Sonntag, 10. April 2016

Baja California lehnt Verbot von Stierkämpfen ab




von Philip de Málaga


Der nördliche Bundestaat von México sagt "Ja" zu den Stierkämpfen
______________________________________________________________

Am vergangenen Freitag, den 8. April 2016 lehnte der Kongress des nordmexikanischen Bundesstaates Baja California mit seinen knapp neun Millionen Einwohnern jegliche Aktivitäten für eine prohibición de los toros, also ein Verbot aller festejos taurinos ab. Das Ergebnis fiel eindeutig wie mehrheitlich aus und somit positioniert sich die mexikanische Legislative hinter der mundo de los toros. Damit werden die antitaurinischen Anträge auf Null gesetzt, und diese müssen ihre Kampagnen wieder von vorne beginnen. Was bedeutet, dass vorerst eine Initiative der antitaurinos erneut viel Zeit in Anspruch nehmen wird.


Das eigentlich erstaunliche bei dieser Abstimmung ist, dass die Anträge auf ein Verbot der toros in Baja California von Europa aus gesteuert worden sind.  Vor allem aus den Niederlanden. Denn in der Tat versuchte man einige Abgeordnete davon zu überzeugen, ein Verbot der tauromaquia mit zu unterstützen. Denn in México gibt es auf politischer Ebene kaum aktive antitaurinos und wenn, dann sind sie der Partei der Grünen zugeordnet. Und auch in México, wenn's in den Regierungen um die toros geht, ist es meistens ein handelt es sich in erster Linie um oppositionelle Aktivitäten, und hat wenig mit dem eigentlichen Tierschutz gemein.

Im Kongress von Baja California stiess die Einmischung aus Europa nicht gerade
auf Begeisterung. (Foto: mundotoro)
Um aber dem Thema Pro und Contra ein Ende zu setzen, ist man nun bestrebt, die toros in Baja California zum regionalen Kulturerbe zu deklarieren. Damit würde man die fiesta endgültig mit einem Schutz zur Aufhebung versehen. Im Zweifelsfall würde man sich auch nicht scheuen den Weg über den obersten Gerichtshof zu gehen.

Tijuana, die viertgrösste plaza de toros der Welt
Wie dem auch immer sei. Jetzt wird erst einmal das Abstimmungsergebnis gefeiert und heute findet im coso von Tijuana, der immerhin viertgrössten plaza de toros der Welt, mit einem aforo für 22.000 Zuschauer, ein festejo mixto statt, bei dem der mexikanische maestro Zotoluco seine vorerst letzte corrida de toros bestreiten wird. Begleitet wird er von dem spanischen rejoneador Pablo Hermosa de Mendoza und dem mexikanischen matador de toros José Mauricio.

Heute in Baja California: Pablo Hermosa de Mendoza, Zotoluco und José Mauricio

Samstag, 9. April 2016

Wenn die Eleganz eines Toreros von innen kommt





mit Saúl Jiménez Fortes



Der matador de toros Saúl Jiménez Fortes aus Málaga hatte am letzten Montag seinen Auftritt in der Real Maestranza de Sevilla. Bei strömendem Regen war nicht allzu viel möglich, trotzdem sah der maestro, der mit einem silencio und einer ovación die plaza verliess, es positiv.

(Foto: Maurice Berho, mundotoro)
"Naja, es war nicht unbedingt das, wozu ich gekommen war. Aber mit dem Tag, so wie er verlief, mit der corrida und den ganzen Umständen, bin ich eigentlich zufrieden. Und es freute mich zu sehen, wie das Publikum meine Arbeit bewerten konnte, so gut ich sie tun konnte."

"Ich weiss dass es mit ein wenig mehr Autorität besser um an Verträge zu kommen. Aber ich bin ein torero, um die Empfindungen zu erleben von dem "Sein" vor einem Tier. Sei es in Sevilla oder in einem anderen coso."
________________________________________________________

"Um bis hierher zu kommen steckt viel Arbeit, 
was die meisten Menschen nicht wissen. 
Aber  sicher ist, das Beste wird noch kommen."
________________________________________________________

"Ich versuche mich ständig weiter zu entwickeln, und genau das ist es, was mir viel bedeutet. Zum Beispiel konnte ich so gar nicht meine ersten festejos geniessen - Vistalegre und Valencia -. Aber in Málaga und Sevilla konnte ich schon an ein paar Momenten erfreuen. Bleibt also, mein bestes Niveau zu erreichen, das Ziel, welches wir toreros vom campo alle haben."

"Ich hoffe dass es mir wieder gelingt zu überraschen. Es wird in diesem Jahr grosse tardes geben , denn mit dem toreo wächst man, denn die Reife kommt mit dem Fortschritt auf dem Weg. Dieses suche ich vorzugsweise, als Triumphe ohne Inhalte, welche mir nichts bedeuten."

