Samstag, 7. Dezember 2013

Never change a winning team!




von Ursula Herzog



Javier Castaño behält seine cuadrilla
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Der 1980 in Cistierna (León) geborene matador de toros Javier Castaño verkündete, dass er seine cuadrilla für die nächste temporada beibehalten werde. Also kein Wechsel. Picadores: Tito Sandoval und Fernando Sánchez. Banderilleros: David Adalid, Fernando Sánchez und Marco Galán. Wir erinnern uns an den 1. Juni dieses Jahres wo vier Mitglieder der cuadrilla für ihre Arbeit in Las Ventas in Madrid nach dem zweiten tercio eine geradezu triumphale vuelta al ruedo antraten. Was in der Geschichte der tauromaquia gewiss ein seltenes Ereignis war. 

Die cuadrilla bei ihrer vuelta al ruedo in Madrid
Schon im Juli 2001 unter dem matador de toros Luis Francisco Esplá kam der picador Anderson Morillo in den Genuss einer vuelta al ruedo. Für Castaño war der Auftritt in Madrid wohl auch ein Grund dafür seine cuadrilla nicht zu wechseln. In diesem Jahr bestritt er 42 festejos taurinos und bekam 30 orejas. Dabei gab es 8 faenas mit dos orejas. Auch in der mundo de los toros gilt "Never change a winning team!".

Es sei noch angemerkt, dass Javier Castaño sehr oft auf den carteles von corridas duras zu finden ist. Schon im letzten Jahr trat er als espada unico in Nîmes gegen sechs Miura toros an. Jener Stierzucht, wo die meistens toreros ums Leben kamen. Zum Beispiel der matador de toros Manolete.

Hier ein Video aus Nîmes:

El Juli: 10 Fragen 10





mit El Juli


Der 1982 in Madrid geborene matador de toros Julián López Escobar mit dem Künstlernamen El Juli gehört in den vergangenen Jahren nicht nur zu den führenden figuras, sondern auch zu der Gruppe jener toreros, welche sich massiv für die tauromaquia auch politisch einsetzen. Unter anderem in der G 10. Bekannt wurde er vor allem deswegen weil er im Jahr 1998 mit sechzehn Jahren in Nîmes zum jüngsten spanischen matador de toros mutierte. Und seitdem gelang es dem torero immer wieder die tendidos zu überzeugen und mit seinem souveränen toreo spricht er auch einen grossen Teil der afición an. So gelang es in diesem Jahr auch in der Real Maestranza de Sevilla mit der salida auf den hombros durch die Puerta del Príncipe zu triumphieren. 49 festejos mit 105 reses, 81 orejas, einem rabo und zwei indultos. Bei 23 faenas gelang es ihm dos orejas als trofeos zu erlangen. Eine wirklich beeindruckende Bilanz. El Juli stellt sich den 10 Fragen 10 von mundotoro:


1. Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Ich denke dass ist zunächst eine Frage an die Politiker. Aber ich stelle mir vor, dass man alles ein wenig neu strukturieren sollten um vor allem Arbeitsplätze und neue Möglichkeiten zu schaffen.

2. Dein Lieblingsrezept?

Ein Kartoffelomelett.


3. Dein Traum-cartel?

Joselito, Belmonte und Manolete.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Die Form des embestir, und die Nuancen des toreos.


5. Was stört Dich am meisten?

Wenn etwas nicht der Wahrheit entspricht ... ganz unwichtig ob gut oder böse.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Captain Tsubasa.


7. Ein Bekenntnis?

Ich bin verrückt nach gutem Essen und Chocolade.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Das man ständig das toreo anzweifelt obwohl sich dahinter die pure Wahrheit befindet.



9. Wie rufen sie Dich?

Schon seitdem ich klein war, Julito.

10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

In Madrid anzutreten ... meine grosse Illusion.

