beispiel die encierros oder andere dörfliche Stierfeste, ohne reglamento taurino.

Dann die etwas zu teuren Eintrittskarten?

Den zweiten Ansatz findet man in den teuren entradas zu den corridas de toros. Da sind die empresas, vor allem den jungen aficionados zu wenig entgegengekommen. Denn populär waren die toros beim jungen Publikum. Zum Beispiel in Málaga, die Certamen der Nachwuchstoreros wurden immerhin von gut 32.000 Zuschauern aufgesucht - der Eintritt frei. Aber trotzdem konnten sich die empresarios nicht beklagen denn zu einem lleno kam es häufig.

Besonders die novilladas rückläufig.

Auffallend war der Rückgang bei den novilladas. Denn die maestros wie Morante de la Puebla, El Juli, José María Manzanares oder Enrique Ponce, sorgten mit ihrer Medienpräsenz und der dazu gehörenden Popularität für gut besuchte plazas bei den corridas de toros. Mit anderen Worten, mit einem Mangel an Popularität lässt sich dieser Rückgang nicht erklären.

2015: Stierkämpfe waren gut besucht,
dass können auch nicht die Statistiken schlecht reden. (Foto: mundotoro)
Und trotzdem, die Welt der Stiere bleibt erhalten 
... und das Interesse weiterhin steigen!

Man kann es nun sehen wie man will. Tatsache ist, die toros sind ein Politikum geworden. Hier geht es weder um Traditionen, um den Schutz der toros und schon gar nicht um die Interessen der Bürger, am aller wenigsten um die der aficionados de toros. Alle sind nur Statisten, selbst die antitaurinos, in einem politischen Machtspiel und eine Erkenntnis bleibt uns erhalten. Die toros befinden sich weiterhin nicht mehr im freien Fall. Eine kleine Stagnation, verursacht durch politische Spielereien, wird mit Sicherheit nicht verhindern, dass man in dieser demokratischen Welt auch weiterhin den Interessen eines taurinos nachgehen kann. 

Freitag, 23. Oktober 2015

Wenn man im Wohnzimmer kämpft

Der spanische Schriftsteller und Nobelpreisträger der Literatur Camilo José Cela (1916 bis 2002) war nicht nur für seinen dunklen Realismus bekannt sondern auch für seinen tremendismo. Ein Begriff der unweigerlich mit der tauromaquia verbunden ist. Also etwas Neuem, Provozierendem, etwas, was eine neue Begeisterungswelle hervorbringt. Im Falle der toros in die tendidos der plaza de toros überträgt. In seiner Fabel "El toreo del salon", welche 1936 erschien, beschrieb er, dass dieses auch ohne toro im Wohnzimmer, im Garten oder wo auch immer geschehen kann:

Über die Dramaturgie des toreo de salón
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von Camilo José Cela

Der torero betritt das ruedo, und wenn es ein toro ist, von Gott geschaffen, jemand, der die Regeln des toreo kennt, dann macht der toro den Rest. Der torero de salón hat keine Helfer. Um ein solcher torero de salon zu sein, muss man, ausser torero auch ein grosser Schauspieler mit Hang zur Dramatik sein. Da geht er auf einen Stuhl zu und ruft aus: "Geh vorbei toro!" Und dieser bleibt am Platze stehen. Und das ist viel weniger als man zu erwarten hat, denn wenn ein toro vorbei stürmt, hat man nicht einmal Zeit dieses auch nur zu denken.

Toreo de salón eines Nobelpreisträgers.
Sich ohne einen toro in Szene zu setzen, ist viel beeindruckender, als mit eingezogenem Bauchnabel am Leben zu bleiben, wenn der toro zustösst, ihm gar eine cornada zufügt. Da ruft jemand, mit einem gewissen Hochgefühl den toro, und der toro kommt, und der andere wiegt und gleitet hin und her, und wenn er es nicht tut, schaut er dem Tod ins Auge; welches natürlich noch schlimmer ist, aber da gibt es den feinen Unterschied: Was ist wenn der toro eine Liegestuhl ist, ein tragbares Bidet, eine Nachtischlampe oder einfach nur eine Nähmaschine? Und da steht man voller Stolz und ruft aus "He, toro!" Aber der kommt nicht. bleibt wie angewurzelt stehen, und man muss alles einsetzen um Leben in diese Szenerie zu bringen. Den Körper wiegen und gleiten lassen. 

