Montag, 7. Dezember 2015

Den Stierkampf mit anderen Augen sehen

Der amerikanische Photograph Michael Couser versucht 
mit seiner Schwarz-Weiss Arbeit der Intimität des Toreo näher zu kommen
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von Philip de Málaga


Der nordamerikanische Photograph Michael Couser reiste im Jahr 1985 das erste Mal nach Spanien und sah dort auch seine erste corrida. Von dem was er dort im ruedo gesehen und erlebt hatte war geradezu fasziniert. Vor allem beeindruckte ihn die gezielte Beeinflussung der Bewegungsabläufe, gleich einer motorische Bewegung, der einzelnen toreros beim toreo. Diese Plastizität zog ihn in einen Bann, dem er gezwungen war zu folgen. So entstand eine Serie von fünfundzwanzig Schwarz-Weiss-Photos, wo er an verschiedenen Orten seine intimen Eindrücke bei den festejos taurinos optisch festgehalten hatte. Dabei fixierte er sein Objektiv nicht nur auf das ruedo, sondern auch in den callejón und andere Stellen in der plaza de toros. Er findet Momente, die dem normalen Zuschauer in den tendidos verborgen bleiben und durch die Schwarz-Weiss-Technik sieht er es mit anderen Augen und verleiht den Momenten eine bewegungsmässige Dramaturgie. Augenblicke der Einsamkeit, Sekunden der Isolation, einsame Gedanken inmitten eines Dramas, obwohl die plazas gefüllt sind. 

Hier stellt SfA eine kleine Auswahl vor:













(Fotos: Michael Couser)
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Quellennachweis:



Sonntag, 6. Dezember 2015

Auch in London gibt es Afición




von Philip de Málaga


Der spanische Stierkämpfer Antonio Ferrera besucht britische Metropole
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Die Fangemeinschaft der mundo de los toros, beginnt sich weltweit zu vermehren. Immer wieder Gründen sich neue peñas taurinas. Die grossen Vorbilder auf diesem Sektor taurino dürften wohl die aficionados in New York und London bilden. 

Der Club Taurino of London sammelt schon stolze 342 aficionados als Mitglieder um sich, welche aus 22 verschiedenen Ländern kommen (unter anderem 215 aus England, 55 aus Spanien und 37 aus den Vereinigten Staaten) und wurde 1959 von George Erik und einer kleinen Gruppe von aficionados gegründet. Mittlerweile hat er sich einen Namen in der internationalen Szene der tauromaquia gemacht. Seine Ehren-Vize-Präsidenten sind immerhin der rejoneador Ángel Peralta, der matador de toros José Miguel Arroyo "Joselito" und der ganadero Victorino Martín.


Hier trifft man sich nicht nur gelegentlich zu einem Stell-Dich-Ein um ein wenig über die toros zu plaudern. Der Club glänzt vor allem durch wahrhaftiges Fachwissen aus der mundo taurino und dementsprechend gibt es dort auch interessante Vorträge und Veröffentlichungen zu diesem Thema. Man will nicht nur, man kann sogar mitreden. So ist es nur selbstverständlich, das der Club in London regelmässig von taurinos, toreros, ganaderos, kurz, von Menschen aus der mundo de los toros aufgesucht wird. Taurinisches Wissen wird gesucht, ausgetauscht, analysiert und vermittelt.

In diesem Jahr feierte der Club Taurino of London am letzten 29. November sein 56-jähriges Bestehen. Vor der eleganten Kulisse des Oriental Clubs im Herzen der britischen Hauptstadt gab es aus diesem Anlass ein festliches Mittagsmahl.

Oriental Club - London
Als spanischen Ehrengast war der matador de toros Antonio Ferrera geladen. Vom Präsidenten des Club Taurino of London Mark Rayner wurde der spanische torero herzlichst Willkommen geheissen und würdigte seinen beruflichen Werdegang im ruedo der plaza de toros und seine zahlreichen Triumphe in den grossen Arenen von Spanien, Amerika und Frankreich. Er bedankte sich auch, das Ferrera mit seiner Gegenwart die britische afición unterstütze. 
Der spanische torero Antonio Ferrera in London (Foto: mundotoro)
Antonio Ferrera bedankte sich bei den geladenen Gästen wie warmherzig man ihn hier in London empfangen hätte und zeigte sich erstaunt soweit von Spanien und der mundo de los toros entfernt eine so intensive afición vorzufinden und würde sich freuen viele von ihnen in der nächsten temporada taurina in seinem Heimatland begrüssen zu dürfen.

