Donnerstag, 17. September 2015

Über den peinlichen Stier der Sozialisten

Leserbrief an die Frankfurter Allgemeine Zeitung
zum Artikel "Der peinliche Stier der Sozialisten" von Leo Wieland
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von Dr. Andreas Krumbein


Sehr geehrte Damen und Herren,

diesen Leserbrief übersende ich Ihnen mit der Bitte um Veröffentlichung.

Zu „Der peinliche Stier der Sozialisten“ (F.A.Z. vom 15. September 2015): Dass die F.A.Z. immer wieder den Spanischen Stierkampf und weitere damit im Zusammenhang stehende Aspekte zum Thema ihrer Berichterstattung macht, ist ihr in höchstem Maße anzurechnen. Die Einordnung dieser und anderer mit Stieren ausgeführter Rituale in den kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Rahmen eines Spanien, das sich seit geraumer Zeit in einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel befindet und dem möglicherweise ein noch viel tiefergreifender politischer Wandel bevorsteht, ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Beurteilung der Gesellschaft und ihrer Strukturen und Eigenarten in diesem Land. Für mich als Leser, der den spanischen Stieren als Anhänger des Stierkampfes in besonderer Weise zugeneigt ist, ist dieser Umstand erfreulich und die vermittelten Informationen von besonderem Interesse.

Allerdings fallen mir in den Artikeln immer wieder Details auf, die, so wie sie dort dargestellt werden, nicht der tatsächlichen Situation entsprechen oder zumindest stark missverständlich sind, was mich veranlasst, an dieser Stelle eine Richtigstellung beizusteuern.

Der umstrittene Teil in dem Artikel von Leo Wieland
Was die „Toros“ anbelangt, muss man zwischen der corrida de toros, die im Deutschen im allgemeinen als Stierkampf bezeichnet wird, und anderen mit Stieren ausgeführten Ritualen, die sehr häufig in ländlichen Bereichen vorkommen, unterscheiden. Die corrida de toros hat sich aus solchen dörflichen Ritualen entwickelt und im Laufe der Jahrhunderte vor allem weiterentwickelt. Betrachtet man die Teilnehmer und Zuschauer solcher Veranstaltungen, stellt man fest, dass sich bei einer corrida de toros in sehr hohem Masse Zuschauer befinden, bei den dörflichen Stierritualen in sehr hohem Masse Teilnehmer. Hierbei sind die Teilnehmer zum größten Teil Bewohner der Ortschaft oder Region, in der die Veranstaltung stattfindet. Die Anzahl von Touristen, vor allem ausländischer Touristen, ist extrem gering. Der Einzugsbereich einer corrida de toros ist meist weit grösser und weniger gut überschaubar. Ausländische Touristen können hierbei zu einem merklichen Prozentsatz zum Publikum gehören.  An dieser Stelle muss man unterscheiden, wo man sich befindet. In Madrid, Sevilla, Pamplona oder Málaga können zu 15% bis 20% der Zuschauer ausländische Touristen sein. In Städten wie Almería, Huelva, Salamanca, Santander, Burgos und auch Bilbao ist das mitnichten der Fall: die Anzahl ausländischer Touristen ist vernachlässigbar klein.

Mit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Zuschauerzahlen bei der corrida de toros bis zum Jahre 2013 stetig gesunken, im Jahr 2014 gab es einem leichten Anstieg gegenüber 2013. Doch sind die Ursachen für diese Entwicklung nicht sinkendes Interesse, das die Menschen davon abhält Geld für eine Eintrittskarte auszugeben. Sinkende Einkommen, wirtschaftliche Not, steigende Preise für die entradas, steigende Preise für den Einkauf der Stiere, finanzielle Verluste auf Seiten der Stierzüchter halten den Einzelnen davon ab zu den Stieren zu gehen. Ist der Besuch einer corrida umsonst möglich, dann sind die Arenen teilweise voll bis auf den letzten Platz. Beim diesjährigen Internationalen Wettbewerb der Stierkampfschulen während der Augustferia in Málaga, bei dem Stierkampfschüler auftraten, war der Eintritt frei und es gab an vier aufeinanderfolgenden Tagen mit 32.000 Zuschauern eine Auslastung von 80%. Vor wenigen Jahren war ich selbst Zuschauer bei einer ähnlichen Veranstaltung in Huelva. Dort sassen die Menschen, davon schätzungsweise ein Drittel Jugendliche und Kinder, auf den Überdachungen der Treppenaufgänge oder standen in überfüllten Gängen und auf freien Flächen, denn alle regulären Sitze waren belegt.