Freitag, 6. Dezember 2013

Espartaco möchte im nächsten Jahr noch einmal padrino sein




von Philip de Málaga


Der populäre es-torero möchte sich im nächsten Jahr 
wenigsten einmal wieder in die traje de luces begeben
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Der 1962 in Espartinas, bei Sevilla, geborene matador de toros Juan Antonio Ruiz Román mit dem Künstlernamen Espartaco hat für das nächste Jahr wieder vor ein ruedo zu betreten. Zumindest für ein Mal, um als padrino für den novillero Javier Jiménez anzutreten.

Links der matador de toros Espartaco, rechts der novillero Javier Jiménez. (Fotos: mundotoro)
Espartaco selbst gehörte vor allem in den Jahren 1985 bis 1995 zu den grossen figuras. Allein in der andalusischen Hauptstadt Sevilla verliess er auf hombros drei Mal durch die Puerta del Príncipe das ruedo. 2001 hat er sich zurückgezogen. Übrigens sein padrino war der legendäre Manuel Benítez "El Cordobés" 1979 in Huelva. Derzeit versucht sich der maestro bei verschiedenen tentaderos wieder in Form zu bringen.

Stierkampfverbot im mexikanischen San Luis Potosí abgelehnt




von Philip de Málaga


Mehrheit in Zentralmexiko entscheidet sich für den Erhalt der toros
Antitaurinische Initiative vom März 2013 wurde abgewiesen
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Im Staatskongress von San Luis Potosí wurde gestern darüber abgestimmt, ob die mundo de los toros dem zentralmexikanischen Bundesstaat weiterhin erhalten bleiben soll. Das Ergebnis war eindeutig. 67 Prozent stimmten dafür und 30 Prozent dagegen. Besonders viel Aufsehen erregte diese Abstimmung weil zahlreiche internationale Organisationen, welche sich dem antitaurinismo verschrieben haben, darunter auch deutsche, versuchten einen besonderen Druck auf die mexikanischen Politiker auszuüben. Der Vorgang zog sich länger hin als geplant, weil im Antrag der Initiative Formfehler entdeckt worden sind. Aber letztendlich hat es nicht gereicht und so konnte die tauromaquia wieder einmal mehr einen politischen Triumph davontragen. 

(Foto: mundotoro)
In der Hauptstadt San Luis Petosí gibt es immerhin zwei plaza de toros, die eine für 7.500 Zuschauer (feria im August) und El Domo für 10.000 Besucher (feria im November).

Miguel Ángel Perera: 10 Fragen 10




mit Miguel Ángel Perera
(Fotos: mundotoro)


Ohne Frage gehört diese matador de toros zu den grossen figuras des toreo. 1983 in der Provinz Badajoz geboren gelang es diesem torero, besonders in diesem Jahr zu einem der besten toreros zu werden. Unter anderem in Madrid, Alicante, Bilbao, Santander und in Albacete konnte der maestro bestens beweisen, wie er versteht mit den toros umzugehen. Eine durchaus gute temporada hat der diestro aus Badajoz demonstriert. 43 festejos mit 87 reses, 47 orejas und einem indulto. Bei neun faenas gelang es ihm dos orejas als trofeos zu erlangen. Miguel Ángel Perera stellt sich den 10 Fragen 10 von mundotoro:


1. Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Um ehrlich zu sein, keine Ahnung. Was ich jedoch weiss, es gilt Arbeitsplätze zu schaffen um die Wirtschaft zu aktivieren. Aber welchen Weg man diesbezüglich gehen muss, da habe ich keine Idee.

2. Dein Lieblingsrezept?

Etwas ganz einfaches. Zwei frische Spiegeleier von Land mit geröstetem Knobloch und Pommes. Das schmeckt mir ungemein gut.