Die geladenen Gäste erhoben sich und stiessen auf die zukünftigen Erfolge ihres Gastes an, auf die fiesta brava, auf die Freundschaft zwischen dem britischen und spanischen Volkes und das die fiesta de los toros weiterhin noch mehr Unterstützung aus dem vereinigten Königreich erfahren wird. 

SfA hatte gerade darüber berichtet. Spanischer Torero wird in München ausgezeichnet. In Belgien gibt es aficionados und sogar im fernen China verfolgen Millionen am Fernsehen corridas aus Spanien, welchen dort zeitversetzt übertragen werden. Barcelona hat es mit seinem Verbot ausgelöst. Überall auf der Welt beginnen sich beide Seiten, die taurinos wie antitaurinos neu zu gruppieren und organisieren. Und dabei ist es durchaus auffallend, wie viel mehr Menschen sich jetzt auch öffentlich getrauen zu den toros zu stehen. Für die internationale afición de los toros eine durchaus erfreuliche Entwicklung.

Samstag, 5. Dezember 2015

Die Goldmedaille der Schönen Künste für "El Cordobés"




von Philip de Málaga


Der weltberühmte Torero aus Córdoba wird prämiert
Die Übergabe wurde durch das spanische Königshaus durchgeführt
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Wer kennt ihn nicht? Wer hat diesen Namen noch nicht gehört? "El Cordobés", der torero, welcher der tauromaquia zu ungeahnter Internationalität verhalf. War es zunächst auf dem schriftlichen Weg der amerikanische Autor Ernest Hemingway der die mundo de los toros einem ausländischen Publikum zugänglich machte, als erster torero der von einem Miura-Stier getötete "Manolete", aber den wirklichen Bekanntheitsgrad der mundo taurino verdankt sie "El Cordobés". Er  macht den Stierkampf der Gegenwart in der Welt populär. Sein Stil im ruedo war anders als der seiner Kollegen. Provokativer, oft mit spektakulären Manövern auf Effekthascherei gezielt. Tremendismo sagt man dazu in der Fachsprache taurino. Und als dann im Jahr 1967 das schon legendäre Buch "... oder du wirst Trauer tragen" des Amerikaners Larry Collins und des Franzosen Dominique Lapierre erschien, wurde für zahlreiche nichtspanische Personen nicht nur Interesse entfacht sondern nicht selten auch der Grundstein zur afición gelegt. Keine Frage, "El Cordobés" hat Geschichte geschrieben. Er war ein Botschafter spanischer Kultur und weltweit bekannt.

Nun wurde der matador de toros Manuel Benítez Pérez "El Cordobés" in dieser Woche im Museum der Schönen Künste in der andalusischen Hauptstadt Sevilla mit der medalla de oro de bellas artes ausgezeichnet.
Darüber kann sich "El Cordobés" wirklich nur freuen.
Eigentlich schon ein wenig erstaunlich, dass der maestro aus Palma de Río dermassen lange darauf warten musste. Immerhin gab es schon zahlreiche Filme mit und über ihn, viel wurde über ihn geschrieben und es gab sogar ein Musical mit Tom Jones mit dem Titel "Matador". Der Preisverleihung fand in diesem Jahr auffallend spät statt, obwohl die Gewinner schon im Februar feststanden. "El Cordobés" ist bei den Schönen Künsten der 19. Preisträger aus der mundo de los toros. Die offizielle Erklärung vom Komitee: 
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"Er sei ein spanischer torero von bescheidener Herkunft, der sich zum einem der bekanntesten Vertreter der internationalen tauromaquia entwickelt hatte, und als einer der Ikonen der 60ger Jahre gilt. Geradezu unorthodox sein Unbeweglichkeit vor dem toro und als matador sorgte er steht für Aufsehen aber auch für Kontroversen. Am 29. Oktober 2002 proklamierte ihn das Rathaus von Córdoba zum "Fünften Kalifen". Einen Titel welche er gemeinsam mit Rafael Molino Lagartijo, Guerrita Rafael Guerra, Rafael González Machaquito und Manolete hält.
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Der Preis wurde den Gewinnern und dem torero vom spanischen Königspaar überreicht.
Preisübergabe an "El Cordobés" durch das spanische Königspaar (Foto: mundotoro)
Selbstredend hielt seine Majestät Felipe VI von Spanien dazu auch eine Rede. Hier ein Auszug: 

"Die Übergabe der Goldmedaille für die Verdienste der Schönen Künsten ist eine Zeremonie an welcher die Königen und ich gerne und im Bewusstsein seiner Bedeutung teilnehmen.

