Donnerstag, 2. Januar 2014

José Garrido: 10 Fragen 10




mit José Garrido
(Fotos: mundotoro)


Unter den novilleros zählt dieser torero wohl zu den grossen Aspiranten und alle Experten der Szene taurina sind sich einig, dass er eine grosse Zukunft vor sich hat. Er konnte in der temporada 2013 durchweg überzeugen und sein Höhepunkt war der indulto des toros Soñador in Arganda de Ley (20 Kilometer von Madrid). Im letzten Jahr konnte der im Jahr 1993 in Badajoz geborene torero mit 52 reses 51 orejas und 4 rabos als trofeos erobern. Zwei indultos begleiteten seine temporada. Nun stellt sich der junge maestro den 10 Fragen 10 von mundotoro:


1.Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Pff, nicht die leiseste Ahnung. Ich bin einfach in der politischen Ebene nicht involviert um da mitreden zu können.

2. Dein Lieblingsrezept?

Gerade das, was man zum Überleben benötigt. Was ich allerdings am liebsten esse sind Spiegeleier mit Pommes.


3. Dein Traum-cartel?

Paco Ojeda, Manzanares (der Vater) und José Garrido.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Belästigung und Menschen zu ärgern.


5. Was stört Dich am meisten?

Wenn man man mich frühmorgens anspricht.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Los Simpsons.


7. Ein Bekenntnis?

Frag mich das später ... Schweigen ist hier die bessere Antwort, hahaha.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Wenn man gegen etwas protestiert, was man  nicht mal in seiner Integrität oder in seiner Philosophie kennt.


9. Wie rufen sie Dich?

Schon immer José.

10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Ich denke ich hatte eine gute temporada. Manchmal habe ich mit dem espada versagt, wie zum Beispiel in Málaga, aber es war für mich ein gutes Jahr.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Revertina


Mit dem neuen Jahr beginnt SfA auch eine neue Serie mit dem Titel "Die Kunst mit den Stieren zu torieren", "El arte de torear", in der vor allem die Manöver der toreros, sei es mit der capa, der muleta oder den banderillas vorgestellt werden sollen. Wie sind diese suertes entstanden, was ist deren Geschichte und worauf sollte man achten? Welche matadores beherrschen diese. Viele Fragen und wir versuchen den Antworten nachzugehen. Colin Ernst macht heute den Anfang.

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Über eine suerte die heute kaum noch einer kennt







von Colin Ernst 

Als Liebhaber der schönen Künste, begeistern mich besonders, gut ausgeführte Manöver, so genannte suertes, welche man nicht jeden Tag sieht. Manche figuras haben ein Repertoire, um eine komplette corrida mit 6 toros 6 zu bestreiten, und jedes tercio ist anders. Man nennt es variedad de suertes, wenn ein torero viele Manöver mit der capa und der muleta beherrscht. Die bekanntesten mit der capa sind zum Beispiel die verónica, media verónica oder die chicuelinas. Mit der muleta ist es der natural mit der Linken, oder ein pase de pecho.

Antonio Reverte mit einer revertina (Zeichnung: Toros y Toreros

Aber sehen wir heute wirklich viele verschiedene pases, oder verliert das toreo, Dank des Perfektionismus an Individualität? Dank Joselito, Morante de la Puebla, José Tomás und Enrique Ponce, hat man eine reichhaltige Basis des althergebrachten. Aber einige suertes sieht man heute gar nicht mehr. Einer davon ist der recorte capote al brazo, auch revertina, genannt. Antonio Revertetorero aus  der Provinz Sevilla, der "Erfinder", war nicht unbedingt, bekannt für sein toreo. Seine Manöver aber, mit der capa über dem Unterarm gehängt, die Füße in den Sand der plaza genagelt, den Stier empfangend und dirigierend, fand Gefallen in den Augen der aficionados. War ein toro mit trapio und bravura gesegnet, wiederholte er diese pases bis zu sieben, acht Mal. Bei jedem Mal wurde die viaje del toro kürzer und kürzer, bis der Stier wie festgewachsen stehen blieb. Auch der matador de toros Frascuelo (1842 bis 1898) soll diese suerte einmal bei einem quite benutzt haben.

