Montag, 9. September 2013

Morante - Emotion und Kunst




von Colin Ernst


Ronda in Ekstase - Morante de la Puebla überzeugt
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(Foto: mundotoro)
Wie soll man über eine corrida berichten, von der selbst der anwesende Zuschauer nicht mehr weiß, was er gesehen hat … Morante de la Puebla hat alle verzaubert! Ließ keine Wünsche offen – pure Kunst, gepaart mit der Perfektion die nur er zu zeigen weiss. Hinreißend mit der capa, mitreißend mit der muleta und überraschend mit den banderillasel duende, der maestro Morante eben.

Das Ambiente in Ronda war schon spektakulär, es schien, als wäre die ganze Welt auf den Beinen um den Boheme aus Sevilla zu sehen. Die historische plaza voll bis unters Dach, auch ich hätte mein letztes Hemd gegeben, um dabei zu sein.

Der erste toro aus der ganadería Juan Pedro Domecq, war enttäuschend. Flojo und kraftlos. De la Puebla wollte sich mit ihm nicht den tarde verderben und griff recht schnell zum Degen. Wie soll auch ein Künstler ein Konzert in der Royal Opera, mit dem Klimperkasten, der bei mir im Wohnzimmer steht triumphieren – gebührt ihm doch ein Steinway Flügel. So ist eben Morante, wenn der toro seinen Ansprüchen nicht genügt, lässt er es nicht zu, das das Publikum beleidigt wird, oder der Stier ein erbärmliches Bild abgibt.

(Foto: mundotoro)
Der zweite toro präsentierte sich zu Anfang sehr kompliziert und suelto, was sich aber nach dem tercio de varas erledigt hatte. Veronicas mit der capa, molinete und sensationelle pases – darauf hatte das Publikum und der maestro selbst gewartet. Tötete mit einer estocada corta und bekam die erste Trophäe, ein oreja, des Nachmittags zugesprochen.

Der dritte der Domecq`s war noble was den maestro animierte. Sanftes Führen der muleta, beinahe lässig, elegant, mit lockerem Handgelenken das rote Tuch dirigierend vor den Augen und Hörnern des toros. Ein remate in drei naturales, impresionante. Wunderschön! 

(Foto: mundotoro)
Auch diesen, sehr würdigen Vertreter der ganadería J. P. Domecq, tötete er mit einer estocada corta. Es war mehr als ersichtlich, wie dem torero aus Sevilla dieser Stier zusagte. Toreo al gusto, disfrutando, dem torero gefiel seine Arbeit und er hat es genossen. Dos orejas das ersehnte Resultat, welches dem maestro endlich die puerta grande in Ronda öffnen sollte. (In seiner Laufbahn ist es Morante noch nie gelungen die puerta grande in Ronda zu öffnen)

Toro Nummer Vier, Name “Fabuloso“ war nichts für den intensiven Stil des maestro. Etwas schwach und nie nach vorne gehend, parado, ohne jegliche Intension, bereitete Morante ihm ein schnelles Ende, mit einer guten estocada.

(Foto: mundotoro)
Aus der ganadería Parladé, kam der vorletzte toro, welcher sich nicht recht mit der capa anfreunden konnte, der aufkommende Wind tat sein Übriges dazu. Insgesamt gaben die Beiden kein harmonisches Paar ab. Es gab zwei avisos, denn es dauerte lange, bis Morante den Stier richtig platziert hatte. Das Publikum hatte auch mehr erwartet, keine Trophäe für den maestro.

Nun musste der sechste de la tarde es richten und zum letzten Mal raffte sich de la Puebla auf, sein Publikum in Trance zu versetzen. Empfing den Stier mit larga de rodillas, gebeugtem Knie, wunderschöne veronicas, die capa wie Schmetterlingsflügel im Wind. Zu aller Überraschung griff der maestro selbst zu den banderillas