Jede kreative, intellektuelle oder kritische Aktivität müssen wir bewusst aufnehmen, die Vielfalt der Ansichten erkennen und dabei die Umrisse der jeweiligen Objekte und Gegenstände in Betracht ziehen. Meint, wir sind zum einen das Objekt als auch das Subjekt der Kultur, in der Zeit wo sie geschaffen wird. So definiert sich uns die Kultur als eine flexible Form, welche sich in jedem Moment kontinuierlich weiter formt, die wir selbst aufbauen, erweitern und entdecken.

Besonders in diesen Zeiten sollten wir besonders auf die vielfältige sich stets ändernde Natur achten, den Wechsel der Kulturen erkennen, denn es hilft uns gegen die Intoleranz und den Fanatismus die uns angreifenden und bedrohenden Gewalt gegen die zivilisierte Gesellschaft zu bekämpfen.

Unsere Kultur, eine starke universelle Berufung und Projektion, hilft, uns in ein Land mit einer globalen Perspektive zu entwickeln, immer bereit, die Vielfalt und die Unterschiede, angefangen bei den eingegangenen Verpflichtungen der Grundsätze und Werte, wo auch immer auf der Welt, letztendlich zu definieren und die Menschheit zu verstehen.

Diese Medaillen sind unser Beispiel dafür, wofür unsere Kultur steht, für die wunderbare Komplexität, welche nach jeder Umsetzung und Fertigstellung eines Kunstwerkes entsteht. Es sind Auszeichnungen für diejenigen, welche sich dafür entschieden haben künstlerische Objekte isoliert darzustellen, und wie ich schon bereits gesagt habe, mit einem Blick auf die Realität, was uns etwas Neues, etwas Anderes offenbart. Ich beziehe mich dabei darauf, unsere Kapazitäten zu erweitern, um die Grenzen unseres Wissens kennen zu lernen.

Die Gewinner, und es sind wahre Schöpfer, werden wahrscheinlich nie daran gedacht haben, dass jenes, was wir als Realität bezeichnen nur der Anfang von dem ist, was wir uns vorstellen können. Eure Arbeit markiert und beleuchtet zweifellos den Weg zur Schaffung und Kreation.

Nun, diejenigen, welche ihrem Beispiel folgen wollen, sollten wissen, das ihre Verdienste, Medaillen und Lorbeeren ein langer Lebensweg von Arbeit, Opfer, Verzicht um im Gegensatz mit einer immensen Befriedung in der Lage zu sein, zu projizieren, um Licht und Schönheit zu teilen. Es ist ohne Frage ein Zeichen, erbgreifbar und kraftvoll, was unser Land erreichen kann.

Darum müssen wir von Eurer Erfahrung und der Fähigkeit dem Unbekannten ohne Angst sich zu nähern, lernen mit der Gewissheit, dass es immer noch Dinge gibt, die entdeckt werden wollen. Unsere Zukunft ist voller solcher Möglichkeiten, wenn das Fundament was wir schaffen fest und solide ist.

Es ist Zeit die letzten Worte zu finden. Noch einmal Danke und herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und erlauben sie mir noch eine Bitte: Unterstützen Sie durch ihre Arbeit und kreatives Genie, Spanien auf dem Weg des Fortschritts, des Optimismus und der Zuversicht zu einem starken Land zu werden, immer stärker wird und zu einer Konsolidierung führt, die über den Problemen steht. Es ist zwar nur ein Land, aber mit vielen Dingen, und es kann keiner leugnen - besonders hier in Sevilla - Spanien ist ein Land der Kunst der Künste. "

Der spanische König gratuliert der Stierkampf für sein Lebenswerk
Ausser der ehemaligen Monarchin Doña Sofía, was als Vegetarierin auch nachvollziehbar ist, steht schon seit Generationen das spanische Königshaus hinter der tauromaquia. Regelmässig besuchen sie corridas und bevorzugen meisten, statt dem palco real, welchen es in einigen plaza de toros gibt, die Plätze an der barrera oder im callejón.

