Montag, 12. Dezember 2016

Die Evolution des Stierkampfs





von Peter G. aus Ulm

Schon im Oktober hat SfA von Herrn Peter G. aus Ulm Post bekommen, bezüglich des Ruhetages am Montag. Seit seiner Reise nach Südamerika beschäftigt er sich intensiver mit der mundo de los toros. Dabei erfährt er nicht nur für ihn Neues aus der tauromaquia, sondern stösst dabei auch auf Kuriositäten. Diesmal schickte er SfA eine Zeichnung mit dem Titel "La evolución del toreo" (Die Evolution des Stierkampfs).
La evolución del toreo

Sonntag, 11. Dezember 2016

Die grösste Plaza de Toros der Welt: La Plaza México




aus México

Sie ist mit Abstand die grösste plaza de toros der Welt. Sie wurde vor siebzig Jahren eingeweiht und in diesen gewaltigen coso, welcher übrigens in nur 180 Tagen entstanden ist, passen fast 42.000 aficionados in die tendidos, welche bis auf vierzig Meter Höhe emporsteigen. Die Menge wird einem erst richtig bewusst, wenn man es mit der Tatsache vergleicht, dass an zweiter Stelle der Liste der grössten plaza de toros der Welt Las Ventas in der spanischen Hauptstadt Madrid mit knapp 24.000 Zuschauern steht. Der coso von Madrid gilt als die capital del toreo. Die Hauptstadt des Stierkampfs. Aber sie liegt in Europa. Und da in den Wintermonaten die mundo de los toros nach Amerika pilgert, haben sie auch dort ihre eigene Hauptstadt des toreos: La Monumental de México. Die temporada grande ist angesagt. 

Wie ein jeder frisch gebackener matador de toros, egal von wo auf der Welt, seine alternativa in Madrid bestätigen lassen sollte, so gilt diese confirmación auch für die La Monumental de México. Alle figuras der Vergangenheit wie der maestro Manolete oder der Gegenwart wie José Tomás waren und sind bemüht im ruedo der mexikanischen Hauptstadt zu triumphieren. Salir por la puerta grande in der Monumental de México, womöglich vor einem No hay billetes, ein Ereignis, dass weder das Publikum in den tendidos und schon gar nicht der torero auf dem Arena und schliesslich auf den Schultern in seinem Leben vergessen wird. 

Und nun hat sie wieder begonnen, die neue temporada grande. Und begleitend dazu hat die empresa TauroPlaza México nicht nur viel versprochen, so heisst es in dem neuen Slogan "Hausgemachte Leidenschaft ... und 2017 mit Überraschungen!", sondern auch ihren Webauftritt erneuert. Auffallend die ersten Photos welche zu sehen ist, eine Serie welche nach mehr verlangt. Mehr im ruedo. Ob es gelingen wird liegt sicherlich an den toros und toreros und man kann hoffen, dass sich das ruedo auch mehr zu füllen beginnt. Denn einen grossen Vorteil bringt die plaza in México gegenüber den grossen cosos in Spanien. Die entradas, oder boletos wie sie dort genannt werden, sind entschieden günstiger als in Spanien. 








LINK: PLAZA MÉXICO 
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Siehe auch:

Samstag, 10. Dezember 2016

Über die Tauromachie wird nicht so viel gelesen



von José Antonio del Moral


Er gehört schon seit über vierzig Jahren zu den anerkannten críticos taurinos in Spanien, Frankreich und Amerika. Pro Jahr verfasste er an die 200 Chroniken der wichtigsten ferias taurinas für zahlreiche grosse Tageszeitungen.

Zusätzlich brachte er einem breiten Publikum über verschiedene Radiosendungen Radio- und Fernsehsendung die mundo de los toros näher. Ob beim TVE, Canal Sur oder Telemadrid, als leidenschaftlicher und taurino konnte er stets Wissen vermitteln. Oft war er den Mann im Hintergrund, aber an Kenntnissen über die mundo taurino war er kaum zu überbieten. Vor alle galt er als einer der perfektesten Analysten, was im ruedo geschah. Zusätzlich verfasste er zahlreiche Bücher, wovon Como ver und corrida de toros (Wie schaut man sich eine corrida de toros an) vielen angehenden aficionados eine nützliche Hilfe war und ist.
José Antonio del Moral mit Laptop an der barrera. Live schreibt er seine Berichte.
"In Spanien wurde und wird das Wissen taurino hauptsächlich verbal vermittelt. Bücher und andere Lektüren spielen da eine untergeordnete Rolle, wobei diese jedoch viel dazu beigetragen haben, sich in die Materie des toreo zu vertiefen. Jedoch setzt die blosse Kenntnis des taurinischen Jargons ein Verständnis für das toreo nicht unbedingt voraus und es scheint durchaus schwierig sich dieser sehr verschlossenen und komplexen mundo taurino mit aller Leidenschaft zu nähern."

