Samstag, 5. Dezember 2015

Die Goldmedaille der Schönen Künste für "El Cordobés"




von Philip de Málaga


Der weltberühmte Torero aus Córdoba wird prämiert
Die Übergabe wurde durch das spanische Königshaus durchgeführt
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Wer kennt ihn nicht? Wer hat diesen Namen noch nicht gehört? "El Cordobés", der torero, welcher der tauromaquia zu ungeahnter Internationalität verhalf. War es zunächst auf dem schriftlichen Weg der amerikanische Autor Ernest Hemingway der die mundo de los toros einem ausländischen Publikum zugänglich machte, als erster torero der von einem Miura-Stier getötete "Manolete", aber den wirklichen Bekanntheitsgrad der mundo taurino verdankt sie "El Cordobés". Er  macht den Stierkampf der Gegenwart in der Welt populär. Sein Stil im ruedo war anders als der seiner Kollegen. Provokativer, oft mit spektakulären Manövern auf Effekthascherei gezielt. Tremendismo sagt man dazu in der Fachsprache taurino. Und als dann im Jahr 1967 das schon legendäre Buch "... oder du wirst Trauer tragen" des Amerikaners Larry Collins und des Franzosen Dominique Lapierre erschien, wurde für zahlreiche nichtspanische Personen nicht nur Interesse entfacht sondern nicht selten auch der Grundstein zur afición gelegt. Keine Frage, "El Cordobés" hat Geschichte geschrieben. Er war ein Botschafter spanischer Kultur und weltweit bekannt.

Nun wurde der matador de toros Manuel Benítez Pérez "El Cordobés" in dieser Woche im Museum der Schönen Künste in der andalusischen Hauptstadt Sevilla mit der medalla de oro de bellas artes ausgezeichnet.
Darüber kann sich "El Cordobés" wirklich nur freuen.
Eigentlich schon ein wenig erstaunlich, dass der maestro aus Palma de Río dermassen lange darauf warten musste. Immerhin gab es schon zahlreiche Filme mit und über ihn, viel wurde über ihn geschrieben und es gab sogar ein Musical mit Tom Jones mit dem Titel "Matador". Der Preisverleihung fand in diesem Jahr auffallend spät statt, obwohl die Gewinner schon im Februar feststanden. "El Cordobés" ist bei den Schönen Künsten der 19. Preisträger aus der mundo de los toros. Die offizielle Erklärung vom Komitee: 
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"Er sei ein spanischer torero von bescheidener Herkunft, der sich zum einem der bekanntesten Vertreter der internationalen tauromaquia entwickelt hatte, und als einer der Ikonen der 60ger Jahre gilt. Geradezu unorthodox sein Unbeweglichkeit vor dem toro und als matador sorgte er steht für Aufsehen aber auch für Kontroversen. Am 29. Oktober 2002 proklamierte ihn das Rathaus von Córdoba zum "Fünften Kalifen". Einen Titel welche er gemeinsam mit Rafael Molino Lagartijo, Guerrita Rafael Guerra, Rafael González Machaquito und Manolete hält.
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Der Preis wurde den Gewinnern und dem torero vom spanischen Königspaar überreicht.
Preisübergabe an "El Cordobés" durch das spanische Königspaar (Foto: mundotoro)
Selbstredend hielt seine Majestät Felipe VI von Spanien dazu auch eine Rede. Hier ein Auszug: 

"Die Übergabe der Goldmedaille für die Verdienste der Schönen Künsten ist eine Zeremonie an welcher die Königen und ich gerne und im Bewusstsein seiner Bedeutung teilnehmen.

Jede kreative, intellektuelle oder kritische Aktivität müssen wir bewusst aufnehmen, die Vielfalt der Ansichten erkennen und dabei die Umrisse der jeweiligen Objekte und Gegenstände in Betracht ziehen. Meint, wir sind zum einen das Objekt als auch das Subjekt der Kultur, in der Zeit wo sie geschaffen wird. So definiert sich uns die Kultur als eine flexible Form, welche sich in jedem Moment kontinuierlich weiter formt, die wir selbst aufbauen, erweitern und entdecken.

Besonders in diesen Zeiten sollten wir besonders auf die vielfältige sich stets ändernde Natur achten, den Wechsel der Kulturen erkennen, denn es hilft uns gegen die Intoleranz und den Fanatismus die uns angreifenden und bedrohenden Gewalt gegen die zivilisierte Gesellschaft zu bekämpfen.

Unsere Kultur, eine starke universelle Berufung und Projektion, hilft, uns in ein Land mit einer globalen Perspektive zu entwickeln, immer bereit, die Vielfalt und die Unterschiede, angefangen bei den eingegangenen Verpflichtungen der Grundsätze und Werte, wo auch immer auf der Welt, letztendlich zu definieren und die Menschheit zu verstehen.