Freitag, 4. Dezember 2015

Photographie: Der Stierkampf im Detail




von Ursula Herzog


Ausstellung über die Photographin Laura Panissier in Südfrankreich
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Südfrankreich ist aktiv. Ich stosse immer wieder auf Ankündigungen von Veranstaltungen, die mit den toros zu tun haben. Auch wenn die antitaurinos drohen, man hat offenbar nicht die Absicht, sich einschüchtern zu lassen.

So wurde am 26. November dieses Jahres in der Bar „Les Taurins D’abord“ in Montpellier die Ausstellung einer französischen Stierkampf-Photographin eröffnet. Sie heisst Laura Panissier, ist 26 Jahre alt und aficionada. Sie ist seit ihrer Kindheit vom Stierkampf fasziniert. Dann kam der Moment, wo sie die Leidenschaft für die Photographie entdeckte. Das Resultat war, dass Laura zu keiner corrida mehr ohne ihre Kamera ging. Sie ist besonders an den Details interessiert  (Bewegungen der Hände, das Halten von muleta und estoque, ein Ausschnitt eines trajes, das Spiel von Licht und Schatten, sol y sombra,...).

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Flohmärkte für die Freunde des Stierkampfs in Frankreich




von Ursula Herzog


In Südfrankreich werden Märkte für die afición organisiert
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Am 6. Dezember dieses Jahres findet in Saintes-Maries-de-la-Mer im Verwaltungsbezirk von Arles bereits zum dritten Mal ein Flohmarkt für aficionados statt. Verkauft wird alles, was mit der tauromaquia in der Camargue und in Spanien zu tun hat. Da dieser Markt schon zum dritten Mal organisiert wird scheint ein bestimmtes Interesse an Artikeln aus der mundo de los toros wohl bestätigt zu sein.


Der Markt findet am nächsten Sonntag von 10:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr am Nachmittag statt. 

Überhaupt gibt es in Südfrankreich an vielen Stellen Weihnachtsmärkte der afición. So auch in Arles selber:

Es wird geben:
  • einen Weihnachtsmarkt mit Büchern und DVDs
  • einen runden Tisch der afición
  • einen Tag der Literatur taurino

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Spanischer Torero wird in München ausgezeichnet




von Philip de Málaga


Der torero Eduardo Dávila Miura wurde in Deutschland prämiert
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Es ist nichts Neues. Es gibt sie auch in Deutschland, die aficionados de toros. Mehr noch, in einigen Ecken haben sie sich zu peñas taurinas vereinigt, wo man sich gemeinsam der mundo de los toros zuwendet. Zum Beispiel in der bayrischen Hauptstadt München. Dort wurde der "Club Taurino de Munich" gegründet. Ein Club in Deutschland der sich dem Stierkampf widmet. Für einige, oder auch mehr, ein eher ungewöhnlicher Gedanke.

Ein torero wird in München ausgezeichnet
Am letzten Wochenende gab es dort allerdings etwas Aussergewöhnliches. Das erste Mal wurde dort ein Auszeichnung für den sector taurino. verliehen. Bei einem eher rustikal bayrischem Gala Dinner vor gut achtzig deutschen aficionados wurde vom Präsidenten des Clubs Moritz Roever in Begleitung von Philipp von Bergmann der spanische matador de toros Eduardo Dávila Miura mit dem ersten Preis des "Löwen von Bayern", dem León de Bavaria ausgezeichnet. Diese erhielt der torero wegen seiner ausserordentlichen Leistung bei der letzten Feria de April in der Real Maestranza de Sevilla bei der corrida de toros der bekannten ganadería Miura.

Aus dem ruedo in Sevilla nach München /Foto: Inma Flores)
Der torero aus der andalusischen Hauptstadt bedankte sich bei den Mitgliedern des Clubs: "Das Besondere das ich hier bei diesem wichtigen Ereignis erlebe ist, Ihr gehört zu den Besten um die spanische fiesta nacional zu erhalten.

Der torero Dávila Miura bei seiner Dankesrede
Hintergrund dieser Preisverleihung ist vor allem, die tauromaquia und ihre Philosophie in Deutschland mehr einzuführen. Ein weiteres Unternehmen, das aufzeigt, dass auch im deutschsprachigen Bereich das Interesse für die mundo de los toros am steigen ist. Und zwar im Vergleich zu den Vorjahren weit aus mehr als vorher. 