3. Dein Traum-cartel?

Da könnte ich zahlreiche toreros nennen. Ich würde vor allem mit all denjenigen antreten die ich bewundere. Mit Persönlichkeiten wie Manolete oder Luis Miguel. Aber auch mit Ordoñez, Camino und Él Viti. Und bezüglich der toreros welche es verstehen in bestimmten terrenos zu agieren, da denke ich an Dámaso González und Paco Ojeda.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Auf dem Land zu sein. Das erregt mich leidenschaftlich. Und dort läuft mir ständig die Zeit davon.


5. Was stört Dich am meisten?

Wenn man mich auf den Arm nimmt, wenn man versucht mich zu betrügen. Oder aber auch diejenigen die sich für besonders schlau halten.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Als ich noch klein war habe ich immer gerne solche Filme gesehen. Aber an die meisten Namen kann ich mich nicht mehr erinnern. Lediglich der Rosarote Panther und Inspektor Gadget.


7. Ein Bekenntnis?

Ich liebe es unheimlich ausser Haus zu frühstücken. Und ich bestelle immer dasselbe: Ein halbes Toast mit Olivenöl, auch mal mit Tomate, einen Kaffee mit wenig Milch sowie einen frisch ausgepressten Orangensaft.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Falschheit wie Heuchelei, der man leider zu oft begegnet. Und das Klischee, welches wir vor allem in unserer Berufsbranche zu viel sehen.


9. Wie rufen sie Dich?

Ich diesbezüglich hatte ich stets viel Glück. In der Schule nannte man mich stets bei dem Nachnamen.

10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Eigentlich nichts! Was mir fehlte lag in meinen Händen und das war recht wenig. Was mir fehlte war salir por los hombros in Madrid, Bilbao und Sevilla. Schuld daran war mein Versagen bei der estocada.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

PP verklagt die Bildu




von Philip de Málaga


Die Partido Popular klagt gegen das Verbot der Stiere in San Sebastian
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Die sechs Stadträte der Partido Popular von San Sebastian haben beim dortigen ersten Verwaltungsgericht nun eine Klage eingereicht, dass die Minderheitsregierung auf eigene Initiative die espectáculos taurinos verboten habe, obwohl es an der nötigen Mehrheit der Stimmen gefehlt habe. "Bei dem Verbot handele es sich um einen groben Missbrauch, Betrug und Rechtsverletzung von verschiedenen verfassungsmässigen Grundlagen." Weiter heisst es, "die Veranstaltungen der toros unterstehen ausschliesslich den Landtagen und könnte von Verwaltungsbehörden nicht ausser Kraft gesetzt werden.

Die plaza de toros Illumbre von San Sebastian (Foto: mundotoro)
Seit dem 27. März diesen Jahres, hat das Rathaus unter Juan Karlos Izagirre beschlossen die plaza de toros der baskischen Küstenstadt für verschiedene Zwecke zu nutzen, wobei die Ausführung von corridas ausdrücklich verboten wurde. Für die Ankläger ist es eine klare Angelegenheit. Eine Minderheit hat mit dieser Entscheidung das Recht einer Mehrheit beeinflusst und somit auch die Freiheit der individuellen Gedanken. Auch der finanzielle Faktor wird von der PP ebenfalls angesprochen, verliert die Stadt doch einige Euro, weil es keine corridas mehr gibt. Und mit Schachturnieren oder ähnlichem lassen sich halt nicht gerade grosse Summen verdienen.

Somit fordert die PP dieses Verbot zu annullieren, damit wieder der Mehrheit Recht gesprochen wird.


José Tomás wieder in Form




von Philip de Málaga


Der spanische torero aus Galapagar scheint medizinisch gesehen 
sich wieder erholt zu haben.
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(Foto: mundotoroAnya Bartels)
Wie Doktor Rogelio Pérez Cano bestätigte, scheint der matador de toros José Tomás sich wieder in einem optimalen gesundheitlich Zustand zu befinden. Schon am letzten Wochenende auf der aztekischen ganadería von Teófilo Gómez, konnte der maestro mit seinen lances überzeugen. "Seine lesión gehöre nun der Vergangenheit an. Ab Januar könnte die afición darauf warten, wann der maestro wieder antreten, denn vom medizinischen Standpunkt her, befinde er sich in einem sehr guten Zustand. Genau wie nach seiner schweren Verletzung in Aguacalientes haben wir beschlossen ihn mit einer aktiven Therapie Schritt für Schritt wieder an das toreo heranzuführen."

