Montag, 19. Dezember 2016

Vom Winde verweht . . .




von Rafael "El Gallo"

Der maestro aus der andalusischen Hauptstadt Sevilla, Rafael Gomez Ortega "El Gallo" (1882 bis 1960) war der Bruder des berühmten Joselito (1895 bis 1920), sowie der Schwager des matadores de toros Ignacio Sánchez Mejías (1891 bis 1934), über dessen Tod SfA-Mitarbeiterin Torodora Gorges auf ihrer Seite torodoro schreibt. "El Gallo" galt in seiner Epoche als ein torero mit einer pittoresken Erscheinung, mit grosszügigem Charakter und er liebte das Leben über welches es auch zahlreiche Anekdoten gibt. Trotzdem war er im ruedo eine angesehene Persönlichkeit, der es verstand mit elegantem Stil und einer grossen Palette an Verschiedenheit mit den toros zu agieren. Er war einer der ersten toreros, der sich weigerte gegen bestimmte toros anzutreten oder sie gar zu töten. Für ihn war es wichtig im toreo eine arte de lidear zu schaffen, ein Zusammenspiel zwischen Tier und Mensch, den duende, welchen er in seinem Zigeunerblut spürte in die tendidos zu transportieren. Er selbst bezeichnete seinen Stil als anticombativo, also anti-angriffslustig. "El Gallo" galt als Vorreiter der klassischen toreros artistas wie Curro Romero (1933 -), Rafael de Paula (1940-) oder aktuell Morante de la Puebla (1979-).
Rafael "El Gallo", 1914 in Valencia
Seinen Stil bezeichnete er als anticombativo und rechtfertigte er mit folgendem Zitat:

"Die broncas werden vom Wind verweht,
die cornadas dagegen bleiben einem für immer."

(Die lautstarken Proteste vom Publikum werden vom Wind verweht,
die Hornwunden durch die Stiere bleiben ewiglich.)

Sonntag, 18. Dezember 2016

Wird der neue Bürgermeister von Málaga gar ein Förderer der Tauromachie?




von Philip den Málaga


Elías Bendodo ist nicht nur ein aficionado de toros,

er setzt sich auch für die mundo taurino ein
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Der am 18. August 1974 in Málaga geborene Elías Bendodo ist nicht nur ein leidenschaftlicher Politiker, sondern auch ein passionierter aficionado de toros, der es aber auch versteht sich für die tauromaquia einzusetzen und sie zu fördern. Der studierte Jurist mit MBA-Abschluss legte in der andalusischen Politik eine beispiellose Karriere hin, ist Vorsitzender der lokalen Partido Popular und leitet derzeit als Präsident den Kreistag in Málaga. Zusätzlich hat er das Resort für den Tourismus, Sport und Jugend übernommen und eben für die toros.
Elías Bendodo, bald der neue Bürgermeister von Málaga?
Bendodo, verheiratet und zwei Kinder, sieht in der mundo taurino nicht nur ein zu schützendes Kulturerbe von Spanien, welches auch in der spanischen Verfassung verankert ist, sondern situiert sie mit Selbstverständlichkeit im gesellschaftlichen wie sozialen Leben. So ist es auch eines seiner Bestreben, die La Malagueta, die plaza de toros, welche sich am Hafen, zwischen dem Zentrum der Stadt und dem zukünftigen Luxushotel Miramar befindet in ein Mehrzweckzentrum zu gestalten, wo es neben den toros der ersten categoría auch andere kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen und Einrichtungen geben soll (SfALa Malagueta soll zu einem Mehrzweckzentrum werden).


Francisco de la Torre und Elías Bendodo
bei einer corrida de toros in der La Malagueta
Und nun konnte man gestern in der südspanischen Tageszeitung SUR lesen, dass der dann nur 44-jährige Politiker, Elias Bendodo, zum Spitzenkandidaten der Partido Popular für die Bürgermeisterwahlen in Málaga 2019 avancieren könnte. Dort soll er den ebenfalls konservativen 77-jährigen Francisco de la Torre ablösen, der in den letzten Wochen seinen Rücktritt angekündigt hat. Eine offizielle Bekanntgabe wird für Frühjahr 2018 erwartet. Zwar bezeichnet sich der gegenwärtige Regent von Málaga auch als ein aficionado de toros, besuchte auch regelmässig corridas in der La Malagueta, aber eben setzte sich nicht so für die Förderung des Kulturerbes der tauromaquia ein. 