Freitag, 9. Dezember 2016

Die am höchsten gelegene Plaza de toros der Welt

Wenn eine indigene Bevölkerung in über 4.000 Meter Höhe
zu den Stierkämpfen geht. Der ganze Ort ist dabei!
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von Philip de Málaga


Die südamerikanische Republik Peru ist bekannt für ihre Höhenrekorde, welche auch teilweise im Guinnessbuch festgehalten sind. So findet sich hier auf 5.100 Metern über dem Meeresspiegel im Andengebirge die höchstgelegenste Stadt der Welt: La Rinconada mit 50.000 Einwohnern. Bis zum Jahr 2006 fuhr hier der Ferrocaril Central Andino auf 4.781 als höchste Bahn der Welt durch die Bergwelt der Anden.

Besonders in der vergangenen temporada taurina machte die mundo de los toros aus Peru auf sich aufmerksam. Nicht nur die beiden tragischen Todesfälle des novilleros Renatto Mota und des matadores de toros El Pana sondern auch die peruanische und derzeit sehr populäre figura Andrés Roca Rey sorgten besonders in diesem Jahr für Interesse für die mundo taurino in der südamerikanischen Anden-Republik.

Wenn man nun die beiden vorherigen Absätze verbindet, stellt sich die Frage, ob die Höhe über dem Meeresspiegel sich mit der mundo de los toros irgendwie in Einklang bringen lässt? Und in der Tat ist das so.
Plakat der feria taurina aus dem Jahr 2015

Denn die am höchsten gelegene plaza de toros der Welt befindet sich in Macusani, der Hauptstadt der Provinz Carabaya in der Region Puno im Süden von Peru. Mit ihren knapp 12.000 Einwohnern organisieren sie hier bei eher frischen Temperaturen von zehn bis achtzehn Grad Celsius ihre feria taurina. Zu Ehren der Unbefleckten Jungfrau finden dort jedes Jahr in der ersten Dezemberhälfte zwei bis drei corridas statt.

Sie feiern ihre feria taurina im Dezember.
Vorne links erkennt man die kleinen Logen und hinten auf dem Hügel die vielen aficionados.
In einer Höhe von 4.315 Metern bietet der coso taurino, an einem Hang gelegen, der ganzen Gemeinde Platz. Offiziellen Angaben zufolge können dort bis zu 13.000 Zuschauer die tarde de toros verfolgen. Die meisten davon auf dem Berghang sitzend, gegenüber in den Logen das Ehrenpublikum. Auffallend hierbei der hohe Anteil von fast siebzig Prozent an indigenen aficionados de toros.
Immerhin handelt es sich bei diesem coso um eine plaza de toros der ersten categoría. Und im Dezember 2012 wurden die corridas auf Grund der Initiative ihres Bürgermeisters Don Augusto Ronald Gutierrez Rodrigo zum patrimonio cultural, zum Kulturerbe deklariert.

Toros in den Anden vor indigenem Publikum, auch das gibt es und zeigt wieder einmal die Vielfältigkeit der mundo de los toros auf.
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Siehe auch:


Tod am Nachmittag in Peru (1) vom 19.5.2016

Tod am Nachmittag in Peru (2) vom 20.5.2016
Rennato Mota, es hätte auch anders ausgehen können vom 24.5.2016
El Pana, die Stiere, die Zigarren und der Tod (1. Teil) vom 5.6.2016
El Pana, die Stiere, die Zigarren und der Tod (2. Teil) vom 6.6.2016