Diese Medaillen sind unser Beispiel dafür, wofür unsere Kultur steht, für die wunderbare Komplexität, welche nach jeder Umsetzung und Fertigstellung eines Kunstwerkes entsteht. Es sind Auszeichnungen für diejenigen, welche sich dafür entschieden haben künstlerische Objekte isoliert darzustellen, und wie ich schon bereits gesagt habe, mit einem Blick auf die Realität, was uns etwas Neues, etwas Anderes offenbart. Ich beziehe mich dabei darauf, unsere Kapazitäten zu erweitern, um die Grenzen unseres Wissens kennen zu lernen.

Die Gewinner, und es sind wahre Schöpfer, werden wahrscheinlich nie daran gedacht haben, dass jenes, was wir als Realität bezeichnen nur der Anfang von dem ist, was wir uns vorstellen können. Eure Arbeit markiert und beleuchtet zweifellos den Weg zur Schaffung und Kreation.

Nun, diejenigen, welche ihrem Beispiel folgen wollen, sollten wissen, das ihre Verdienste, Medaillen und Lorbeeren ein langer Lebensweg von Arbeit, Opfer, Verzicht um im Gegensatz mit einer immensen Befriedung in der Lage zu sein, zu projizieren, um Licht und Schönheit zu teilen. Es ist ohne Frage ein Zeichen, erbgreifbar und kraftvoll, was unser Land erreichen kann.

Darum müssen wir von Eurer Erfahrung und der Fähigkeit dem Unbekannten ohne Angst sich zu nähern, lernen mit der Gewissheit, dass es immer noch Dinge gibt, die entdeckt werden wollen. Unsere Zukunft ist voller solcher Möglichkeiten, wenn das Fundament was wir schaffen fest und solide ist.

Es ist Zeit die letzten Worte zu finden. Noch einmal Danke und herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und erlauben sie mir noch eine Bitte: Unterstützen Sie durch ihre Arbeit und kreatives Genie, Spanien auf dem Weg des Fortschritts, des Optimismus und der Zuversicht zu einem starken Land zu werden, immer stärker wird und zu einer Konsolidierung führt, die über den Problemen steht. Es ist zwar nur ein Land, aber mit vielen Dingen, und es kann keiner leugnen - besonders hier in Sevilla - Spanien ist ein Land der Kunst der Künste. "

Der spanische König gratuliert der Stierkampf für sein Lebenswerk
Ausser der ehemaligen Monarchin Doña Sofía, was als Vegetarierin auch nachvollziehbar ist, steht schon seit Generationen das spanische Königshaus hinter der tauromaquia. Regelmässig besuchen sie corridas und bevorzugen meisten, statt dem palco real, welchen es in einigen plaza de toros gibt, die Plätze an der barrera oder im callejón.

Freitag, 4. Dezember 2015

Photographie: Der Stierkampf im Detail




von Ursula Herzog


Ausstellung über die Photographin Laura Panissier in Südfrankreich
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Südfrankreich ist aktiv. Ich stosse immer wieder auf Ankündigungen von Veranstaltungen, die mit den toros zu tun haben. Auch wenn die antitaurinos drohen, man hat offenbar nicht die Absicht, sich einschüchtern zu lassen.

So wurde am 26. November dieses Jahres in der Bar „Les Taurins D’abord“ in Montpellier die Ausstellung einer französischen Stierkampf-Photographin eröffnet. Sie heisst Laura Panissier, ist 26 Jahre alt und aficionada. Sie ist seit ihrer Kindheit vom Stierkampf fasziniert. Dann kam der Moment, wo sie die Leidenschaft für die Photographie entdeckte. Das Resultat war, dass Laura zu keiner corrida mehr ohne ihre Kamera ging. Sie ist besonders an den Details interessiert  (Bewegungen der Hände, das Halten von muleta und estoque, ein Ausschnitt eines trajes, das Spiel von Licht und Schatten, sol y sombra,...).

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Flohmärkte für die Freunde des Stierkampfs in Frankreich




von Ursula Herzog


In Südfrankreich werden Märkte für die afición organisiert
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Am 6. Dezember dieses Jahres findet in Saintes-Maries-de-la-Mer im Verwaltungsbezirk von Arles bereits zum dritten Mal ein Flohmarkt für aficionados statt. Verkauft wird alles, was mit der tauromaquia in der Camargue und in Spanien zu tun hat. Da dieser Markt schon zum dritten Mal organisiert wird scheint ein bestimmtes Interesse an Artikeln aus der mundo de los toros wohl bestätigt zu sein.


Der Markt findet am nächsten Sonntag von 10:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr am Nachmittag statt. 