Freitag, 8. April 2016

Über die Eleganz eines Antitaurinos




von Julián López (mundotoro)


Am letzten Sonntag sprang in Las Ventas von Madrid mal wieder ein antitaurino "unter Einsatz seines Lebens" in ein ruedo ohne toro um gegen die Welt der Stiere zu protestieren. Ausser die corrida für ein paar wenige Minuten zu verzögern, das Publikum mit dem Antlitz seiner eleganten wie künstlerischen Darstellung zu verzaubern, fragt man sich, was wohl dieser politisch engagierte Gentleman in der plaza de toros erreichen wollte. Was es auch immer war, überzeugen konnte er nicht . . . vielleicht ein Lächeln in den tendidos.

Donnerstag, 7. April 2016

Medizinisches Institut für Stierkämpfer




von Philip de Málaga


Erste auf Toreros spezialisierte Krankenklinik der Welt vorgestellt 
_____________________________________________________________

Das ist eine Weltpremiere. In Sevilla wurde die Gründung eines Medizinischen Institutes für toreros (Instituto Sevilla de Medicina Taurina, kurz IMST) angekündigt. So wurde am vergangenen Dienstag im  Hospital Viamed Santa Ángela de la Cruz von dem Chefchirurgen der Real Maestranza de Sevilla Dr. Octavio Mulet, dem Direktor der Klinik Dr. Manuel Lopez Otero und dem Direktor der Viamed Gruppe Dr. Antonio Solans dieses neue Projekt aus der mundo de los toros vorgestellt. 


Die Zielsetzung ist klar vorgegeben. Es soll ein Service angeboten werden, der sich in erster Linie an den professionellen Bereich der tauromaquia wendet. Das Angebot soll auf die toreros und deren speziellen Bedürfnisse zugeschnitten werden, welches fünfzehn chirurgische und medizinische Bereiche abdeckt, und den Einsatz von Experten verlangt. 

Dabei konzentriert sich das IMST auf zwei Ebenen: In erster Linie geht es darum, den bei einem festejo taurino verletzten toreros die bestmögliche und effektivste Behandlung so zeitgemäss wie nötig zukommen zu lassen. Seien es grosse cornadas oder nur kleine Verwundungen, man will auf so viel wie mögliche Fälle vorbereitet sein. Die zweite Ebene beschäftigt sich damit, vorbeugende Massnahmen in die Wege zu leiten. Genauso wie im Sport, sollten die Ärzte und Chirurgen ihre Patienten bestens kennen. Dazu sollen unter anderem von den toreros Patienten-Akten (carta de salud del torero) erstellt werden, welche deren gesundheitlichen Zustand so komplett wie möglich erfasst, um während der medizinischen Massnahmen die besten Alternativen wählen zu können.

Dr. Octavio Mulet (links) beo der Präsentation des Projektes am letzten Dienstag
Dr. Octavio Mulet bringt es auf einen Nenner: "Es gehe darum, eine Gesundheitsfürsorge für die toreros bereitzustellen, mit Blick auf ihre Bedürfnisse, einschliesslich der vorbeugenden Massnahmen, die sofortigen Einsätze bei Notfällen wie bei cornadas und Rehabilitationen bis hin zur vollkommenen Genesung."

In dieser Form ist es das erste Projekt in der mundo de los toros. Und mit der Viamed-Gruppe verfügt die Idee über einen guten wie kompetenten Ansprechpartner, welcher in Spanien über neun Kliniken und sechs medizinische Einrichtungen verfügt. Derzeit sind zwölf Spezialisten in das Projekt mit integriert.

Mittwoch, 6. April 2016

Ganapanes - über die, die ihr Brot verdienen

Nicht immer wurden die toros von Maultüren aus der Plaza gezogen
___________________________________________________________________







von Philip de Málaga


Wer einen Blick auf den Titel wirft wird sich sicherlich denken, nun, dass muss doch eigentlich alle in der mundo de los toros betreffen. Bei den toreros angefangen, über die Angestellten der plaza de toros bis hin zur ganadería. Jeder arbeitet um seinen Unterhalt zu verdienen. Dass er dabei seiner afición nachgehen kann, steht auf einem anderen Papier. Und trotzdem gab es eine Gruppe von Leuten in der tauromaquia, welche speziell als ganapanes betitelt worden sind.

Laut der Real Academia Española ist ein ganapán ein Mensch, der etwas Besorgtes oder ein Paket von einem Punkt zum anderen transportiert. In anderen Nachschlagewerken finden wir die Erklärung eines Gelegenheitsarbeiters, eines Grobians, kurz eines Menschen, der eine Tätigkeit aufgetragen bekommt, welche er nicht erst erlernen muss.

Wir kennen es alle. Der matador de toros bringt seine erfolgreiche estocada hinter sich, der toro sinkt zu Boden und stirbt. Dann kommen die mulilleros mit ihren mulillas in das ruedo, befestigen den toten toro am Geschirr der mulillas und ziehen das tote Tier aus dem ruedo. Das war nicht immer so. Denn bis zum Jahr 1623 wurde die getöteten toros von Menschen, eben den ganapanes, aus dem ruedo gezogen.

