Dienstag, 12. August 2014

Stierkämpfe in Málaga



Jetzt geht sie los, die feria taurina der südspanischen Metropole Málaga. Und schon über 7.000 Dauerkarten sind verkauft. Kein Wunder, der beste matador de toros José Tomás tritt in einem mano a mano gegen den besten rejoneador Pablo Hermoso de Mendoza an. Ein regelrechtes Endspiel, ein Wettbewerb zwischen toreo a pie und rejoneo. Wenn die Besten der Besten sich dieser Konfrontation stellen, ist es durchaus wahrscheinlich zu verstehen, wo dort der Unterschied liegt. Wer ist mutiger, wer versteht den toro besser, wer beweist besseres Feingefühl und schliesslich stellt sich die Frage wo sieht das toreo, egal ob a pie oder beritten einfach stilistischer aus. Mut, Respekt, Kunstfertigkeit und Eleganz, das sind die Fragen deren Antworten wir am  Samstag den 23. August in Málaga erfahren werden.

Bis zu 48 Stunden haben die Leute gewartet um an entradas zu kommen.
Wer aber einen Blick auf das cartel wirft, wird auch andere hoch attraktive Veranstaltungen vorfinden. Die maestros Enrique Ponce, der Boheme Morante de la Puebla, der neue unter den valienten Iván Fandiño oder auch El Fandi mit den banderillas, den Franzosen Sebastián Castella und die Klassiker El Juli, Alejandro Talevante und José María Manzanares. Eine feria die sich lohnt. Eine feria die mit zahlreichen vollen plaza de toros rechnen kann.


Viva la feria de Málaga!



Montag, 11. August 2014

Wenn Parteien nicht ehrlich sind

Das sozialistische Wahlbündnis aus dem Baskenland 
kann wohl mit Wahrheit nicht umgehen
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von Philip de Málaga



Wenn wir Deutschsprachigen das Wort BILDU in den Mund nehmen denken wir zunächst an Bildung. Und Bildung hat eben auch etwas mit der Vermittlung von Wahrheit zu tun. Bei dieser BILDU jedoch handelt es sich um ein sozialistisches Wahlbündnis aus dem Baskenland, bei der unter anderem Kandidaten die Kandidatur untersagt worden ist, weil sie Mitglieder der mittlerweile verbotenen Partei Batasuna vom obersten Gerichtshof untersagt worden ist. Trotzdem ist es der BILDU gelungen in gewissen Gemeinden einige Posten zu erlangen. 


So zum Beispiel stellen sie den Bürgermeister Juan Carlos Izagirre Hortelano von San Sebastián. auf um gegen die toros mobil zu machen. Eine Stadt mit knapp 190.000 Einwohnern und einer plaza de toros mit einem coso von immerhin 10.300 Zuschauern. Und aus rein politischer Laune hat sich der Minderheitsbürgermeister dazu entschlossen die corridas de toros zu verbieten. Obwohl die komplette Opposition von 75 Prozent sich dagegen aussprach konnte er es durchsetzen. Es den Katalanen nachzumachen. Aber in Katalonien konnte man es ja noch nachvollziehen. Oder besser gesagt nachzählen, denn dort stimmten immerhin, wenn auch nur knapp, die Mehrheitsverhältnisse gegen die toros. Doch hier in San Sebastián? Wie auch immer, hier soll es keine toros mehr geben. Ein teurer Spass der Stadt, denn nun fehlen die Pachteinnahmen, an die ungefähr 150.000 € und so lächerliche Schachturniere in dem ruedo von Illumbre, decken noch lange nicht die Kosten. Und das Argument, es gäbe keine taurinische Tradition in diesem Ort entspricht nicht der Wahrheit: Schon 1851 übten dort die toreros ihr Handwerk aus.

Kommen wir zurück zum Thema. Also in San Sebastián soll es keine corridas mehr geben. Keine toros, keine novillos und auch keine erales. Und jetzt kann man in verschiedenen Medien lesen, das die verantwortliche Person in Sachen Kultur, Nerea Txapartegi verkündet hat, das in dieser Semana Grande seit Dienstag mit blauen und weissen Fackeln toros durch die Strassen gejagt werden.  Und am gran encierro am Samstag werden dreissig Stiere mit fackelnden Hörnern zum Finale getrieben.