Überhaupt gibt es in Südfrankreich an vielen Stellen Weihnachtsmärkte der afición. So auch in Arles selber:

Es wird geben:
  • einen Weihnachtsmarkt mit Büchern und DVDs
  • einen runden Tisch der afición
  • einen Tag der Literatur taurino

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Spanischer Torero wird in München ausgezeichnet




von Philip de Málaga


Der torero Eduardo Dávila Miura wurde in Deutschland prämiert
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Es ist nichts Neues. Es gibt sie auch in Deutschland, die aficionados de toros. Mehr noch, in einigen Ecken haben sie sich zu peñas taurinas vereinigt, wo man sich gemeinsam der mundo de los toros zuwendet. Zum Beispiel in der bayrischen Hauptstadt München. Dort wurde der "Club Taurino de Munich" gegründet. Ein Club in Deutschland der sich dem Stierkampf widmet. Für einige, oder auch mehr, ein eher ungewöhnlicher Gedanke.

Ein torero wird in München ausgezeichnet
Am letzten Wochenende gab es dort allerdings etwas Aussergewöhnliches. Das erste Mal wurde dort ein Auszeichnung für den sector taurino. verliehen. Bei einem eher rustikal bayrischem Gala Dinner vor gut achtzig deutschen aficionados wurde vom Präsidenten des Clubs Moritz Roever in Begleitung von Philipp von Bergmann der spanische matador de toros Eduardo Dávila Miura mit dem ersten Preis des "Löwen von Bayern", dem León de Bavaria ausgezeichnet. Diese erhielt der torero wegen seiner ausserordentlichen Leistung bei der letzten Feria de April in der Real Maestranza de Sevilla bei der corrida de toros der bekannten ganadería Miura.

Aus dem ruedo in Sevilla nach München /Foto: Inma Flores)
Der torero aus der andalusischen Hauptstadt bedankte sich bei den Mitgliedern des Clubs: "Das Besondere das ich hier bei diesem wichtigen Ereignis erlebe ist, Ihr gehört zu den Besten um die spanische fiesta nacional zu erhalten.

Der torero Dávila Miura bei seiner Dankesrede
Hintergrund dieser Preisverleihung ist vor allem, die tauromaquia und ihre Philosophie in Deutschland mehr einzuführen. Ein weiteres Unternehmen, das aufzeigt, dass auch im deutschsprachigen Bereich das Interesse für die mundo de los toros am steigen ist. Und zwar im Vergleich zu den Vorjahren weit aus mehr als vorher. 

Damit gesellt sich der bayrische Club der aficionados mit Standort in München zu den bekannten peñas taurinas in Brüssel, London oder New York., wo schon regelmäßig Besuch aus der mundo taurino empfangen wird.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Nur nicht die Beine bewegen!





von Pedro Romero

Gestern widmete SfA einen Beitrag diesem Ausnahmetorero, welcher 5.500 toros tötete ohne auch nur eine einzige Verletzung davon zu tragen. Als Begründer der tauromaquia, des modernen toreo und der escuela taurina von Ronda hatte dieser erste matador de toros der Geschichte auch einiges zum Thema der toros zu sagen. 

"Wer ein guter lidiador werden will, 
muss von der Taille abwärts denken.
Das toreo wird nicht mit den Beinen ausgeführt 
sondern mit den Händen."

Der matador de toros Juan Belmonte war im letzten Jahrhundert einer der ersten toreros, der wegen seiner kurzen Beine, weglaufen ging für ihn einfach nicht so schnell, diese ruhige Technik des Stehenbleiben wieder erfolgreich einführte und praktizierte.

Der matador de toros Juan Belmonte mit ruhigen Beinen.

Montag, 30. November 2015

5.500 Stiere getötet und keine einzige Verletzung!

Pedro Romero gilt als Mitbegründer der Tauromachie
und wurde nie von einem Stier verwundet ... erzählt man
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von Philip de Málaga



Pedro Romero
Am 19. November 1754 ist der matador de toros Pedro Romero y Martínez in Ronda, in der ProvinzMálaga geboren. Das war nun vor 261 Jahren. Zwar kommt er aus einer Familie taurina, aber mit wenig Bekanntheitsgrad. Seine beiden Brüder José und Antonio wurden ebenfalls zu matadores de toros.


Zunächst begann Pedro Romero als banderillero bis er 1771 seinen ersten novillo in Jerez de la Frontera tötet. Vier Jahre später präsentiert er sich mit Erfolg in Madrid. Es begann eine einzigartige Karriere eines matador de toros  der mit den toreros Costillares und Pepe Hillo als Mitbegründer der tauromaquia zählt. Zwischen diesen Dreien findet sich in der Betitelung ein verbaler Unterschied. Während Costillares und Pepe Hillo als die ersten toreros der Geschichte galten, galt Pedro Romero der erste matador de toros in der mundo de los toros. Seine alternativa hatte er 1778 in der Real Maestranza de Sevilla und sein padrino war Pepe Hillo, zu dem sich im Laufe der Zeit bezüglich Kampfstiele ein ernsthafter Konkurrenzkampf entwickelte.