Cela und die toros
Das mit dem toreo de salón ist sehr verdienstvoll, voller Geheimnisse und es rangiert immer am Rande der Geringschätzung, der Lächerlichkeit. Wie die pure Poesie oder das geheimnisvolle Laster ist das mit dem toreo de salón etwas, welches man nur unter seinen Bestimmten, gewissen Auserwählten finden kann.
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Quellennachweis:

Toreo de salón, Camilo José Cela, Editorial Lumen, Barcelona, 1936

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Die Präsidentenloge in Ronda




von Dominik Hillsch (ORF)


Die La Real Maestranza von Ronda gehört sicherlich mit zu den bekanntesten und ältesten plaza de toros in Spanien und stammt aus dem Jahr 1785. Eine ohne Frage historische wie neoklassische plaza, wo jedes Jahr Anfang September die berühmte corrida goyesca organisiert wird. Wer genauer hinschaut wird vor allem mit zwei Dingen konfrontiert. Erstens, ist das ruedo mit einem Durchmesser von 65 Metern das grösste in Spanien, und dabei ist die plaza de toros der dritten categoría selbst gerade mal für nur 6.000 Besucher zugänglich.


Zum anderen fällt der Ort des palco presidencial auf. Normalweise befindet sich dieser gegenüber der puerta wo die toreros einmarschieren, dem toril und der Uhr in der plaza. Doch in Ronda verhält es sich ein wenig anders. Hier thront der presidente geradezu auf dem toril, jenem Tor, durch welcher die Stiere das ruedo betreten. Über dem callejón. So nah sitzt kaum ein presidente am Geschehen, am ruedo. Dem Team vom österreichischen ORF ist dies aufgefallen und haben es gleich fotografisch festgehalten. Sicherlich ist es auch für zahlreiche aficionados eine neue errungene Erkenntnis.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Über den erotischen Rausch





von Michel Leiris


.... wenn der toro den torero passiert
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Genauso wie beim Koitus gibt es beim pase der tauromaquia einen auf Erfüllung hingehenden Anstieg (nämlich wenn sich der toro dem torero nähert), so dann den Paroxysmus (wenn eben der toro in die capa eintaucht und seine Hörner den unbeweglichen Körper des still stehenden toreros knapp streifen), und schliesslich die Trennung der beiden Wesen im ruedo nach einem intensiven Kontakt, ein so genanntes Auseinanderstreben, einem Verfall gleich, zum der Bruch der Beziehung führt. Und wenn dann beide, unter der Voraussetzung, dass der toro entsprechend reagiert und der torero gut in der Lage war ihn durch das flexible wie zusammenhängende Labyrinth der pases zu lenken und zu dominieren (wobei die Kontrahenten, die zunächst getrennt, dann zusammen den Anschein erwecken, zu einer Einheit verschmolzen zu sein), entsteht eine Ekstase, welcher einem erotischen Rausch sehr nahe kommt. 

Zeichnung: André Masson
Wie kurz vor dem Höhepunkt bei einem Liebesakt, ist man auch hier hin- und hergerissen: voller Furcht, dass es ein Ende haben könnte, begeistert dass es vielleicht auch fortgesetzt werden kann. Bei den Wiederholungen der Manöver wird die Euphorie - so wie bei den Zärtlichkeiten eines Koitus - nur noch gesteigert, man dringt tiefer in einen Rausch ein, in die Trunkenheit, weil man die Tiefe der Wollust, welche sich steigert, die geradezu heftiger wird, spürt und sich bereits befriedigt zu glauben fühlt. 
(Foto: mundotoro)
So wie bei einem physischen Schwindelanfall, welcher beklemmend oder fantastisch sein kann, begleitet einen das Gefühl von Gefahr. Eine solche Folge provozierter wie gerade noch abgewehrter Gefahren lässt sich nicht ewig fortsetzen. Und trotzdem wird die pessimistische Prognose vereitelt: Der Mensch, der torero lebt noch und der der toro ist noch immer in seiner Nähe, um ihn herum, hüllt ihn geradezu ein. Doch dann ganz plötzlich hat der Zauber ein Ende. Denn sie gehen auseinander. Verlassen sich. Werden zu Fremden.  