(Foto: mundotoro)
Puro y duro, pur und hart, sein Auftritt. Wann bekommt man das schon mal zu sehen, Morante mit banderillas noch dazu perfekt ausgeführt und gut platziert. Aber auch ein Künstler und Boheme kann zeigen, das ihm kein Risiko zu hoch ist und das er Humor hat. Dies bewies er mit dem dritten Paar banderillas. Lies sich einen Stuhl über die barrera reichen, und bleistiftlange banderillas. Machte es sich auf dem Stühlchen bequem, übrigens schon seit dem ersten toro ohne zapatillas, mit lässig übergeschlagenen Beinen. So saß er da, in seinem schicken, taubenblau-schwarzen Goyesca Anzug, und erwartete den toro in aller Seelenruhe. Sein banderillero lenkte diesen in seine Richtung und Morante wartete bis zum vorletzten Moment. Als der toro zum Angriff ansetzte erhob sich Morante machte einen Schritt nach rechts, um die toro am Stuhl vorbei zu führen. Doch dieser peilte weiterhin den Stuhl an, Morante bewegte sich zurück, setzte die banderillas  und wich nach links aus. Der toro galoppierte weite und zerstörte den Stuhl. Großes Kino! Schallender Olés aus den Rängen. Pure Begeisterung. Leider schwächelte auch dieser toro von Domecq bei der Arbeit mit der muleta und die estocada des maestro war schlecht. Also kein oreja.  

Eigentlich war die corrida goyesca beendet, doch das Publikum dachte gar nicht daran die plaza zu verlassen und erhofften einen weiteren Stier, ein sobrero. Doch diesem Wunsch wurde nicht nachgegeben. Und so kam es, dass der maestro in das Privileg der puerta grande kam.

(Foto: mundotoro)
Aber eigentlich keine puerta grande, denn das reglamento taurino aus Andalucía, verlangt vier Trophäen bei einer corrida mit 6toros6 und espada unico. Ich denke, das Publikum hätte sich zerrissen um Morante de la Puebla nach dieser corrida auf den Schultern durch die puerta grande zu geleiten. Diese Geste dürfte ein symbolisches oreja des Publikums gewesen sein, dankbar für diesen unvergesslichen Nachmittag.

Sonntag, 8. September 2013

Ein historischer Tag in Ronda: Morante und die Kunst




von Philip de Málaga


Obwohl die toros der Zucht Domecq leider den Erwartungen nicht entsprechen konnten gelang es dem matador de toros Morante de la Puebla trotzdem in Ronda bei der klassischen corrida goyesca zu triumphieren. Die gesamte spanische Presse hat es nicht anders gesehen:







Samstag, 7. September 2013

Morante in Ronda: AUSVERKAUFT!




von Philip de Málaga


Die gesamte taurinische Welt schaut zur Real Maestranza in Ronda
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(Foto: mundotoro)
Die Presse spricht von dem Ereignis der tauromaquia in diesem Jahr. Vergleichbar mit dem Auftritt des matador de toros José Tomás, letztes Jahr in Nimes. Nur wenige Karten nach Öffnung der taquillas waren alle Eintrittskarten vergriffen. Nach dem Debakel im letzten Jahr nun endlich wieder ein No hay billetes! Und im Vergleich zur letzten corrida goyesca in Ronda ist diesmal wieder in afición aus ganz Spanien und Frankreich angereist. Die Kenner der Szene geben sich in der Serranía de Ronda auf einer Höhe von 724 Metern ein Stelldichein.

Heute am späten Nachmittag werden sich die 6.000 Plätze der Real Maestranza füllen. Ausverkauft!
Wer die spanische Sprache beherrscht hat die Möglichkeit die corrida goyesca im andalusischen Radiosender Canal Sur live mitzuverfolgen. Im Portal von mundotoro gibt es parallel dazu einen Liveticker.

Der matador de toros Morante de la Puebla mit dem ex-matador und empresario von Ronda Paquirri
(Foto: mundotoro)
Besorgt schaut man derzeit Richtung Himmel. Dunkle Wolken haben sich aufgetan aber nur leichter Regen ist angesagt und für die Zuschauer in den tendidos eigentlich egal, sind die Sitzplätze doch alle überdacht. Nur das ruedo sollte halt nicht überschwemmt werden, ist Morante doch dafür bekannt bei mehr Wasser eher alles abzublasen.

