Montag, 18. Juli 2016

Durchschnittlich verfolgten 69 Prozent die TV-Übertragungen aus Pamplona




von Philip de Málaga


Hohe Einschaltquoten bei den morgendlichen encierros
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Wie der staatliche Fernsehsender RTVE mitteilte, erreichten die morgendlichen Live-Übertragungen der acht encierros aus Pamplona mehr als sechs Millionen Zuschauer in Spanien. Das Programm, welches vor und nach den encierros berichtete "Vive San Fermín", lockte durchschnittlich 871.000 vor den Bildschirm. 

Mit dem eigentlichen encierro um acht Uhr morgens schalteten durchschnittlich 1.490.000 Personen den Sender TVE 1 ein. Das entspricht einer Einschaltquote von 61,1 Prozent. Hinzu kommen die 202.000 Zuschauer beim Pay-TV Canal 24, mit einer Einschaltquote von 8,3 Prozent. Zusammen kommt man auf 1.692.000 Zuschauer und einer Einschaltquote von 69,4 Prozent.
Mittwoch der 13. Juli 2016 in Pamplona
Die meisten Zuschauer zog es zum encierro der ganadería Nuñez del Cuvillo am vergangenen Mittwoch den 13. Juli an.  Mit 1.814.000 erreichte man eine Einschaltquote von stolzen 72,1 Prozent. Auch die Sondersendungen im Laufe des Tages zogen Tausende vor den Bildschirm. 

Im Vergleich zum Vorjahr registrierte man bei der Quote eine leichte Steigerung von 2,4 Prozent.

Sonntag, 17. Juli 2016

Auch das Verfassungsgericht wird wieder aktiv




von Philip de Málaga


Nach sechs Jahren soll nun endlich über Katalonien entschieden werden
Über die Langsamkeit der spanischen Justiz
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Eine langsame Gerechtigkeit sei keine Gerechtigkeit! Langsam? Langsamer geht es schon gar nicht mehr. So beschreibt der Journalist Andrés Amorós in ABC die aktuelle Lage des obersten Gerichtes für Verfassung in Spanien. In Sachen der tauromaquia und Katalonien hätte diese absurde Verzögerung lediglich verschiedene Aktionen der populistischen Linken gegen die toros hervorgerufen.

Man muss es sich mal vorstellen. Da wurde im Jahr 2010, also schon vor sechs Jahren (!) eine Verfassungsklage, über das Verbort von corridas in Katalonien, eingereicht, welche bis heute noch nicht einmal zur Anhörung gekommen ist. Geht es noch langsamer? Nein. Erst der Tod des toreros Víctor Barrios und die daraufhin vollkommen undemokratische Welle der Diffamierungen bewegten das Verfassungsgericht nun doch dazu einmal zu reagieren. Gewiss, man mag darüber nachdenken, ob nicht doch irgendwelche politischen Einflüsse zu dieser Verzögerung geführt hatten. Es entstand der Eindruck man warte auf den richtigen Moment, auf bessere Zeiten, um sich mit der Generalitat von Katalonien diesbezüglich auseinanderzusetzen. Ein Wunschtermin, der nie kommen wird. Aber das wusste man auch vor sechs Jahren.
Diese Vorgehensweise hat dem taurinischen Sektor geschadet, weil er so den undemokratischen Aktionen vollkommen ausgeliefert war. Und man man bedenke, auch hier reden wir nicht von etwas Illegalem, von etwas was dem spanischen Gesetz widersprecht, denn es geht um die tauromaquia  welche für viele nicht nur die Lebensexistent darstellt, sondern auch als traditionelles Kulturgut deklariert wurde und somit von der spanischen Verfassung geschützt sein sollte. Sollte. Und zwar zeitgerecht.

