von Colin Ernst
Über die merkwürdigen Anforderungen eines Rathauses
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Schon zum Jahresende 2013 wurden Ausschreibungen veröffentlicht, für diverse
plazas de toros. Die Verträge mit dem alten
empresarios liefen aus, oder wurden nicht erfüllt, seitens des Selben, was zur Kündigung führte, wie in
Zaragoza geschehen. Dort wurde der Betreiber der
plaza rausgeklagt, weil er die Forderungen und Zahlungen an das Rathauses nicht geleistet hatte.
Eine der
plazas die nun zur Ausschreibung anstehen ist die
plaza von
El Puerto de Santa María (Südandalusien). Der vormalige
empresario hat sie arg vernachlässigt. Als ich diese, im letzten Winter, nach dreijährigem, vergeblichen Besuchen endlich offen vorfand, war das Entsetzen groß. Die
puerta grande, schön mit Stierköpfen geschmückt, war noch der beste Eindruck, dieser
plaza, die schon alle Größen des
toreo gesehen hat. Das
Rondel, war grün von Gras und Unkraut. Der Sand über dem
toros und
toreros der Geschichte Blut vergossen hatten, überwuchert von Grünzeug –
Una pena, eine Peinlichkeit, das Wort dafür!. Das
museo taurino – ein Witz. Drei verlauste ungepflegte Stierköpfe und ein paar
carteles und Erklärungen zur Geschichte, das war es. Der Besuch war gratis, daher habe ich nicht schlecht über diesen Besuch berichtet. Aber es war klar ersichtlich, das hier nur übergepinselt wurde, nichts wurde wirklich in Ordnung gebracht. Der Rost frisst, die Farbe blättert und der
empresario hat auf Jahre nichts an dem Zustand geändert. Nach ernsthafter Aufforderung im letzten Jahr hat er der
plaza ein wenig Make-Up verpasst, das war es. Nun steht die
plaza offen für neue
empresarios, die sich an ihr bereichern – so scheint es. Wer aber die Forderungen des Rathauses an den
empresario durchrechnet, kommt hier zu einem anderen Ergebnis. Schon in den vergangenen Jahren hatte ich mich mit Freunden,
aficionados aus
El Puerto, über die Situation unterhalten, keiner war glücklich über das Trauerspiel um den
coso puerturense.
Carmelo Garcia, der
empresario der
plaza von
Sanlúcar de Barrameda,
Tarifa und
Utrera, welche er mit seinem alten Freund und
banderillerokollegen
Antonio Caba betreibt, wollte sich auch um die
plaza in
El Puerto bemühen. Er hat hart gearbeitet, um der Stadt ein angemessenes Angebot zu machen… Angesichts der Forderungen der Stadt, wird er keine Bewerbung abgeben. Ausschreibung: Fast ein jährlich Gebühr von 20.000€:
Canon anual variable porcentaje de taquilla, un 3 por ciento de los ingresos brutos susceptibles de mejorar al alza (este apartado supone 45 puntos sobre 100 a la hora de la puntuación): 120.000€. (Jährliche Beteiligung an den Einnahmen der Kasse, variabel)
Obras de Mejora (Inversión total 40.000€) Repercusión anual: 10.000 € )(Verschönerungsarbeiten – eine Summe, mit der man bei dem Zustand der Plaza nicht auskommt)
Inversión total Museo, sala exposiciones, tienda… Repercusión Anual: 8.000 € (Geld für das Museum, Ausstellungssäle und Geschäfte, auch hier ist der Zustand das Problem)
Impuesto IBI anual del inmueble: 30.000 € (Mehrwertsteuer und ähnlichen Abgaben)
Luz y Agua. Cláusula 14ª Pliego (Plaza abierta 360 días al año) Anual: 38.000 € (Strom und Wasser für ein Jahr, recht teuer...)