Verehrte Leser, haben Sie schon je einmal zwei Fackeln in unmittelbarer Nähe ihrer Augen und brennenden Haaren und Augenbrauen mehrere Kilometer durch die Strassen getragen. Ich frage sie persönlich, wo liegt da die Würde, wo liegt da die Eleganz und die letzte Frage, wo liegt da der Respekt?

Die BILDU hat mal wieder perfekt spanische politische Aktivitäten bewiesen. Doppelte Moral kann man besser nicht darstellen. Sie haben damit geworben, dass Tiere, in diesem Falle die toros nicht zum Vergnügen der Bevölkerung leiden dürfen. Doch hier werden qualvolle Methoden respektiert und legal erlaubt. Und die klassische corrida de toros, wo die die toros in allen ihren Elementen geliebt und respektiert werden, die werden aus politischem Eigeninteresse abgelehnt.



BILDung von Unwahrheiten

Mehr kann man dazu nicht sagen!

Mittwoch, 6. August 2014

Das erste Mal (Teil 7)

HINWEIS: Die blau-kursiven spanischen Fach-Begriffe
sind mit dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs verlinkt.

Wer das erste Mal einen Stierkampf besucht sollte gewisse Punkte bedenken

7. Teil: Das erste Drittel mit dem picador
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von Philip de Málaga



Nachdem der toro nun vor dem ersten tercio mit einigen capotazos geprüft worden ist, ob er sich für eine lidia überhaupt eignet, schwenkt der presidente erneut ein weisses pañuelo um das erste tercio, dem so genannten tercio de varas, auch suerte de varas genannt, einzuleiten.

Für die meisten Neueinsteiger der Zuschauer die wohl unangenehmste Szene einer corrida. Ein Reiter mit Lanze bewaffnet, auf einem gepanzertem caballo, sticht offensichtlich mit seiner pica mit geradezu brutaler Gewalt auf den toro ein. Das war nicht immer so. Jene Panzerung, peto genannt, eine verstärkte Matratze wurde erst 1928 vom Diktator Primo de Rivera eingeführt, um den vor allem durch Ernest Hemingway eingeführten internationalen tauroturismo zu fördern. Denn bis zu diesem Zeitpunkt begegnete der toro einem Pferd ohne jeglichen Schutz und zahlreiche caballos starben dabei.


Schon in früheren Zeiten gab es indultos, die so genannten Begnadigungen. Diese richteten sich damals vor allem nach dem Verhalten der toros bei der suerte de varas.

Don José Anastasio Martin
So erreichte in der Real Maestranza von Sevilla am 3. Mai 1811 der toro mit dem Namen Zancajoso von der ganadería Don José Anastasio Martín das erste indulto in der Geschichte der tauromaquia. Ganze 33 puyazos und 11 getötete Pferde (das muss man sich erst einmal vorstellen, denn heutzutage überlebenen zahlreiche reses nicht mal drei puyazos) brachten dem toro bravo die Freiheit und zurück den Weg auf die dehesa.

Der zweite toro der den Weg in die Freiheit fand war am 18. April 1897, ebenfalls in der Real Maestranza de Sevilla. Und wie auch beim toro Zancajoso entschied sich der torero, das Publikum, für den toro Playero der ganadería Joaquín Murube schon nach 6 suerte de varas für ein indulto. Es kam zu keiner lidia mehr. Er erhielt lediglich 6 varas und die Leute in den tendidos waren begeistert über so viel bravura und nobleza. Ein sicherlich einzigartiges wie historisches Schauspiel in der tauromaquia, welches sich bis heute nicht wiederholt hat.

Playero
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Wie ist der picador gerüstet?
Castoreño, chaquetilla, vara,  mona, peto
Was geschieht im Einzelnen?