Weitere Artikel über Peru finden Sie in der Sektion Ausland (Themenübersicht) unter dem Begriff Peru.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Der Stierkampf gehört zu den zehn beliebtesten Besuchszielen in Spanien




von Philip de Málaga
Wie das spanische Ministerium für Kultur mitteilte, gehörten die festejos taurinos in Spanien im Jahr 2015 mit zu den zehn am meist besuchtesten Einrichtungen, bzw. Veranstaltungen. Von den knapp 47 Millionen Einwohnern suchten 4,5 Millionen Spanier die mundo taurino mindestens ein Mal auf. Das sind knappe zehn Prozent! Hinzu kommt die Zahl der ausländischen aficionados de toros, vor allem aus Frankreich und Portugal. Dabei bleibt festzustellen, dass zahlreiche dieser aficionados mehrmals zu corridas gingen und ein Grossteil gar über so genannte abonos verfügt. 
  1. Monumente und Bauwerke (54 %)
  2. Vergnügungsparks (42,5 %)
  3. Museen (33,2 %)
  4. Bibliotheken (25,6 %)
  5. Fussball (24,9 %)
  6. Pop-Konzerte (24,8)
  7. Ausstellungen (23,8 %)
  8. Theater (23,2 %)
  9. Kunst-Galerien (12,7 %)
  10. Stierkampf (9,5 %)
  11. Klassische Musik (8,5 %)
  12. Ballet (7 %)
Die Oper, welche vom Anspruch her oft mit den toros verglichen wird landet mit 2,6 Prozent weit hinten.

Im Vergleich zu 2011, also vor fünf Jahren, wo die mundo de los toros in ihrer grossen Krise steckte, ist dies eine Steigerung von einem Prozent. Wirft man zurück einen Blick auf das Jahr 2007, wo die tauromaquia in Spanien sich grösster Beleibtheit erfreute, fehlen gerade mal 0,3 Prozent, um diesen Wert erneut zu erreichen, gar zu übersteigen. Man kann davon ausgehen, dass dieses laufende Jahr 2016 mit Sicherheit eine weitere Steigerung hervorbringen wird. 
Der Stierkampf in Spanien zieht wieder immer mehr Publikum an (Foto: Sabina Schock / Stierkampf)
Mit anderen Worten, die toros erfreuen sich wieder einer steigenden Beliebtheit. Die Zahl der festejos taurinos hat sich zwar reduziert, aber man hat sich bemüht, die Qualität in Sachen toros und toreros in den einzelnen plaza de toros zu erhöhen. Mit Erfolg. 

Zahlreiche Fernsehprogramme, wie zum Beispiel das andalusische Toros para Todos sorgen dafür, dass das Interesse nicht nur an den corridas alleine, sondern an der gesamten mundo de los toros  begonnen bei der Zucht auf den ganaderías, über das Leben der taurinos, wie der toreros bis hin zu den aficionados in den tendidos, gestiegen ist. Das Interesse der kulturellen Szene für die tauromaquia wie zahlreiche Künstler und Schriftsteller aus der ganzen Welt, tragen mit Sicherheit ihren Teil dazu bei.  

Freitag, 4. November 2016

Federico García Lorca




von García Lorca


Der Poet aus Andalusien Federico García Lorca (1898 bis 1936) war ein grosser aficionado de toros und ärgerte sich stets über die Argumente gegen die tauromaquia, welche diese als unkultiviert oder barbarisch abwerteten. Er wählte stets deutliche Worte wenn es um die fiesta de los toros ging. Nicht nur schuf er grosse Poesie, wie er verteidigte diese auch mit ganzer Leidenschaft. Allein schon im Leitsatz von SfA spiegelt sich dieses wieder.
"Das toreo ist der vitale und poetische Reichtum Spaniens, mit welchem zahlreiche Künstler und Artisten viel zu verschwenderisch umgehen, was wohl an der falschen Erziehung und Ausbildung gelegen habe. Und erst die Menschen unserer Generation haben sich dagegen aufgelehnt. Ich glaube das die toros die kultivierteste fiesta der Welt ist!"
Diese Worte wurden nur zwei Monate vor seiner Hinrichtung in der Tageszeitung Dario El Sol in seinem letzten Interview am 10. Juni 1936 veröffentlicht.

Zu den bedeutenden Werken der spanischen Poesie gehört mit Sicherheit sein Werk Klage um Ignácio Sánchez Mejías, aus dem Jahr 1935, wo er den Tod im ruedo des toreros Ignácio Sánchez Mejías durch den toro Granadino im Jahr 1934 beschreibt. SfA-Mitarbeiterin Torodora Gorges geht auf ihrer Seite torodoro mehr auf dieses Gedicht und die Thematik ein.