Bei den dörflichen Stierritualen legen die Einwohner zusammen, um für das Dorf einen oder mehrere Stiere zu kaufen und das Fest für die Durchführung auszurichten. Trotz wirtschaftlicher Probleme wird das eben gemacht, und man spart dafür an anderer Stelle, und in Dörfern wie Gaucín, Grazalema, Arcos de la Frontera, in der Gegend um Valencia bei den dortigen Stierläufen und auch in Katalonien, wo trotz der Verbotes der corrida de toros, die dörflichen Stierrituale nach wie vor erlaubt sind und durchgeführt werden, zum Beispiel encierros ähnlich wie in Pamplona zur Fiesta de San Fermín, wird dies Jahr für Jahr getan, einmal im Jahr.

Es ist also nicht richtig, zu sagen: „Noch immer sind die „Toros“ ein Geschäft, das vor allem in Touristengegenden von Ausländern mit am Leben gehalten wird. Aber insgesamt sind Veranstaltungen und Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren doch merklich zurückgegangen.“ Das wird dem Sachverhalt nicht nur nicht gerecht, es ist in seiner Undifferenziertheit auch fehlerhaft. 

Dr. Andreas Krumbein, Göttingen

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Krumbein

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Quellennachweis:

Der peinliche Stier der Sozialisten, von Leo Wieland, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.9.2015

Siehe auch:

Mittwoch, 16. September 2015

Wie finanzieren sich eigentlich die Antitaurinos in Spanien?

Fast alle Gelder fliessen aus dem Ausland
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von Philip de Málaga


Normalerweise ist es das Anliegen von antitaurinos parallel zu einer feria taurina verschiedene antitaurinische Aktivitäten zu starten. Internet-Kampagnen, Plakate, Flyer, Demonstrationen bis hin zu Aktionen in der plaza de toros während einer corrida. Nicht zu vergessen die hinzukommenden juristischen Ausgaben wie für Anwälte oder finanzielle Verurteilungen. Zwar halten sich die Kosten dafür in Grenzen, müssen aber trotzdem finanziert werden.

Obwohl die toros in erster Linie sich als eine spanische Kultur und Tradition verstehen, werden die Aktivitäten gegen die tauromaquia weitgehend vom Ausland unterstützt und auch finanziert. Das man eine solche internationale Einmischung zum Thema nationaler Kulturgüter in Frage stellen kann versteht sich von selbst.

André Viard
Der Präsident des Observatorium für taurinische Kultur André Viard stellte fest, dass die animalistische Lobby auf globalen Level mehrere hundert Millionen Euro bewegt. Oft auf nicht transparenten Wegen. Wenn man sich die Organisatoren der Aktionen oder gar deren Teilnehmer betrachtet, sehen sie nicht gerade aus, als ob sie selber über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen. Und in der Tat können sie es nicht selber finanzieren. Also stellt sich die Frage, woher kommen die Gelder?

Die Antwort ist einfach: Vorwiegend aus dem Ausland. Auch der antitaurinismo funktioniert wie eine Lobby. Eine internationale Lobby welche die Gelder nach Spanien fliessen lässt um alles bezüglich der toros zu boykottieren. In welcher Form auch immer. Und da gibt es einige Organisationen:

Da wäre die in Utrecht angesiedelte niederländische CAS International mit immerhin 14.000 Mitgliedern. Nicht nur in Spanien sind sie aktiv, unter ihrer Präsidentin Patricia Gómez vor allem auch in Kolumbien mit 23 Unter-Organisationen welche gegen die toros operieren. In den letzten fünf Jahren sind 1,4 Millionen Euro geflossen, um Aktivitäten gegen die tauromaquia zu organisieren. Laut der La Economía del Toro investiert CAS jedes Jahr in Spanien 25.000 Euro in Veranstaltungen antitaurinos, 4.000 Euro in Demonstrationen und 60.000 Euro in Kampagnen der Kommunikation antitaurina. Allein im Jahr 2013 flossen 228.000 Euro in Aktivitäten um ein Verbot der tauromaquia zu erreichen bzw. Kampagnen gegen die mundo de los toros in Bewegung zu setzen. Die Transaktionen wurde bisher über drei Bankinstitute abgewickelt: Von den niederländischen Kreditinstituten Tiriodes Bank und ING Direct sowie der belgischen KBC Bank.
Hier fliessen die Gelder nach Spanien
Ebenfalls auffallend stark involviert in der Arbeit gegen die arte und cultura taurina ist die Fondation Franz Weber (kurz FFW). Im Gegensatz zur CAS hat sich dieses Fondation im Allgemeinen auf den Schutz von mehreren Bereichen konzentriert. Im Sektor Tierschutz ist die Forderung nach der abolición de los toros einer unter zehn Kampagnen. Bekannt wurde im Sektor antitaurino diese Organisation vor allem durch ihren Schauprozess unter dem angeblichen Hintergrund der Vereinten Tiernationen (United Animal Nations, um einen fälschlichen Vergleich zu den Vereinten Nationen zu transmittieren), und ihrem Schreiben an die katholische Kirche, mit dem Hinweis, dass die päpstliche Bulle aus dem Jahr 1567 angeblich immer noch Gültigkeit habe (Warum die katholische Kirche den Stierkampf nicht verbietet), ein Tatbestand, welcher definitiv nicht der katholisch-juristischen Wahrheit entspricht. Welcher Geldfluss allerdings die FFW für den Kampf gegen die tauromaquia einsetzt ist weitgehend unbekannt.

Auch in Katalonien gibt es eine antitaurinische Plattform mit dem Namen PROU. Sie setzte sie sich vor allem für ein Verbot des corridas in Barcelona ein und ist der Initiator der Unterschriftenliste mit immerhin 180.000 Unterschriften. Und der Einsatz schien erfolgreich, denn auf politischer Ebene konnte in der Tat ein Verbot der gerade mal sieben corridas in Barcelona erwirkt werden. Denn die festejos populares gibt es weiterhin. Nur auch hier, obwohl sie mit anderen Organisationen wie Galicia Mellor Sen Touradas, Bullfighting Free Europe und anderen kooperiert, laut La Economía del Toro ist bei den Finanzen nicht ein Minimum an Transparenz zu erkennen.

Spontan ist auf dem Logo nicht zu erkennen, ob es hier Pro oder Contra ist. Auf europäischer Ebene versucht es die von Caroline Waggershauser gegründete Torolobby. Ihr Ziel ist klar definiert: Sie wollen die Europäische Union dazu bringen sich für ein europaweites Verbot für Stierkämpfe einzusetzen. Nach dem völlig gescheiterten Versuch 2007 mit einer Schriftlichen Erklärung, welche bei 73 Prozent der Abgeordneten keine Zustimmung fand, geht man es jetzt eine Idee professioneller an. Ganz nach dem Motto, haben die taurinos eine Lobby bilden wir eben auch eine Lobby mit prominenten Gesichtern unter den Unterstützern. Man beauftragten sie Experten im EU-Recht, die Kanzlei Alber & Geiger,  um die Angelegenheiten der Torolobby vor allem bei der EU zu vertreten. Für diesen Einsatz erhält die Kanzlei jährlich 300.000 Euro.

PETA ist wohl mit an die drei Millionen Unterstützern die grösste Tierrechtsorganisation. Aber in Sachen abolición de los toros auffallend untätig. Ausser ihrer jährlichen Demonstration der Halbnackten beim San Fermín, und das natürlich nur aus werbemässigen Motiven, schaut ja schliesslich in diesen Tagen die ganze Welt nach Pamplona, ist sie wenig aktiv. Ein wenig Halbwahrheiten auf ihren Webseiten und das war es schon. Obwohl man versucht, zum Beispiel die Berichterstattung in den anderen Ländern zu boykottieren, was SfA ja im Falle PETA Deutschland schon zu spüren bekam (SfA: Mehr Rechtssicherheit für die mundo de los toros).  Aber Gelder in Richtung Spanien um sie gegen die tauromaquia einzusetzen, fliessen hier nicht viel.