Bei Elías Bendodo kann der sector taurino mehr erwarten. Schon jetzt ist Málaga eine Stadt sehr taurino. Die Zahl der aficionados ist stetig am steigen, auch zahlreich junges Publikum fand sich in den tendidos wieder, die kulturellen Veranstaltungen bezüglich der mundo de los toros nehmen kontinuierlich zu, es gibt zwei museos taurinos, und im optischen Stadtbild sowie in der Gastronomie ist der toro häufig präsent.

Samstag, 17. Dezember 2016

Joselito in Málaga



von Antonio Romero
und Philip de Málaga


Der maestro Joselito wurde für seine alternativa vor 30 Jahren

in der Malagueta von Málaga geehrt
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Am letzten Donnerstag wurde im Kultursaal Sala María Cristina (aus dem Jahr 1489) in Málaga der matador de toros José Miguel Arroyo Delgado, bekannt unter dem Künstlernamen Joselito dafür geehrt, dass er vor dreissig Jahren, am 20. April 1986 in der La Malagueta vor ausverkauftem Hause zu seiner alternativa antrat. Mit knapp 400 Besuchern erreichte auch diese Ehrung ein hasta la bandera, bei dem verbalen Memorandum im Herzen von Málaga. Zahlreich war die afición erschienen, auch sein padrino Damaso Gonzalez und sein testigo Juan Mora um bei dieser dreistündigen Ehrung teilzunehmen.
Sala María Cristina in Málaga, für eine festlichen Ehrung
Und da zog er ein in den Sala Cristina, ein paseillo mit lang anhaltenden ovaciones und aplausos. Eine figura des spanischen toreos hat das Szenario betreten. Der maestro Joselito, elegant schmal in noblem grauen Anzug und roter Krawatte. Sein Lächeln sympathisch, überzeugend und mitfühlend. Ein caballero der tauromaquia, der bei der gesamten afición taurina allerhöchsten Respekt erfährt. Ein Gentleman im ruedo mit grösster Achtung den toros, dem toreo und den taurinos gegenüber. 
Joselito im Sala Cristina von Málaga am letzten Donnerstag
Málaga und Joselito, das ist wie Playa und Mar. Es gehört zusammen und der torero, der am 1. Mai 1969 in Madrid geboren ist, fühlte sich hier stets zu Hause. In der La Malagueta bestritt er 31 corridas de toros erhielt 20 orejas, öffnete fünf Mal die puerta grande und erlitt im August 1989 seine einzige cornada in Málaga. Zwanzig weitere tarde de toros präsentierte er sich in der Provinz, in Marbella, Fuengirola, Torremolinos, Estepona und fünf Mal im September zur legendären corrida goyesca in Ronda. Kein Wunder also, wenn Joselito in Málaga und Umgebung antrat, füllten sich die plaza de toros von einem lleno bis hin zum No hay billetes
Wenn Joselito antrat füllten sich die tendidos.
Kaum ein matador konnte zur estocada so perfekt ansetzen wie Joselito. Eine estocada a ley. Und blieben die trofeos aus, weigerte sich der maestro, trotz starken aplausos zur vuelta al ruedo anzutreten. Die gebühre einem lediglich, wenn man mindestens ein oreja erhalten habe. Seine Überzeugung.

An dem Tag seiner alternativa erinnert er sich noch ganz genau. Nervös sei er gewesen und das ging schon mit dem extra für diese corrida bestellten weissen traje de luces los. Diesen konnte er nicht bezahlen, weil er noch offene Wechsel hatte. So trug er einen alten traje in grana y oro. Aber der maestro Damaso Gonzalez hatte viele beruhigende Worte für ihn, vorher im patio de caballos. Und auch Juan Mora hätte im sehr hilfreich zur Seite gestanden, schliesslich war er es, der die afición in ihm erweckt habe, "Er war mein Spiegel des toreos."