Von nun an begann für den matador de toros aus Ronda eine einzigartige Karriere. Bei allen wichtigen festejos taurinos und grossen plaza de toros war er erfolgreich vertreten. Am 19. Mai 1785 weihte er die bekannte La Real Maestranza de Ronda ein. 1799 zog er sich als matador de toros zurück. Das Besondere an dieser Zeit war die angebliche Tatsache, dass er in diesem gesamten Zeitraum angeblich an die 5.500 toros getötet hatte ohne nur eine einzige cornada erhalten zu haben. Eine unglaubliche Erkenntnis, 21 Jahre und keine Verletzung. Davon träumt ein jeder torero.

An die 5.500 toros hat er getötet und selbst schwebte nie in Lebensgefahr: Pedro Romero
Er gilt noch heute für die vielen grossen maestros wie Belmonte, Joselito oder Manolete als einer der grossen Vorreiter in Sachen des klassischen toreos. Vor allem auch deswegen weil er die Organisation und Ruhe dem toro gegenüber im ruedo einführte.

Seelenruhig erwartet Pedro Romero den Angriff des Stieres um ihn zu töten.
So zählte er auch zu den ersten toreros welche den toro genau beobachteten, analysierten und dementsprechend seine lidia organisierte. Seine Arbeit konzentrierte darauf das Tier zu dominieren und anschliessend auf den Tod des Stieres und dabei er verzichtete dabei auf künstlerische Ornamente.
Cartel aus dem Jahr 1780  für Puerto de Santa María in Andalusien.
Unten links wird Pedro Romero genannt
Am 10. Februar 1839 verstarb der erste matador de toros von Spanien, Pedro Romero im Alter von 84 Jahren in seinem Geburtsort im andalusischen Ronda.

Sonntag, 29. November 2015

Über 100 Wirtschaftsbereiche profitieren von der Tauromachie




von Philip de Málaga


Zahlreiche Sektoren der Wirtschaft 
verdienen an den Veranstaltungen mit den Stieren
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Wie die Organisation der grossen empresarios von Spanien, ANOET jüngst mitteilte geht der wirtschaftliche Faktor weit über die mundo de los toros hinaus. Mehr als 100 Wirtschaftssektoren würden an den Veranstaltungen von festejos taurinos profitieren. Mit anderen Worten, mit den toros wird reichlich Kapital bewegt.

Im Groben sind es folgende Bereiche mit ihren zahlreichen Untersektoren, welche an der tauromaquia verdienen:
  1. Landwirtschaft, Tierzucht, Forstwirtschaft und Fischerei
  2. Fertigungsindustrie, wie Bekleidung, Grafische Herstellung, Druckereien von Medien etc.
  3. Energiezulieferer
  4. Die Konstruktionsbranche
  5. Gross- wie Einzelhandel im Verkauf von Produkten
  6. Transportwesen und Lager
  7. Unterkünfte und Gastronomie
  8. Informations- und Kommunikationswesen
  9. Versicherungen und andere finanzielle Aktivitäten
  10. Immobiliensektor
  11. Kulturelle Aktivitäten
  12. Andere Servicebereiche, wie Reinigung, Gewerkschaften etc.
  13. Organisatorische extraterratoriale Tätigkeiten
Damit wird ziemlich klar dargestellt, die toros gibt es nicht nur für die toros und toreros. Sie sind ein fester Bestandteil des spanischen Wirtschaftslebens. Die tauromaquia hat sich zu einem florierenden Wirtschaftsfaktor entwickelt, der seinen Teil zum spanischen Bruttoinlandsprodukt beiträgt. SfA hat schon an anderer Stelle davon berichtet. Allein der fünfte Punkt macht es gar öffentlich sichtbar. Man muss nur durch eine Stadt gehen, um zu zu sehen, in wie vielen Geschäften der toro als Werbung, Kultursymbol oder als Artikel präsent ist.

Wer durch spanische Städte schlendert kommt am toro fast immer vorbei
Eine genaue Übersicht von ANOET über die profitierenden Bereiche finden Sie hier. Aufgelistet von la economía del toro (in spanischer Sprache).

Samstag, 28. November 2015

Um ein Torero in der Wirtschaft zu werden





Spanisches Sprichwort


Hier verwenden wir ein spanisches Sprichwort, welches eigentlich der Wirtschaft zugeordnet wird. Wir kennen den toro schon von der Börse her. Dort kennen wir ihn als Bullen. Dort steht er für steigende Kurse weil er mit seinen Hörnern nach oben zeigt. So wird als "Bullenmarkt" eine Börse im Aufwärtstrend bezeichnet.


In Spanien gibt es ein Sprichwort welches einen anderen Bereich anspricht:

 "Um ein torero zu werden 
muss man erst einmal lernen ein toro zu sein!"