(Foto: El Mundo)
Und in diesem Moment meldet sich das Publikum von den tendidos und die ovaciones ertönen in der plaza, dringen ins ruedo und leiten eine Entspannungsphase ein, wo der torero seine nervliche Anspannung abbauen kann, das Fieber senkt sich, mit dem dem Gefühl einer gleichzeitigen Ejakulation, deren Sperma sich in den lauten Bravo-Rufen des Publikums reflektieren.
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Quellennachweis:

MIROR de la tauromachie précédé de Tauromachies, Michel Leiris, èditions fata morgana, Montpellier, 1980

Dienstag, 20. Oktober 2015

Stierkampf für Alle







Im wahrsten Sinne des Wortes: Stierkampf für Alle:

(Foto: mundotoro)

Montag, 19. Oktober 2015

Spanische Medien interessieren sich für SfA und den COSSÍO en alemán




von Philip de Málaga


Willkommen bei den Stieren.
Die deutsche Afición ist in Spanien angekommen!
Spanische Medien werden auf SfA und den COSSÍO en alemán aufmerksam
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Während man auf der Ferieninsel der Deutschen Mallorca eifrig gegen die mundo de los toros wettert, konnte SfA und der COSSÍO en alemán, das deutschsprachige Nachschlagewerk zum Thema Stierkampf darstellen, dass man sich im deutschsprachigen Bereich sehr wohl für die tauromaquia interessiert. Sogar in Spanien hat man dieses mittlerweile zur Kenntnis genommen:
In Spanien wir man auf die deutsche Information aufmerksam! 
Wie heute im Portal La economía del toro zu lesen ist interessiert man sich auch in Spanien für das Interesse der Deutschen: Mehr als 100.000 nachgeschlagene Begriffe im ersten deutschsprachigen Nachschlagewerk des Stierkampfs:
LINK: Más de 100.000 consultas en el primer diccionario taurino alemán
"Das Interesse an der tauromaquia geht wohl weit über die Grenzen jener Länder hinaus, welche über eine Tradition taurina verfügen. Ein gutes Beispiel ist die Webseite Stierkampf für Alle, welche man  mit Toros para Todos übersetzen kann. Jene Seite wird durchschnittlich im  Monat von 16.000 Lesern aufgesucht und hilft den Deutschen mehr über die Fiesta zu erfahren.

Hinzu kommt das deutschsprachige Lexikon mit mehr als 2.000 Begriffen, Konzepten und Ausdrücken übersetzt in die Sprache von Goethe. Dieses Nachschlagewerk wurde seit seinem Bestehen in den letzten drei Jahren über 100.000 Mal in Anspruch genommen.

Eine Gruppe von sieben Autoren und acht Fotografen formen diese Organisation. An alle jene unsere Glückwünsche und Danksagung, dass sie die arte und cultura taurina tausenden von Personen zuführen, ohne deren Einsatz sich viele nicht einmal für die Fiesta de los toros interessieren würden."

Mallorca hin, Mallorca her ... und es gibt sie doch die Deutschen, welche sich für die mundo de los toros interessieren. Das Portal La economía del toro interessiert sich vor allem für die Wirtschaftlichkeit, die Rentabilität und die statistischen Auswertungen der mundo taurino.
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Quellennachweis:


Sonntag, 18. Oktober 2015

Preis der Künste für den Torero Enrique Ponce




von Philip de Málaga


Enrique Ponce wird für seinen Einsatz in der Tauromachie
in diesem Jahr mit dem Preis des Magazin Telva ausgezeichnet
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Im Oktober 1963 wurde das Monatsmagazin Telva gegründet, mit dem dem Ziel, vor allem die Damenwelt über Mode und Schönheit zu informieren. Nun, schon mehr als fünfzig Jahren auf dem Markt, gehört sie zur Grupo Unidad Editoral Revistas, zu welcher die auflagenstarken Tageszeitungen El Mundo (Aktuelle Nachrichten), MARCA (Sport) und Expansión (Wirtschaft) gehören. Zwar richtet sich diese Zeitschrift in erster Linie an die Damenwelt, aber ihr grundsätzliches Motto ist es über gesellschaftliche Tendenzen zu informieren. Seit 1991 verleiht die Gruppe den Premio Telva, der sich damals vorwiegend an die Modebranche richtete. Im Laufe der Jahre wurde die Premio Telva um weitere Preise ergänzt: Seit 2011 gibt es die Auszeichnungen für Kunst, Wissenschaft und Sport.