Es öffnet sich die puerta zum patio de caballos. Zwei picadores betreten das Geschehen. Der eine umrundet zu seinem Standpunkt auf die linke Seite (sol), der zweite picador rechts herum zur Schattenseite (sombra), wo die meisten suertes mit der pica ausgeführt werden. Begleitet werden die picadores von einem arenero, der bei der Attacke des toros zur Hilfe bereit steht Auch das zum ruedo gerichtete Auge des caballos ist mit einem Tuch zugebunden, manchmal auch beide, damit es den angreifenden toro optisch nicht wahrnehmen kann. An der Position angekommen gehen die picadores mit der geschützten Seite zum ruedo in Stellung.


Die Pferde dürfen ein Minimalgewicht von 500 Kilo und ein Maximalgewicht von 650 Kilo haben (reglamento taurino Artikel 60, Absatz 3).

Im ruedo befinden sich entweder in weisser oder in roter Farbe zwei Kreise im Sand. Den Bereich in der Mitte nennt man medios. Der Bereich zwischen den beiden Kreise wird als tercio bezeichnet. Den Aussenbereich zwischen dem Aussenkreis und der barrera misst fünf Meter und man nennt ihn tablas. Der äussere Kreis sollte vom picador nach innen nicht übertreten werden. Weigert sich der toro den picador anzugreifen kann dieser jedoch die äussere Linie überschreiten um dem toro näher zu kommen. Um ihn so mehr zu provozieren. Gerne wird es aber nicht gesehen. Den Kreis zu den medios  zu überqueren ist für den picador vollkommen untersagt.

Greift der toro den picador überhaupt nicht an kann der presidente verfügen, dass im zweiten tercio dem toro die banderillas negras gesetzt werden.

Warum muss die pica eingesetzt werden?

Mit der pica begegnet der Stier das erste Mal einen festen, gar spitzen Widerstand. Bis jetzt ist er ja nur durch die capa stets ins Leere gelaufen. Warum also nun der picador mit seiner pica? Dabei soll geprüft werden wie bravo sich der toro in seinem Verhalten beim Angriff verhält: Ist er manso, also viel zu harmlos, vielleicht sogar feige oder versucht er mit vollkommender bravura den picador aus dem Weg zu räumen oder ihn gar mit herzhafter Tapferkeit aus dem ruedo zu befördern.

Nun liegt es zunächst am matador den toro in Stellung zu bringen, damit er den Rufen des picadores folgen kann um diesen auch anzugreifen. Der picador hat nun zwei Möglichkeiten den Angriff des toros entgegenzunehmen. Einmal seitlich (puyazo de costado) oder frontal (puyazo de frente).


Egal für welche Methode er sich entscheidet, die Stellung des caballos zum angreifenden toro ist wichtig, damit er nicht das Gleichgewicht verliert. Der Reiter sollte darauf bedacht sein, dass stets die Hinterbeine seine Pferdes genug Kraft aufweisen, um dem Angriff des toros standzuhalten. So versucht der picador beim Ansetzen der pica das Gewicht bzw. den Druck nach vorne zu verlagern. So richtet man vorerst auf die nach hinten stehende die Kraft um dann schliesslich das Gewicht auf nach vorne, also auf den toro zu verlagern.


Dazu sollte die pica beim angreifenden toro die Nackenmuskulatur, den morillo schwächen, damit der Stier den Kopf weiter unten hält. Das hat zwei grundlegende Vorteile:
  • Erstens wird er auf diese Weise vom Publikum weniger abgelenkt und sein Blick richtet sich lediglich unterhalb des oberen Randes der barrera und somit auf das Geschehen im ruedo selbst. Wie schon oben beschrieben. Für einen torero gibt es kaum eine gefährlichere Situation, wenn der toro sich nicht auf ihn konzentriert, weil er durch andere Verhaltensweisen abgelenkt wird.
  • Zweitens erleichtert der gesenkte Kopf den Todesstoss, die estocada des matadores. Denn wenn der toro den Kopf hoch hält ist es für den matador schwierig und besonders gefährlich en Todesstoss mit dem estoque zwischen den cuernos, also zwischen den Hörnern anzusetzen.
Hier kann man gut erkennen, dass der toro bevorzugt mit dem linken Horn angreift.