Hierbei geht es um den Wettbewerb in der Wirtschaft. In diesem Fall ist der torero ein Unternehmer und der toro seine Konkurrenz. Dabei soll es nicht nur genügen die gegnerischen Mittbewerber zu kennen, sondern auch in sie sich hineinzudenken, ihre Emotionen zu erfahren, mögliche Verhaltensstrukturen zu analysieren und so auch die verwundbaren Punkte aufzuspüren. Er sollte in der Lage sein, sich in die Rolle des anderen Unternehmensführers zu versetzen. Eben lernen, ein toro zu sein. Nur so ist man in der Lage den Markt zu beherrschen, wenn man in der Lage ist den toro zu kontrollieren, die Oberhand behält, weil man ihn besser kennen gelernt hat. 

Lerne mich kennen, dann kannst du auch den Markt dominieren.
Ein Sprichwort, welches vor allem in Familienunternehmen verwendet wird, wo der Familiennachwuchs in den Chefsessel geradezu hineingeboren wird. Von Null auf zum Stierkämpfer, ohne Erfahrung. Und hier ist es als Chefsache angesagt, erst einmal dass Wissen, das Feingefühl, das innere Kennenlernen über die Konkurrenz den zukünftigen Bossen der Wirtschaft mit auf den Weg zu geben.

Freitag, 27. November 2015

Mallorca: Ein Dorf richtet sich gegen das Verbot der Stiere




von Philip de Málaga


Das Dorf Fornalutx will seine Tradition nicht aufgeben
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Da will man am 15. Dezember diesen Jahres beginnen die tauromaquia auf allen Baleareninseln zu verbieten, doch schon ertönen die ersten Stimmen dagegen. Die 700 Seelengemeinde Fornalutx im Nordwesten von Mallorca hat sehr wohl etwas dagegen seine jährliche Tradition ihres festejos populares aufzugeben. Für die meisten Bewohner ist das correbous, welches Mitte September veranstaltet wird der jährliche Höhepunkt ihrer Gemeinschaft. Und genau dieses soll nun ab dem nächsten Jahr verboten sein.


Dabei wird extra für dieses festejo von der Gemeinde ein toro gekauft. Dieser wird an ein Seil befestigt und durch die Gassen und Strassen des Dorfes getrieben. Die Menschen können sich davor oder dahinter aufhalten.


Der Bürgermeister Don Antonio Aguiló will an diesem correbous festhalten: "Es sei ein sehr alte Tradition, die wir auf jeden Fall verteidigen wollen!". Und eine alte Tradition ist es auf jeden Fall. Denn schon seit 1885 gibt es jenes encierro wo ein Stier durchs Dorf getrieben wird. Ursprünglich hat die Bevölkerung einmal im Jahr das Geld gesammelt um sich einen toro leisten zu können. Nach dem Fest wurde der toro getötet und das Fleisch unter den Spendern aufgeteilt. Für viele war es das einzige Mal im Jahr wo sie ein ordentliches Stück Fleisch zu Essen bekamen. So entstand eigentlich dieses Fest als fester Bestandteil der Gemeinde und entwickelte sich zu einer mittlerweile 130-jährigen Tradition.


Natürlich wollten auch hier einige antitaurinos die Festlichkeiten stören, welches aber von der Polizei unterbunden und die Störenfriede abgeführt worden sind.

Ein schwarzer Ball soll den Stier ersetzen.
Antitaurinos hatten sich als Ersatz etwas anderes einfallen lassen, nämlich den toro durch einen zwei Meter grossen Plastikball zu ersetzen. Doch die Bevölkerung sieht das mit dem runden Ball ganz anders. "So ein Ball wäre einfach unmöglich," meint der Bürgermeister dazu. "Er würde unserem festejos den ganzen Sinn nehmen. Wir erinnern uns an die Zeiten, wie die Dorfbewohner einmal im Jahr so an ihr Fleisch kamen." Auch das Organisationskomitee sieht es ähnlich. "Eine fiesta de toro ohne toro würde keinen Sinn ergeben."

Ob sich die Gemeinde gegen das drohende Verbot wehren kann wird die Zeit zeigen.

Donnerstag, 26. November 2015

75 Prozent interessieren sich nicht für die Stiere, aber nur ein Drittel will sie auch verbieten




von Philip de Málaga


Ein wenig Zahlen, Daten und Fakten:
Die jüngste Telefonumfrage spricht der afición 22,4 Prozent zu
und 64,5 Prozent wollen die corridas nicht verbieten.
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Es stehen Wahlen in Spanien an und da will man natürlich wissen, wie es in den einzelnen Bereichen steht. Das trifft selbstredend auch für die tauromaquia zu, besonders jetzt, wo die temporada taurina zu Ende gegangen ist. Dazu hat das Meinungsforschungsinstitut Simple Lógica Investigación eine Telefonumfrage bei 1.022 Personen ab 18 Jahren durchgeführt.