Die tauromaquia im Zentrum der Preisträger: Der torero Enrique Ponce
Ponce mit seiner Frau Paloma Cuevas
Und in diesem Jahr ging Prämie der Künste an den matador de toros Enrique Ponce, dem maestro aus der 15.000 Seelengemeinde Chiva (in der Provinz Valencia). Hiermit wurde sein 25 Jahre langer unentwegter Einsatz für die arte der tauromaquia in den ruedos auf der ganzen Welt belohnt. Aber nicht nur in den plaza de toros oder als ganadero, sondern auch als Mitglied der G 10 setzte er sich für die mundo de los toros auf der politischen Ebene ein. Und dabei scheute er nicht den Kontakt mit den Medien und ging selbst Dialogen mit den antitaurinos nicht aus dem Weg, wie man bei SfA nachlesen konnte (Wenn ein Torero auf eine politische Antitaurina trifft). 

Und es wird kaum einer in Frage stellen, der matador de toros Enrique Ponce gehört mit Sicherheit nicht nur zu den führenden figuras der toreros auf dieser Welt sondern wird auch als einer der wichtigsten Repräsentanten der tauromaquia geschätzt. Gleich einem Botschafter taurino wird er gewürdigt. Kaum ein gesellschaftliches Ereignis, wo er nicht gegenwärtig ist, begonnen bei öffentlichen Anlässen bis hin zu königlichen Hochzeiten.

Laut der Jury wurde er vor allem deswegen ausgezeichnet, weil er trotz aller Bescheidenheit konsequent  ständig an sich arbeitete, was das Besondere an seiner Kunst ausmache. Und genau jene Ruhe und Ausgeglichenheit bestätigte der diestro Enrique Ponce, als er in Begleitung seiner Frau Paloma Cuevas diese Auszeichnung entgegennahm.


Wieder ein Beweis, wie hier auf der Iberischen Halbinsel die Kunst mit der tauromaquia, der mundo de los toros eng verknüpft ist. Toros ist arte, die arte del toreo, die arte de lidiar, die Kunst mit den Stieren umzugehen, sie zu kennen, sie aufzuziehen, mit ihnen zu leben und sie zu lieben. Eine Liebe, welche für viele schwer zu verstehen oder nachvollziehbar ist. Aber sie ist da. Sie existiert, sie ist gegenwärtig und ist Teil des gesellschaftlichen Lebens der spanischen Kultur.

Samstag, 17. Oktober 2015

Auch in Portugal nimmt die Zahl der Zuschauer zu





von Philip de Málaga

In Lissabon steigt die Zahl der Besucher über 20 Prozent!
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Das Augenmerk bei den statistischen Erfassungen nur auf Spanien zu werfen, würde den tendenziellen Blick ein wenig verfälschen. Wie La economía del toro berichtet, ist auch die Zahl der Besucher in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon bei den festejos taurinos in diesem Jahr gestiegen.

Fast immer sehr gut besucht in der portugiesischen Hauptstadt (Foto: mundotoro)
Durchschnittlich sassen 2015 in den tendidos der plaza de toros aus dem Jahr 1892, im Campo Pequeño an die 81,3 Prozent. Das entspricht knapp 9.000 Zuschauern pro festejo. Im Vergleich zum Vorjahr eine stolze Steigerung von 20,6 Prozent!
Besucherandrang im Campo Pequeño (Foto: mundotoro)
Campo Pequeño in Lissabon wurde im letzten Jahrzehnt fünf Jahre lang umgebaut, wo es keine espectáculos taurinos zu sehen gab. Die plaza erhielt ein Dach, eine Tiefgarage und ein kleines Einkaufszentrum. Dabei achtete man darauf, die Fassade und inneren Eigenschaften einer plaza de toros zu bewahren. Am 18. Mai 2006 wurde sie wieder mit einem rejoneo eingeweiht, wo die rejoneadores Joāo Moura, Antonio Ribeiro und Rui Fernándes antraten. Die toros kamen von der ganadería Irmāos Vinhas.

Freitag, 16. Oktober 2015

2015: Stierkämpfe wieder gut besucht




von Philip von Schimpff


Der Besuch der Veranstaltungen mit Stieren liegt im Aufwärtstrend
Auffallend, junge Leute bei den toros
Die Stierkämpfe sind populärer als Zirkusbesuche
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Wie das Spanische Ministerium für Kultur in seiner Statistik für die kulturellen Gewohnheiten und Praktiken in Spanien mitteilte, liegt der Besuch der toros wieder im Trend. So wird die Zahl der Besucher von festejos taurinos mit 9,5 Prozent angegeben. Damit kommt die temporada taurina in diesem Jahr auffallend nah an das Ergebnis von 2007, welches mit 9,8 Prozent eines der erfolgreichsten Jahre vor der Krise war. Wohlgemerkt, hier wird nicht die Zahl der Besucher insgesamt festgehalten, sondern die Zahl der Personen die einmal oder öfters zu den toros gingen.

