Warum eine Stierzucht bei den toreros populär ist oder auch nicht
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von Colin Ernst
Auf diese
ganadería bin ich aufmerksam geworden, durch einen Beitrag des Taurokritikers
Paco Mora in dem Magazin
Aplausos. Seine Worte über die Zucht der
Samueles waren für mich mehr als hart.
Toros wie die von
Samuel Flores wolle heute keiner mehr haben, der
ganadero könne sie zum Metzger bringen. Ich hatte immer noch die 500
Coquilla Rinder vor Augen, welche dieses Jahr den Gang zum
matadero angetreten sind. Wie kann man als
aficionado und Fachmann so etwas sagen? Also begab ich mich auf Spurensuche.
1882 kaufte der
ganadero Eduardo Ybarra einen Teil der bekannten
Murube Zucht, aus der Linie
Vistahermosa. Diese
toros waren nicht besonders groß oder schwergewichtig, aber sehr beständig im
tercio de varas. Gut zwanzig Jahre später verkaufte er die Hälfte der „
Ybarras“ an die
ganadería Parladé. 1926 teilte man diese, so gezogenen Rinder in vier Teile auf,
Don Ernesto Blanco, sein Sohn
Manuel,
Rafael Claiak de Salamanca und die
Hermanos Samuel, jeder bekam sein Lote.
Augustine Flores konservierte die Linie der
Ybarreños. Wert legte man auf einen
toro, mit viel Gesicht, langen, weißen Hörnern und viel
trapio. Das äußere Erscheinungsbild zeigt einen mittelschweren Stier mit kurzen Beinen, langem Hals, wie geschaffen für das
toreo. Sein Charakter wird als
noble beschrieben, mit genügend Format, um sich von Anfang an bei der
lidia zu steigern,
de menos a más, wie man sagt. 1968 übernahm
Samuel Flores die
ganadería mit 22 Jahren einer der jüngsten Züchter in diesem Geschäft. In den 40ger bis 60ger Jahren triumphierte die
ganadería mit Nachkommen des
toros No.34, bzw. seinem Sohn
Naviero. Viele
toreros suchten sich diese Zucht für ihre
alternativas, oder
confirmación aus. 1944
Dominguín, 1963
El Cordobés, 1966
El Viti in Sevilla…, die Liste lässt sich erweitern. 1990 bestückten die „
Samueles“ die beste
corrida in
Las Ventas,
César Rincón verliess ein Jahr später die
Monumental de Madrid durch die
puerta grande, Dank dieser
toros.
1996 kam es zu einem spannenden Duell zwischen
Joselito und
Ponce, die
corrida der sechs
quites, mit
toros der
ganadería Samuel Flores. 1999 bei der
feria in
Dax, Frankreich bescherten die
Samueles den
toreros elf
orejas und einen
rabo. In
Madrid sind diese Stiere gern gesehen,
Madrid verlangt
pitones, Hörner, auf das sich die
toreros nicht verstecken können.
Maestros wie
Enrique Ponce verdanken dieser Zucht viele ihrer Erfolge, ebenso wie
Antonio Ordoñez,
Damasco Gonzales oder
Paco Camino. Dieser Züchter war auch einer der ersten, die den Samen eines ihrer Deckstiere,
Alucena, tiefgefrieren ließ, um nach seinem Tod, 2007, die Kühe künstlich zu besamen.
Bei der neuen Generation der
toreros ist diese
ganadería nicht mehr so beliebt. Allein die ausladenden Hörner… Es gibt immer weniger
toreros die bereit sind, ihre Kunst dem
trapio eines Stieres zu opfern.
Trapio und Hörner wie Fahrradlenker sind noch unbeliebter. Der Nachwuchs schaut auf die Künstlertoreros und vergisst, das sich genau diese, Beispiel
maestro Ponce, jeder
encaste, jedem Stier gestellt haben, mit Erfolg. Ich denke, das die Kunst in die falsche Richtung weist. Zuviel Schönheit, zu wenig Wahrheit, vor allem zu wenig Kenntnis der Stierzuchten im Allgemeinen. Die großen
maestros haben alle viel im
campo trainiert, viel Zeit dort verbracht, um den Stier zu verstehen, ihn zu lesen. Heute haben nur wenige Schüler der
tauromaquia die Gelegenheit und die Weitsicht, diesen Weg zu gehen. Dies wird langfristig zum Absterben vieler Äste des fragilen Stammbaums der
toros führen. Grade die
ganaderías welche eine Reinzucht führen, haben oft gesundheitliche Probleme und Flauten, die mehrere Jahre dauern, bis sich die Blutlinie wieder erholt hat und neue, frische, gute Stiere hervor bringt. Somit mein Appell an die
ganaderos nicht auf zu geben, Blutlinien zu erhalten, auch wenn sie grade nicht „Mode“ sind. Und an die
toreros: Ein guter Stier hat keine Farbe und kein Brandzeichen, er ist einfach nur ein
toro bravo.