Mit welchen Überraschungen darf man rechnen?
Morante de la Puebla tritt nach 1997, 2000 und 2001 zum vierten Mal in der Real Maestranza von Ronda an. Und die afición ist sich einig, einen so kompletten Auftritt wie Tomás in Nimes darf man hier nicht erwarten. Dazu gibt sich der maestro zu launisch, besonders wenn er die toros nicht mag, wenn sie ihm nicht liegen. Und das spricht wieder für diesen tarde. Die toros der ganadería Domecq sind durchaus gut zu handhaben. Man kann auf viele schöne Momente hoffen, denn es sind nicht selten nur wenige Sekunden, die das Publikum in eine Trance versetzt. So wie im April Sevilla. Eigentlich hatte er dort nichts getan, aber nach einer Serie von quites führte er plötzlich eine media veronica aus und der embrujo erreichte die tendidos. In Ronda hegt man nun die Hoffnung, dass es hier heute zahlreiche solche Augenblicke geben wird. Schliesslich hat Morante de la Puebla angekündigt, dass er einige Überraschungen parat hätte.
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Siehe auch:
Von Ronda zum Omega? SfA Reportage von Philip de Málaga vom 15.10.2012
Apotheose SfA Reportage von Torodora Gorges vom 25.10.2012
Wenn der Moment zur Ekstase wird SfA TAURONEWS von Philip de Málaga vom 24.04.2013





von Morante de la Puebla


Die ganze taurinische Welt schaut heute auf ihn, den Boheme unter den toreros. Lassen wir ihn zu Wort kommen:


"Mit den Stieren zu kämpfen ist nicht leben,
sondern überleben.
So fühle ich mich glücklich.
Aber es ist auch ziemlich schwer
so zu leben.


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Morante de la Puebla in der Wochenausgabe der Tageszeitung El País
vom 10. April 2010

Freitag, 6. September 2013

Katharsis und Ekstase

Was die Zuschauer von Morante de la Puebla in Ronda erwarten
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von Torodora Gorges (1)

Sie erfüllen sich die Sehnsucht, dem Zwang des Alltags und der gewohnten Welt im gemeinschaftlichen Erleben eines kultischen Festes zu entfliehen. Die plaza de toros verwandelt sich in einen Ort der sakralen Begegnung. Die Zuschauer werden vom Geschehen ergriffen werden wie im Theater eines schöpferischen Prozesses der Lebendigkeit, Unvorhersehbarkeit und Unmittelbarkeit auszeichnen. Im Schauspiel zwischen Mensch und Tier erhöht sich die Dramatik durch die Nähe zum Tod, dessen Schrecken ästhetisch rituell gebannt wird.

Man kann davon ausgehen, dass die Menschen die eine corrida de toros mit dem matador de toros José Antonio Morante aufsuchen, nicht des "Thrills" wegen kommen, sondern ein kathartisches Erlebnis, ein emotionales Ergriffensein, erfahren wollen. Viele Zuschauer erzählen von diesen Emotionen. Sie reden davon, dass sie geweint haben, nicht vor Angst im Ausstehen des Schreckens und der Ungewissheit, sondern vor Glück und Freude, Teil zu haben an dieser geglückten Begegnung zwischen dem torero und dem toro.

(Foto: mundotoro)
Bei seltenen Gelegenheiten, wie an diesem Nachmittag der corrida de toros  wird die plaza zum Schauplatz der Ekstase, des kollektiven "Aussersichseins" über die Schönheit des authentischen Dramas (2).
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Anmerkung:
(1) Torodora Gorges über den Benefiz-Stierkampf in Madrid am 6. Juni 2007
(2) P. Arndt in "Therapie und Theater" im Forum der Psychoanalyse, Band 20, Heft 12/2004

Donnerstag, 5. September 2013

Ein Wochenende mit Morante




von Colin Ernst


Ein Wochenende, ein Name, ein Morante de la Puebla
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"Paquirri" (Foto: mundotoro)
Wochen nach seiner schweren cornada in Huesca, wird sich der maestro am Samstag, den 7.6 toros 6 in Ronda stellen. Das bestätigte sein apoderado Antonio Barreras vorgestern in Twitter. Die wunderschöne plaza de toros von Ronda, deren empresario kein Geringerer als „Paquirri“, Francisco Rivera Ordoñez ist.