Fazit: Um die mundo de los toros in Verruf zu bringen, die taurinos zu kriminalisieren, kurz, um eine abolición de los toros zu erreichen fliesst reichlich Kapital. Hauptsächlich aus dem Ausland. Dass dabei auch letztendlich der spanische Steuerzahler, auch europaweit, teilweise dafür aufkommen muss, nimmt man gerne in Kauf und verschweigt es selbstredend. Und wir sprechen hier von den Kosten der Gegenwart! Bleibt die Frage und was geschieht danach?
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"Ein europaweites Verbot der tauromaquia
würde für Europa ein teurer Spass werden!"
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Was ist wenn es zur Verwirklichung der Vision eines Verbotes der toros in Europa kommen sollte? Da entsteht erst einmal bei den Finanzämtern der Regionen taurinos ein grosses Loch. Wer übernimmt Verantwortung für diese und andere Kosten, wie die vielen neuen Arbeitslosen (weit über 100.000), die ganaderías, die ökologischen Landschaften usw.? Auffallend ist hierbei, dass weder die spanischen noch europäischen Politiker und schon gar nicht die antitaurinos nur annähernd eine Idee haben, wie man mit einer solchen Situation umzugehen habe.

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Quellennachweis:

Mediengruppe VOCENTO, September 2015

Dienstag, 15. September 2015

"Mörder" - antitaurinische Logik





von Philip de Málaga


Kein neuer Trend: Toreros als Mörder zu bezeichnen
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Wir hatten das Thema schon. Und am 28. September muss der antitaurino Peter Janssen sich vor dem Gericht rechtfertigen (SfA: Antitaurino muss vor Gericht), weil er in aller Öffentlichkeit den matador de toros Morante de la Puebla als "Asesino", also "Mörder" lautstark beschimpft hat. Das man laut wird, und sich verbal daneben benimmt, wenn man stehst unterlegen ist, ist ja noch irgendwie nachvollziehbar. Doch bei der Wortwahl sollte es Grenzen geben. Diese Kriminalisierungswelle der antitaurinos lässt sich in keinster Weise rechtfertigen.

In Las Ventas von Madrid (Foto: Vocento)
Gebäude der toros mit solchen Bezeichnungen zu verzieren beeindruckt wohl nur die antitaurinos selbst. Ansonsten nimmt man dieses Gekritzel eher als schmutziges Detail wahr, welches es gilt zu beseitigen.

Überhaupt werden die toreros in verschiedenen Kampagnen der Gegner als Mörder dargestellt. Eine ganze Berufsgesellschaft wird gerne als Verbrecher dargestellt, als ein Gruppe von Menschen, welche in "unserer" Gesellschaft nichts zu suchen hat.

Torero, du bist ein Mörder aus Berufung
Aber folgende Verunstaltung entbehrt einer jeden Logik:
Dr. Fleming ein Mörder?
Es handelt sich hierbei um das Denkmal von Sir Alexander Fleming (1881 bis 1955),  dem Entdecker des Antibiotikums Penicillin, welcher dafür 1945 den Nobelpreis erhielt. Die mundo de los toros dankte es ihm mit diesem Denkmal, denn der Einsatz dieses Medikamentes rettete zahlreichen toreros das Leben, weil sie auf dem Weg ins Hospital ihre meist schwere cornada überleben konnten. Und weil Dr. Fleming mit seinem Penicillin menschliches Leben rettet, unter anderem den von toreros wird sein Denkmal mit der Aufschrift "Mörder" beschmutzt. Mit anderen Worten, man bevorzugt hiermit den Tod von Menschen. Moralisch wie ethisch in keinster Weise vertretbar. Das ist lediglich eine Logik des antitaurinismo.

Montag, 14. September 2015

Peter Janssen auf der Flucht?




von Philip de Málaga


Der Antitaurino, der verschiedene corridas störte ist nicht auffindbar
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Derzeit gehört er zu den bekanntesten antitaurinos. Zum einen weil er erfolgreich einige corridas störte in dem er das ruedo sowie den callejón erstürmte und vor allem den matador de toros Morante de la Puebla laut als Mörder beschimpfte und tätlich wurde. Dafür muss er sich nun vor Gericht verantworten (SfA: Antitaurino muss vor Gericht). Doch als die Nationalpolizei heute die Vorladung beim Niederländer, mit wahrem Namen Petrus Johannes Martinus vorbeibringen wollte, stellte sich heraus, dass die Angaben seiner Adresse, welche er bei seiner knapp einstündigen Festnahme in Palma de Mallorca machte, falsch waren. 

Peter Janssen auf der Flucht?
Seitdem die Anwaltskanzlei Moeckel aus Sevilla gegen den antitaurino Anzeige erhoben hatte und der zuständige Richter recht zügig das Verfahren in die Wege leitete, ist der Vorgeladene von der Bildfläche verschwunden. 

