Donnerstag, 20. August 2015

Der Picasso Stierkampf in Málaga




von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoro, Vocento)


Lokale Presse spricht von einem Misserfolg den man nicht stoppen konnte
Lediglich die Optik mit den Farben konnte überzeugen
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Die südspanische Metropole Málaga versteht sich nicht nur als eine capital taurina, sondern in der mundo de los toros hat sie einiges Einzigartiges zu bieten. Zum Beispiel eine corrida picassiana. Den Namen trägt sie nach dem Kind der Stadt, dem Künstler Pablo Picasso. So wird die plaza de toros zur corrida nach Motiven von Picasso ausgestattet, auch die toreros und man versucht sich im toreo auch dem Stil anzupassen, als Picasso noch als kleiner Junge die plaza besuchte.

Picasso zieht in die Malagueta ein, hier an der barrera.
Talavante mit einer verónica.
Mit der capa konnte Talavante nicht immer überzeugen.
Doch vor vollen tendidos entwickelte sich die corrida picassiana zu einem Misserfolg. Das Portal mundotoro begann mit den beeindruckenden Worten: "Die freiste Form der Kunst ist es, sich dem Risiko zu stellen um zu versagen. Bis hin zum Tod." Doch was geschieht, wenn in der arte del toreo der toro nicht mitspielt? Und genau das war hier der Fall. Das Dilemma begann schon vor der Veranstaltung in den corrales, wo toros zurückgewiesen worden sind und ausgetauscht werden mussten. Auch während der corrida wurden toros in die corrales zurückgeschickt. Und der Rest? Nun, das ganado zeigte sich von einer sehr bescheidenen Seite. Dem matador de toros Alejandro Talavante blieben nicht all zu viele Möglichkeiten.

Talavante auf den rodillas.

Das schon hoffnungslose Publikum musste bis zum vierten toro warten, bis es etwas geboten bekam. Naja,  zumindest etwas.  Zum Beispiel, dass der matador seine faena auf den Knien begann, was für ihn höchst ungewöhnlich ist. Während er mit seinen muletazos viel temple zeigte fiel in den tendidos etwas ganz anderes auf. Die banda taurina spielte "El toreador" aus der Oper Carmen. Er tötete den toro mit dem Namen "Lebrero" mit einer suerte de recibir und einer estocada trasera. Die dos orejas, welche er daraufhin vom presidente zugesprochen bekam fanden viele aficionados de toros überbewertet, vor allem deswegen, weil seine Arbeit mit dem capote alles andere als überzeugend und auch die estocada alles andere als perfekt war. 

Ein oreja zu viel?
... Aber es war schon der Höhepunkt an diesem Nachmittag, obwohl man im Publikum nun auf eine Wende hoffte. Aber die toros liessen es nicht zu.

Hier die einzelnen Bewertungen:
Beim letzten toro gab es noch etwas zu sehen. Ein paar elegante verónicas von Talavante und von dem banderillero Raúl Ramirez "El Peque" einen salto de garrocha über einen fast bewegungslosen toro.

Sieht man nicht oft bei einer corrida: Salto de garrocha
Die corrida picassiana war wieder mal ein festejo taurino von dem die afición einmal mehr zu viel erwartet hatte. Aber die empresa hätte sich bei der Auswahl der toros durchaus ein wenig mehr Mühe geben können. Und mal ehrlich, nicht wenige taurinos und Kenner der tauromaquia haben diese Entwicklung schon im Vorfeld gesehen haben wollen.

Fragende Geste der Verzweiflung: "Was soll ich mit solchen toros machen?"
Doch etwas schönes hatte es trotzdem zu bieten. Nicht die toros standen im Mittelpunkt, sondern das allgemeine Ambiente. Die Farben, die Musik, die besonderen Emotionen, so war es sicherlich nicht so ganz unrentabel dabei gewesen zu sein. Das Auge bekam etwas geboten. Nur der pure taurino war enttäuscht, für den das optische Umfeld so gar keine Rolle spielt. 