Was kann man an der suerte de vara erkennen??
  • Greift der toro kraftvoll an und lässt sich von dem Widerstand der puya nicht ablenken. Und erst den banderilleros gelingt es den toro vom Pferd wieder wegzubringen ist eine positive wie gute Vorraussetzung für ein hoffentlich gelungene gute lidia.
  • Der toro greift hauptsächlich nur mit einem cuerno an und versucht entweder so auf der einen Seite den Rückzug anzutreten, oder das Pferd so aus dem Gleichgewicht zu bringen. Vor allem an diesem Manöver kann man erkennen welches Horn der toro vorzugsweise benutzt.
Ein guter puyazo de frente
  • Der toro macht gleich nach der ersten Berührung kehrt und sucht eine querencia auf, also eine Zone, wo er das Gefühl einer gewissen Sicherheit hat. Dann liegt es am matador, den toro aus jener querencia herauszuholen, was nicht ungefährlich sein kann, um ihn erneut in die Nähe des picadores in Stellung zu bringen.
Hier knickt der toro mit den Beinen ein. Ein Zeichen dafür dass seine Beine
für seinen Körperbau zu schwach sind.

  • Unangehmn stets zu beobachten wenn die toros beim Zusammenprall mit den picadores vorne einknicken. Vor allem um die 80 und 90 Jahren war jenes Zusammenknicken häufiger zu beobachten. Viele taurinos sahen darin einen Züchtungsfehler der ganaderías.
Ein optimaler Ansatz der puya.
  • Handelt es sich um einen kräftigen toro, und greift er das caballo von unten her an, hat er sogar die Möglichkeit den picador samt Reiter Und Pferd zu trennen. 
Das Pferd steht nur noch auf einem Bein und man kann davon ausgehen,
dass es dem toro gelingen wird den picador zu Fall zu bringen.
  • Handelt es sich um einen kräftigen toro, und greift er das caballo von unten her an, hat er sogar die Möglichkeit den picador samt Pferd in den Staub der Arena zu befördern. Nachteil von diesem "Unfall" ist, dass, sobald das Pferd wieder steht und der picador wieder seinen Platz eingenommen hat, sich nicht selten mit einem recht brutalen Zustossen der pica rächt.
Wenn das Pferd nicht richtig standhaft auf den Beinen steht, kann es passieren, dass es stürzt
und der picador fällt völlig ungeschützt auf dem Boden. Da ist ein schnelles Eingreifen
der banderilleros von höchster Notwendigkeit.

Es sei festgestellt, dass so ein Kampfstier schneller beschleunigt als ein Rennpferd und der picador kaum Zeit zur Verfügung hat seine pica von einem schwerbeweglichen, geradezu gepanzertem Pferd punktgenau auf die Stelle im Muskelschwund des toros zu setzen. Gelingt es ihm aber und er hat das Glück einen wahrhaftigen toro bravo zu haben wird es am Ende des ersten tercios mit Applaus aus dem ruedo begleitet. 

In den plaza de toros der ersten und zweiten categoría sollte der toro den picador dreimal angreifen. Auf Wunsch des matadores wird es jedoch meisten auf zwei Angriffe reduziert, indem der matador mit der montera auf den presidente zeigt und einen Wechsel des tercios andeutet. Damit will der torero erreichen, dass das Tier nicht zu sehr geschwächt wird und er eine ordentliche faena durchführen kann.

Zwischen den einzelnen Angriffen werden die toros von den banderilleros und matadores vom picador weggeführt. Wobei es den matadores gestattet ist elegante Manöver durch zu führen, welche als quites bezeichnet werden. Davon mehr im nächstes Teil.

Fortsetzung folgt

© Philip de Málaga
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Die Serie für Neueinsteiger bei SfA:

Dienstag, 29. Juli 2014

Den Stier zitieren (3. Teil)




von Philip de Málaga



Die Mischung aus frontal und perfil: El cite de tres cuartos
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Zwischen diesen beiden Arten, dem frontal und dem perfil, sich dem toro zu nähern gibt es noch eine dritte Variante. Während der Oberkörper versucht sich frontal dem toro zu zeigen verharren die Beine in einer seitlichen Stellung, also perfil. Ein Meister dieses Manövers war der matador Juan Belmonte (1892 - 1962).