Das Ende einer Serie von revertinas des matadores de toros Antonio Reverte
Seinen Ursprung hat dieses Manöver allerdings im campo bravo, wo die vaqueros auf diese Art, in brenzlichen Situationen, den Stier weglockten. Überlebt hat zumindest die Basis des recortes, nämlich in den recortes. Dies sind Vorstellungen mit dem Stier in Nordspanien, wo man den Stier nur mit dem Körper lockt, der Unterarm dient auch ohne capa als Lockmittel. Aber in Realität ist die revertina nichts anderes als ein pase de pecho, mit der capote über dem Unterarm.


Dienstag, 31. Dezember 2013

Die schoensten faenas 2013

Hier die letzte Meldung von SfA in diesem Jahr: Das Portal mundotoro präsentiert die Videos der zehn schoensten faenas in diesem Jahr:



In diesem Sinne wünschen wir uns alle ein neues taurinisches Jahr, welches viele Neuigkeiten bringen wird. Neue toreros wie ein neues toreo. Die afición wartet darauf.

Willkommen in 2014



Wir bedanken uns vor allem für die zahlreichen Zuschriften vieler Leser, welche uns mit zeitgerechten und aktuellen Informationen versorgt haben. Vor allem aus Spanien, Deutschland, der Schweiz und den Vereinigten Staaten. Besonderer Dank auch an das Team von Dreamlex, die für die technische Umsetzung des Cossío en alemán, dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs zuständig sind. Dank auch an die Redaktion von mundotoro, die SfA mit Informationen und Bildmaterial versorgt. Die zahlreichen toreros, empresarios und ganaderos haben ebenfalls viel zum Erfolg von SfA beigetragen. Die zahlreichen spanischen aficionados sollen nicht unerwähnt bleiben. Muchas gracias a todos!

En el año 2014 seguiremos con nuestros valores:

DEDICACIÓN

ENTUSIASMO

PROFESIONALIDAD

HONRADEZ

y

AFICIÓN

Montag, 30. Dezember 2013

Kleine Statistische Übersicht für 2013




von Philip de Málaga


Hier ein paar Zahlen über die mundo de los toros in Spanien
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Spanien und der Stier, España und die toros, das gehört einfach zusammen. Nicht nur weil es jetzt zum Kulturerbe deklariert worden ist, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht. Zahlreiche taurinos sind regelrecht in diese mundo de los toros hineingeboren und viele verdienen damit ihr Einkommen um ihre Familien zu ernähren. 2013 traten in 418 plaza de toros 342 matadores und rejoneadores mit ihren cuadrillas an. Eine durchaus erstaunliche Erkenntnis, die 41 plaza de toros der 2. categoría wurden von weniger aufgesucht als die 8 cosos der 1. categoría. Das lässt sich wohl auch damit erklären, dass plazas wie Las Ventas in Madrid mit 62 und Sevilla wie Valencia mit je 22 festejos taurinos eine gute Vorlage geben. Dagegen hatten zum Beispiel plaza de toros der 2. categoría, also von Provinzhauptstädten, wie Ávila, Segovia, Mérida gerade mal eine corrida organisieren können.

Hier ein kleiner Überblick:


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Quellennachweis:
Estadística del portal mundotoro
Die Daten sind nach dem Grundgesetz 15/1999 geschützt



Top Novilleros 2013

Wer waren denn nun die besten novilleros in den ruedos der plaza de toros?
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von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoroSfALa Tauromaquia)
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Als letztes werfen wir einen Blick auf die Gruppe der novilleros. Auch erscheinen zum Jahresende verschiedene Statistiken die aber eigentlich wenig über die wahrhaftige Wertigkeit eines novilleros aussagen. Da werden die Anzahl der corridas mit trofeos verknüpft und man kann vielleicht erahnen, ob es für den einen oder anderen torero eine gute temporada war oder nicht.