Und so brodelt es in der Gerüchteküche. Wann und wo bekommt man den maestro zu sehen. Aber seien wir doch ehrlich, zu oft wird er mit Sicherheit nicht im ruedo zu sehen sein. Genau wie in den vergangenen temporadas wir er seine Auftritte auf ein Minimum beschränken. Mexiko, Spanien und Frankreich, überall ein Mal und das war es auch schon. Mal sehen.

Wenn Toreros helfen





von Philip de Málaga


Zu Weihnachten werden auch die toreros caritativ
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Am 6. Dezember versteigern der matador de toros Morante de la Puebla und die rejoneadores Diego Ventura wie Ángel Peralta einige Utensilien, welche sie für das toreo benutzen. So zum Beispiel eine capa von Morante oder jeweils einen Sattel von Peralta und Ventura. Die Einnahmen in La Puebla del Río  (Sevilla) kommen der Organisation Cáritas zugute. 


In Andújar (Jaen / Andalusien) nehmen verschiedene toreros ebenfalls an einem Fussballspiel am 15. Dezember für einen wohltätigen Zweck teil. Antreten werden unter anderem die maestros Espartaco, Morante de la Puebla, El Fundi, El Cid, Pepín Liria, Miguel Abellán, Curro Díaz, Esaú Fernández, Carnicerito de Ùbeda, Antonio Barera, Lama de Gongora und Daniel Luque, sowie einige lokale toreros. Zu erwähnen sei, dass Morante bevor er sich entschied den Weg eines matador de toros zu gehen sich mit dem Gedanken befasste die professionelle Laufbahn eines Fussballspielers anzutreten. Die Eintrittspreise bewegen sich zwischen 5 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder. Auch diese Einnahmen sollen Cáritas gespendet werden.

Sie alle spielen für einen guten Zweck. (Fotos: mundtoro & tauromaquia.de)

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Gericht verurteilt Manuel Leira Martín zur Zahlung für TV-Rechte an Toreros




von Philip de Málaga


Die erste Instanz in Salamanca verurteilt einen empresario
dass er alle toreros für die TV-Übertragung auszahlt.
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Die erste Instanz von Salamanca verurteilte den empresario Don Manuel Leira Martín zu einer Zahlung von 16.676,33 Euro an die Unión de Picadores y Banderilleros españoles. Diese Zahlung sei gerechtfertigt, weil drei corridas (21/8, 28/8 und 2/9) im Pay-TV Canal+toros übertragen worden seien und der empresario dementsprechend vom Fernsehsender ausgezahlt worden sei. Die Hauptschuld bei dieser Zahlungsverweigerung wird eindeutig dem empresario und nicht dem Unternehmen vorgeworfen. Krise hin oder her, auch toreros haben ein Recht darauf etwas zu verdienen. Und empresarios sollten stets bedenken, ohne toreros läuft gar nichts für sie. Eine plaza de toros ohne toros und toreros ist einfach nichts wert. Das müssen auch mal diese Herrschaften jener empresas verstehen.

Filmprojekt über Morante




von Philip de Málaga


Der Regisseur Juan Lebrón plant 
mit dem matador de toros Morante de la Puebla einen Film zu drehen
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Der Professor und Stierkampfexperte Víctor J. Vázquez bezeichnete der matador de toros Morante de la Puebla als barrocken torero mit genetischer wie klassischer Veranlagung. Wenn er agiere sei es eher rauschhaft, dionysisch als apollinisch. Sein Stiel mit den toros zu arbeiten pendelt zwischen einem El Gallo und Belmonte. Ein torero, der während der lidia seinen Körper vergisst und ein wahrer Manierist sei.