Man kann es bewerten wie man möchte, Tatsache ist, er hat die Policía Nacional bewusst belogen. Also sich als jemand dargestellt, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Wieder einmal antitaurinische Logik? 

Jemanden in aller Öffentlichkeit als "Mörder" zu betiteln ist in Spanien keine Beleidigung sondern ein Strafbestand. Diesem sollte er sich stellen. Wie sagte Anwalt Moeckel? "Sich sein Hemd ausziehen, wie ein Indianer bemalen, ins ruedo springen wenn der toro schon tot ist und sich im Sand wälzen, dass habe nichts mit Mut zu tun." - seine jetzige Reaktion noch weniger.

La Muerte - Der Valenciakrimi

Buchrezension über La muerte - Der Valenciakrimi von Jason Webster
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von Torodora Gorges

Ich weiß nicht mehr, in welcher Buchhandlung ich dieses Taschenbuch vor etwa zwei Monaten liegen sah. Schwarz der Umschlag mit weißer Beschriftung und einem unheimlich anmutenden Foto von einem undefinierbaren haarigen Objekt, in einem roten Quadrat das Logo des Verlags. Lange hatte ich keinen Krimi mehr gelesen. - Mit dem Titel "La Muerte" und dem Hinweis auf Valencia, wo ich gerade im März diesen Jahres wieder während der Feria de las Fallas war, assoziierte ich einen Zusammenhang mit der fiesta de los toros. Ich kaufte das Buch quasi unbesehen und legte es erst einmal zur Seite. Ich wollte es in meinen Spanienurlaub im September mitnehmen. 

José Tomás (Foto: mundotoro)
Nach kurzem Blättern wurde ich jedoch neugierig. Der Inhalt dreht sich tatsächlich um toros und toreros.  - Ein torero wird ermordet, der gerade nach jahrelanger Abwesenheit aus den ruedos zum ersten Mal wieder aufgetreten ist, in seiner Lieblingsarena in Valencia. Der beschriebene Protagonist, "Blanco" genannt, erinnert an die Vita des matadores de toros José Tomás. Nur er hat es geschafft, die plaza wieder zu füllen mit einem "lleno". Er wird gefeiert und verehrt. Natürlich bedient sich der Autor verschiedener torero-Biographien, um von seinem  Akteur "Blanco" ein lebendiges Bild zu vermitteln. Ich stellte beim Lesen fest, dass mich die Story an sich gar nicht so sehr interessierte. Obwohl, der Krimi ist spannend aufgebaut, Spuren werden ausgelegt: Der torero sei schwul gewesen - hat ihn ein lover getötet? Mord aus Leidenschaft versus Tötung aus Geldgier oder Machthunger. Ist ein ganadero oder dessen Sohn verwickelt in die Mordaffaire? Oder hat ein Kollegen-Rivale ihn beseitigen wollen?

Ein volle plaza de toros in Valencia
Ich muss bekennen, dass ich bisher noch nicht einmal Zeit hatte, ein Drittel des Buches zu lesen. Aber ich bin dermassen angetan von der Tatsache, dass hier ein Journalist und Schriftsteller, gebürtiger Amerikaner, aufgewachsen in Deutschlang und England, jetzt in Spanien lebend, das Kunststück vollbringt, den mundo taurino als Hintergrund einer Kriminalgeschichte zu präsentieren, ohne Oberflächlichkeit, ohne sich vereinfachender Klischees zu bedienen. - Der Autor hat sich kundig gemacht. Objektiv schildert er die Szene taurina, frei von Vorurteilen und Arroganz der "politisch Korrekten".  Er lässt taurinos und antitaurinos zu Wort kommen, sie spielen ihre Rolle und die Positionen werden deutlich. Respektiert werden beide Seiten. Ich nehme an, vielleicht wünsche ich mir das aber auch einfach nur, dass der Autor selber kein antitaurino ist. Denn er scheint nicht zu den Journalisten zu gehören, die aus "political correctness" auf Distanz zum Gegenstand ihres Schreibens gehen.