Nach seinem Rücktritt, corta de coleta, im letzten Jahr, lenkt er nun die Geschicke der historischen plaza, der La Real Maestranza. Morante für ein toros 6 zu gewinnen, war ein guter Schachzug, der ihm eine volle Arena garantiert. Die Stiere kommen von der ganadería Juan Pedro Domecq. Ähnlich den Zalduendos von Talavante am letzten Sonntag in Mérida, gelten sie als toros für die Künstler, den toreros artistas.

Der Künstler und Boheme unter den toreros: Morante de la Puebla (Foto:mundotoro)
Beinahe noch interessanter erscheint mir das cartel von Sonntag dem 8. September in Dax (Frankreich). Kontrastreicher kann eine corrida, noch dazu ein „mano a mano“, kaum sein, zumal es eine Veränderung im cartel gibt. Die toreros, Morante de la Puebla und Sebastian Castella sollten sich dem Duell mit 3 verschiedenen ganaderías stellen: Fuente Ymbro, Garcigrande und Victorino Martin. Der Züchter der Fuente Ymbros hat seine toros kurzfristig zurück gezogen. Ricardo Gallardo ließ verlauten, das seine Stiere, durch einen Fütterungsfehler Leberprobleme bekommen hätten, was die schwachen Vorstellungen im August erklären soll…


Der französische matador de toros Sebastián Castella
(Foto: mundotoro)
Hatten es die beiden „figuras“ eigentlich mit vier, von der Zucht der Domecqs toros zu tun bekommen (zwei Garcigrande und zwei Fuente Ymbro), so werden sie sich nun mit drei ganz unterschiedlichen Züchtungen messen müssen. Der Ersatz für die Ymbros ist die ganadería Alcurrucen, bestätigte der Zuchtleiter, Pablo Lozano. Das Duell dürfte mehr als interessant sein. Jeder torero hat je einen Victorino, einen Alcurrucen und einen Garcigrande für die lidia.
abstammenden 

Dienstag, 3. September 2013

Flamenco im ruedo




von Philip de Málaga


Wenn der matador de toros zu singen beginnt
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Wie schon Colin Ernst beschrieben hat, hat der matador de toros Alejandro Talavante sich selbst während seiner faena mit seinem dritten toro aus der ganadería Zalduendo (450 Kilo) in Mérida mit ein wenig Flamencogesang begleitet. Hier ein Video dazu:


Cante flamenco, indulto - 6 orejas y rabo live in Mérida (2. Teil)






von Colin Ernst


Ein Stier wird begnadigt
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Taco, der vierte Stier dieser corrida, bien armado, der einzige der sechs toros, der über 500Kilo wog (501 Kilo Kampfgewicht). Zu Beginn präsentierte sich dieser etwas langbeinige Stier, ein wenig suelto. Auch Taco wurde nur einmal im tercio de las varas geprüft, zeigte sich aber dabei sehr angriffslustig. Auch beim Setzen der banderillas, war er sehr agil, was den banderillero anscheinend etwas verunsicherte, denn das erste Paar landete im Sand. Mit diesem toro lieferte Alejandro Talavante eine Lehrstunde im toreo de salon. Wunderschöne lange pases, schöne lange Züge mit der muleta auf beiden Seiten der Hörner. Sehr gut seine faena en redondo und die cambios de la muleta. Es schien, als wollte der torero nicht aufhören, mit dem Stier zu tanzen und bald begann das Publikum den indulto zu fordern. Auch Talavantes Blicke gingen hoch zum palco, zum Präsidenten. Dieser zögerte sehr. Noch einmal zitierte Talavante den toro, und noch einmal und noch einmal… Nun griff der Leiter der corrida endlich zum Telefon, um die Meinung des ganaderos einzuholen. Die Spannung in der plaza de Mérida war selbst vor dem Fernseher fühlbar. Endlich griff der Präsident zu den Tüchern und hängte das orangefarbene Tuch über die Brüstung – INDULTO! Freude und Erleichterung spiegelten sich im Gesicht des jungen Stierkämpfers wieder, als er ging, um den Tötungsdegen wieder an den mozo de espada zurück zu geben. Was nun folgte war der klassische Akt des indultierens und der gefährlichste Moment für den torero. Ein letztes Mal zitierte Talavante den Stier in die Mitte des ruedos, platzierte ihn wie beim tödlichen Degenstoß  -  nur das er nun keine Waffe, sondern nur das rote Tuch in der Hand hielt. Mit der bloßen Hand in die Mitte zwischen die Schulterblätter gehend, gab der torero dem toro so das Leben zurück. Für den tapferen Stier die Heimkehr, für den torero zwei orejas y rabo simbolisch, Lohn für die Protagonisten. Für Alejandro Talavante zweifellos ein Triumph und das ganze vor den Augen von Millionen von Zuschauern, die das Spektakel vor dem Fernseher verfolgten.    