Morante de la Puebla zwischen Belmonte und El Gallo
Ein Grund mehr für den Regisseur Juan Lebrón sich diesem Ausnahmetorero zu nähern. Schon bei ihrer ersten Begegnung in Sevilla waren sie sich einig. Es würde definitiv zu einer Zusammenarbeit kommen. Was Lebrón besonders an Morante gefiel war seine pureza. Der Regisseur, der vor allem mit seine künstlerischen Dokumentarfilmen über Flamenco, Sevillanas und die Karwoche sich einen Ruf verschaffte, verkündete: "Als ich ihn traf hatte ich wieder dieses einzigartige Gefühl wie vor 25 Jahren, als ich diesen grossartigen wie puren Künstler und Flamencosänger Cameron interviewte." Es sei ein optimaler Moment für eine solche Dokumentation, wo sich die tauromaquia zu einer wahren Legende entwickelt. Ziel sei es die arte del toreo als einen wunderbaren Traum und als Abstraktion unserer Kultur darzustellen.

Auf dem Weg ins Kino?
Zwar sei die Finanzierung noch nicht gesichert, aber man arbeite daran. Denn Lebrón möchte mit zahlreichen Kameras arbeiten und ein hohe Bildqualität abliefern. Dabei möchte er den matador de toros die gesamte nächste temporada begleiten. Gerade in diesen Zeiten, wo Morante in Lateinamerika triumphiert hat der Regisseur nicht nur die spanischen aficionados im Visier, es soll ein Dokumentarfilm entstehen, der ein internationales Publikum anspricht. So kann er sich auch vorstellen, diesen Film in der grössten plaza de toros der Welt in der Monumental de México uraufzuführen.

Wenn Antitaurinos über die Toros berichten

Das Portal SOS Galgos will es wohl besser wissen
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von Colin Ernst 


Von dem Portal SOS-Galgos wurde dem Beitrag "Tercio de varas" - oder wie man dem Stier den Schädel bricht ein Artikel von mir, über die Verbesserung des tercios de varas kritisiert… Abgesehen davon, das sich ein Pro-Stierkampf Mensch darüber Gedanken macht, wie man unnötigen Schmerz für das Tier vermeiden kann, war ihre vermeintliche Kritik einmal mehr etwas haltlos. Das viele toros sich Schädelfissuren zuziehen, liegt in ihrer Natur, denn mit dem, mit den Hörnern bewaffneten Schädel, gehen sie auf ihre Gegner los. Nach drei bis vier Jahren im campo, verschiedenen peleas mit ihren Artgenossen, kann so etwas vorkommen. Der eiserne Steigbügel, der nicht mehr wie fünf bis sechs Kilo wiegt, wenn überhaupt, kann wenig mehr Schaden anrichten, als der Stierkollege mit seinen 500 Kilo Kampfgewicht beim Aufprall. Würde ein picador gezielt nach dem Kopf des toros treten, um ihn ernsthaft zu verletzen, müsste er die knapp ein Euro große Stelle an der Stirn treffen und der Stier würde auf der Stelle tot umfallen. Beobachtet man den Angriff des Stiers auf das Pferd, geht der toro auf die Schulter des Pferdes los – da ist kein Steigbügel weit und breit. Misslingt das perfekte Heranführen des toros ans Pferd und der Stier nähert sich der Breitseite in Rippenhöhe, zieht der picador seinen Eisenstiefel zurück und hoch, damit ihn der Stier nicht am Bein trifft, was mitunter zur Folge hat, das der Steigbügel lose am Sattel herunter baumelt. Nicht mehr und nicht weniger. Abgesehen davon, greift ein „wohlerzogener Stier“ an, indem er den Kopf senkt. In diesem Moment befinden sich Kopf und Hörner außerhalb jeglicher Reichweite des „bösen“ Steigbügels. Schaden wird dem Stier durch den falschen oder schlechten Gebrauch der vara zugefügt, über den Steigbügel würde der toro bravo lachen.