Beide konnten ihm die nötige Ruhe vermitteln und so gelang es dem neuen matador de toros mit seinem toro de ceremonía, der den Namen Correrías trug und von der bekannten ganadería Carlos Nuñez kam, ein oreja als trofeo zu ergattern.
Alternativa in Málaga: Joselito, Juan Mora, Damaso González
Und so begann auch seine Liebe zu der südspanischen Metropole: "Málaga ist meine plaza. Seit meiner alternativa herrscht zwischen uns eine tiefe Gemeinschaft", so der maestro. Und genauso sah man ihn in Málaga, hier sei er ein Prophet der tauromaquia gewesen, und es gelang ihm stets in seiner "Wahlheimat" zu triumphieren, den Rausch des temple in die stets voll besetzten tendidos zu übertragen.
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Siehe auch:

Focus Joselito Reportage vom 27.3.2016
Die älteste Plaza de toros Reportage vom 23.12.2015
Ein grosses Privileg  TAUROTALK vom 12.2.2014
Joselito betritt wieder die Bühne Reportage vom 1.2.2014
Joselito in Istres TAURONEWS vom 1.2.2013
Joselito trainiert die jungen Toreros TAURONEWS vom 11.12.2013
Ich wäre im Gefängnis oder tot Reportage Über sein Buch vom 23.5.2013

Joselito el Verdadero, Adrian Neville, Tendido San Juan vom 25.6.2012

Freitag, 16. Dezember 2016

Conchi Ríos: 2016 - Eine Matadora unter den 100 Frauen der Welt



von Ursula Herzog

und Philip de Málaga


In der Liste des BBC der 100 bemerkenswerten Frauen der Welt des Jahres 2016 scheint eine einzige Vertreterin Spaniens auf: Conchi Ríos

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Die matadora de toros Conchi Reyes Ríos ist am 11. März 1991 in Murcia geboren. Aus ihrer Familie hatte niemand etwas mit der mundo de los toros zu tun. Nur ihre Grosseltern erkannte ihre Passion für die toros nahmen sie öfters zu festejos taurinos mit. Als ihre Enkelin 15 Jahre alt war, gingen sie mit ihr in die plaza de toros La Condomina, wo sie sich das erste Mal mit dem capote einem becerro näherte. Da beschloss sie torera zu werden.
Sie schrieb sich in der escuela taurina von Murcia ein, und übte ein Jahr lang eifrig mit vaquillas, in AndalucíaAlbacete und Madrid, bis es zu ihrer ersten novillada sin picadores kam am 23. September 2007 kam. Ihr Debüt bei einer novillada con picadores zelebrierte sie in Granada am 8. Juni 2009, wo sie mit den novilleros Luis Miguel Casares und El Nico im ruedo stand. 

Zwei Jahre später hatte Conchi Ríos ihren grossen tarde de toros wo sie Geschichte der tauromaquia geschrieben hat. Es war am 10. Juli 2011 in der spanischen Hauptstadt wo sie mit noch damaligen matadores de novillos López Simon und Jiménez Fortes antrat und als zweite torera, nach Cristina Sánchez im Jahr 1995, in der Geschichte von Las Ventas als trofeos dos orejas erhielt und das ruedo auf Schultern durch die puerta grande verliess.  Allerdings ist sie die erste Frau, welche gleich zwei trofeos bei einem astado bekommen hatte. In diesem Jahr kam sie noch auf 18 festejos taurinos, ergatterte 33 orejas (11 faenas mit dos orejas) und 3 rabos. Eine neue torera war geboren.

Im folgenden Jahr 2012 gelang es ihr noch einmal ein oreja in Valencia zu ergattern. Sie kam auf 15 corridas aber auch nur noch auf 15 trofeos. Schliesslich holte Conchi Ríos die von Männern dominierte Politik der mundo taurino ein, und die neue torera verschwand für drei Jahre von den carteles. Und noch heute blickt sie verärgert zurück, eine wahre Glut entfacht sich in ihr, wenn sie daran denkt wie das System die Annalen der toros verschlungen hat.
Conchi Ríos bei ihrer alternativa in Cehegín
Doch sie kam wieder. Diesmal wollte sie es wissen. Am 9. Juni 2016 trat sie mit den maestros El Cordobés als padrino und Antonio Punta als testigo zu ihrer alternativa in der kleinen Gemeinde Cehegín (Murcia) an, wo sie insgesamt drei orejas erhält. Damit ist sie die zwölfte matadora de toros in der Geschichte der tauromaquia. Im September folgt noch eine corrida de toros in Alcañiz (Tereul) wo sie oreja und dos orejas y rabo als trofeos zugesprochen bekommt. Trotz ihrer Erfolge ist das Interesse an der neuen matadora der empresarios doch eher bescheiden und man erinnert sich daran, wie es die matadora de toros Cristina Sánchez ebenfalls sehr schwer hatte sich durchzusetzen.