Der Poet García Lorca hier bei seinem Freund den torero Sánchez Mejías
Nicht nur in der Klage beschäftigte sich García Lorca mit dem maestro Ignácio Sánchez. In einer anderen Poesie richtet er sich direkt an den torero:
Es gab keinen anderen Prinz in Sevilla 
den man hätte vergleichen können. 
Nicht ein Schwert wie sein Schwert. 
Kein Herz, so wahr. 
Welch ein grosser Torero in der Plaza, 
welch ein grosser Berg in der Sierra, 
wie weich die Dornen, 
wie schwer mit den Sporen, 
so zart wie die Jungfrau von Rocío, 
wie blendend die Feria, 
wie fürchterlich mit den letzten 
banderillas in der Dunkelheit. 
Der Poet litt und erstrahlte bei den corridas. Sufrimiento und Alegría García Lorca und die toros. Intellektuelles Verständnis und die tauromaquia. Beides gehört zusammen. Öffnet neue geistige Dimension, die Wertarbeit des Lebens und die Rolle des Todes:
"Es ist ein pures Drama, wo der Spanier seine wertvollsten Tränen vergiesst, und dabei Gift und Galle speit. Die plaza de toros ist der einzige Ort wo man dem Tod begegnen kann umgeben von blendender Schönheit."
Federico García Lorca liebte die toros und hatte auch den grössten Respekt für diese Tiere. Er kannte die Gefahr welche von so einer embestida ausging. Sein Platz war in den tendidos, bloss nicht vor der barrera im ruedo. Ihm wird das abschliessende Zitat zugeschrieben, welches aber nirgends dokumentiert ist.
"Ich liebe den toro wie den Mond. 
Je weiter weg, umso besser."

Donnerstag, 3. November 2016

"Der" galaktische Stierkampf des letzten Jahrhunderts

Es war eine "der" corridas de toros in Madrid
welche den Spaniern ewig in Erinnerung bleiben.
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von Philip de Málaga


Wir schreiben den 1. Juni 1982. In der grössten plaza de toros von Europa, in Las Ventas fand vor einem No hay billetes eine corrida de toros statt, bei der die matadores de toros Ruiz Miguel, Luis Francisco Espla und José Luis Palomar mit den toros der schon damals populären ganadería Victorino Martín antraten. Man erwartete voller Sehnsucht diese corrida, denn die beliebte ganadería kehrte nach drei Jahren ausencia wieder in das ruedo der spanischen Hauptstadt zurück. 

Und mit welchen toros. Noch heute sind vielen aficionados diese Namen in Erinnerung geblieben, "Pobretón", "Playero", "Mosquetero", "Director", "Gastoso" und "Carcelero". Beeindruckende Exemplare welche von der Tageszeitung ABC als "Que máquinas de embestir!" (Welch Maschinen des Angriffs) betitelt wurden. Und so begegneten 6 toros bravos 6 drei hoch motivierten maestros, welche in Las Ventas  den duende in die tendidos transportierten, zu sechs orejas kamen und zusammen mit dem ganadero auf den Schultern durch die Puerta Grande getragen worden sind. So etwas gibt es in Madrid nicht oft und dieses festejo taurino ging als Corrida del Siglo in die Geschichte der tauromaquia ein.
1. Juni 1982: Drei toreros und der ganadero triumphieren in Madrid.
Noch etwas zeichnete diesen tarde de toros aus. Er wurde nämlich live im staatlichen Fernsehen übertragen mit einer starken Einschaltquote.
Im letzten Beitrag von SfA wurde der populäre Fussballspieler Juan Gomez González "Juanito" vorgestellt. Nicht nur er war ein leidenschaftlicher aficionado de toros, sondern auch andere Kollegen wie Rafael Gordillo. Aber leider konnten sie diese fiesta de los toros nicht verfolgen, weil sie wegen der in Spanien organisierten Fussball-WM zum Training antreten mussten. 

Wenige Tage später wurden die Fussballer von der spanischen Ministerin für Kultur, María Soledad Becerril Bustamante, Marquise von Salvatierra (im Norden der Provinz Álava) und sie fragte die engagierten Sportler, ob sie ihnen einen Gefallen erfüllen könne. Ohne zu zögern baten viele Fussballer, ob man die Corrida del Siglo nicht noch einmal im Fernsehen zeigen könne.