(Foto: Boris Kahl)

Dienstag, 3. Dezember 2013

El Cid prämiert von ABC




von Philip de Málaga


Die konservative Zeitung zeichnet den matador de toros El Cid aus
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(Foto: mundotoro)
Der matador de toros Manuel Jesús Sid Sala "El Cid, geboren 1974 in Salteras in der Provinz Sevilla, wurde von der konservativen Zeitung ABC in Madrid mit einem Ehrenpreis für die tauromaquia ausgezeichnet. Er sei einer der wichtigsten und überzeugendsten Protagonisten dieser temporada gewesen. Eines der Hauptmotive für diese positive Bewertung sei die faena in Madrid gewesen, wo der matador es verstanden hat mit der muleta zu arbeiten, den toro zu verstehen, obwohl er letztendlich mit der estocada versagt hatte. Bei der Entscheidung überzeugte vor allem die Übertragung des toreo in die tendidos.

Nach diestro Miguel Ángel Perera, dem französischen matador de toros Sebastian Castella, den maestros Enrique Ponce und José María Manzanares und dem ganadero Victorino Martín ist El Cid der sechste Preisträger aus der Szene taurino

Montag, 2. Dezember 2013

Wenn Taxifahrer zu Toreros werden

Ein tragische Geschichte von jemandem der als ein torero Geld verdienen wollte
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von Colin Ernst 


Viele toreros bessern sich ihre nicht existierenden Einnahmen als sogenannte sobresalientes auf. Dies sind toreros, die einspringen müssen, wenn die Hauptakteure außer Gefecht sind. Auf eine tragische Geschichte bin ich bei meinen Recherchen gestoßen: 

Ruiz Miguel (Foto: mundotoro)
Madrid, 25 Mai 1975, eine corrida, mano a mano mit den matadores de toros Ruiz Miguel und Antonio Jose Galan. In den chiqueros wartenden die toros von Alonso Moreno und einer der ganadería El Jaral de la Mira. Ruiz Miguel erwischte der dritte toro, so blieb der Rest der corrida für Galan, der vom fünften Stier in die enfermería befördert wurde. Nun musste der sobresaliente her. 

Julian Gonzalez de Mata, der nach seiner alternativa nicht weitergekommen war, stand an diesem Tag, für ein paar Peseten zur Verfügung. Er hatte immer noch sein carnet de torero, und die paar Peseten waren ihm stets willkommen, wenn er in Ausnahmefällen mal einen toro töten musste. Er hielt sich zwar fit für diese corridas, aber sein Job als Taxifahrer erlaubte ihm nicht, wie die Kollegen, den ganzen Tag zu trainieren. Nun stand er in der plaza Las Ventas, mit dem Papier eines professionellen toreros und der Kondition eines Taxifahrer. 

(Foto: Toros y Toreros)
Nun, den verbleibenden fünften Stier von Galan, tötete er so gut, wie er eben konnte, aber es war jedem klar, das er mit dem sechsten total überfordert war. Eine komplette lidia ist etwas ganz anderes, als nur den verbliebenen toro zu töten. Unter den Zuschauern befand sich auch der matador de toros, Jaime Ostos, der versuchte den Präsidenten zu überreden, die unglückselige corrida abzubrechen, aber ohne Erfolg. Der presidente dachte gar nicht daran. Auch die tendidos bekundeten ihr Interesse, den sobresaliente von seiner Verpflichtung frei zu sprechen. Ein anderer matador, Bartolomé Sánchez Simon, sprang ins ruedo, bot sich an den toro zu übernehmen - er wurde verhaftet! Espontaneos sind bei Gefängnisstrafe verboten. In diesem Fall hatte der Spontane aber eine gültige Torerobescheinigung (carnet de profesionales de toreo). Die Tragödie nahm seinen Lauf.  Julian de Mata nahm den toro der El Jaral in Empfang, mit der capote, seiner Verpflichtung nachkommend. Der zum Taxifahrer konvertierte torero, oder der zum Taxifahrer  gewordene torero, war ein Spielzeug zwischen den pitones (Hörner) des Jarals.