Ein bescheidener tarde de toros endet in der Malagueta

Keine Stiere in Pamplona? Lächerlich!




von Joseba Asiron


Da versucht eine politische Partei wie die Bildu alles dranzusetzen um im Baskenland und Umgebung eine abolición de los toros durchzusetzen und ausgerechnet im taurinischen Flaggschiff von Pamplona, wo die Bildu auch das Sagen hat, kommt man diesem Vorgehen in die Quere. Der Grund: Der Bürgermeister Joseba Asiron versteht sich nicht nur selbst als ein aficionado, sondern sieht diese Thematik auch mit anderen Augen. Für die tardes de toros hat er schon seit 33 Jahren ein abono. Und auch in den encierros sieht man ihn gelegentlich mitlaufen (Siehe Foto). Un din diesem Jahr hat er auch schon als presidente corridas geleitet.  (SfA: Kurioses aus Pamplona: Die linke BILDU leitet Stierkampf). Schon als kleiner Junge sei er zu den toros gegangen und es hätte ihm stets gefallen. 

Und in diesem Kontext steht er zu den toros. Ob Vitoria, Bilbao, San Sebastián oder Pamplona, dass sei deren Privatangelegenheit, fordert keine politische Einmischungen, und sollte den Traditionen entsprechend angepasst und gehalten werden.

Der Bürgermeister von Pamplona: Links und aficionado!
"Die toros in Pamplona zu verbieten 
wäre genauso lächerlich wie sie in San Sebastián einzuführen!"

Und nicht zu vergessen sei, stellt Asiron zufrieden fest, San Sebastián sei 2016 Europäische Kulturhauptstadt, und als Teil der Kultur repräsentieren die toros genau dort wieder unsere Tradition als Kultur.

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Quellennachweis:

Mediengruppe: Vocento:




Mittwoch, 19. August 2015

Jiménez Fortes in stabilem Zustand





von Philip de Málaga


Einem Wunder gleich scheint der torero erneut zu überleben
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Jiménez Fortes
Er hat seine Augen geöffnet und ist bei Bewusstsein, wird nicht mehr künstlich beatmet und vor allem gibt es keine Anzeichen auf Fieber. Selbstverständlich liegt er noch auf der Intensivstation, aber sein Zustand ist laut jüngsten Berichten der verantwortlichen Ärzte stabil, aber er kann natürlich nicht sprechen, sein ganzer Mundbereich sei geschwollen, aber in vier oder fünf Tagen sei dies durchaus möglich. Derzeit vermittelt er sich mit einer Tafel. Sein apoderado Nemesio Matías verkündete: "Es sei eine sehr ernsthafte cornada gewesen, und uns bleibt nichts anderes übrig als Tag für Tag abzuwarten wie sie sich entwickelt." Und so muss der matador de toros Jiménez Fortes noch einige Tage auf der Intensivstation verbringen.

Eine solche cornada will in der Tat erst einmal überlebt werden:


In seiner Geburtsstadt Málaga verfolgen alle Medien seine gesundheitliche Entwicklung und berichten aktuell. Derzeit findet hier die feria statt und selbst in der La Malagueta denkt man selbstverständlich an das Kind der Stadt. Im Sand des ruedos ist in grossen weissen Buchstaben zu lesen: # Glück Fortes:

Im ruedo der plaza de toros von Málaga
Trotz feria taurina, wenn man hier von den toros spricht, ist bei seiner Familie, seinen Freunden, der afición und selbst bei allen Malagueñern der torero Jiménez Fortes das erste Thema. 

José Tomás wieder in México?





von Philip de Málaga


Steht im nächsten Januar eine Wallfahrt nach México an?
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Wie die empresa der grössten plaza de toros der Welt der La México verkündete, wird der wohl populärste matador de toros José Tomás dort am 31. Januar 2016 das ruedo betreten. Keine Frage, sollte es so sein, wird es im Januar des kommenden Jahres eine wahre Walfahrt in die mexikanische Hauptstadt auslösen. Und einen Vorteil gäbe es dabei. Mit einem aforo von 41.262 asientos bietet sie vielen aficionados Platz.