(Foto: mundotoro)
Kaum Luftgeholt und schon stand der gefeierte torero dem fünften Stier gegenüber. Redoble sein Name, ein recht großer Brocken, wog 468 Kilo. Nach dem er, wie seine Weidegenossen einmal vom picador geprüft wurde, agierte er schon im Part der banderillas sehr langsam. Eine Einladung zum Tanz mit der muleta nahm er sehr zögernd an, aplomado und parado.  Kein Stier, mit dem man glänzen kann. Auch der maestro war etwas außer Form, nach zwei pinchazos mit dem Degen, musste er zum descabello greifen, ein sauberer Stich ins Genick und es war vorbei.

(Foto: mundotoro)
Den letzten toro de la tarde, Gavilan, 492 Kilo, widmete Talavante dem Publikum. Gavilan präsentierte sich munterer als sein Vorgänger, erlaubte schöne media veronica und remate. Alejandro ganz klassisch, die Füße zusammen, eng am Stier, kaum bewegend, waren die naturales sehr gut. Leider schwächelte der toro schnell, der torero konnte ihn nicht mehr zur Mitarbeit bewegen. So griff er bald zu seinem Degen mit dem speziellen Handgriff um zum Ende zu kommen. Auch diesmal gelang die estocada nicht und Talavante musste zweimal mit dem descabello zustechen, ehe der toro fiel.

(Foto: mundotoro)
Resumen: Eine corrida wie geschaffen für das breite Publikum, ein Gewinn für die tauromaquia.  Trotz der „Designerstiere“ keineswegs langweilig, die Tiere gut präsentiert, besonders tapfer Validoso, der dritte toro und Taco. Nummer zwei und sechs boten gute Möglichkeiten für den torero, seine Kunst zu zeigen. Nicht so besonders waren No. 1 und 5, denen es an Luft fehlte und auch an trapio. Gewonnen haben bei diesem einsamen Wettstreit zwischen Mensch und Tier alle Beteiligten. Der empresario hat eine 2/3 volle plaza gehabt und seine Sache, was die Vermarktung angeht, sehr gut gemacht. Schöne Geste, jemand hatte weiße Tücher mit dem Aufdruck „Talavante“, verteilt. Der torero hat seine Sache sehr gut gemacht und bestimmt neue Fans gewonnen. Der Züchter hat einen neuen Deckstier und das TV hat sein Versprechen eingelöst, eine corrida live zu übertragen.

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Anmerkung von SfA:

Die Liveübertragung im spanischen Fernsehen konnte in Spanien eine Einschaltquote von 10,8 Prozent verbuchen. Im Vergleich zu anderen Sendungen am selben Tag zur gleichen Zeit eine Steigerung um fast fünfzig Prozent. Wenn man nun bedenkt, das die corrida weltweit übertragen worden ist, kann man davon ausgehen, dass mindestens zwanzig Millionen Zuschauer diese Veranstaltung verfolgt haben.

Montag, 2. September 2013

Cante flamenco, indulto - 6 orejas y rabo live in Mérida (1. Teil)




von Colin Ernst


Spanische Gesänge ... Der Triumph eines Alejandro Talavantes
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Sein Debut im öffentlichen Fernehen hat der junge torero aus der Extremadura erfolgreich bestritten. Die dreiviertel volle plaza von Mérida und das spanische Publikum vor dem Bildschirm. konnten eine recht abgerundete corrida sehen. Alejandro Talavante hatte Gelegenheit, sein ganzes Repertoire vorzuführen. Der Züchter der Zalduendos, Sr. Domecq, dürfte mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein.