Der presidente
Da gibt es einen Polizeikommissar, der zunächst keine Ahnung vom und eher eine ablehnende Haltung zum Stierkampf hat. Zufällig muss er aber am Nachmittag des großen Auftritts von "Blanco" den Vorsitz als presidente bei der corrida einnehmen, und anschliessend auch die Untersuchung des Mordes durchführen. Er kommt notgedrungen in Kontakt mit dem mundo de los toros und toreros. Wie er mit Anhängern des toten toreros, Verehrern, Kollegen  und der  afición generell  umgeht,  daneben sich auch mit den Gegnern intensiv beschäftigen muss, ist  interessant zu lesen. Ich bin gespannt, wie der  Hauptkommissar Max Cámara seine kriminalistischen Ermittlungen weiter fortführt. Whodunit?

Jason Webster
Ebenso neugierig aber bin ich darauf, ob der Autor Jason Webster seine neutrale Haltung zur Welt des  Stierkampfs  bis zur Auflösung des Kriminalfalls beibehält. Wie gesagt - ich habe das Buch noch nicht bis zur Hälfte gelesen, aber ich bin sehr beeindruckt. Endlich einmal jemand, der sich richtig Mühe gibt, sachliche Informationen zu verarbeiten. Für dieses Buch hat sich der Autor in die tradición taurina versenkt, er hat die Las Fallas studiert (und  auch den unerträglichen Lärm dort angemessen humorvoll beschrieben). - Er hat jedes seiner 24 Kapitel mit einem klugen Zitat aus Literatur und Sprichwörtern überschrieben. Die Dreiteilung in tercio de varas, tercio de banderillas und tercio de la muerte spricht für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Stierkampf.

Könnte sich in der Objektivität neben dem Kenntnisreichtum des Schreibenden  möglicherweise eine verborgene Leidenschaft für den Gegenstand ausdrücken? ¿Quien sabe? Wer weiss es schon?

Sonntag, 13. September 2015

Es ist verboten zu verbieten





von Philip de Málaga

In Valladolid demonstrierten an die 9.000 Taurinos
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Es war gestern vormittag ein beeindruckende Manifestation für die tauromaquia im nördlichen Valladolid in der Region Kastilien-León. 


An die 9.000 aficionados und taurinos demonstrierten gegen ein Verbot der toros. Die Befürworter zogen durch die Strassen der Stadt und bekannten sich mit einem klaren "Ja" zu der mundo de los toros und forderten die Politiker auf, sich doch um wichtigere Dinge zu kümmern als um ein Verbot der tauromaquia. Der Zug endete in der alten plaza de toros aus dem Jahr 1890 mit einem aforo für 11.542 Zuschauer. Allein dieses coso ist ein Beweis dafür, wie die tradición taurina mit dieser Stadt tief verankert ist. Die erste plaza gab es schon 1834.

Ein beeindruckende Kulisse, die plaza de toros von Valladolid (Foto: mundotoro)
Am Ende hielt der populäre ganadero Victorino Martín ein Manifest, warum eine abolición de los toros nicht sinnvoll sein und plädierte für das toreo und dessen Freiheit für diejenigen die davon leben und für die afición: "Die toros seien weder rechts noch links, sie gehören zum Volk und sollten deswegen respektiert werden! Wir können stolz darauf sein, dass wir taurinos sind. Die tauromaquia ist ein nationales Kulturerbe, und wir haben ein Recht darauf, daran teilzuhaben, ohne dabei gestört zu werden." Begleitet wurde die Veranstaltung von den matadores de toros Manuel Escribano, Joselillo und David Luguillano.

Samstag, 12. September 2015

SfA: Über 200.000 Besucher





von Phillip de Málaga


SfA avanciert zum meist gelesenen deutschsprachigen Portal über Stierkampf
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Seit Bestehen haben nun über 200.000 Leser SfA besucht. Damit gehört ab diesem Sommer Stierkampf für Alle zu dem am meisten gelesenen deutschsprachigen Portal über die mundo de los toros.  Gestern am späten Nachmittag erreichte SfA die magische Zahl:
Das hat noch kein portal taurino in deutscher Sprache geschafft!
Das steigende Interesse der deutschsprachigen Gäste ist vor allem schon seit 2013 zu beobachten. Gewiss, da lesen auch die Gegner mit, aber grundsätzlich ist das Interesse da, mehr über die tauromaquia zu erfahren, als die doch sehr einseitige Berichterstattung durch den antitaurinismo und den grössten Teil der Presse. Das merken wir hier auch an den Mails die uns erreichen, nicht selten mit konkreten Fragen. Hier in Málaga werden wir auch mit Besuchern bei der plaza de toros direkt konfrontiert. Fast alle zeigen ein bestimmtes Interesse an den toros, selten dagegen, und wenn eher ablehnend so doch tolerant und es als Teil spanischer Kultur akzeptierend. Und unser Motto ist eindeutig:
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"SfA will niemanden vom Stierkampf überzeugen,
dass muss ein jeder für sich selbst entscheiden.
Wir wollen lediglich informieren, über Tatsachen berichten,
was sich wirklich hinter der Tauromachie verbirgt,
und warum die Stiere an die siebzig Millionen Menschen
auf der ganzen Welt in ihren Bann ziehen."