Damit gesellt sich der bayrische Club der aficionados mit Standort in München zu den bekannten peñas taurinas in Brüssel, London oder New York., wo schon regelmäßig Besuch aus der mundo taurino empfangen wird.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Nur nicht die Beine bewegen!





von Pedro Romero

Gestern widmete SfA einen Beitrag diesem Ausnahmetorero, welcher 5.500 toros tötete ohne auch nur eine einzige Verletzung davon zu tragen. Als Begründer der tauromaquia, des modernen toreo und der escuela taurina von Ronda hatte dieser erste matador de toros der Geschichte auch einiges zum Thema der toros zu sagen. 

"Wer ein guter lidiador werden will, 
muss von der Taille abwärts denken.
Das toreo wird nicht mit den Beinen ausgeführt 
sondern mit den Händen."

Der matador de toros Juan Belmonte war im letzten Jahrhundert einer der ersten toreros, der wegen seiner kurzen Beine, weglaufen ging für ihn einfach nicht so schnell, diese ruhige Technik des Stehenbleiben wieder erfolgreich einführte und praktizierte.

Der matador de toros Juan Belmonte mit ruhigen Beinen.

Montag, 30. November 2015

5.500 Stiere getötet und keine einzige Verletzung!

Pedro Romero gilt als Mitbegründer der Tauromachie
und wurde nie von einem Stier verwundet ... erzählt man
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von Philip de Málaga



Pedro Romero
Am 19. November 1754 ist der matador de toros Pedro Romero y Martínez in Ronda, in der ProvinzMálaga geboren. Das war nun vor 261 Jahren. Zwar kommt er aus einer Familie taurina, aber mit wenig Bekanntheitsgrad. Seine beiden Brüder José und Antonio wurden ebenfalls zu matadores de toros.


Zunächst begann Pedro Romero als banderillero bis er 1771 seinen ersten novillo in Jerez de la Frontera tötet. Vier Jahre später präsentiert er sich mit Erfolg in Madrid. Es begann eine einzigartige Karriere eines matador de toros  der mit den toreros Costillares und Pepe Hillo als Mitbegründer der tauromaquia zählt. Zwischen diesen Dreien findet sich in der Betitelung ein verbaler Unterschied. Während Costillares und Pepe Hillo als die ersten toreros der Geschichte galten, galt Pedro Romero der erste matador de toros in der mundo de los toros. Seine alternativa hatte er 1778 in der Real Maestranza de Sevilla und sein padrino war Pepe Hillo, zu dem sich im Laufe der Zeit bezüglich Kampfstiele ein ernsthafter Konkurrenzkampf entwickelte.

Von nun an begann für den matador de toros aus Ronda eine einzigartige Karriere. Bei allen wichtigen festejos taurinos und grossen plaza de toros war er erfolgreich vertreten. Am 19. Mai 1785 weihte er die bekannte La Real Maestranza de Ronda ein. 1799 zog er sich als matador de toros zurück. Das Besondere an dieser Zeit war die angebliche Tatsache, dass er in diesem gesamten Zeitraum angeblich an die 5.500 toros getötet hatte ohne nur eine einzige cornada erhalten zu haben. Eine unglaubliche Erkenntnis, 21 Jahre und keine Verletzung. Davon träumt ein jeder torero.

An die 5.500 toros hat er getötet und selbst schwebte nie in Lebensgefahr: Pedro Romero
Er gilt noch heute für die vielen grossen maestros wie Belmonte, Joselito oder Manolete als einer der grossen Vorreiter in Sachen des klassischen toreos. Vor allem auch deswegen weil er die Organisation und Ruhe dem toro gegenüber im ruedo einführte.

Seelenruhig erwartet Pedro Romero den Angriff des Stieres um ihn zu töten.
So zählte er auch zu den ersten toreros welche den toro genau beobachteten, analysierten und dementsprechend seine lidia organisierte. Seine Arbeit konzentrierte darauf das Tier zu dominieren und anschliessend auf den Tod des Stieres und dabei er verzichtete dabei auf künstlerische Ornamente.
Cartel aus dem Jahr 1780  für Puerto de Santa María in Andalusien.
Unten links wird Pedro Romero genannt
Am 10. Februar 1839 verstarb der erste matador de toros von Spanien, Pedro Romero im Alter von 84 Jahren in seinem Geburtsort im andalusischen Ronda.