Karl I, Ana María von Spanien und König Felipe IV
Das änderte sich erst am 25. März 1623 im Rahmen einer politischen Handlung. Der damalige britische Kronprinz Karl I (1600 - 1649) reiste mit 23 Jahren und dem engsten Berater seines Vaters George Villiers, 1. Duke of Buckingham (1592 - 1628) im Februar 1623 in die iberische Hauptstadt Madrid, um seine zukünftige Braut Ana María von Spanien (1606 - 1646) in Augenschein zu nehmen und gleich den entsprechenden Ehevertrag abzuschliessen.  Doch die spanische Regierung unter dem jungen Monarchen König Felipe IV (1605 - 1665) verlangte die Konversion des Prinzen zum Katholizismus. Dies war für England in jeder Hinsicht inakzeptabel.

1623: Toros in Madrid (Juan de la Corte)
Eine der ersten Darstellungen von mulillas
(Francisco Goya y Lucientes, 1793)
So kam es zwar nicht zu neuen politischen Vereinigungen zwischen dem britischen Imperium und Spanien, aber zu einer Erneuerung in der mundo taurino. Anlässlich des Besuches aus England veranstaltet Felipe IV auf dem Plaza Mayor eine festejo taurino. Seine spanische Majestät war begeistert von dem was er zu sehen bekam. Es gefiel ihm und er galt als ein anspruchsvoller aficionado.Vor allem, wie die jungen adeligen Reiter die toros mit den Lanzen bekämpften. Und noch etwas war besonders an diesem tarde de toros. Es war der letzte Einsatz der ganapanes in der geschichte der tauromaquia.

Kommen wir wieder zurück zu den Übersetzungen von ganapán. Grundlegend sind sie alle ähnlich. Gemeint wird eine anspruchslose Beschäftigung, wo eine gewisse Kraft von Nöten ist, um sich das Geld für das tägliche Leben zu verdienen. Aber an einer anderen Stelle findet sich die Übersetzung "Packesel". Womit wir beim Tier wären. Und genau hier schlägt sich die Brücke zu den mulillas. Die ganapanes werden zu mulilleros befördert, und am 25. März 1623 kommen in einem festejo taurino das erste Mal in der Geschichte die mulillas zum Einsatz, um die toros aus der plaza de toros zu ziehen. Mit anderen Worten, man hat den ganapanes ein entsprechendes Werkzeug, kräftige Gehilfen zur Seite gestellt, auch um damit die Arbeit schneller zu erledigen.

In diesem Monat vor 393 Jahren kamen also die ersten mulillas bei den toros zum Einsatz.

Dienstag, 5. April 2016

Versteigerung für die Wohltätigkeit





von Ursula Herzog
und Philip de Málaga


Versteigerung in Sevilla für die Drogenhilfe
_____________________________________________________________

In der andalusischen Hauptstadt Sevilla, findet am nächsten Donnerstag den 7. April 2016 im Vier-Sterne-Hotel Gran Meliá Colón, wo die mundo de los toros stets präsent und zu Gast ist, eine Versteigerung von Werken der tauromaquia zu Gunsten der Organisation für die Drogenhilfe PROYECTO HOMBRE SEVILLA C.E.S. statt. Gefördert und organisiert wird diese Benefiz-Versteigerung von der Fundation Cajasol


Noch in diesen Tagen kann man sich die zu ersteigernde Kunstobjekte im Sala Murillo de la Fundation Cajasol in Sevilla anschauen und begutachten. Versteigert werden 155 Objekte darunter auch vier capotes, jeweils der maestros Miguel Ángel Perera, Manolo Cortés, Juan Antonio Ruiz "Espartaco" und von Julián López "El Juli".

Die Mindestgebote beginnen bei 80 Euro bis 10.000 Euro. Und wieder einmal setzt sich die mundo de los toros indirekt dafür ein seinen Mitmenschen zu helfen. Und es zeigt parallel in seiner Vielfältigkeit auf wie die Kultur und die Kunst mit der tauromaquia verbunden sind.

Hier sehen Sie eine kleine Auswahl aus dem Angebot. Den kompletten Katalog finden Sie hier.

Tauromaquia (Francisco de Goya y Lucientes) Mindestgebot: 400 €
Aplauso I und II (MP & MP Rosado) Mindestgebot: je 750 €
Requiebro (Salvador Viniera Lasso de la Vega) Mindestgebot: 10.000 €
Señora con mantilla (Fernando Botero) Mindestgebot: 8.000€
Toros y Rejoneo (José María Chaves Ortiz) Mindestgebot: Paar: 10.000 €
Encierro (Joaquín Lora Sangrán)  Mindestgebot: 800 €
Paseillo (Teresa Osta Fort) Mindestgebot: 1.750 €
Garrochista (Triana, Anfang19. Jh.) Mindestgebot: 1.800 €
Minotauro. Los cinco sentidos (Carlos Montaño) Mindestgebot: 3.000 €
La Tierra (Rodrigo Tavera) Mindestgebot: 400 €
Ohne Titel (Antonio Sosa) Mindestgebot: 8.000 €

Montag, 4. April 2016

Stierkampf auf Mallorca verschoben




von Philip de Málaga


Wegen Regenfälle wurde der Stierkampf in Muro suspendiert
______________________________________________________________

Wie SfA schon im Januar berichtete (Mallorca, jetzt erst recht!), sollte es trotz Verbot auf Mallorca am 2. April noch einen Stierkampf in der Gemeinde Muro geben. Die starken Regenfälle am Vortag jedoch versetzten den Boden des ruedos in der plaza de toros in einen aufgeweichten Zustand. So entschied die empresa, das festival taurino auf den 7. April zu verschieben.