Und nun kam die frisch gebackene matadora de toros zu internationalen Ehren. Die torera Conchi Ríos landete beim BBC als einzige spanische Frau (und von 20 europäischen) unter den 100 einflussreichsten Frauen der Welt.

Sie hatte die Neuigkeit von ihrer Cousine erfahren, die  - eine Englischlehrerin -  am Abend immer englische Zeitungen auf ihrem Computer las. Das war und ist für sie ein grossartiger Moment. Als matadora de toros unter Künstlern, Politikern, Journalisten, Sportlern, Kirchenvertretern, Geschäftsmännern und Menschenrechtsvertretern. In der Erklärung des BBC wird vor allem gewürdigt, dass sie sich mit drei anderen toreras in einer Sparte hält, welche von 820 Männern dominiert werde.
Conchi Ríos, den Blick in die Ferne gerichtet und den eigenen Träumen keine Grenzen setzen.
Als sie davon erfuhr teilte sie mit: "Diese Auszeichnung steht nicht nur für mich allein, sondern für alle Frauen die darum kämpfen ihren Träumen keine Grenzen zu setzen".

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Manolo Espinosa « Armillita » ist gestorben



von Ursula Herzog
und Philip de Málaga


Am letzte Freitag verstarb der mexikanische Torero

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Der studierte Architekt Manolo Espinosa Acuña «Armillita» ist am letzten Freitag den 9. Dezember im Alter von 77 Jahren in Aguascalientes (México) an einem Krebsleiden verstorben. Seine Leidenschaft und Passion gehörte den toros. Und keine Frage, er gehörte mit Sicherheit zu den figuras der mexikanischen tauromaquia.
Manolo Espinosa "Armillita" (1939 - 2016)
Er wurde er am 14. September 1939 in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon eher zufällig geboren, da sein Vater, ebenfalls torero eine Tour durch Europa machte. Nur wenige Tage später ging es in der Wiege zurück nach México. Obwohl er einer Torero-Dynastie entstammt, entschied er sich vorerst für das Studium der Architektur in der mexikanischen Hauptstadt, welches er mit Erfolg abschloss. 

Am 11. Oktober 1958 tötete er seinen ersten novillo. Es folgten fünf Jahre, wo er viel Wissen des toreos sich aneignete, und Manolo Espinosa «Armillita» wurde, aber erst am 24. Mai 1964 präsentierte er sich als novillero offiziell im peruanischen Lima.

In den kommenden Monaten füllte er die plaza de toros wie kaum ein anderer torero und gehörte ohne Frage zu den grössten Hoffnungsträgern der mexikanischen mundo taurino, bis er am 20. November 1965 im coso "El Paso" von San Luis Potosí zu seiner alternativa antrat. Sein padrino war der maestro Joselito Huerta (1934 - 2001)und sein testigo war Raúl García (1936-). Die confirmación in der Monumental de México folgte am 19. Dezember mit dem padrino Manuel Capetillo (1926 - 2009) und dem testigo Jaime Ostos (1931 -). Zwar reiste «Armillita» öfters nach Spanien, trat auch in verschiedene plazas an aber zur confirmación in Las Ventas ist es nie gekommen. 1992 zog er sich aus dem ruedo zurück und se cortó la coleta.

1982 gründete er seine eigene ganadería und zehn Jahre später kamen seine toros zum ersten Mal zum Einsatz, wo «Armillita» selbst antrat und drei orejas und rabo als trofeos erhielt. 

Eine Legende des mexikanischen toreos hat die mundo de los toros verlassen.