Sonntag, 29. November 2015

Über 100 Wirtschaftsbereiche profitieren von der Tauromachie




von Philip de Málaga


Zahlreiche Sektoren der Wirtschaft 
verdienen an den Veranstaltungen mit den Stieren
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Wie die Organisation der grossen empresarios von Spanien, ANOET jüngst mitteilte geht der wirtschaftliche Faktor weit über die mundo de los toros hinaus. Mehr als 100 Wirtschaftssektoren würden an den Veranstaltungen von festejos taurinos profitieren. Mit anderen Worten, mit den toros wird reichlich Kapital bewegt.

Im Groben sind es folgende Bereiche mit ihren zahlreichen Untersektoren, welche an der tauromaquia verdienen:
  1. Landwirtschaft, Tierzucht, Forstwirtschaft und Fischerei
  2. Fertigungsindustrie, wie Bekleidung, Grafische Herstellung, Druckereien von Medien etc.
  3. Energiezulieferer
  4. Die Konstruktionsbranche
  5. Gross- wie Einzelhandel im Verkauf von Produkten
  6. Transportwesen und Lager
  7. Unterkünfte und Gastronomie
  8. Informations- und Kommunikationswesen
  9. Versicherungen und andere finanzielle Aktivitäten
  10. Immobiliensektor
  11. Kulturelle Aktivitäten
  12. Andere Servicebereiche, wie Reinigung, Gewerkschaften etc.
  13. Organisatorische extraterratoriale Tätigkeiten
Damit wird ziemlich klar dargestellt, die toros gibt es nicht nur für die toros und toreros. Sie sind ein fester Bestandteil des spanischen Wirtschaftslebens. Die tauromaquia hat sich zu einem florierenden Wirtschaftsfaktor entwickelt, der seinen Teil zum spanischen Bruttoinlandsprodukt beiträgt. SfA hat schon an anderer Stelle davon berichtet. Allein der fünfte Punkt macht es gar öffentlich sichtbar. Man muss nur durch eine Stadt gehen, um zu zu sehen, in wie vielen Geschäften der toro als Werbung, Kultursymbol oder als Artikel präsent ist.

Wer durch spanische Städte schlendert kommt am toro fast immer vorbei
Eine genaue Übersicht von ANOET über die profitierenden Bereiche finden Sie hier. Aufgelistet von la economía del toro (in spanischer Sprache).

Samstag, 28. November 2015

Um ein Torero in der Wirtschaft zu werden





Spanisches Sprichwort


Hier verwenden wir ein spanisches Sprichwort, welches eigentlich der Wirtschaft zugeordnet wird. Wir kennen den toro schon von der Börse her. Dort kennen wir ihn als Bullen. Dort steht er für steigende Kurse weil er mit seinen Hörnern nach oben zeigt. So wird als "Bullenmarkt" eine Börse im Aufwärtstrend bezeichnet.


In Spanien gibt es ein Sprichwort welches einen anderen Bereich anspricht:

 "Um ein torero zu werden 
muss man erst einmal lernen ein toro zu sein!"

Hierbei geht es um den Wettbewerb in der Wirtschaft. In diesem Fall ist der torero ein Unternehmer und der toro seine Konkurrenz. Dabei soll es nicht nur genügen die gegnerischen Mittbewerber zu kennen, sondern auch in sie sich hineinzudenken, ihre Emotionen zu erfahren, mögliche Verhaltensstrukturen zu analysieren und so auch die verwundbaren Punkte aufzuspüren. Er sollte in der Lage sein, sich in die Rolle des anderen Unternehmensführers zu versetzen. Eben lernen, ein toro zu sein. Nur so ist man in der Lage den Markt zu beherrschen, wenn man in der Lage ist den toro zu kontrollieren, die Oberhand behält, weil man ihn besser kennen gelernt hat. 

Lerne mich kennen, dann kannst du auch den Markt dominieren.
Ein Sprichwort, welches vor allem in Familienunternehmen verwendet wird, wo der Familiennachwuchs in den Chefsessel geradezu hineingeboren wird. Von Null auf zum Stierkämpfer, ohne Erfahrung. Und hier ist es als Chefsache angesagt, erst einmal dass Wissen, das Feingefühl, das innere Kennenlernen über die Konkurrenz den zukünftigen Bossen der Wirtschaft mit auf den Weg zu geben.