Juan Belmonte
Belmonte hatte stets den vom toro abweichenden Fuss nach hinten gerichtet, um den natural in die Länge zu ziehen.

Eine Parallele zur cite frontal von Antonio Fuentes (1930 - 2005) ist durchaus zu erkennen. Fuentes führte seine Manöver in möglichst aufrechter Haltung durch, während Belmonte sich weit nach vorne beugte um in einer provozierenden Haltung mit seinem pecho dem toro mehr Angriffsfläche zu bieten. Den linken Fuss hielt er auch hier weiter hinten um den pase in die Länge ziehen zu können.


Montag, 28. Juli 2014

Den Stier zitieren (2. Teil)

 von Philip de Málaga


Dem toro seitlich begegnen, la posición de perfil
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Nach der Periode den toro frontal zu empfangen kam mit der Zeit eine neue Haltung auf, nämlich dem Stier seitlich zu begegnen. Mit einer posición perfil. Mit anderen Worten, der toro bekam nur die Hälfte des Körpers eines matadores zu sehen. Besonders herausfordernd war jenes Manöver, wenn der matador de toros Manolete (1917-1947) begann, nicht den toro zu beobachten, sondern seine Augen sich in die tendidos zum Publikum richtete, während die Seite des toreros anzubieten. Damit deutet der matador an, dass er es nicht mal für nötig hält das anstürmende Tier zu kontrollieren, da er voll und ganz auf die Führung seiner muleta vertraut. Ein Effekt der beim público ankommt.

Manolete

Der Vorteil der cite clásico frontal war jener, dass der matador in der Lage war ein extremes muletazo largo durchführen konnte, wie man hier mit dem matador Luis Miguel Dominguin sehen kann

Manolete

Nah am Körper passiert der toro den matador
Der Vorteil der cite clásico frontal war jener, dass der matador in der Lage war ein extremes muletazo largo durchführen konnte, wie man hier mit dem matador Luis Miguel Domingíun (1926 - 1996) sehen kann.


Es gibt aber noch ein Manöver, wo der torero den toro seitlich empfängt. Nämlich, indem der matador den toro hinter seinem Rücken passieren lässt. Dazu präsentiert sie der maestro in der Mitte des ruedos, mit der linken Seite dem toro zugewandt, in der rechten schwingt er die muleta langsam hin und her, und fordert den toro mit Rufen auf ihn anzugreifen. Kaum erscheint der toro in einer gewissen Reichweite schwingt der der matador die muleta hinter seinen Rücken. Der toro folgt der sich bewegenden muleta und passiert den matador hinter seinem Rücken. Es war der französische matador de toros Sebastián Castella (1983 - ) der begann dieses Manöver wieder einzuführen


Sebastian Castilla lässt den toro hinter seinem Rücken passieren
Um in dann nach einer kurzen Wende passieren zu lassen

Selbst wenn der Stier passierte blieb der torero wie angewurzelt stehen und liess ihn nach einer Wende nun vor ihm passieren. Ohne Frage, ein spektakulärer Beginn für eine faena. Der Moderator von TPT Enrique Romero bezeichnete ihn als eine menschliche Littfasssäule.


Fortsetzung folgt.

Samstag, 26. Juli 2014

Den Stier zitieren (1. Teil)





von Philip de Málaga


Dem toro frontal begegnen
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Der toro steht und der torero steht auch. In den tendidos herrscht Stille. Das Publikum wartet darauf wie der matador mit der muleta in der rechten Hand den toro auffordern wird anzugreifen. Mit welcher Ruhe, mit welcher Eleganz und mit welcher Routine wird er diese suerte, das Manöver ausführen. Gewiss ist es die Bewegung der roten muleta welche der toro anvisieren sollte. Und trotzdem ist es nicht weniger interessant die Körperhaltung des matadores zu betrachten.

Im Grunde genommen gibt es drei Positionierungen dem toro zu begegnen.