Zu viel Wasser im ruedo.
Geplant war eine corrida mit dem ehemaligen Lokalmatador und empresario von diesem festejo taurino José Barceló Alomar "Campilla".  Ebenfalls auf dem cartel der rejoneador Juan Manuel Munera, die matadores de toros Victor Mendes, Serafin Marín, Damaso González hijo und der novillero Gabriel Pericás. Die beiden angekündigten maestros Juan José Padilla und "El Soro" sind nicht mehr auf dem cartel.

Mit dieser Veranstaltung wollte sich die afición auf den Balearen noch einmal präsentieren, obwohl es eher einem letzten Aufbäumen gegen die abolición de los toros gleicht. Auch wenn es der torero aus Mallorca nicht wahr haben will: "Ich fühle mich sehr schlecht und kann nicht zulassen, dass sie uns eine so schöne Kultur wie die toros einfach wegnehmen". Die toros werden sehr bald auf den Balearen der Vergangenheit angehören. Einfach aus den Gründen, weil das Interesse an festejos taurinos  zu bescheiden ist, die Lobby zu schwach, die politischen Agitatoren das Sagen haben und die Tradition der toros nicht ausgeprägt genug ist um sich zu halten. 

Sonntag, 3. April 2016

Betender Torero in Deutschland




von Philip de Málaga


Das Konzert "La oración del torero" im Norden Deutschlands
______________________________________________________________

Der SfA Beitrag Ein Gebet für den Torero vor ein paar Wochen, fand relativ grossen Anklang. Dabei ging es auch um das 1926 in Madrid entstandene Werk "La oración del torero" (Das Gebet des Toreros) von dem sevillanischen Komponisten Joaquín Turina (1882 bis 1949). Eine musikalische Interpretation des Kontrastes zwischen dem in sich gekehrten matador de toros im inneren einer stillen capilla einer plaza de toros und ausserhalb die Tumulte der wartenden Menschenmassen in den tendidos vor der beginnenden corrida de toros

Die Alexanderkirche in Wildeshausen
Nun hat man in Deutschland drei Mal die Möglichkeit dieses taurinische Musikerlebnis life zu erleben. Unter der Leitung von Marc Froncoux präsentiert das Oldenburger Kammerorchester "La oración del torero" im Rahmen seines Frühjahrskonzerts 2016. 

Das Oldenburger Kammerorchester
Zusätzlich sind Werke von MozartBach und Tschaikowsky zu hören. Der Eintritt beträgt 15 Euro. Kinder unter zwölf Jahre frei. Es handelt sich dabei um eine Benefizveranstaltung für den Orgelförderverein.

Hier die Termine:
  • Freitag den 8. April 2016 um 20:00 Uhr in der Alexanderkirche in Wildeshausen
  • Samstag den 9. April 2016 um 17:00 Uhr in der Friedenskirche von Oldenburg
  • Sonntag den 10. April 2016 um 11:00 Uhr in der Kulturscheune des Schlosses Lütetsburg bei Norden
__________________________________________________

Siehe auch:

Ein Gebet für den ToreroSfA Reportage vom 28. Februar 2016
Oldenburger Kammerorchester, Offizielle Webpräsenz
Alexanderkirche in Wildeshausen, offizielle Webpräsenz
Friedenskirche in Oldenburg, Offizielle Webpräsenz
Schlosspark Lütetsburg, offizielle Webpräsenz

Samstag, 2. April 2016

Die Tauromachie, ein sehr rentabler Sektor!




von Philip de Málaga


Der Stierkampf bewegt 1,6 Milliarden Euro
____________________________________________________________

Wie gestern in der konservativen Tageszeitung ABC veröffentlicht worden ist, verbirgt sich hinter der tauromaquia eine profitable Kulturindustrie. Das sei einfach nur eine unbestreitbare Tatsache, ob wir nun aficionados seien oder nicht, so schreibt Andres Amores, dass die tauromaquia ihre Werte in drei Gruppen vereint: Ökologisch, kulturell und wirtschaftlich gesehen. Ob man nun eine plaza de toros besucht oder nicht, die Realität kann man nicht leugnen, dass das espectáculo taurino das letzte Glied in einem Prozess ist, in welchem verschiedene berufliche Aktivitäten zusammen finden. Trotzdem neigen die antitaurinos dazu zu behaupten, das die mundo de los toros ein sterbender wirtschaftlicher Sektor sei, welchen man nur wegen der staatlichen Subventionen halten könne.