Philip de Málaga
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Vor allem dieser Sommer hat es den deutschsprachigen Lesern angetan. Mit der feria del toro San Fermín in Pamplona begannen besonders die Zahlen der Besucher teilweise um dreissig bis vierzig Prozent zu steigen. Auch die feria taurina von Málaga fand grosses Interesse, besonders der Internationale Wettbewerb der escuelas taurinas. Wohl nicht wenige sind der SfA-Empfehlung nachgekommen und haben das Finale des Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas per Livestream im Internet mitverfolgt.

Begehrt scheint auch die Tatsache, dass wir nicht einfach nur trocken über die corridas selbst berichten, sondern das Thema der toros kulturell, literarisch, wirtschaftlich, historisch, menschlich wie sozial und in seinem gesellschaftlichen Umfeld darstellen. Übermitteln, dass die mundo de los toros als Kulturerbe Teil des spanischen Lebens ist und sein wird.

Dabei sind es nicht nur die Deutschen in Deutschland welche hier mitlesen, sondern weltweit, wie in Spanien, den Vereinigten Staaten, Italien, Portugal, Frankreich, Ukraine, dem Vereinigten Königreich, Russland und selbstverständlich in der Schweiz und Österreich.

Wo man SfA liest.
Viele Hits zeigen die Literaturhinweise auf. Man möchte also mehr erfahren und es in den heimischen vier Wänden zu lesen. Auch erhalten wir regelmässig Anfragen über Termine von corridas in Andalusien und wie man an die entradas am besten kommt. Kurz, das Interesse des deutschsprachigen Publikums an der mundo de los toros ist definitiv am steigen. Auch die Besucherzahlen von deutschen Gästen bei den festejos taurinos haben zugenommen, wie einige empresas mitteilten. Aber grundsätzlich fehle es den ausländischen Besuchern an einem Basiswissen über die toros. Auch einer der Motive, wie sich der Erfolg von SfA erklären lässt. 

Besonders beliebt ist SfA in Kombination mit seinem deutschsprachigem Nachschlagewerk dem COSSÍO en alemán. Obwohl dieses Lexikon erst seit drei Jahren besteht, hat es auch schon seine fast 100.000 Hits und es werden dort täglich über 80 Begriffe aus der tauromaquia nachgeschlagen. Das ist doch wohl ein eindeutiger Indiz dafür, dass ein gewisses Interesse für die mundo de los toros besteht. Zumindest ein Anzeichen, dass es zahlreiche Menschen gibt, die wissen wollen, um was es hier geht. Das betrifft natürlich Befürworter wie Gegner und alle einfach nur Neugierigen.

Und was bringt die Zukunft?

Auch weiterhin ist SfA daran interessiert über die mundo de los toros zu berichten. Vor allem möchten wir denjenigen die entsprechenden Informationen zukommen zu lassen, die sich dieser doch für viele Nicht-Spanier eher fremden Welt nicht so auskennen, zu begegnen. Ihnen zeigen, wie die toros zu Spanien gehören. Wie spannend und aufregend es sein kann. Die Vielseitigkeit in den verschiedenen Bereichen aufzeigen. Und ob dann jemand sich der afición a los toros weiterhin nähern möchte bleibt ihm selbst überlassen. Da mischen wir uns nicht ein. 

Vielen Dank an alle die dabei geholfen haben, diese Seite aufzubauen. Der Dank richtet sich an das Team von SfA, an die vielen Leser und aficionados, welche uns mit Informationen beliefern und an zahlreiche Einrichtungen hier in Málaga wie die empresas der plaza de toros La Malagueta und in Benalmádena, das Centro Arte Tauromaquia, das portal taurino mundotoro, das museo taurino Antonio Ordoñez und die escuela taurina de Málaga. Und nicht zuletzt an unsere treue Leserschaft. Muchas gracias.