Nun ist es mit den Statistiken so wie mit dem halbvollen Glas Wasser, man kann es so oder so bewerten. Je nach Interessenvertretung. Sie selbst geben eine mögliche Fehlermarge von knapp vier Prozent an. Leider wird nicht angegeben, in welchen Gegenden wurde sie durchgeführt. Vorwiegend in Städten oder auch bei der Landbevölkerung. Bei der Umfrage wurden die Angerufenen mit lediglich drei Fragen konfrontiert:

1.) Interessieren Sie sich viel, normal oder gar nicht für die corrida de toros?


Die erste Erkenntnis dieser Umfrage ist wohl jene, zum einen erinnert es einen an die Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2007 und zum anderen dass sich 75 Prozent der Spanier nicht für die corrida de toros interessieren. Wohlgemerkt. Hier ist die Rede von den corridas de toros, nicht der mundo de die toros, den toreros, den ganaderías oder gar den festejos populares wie encierros oder capeas. Für Insider ein etwas ungewöhnliches Ergebnis, da vor allem das mediale Interesse in den beiden letzten Jahren auffallend stark war. 

Auf der anderen Seite bekennen sich 22,4 Prozent zu den corrida de toros und besuchen diese auch. Knappe zehn Prozent bezeichnen sich als richtige Vollblut aficionado de toros. Sei bemerkt, viele besuchen die toros, verfügen aber nicht selten auch nicht über das entsprechende Wissen. 

2.) Nennen Sie uns ihre derzeit drei bevorzugten toreros in entsprechender Reihenfolge.


Eine solche Liste zu bewerten ist natürlich eine rein subjektive Angelegenheit. Das der matador de toros El Juli oben steht, hat er zum einen seinen Leistungen im ruedo zu verdanken, seiner Medienpräsenz und seinem unermüdlichen Einsatz für die mundo de los toros. Zum maestro José Tomás muss mal wohl keine Worte verlieren. Für einige scheint die Positionierung von Francisco Rivera "Paquiri" etwas erstaunlich zu sein. Da hat wohl die rosa Presse einiges dazu beigetragen.

Bei diesem Ergebnis im Allgemeinen sollte man auf jeden Fall bedenken, das 75 Prozent der Befragten sich nicht für die Stiere interessieren und sich dementsprechend auch kaum in der el mundo de los toros auskennen werden. Na ja, und die Antworten der antitaurinos sind diesbezüglich sowieso zur Wertlosigkeit verdammt.

3.) Sind Sie gegen ein Verbot, einer abolición der corridas de toros?

Ein erstaunliches Ergebnis, dass die erste Frage in neuem Licht erscheinen lässt.


Und genau hier reflektiert sich etwas, was SfA schon öfters geschrieben hat. Nur weil einer sich nicht für die toros interessiert, bedeutet das noch lange nicht, dass er auch für ein Verbot steht. Also in dieser Umfrage interessieren sich 75 Prozent nicht für die toros aber nur 35,5 % tendieren für ein Verbot der "wohlgemerkt" corridas de toros. Andersrum formuliert, 64,5 Prozent sprechen sich gegen ein Verbot aus.

Im Grunde genommen kann man es dritteln. Ein Drittel will die corridas de toros verbieten, ein weiteres nicht und dem letzen ist es egal. Mit anderen Worten, eine Mehrheit für eine abolición de los toros gibt es in Spanien nicht! Nur in Katalonien sind es mehr als 50 Prozent. Alle anderen Regionen pendeln zwischen 18 und 39 Prozent. 

Den grössten Zuspruch finden die corridas de toros in den Regionen:

51,4 % in Valencia (mit 29,1 % aficionados)
50,7 % in Kastilien und León (mit 33,3 % aficionados)
40,5 % in Andalusien (mit 29,1 % aficionados)
34,3 % in Madrid (mit 25,5 % aficionados)

Eine kurze Anmerkung:

Wenn man einen genaueren Blick auf diese Umfragewerte wirft erkennt man, dass das Konzept der empresarios bezüglich der ferias taurinas aufgegangen ist. Man hat die Anzahl der festejos reduziert, die Qualität versucht zu verbessern, die Preise zu senken und mehr im Umfeld tätig zu sein. Das heisst, nicht nur die corrida im Zentrum der tauromaquia zu präsentieren, sondern auch darstellen, dass eben zur mundo de los toros noch viel mehr gehört als nur der toro und torero im ruedo einer plaza de toros. Mehr noch, die tauromaquia ist Teil des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Spanien.

Und natürlich die wichtigste Erkenntnis, gerichtet vor allem an den sector antitaurino, auch wenn die Mehrheit sich für die toros nicht interessiert, bedeutet es noch lange nicht, dass sie alle auch ein Verbot oder politische Einmischung fordern.