Um diesem wirtschaftlichen Durcheinander an Behauptungen auf den Grund zu gehen, hat die Organisation der Veranstalter von festejos taurinos, ANOET, an der Universität der Extremadura   eine Studie in Auftrag gegeben, um hier klare Fakten zu schaffen. So entstand unter der Leitung des Professors für Wirtschaftstheorie, Don Juan Medina, eine Studie mit dem Titel "Die toros in Spanien, von grosser wirtschaftlicher Bedeutung mit minimalen Subventionen!".


Bei der Untersuchung und Analyse wurde hervorgehoben, dass alle zusammengetragenen Daten ausschliesslich aus offiziellen Quellen stammen, um die Wahrhaftigkeit dieser Studie zu unterstreichen. Die Angaben beziehen sich alle auf das Jahr 2013, aber man kann davon ausgehen, dass die Zahlen für die folgenden zwei Jahre mit steigender Tendenz im wirtschaftlichen Sektor zu bewerten sind, und die staatlichen Subventionen deutlich geringer ausfallen.

Ebenfalls konnte bewiesen werden, dass die Aussage von Alfred Bosch, dem Sprecher der Partei Esquerra Republicana,  dass die toros mit 570 Millionen Euro subventioniert werden, einfach nicht der Wahrheit entspricht.

Hier ein kleiner Auszug aus dieser Studie:

  1. Allgemeiner Staatshaushalt: Es gibt nur einen Posten im Ministerium von Kultur in Höhe von 30.000 Euro (als nationale Prämie gekennzeichnet) welches dem sector taurino zugute kommt. Das entspräche 0,01 % des Kulturhaushaltes. Im Vergleich dazu, die Filmindustrie erhält 1,8 mal mehr, hat aber nur drei Mal weniger Einahmen.
  2. Die autonomen Regionen: Nur 4 der 17 spanischen unabhängigen Regionen (Andalusien, Madrid, Valencia und Aragon) unterstützen die tauromaquia.  Insgesamt belangen die Ausgaben 0,3 % des kulturellen Budgets.
  3. Die Rathäuser: Sie veranschlagten 0,3 % ihres Kulturbudgets, 22.116.278 Euro für die toros. In 83 % für festejos populares, für Ortschaften, welche über eine entsprechende Tradition verfügen. Das organisieren auch gemeinden, welche von allen Parteien wie die BILDU, IU regiert werden. Es gibt also hier keine politischen Ausnahmen.
  4. Die Kreistage: Von den 41 Kreistagen in Spanien unterstützen die toros 11 Kreistage. Insgesamt bringen sie 2,8 % des Kulturbudget auf. Ein grosser Teil dieser Investitionen wird jedoch durch Einahmen von sector taurino wieder ausgeglichen, wie zum Beispiel die Miete einer plaza de toros.
  5. Mehrwertsteuer: Festejos taurinos generieren eine Mehrwertsteuer in Höhe von 43 Millionen Euro! Kein anderer kultureller Bereich generiert eine dermassen hohe Summe.
  6. Wirtschaftliche Auswirkungen: Die tauromaquia bewegt 1,6 Milliarden Euro.
  7. Arbeitsmarkt: Pro Jahr werden 200.000 Stellen benötigt. Darunter 57.000 Festeinstellungen. Entspricht 1,16 % des spanischen Arbeitsmarktes.
  8. Sozialbeiträge des professionellen Marktes: 12.130.751 Euro. Addiert man dieses zu der Mehrwertsteuer kommt man auf eine staatliche Einnahme von 56 Millionen Euro.
  9. Europäische Union: Corrida de toros werden nicht subventioniert! Jedoch erhalten die landwirtschaftlichen betriebe wie Rinderfarmen Agrarhilfen. 
  10. Zuschauer: Die festejos taurinos verzeichneten 25 Millionen Besucher. Mehr als das Doppelt wie Kino oder Theaterbesucher.
  11. Jährliche Steuereinnahmen: 208.877.623 Euro. Damit führt die tauromaquia alle kulturellen Veranstaltungen an. 
  12. Angereiste Besucher: Die Besucher von Ausserhalb der Gemeinde, gaben während der festejos taurinos 361.130.848 Euro aus. Hauptsächlich profitierten davon die Hotels, die Gastbetriebe und die Transportunternehmen.
  13. Die Volksfeste: Während der ferias werden in einer Stadt durchschnittlich 5,8 Millionen Euro generiert.
Aus einigen dieser Punkte kann man klare Rückschlüsse ziehen. Es sind die corridas welche mit ihren Einnahmen die Kosten der öffentlichen Verwaltung decken und nicht umgekehrt. Es sei doch recht beeindruckend zu beobachten, so Andres Amores, welchen wirtschaftlichen Fußabdruck die tauromaquia fast ohne öffentliche Unterstützung, hinterlasse. Eine ohne Frage bemerkenswerte Ausnahme in der spanischen Kulturszene. Die toros seien ein wunderbares Beispiel für die Gesellschaft und den Staat, wie man mit Kultur rentabel sein kann.