Der torero empfing seinen ersten Stier, schwarz, 457 Kilo, mit der "porta gayola", also auf den Knien vor dem toril. Eine Geste, die das Publikum begeistert aufnahm. 

(Foto: mundotoro)
Der toro agierte "muy suelto", lief frei durch die plaza, wirkte etwas unkonzentriert. Talavante zitierte ihn mit einer schönen media veronica Richtung picador. Unter der Order des toreros  war die Aufgabe des picadors im tercio de las varas mit einem picotazo (Lanzenstich), erledigt. Im Part der banderillas zeigte sich, das der Stier wenig Luft hatte und so präsentierte er sich in der Arbeit mit der muleta ziemlich parado (Ständig anhaltend). Seine faena widmete Talavante seinem verhinderten Partner - Morante de la Puebla, der es sich nicht nehmen lies, an diesem Tag anwesend zu sein. 

(Foto: mundotoro)
Letztendlich griff der toro ein paar mal ordentlich an, was ein paar schöne muletazos zuließ. Seine Arbeit beendete der Mann aus der Extremadura mit gelungenen "Manoletinas". Gute estocada, was mit einem oreja belohnt wurde. Auch anwesend, der matador de toros, Ortega Cano. Kommentiert wurde der Stier mit: "Falta raza und empuje".

Kuriosum bei dieser TV Übertragung, ein espontáneo, jemand der einfach ins ruedo springt, um Aufmerksamkeit zu erringen.

Der zweite toro der Zalduendos, Mentiroso (Lügner) mit 470 Kilo und verschiedenen Hornformen (eines zeigte leicht nach oben), zeigte sich recht angriffslustig. Früh war zu sehen, das die rechte Seite komplizierter zu torerieren war. Aber der junge maestro hatte keine Probleme mit diesem Defekt und lieferte eine flüssige faena. Sein Abschluss mit dem Degen war die "Suerte contrario", was den Degen leicht schräg eindringen lässt. Sein descabello war tadellos. Ein oreja!

(Foto: mundotoro)
Der dritte toro gefiel mir am besten, 450 Kilo, bregado mean, weisse Flecken am Bauch und Abzeichen im Gesicht, zeigte sich bravo im tercio de varas, aber auch dieser wurde nur einmal am Pferd geprüft, wie übrigens alle Stiere bei dieser corrida noch ein Kuriosum. Der brindis, Widmung ging diesmal an den empresario der plaza von Mérida. Mit geschlossenem Maul empfing der tapfere Stier die langen muletazos. Suertes sobre rodillas (über die gebeugten Knie) und sehr schöne naturales mit der Linken. Nach einigen tantos schwächelte er allerdings und ging sogar einmal in die Knie. Das Publikum und der torero waren voll dabei... Man hörte eine Stimme in der Stille, die begann Flamenco zu singen, - gelegentlich besingt ein anwesender Flamencosänger die faena.  Zur Überraschung aller, war es Talavante selbst, der seinem toro ein canto flamenco widmete! Wie kann ein torero besser zeigen, das er sehr "a gusto" (also dasss er von seiner Leistung selbst überzeugt ist) toreriert - sehr bewegend! Krönender Abschluss eine gute estocada und zwei orejas für den torero. Applaus für den sehr guten Stier.

Freitag, 30. August 2013

Schön wär es gewesen ...

  

von Colin Ernst



Am ersten September 

überträgt der erste spanische Fernsehsender TV 1 eine corrida

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Aus Merida sollte das mano a mano zwischen Morante de la Puebla und Alejandro Talavante übertragen werden. Gestern gab der apoderado Morantes, Antonio Barreras bekannt, das der maestro nicht zur Verfügung steht.

Durch die schwere cornada, die sich Morante vor ein paar Wochen in Huesca zuzog, ist er immer noch gehandicapt und so wurden die corridas in Palencia, San Sebastian de los Reyes und Merida abgesagt.

Ebenfalls gestern gab Alejandro Talavante bekannt, das er die corrida mit den toros von Zalduendo allein bestreiten wird.

Die aficionados sind wütend und enttäuscht. Die einzige, im öffentlichen Fernsehen ausgetragene corrida und nur ein torero mit sechs toros der gleichen ganadería...