Ein "No hay billetes" mit über 41.000 Zuschauern - eine beeindruckende Kulisse
Was auch immer geschehen wird, die afición hofft, dass diese "offizielle" Mitteilung eines möglichen regresos von José Tomás sich zu keinem taurinischen Traum entwickeln wird.


Dienstag, 18. August 2015

Wir sind eine Familie taurina!





von Philip de Malga


Das Leben des toreros aus Málaga weiterhin in Gefahr
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Verónica Fortes
Nach der schweren cornada, welches sich der matador de toros Saúl Jiménez Fortes am Sonntag salmantino zugezogen hatte (Siehe SfA TAURONEWS: Wenn Toreros mit ihrem Leben spielen), verbrachte er im Hospital eine Nacht ohne Fieber. Ein vorerst gutes Zeichen.
in der Provinz

Seine Schwester Verónica Fortes sagte dazu: "Zwar sei dieses sehr wichtig, aber die Ärzte seien sehr besorgt, dass es trotzdem noch auftreten könnte. Aber es sei wichtig, dass er fieberfrei bleibe. Zwar versuchen wir an mehr Informationen zu kommen, aber die Ärzte sind vorsichtig. Die nächsten 48 Stunden müsse man noch abwarten." Und sie fügte hinzu: "Viel Unterstützung und Ermutigung erhalten wir von unseren Freunden und aus der mundo de los toros, jedoch sind wir auch ein wenig über die Uneinigkeit der Ärzte verärgert, aber in einem sind wir uns einig, wir sind eine Familie taurino welche aus viel Liebe besteht! Heute im Laufe des Vormittags erwarten wir ab 11 Uhr ein weiteres ärztliches Statement."

Kurios ist es auf jeden Fall, dass sich der torero innerhalb von drei Monate gleich zweimal eine ähnlich schwere Verletzung an fast der selben Stelle zufügte. Das letzte Mal am 14. Mai in Madrid.

SfA wünscht dem maestro aus Málaga gute Besserung und eine zügige Genesung.

Wenn Toreros mit ihrem Leben spielen




von Philip de Málaga


Der Torero aus Málaga erneut schwer, gar lebensgefährlich verwundet
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Über die Risikobereitschaft der matadores de toros Jimenez Fortes aus Málaga hat SfA schon im Mai diesen Jahres in der Reportage Jiménez Fortes - ein paar Worte schon berichtet. Und trotz schwerer cornadas, welche er sich stets geradezu immer wieder zufügen lässt, denkt der torero aus Málaga gar nicht daran, ein wenig mehr auf Sicherheit mit dem toro zu arbeiten.

Der Mann aus Málaga wollte am Sonntag in Vitigudino (Salamanca) den toro auf den Knien empfangen, dicht an den tablas, ihn mit einer larga cambiada passieren lassen, doch es wurde zum Drama. Der dritte toro dachte gar nicht daran vorbei zu passieren, nahm den torero direkt ins Visier und erwischte ihn am Hals und schleuderte ihn gegen die tablas.




Jiménez Fortes wurde sofort in das Klinikum in Salamanca eingewiesen, wo er nun nach einer vierstündigen Operation sich ausser Lebensgefahr befindet. Das cuerno des toros drang dabei durch die Zunge und den Nasenbereich tief in den Kopf ein. Kaum zu glauben, es liegt gerade mal drei Monate zurück, als er lebensgefährlich in Las Ventas von Madrid ebenfalls am Hals von einem toro erwischt worden ist.

Wer an einem tarde de toros den jungen matador aus Málaga bewundern will, sollte stets auf dramatische Situationen vorbereitet sein.