Andres Amores (Foto: Vocento)
Das sind Tatsachen, Fakten die vom antitaurinismo nicht geleugnet werden können. Alles stimmt überein. Die toros sind kein sterbendes verlusteinbringendes Spektakel, welches gar öffentliche Gelder kostet, sondern ein rentabler Kultursektor. Auch die Bedeutung des toro bravo für das campo bravo ist weitgehend anerkannt. Den Gegnern gehen die Argumente aus. Und so endet der Autor Andres Amores: "Gerade in Zeiten der Krise, wäre es selbstmörderisch, diesen so lebendigen Sektor zu zerlegen. Und dies alles fügt sich undiskutierbar in ein Gebilde ökologischer und kultureller Werte ein "

Freitag, 1. April 2016

Dem Stier die Schuld zu geben, macht die Sache zu einfach!





von Peter O. aus Marbella


Gehen wir in der letzten Zeit zu gnädig mit den Toreros um?
__________________________________________________________________

Schon seit 1980 verfolge ich zahlreiche corridas in Andalusien. Und wehleidig denke ich an diese Zeit zurück. Was waren das noch für richtige authentische tarde de toros! Voller Emotionen, voller Spannung, eben ein richtiges Abenteuer noch vor dem Abendessen. Der Tod am Nachmittag. Eine Begegnung zwischen zwei Lebewesen, welche mit dem Tod endet. Zwischen Mensch und Tier. Zwischen einem torero und einem richtigen toro bravo

Der toro bravo ist keine Milchkuh zum Streicheln. Sondern ein Lebewesen mit Sinnesorganen und einem erlernten Instinkt, welches dazu gezüchtet wird, in einer plaza de toros vor bezahlendem Publikum das erste Mal einem Menschen zu Fuss zu begegnen um dann anzugreifen. Um sich zu verteidigen. Obwohl es ihm gar nicht bewusst ist, dass es den Tod überhaupt gibt, verteidigt er sich. Und er hat alles Recht der Welt dazu.

Wenn ein torero sich in das ruedo begibt, dann kennt er die Gefahr. Und wie toreros selbst gerne verkünden, sie haben unheimlichen Respekt vor den Stieren. Und es ist mehr als nur gerechtfertigt, dass sie diesen Respekt auch zeigen. Denn schliesslich ist es das Publikum, welches zahlt. Deren Lebensunterhalt finanziert. Es sind die Leute in den Rängen, die ein Recht darauf haben, diesem Schauspiel beiwohnen. Wie bei einem Schauspiel muss der Schauspieler sein Bestes geben. Und zwar immer. Und wenn jemand den Beruf eines toreros wählt, dann muss er dieses auch mit allen seinen Konsequenzen tun, so wie es der matador aus Málaga, Saúl Jiménez Fortes im letzten Jahr nach seiner bei tödlichen cornada verkündete. Und so sollte es auch sein.
Der matador de toros Saúl Jiménez Fortes stellt sich der Gefahr (Foto: mundotoro)
Und da denke ich wieder an die alten Tage zurück. Was wurden da die toreros für ihre miserablen Leistungen ausgepfiffen. Mit Sitzkissen und Bierdosen beworfen, weil sie sich nicht mutig genug den toros stellten. Das Publikum war manchmal so empört, dass die toreros mit Polizeieskorte, der Guardia Civil in Sicherheit gebracht werden mussten.

Heute ist die schlimmste Strafe die ein torero erhält, wenn das Publikum schweigt. Und dann, weil man so fachkundig ist, die Schuld liege ja beim Stier.  Er sei zu schwach, würde nicht angreifen und überhaupt hätte im ruedo nichts zu suchen. Und die ganz Schlauen sagen das schon im Vorfeld. Diese corrida tauge nichts, weil die toros von einer schlechten Zucht kämen.

Ich frage mich, ist das wirklich gerechtfertigt? Es sind doch teilweise professionelle matadores de toros, keine  beruflichen Schlachtermeister. Ein torero hat sich für mich jedem Tier zu stellen.  Konnte man doch gerade bei SfA von den riesengrossen Stieren lesen, dem hatten sich die toreros zu stellen. Es ist doch wie bei einer Jagd. Da kann der Jäger auch nicht einfach sagen, jetzt will ich nicht mehr, das Tier ist mir zu gefährlich, zu unberechenbar oder läuft immer weg. Wenn ein torero nicht den kompletten Mut aufbringt, darf er sich nicht wundern wenn er vom Publikum dafür abgestraft wird. Denn immerhin verdient er mit den Zuschauern sein Geld.

Natürlich gibt es auch toreros die ihr Handwerk beherrschen, wie Enrique Ponce. Wie oft hat das Publikum bei ihm verlangt, dass der toro ausgetauscht werden soll, weil er zu schwach war. Und gerade dann hat Ponce allen das Gegenteil bewiesen und mit dem Stier so gearbeitet, dass er sogar noch mit einem oreja vielleicht auch mit zwei belohnt worden ist. Das ist ein wahrer, ein guter torero, der sein Handwerk rundum beherrscht.