SfA geht diese Bewertung ein wenig anders an. Dabei ist es besonders interessant, wenn man die Zahlen der drei unterschiedlichen categorías der plaza de toros vergleicht. Die novilleros, die es verstehen vor grossem Publikum wie Las Ventas zu triumphieren, tuen sich in den kleineren plaza de toros der dritten Kategorie durchaus schwerer. Das liegt wohl auch darin, dass der Anspruch dieser kleineren Veranstaltungen mehr dem Vergnügen gewidmet zu sein scheint als der arte de torear.

In den nachfolgenden Listen werden lediglich novilleros genannt, die in diesem Jahr an mindestens sechs novillos gegenüberstanden. In Prozent wird die Wertigkeit der Trophäen wiedergeben, welche die novilleros in diesem Jahr mit ihren novillos erringen konnten. So hat man die Möglichkeit die Erfolgsquote der novilleros zu vergleichen und dementsprechend ein anderes Ranking zu erstellen.
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Beginnen wir mit der Königsklasse, also mit den plaza de toros der 1. categoría: Das sind MadridSevillaValenciaBilbaoZaragoza und seit zwei Jahren auch Málaga. Und vor allem hier erkennt man die Krise. Fast kaum novilladas wurden organisiert, man gab den grossen figuras den Vorrang, besonders deswegen um Kosten abzudecken. So kam es, dass in den meisten plaza de toros es nicht mehr als eine novillada gab.

Sie gehören zu den wenigen die ein wenig in den grossen plazas überzeugen konnten:
José GarridoBrandom Campos und César Valencia.
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Auch in den 42 plaza de toros in den Provinzhauptstädten gab es kaum novilladas zu sehen.

Erfolgreich in den Hauptstädten der Provinzen:
Posasda de MaravillasJosé Garrido und Román

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Kommen wir nun zu den restlichen plaza de toros, der 3. categoría. Wohl derzeit die einzigen wahren ruedos für novilleros, wo auch dementsprechend novilladas organisiert worden sind. 144 novilleros gaben sich dort ein Stelldichein.

Die Grossen in den kleinen plaza de toros.
José Garrido, Borja Álvarez und Javier de Prado

Sonntag, 29. Dezember 2013

Aprilscherz im Dezember




von Philip de Málaga


Doch noch keine Programme für Valencia
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Wie das Internetportal Burladero verkündete handelte es sich bei der Einstellung der carteles für Las Fallas 2014 um eine Art Aprilscherz im Dezember. Wie die empresa aus Valencia verkündete gäbe es definitiv noch keine Aufstellung welche toreros mit welchen toros antreten werden. Die Illusion von tausenden von aficionados wurde zerstört.

Also doch nicht!


Top Rejoneadores 2013

Wer waren denn nun die besten Reiter in den ruedos der plaza de toros?
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von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoroSfALa Tauromaquia)
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Immer zum Jahresende erscheinen verschiedene Statistiken die aber eigentlich wenig über die wahrhaftige Wertigkeit eines rejoneadores vermitteln. Da werden die Anzahl der rejoneos mit trofeos verknüpft und man kann vielleicht erahnen, ob es für den einen oder anderen rejoneador eine gute temporada war oder nicht.

SfA geht diese Bewertung ein wenig anders an. Dabei ist es besonders interessant, wenn man die Zahlen der drei unterschiedlichen categorías der plaza de toros vergleicht. Die rejoneadores, die es verstehen vor grossem Publikum wie Las Ventas zu triumphieren, tuen sich in den kleineren plaza de toros der dritten Kategorie durchaus schwerer. Das liegt wohl auch darin, dass der Anspruch dieser kleineren Veranstaltungen mehr dem Vergnügen gewidmet zu sein scheint als der arte de torear.