Und nun, nachdem man in Katalonien die prohibición de los toros durchgesetzt hat, ein Verbot was sich allerdings nur auf die corridas beschränkt, denn die festejos populares sind weiterhin zugelassen, hat das Verfassungsgericht nun wieder diesen Vorgang reaktiviert, um den antitaurinischen Tendenzen in Spanien ein Zeichen zusetzen. Im September soll ein Urteil bekannt gegeben werden. Auslöser war wohl ein Schreiben der Fundacion del Toro de Lidia an das Verfassungsgericht, indem betont wurde, dass weitere Verzögerungen einen negativen Einfluss auf die mundo de la tauromaquia hätte. Es könne doch nicht angehen, dass in den sechs Jahren der Verfassungswidrigkeit von Seiten des Staates nicht unternommen worden sei. Das klingt beinahe schon wie ein Freibrief für die Zukunft, was man unter anderem an der Vorgehensweise in San Sebastian oder in Palma de Mallorca erkennen kann. Dabei bedenke man, das die mundo taurino bis zu 200.000 Arbeitsplätze schafft, an die 25 Millionen Zuschauer anzieht und 2013 zum Kulturerbe deklariert worden ist. Das katalanische Verbot breche mit zehn Artikel der spanische Verfassung. Allen voran die Freiheit an kulturellen Veranstaltungen teilzuhaben, das künstlerische Schaffen selbst sowie die unternehmerische Freiheit. Zwar hätten die autonomen Regionen die Möglichkeit diese Aktivitäten zu regulieren, aber nicht zu verbieten.

Samstag, 16. Juli 2016

Über die Diffamierung des Toreros Víctor Barrio im Internet




von Paul Ingendaay


Die Frankfurter Allgemeine Zeitung gehört ohne Frage zu den wenigen Medien in Deutschland, welche auffallend neutral mit dem Thema der tauromaquia umgehen. Das liegt wohl auch daran, dass der Kulturkorrespondent Paul Ingendaay in Spanien, mit Spaniern und deren Kultur lebt.
"Die Diffamierungen gegen Víctor Barrio beweisen, dass die Internetgemeinde die Kultur des Stierkampfs nicht begriffen hat."

"Manche der Tweets, die nach dem Tod des Stierkämpfers Víctor Barrio am vergangenen Wochenende zu lesen waren, sind nach den Standards dieser Zeitung undruckbar."

"Seit der ersten Begegnung mit dem Stierkampf habe ich vor dieser Welt Respekt empfunden."

"Hier geht es zuallererst um den Kampfstier, das am tiefsten verehrte Tier der Iberischen Halbinsel."

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Quellennachweis:

Wer den Durst der Götter stillt von Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine, 15.07.2016 

Freitag, 15. Juli 2016

Sollen diejenigen, die den Tod des Toreros verspotteten, rechtlich verfolgt werden? Spanien sagt "Ja"!




von Philip de Málaga


Erste Umfrage fragt nach dem Willen des Volkes
das Ergebnis ist eindeutig
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Nachdem sich nun schon die Politiker zu Wort gemeldet hatten und fast einstimmig gegen die provozierenden und beleidigenden Äusserungen zahlreicher User im Internet Stellung bezogen, hat die spanische Tageszeitung LA RAZÓN, mit Sitz in Madrid, schon am Montag eine Umfrage gestartet, ob gegen die Verfasser der Verspottungen über den Tod des toreros Víctor Barrio, am letzten Samstag in Teruel, rechtliche Massnahmen eingeleitet werden sollen. Von den über 10.000 Befragten antwortete eine überwältigende Mehrheit von über 90 Prozent mit "Ja". 
Das ist eine klare Ansage an die Politik und die Justiz. Man erwartet, dass sie handeln, was bedeutet, zeitgerecht die entsprechenden juristischen Mittel zu ergreifen, um solchen verbalen Radikalismus der sich eindeutig gegen legale, von der spanischen Verfassung zugelassene Tätigkeiten richtet. Hier wird nur eins verlangt, dass das Recht in einer Demokratie geschützt wird. 