Montag, 17. August 2015

Über die taurinische Berichterstattung





mit Juan Posada

Der maestro Juanito Barranco Posada kommt aus einer Stierkämpferfamilie und ist 1931 in Sevilla geboren. Nur sechs Tage nach seiner alternativa im Jahr 1952 trat er in Madrid an wo er für als ein torero artista für einen unvergesslichen tarde de toros sorgte und seine Arbeit mit den toros und seine Kondition galt als inmejorable

Juan Posada, für nur viere Jahre ein torero artístico im ruedo
Obwohl er sich schon 1956 relativ frühzeitig vom toreo zurückzog, galt er laut den damaligen Medien, den aficionados und dem Cossío als eine figura importante. Er besuchte eine Journalistenschule mit erfolgreichem Abschluss und begann das toreo schriftlich in Artikeln und Büchern niederzuschreiben wofür er auch zahlreiche Literaturpreise erhielt. So begann er über die mundode los toros zu schreiben sah auch alles mit anderen Augen und avancierte zum angesehenen crítico taurinoÜber seine Kollegen fand er harte Worte:

„Die Kritiker von heute? Viele von ihnen sind ohne Frage ehrenhaft, aber leider nicht anständig. Heute nehmen sie nicht mehr, wie früher, Geld, um positiv zu berichten aber sie beziehen Partei. Und das sehe ich eben als nicht anständig an, für jemanden, der eigentlich objektiv berichten sollte. Man sollte wissen, dass die Presse der toros häufig nicht von ausgebildeten Berufsleuten verfasst wird. Viele die da schreiben haben kein Studium, keine Vorbereitung, nichts. Sie passen sich den Interessen an. Als erstes möchten sie angeblich Sinnvolles auf das Papier bringen. Das zweite ist ihr Hochmut und an dritter Stelle findet sich deren Eitelkeit. 
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Sie wollen mehr schreiben, als sie sind. 
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Viele wissen nichts von den toros, und wollen es auch gar nicht wissen. Sie würden zu gerne die eigentlichen Protagonisten sein, in einem Spiel, in dem es nur drei Protagonisten gibt: Der toro, der torero und das Publikum. Der Rest zählt nicht. Zahlreiche Kritiker möchten über ihren Job zu Arbeitsmöglichkeiten kommen, welche mit ihrem Beruf nichts zu tun haben. Das geht hin bis zur Selbstdarstellung.“


Ein Kommentar
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von Philip de Málaga


Bei solchen Worten sollten wir von SfA nicht zögern uns an die eigene Nase zu fassen. Gerade wir, die in diese mundo taurino nicht einmal hineingeboren sind, die in einem ruedo noch nie vor einem toro gestanden haben, sollten wohl überlegt auf das achten, was wir niederschreiben.

Keine Frage, eine gewisse Form dem Hochmut gleichend ist vorhanden. Alles andere würde einfach nicht der Wahrheit entsprechen. Wir, von den ausländischen Medien, wir, und dazu gehört auch das Team von SfA und andere nichtspanische Portale, wir, die Autoren von zahlreichen Artikeln haben doch im tiefsten Inneren das Gefühl ein wenig mehr als unsere Leser zu wissen. Allerdings setzen wir alles dran, bei allen Recherchen  so nah wie Möglich an die Wahrheit zu kommen. Vor einem halben Jahr erhielt SfA eine Mail mit folgender Feststellung: „Vielen Dank, dass das Wort torero mit dem Lexikon verlinkt ist. Jetzt wissen auch wir dass es sich dabei um einen Stierkämpfer handelt.“ Mit allem nötigen Respekt, SfA will seine Leser auf keinen Fall als unwissend oder gar dumm darstellen. Im Gegenteil sogar. Viele nützliche Hinweise und Korrekturen erreichen uns. Ich selbst habe auch viel von unseren Lesern erfahren und gelernt. Vielen Dank dafür.

Aber es ist nun mal eine Tatsache, dass gerade hier sehr häufig Personen mitlesen, welche sich das erste Mal mit der mundo de los toros konfrontiert sehen. Und dabei versuchen wir, das Vokabular taurino einzubringen, damit der zukünftige Dialog einfacher fällt. Und die Zahlen im Cossío de alemán geben uns Recht. Täglich werden bis zu 100 Begriffe nachgeschaut. Interesse scheint vorhanden zu sein.