In den nachfolgenden Listen werden in Prozent die Wertigkeit der Trophäen wiedergeben, welche die rejoneadores in diesem Jahr mit ihren toros erringen konnten. So hat man die Möglichkeit die Erfolgsquote der rejoneadores zu vergleichen und dementsprechend ein anderes Ranking zu erstellen.
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Beginnen wir mit der Königsklasse, der Bundesliga unter dem toreo. Also mit den plaza de toros der 1. categoría: Das sind MadridSevillaValenciaBilbaoZaragoza und seit zwei Jahren auch Málaga.

Die drei Besten unter den rejoneadores
Diego Ventura, Pablo Hermosa de Mendoza und Andy Cartagena
Nur einem einzigen rejoneador ist es gelungen mehr trofeos zu erlangen als toros. Dem 1982 in Lissabon geborenen Diego Espíritu Santo Ventura. Seine alternativa hatte er 1998 und seit seinem Erfolg 2003 in der Real Maestranza de Sevilla (Puerta del Principe) gehört er zur Elite.


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Es folgt die zweite Kategorie, dabei handelt es sich um die 42 plaza de toros in den Provinzhauptstädten.

Sie waren vor allem in den Provinzhauptstädten erfolgreich:
Leonardo Hernández, Diego Ventura und Andrés Romero

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Alle restlichen plaza de toros gehören zur 3. categoría. Besonders auffallend, das Publikum ist hier, wie bei den matadores recht spendabel mit der Vergabe von trofeos. Was nicht unbedingt für eine schlechtere Qualität stehen muss. Zum Beispiel die Real Maestranza de Ronda, ohne Frage einer der taurinischen Highlights, fast jedes Jahr ist auch nur eine plaza der 3. categoría.

Andrés Romero, Raul Martín Burgos und Diego Ventura


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Natürlich kann man auch alle drei categorías zusammenfassen. Dadurch entsteht aber ein leicht verfälschtes Bild. Denn nicht wenige rejoneadores denen es gelingt in dörflichen Gemeinden eine Menge trofeos zu sammeln, haben in den grossen plaza de toros vor einem fachkundigen Publikum kaum eine Chance.

Die drei Besten im Gesamtranking:
Raúl Martín Burgos, Andrés Romero und Diego Ventura

Nur zwei rejoneadores haben in dieser temporada mehr als einhundert toros vor sich gehabt. Diego Ventura (105) und Pablo Hermoso de Mendoza (163). Der Durchschnitt bei den rejoneadores lag zwischen 40 und 50 toros.

Samstag, 28. Dezember 2013

José Tomás, El Soro und Espartaco in Valencia?




von Philip de Málaga


Die maestros vergangener Zeiten wollen es in Valencia noch einmal zeigen
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Die temporada 2014 scheint mit einem cartel zu beginnen was es in sich hat. Valencia ist schon immer wichtig für die kommende temporada gewesen, können doch dort die toreros zeigen, in welcher Form sie sich befinden. Doch dieses Jahr kommen neben den Anwärtern auch jene maestros zu Werke, wovon die afición nur träumen kann. 

Die grossen maestros betreten wieder die Bühne:
El Soro, Espartaco und José Tomás.
(Fotos: mundotoro)
Die empresa kann sich bei einem solchen cartel freuen. Abonos werden sicherlich zahlreich verkauft. Drei grosse maestros werden erwartet und das Highlight mit Sicherheit das mano a mano am 19. März zwischen Enrique Ponce und José Tomás. Auch die Rückkehr des Lokalmatador El Soro wird vor allem in Valencia viel Gefallen finden. Ebenfalls auf dem cartel findet man das Armanimodell Cayetano und den ebenfalls aus Valencia stammenden Vicente Barrera

Keine Frage, der empresario Simón Casas hat mehr als nur eine ziemlich gute Arbeit abgelegt. Man kann gespannt sein, was die temporada noch weiter bieten wird.