Der maestro Enrique Ponce, einer der ganz grossen figuras. (Foto: mundotoro)
Das Publikum, besonders die Fans von bestimmten toreros, sollten den matador keine Freibriefe für das ruedo ausstellen. Denn eins sollte die Branche nicht vergessen. Ohne die zahlenden Zuschauer würde es keine tauromaquia mehr geben und somit keine toros. Alles wird, vielseitiger und besser, wie auch im Sport und anderen Bereichen. Da bildet der Stierkampf keine Ausnahme.

Donnerstag, 31. März 2016

Auch die Sozialisten werben mit Stierkampf




von Philip de Málaga


Im andalusischen Cádiz wirbt der Landkreis mit Toreros
_____________________________________________________________

Versuchen die Sozialisten ihren neutrale Position zum Stierkampf aufzugeben?, fragte SfA im Februar diesen Jahres. Zwar scheint die Gruppe um Pedro Sánchez, dem Spitzenkandidat der PSOE, eine Grundidee über die Handhabung mit der tauromaquia  im Gedächtnis zu schweben, aber ob sie dabei auch an jene Provinzen gedacht haben, wo die mundo de los toros zum Alltag, zum allgemeinen Leben, überhaupt ein Leben ohne toros nicht vorstellbar ist, sei mal dahingestellt. Zum Beispiel betrifft dieses grosse Teile der südlichen Region Andalusien.

Gehen wir nach Cádiz.  Diese autonome andalusische Region mit 1,3 Millionen Einwohnern, welche sich Gaditanos nennen, kann schon lange auf eine Kultur der toros zurückgreifen. Sehr lange. Denn es war der römische Imperator Gaius Julius Caesar, um 45.v. Chr. schon vom Pferde aus lernte, mit der Lanze die toros zu bekämpfen. Sozusagen der erste bekannte rejoneador


Und in jenem Landstrich mit taurinischen historisch bekannten Traditionen, hat der Kreistag von Cádiz  unter anderem die mundo de los toros dazu verwendet, die Region nicht nur mit seinem Land und den Werten darzustellen, sondern auch um die menschlichen Potenziale aufzuzeigen. Mit dem Titel "Soy de Cádiz" (Ich bin aus Cádiz) wurde eine Kampagne gestartet, mit der sich bekannte Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Journalismus offen mit ihrer Region bekennen. Neben den Stars Niña Pastori, Alejandro Sanz, Manolo Sanlúcar, Sara Baras, José Merci findet sich auch der populäre matador de toros Juan José Padilla, welcher nach seiner schweren cornada am Auge, auch als Pirat bekannt geworden ist. In der Zone selbst ist er als der "Wirbelsturm aus Jerez" bekannt.


Die von den Sozialisten initiierte Kampagne stiess auf vehemente Kritik des ganz linken Lagers, der Gruppe Podemos. Ein torero habe in dieser Kampagne nichts zu suchen. Sein Auftritt wäre schändlich für die Provinz. Das toreo sei einer der brutalsten Formen an Tierquälerei, heisst es. Und es sei eine Schande, dass der Kreistag für diese Touristenwerbung das Leiden und den Tod der Tiere einbringt. Ein Beispiel für ranzige und entmenschlichende Werte, welche in der heutigen Gesellschaft weiterhin überleben.
Juan José Padilla
"Ich bin Gaditano und ich habe meinen Traum erfüllt: matador de toros zu sein.
Kämpfe, dass du deins erreichen kannst. Man kann es schaffen."
Ich bin aus Cádiz
Die Meinung einer kleinen Opposition. Auch die konservative PP steht hier in der Opposition, aber nicht hinter der Meinung von Podemos. Wieder ein Beispiel wie das kulturelle Thema der toros politisiert wird. Als dramatischen Zündstoff für die Unmenschlichkeit will man es in den Vordergrund bringen. Und dieses ausgerechnet in einer der Regionen, die von den toros lebt. Zahlreiche toreros wie bekannte rejoneadores kommen von dort, im Landesinneren finden sich zahlreiche ganaderías und bekannte plaza de toros wie zum Beispiel die in Puerto de Santa María. Im Mai sind die corridas in Jerez de la Frontera schon alle ausverkauft. Wie kann man da sagen, dass sich hier keiner damit identifiziert? Und wenn man schon auf der politischen Ebene denkt, Gibt es denn in Cádiz nichts wichtigeres zu tun, als an einer abolición de los toros zu denken?

Mittwoch, 30. März 2016

Madrid: Ein Gemüsegarten in der Stierkampfarena

Während des spanischen Bürgerkrieges
wurde Las Ventas anderweitig genutzt
___________________________________________________________________







von Philip de Málaga


Wie vielseitig eine plaza de toros verwendet werden kann ist weitgehend bekannt. Sei es als Arena für Sportveranstaltungen wie Tennis oder Basketball, für Konzerte und Theateraufführungen, für Gourmet-Festivals, oder sonstige Handelsmessen, aber als Gemüsegarten?