Wie dem auch sei, SfA wird nicht von einer Handvoll Autoren verfasst und kontrolliert, jeder ist eingeladen sich zu beteiligen. Wer Interesse und die nötige Lust hat etwas über die toros für andere niederzuschreiben ist herzlich dazu eingeladen. Gerne helfen wir bei der Editierung. Auch Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder auch neue Ideen nehmen wir sehr gerne entgegen.

Sonntag, 16. August 2015

"Es liegt an der Zeit juristische Schritte in die Wege zu leiten"





mit Joaquín Moeckel


Die letzten Auftritte während einer corrida von antitaurinos im ruedo in Palma de Mallorca und Marbella, bzw. die Bedrohungen der toreros im callejón haben nun den matador de toros Morante de la Puebla dazu gebracht, juristisch vorzugehen. Hierzu hat er die bekannte Kanzlei aus Sevilla Moeckel Abogados eingeschaltet, gegen die aggressiven Gegner der toros bei festejos taurinos offiziell vorzugehen. Es liegt an der Zeit sich für die korrekte defensa de la tauromaquia einzusetzen und die Behörden dazu zu bringen, das zu schützen, was in Spanien zum nationalen Kulturerbe deklariert worden ist. Der Rechtsanwalt Joaquín Moeckel stellte sich den Fragen von mundotoro:

Morante und Moeckel (Foto: mundotoro)
"Ich habe an vielen Fussballspielen und Finalen in verschiedenen Ländern in Europa teilgenommen. Die jeweiligen Sicherheitskräfte hielten sich in den Stadien auf, und erlaubten den Zuschauern nicht den Spielbereich zu betreten. Denn dort treffen zwei verschiedene Meinungen und Interessen aufeinander und es galt mögliche Zusammenstösse zu vermeiden. Nun ich frage, wie können beim Fussball zwei verschiedene Anhängerschaften auch durch verschiedene Türen die Veranstaltung betreten, während in der plaza de toros beiden Parteien dieselben benutzen, wo es dann zu Auseinandersetzungen kommt, weil vor allem die antitaurinos versuchen den Ablauf zu stören. Und erst recht auch noch Zugang zu den toreros haben. Wer kümmert sich um deren Sicherheit? Warum werden Hooligans als gefährlich eingestuft und aggressive antitaurinos?

Ein weiterer Unterschied zwischen Fussball und toros sehe ich in der Präsenz der Polizei. Beim Fussballspiel ist sie auf dem Feld gegenwärtig und die Tribünen werden nach möglichen Unruhestiftern unter die Lupe genommen. Ihren Blick richten sie nicht auf das Spiel sondern auf die Tribüne. Nach meiner bescheidenen Sicht sollte die Polizei im callejón einer plaza dasselbe tun und sich nicht an der corrida erfreuen. Und so sollten die Sicherheitskräfte auf mögliche Zwischenfälle vorbereitet sein, und dementsprechend weitaus schneller und zügiger eingreifen. Einem antitaurino sollte es nicht so einfach gelingen von den tendidos ins ruedo zu gelangen.

Joaquín Moeckel in der Real Maestranza de Sevilla
Es tut mir sehr leid mit anzusehen, wie die matadores de toros Daniel Luque, Salvador Cortés und Salvador Vega in Sevilla von der Nationalpolizei beschützend hinausbegleitet werden, während antitaurinos illegal ins ruedo springen und mit Samthandschuhen angefasst werden. Das macht doch jeden Betroffenen sehr wütend.

Dies kann einfach nicht mehr toleriert werden! Wir werden verlangen, das alle öffentlichen Schauspiele, dazu gehören auch die toros, auch in den Genuss der rechtlichen Garantien kommen müssen. Ein Schutz für die Darsteller selbst und deren Begleitpersonal. Soweit sind wir jetzt gekommen. Die Zeiten der Samthandschuhen sind vorbei.