Morante in Ronda




von Philip de Málaga


Beste Foto des Jahres?
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Natürlich bieten die corrida de toros eine Menge Motive für einen jeden Photographen. Und so versucht man nun im Portal mundotoro die wichtigsten Momente des toreos im Jahr 2013 festzuhalten. Mit Sicherheit wird das geradezu sensationelle Setzen der banderillas durch den matador de toros Morante de la Puebla bei der corrida goyesca in der Real Maestranza de Ronda zu den Favoriten zählen.

(Foto: mundotoro)

El Puyazo, das erste Drittel mit der Lanze

Text von Brian Harding und Photographien entnommen aus La Divisa, 
Club Taurino of London, Number 215 - November/December 2013, S. 59-60
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Übersetzung von Dr. Andreas Krumbein


Eine der Freuden, die einem das Beiwohnen der feria de San Isidro oder der feria de Otoño in Madrid beschert, ist, dass man ein Exemplar von La Voz de la Afición erhalten kann, einer kostenlosen Zeitschrift, die zu den Zeiten beider ferias veröffentlicht und von der Asociación EL TORO de Madrid (http://www.eltoro.org/) an Angehörige des Publikums verteilt wird, wenn sie die plaza betreten. Diese angesehene peña ist einem ein Begriff wegen ihrer „schwarzen“ und „weißen“ Listen von ganaderías, und während der Wintermonate wird von ihr eine Reihe von tertulias abgehalten. Ihre Aussage ist klar: Ohne einen vollständigen toro bravo, gibt es keine fiesta. (Siehe ihr Ansteckzeichen.)
Die Aktivitäten zur Verteidigung der fiesta durch Angehörige der asociación sind zahlreich und über einige davon wird in ihrer Zeitschrift berichtet. Ein anderer Gesichtspunkt ihrer Ziele jedoch wird in denjenigen Artikeln zur Sprache gebracht, in denen eine Meinung darüber wiedergegeben wird, was heutzutage in der fiesta richtig und falsch ist; sie demonstrieren den Drang dem aficionado aufzuzeigen, welche Erwartungen er rechtmässigerweise stellen kann.

In der letzten Ausgabe ihrer Zeitschrift (Nr. 43) findet sich eine Erklärung von Javier Salamanca, einem Mitglied der asociación, zur suerte de varas, und warum es wichtig ist, Qualitätsansprüche daran, wie der picador seine Aufgabe ausführt, zu stellen. Die Wichtigkeit dessen, was man mit der pica tut, wird von vielen im Publikum einer corrida missverstanden: Obwohl ihre Kenntnis des reglamento sehr begrenzt ist oder sie überhaupt keine Kenntnis davon haben, hat ein großer Teil von ihnen das Bedürfnis gegen eine übermäßige Züchtigung zu protestieren, egal wie die Umstände sind. Manchmal sind sie gerechtfertigt, allerdings gibt es in diesem Zusammenhang etwas mehr zu betrachten.
Sr. Salamanca macht klar, was im reglamento bezüglich des puyazo niedergeschrieben steht, und warum es wichtig ist, diese Regeln einzuhalten. Mitglieder des Club Taurino of London haben natürlich den Vorzug, ihre englischsprachigen Ausgaben des reglamento zu jedweder Gelegenheit konsultieren zu können, und haben deshalb ein besseres Verständnis davon als der durchschnittliche Zuschauer im Publikum.
Die Darstellungen sprechen für sich selbst: Das reglamento legt fest, dass der Stier nur in den morillo, den Muskelhöcker zwischen Kopf und cruz, den Widerrist, gestochen werden sollte. An jeder anderen Stelle ist es falsch und fügt dem Stier Schaden zu, und zwar in folgender Weise:
  1. Ein puyazo in die Schulter kann zum lahmen führen.
  2. Ein puyazo zu weit hinten und zu tief unten wird die Lungen in Mitleidenschaft ziehen und kann sogar die Pleura (dt.: Brust- oder Lungenfell), die Höhlung, die die Lungen enthält, durchlöchern.
  3. Ein puyazo tief unten entlang des Widerrists (cruz) beschädigt die Muskelstruktur und kann verursachen, dass der Stier aufgrund geschwächter Vorderbeine strauchelt.
  4. Ein puyazo hinter dem Widerrist kann die Wirbelsäule beschädigen und die Angriffskraft des Stieres in Mitleidenschaft ziehen.
  5. Ein puyazo in den Widerrist birgt das Risiko, dass Knochen und in dieser empfindlichen Gegend liegende Blutgefäße und Nervengewebe beschädigt werden. In einer früheren Form des reglamento war es ausdrücklich verboten in den Widerrist zu stechen und jedem picador, der einer solchen Ausführung für schuldig befunden wurde, drohte eine Geldstrafe und er konnte sogar einer Freiheitsstrafe unterworfen werden.
(Dies ist eine ernsthafte Auslassung aus dem modernen reglamento, oder nicht?)