Donnerstag, 14. Juli 2016

Auch die Politik positioniert sich gegen den Shitstorm




von Philip de Málaga


Selbst in den politischen Lagern stossen diese Hasstiraden auf Widerstand
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Nun haben sich auch die politischen Parteien zu Wort gemeldet. Man ist sich in diesem Fall ausnahmsweise mal einig. Ganz egal wie man zu der mundo de los toros steht, ein solcher Sturm von verbalen Hasstiraden im öffentlichen Netz sei auf keinen Fall zu rechtfertigen.

Partido Popular:

So hat auch der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy Stellung bezogen. Er teilte der Presse gestern Vormittag mit, dass seine Partei nicht bereit sei, solche barschen Ausbrüche in den sozialen Netzwerken zuzulassen, welche sich gegen den   torero Víctor Barrio richten, der am letzten Samstag an einer cornada in der plaza de toros von Teruel verstorben sei. Bei der Pressekonferenz lobte er die Staatsanwaltschaft, welche mit Beflissenheit die Untersuchung der barbarischen Beleidigungen gegen den torero in die Wege geleitet hat.

"Nichts rechtfertige diese Grausamkeit; ich denke, dass alle guten Menschen dieses verurteilen müssen", so Mariano Rajoy, der am Dienstag seine offizielle Beileidsbekundung der Witwe zukommen liess. Der Vorsitzende der Partido Popular stellt klar, dass dieses doch grosse Verhalten an Niederträchtigkeit lediglich von einer kleinen Minderheit ausgehe und die spanische Gesellschaft sehr wohl respektvoll, zivilisiert und tolerant sei.

Podemos:

Die linkspopulistische Partei vertritt bezüglich der toros einen anderen Standpunkt als die konservative PP, geht aber ebenfalls bezüglich der verbalen Online-Attacken auf Abstand. Der politische Sekretär von Podemos Iñigo Errejón bekräftigte so auch seine Ablehnung gegen die corrida de toros, kritisierte aber gleichzeitig die beleidigenden Botschaften, welche in Twitter veröffentlicht worden sind, die sich gegen den matador Víctor Barrio richten, welcher in Teruel in der plaza de toros an einer cornada verstorben sei.

"Ich bin gegen die toros", so Iñigo Errejón im Radiosender Cadena Ser, "aber die Tweeds, wenn ein torero stirbt, gegen seine Frau und die Familie sind eine Barbarei, ganz unabhängig davon was einer von den toros denkt." Der Politiker gab zu, dass die sozialen Netzwerke jeweils das Beste aber auch das Schlechteste von einem berichten können, weil sie öffentlich und zugleich anonym seien. Ein öffentlicher Raum, ohne Verantwortung zu übernehmen.

Pamplona im Überblick


Die ganze Welt schaut nach Spanien, nach Pamplona. San Fermín steht für wenige Tage im Mittelpunkt der Welt. Neun Tage lang werden die toros berühmter ganaderías durch die Strassen getrieben. 875 Meter grösste Gefahr für alle Beteiligten. Hier ein kurzer statistischer Überblick  über alle encierros am frühen Morgen und die corridas de toros am Nachmittag:
Mittwoch den 14. Juli 2016

Ganadería: MIURA, Lora del Rio (Sevilla)
Das letzte encierro in diesem Jahr war schnell und sauber. Ohne Hornwunden gab es während des Laufes auffallend wenig Konflikte. Nur beim Eingang in das ruedo der plaza der toros kam es zum Fall einiger Läufer und einige toros über sie. Spektakulär die voltereta beim Lauf eines cabestros über einen toro. Die ganadería von Eduardo Miura, ist die Stierzucht mit den meisten Beteiligungen in Pamplona. Dies war ihr 35. encierro. Auch hatte sie im letzten Jahr mit 2:02 das schnellste encierro der Geschichte.