Nebenbei bemerkt, was die 22,4 Prozent afición anbetrifft, welche in vielen Regionen weitaus höher liegt, fast jede politische Partei würde sich über 20 bis 30 Prozentpunkte freuen.
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Quellennachweis:






Mittwoch, 25. November 2015

Wie Stierkampfgegner Menschen zum Stierkampf bringen

Der Beitrag Wie ein Foto mich dazu brachte über die Stiere zu schreiben löste eine kleine Welle an Reaktionen aus. Nicht von den antitaurinos, sondern andere Personen bestätigten SfA, dass sie eigentlich auch erst richtig durch die Tierschützer, bzw. antitaurinisch geprägten Medien zum Stierkampf kamen und sogar aficionados geworden sind. Dazu gibt es einige Einträge im Gästebuch. Hier einige Mails, welche uns diese Tage erreichten:





von SfA-Lesern


von Christian A. aus Heidelberg

"Diesen Beitrag fand ich sehr interessant, weil ich mich auch ein wenig damit identifizieren kann. Wir waren vor vielen Jahren in Granada. Es war Juli und sie feierten ihr jährliches Volksfest. Von Stierkämpfen hatten wir keine Ahnung, wussten nur, dass dort in einer Stierkampfarena von Toreros Stiere getötet werden.

In der Hotelrezeption sahen wir ein Plakat, welches Stierkämpfe ankündigte. Wir betrachteten es uns und überlegen gleichzeitig, ob wir einen besuchen wollen. Falls es uns nicht gefällt, könnten wir ja jederzeit gehen. Ein anderes deutsches Paar beobachte uns dabei, hörte auch zu, und schliesslich begannen sie uns zu kritisieren, wie wir denn ein so grausames Spektakel unterstützen könnten. Der Ton wurde im wilder und schliesslich wurden wir beschimpf, diese Tierquälerei zu fördern. 

Darüber waren wir so erbost, dass wir erst recht beschlossen, einen Stierkampf zu besuchen. Aber wir hatten keinen blassen Schimmer was uns erwartet. Also gingen wir hin, kauften Eintrittskarten im Schatten, denn es war ein warmer Tag. Die Arena war fast voll und die Stimmung faszinierte uns. Zwar kapierte wir garnierst, was die mit dem Stier machten, aber uns gefielen die lauten Olés, die Musik und die Begeisterung im Publikum. Das Gefühl von Tierquälerei kam nicht richtig bei mir auf.

Zurück in Deutschland kaufte ich mir erst einmal zwei Bücher, "Tod am Nachmittag" von Hemingway und "Stierkampf in Wort und Bild" von Georg Hensel. Ein Jahr später schenkte mir ein Freund "... oder du wirst Trauer tragen" von Lapierre und Collins und von nun an besuchten wir immer, wenn wir in Spanien waren und es möglich war einen Stierkampf. Mittlerweile haben wir sieben Stierkämpfe gesehen und es hat uns jedes Mal mehr gefallen.

Den Lanzenreiter finden wir gar nicht zu schlimm, wir finden es nur nicht gut, wenn der Torero so lange braucht, um den Stier zu töten.

Um es kurz zu fassen, hätte in dem Hotel in Granada das deutsche Paar uns nicht so beschimpft und gegen den Stierkampf gewettert, wir hätten wahrscheinlich nie einen zu Gesicht bekommen. Nun gehen wir immer wenn es sich ergibt."

Ferdinand v. B. aus Gummersbach

"Ich bin ein richtiger Aficionado geworden. Und auch bei mir war der Auslöser einer meiner guten Freunde. Er schimpfte dermassen über die Toros, dass ich beschloss als ich in Nimes war mir eine Corrida de toros anzuschauen. Da hatte hatte es mich sofort gepackt. Aber Freunde sind wir immer noch."

von Gertrud B. aus Mannheim

"Es ist schon eine Zeit her. Viele Jahre zurück. Wir waren in Marbella an der Costa del Sol. Am Hafen Puerto Banus wurde an einem Nachmittag ein Stierkampf veranstaltet. Wir standen vor der Arena am Vormittag, es war dort ein Flohmarkt, und kamen mit anderen deutschen ins Gespräch. Eigentlich ganz nett. Bis wir zum Thema Stierkampf kamen. Da änderte sich deren Tonfall und sie verkündeten, dass dieser bald sowieso abgeschafft werde. Als wir dann meinten, wäre doch nicht schlecht sich mal einen anzuschauen um mitreden zu können, wurden sie sogar zu uns richtig unfreundlich. Und das war ein Grund mehr für mich, am nachmittag den Stierkampf zu besuchen. Die Arena war nur halbvoll und ich verstand auch überhaupt nicht was dort geschah, und habe mich eigentlich auch eher gelangweilt. Den Effekt der Quälerei fand ich nicht so ausgeprägt. 