Auch die afición der spanischen Hauptstadt schrie geradezu nach einer Wiederholung. Victorino in Madrid, dass muss man doch gesehen haben. Denn Las Ventas ohne Victorino sei wie das Prado Museum ohne Velazquez oder Paris ohne den Eifelturm. Die toros aus Galapagar (bei Madrid) gehören einfach zu San Isidro.

Die Nachfrage war so gross, dass die Corrida del Siglo ganze drei Mal im spanischen Fernsehen wiederholt worden war. So gab man ihr auch den Namen corrida galáctica, weil sie für so hohe Einschaltquoten sorgte wie eben damals die Verfilmung von "E.T.". 

Mittwoch, 2. November 2016

Juan Gómez González "Juanito"




mit "Juanito"

Auch wenn man es vermuten könnte, bei Juan Gómez González "Juanito" handelt es sich nicht um einen torero, sondern um einen der bekanntesten Fussballer Spaniens. In den zehn Jahren von 1977 bis 1987 spielte dieser  auffallend schnelle Flügelstürmer mit teilweise verblüffender Spielweise 284 Mal für den spanischen Rekordmeister Real Madrid. Dieser Ausnahmefussballer war aber auch ein leidenschaftlicher aficionado de toros und besuchte regelmässig festejos taurinos. In den tendidos war er stets ein gern gesehener wie auch kompetenter Gast. Auch im ruedo probierte er sich. Nach einer corrida benéfica mit vaquillas wurde er von Real Madrid mit einer Sanktion von 300.000 Peseten belegt, weil er seinen sportlichen Körper bei diesem festejo unnötiger Gefahr ausgesetzt hätte und sein Vertrag erlaube nicht, dass er seiner afición als aficionado práctico nachgehe. In Fuengirola 1954 geboren war er auch mit toreros wie dem Hause Galan oder dem maestro Fernando Cámara befreundet. Zu seinem tragischen Tod bei einem Verkehrsunfall im Jahr 1982 veranstaltete sein Geburtsort Fuengirola eine corrida de beneficencia.

Dienstag, 1. November 2016

La Malagueta soll zu einem Mehrzweckzentrum werden




von Philip de Málaga


Die Arena von Málaga soll das ganze Jahr in Betrieb sein

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Wie Don Elías Bendodo von der Diputación de Málaga mitteilte wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, um Entwürfe einzureichen, die La Malagueta, die plaza de toros der südspanischen Metropole in ein "Mehrzweckzentrum zu verwandeln.
Elías Bendodo, verantwortlicher Abgeordnete für die plaza de toros
Gewiss, im Mittelpunkt würden natürlich weiterhin die toros stehen, mit ihren an die fünfzehn espectáculos taurinos. Aber es könne nicht sein, das ein so beeindruckendes Bauwerk, wie dieser coso die restlichen Tage im Jahr leer stehe. Zwar befinden sich im unteren pasillo einige gastronomische Betriebe, ein museo taurino und zwei Mal in der Woche trainieren die alumnos der escuela taurina. Gelegentlich auch Konzerte. Aber das sei zu wenig. Die plaza de toros sollte nutzbarer gestaltet werden. Sie sei Eigentum der Provinzregierung von Màlaga und sollte auch dementsprechend mehr im Dienst für die Provinz Málaga stehen. Genauso wie Las Ventas in Madrid, so soll auch die Malagueta dem Bürger mehr dienen. 
La Malagueta in Málaga
Joaquín Recoba
Die plaza de toros von Málaga wurde von dem damals bekannten Architekten Joaquín Recoba (1844 - 1919) im Jahr 1874 entworfen und 1876 fertiggestellt. Hundert Jahre später, 1976 wurde es zum kunsthistorischen Bauwerk im Neomudéjar-Stil (wie auch die von ihm entworfene Markthalle von Málaga) deklariert, und 1981 zum nationalen Kulturgut (BIC).

Und nun soll dieser coso für die Zukunft so vorbereitet werden, dass er das ganze Jahr über genutzt werden kann. Mehr Grossveranstaltungen, auch im Winter, mehr Gastronomie sowie verschiedene Ausstellungsräume. Für Elias Bendodo ist dieses ein sehr wichtiges un umzusetzendes Projekt geworden. Über das ganze nächste Jahr ist es ausgeschrieben und man erhofft sich interessante Angebote von verschiedenen Architekten. 