Die Kommentare der aficionados sind nicht besonders Pro-Talavante, die Menschen wollten Morante mit drei Stieren sehen, was auf wenigstens einige schöne faenas des Boheme hoffen lies.

Morante de la Puebla (Foto: mundotoro)
Weder Talavante noch Zalduendostiere werden am Sonntag die Ränge der plaza in Merida füllen. Laut Talavante habe der TV Sender auch Ponce und Manzanares angesprochen, leider ohne Ergebnis.

Wer sind die Gewinner dieser Aktion?

Morante gewinnt Zeit um sich auf sein wichtiges Event in Ronda vorzubereiten, wo er allein gegen sechs toros verschiedener ganaderías antritt.

Talavante (Foto: mundotoro)
Talavante, könnte seinen Bekanntheitsgrad steigern. Vorausgesetzt, das es besser läuft als in Madrid.

Der empresario der plaza  wenn schon nicht vom Fernsehen eine Zusatzeinnahme dazukommt, könnte sein Waterloo erleben, wenn die aficionados ausbleiben, die wegen Morante kommen wollten.

Der TV Sender hat seine Schäfchen im Trockenen, kaum Kosten für die Protagonisten, und das "Versprechen" eine corrida im ersten spanischen Fernsehsender zu zeigen, ist eingelöst.

Verlierer sind die unzähligen aficionados, die sich gefreut haben, eine komplette corrida im TV zu sehen. Ohnehin wurde kritisiert, das bei der einzigen TV Übertragung drei toreros gezeigt werden sollten, aber Dank Morante war man doch recht glücklich und zufrieden.

Talavante als unico espada - ein 6 toros 6 mit "modernen Designerstieren", als solche bezeichnet man die Zalduednos, ist nicht unbedingt, das was die Stierkampfliebhaber vom Sofa reisst. Und auch der Neuling, der sich so im TV zum ersten mal einen Kampf ansieht, könnte vorzeitig auf den Aus-Knopf drücken, weil es langweilig werden könnte.

Sonntag, 21. Juli 2013

Ein wahrhafter "tarde de toros"





mit Victorino Martín


"Una auténtica tarde de toros con un público feliz"
Ein wahrhafter "tarde de toros", mit glücklichem Publikum.
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So bezeichnet der Züchter Victorino Martín seine erneute Präsentation in der französischen plaza in Mont de Marsans, nach fünfjähriger Abwesenheit.

Das "No hay billetes" Schild an den taquillas, sagt schon einiges aus, über das Interesse der aficionados, auch wenn kein Morante am Start war. Es war ein Traum Victorino Martín Garcías, bei der reaparición in diesem coso, durch die puerta grande zu treten. Hier eine Zusammenfassung von Colin Ernst:

Victorino Martín: "Eine besonders wichtige corrida, wir sind zurückgekehrt, nach Hause, in eine "unserer" plazas, mit einem wahren Nachmittag der toros, wo man sehen konnte, dass das Publikum zufrieden und auf seine Kosten gekommen ist. "



Über den Auftritt von Juan Bautista, der nicht seinen besten Tag hatte, sagte der ganadero Victorino Martín, das er sein Bestes gegeben habe, und leider mit der espada unglücklich war.

Über David Mora: "Er hatte das schlechteste Paar ausgelost. Er ist ein torero, der schon viel eingesteckt hat mit unseren Stieren und auch wenn er sich bemüht hat, konnte er unsere toros nicht wirklich verstehen."

"Alberto Aguilar hätte drei orejas verdient, wenn er mit der espada nicht so glücklos gewesen wäre."





"Unser fünfter toro,"MOCITO", dessen Tapferkeit mit einer vuelta al ruedo belohnt wurde, hätte die höchsten Prämien verdient, was aber nach drei pinchazos, vor der estocada final, nicht gegeben war. Dank der Petition des Publikums gab es eine vuelta al ruedo."

"Alle unseren anderen Stiere bekamen Applaus im arrastre. Sie haben sich bis zu drei Mal dem picador gestellt, ohne nachher zu schwächeln. Das Publikum war beeindruckt, es kamen Emotionen auf, man war sehr zufrieden mit unseren toros. Wir fahren sehr zufrieden nach Hause und hoffen im nächsten Jahr wieder in diese plaza zurück kehren zu können."