Schwere cornadas im Gesicht, in der Brust, waren das Ergebnis. Dem reglamento taurino war Genüge getan, der torero in der enfermería, der toro zurück in den corral

Ruiz Miguel erschien am nächsten Tag zu einer corrida, Galan präsentierte sich 48 Stunden später, während Julian de Mata, tagelang mit dem Tod kämpfte. Sein Schicksal gab Ausschlag, das reglamento taurino, betreffend der Konditionen für die sobresaliente zu überdenken und zu ändern. 

Sonntag, 1. Dezember 2013

Stier in Ecuador begnadigt




von Philip de Málaga


Gestern ein indulto in Latacunga
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Am Samstag wurde von dem matador de toros El Fandi in Latacunga im Andenhochland von Ecuador bei einem No hay billetes einen toro begnadigt. Der torero aus dem spanischen Granada indulta den vierten toro von der ganadería Triana mit dem Namen Choronga. Mit seinen 460 Kilo folgte dieser allen Aufforderungen der capa und der muleta. Beim Setzen der banderillas vibrierten die tendidos. Dann die faena, alles schien zu gelingen. Ob mit der Rechten oder der Linken, El Fandi verstand es den toro zu dominieren und ihm gleichzeitig zu seiner bestmöglichen Leistung zu führen. Dos orejas y rabo symbólico.

(Foto: mundotoro)

Tercio de varas

Über eine neue Variante einer vara.
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von Colin Ernst 


Wer sich Gedanken um und über den Stierkampf macht, kommt eigentlich nicht am tercio de varas vorbei. In älteren Videos, sieht man die toros mitunter drei Mal mit voller Kraft, den picador und sein Pferd angreifen. Heute ist er oft schon nach der ersten Begegnung mit der pica zu geschwächt, um am Ende ein gutes Bild bei der Faena mit der Muleta abzugeben. Liegt es an den „herunter gezüchteten“ Stieren, die nicht ausreichend auf die corrida vorbereitet sind? Nun das könnte ein Grund sein. Eine gute Aktuation des picadores hängt vom fachgerechten Gebrauch der vara, der Lanze ab. Mehrfaches hineinstoßen in den morillo des Stieres, der mit gut 500 Kilo Kampfgewicht gegen das Pferd und die Lanze antritt, verursachen unschöne und unnötige Verletzungen. Die Spitze der Lanze (vara), die sogenannte Pyramide ist nicht allzu lang. Danach kommt ein Stück, welches mit einer Hanfkordel fest umwickelt ist, cuerda encolada genannt. Das Ende der Spitze formt das sogenannte cruceta, der Querbalken, welches tieferes Eindringen in das Fleisch verhindert.


Soweit hat sich wenig geändert im Geschäft des picadores. 1929 wurde der peto, der Schutzanzug des Pferdes eingeführt, das Alter und das Gewicht der Stiere reglementiert, auch die Pferde wurden schwerer. Die Präsentation des Stiers in den varas wurde von drei auf zwei heruntergesetzt, und die puya, die Lanzenspitze etwas gekürzt. Geblieben sind 8,75 cm Lanzenspitze. In meinem Artikel bei SfA über die Heilung der indultos im campo, habe ich berichtet, das der eigentliche Stich mit dieser kleinen Spitze nicht die Ursache, für die mitunter tiefen Muskelrisse sind. Sondern der Aufprall des, mit hoher Geschwindigkeit und viel Gewicht zitierten Aktes.