Die grösste plaza de toros in Europa: Las Ventas in Madrid für 24.000 Zuschauer
In der Tat, fand für einen gewissen Zeitraum, in der wichtigsten und grössten plaza de toros von Europa, in Las Ventas von Madrid, am 22. Juli 1936 die vorerst letzte novillada statt. Denn nur vier Tage vorher begann auf der Iberischen Halbinsel der Spanische Bürgerkrieg (1936 bis 1939). Der Volksaufstand verwandelte für die nächsten drei Jahre das ruedo in einen sechzig Meter grossen Gemüsegarten, wo vor allem Tomaten, Kartoffeln und Salate angebaut worden sind.

In dem Satiremagazin "Ramper" schrieb man im Mai 1939, von nun an müssten die toreros, welche in Las Ventas triumphieren die "puerta al ruedo". Eine Anspielung auf die Ehrenrunde, der vuelta al ruedo.
Wenn das ruedo zum Gemüsegarten wird. (Foto: ABC)
Ebenfalls wurde der coso dazu verwendet, während des Bürgerkrieges Waffen, Munition und Sprengstoffe zu lagern, da man sie in diesem Gebäude gut beobachten und bewachen konnte.

Mit dem Ende des Bürgerkrieges kehrten am 24. Mai 1939 die toros wieder nach Las Ventas zurück. Mit einem cartel was sich zeigen lassen konnte, traten unter anderem die maestros Marcial Lalanda, Vicente Barrera, Domingo Ortega und Pepe Bienvenida an. 

Dienstag, 29. März 2016

Werbespot: Morante in Sevilla 2016




von Philip de Málaga



Es fixiert sich alles auf ihn. Er, der Künstler-Torero unter den Künstlern.
Wenn die "Arte" schon vor der corrida beginnt!
Ein Prolog taurino . . .
_______________________________________________________________

Schon seit längerem haben einige toreros begonnen zu erkennen, dass die arte del toreo, die arte de lidiar, die Kunst der mundo de los toros in ihrer Gesamtheit der tauromaquia zu repräsentieren, nicht eben erst dann beginnt, wenn der paso doble die cuadrillas mit ihren maestros zum paseillo auffordert oder der toro das ruedo betritt, nein, diese Kunst will in seiner Gesamtheit begriffen und ergriffen werden. Der Prolog trägt seine ersten Früchte der Innbeschlagnahme der taurinisch gesinnten Gedankenströme schon weit vor dem festejo taurino. Sei es in den Medien, auf den carteles oder digitalen Filmspuren, das Ziel ist es, die Herzen der aficionados schon vorher in Wallung zu bringen, den Rhythmus des Schlages zu hören, die Luft anzuhalten, über all das, was man in der plaza demnächst zu sehen, und in den tendidos zu fühlen bekommen könnte. Die Inspiration wird zu einer Vision, einer spürbaren Momentaufnahme, was noch gar nicht statt gefunden hat.

Montag, 28. März 2016

Und wieder landet der Stierkampf auf der Titelseite




von Philip de Málaga


Erneut findet sich der torero Morante de la Puebla 
auf der Titelseite in Sevilla wieder
_____________________________________________________________

Die andalusische Hauptstadt Sevilla ist nicht nur einfach eine capital taurina, sondern für die afición a los toros die Metropole, das Wimbledon in Sachen tauromaquia. Die Feria de Abril ist ein Ort, eine Zeit, ein Treffen, wo sich alles was Rand und Namen in der mundo de los toros hat, ein Stell-Dich-ein gibt. Aber nicht nur taurinos,  auch Politiker, Wirtschaftsbosse, das Königshaus, bekannte Stars aus Film und Theater, Berühmtheiten aus dem Showgeschäft, jeder lässt sich dort blicken. Die plaza de toros, La Real Maestranza de Sevilla nach eine corrida durch das Puerta del Príncipe verlassen zu können, ist mit einer der höchsten Ehren und Triumphe, welche einem torero zu Teil werden können. Kein Wunder, dass dieses Ereignis auch für die Medienwelt nicht unbedeutend ist.

Schon im Februar landeten die toros von Sevilla auf der Titelseite der konservativen Tageszeitung ABC. Und nun kurz vor Beginn der feria taurina von Sevilla, gestern am Ostersonntag, legt ABC nach, und wie schon im Februar steht der Lokalmatador Morante de la Puebla im Mittelpunkt auf dieser Seite.


An der Pforte zu Real Maestranza steht der maestro Morante de la Puebla und blickt nach oben. Denn hoch will er hinaus. In diesem Jahr will er Sevilla genau das geben, wozu er zwei Jahre nicht in der Lage war. Und genau das erwartet die andalusische Hauptstadt von ihm. Ein Grund, warum er in diesem Jahr erneut auf der Titelseite der 60.000 auflagestarken sevillanischen Ausgabe von ABC ganzseitig zu sehen ist.

Vuelve Morante - Morante kommt zurück.