Dienstag, 13. Dezember 2016

In Spanien . . .




von Kurt Tucholsky

Den Lesern ist die Haltung des deutschen Schriftstellers Kurt Tucholsky (1890 bis 1935) zu einer corrida de toros bestens bekannt. Er bezeichnete sie als eine Barbarei, aber trotzdem bekannte er sich zur tauromaquia, "und ... ich gehe wieder hin!". 
"In Spanien gründeten sie einmal einen Tierschutzverein,
der brauchte nötig Geld.
Da veranstaltete er für seine Kassen einen grossen Stierkampf!"
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Quellennachweis:

Die Weltbühne Nr. 13 vom 29.3.1932, Seite 488

Montag, 12. Dezember 2016

Die Evolution des Stierkampfs





von Peter G. aus Ulm

Schon im Oktober hat SfA von Herrn Peter G. aus Ulm Post bekommen, bezüglich des Ruhetages am Montag. Seit seiner Reise nach Südamerika beschäftigt er sich intensiver mit der mundo de los toros. Dabei erfährt er nicht nur für ihn Neues aus der tauromaquia, sondern stösst dabei auch auf Kuriositäten. Diesmal schickte er SfA eine Zeichnung mit dem Titel "La evolución del toreo" (Die Evolution des Stierkampfs).
La evolución del toreo

Sonntag, 11. Dezember 2016

Die grösste Plaza de Toros der Welt: La Plaza México




aus México

Sie ist mit Abstand die grösste plaza de toros der Welt. Sie wurde vor siebzig Jahren eingeweiht und in diesen gewaltigen coso, welcher übrigens in nur 180 Tagen entstanden ist, passen fast 42.000 aficionados in die tendidos, welche bis auf vierzig Meter Höhe emporsteigen. Die Menge wird einem erst richtig bewusst, wenn man es mit der Tatsache vergleicht, dass an zweiter Stelle der Liste der grössten plaza de toros der Welt Las Ventas in der spanischen Hauptstadt Madrid mit knapp 24.000 Zuschauern steht. Der coso von Madrid gilt als die capital del toreo. Die Hauptstadt des Stierkampfs. Aber sie liegt in Europa. Und da in den Wintermonaten die mundo de los toros nach Amerika pilgert, haben sie auch dort ihre eigene Hauptstadt des toreos: La Monumental de México. Die temporada grande ist angesagt. 

Wie ein jeder frisch gebackener matador de toros, egal von wo auf der Welt, seine alternativa in Madrid bestätigen lassen sollte, so gilt diese confirmación auch für die La Monumental de México. Alle figuras der Vergangenheit wie der maestro Manolete oder der Gegenwart wie José Tomás waren und sind bemüht im ruedo der mexikanischen Hauptstadt zu triumphieren. Salir por la puerta grande in der Monumental de México, womöglich vor einem No hay billetes, ein Ereignis, dass weder das Publikum in den tendidos und schon gar nicht der torero auf dem Arena und schliesslich auf den Schultern in seinem Leben vergessen wird. 

Und nun hat sie wieder begonnen, die neue temporada grande. Und begleitend dazu hat die empresa TauroPlaza México nicht nur viel versprochen, so heisst es in dem neuen Slogan "Hausgemachte Leidenschaft ... und 2017 mit Überraschungen!", sondern auch ihren Webauftritt erneuert. Auffallend die ersten Photos welche zu sehen ist, eine Serie welche nach mehr verlangt. Mehr im ruedo. Ob es gelingen wird liegt sicherlich an den toros und toreros und man kann hoffen, dass sich das ruedo auch mehr zu füllen beginnt. Denn einen grossen Vorteil bringt die plaza in México gegenüber den grossen cosos in Spanien. Die entradas, oder boletos wie sie dort genannt werden, sind entschieden günstiger als in Spanien. 








LINK: PLAZA MÉXICO 
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Siehe auch:

Samstag, 10. Dezember 2016

Über die Tauromachie wird nicht so viel gelesen



von José Antonio del Moral


Er gehört schon seit über vierzig Jahren zu den anerkannten críticos taurinos in Spanien, Frankreich und Amerika. Pro Jahr verfasste er an die 200 Chroniken der wichtigsten ferias taurinas für zahlreiche grosse Tageszeitungen.