Wie man in dieser Grafik sehr schön erkennen kann,
ziehen sich die Besucher relativ gleichmässig verteilt durch alle Altersgruppen.
(Grafik: Ministerio de Educación, Cultura y Deporte)
Ebenfalls ist festzuhalten, dass es nicht mehr die Zigarren rauchenden aus der Francozeit stammenden alten Männer sind, welche die tendidos füllen, auch ein junges Publikum besuchte die festejos populares und die corridas. Mit an die 40 Prozent war das Alter bis zu 35 Jahren bei den toros vertreten. Besonders populär bei den ganz jungen Leuten unter zwanzig Jahren waren die festejos populares wie die morgendlichen encierros, wo der Anteil bei über 12 Prozent liegt.
Auch das gehört zu Realität: Junge Leute bei den corrida de toros.
Der Anteil bei den klassischen corridas (corridas de toros, novilladas und rejoneos) lag bei 6,5 Prozent.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Es geht um den Torero ...




von Fernando Cámara

Der populäre Ex-matador de toros und derzeitige Direktor der escuela taurina in Málaga Fernando Cámara Castro (geboren im Dezember 1965 in Arjona in der Provinz Jaen), gilt als ein sehr ruhiger, konzentrierter maestro, der sich sehr auf die Arbeit mit dem toro fixiert. Ob er selbst mit dem res arbeitet, seinen Schülern hilft und es aus dem callejón beobachtet, die Begegnung zwischen dem Menschen und dem Tier, dem toro und dem torero steht bei ihm im Mittelpunkt.

Fernando Cámara
"Es geht nicht darum, 
dass das Publikum triumphiert, 
sondern sie sollen die Talente 
beobachten und bewerten 
in ihren epischen 
wie künstlerischen Ausdrucksformen 

... So sehe ich es!"



Mittwoch, 14. Oktober 2015

640.000 Besucher bei Stierkämpfen allein in den ersten zwei Wochen des Septembers




von Philip de Málaga


Während andere sich verbal die Köpfe einschlagen,
ob dafür oder dagegen, 
werden die Stierkämpfe weiterhin gut besucht
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Da streiten sich taurinos und antitaurinos über die Existenzberechtigung der tauromaquia, beide Seiten nicht oft unter der Gürtellinie, da versuchen politische Instanzen die toros für ihre ureigenen, weit vom Tierschutz entfernten, Interessen einzusetzen, irgendwelche Leute faseln etwas von Demokratie, Moral oder Respekt, wem auch immer gegenüber, aber in der Zwischenzeit vergessen sie mal einen Blick auf die Tatsachen zu werfen. Wie sieht eigentlich die Realität in den plaza de toros aus? Gehen da noch Menschen hin oder werden sie kaum besucht? 

Das beste Argument für die mundo de los toros und ihre tauromaquia,
eine volle plaza de toros (Foto: La economía del toro)
Wie La economía del toro mitteilte, gab es in den ersten zwei Septemberwochen, täglich gut 50.000 Besucher in den tendidos der spanischen plaza de toros. Insgesamt besuchten 640.000 an den toros interessierte Personen die festejos taurinos in den ersten 13 Tagen des Septembers. Der Spitzentag war der 13. September, wo 21 corridas 96.500 aficionados in ihren Bann zogen. Das sind Fakten, die man weder wegdiskutieren kann, noch sollte man sie ignorieren.

Das sind Zahlen, von denen können zahlreiche Museen und andere kulturelle Veranstaltungen nur träumen. Ziffern, wo die Zahl der entradas anfängt die Kosten zu decken, Arbeitsplätze geschaffen werden und überhaupt beginnt, ein wirtschaftlich rentabler Zweig zu werden. Denn mit dem erneut steigenden Interesse, was man besonders in diesem Jahr mit jungen Leuten in den tendidos beobachten konnte, wächst auch die Neugier für das Umfeld, wie museos taurinos, ganaderías, toreros - wie sie sind, wie sie leben, Besuch einer plaza de toros ... und nicht zu vergessen die Medien, Presse, Fernsehen oder Rundfunk, ein ohne Frage rentables Geschäft, denn sonst würden sie nicht so viel darüber berichten.