Gut, ist nicht meine Sache, aber ich bin auch nicht dagegen. Es ist eine spanische Tradition, und so sollen auch die Spanier entscheiden, wie sie mit dem Thema umgehen.

Vor ein paar Wochen empfiehl mir ein Freund diese Webseite Stierkampf für Alle. Und um ehrlich zu sein, mir gefällt was ich hier lese, und mal sehen, vielleicht reicht es ja dazu aus, dass ich mir einen zweiten schaue."

von Rolf N. aus Limburg

"Ich war mit meiner Familie vor vier Jahren in Málaga vor der Plaza de toros. Dort fand gerade ein Stierkampf statt. Wir hatten überhaupt nicht vor uns diesen anzuschauen. Denn die deutschen Medien berichten ja fast nur negativ über den Stierkampf. Grausam, brutal, umeuropäisch usw. Doch wir stellten fest, dass der Eintritt frei war und so wagten wir uns in dieses Abenteuer. Wir, das waren meine Frau und meine zwei Kinder, 15 und 17 Jahre. Die Arena war fast voll und wir mussten auf den Rang um Plätze zu bekommen. Und kaum sassen wir waren wir irgendwie von der Stimmung beeindruckt. Es waren sehr junge Toreros die dort antraten und es gefiel uns deren Mut, wie sie sich vor den Stier knieten oder sich ihm gefährlich nah näherten. Ein Torero wurde auch erwischt und wurde wohl ins Krankenhaus gebracht. Wir fanden den Stierkampf spannend, aufregend und besuchten drei Tage später noch einen. Dafür mussten wir aber zahlen. Allerdings waren die Stiere dort viel grösser und gefährlicher. Auch die Toreros älter und wirkten erfahrender. Und nun, immer wenn ich in  Spanien gehe ich zu Stierkämpfen."

Dienstag, 24. November 2015

Die Konsequenzen Torero zu sein…..

Wenn toreros verletzt werden ...
Etwas worüber viele nicht Bescheid wissen, 
es sei denn der torero befindet sich in Lebensgefahr.
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von Ursula Herzog

Der matador de toros José María Manzanares wird sich in den  nächsten Tagen einer Notoperation an der Wirbelsäule unterziehen müssen. Er wurde auf Grund der starken Schmerzen im „Hospital Sagrado Corazón" in Sevilla untersucht. Dort wurde von Dr. Trujillo ein Verschleiss der Bandscheiben verbunden mit einem Vorfall zweier Bandscheiben festgestellt, was die Schmerzen im linken Bein verursacht. Manzanares hatte einen Unfall im August in Almería und seit damals war er gezwungen, Infiltrationen in die Wirbelsäule vornehmen zulassen, um den Rest der temporada taurina durchhalten zu können. Die Wiederherstellung wird 45-50 Tage dauern. Daher hat er seine Kontrakte in Lateinamerika abgesagt..

Die Wirbelsäule dürfte ein altes Problem von Manzanares sein. Ich erinnere mich daran, dass er bei den Las Fallas in Valencia vor ein paar Jahren auch durch Wirbelsäulenprobleme gehandicapt war.


Hier ein Beispiel von zehn operativen Eingriffen bei der Linken Hand von Manzanares.
(Fotos: EL MUNDO)
Der matador de toros Miguel Abellán hatte am 11. November in der Clínica Quirón in der spanischen Hauptstadt Madrid eine sechsstündige Operation im Bauchraum. Der Grund war eine Verletzung. Man hat die Harnblase wiederhergestellt, die Harnröhre ersetzt und die Hohlvene (Vena cava) von der Beckenschlagader (Arteria iliaca) getrennt. Es war eine sehr komplizierte Operation. Die Wiederherstellung wird lange dauern.

Sowohl Manzanares als auch Abellán haben schon einiges hinter sich. Ich erinnere mich an etwa ein Dutzend Operationen an der linken Hand von Manzanares vor einigen Jahren und an die furchtbare Verletzung am Mund, die Abellán 2011 in San Isidro erlitt.

Das Schlimme bei diesen beiden Fällen ist, dass solche Operationen Spuren hinterlassen. Eine cornada im Muskel muss keine Langzeitschäden mit sich bringen. Bei Operationen an der Wirbelsäule oder bei Harnröhre und Blase ist zu fürchten, dass Dauerschäden entstehen, die Jahre später das Leben schwierig machen.
Manzanares empfängt einen toro auf den Knien in San Sebastián
(Foto: Juan Herrero, EFE)
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Anmerkung von SfA:

Die chirurgischen Eingriffe der beiden maestros wurden in fast allen wichtigen Medien Spaniens erwähnt. Das zeigt auf, welches Interesse auch für diese Thematik auf der Iberischen Halbinsel besteht.