Link zum Video: Encierro de MIURA

Corrida de toros: Donnerstag um 19:00 Uhr

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Mittwoch den 13. Juli 2016

Ganadería: NÚÑEZ DEL CUVILLO, Vejer de la Frontera (Cádiz)
Wieder ein recht schnelles encierro. mit gefährlichen Momenten an der Strecke am Rathaus, wo ein toro mehrere Läufer direkt angreift. Die erste und bis heute letzte cornada am Rathaus gab es 1980. Der Boden war vom nächtlichen Regen her feucht und mit 13 Grad Celsius war es auffallend frisch für Juli.


Corrida de toros: Mittwoch um 19:00 Uhr

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Dienstag den 12. Juli 2016

Ganadería: VICTORIANO DEL RÍO, Guadalix de la Sierra (Madrid)
In diesem Jahr das bisher schnellste encierro. Die toros noble, überholten die Leitochsen, führten das Feld die gesamte Zeit an und griffen bei hoher Geschwindigkeit die Läufer nicht direkt an. Beim Einlaufen in das ruedo der plaza de toros öffnete sich die Formation der galoppierenden toros wie ein Fächer. Man gespannt sein, auf die corrida an diesem tarde de toros.



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Montag den 11. Juli 2016

Ganadería: JANDILLA, Llerena (Badajoz)
Ein zügiges aber ruhiges encierro mit wenigen gefährlichen Momenten. Kaum toros oder Menschen auf dem Boden. Erst beim Einlauf in die plaza de toros wird es eine Idee eng, wo ein Horn eines toros auffallend gefährlich nah an den Hals eines Läufers kommt.

Link zum Video: Encierro de Jandilla 


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Sonntag den 10. Juli 2016

Ganadería: PEDRAZA DE YELTES, Castráz de Yeltes (Salamanca)
Es sollte das 24. encierro an einem Sonntag in Folge werden, ohne Verletzte mit cornadas. Die neue ganadería zeigte sich schnell, viele Läufer landeten auf dem Boden, aber während des encierro wurden nur drei von ihnen in das Hospital eingewiesen. Erst in der plaza de toros wurden zwei Beteiligte Opfer der astas. Beide mit schwerer Prognose.


Link zum Video: Encierro de PEDRAZO DE YELTES



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Samstag der 9. Juli 2016

Ganadería: JOSÈ ESCOLAR, Paterna de Rivera (Ávila)
Ein kurioses encierro. Genauso wie im letzten Jahr von derselben ganadería blieb ein toro gleich am Anfang zurück. Und in der plaza de toros lernen wir einen neuen Begriff: Limpiar la barrera (die barrera säubern). Ein toro rennt an der barrera entlang und zwingt die dort auf dem estribo stehenden Personen, gleich einem Dominoeffekt, über das Holz in den callejón zu springen.

Link zum Video: Encierro de JOSÉ ESCOLAR 


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Freitag der 8. Juli 2016

Ganadería: CEBADO GAGO, Lanzahita (Cádiz)
Ein gefährliches, langes und kompliziertes encierro mit toros, welche direkt die Läufer attackierten. Die Folge waren 6 cornadas. Einige toros verselbstständigten sich und suchten den Weg alleine. 15 Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Link zum Video: Encierro de CEBADO GAGO


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Donnerstag der 7. Juli 2016

Ganadería: FUENTE YMBRO, San José del Valle (Cádiz)
Ein recht schnelles und sauberes encierro. 5 Personen wurden in das Krankenhaus eingeliefert. 