Die cite clásicoCite frontal al pase natural

Manolo Vásquez
Die erste ist es, dass sich der matador frontal zum toro in Stellung begibt, und so versucht mit der muleta in der  linken Hand (natural) den toro auch auf der rechten bzw. linken Seite passieren zu lassen. Auf dem linken Photo kann man gut erkennen, wie der matador de toros Manolo Vasquez (1930 - 2005)den toro mit geschlossenen Beinen und Füssen empfangen möchte. Citar de frente nennt sich das Manöver. Durch das sanfte Bewegen der muleta fixiert sich der toro eher auf das rote Tuch als auf den bewegungslosen matador. Bei dieser Vorgehensweise spricht man in der tauromaquia von einem toreo puro y de verdad, also von einem reinen und wahrhaftigen toreo.

Auch Rafael Molino Lagartijo (1841 - 1900) bevorzugte seine cites frontal mit geschlossen Beinen durch zu führen.

Largatijo

Auch der matador de toros José Cubero "El Yiyo" (1964 - 1985) beherrschte dieses Manöver perfekt. Aber im Gegensatz zu Manolo Vásquez oder Largatijo mit offenen Beinen.

Hier El Yiyo mit einem frontalen derechazo
Schon der legendäre Pedro Romero zeigt einem Schüler, dass man beim Ausführen eines pases mit der muleta die beiden Füsse zum toro hin gerichtet sein müssen, wie man auf der folgenden Zeichnung erkennen kann.

Pedro Romero zeigt einem Schüler wie man sich mit der muleta dem toro nähert

Eine weitere klassische Variante der cites demonstrierte der matador de toros Antonio Fuentes. Er präsentierte sich ebenfalls frontal zum toro, wobei er aber das linke Bein ein wenig nach hinten ansetzte, geradezu hinter der muleta (welche übrigens mit der Form von heute nichts gemein hatte) versteckte um eine tiefgründiges und längeres muletazo zu erreichen. Trotz aller Bemühungen blieben seine muletazos eher kürzer und ein anhaltende Linie schien zu fehlen.
 
Antonio Fuentes

Donnerstag, 24. Juli 2014

Morante de la Puebla in Wachs

Der populäre matador de toros nun auch im Museum zu sehen
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von Dominik Sachsenheimer 


Das Wachsfigurenmuseum in Madrid hat bereits die Büste von dem matador de toros Morante de la Puebla fertig gestellt, die demnächst in der Sala Taurina des Museums ausgestellt wird. Der Künstler Michael Wade hat Mass genommen:

Michael Wade nimmt Mass
Die figura des toreros aus La Puebla del Rio (bei Sevilla) wird als nächste Präsentation in das Museum einziehen und in der sala taurina dauerhaft ausgestellt bleiben an der Seite anderer Helden der tauromaquia wie Juan Belmonte, Domingo Ortega, Antonio Bienvenida, Luis Miguel Dominguín, Paco Camino, Paquirri, Enrique Ponce und El Juli. Zu sehen sind ebenfalls grosse wie bekannte aficionados wie der Regisseur und Schauspieler Orson Wells oder der Schriftsteller Ernest Hemingway, welcher durch seine zwei Bücher, Fiesta und Tod am Nachmittag, die die mundo de los toros einem internationalen Publikum näher brachte. Auf diese Weise zollt das Museum dem maestro, dem torero artista Morante de la Puebla Tribut.

Und nun kann Man die Gussform sehen, die für die Statue benutzt werden wird.



Die figura des toreros aus La Puebla del Rio (bei Sevilla) wird als nächste Präsentation in das Museum einziehen und in der sala taurina dauerhaft ausgestellt bleiben an der Seite anderer Helden der tauromaquia wie Juan BelmonteDomingo OrtegaAntonio BienvenidaLuis Miguel DominguínPaco CaminoPaquirriEnrique Ponce und El Juli. Zu sehen sind ebenfalls grosse wie bekannte aficionados wie der Regisseur und Schauspieler Orson Wells oder der Schriftsteller Ernest Hemingway, welcher durch seine zwei Bücher, Fiesta und Tod am Nachmittag, die die mundo de los toros einem internationalen Publikum näher brachte. Auf diese Weise zollt das Museum dem maestro, dem torero artista Morante de la Puebla Tribut.


Das Wachsmuseum in der spanischen Hauptstadt Madrid gibt es seit 1972. Und die erste Darstellung eines toreros war der tragische Tod des maestros Manolete.

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