Montag, 31. Oktober 2016

Warum weniger Stierkämpfe in den grossen Plazas organisiert werden, als eigentlich sollten





von Philip de Málaga


Warum halten sich einige Veranstalter 

nicht an das Regelwerk?
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Gestern hat SfA Post von Herrn Gärtner aus Galizien erhalten:
"Mit Interesse habe ich die Statistiken gelesen, und bin schon erstaunt, wie allein da Madrid und Las Ventas stehen. Ich dachte bis jetzt, dass zumindest die Plazas der Primer Categoría mindestens 15 Stierkämpfe veranstalten müssen. Das ist wohl nicht der Fall. Habe ich mich da so geirrt?"
Gerne gehen wir darauf ein. 

Unter Bezug der ersten Frage nach der Anzahl der festejos taurinos in der ersten categoría liegt Herr Gärtner vollkommen richtig. In Artikel 23, Absatz 2 des reglamento taurinos ist folgendes festgehalten:
"Es können die plazas der Provinzhauptstädte in der ersten categoría eingestuft werden, welche jährlich mehr als 15 espectáculos taurinos veranstalten, wobei es sich mindestens um 10 corridas de toros handeln muss."
Mit anderen Worten, die plazas de toros der ersten categoría in Spanien sollten also mehr als 15 festejos taurinos anbieten. Darunter mindestens zehn klassische Stierkämpfe mit ausgewachsenen toros, eben jene corridas de toros. Wenn man nun einen Blick auf die Statistiken wirft, stellt man wie Herr Gärtner fest, dass sich nur drei empresas sich an das reglamento halten. Das sind Madrid, Sevilla und Valencia. Bei den restlichen plazas gibt es ein Defizit:
Wie lässt sich so etwas erklären? Grundsätzlich gibt es verschiedene Ansatzpunkt zu dieser Thematik. Zunächst einmal wäre da der politische Druck, wie zum Beispiel im Fall von San Sebastián wo der Bürgermeister des sozialistischen Wahlbündnisses Bildu die festejos taurinos in der plazas de toros Illumbre, trotz fehlender Mehrheit verboten hatte. So wurde auch die Monumental de Barcelona mit dem katalanischen Verbot zuerst auf acht corridas dann auf Null degradiert. 

An nächster Stelle sollte das Interesse der empresarios genannt sein. Solch eine temporada taurina will nicht nur durchführbar, sondern auch finanzierbar sein. Populäre figuras und toros von angesehenen ganaderías müssen in ein finanzielles Verhältnis gebracht werden, damit man die entradas so anbieten kann, dass sich die tendidos auch füllen. Denn ein Ziel einer jeden empresa muss es sein, so viel wie möglich an abonos, also Dauerkarten zu veräussern. Eine plaza, die sich während ihrer feria taurina nicht zu mindestens fünfzig Prozent füllt, wird keine grüne Zahlen aufweisen können. 

Die Entscheidung, welche empresa die temporada taurina ausrichtet trifft in der Regel die diputación der Provinz oder das Rathaus der jeweiligen Stadt. Hier kommt es dann auf das diplomatische Verständnis der Entscheidungsträger an. Und in einigen politischen Kreisen haben sie erkannt, dass man durchaus mehr erreichen kann, wenn man weniger corridas anbietet, aber dafür das Niveau hochschraubt. So zum Beispiel in der La Malagueta. Dort akzeptierte man weniger festejos taurinos  aber die empresa hat die Zahl de espectáculos taurinos anderweitig ausgeglichen. Da wurden zum Beispiel zur Feria von Málaga vier Tage lang ein certamen international de las escuelas taurinas angeboten und der Eintritt war frei. Mehr als 35.000 Personen verfolgten diese festejos. Oder durch zusätzliche clases magistrales, wo Schüler einer escuela taurina mit Anwesenheit eines matadores de toros, welcher die einzelnen Manöver durch ein Mikrophon dem Publikum in den tendidos erklärt. Auch charlotadas mit komisch und klein anmutenden torero-Clowns, die recortadores  oder eine öffentliche desencajonada ergänzen das taurinische Angebot.

Auch mit einem certamen de las escuelas taurinos lassen sich die tendidos füllen.
Hier zum Beispiel im August in der La Malagueta im südspanischen Málaga.
Und in der Tat scheint in den beiden letzten Jahren das Konzept aufgegangen zu sein. Die corridas wurden auffallend mehr besucht, auch von einem jungen Publikum und die intensive Berichterstattung durch die Medien spiegelt ein leicht wieder kommendes Interesse für die toros wieder.