Sr. Salamanca beschließt seinen Text mit dem Hinweis, dass Post-Mortem-Untersuchungen gezeigt haben, dass in nur 5% der Fälle der Stich korrekterweise in den morillo gesetzt wurde. Er schreibt, dass es keine Entschuldigung für den picador gebe, wenn dieser seinen puyazo nicht schnell korrigiere oder ganz vom Körper wegnehme, wenn eine unglückliche Bewegung im Moment des Zusammentreffens einen der oben aufgeführten Fehler verursacht.
Sr. Salamanca wagt eine Erklärung auf die immer wieder gestellte Frage: Wozu gibt es das stechen mit der pica? „Die korrekte Positionierung ist in den morillo oder cerviguillo, präziser in Richtung des hinteren Teiles des morillo, dort wo er nach unten abfällt, in Richtung des ‚hoyo de las agujas’. Ein puyazo in den morillo zieht den Angriff des Stieres nicht ernsthaft in Mitleidenschaft und er führt zu einem gewissen Mass an Unterwerfung, denn, wenn die Muskeln, die das Heben des Kopfes kontrollieren, geschwächt werden, ist es für den Stier leichter den Knopf zu senken.
Er erwähnt nicht, dass es dem Stier außerdem die Gelegenheit gibt, seine Stärke, seine bravura und seinen Einsatzwillen zu demonstrieren, was, wie ich behaupte, der Fall ist.
Und ich würde hinzufügen, dass zu den wenigen Gelegenheiten, in denen wir einen picador sehen, wie er die puya korrekt platziert, und zwar in den morillo, wir ihm applaudieren und unsere Anerkennung und Zustimmung zeigen sollten. Übermäßige Züchtigung ist eine andere Sache und kann grundsätzlich dem matadores und seinen Anweisungen vorgeworfen werden.

Freitag, 27. Dezember 2013

Toreros sind wie Opernsänger




von Ernest Hemingway



"Der Stierkampf ist ein ausserordentlich gefährlicher Beruf. 
Unter sechzehn corridas die ich sah, gab es nur zwei, 
bei denen niemand ernsthaft verletzt worden ist. 
Auf der anderen Seite ist es ein Beruf, 
bei dem man viel Geld verdienen kann. 
Die wirklich bekannten matadores sind wie Opernsänger, 
nur mit dem Risiko getötet zu werden, 
wenn sie das hohe "C" nicht treffen. 
Keiner darf sich dem toro anders nähern als von vorne.  
Genau das macht die Sache gefährlich."

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Quellennachweis:
By-Line: Ernest Hemingway. Selected Articles and Dispatches of Four Decades.
Charles Scribner`s Sons, New York, 1967