Zusätzlich brachte er einem breiten Publikum über verschiedene Radiosendungen Radio- und Fernsehsendung die mundo de los toros näher. Ob beim TVE, Canal Sur oder Telemadrid, als leidenschaftlicher und taurino konnte er stets Wissen vermitteln. Oft war er den Mann im Hintergrund, aber an Kenntnissen über die mundo taurino war er kaum zu überbieten. Vor alle galt er als einer der perfektesten Analysten, was im ruedo geschah. Zusätzlich verfasste er zahlreiche Bücher, wovon Como ver und corrida de toros (Wie schaut man sich eine corrida de toros an) vielen angehenden aficionados eine nützliche Hilfe war und ist.
José Antonio del Moral mit Laptop an der barrera. Live schreibt er seine Berichte.
"In Spanien wurde und wird das Wissen taurino hauptsächlich verbal vermittelt. Bücher und andere Lektüren spielen da eine untergeordnete Rolle, wobei diese jedoch viel dazu beigetragen haben, sich in die Materie des toreo zu vertiefen. Jedoch setzt die blosse Kenntnis des taurinischen Jargons ein Verständnis für das toreo nicht unbedingt voraus und es scheint durchaus schwierig sich dieser sehr verschlossenen und komplexen mundo taurino mit aller Leidenschaft zu nähern."

Freitag, 9. Dezember 2016

Die am höchsten gelegene Plaza de toros der Welt

Wenn eine indigene Bevölkerung in über 4.000 Meter Höhe
zu den Stierkämpfen geht. Der ganze Ort ist dabei!
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von Philip de Málaga


Die südamerikanische Republik Peru ist bekannt für ihre Höhenrekorde, welche auch teilweise im Guinnessbuch festgehalten sind. So findet sich hier auf 5.100 Metern über dem Meeresspiegel im Andengebirge die höchstgelegenste Stadt der Welt: La Rinconada mit 50.000 Einwohnern. Bis zum Jahr 2006 fuhr hier der Ferrocaril Central Andino auf 4.781 als höchste Bahn der Welt durch die Bergwelt der Anden.

Besonders in der vergangenen temporada taurina machte die mundo de los toros aus Peru auf sich aufmerksam. Nicht nur die beiden tragischen Todesfälle des novilleros Renatto Mota und des matadores de toros El Pana sondern auch die peruanische und derzeit sehr populäre figura Andrés Roca Rey sorgten besonders in diesem Jahr für Interesse für die mundo taurino in der südamerikanischen Anden-Republik.

Wenn man nun die beiden vorherigen Absätze verbindet, stellt sich die Frage, ob die Höhe über dem Meeresspiegel sich mit der mundo de los toros irgendwie in Einklang bringen lässt? Und in der Tat ist das so.
Plakat der feria taurina aus dem Jahr 2015

Denn die am höchsten gelegene plaza de toros der Welt befindet sich in Macusani, der Hauptstadt der Provinz Carabaya in der Region Puno im Süden von Peru. Mit ihren knapp 12.000 Einwohnern organisieren sie hier bei eher frischen Temperaturen von zehn bis achtzehn Grad Celsius ihre feria taurina. Zu Ehren der Unbefleckten Jungfrau finden dort jedes Jahr in der ersten Dezemberhälfte zwei bis drei corridas statt.

Sie feiern ihre feria taurina im Dezember.
Vorne links erkennt man die kleinen Logen und hinten auf dem Hügel die vielen aficionados.
In einer Höhe von 4.315 Metern bietet der coso taurino, an einem Hang gelegen, der ganzen Gemeinde Platz. Offiziellen Angaben zufolge können dort bis zu 13.000 Zuschauer die tarde de toros verfolgen. Die meisten davon auf dem Berghang sitzend, gegenüber in den Logen das Ehrenpublikum. Auffallend hierbei der hohe Anteil von fast siebzig Prozent an indigenen aficionados de toros.
Immerhin handelt es sich bei diesem coso um eine plaza de toros der ersten categoría. Und im Dezember 2012 wurden die corridas auf Grund der Initiative ihres Bürgermeisters Don Augusto Ronald Gutierrez Rodrigo zum patrimonio cultural, zum Kulturerbe deklariert.

Toros in den Anden vor indigenem Publikum, auch das gibt es und zeigt wieder einmal die Vielfältigkeit der mundo de los toros auf.
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Siehe auch:


Tod am Nachmittag in Peru (1) vom 19.5.2016

Tod am Nachmittag in Peru (2) vom 20.5.2016
Rennato Mota, es hätte auch anders ausgehen können vom 24.5.2016
El Pana, die Stiere, die Zigarren und der Tod (1. Teil) vom 5.6.2016
El Pana, die Stiere, die Zigarren und der Tod (2. Teil) vom 6.6.2016

Weitere Artikel über Peru finden Sie in der Sektion Ausland (Themenübersicht) unter dem Begriff Peru.