(Foto: Dr. Andreas Krumbein)
Nun sind ein findiger picador und sein Freund auf die Idee gekommen, die Spitze einer vara so zu präparieren, wie einen Bleistift. Ohne Knopfdruckfunktion. Jedes Mal wenn die Spitze auf einen Widerstand trifft, zieht sie sich in den Kanal der Lanze zurück. Das heißt nicht, das der Stier keine Verletzung erfährt. Aber auf diesem Wege ist wirklich nur die Obere Hautschicht ge.- und betroffen. Zur Zeit wird die von dem picador „Chamorro“ erfundene Veränderung auf der finca der Züchterin Aurora Algarara ausprobiert. Mit eindeutigem Erfolg. Die toros halten die faena besser und länger durch. Stiere, die als Deckstiere geprüft werden, haben nur eine oberflächliche Verletzung, die leichter zu behandeln ist, was auch für die zukünftigen Mutterkühe eine gute Nachricht sein dürfte.

(Foto: mundotoro)
Ich persönlich bin gegen die Abschaffung des tercio de varas, und würde so eine Änderung positiv sehen. Besonders in Anbetracht von drei Aspekten: Der toro hat eine gerechtere Chance sich dem torero zu stellen, was uns aficionados vielleicht einige unschöne Bilder im letzten tercio erspart. Und diese Verbesserung verschafft uns vielleicht einen kleinen Pluspunkt in der Welt, die sich gegen die tauromaquia stellt. Für den toro selbst, dürfte es weniger schmerzhaft sein, seine Rasse, seine bravura zu zeigen und zu entfalten.

Juan José Padilla: 10 Fragen 10




mit Juan José Padilla
(Fotos: mundotoro)

So richtig populär wurde der maestro erst nach seiner cornada im rechten Auge. Den Piraten nennt man ihn und er füllt die tendidos wie kaum ein anderer und fast alle Medien berichten mehrfach von ihm. Ein torero mit klaren Ideen, viel Emotivität und nicht umsonst führt er den spanischen escalafón an. Seine Bilanz: 79 festejos mit 164 reses, 148 orejas, 2 rabos und zwei indultos! Juan José Padilla, geboren 1973 in Jerez de la Frontera, seit 1994 matador de toros, stellt sich den 10 Fragen 10 von mundotoro:


1. Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Den jungen empresarios einen leichteren Weg zu ermöglichen.

2. Dein Lieblingsrezept?

Carillera (Wangenfleisch) in Rotwein ... da werde ich verrückt, das gefällt mir.


3. Dein Traum-cartel?

Gott sei Dank habe ich zahlreiche davon schon erleben können. Aber ich träume noch weiterhin von einem mano a mano mit dem maestro Rafael Ortega.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Nein, mir gefällt auch diese Bezeichnung nicht.


5. Was stört Dich am meisten?

Ich bin nicht nachtragend, und ich vergesse schnell alle Ärgernisse.  Darum kann ich mich auch nicht mehr erinnern, was mich am meisten gestört hat.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

SpongeBob Schwammkopf, weil es meine Kinder sehen. Aber ich habe früher natürlich Tom Sawyer verfolgt und hatte mächtig Spass dabei ... hahaha.


7. Ein Bekenntnis?

Die immense Freude zu leben!

8. Was scheint Dir lächerlich?

Das wir es nicht verstehen uns selbst zu akzeptieren. Eine Eigenschaft die man nirgendwo anders auf der Welt findet.


9. Wie rufen sie Dich?

Sie nennen mich weiterhin Panaderito.

10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Noch einige Monate, hahaha ... diese temporada war für mich zu kurz. Ich habe sie sehr intensiv erlebt und mich zur Nummer 1 des escalafón hochgearbeitet und somit einen weiteren Traum erfüllt.