Link zum Video: Encierro de FUENTE YMBRO

Mittwoch, 13. Juli 2016

Nestle trennt sich von Mitarbeiter wegen Verleumdung im Netz




von Philip de Málaga


Erste Massnahmen zu den verbalen Attacken gegen den verstorbenen Torero
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Wie das Unternehmen Nestle an diesem Vormittag bekannt gab, haben sie sich von ihrem Mitarbeiter JPelirojo getrennt, der als Model für die Werbekampagne für die Eissorte Maxibon engagiert worden ist, weil dieser im Netz öffentlich, auf dem Portal Twitter, seiner Freude über den Tod eines Menschen zum Ausdruck brachte. Diese Freude bezog sich auf den am letzten Samstag in der plaza de toros von Teruel verstorbenen torero Víctor Barrio.
Werbung von Nestle für das Eis Maxibon
"Ich sage die toreros sind Folterknechte und Mörder 
und sie sagen ich soll es zurücknehmen. 
Es stimmt, und man sollte hinzufügen, 
diejenigen denen es gefällt zuzuschauen, ebenfalls."
"Und man sollte die corridas de toros nicht nur verbieten,
 sondern man sollte auch diejenigen verurteilen, 
welche foltern und töten. Gefängnis für die toreros. JETZT."

Als Folge dieser demütigen Kommentare, forderten zahlreichen Schreiben aus der mundo taurino  Nestle auf, sich von diesem jungen Mann für die Werbekampagne Maxibon zu trennen. Da das Unternehmen vorerst zurückhaltend reagierte, regten in den Netzwerken viele taurinos an, den Kauf von Produkten von Nestle zu boykottieren. Immerhin bekennen sich in Spanier fünfzehn Millionen Menschen zu den toros. Immerhin fast zwanzig Prozent der Bevölkerung. Der Flut an Kritik ausgesetzt reagierte Nestle heute morgen gegen 12:30 Uhr:
"Nestle hat sich entschieden, dass JPelirojo nicht mehr das Bild der Werbekampagne von Maxibon prägen wird, weil er Freude über den Tod eines Menschen zum Ausdruck gebracht hat"

JPelirojo ist nicht der einzige Autor, der mit Hasstiraden gegen den Tod des matador de toros Víctor  Barrio öffentlich in sozialen Netzwerken wetterte. Dies wird mit Sicherheit auch kein Einzelfall bleiben, denn wie SfA schon berichtete wurden in mehreren Fällen Untersuchungen in die Wege geleitet. Zu zwei Anzeigen ist es bis zum jetzigen Zeitpunkt gekommen. 

Rechtliche Schritte werden in die Wege geleitet




von Philip de Málaga


Die Fundación Lidia del Toro, die Staatsanwaltschaft, die Guardia Civil 
und die spanische Presse sind empört über diese öffentliche Hetzkampagne 
und reagieren
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Spanien scheint schockiert über diesen noch nie dagewesenen Shitstorm. Er gehe bei weitem über die Thematik der mundo de los toros und alles was damit zu tun habe, hinaus. Sachlichkeit wird durch emotionale und persönliche Attacken ersetzt, wobei man bewusste Menschen diffamieren möchte. Demokratisches Gedankengut würde hier mit Füssen getreten, meistens aus einer bestimmten Anonymität heraus. 

Die Fundación Toro de Lidia erhebt Anklage

Wie schon am Montag angekündigt, leitete die Fundación Toro de Lidia erste rechtliche Schritte gegen einige Verfasser verschiedener Kommentare und Tweeds in die Wege, welche "die Ehre, die Würde und das Andenken" des verstorbenen toreros Víctor Barrio attackieren.  Dieses verlange ein klares juristischen Vorgehen. Gegenwärtig würden weiterhin solche Verleumdungen ins Netz gestellt, und man prüfe derzeitig, welche rechtlichen Mittel hier anzuwenden seien. Aber auf der Pressekonferenz wurde klar dargestellt, dass man alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen werde, denn hier wird ganz eindeutig ein Gruppe diffamiert, welche nicht nur legalen Aktivitäten nachgehe, sondern sich auch an die Gesetzgebung halte.

Es liege hier eindeutig ein Angriff auf die Würde des Menschen vor. Das Veröffentlichen von Verleumdungen sei eine ernst zu nehmende Straftat, besonders wenn dabei Hass geschürt wird, welcher weit über die mundo taurino hinausgehe.

Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen

Consuelo Madrigal
Wie in Valencia Generalstaatsanwältin Consuelo Madrigal die Presse informierte, werde man auch in der Staatsanwaltschaft diese Vorgänge prüfen, in wieweit eine Strafverfolgung im Sinne der spanischen Verfassung in die Wege zu leiten ist. Zwar könne man noch nicht sagen, ob kriminelle Delikte vorliegen, denn dazu muss man die einzelnen Vorgänge in ihrer Gesamtheit erst analysieren. Es könnten aber durchaus mögliche Delikte aus Hass und Drohungen gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe vorliegen. Zwar finden sich in einigen Tweeds alarmierende Äusserungen, weshalb sie aber noch keine Straftat darstellen.

Guardia Civil untersucht verschiedene Tweeds

Arsenio Fernández de Mesa
Auch die Guardia Civil hat Untersuchungen eingeleitet, um den Inhalt zu analysieren, welcher nach der cornada des toreros Víctor Barrio in das Netz gestellt worden sind. Wie der General Direktor der Polizeieinheit Arsenio Fernández de Mesa mitteilte, sind solche "Hassverbrechen" zu erkennen sowie zu bestrafen, und selbstverständlich werde die Guardia Civil in dieser Richtung alles unternehmen. Er fügte hinzu, dass es dabei völlig ohne Bedeutung sei, welche Meinung einer von der fiesta de los toros habe, aber solche erniedrigende Kommentare, welche den Hass schüren, könne man nicht zulassen. Im Allgemeinen stellte er fest, dass die Sozialen Netzwerke überhaupt häufig dazu benutzt werden um Menschen zu demütigen und zu verletzen.

Die spanische Presse stellt sich geschlossen gegen diese Provokationen

Ob nun die grössten spanischen Tageszeitungen wie EL PAÍS oder EL MUNDO, die konservative ABC oder Wirtschaftszeitungen wie La Gazeta, alle stellen sich geschlossen gegen diesen Shitstorm. Vor allem empören sich die Medien über die Anonymität der Verfasser. Die tauromaquia ist in der spanischen Demokratie zum patrimonio cultural inmaterial deklariert worden. Taurinos nehmen ein Recht in Anspruch, welches ihnen nach einer demokratischen Verfassung zugestanden wird. Nicht mehr und nicht weniger. Die grösste spanische Sportzeitung, MARCA, mahnt die antitaurinos, dass es nicht der richtige Moment sei, den Tod des toreros Víctor Barrio zu einer Hetzkampagne gegen die tauromaquia zu instrumentalisieren:
Der Tod von Víctor Barrio, Schmerz und Wut
Es ist der Moment den toten torero zu ehren und zu sagen: 
Genug! mit den vielen Gemeinheiten.

Dienstag, 12. Juli 2016

Über die moralische Erbärmlichkeit der Antitaurinos

Der Tod des Toreros Víctor Barrio löste in den Sozialen Netzwerken 
bei den Antitaurinos eine Hetzkampagne gegen die mundo taurino aus
meistens im Schutz der Anonymität. 
Legale Schritte werden in die Wege geleitet
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von Philip de Málaga

Da starb am letzten Samstag im ruedo von Teruel der matador de toros Víctor Barrio. Entsetzen und Trauer ergriff die mundo de los toros. Weltweit drückte man in den Sozialen Netzwerken sein Beileid aus. Auch der Regierungspräsident von Spanien Mariano Rajoy und das spanische Königshaus. Und gestern bei dem Gedenkgottesdienst in der Kirche San Bartolomé de Sepúlveda in Segovia waren nicht nur zahlreiche toreros und bekannte Gesichter aus der mundo taurino, auch Persönlichkeiten aus der regionalen Politik, wie der Ministerpräsident der Region Kastillien und León Juan Vicente Herrera mit seiner Vizepräsidentin Rosa Valdeón oder der Vizepräsident des Kreistages von Segovia, Miguel Ángel de Vicente.