Freitag, 11. September 2015

SfA und der ORF

In Österreich scheint man sich für die mundo de los toros zu interessieren.
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von Philip de Málaga 

Im Jahr 2007 wurde beim Europäischen Parlament eine Schriftliche Erklärung eingereicht, den Stierkampf in ganz Europa zu verbieten. Es kam nicht einmal zur Debatte, weil 73 Prozent der EU-Abgeordneten nicht zustimmten. Nur ein Land stellte sich geschlossen hinter diesen Antrag: Die Republik Österreich. Und trotzdem erreichen SfA immer wieder Anfragen gerade aus diesem Lande. Interesse ist wohl da, aber man traut sich nicht immer dieses dort auch laut auszusprechen. 

So besuchte für einen ganzen Tag ein Team des ORF die südspanische Metropole Málaga um sich den toros zu nähern. Der österreichische Kultur-Kanal Ö1 plant für Ende Februar 2016 eine vierteilige Telekolleg-Serie über die mundo taurino und schickte hierfür die bekannte Schriftstellerin und Journalistin Christa Nebenführ nach Andalusien. Unter anderem besuchte sie eine ganadería und die legendäre corrida goyesca in diesem Jahr (siehe SfA: In Ronda öffnet sich die Puerta Grande gleich zweimal).

Aber vorher kamen der Fernsehredakteur Dominik Hillisch und Christa Nebenführ in die capital taurina Málaga. Dabei wurden sie von SfA durch den Tag begleitet. Es war völlig überraschend wie aufgeschlossen sich das ORF-Team diesem doch sehr sensiblen Thema der tauromaquia näherte. Man zeigte aufrichtiges Interesse gefüllt mit zahlreichen wie neugierigen Fragen. Ohne Emotionen wollte man wissen um was es hier überhaupt geht.

Zunächst ging es in das relativ neue Museum der Künste für Tauromachie im Herzen der Stadt. 

Dort zeigte ihnen Don Juan Carlos Estrada, Direktor des Museums, Experte in Sachen der Tauromachie und Manager der plaza der toros die Objekte aus der mundo de los toros und erklärte anhand von diesen, den gesamten Hintergrund zur Entstehung der tauromaquia. Eine Menge an interessanten Informationen aus erster Hand rieselte auf die Besucher der Alpenrepublik ein. Man begann zu erkennen, die toros sind eigentlich keine spanische Erfindung, hier hat man es lediglich zu Ritualen reglementiert.
Philip de Málaga, Christa Nebenführ, Dominik Hillisch, Juan Carlos Estrada
Toros in England? Vor dem Direktor liegt ein Plan aus London mit zwei plaza de toros.
Sicher bald ein Thema für SfA!
Nach einer kleinen Mittagspause ging es weiter und ich selbst wurde zu verschiedenen Themen zu den toros interviewt. Dabei ging SfA bewusst keiner Frage aus dem Weg.
ORF interviewt SfA
Dann ging es zur Malagueta, der plaza de toros von Málaga. Sie stammt aus dem Jahr 1876, bietet Platz in den tendidos für 10.500 Zuschauer und das ruedo hat einen Durchmesser von 52 Meter. 
Die Malagueta: Auch ohne Zuschauer eine beeindruckende Kulisse
Für jeden, der dieses ruedo einmal betreten kann, ein beeindruckender Moment.

Der toro und die Journalistin aus Österreich
Danach ging es zur escuela taurina, welche im ruedo trainierte. Jede Woche drei Mal. Und selbstverständlich zeigten sich die jungen alumnos den österreichischen Gästen offen und rein selbstverständlich stellte sich der stellvertretende Leiter der escuela taurina Antonio Trujillo einem Interview. Der Direktor und Ex-matador Fernando Camara befand sich zurzeit mit einem seiner Schützlinge in einer anderen plaza de toros.
Antonio Trujillo, Dominik Hillisch und Christa Nebenführ
Und natürlich kam dann Francisco Morales, der Gewinner des Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas (siehe Málaga: Francisco Morales gewinnt das Finale) um sich den Fragen von Christa Nebenführ zu stellen.

Ein torero für die Zukunft? Francisco Morales
SfA wird seine Leser informieren, wann Ö1 die Sendung ausstrahlen wird. Wer nicht die Möglichkeit hat es im Radio live zu verfolgen kann dies über das Internet mit einem Livestream tun: Radio Österreich 1.