Mantenimiento anual inmueble con las indicaciones del pliego: 30.000 € (Instandhaltung)
Impuestos y Arbitrios actuales. IAE, licencias, etc. Cláusula 14ª Pliego: 40.000 € (en este apartado en la Cláusula 14ª también dice “y los que se puedan crear durante la Vigencia del contrato). (Steuern und Abgaben)
Personal Contrato anual para las Visitas, Seguridad, Limpieza: 40.000 € (Wenig für das Personal, welches zu Feriazeiten mit zehn Mal mehr Personal rechnen muss.)
Obligación contratación Ingeniero y Periodista con experiencia en Plaza de Andalucía. Cláusula 16ª apartado 11, gasto anual: 45.000 € ( Bezahlung von einem Ingenieur und einem Journalisten, also für zwei Leute, während die Bezahlung für das restliche Personal, noch darunter liegt.)
TOTAL:
381.000 .-€ pro Jahr, bei einem Vertrag über vier Jahre. Die
plaza verfügt über ca. 12.000 Sitzplätze, der
abono kostete zwischen 850.- € und 450.-€, die Einzelkarten liegen bei ca.
160 und 60 Euro für die
corridas,
novilladas und
rejoneo sind günstiger… Fast
400.000 Euro und noch ist kein
cartel geschrieben, keine
ganadería in den
corrales und noch keine Werbung gemacht!. Und dies alles angesichts der bescheidenen Lage in der sich nicht nur der
mundo taurino von
El Puerto befindet sondern die ganze Stadt.
Cádiz und
Jerez sind die Metropolen, und
El Puerto ist nicht in der Lage, diesen, Besucher abzutrotzen. Als eine der größten
plazas der Region müsste sie eigentlich triumphieren. An den
carteles kann es nicht liegen,
figuras und führende
ganaderías sind präsent gewesen.
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Nur knapp 90.000 Einwohner aber eine plaza de toros für 12.687 Zuschauer.
Und fast alle grossen figuras sind dort angetreten. |
Alles in Allem, braucht diese
plaza eine Bluttransfusion. Blutgruppe TTA –
Toros,
Toreros y Afición um wieder auf zu leben. Die absurde Forderung des
Ayuntamiento, besonders in diversen Posten wie Renovierung Beschäftigung und Nebenkosten, aber kein Etat für Werbung, usw. Die Stadt begründete die Kritik ihrer Forderungen, seitens der
empresarios, als Strategie von
Simon Casas, der sich angeblich auch diese
plaza einverleiben möchte, und so den Preis drücken will. Als Manager einer
plaza sind diese Forderungen inakzeptabel, die Herren wollen ja verdienen, sind kein wohltätiger Verein. Und die Stadt fordert nur… was gibt sie, um ein Spektakel zu organisieren…?
Für
Carmelo Garcia sind die Forderungen schlicht zu hoch,
Simon Casas empört sich, das er sogar Strom und Wasser der
plaza zu bezahlen hätte und erklärt dass er gar nicht daran dächte, die
plaza zu managen.
Wo aber liegt die Lösung? Selbst die sozialistische Partei von
El Puerto, die
PSOE, empfindet die Forderungen als weltfremd. Wenn alle so denken, sollte das Paket noch einmal überdacht werden, oder eine Ausschreibung ohne diese Bedingungen stattfinden, so kann jeder
empresario seine Ideen präsentieren. Ein Manager vom Kaliber
Simon Casas wäre nicht das Schlechteste, er hat Geld und Background. Aber ich wünsche mir einen
empresarios wie
Carmelo Garcia für
El Puerto, einen Mann, von dem ich weiß, das er sein letztes Hemd für die
plaza gibt und über klare Ideen für eine
corrida und das Erhalten und Gestalten einer
plaza verfügt und im
mundo taurino bekannt und geachtet ist. Da er weder
toreros managet, noch mit einer bestimmten
ganadería „verheiratet“ ist, ist er frei von allen Einflüssen und könnte sich als Glücksgriff für
El Puerto erweisen, denn er ist in dieser schönen Ecke von Andalusien aufgewachsen und kennt die Menschen dort, was für mich ein Pluspunkt ist. Ich bin gespannt, wie das Spiel ausgeht und wünsche meinen Freunden in
El Puerto, den
aficionados, das der
coso endlich wieder den Platz einnimmt, der dieser
plaza gebührt.