Das sich sogar einige Tierschützer von militanten antitaurinos distanzieren ist nichts Neues. Jedoch in diesen letzten Tagen der Trauer macht der antitaurinismo auf andere Art un Weise von sich reden. Oder besser formuliert, er redet selber in den Sozialen Netzwerken. Ein wahrer Shitstorm brach aus. Da wird weltweit dermassen gegen die mundo de los toros gewettert, dass sogar die internationalen Medien sich sprachlos wie entsetzt zeigen. Denn zahlreiche antitaurinos zögerten nicht, meistens hinter der Maske der Anonymität, alle Arten von Beleidigungen in Richtung des verstorbenen toreros, seiner Familie, seinen Freunden und überhaupt gegen alle taurinos zu formulieren. Den taurinos den Tod zu wünschen, ist nun nicht unbedingt eine neue Trenderscheinung. Wir bei SfA hatten das Thema auch schon mal: Den Taurinos de Tod!


So äusserte sich der 1988 geborene Rapper Pablo Hasél:
"Wenn alle corridas so enden würden wie jene von Víctor Barrio, mehr als einer würden hingehen um es zu sehen".
"Ein Tag, an dem ein torero stirbt, kann kein schlechter Tag sein. Víctor Barrio, ich weiss nicht wer du bist, aber fick dich."
"Es ist gestorben der torero Víctor Barrio, sehr viel Freude zu hören, dass ein torero gestorben ist."
"Es ist ein torero gestorben. Das muss man feiern."
"Víctor Barrio. Ein Mörder weniger. Guter Samstag."
"Der toro starb wie immer, aber wenigstens beherrschte er die Kunst seinen Mörder mitzunehmen!
"Der torero tut mir überhaupt nicht leid, dass er gestorben ist. Hoffentlich sterben bei jeder corrida einige und sehen wie das Tier leidet, welches sie umbringen."

Der Hass nimmt kein Ende. Den Tod von Víctor Barrio nehmen viele zum Anlass ihrem Groll gegen die taurinos freuen Lauf zu lassen und über den Tod des toreros ihre Freudengefühle zum Ausdruck zu bringen. Und in dieser ganzen Summe an Beleidigungen treibt es ein Lehrer auf die Spitze. Er veröffentlicht auf Facebook den Wunsch, die ganze Familie tot sehen zu wollen um dann auf der Grabplatte zu tanzen.
Hier der LINK zum Artikel

Rechtliche Schritte werden eingeleitet

Die Fundación Toro de Lidia rät allen aficionados und taurinos zur Besonnenheit und nicht auf die Provokationen in den Netzwerken zu reagieren. Die Stiftung hat angekündigt juristische Schritte gegen mindestens 50 Verfasser jener Tweets in die Wege zu leiten. Vertreten wir sie dabei durch die bekannte Anwaltskanzlei Cremades & Calvo Sotelo.
Dabei baut die Kanzlei ihr Konzept auf die Paragrafen 208 und 209 des Strafgesetzbuches auf. Es ist Verleumdung, wenn man mit einer Aktion oder einer Ausdrucksform der Würde eines Menschen schadet, und seinen Ruf oder seine Einschätzung untergräbt. Schwere Verleumdungen, welche veröffentlicht werden, werden mit einer Freiheitsstrafe von bis zu vierzehn Monaten geahndet. Ob es zu den Verfahren kommen wird, müssen letztendlich jedoch die Familie und die Betroffenen entscheiden. Die Kanzlei prüft derzeit jeden Vorgang und will heute oder morgen dazu öffentlich Stellung beziehen.

Zwischenzeitlich sind bei der Guardia Civil nicht wenige Anzeigen eingegangen, welche auch schon zu Sperrung von beleidigenden Autoren geführt haben.

Fast das gesamte spanische Pressewesen ist entsetzt über diese doch rabiate verbale Vorgehensweise nicht weniger antitaurinos. Dies hätte nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun. Auch wenn man gegen die toros sei, gar eine abolición de los toros erreichen möchte, so sollte man sich die Frage stellen, wie weit ein solches Engagement gehen kann oder sollte.