Kurz gesagt, der Tag der Sicherheitsmängel hat allein schon mit der Kontrolle am Eingang begonnen, und somit tragen sie einen grossen Teil der Verantwortung. Menschen, die einfach ihren Job nicht beherrschen. Niemand möchte vor den Augen seiner Kinder als Mörder beschimpft werden. Und ein für alle Mal müssen wir sagen, die toros sind kein espectáculo zweiter Klasse, es in eine Veranstaltung in Spanien, welche immerhin die zweitmeisten Menschenmassen anzieht.

Die empresas taurinas sollten beginnen, ihre plaza de toros mit privaten Sicherheitskräften zu besetzen, die auch auf die möglichen Zwischenfälle vorbereitet sind."
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Anmerkung von SfA:

Wir hatten es auch in diesen Tagen in der La Malagueta von Málaga. Während einer Störung durch eine antitaurina am letzten Donnerstag war weit und breit keine Polizei zu sehen. Aber der Kreistag und das Rathaus reagierten schnell. Schon am nächsten Tag zum Finale des certamen zählte die plaza de toros eine starke Polizeipräsenz. Da war im Umfeld nicht nur die Policía Local (Stadtpolizei) sondern auch inner- wie ausserhalb der plaza de toros die Cuerpo Nacional (National Polizei) sowie die Guardia Civil gegenwärtig. Rund um die plaza waren auch Einheiten der Policía Local zu sehen, welche sich vorwiegend um den Verkehr kümmerten.

Samstag, 15. August 2015

Málaga: Francisco Morales gewinnt das Finale




von Philip de Málaga


Volle Plaza de toros bei den Stieren in Málaga
Der Siegerpreis für den besten Nachwuchstorero geht nach Málaga
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Wie nicht unbedingt zu erwarten war füllte sich der coso der La Malagueta in der südspanischen Metropole zum Finale des X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas nicht hasta la bandera. Was zum einen auf die Hitze von 36 Grad und ein dementsprechend warmen Wind zurückzuführen ist und zum anderen, dass viele vermuteten zu spät zu kommen und keine Plätze mehr frei wären. Schliesslich füllte sich die plaza de toros an den ersten beiden Tagen zu einem gran entrada. Und während der Hitze wollte man dort nicht umsonst erscheinen. So füllten an die 7.000 Zuschauer am Anfang die tendidos, im sombra bis in den obersten Rang. Besonders erfreulich festzustellen das jugendliche Publikum unter den Zuschauern.

Nach dem gestrigen Vorfall mit dem antitaurinismo war diesmal die Polizei gleich im Doppelpack präsent. Drinnen in der plaza de toros wie ausserhalb um weitere Zwischenfälle zu verhindern. Zum einen die Cuerpo Nacional (Nationalpolizei) und die Guardia Civil.

In der Mitte des ruedos im roten Sand stand diesmal in grossen weissen Buchstaben geschrieben: "Málaga capital taurina" (Málaga taurinische Hauptstadt)

Blick ins ruedo vom patio de caballos vor dem paseillo
Im Vordergrund Francisco Morales, im Hintergrund die vollen tendidos
Pünktlich um 19:00 Uhr begann die novillada sin caballos mit einem Problem: Es war windig. Ein Tatbestand, welcher die Arbeit mit capa und muleta erheblich erschwerte. Die novillos kamen von der ganadería Luis Algarra für die novilleros:

Das erste oreja de la tarde für Francisco Morales aus Málaga
Bis zum ecuador de la tarde die einzige trofeo ging nach Málaga. Die novilleros taten sich vor allem schwer wegen dem Wind und mit dem espada. In der Zwischenzeit haben sich alle Plätze in den tendidos bajos gefüllt. 

Francisco Morales mit einer emotionalen faena
Und er lies seinem novillo die nötige Zeit zum sich zu regenerieren
Der momento de verdad ...
... und dos orejas
Beinahe alleine trat er an diesem tarde an. Denn seine beiden Konkurrenten Sergio Roldán und der Mexikaner Hector Gutiérrez konnten nicht mal halbwegs an seine Leistung anknüpfen. Wind, ein nicht besonders gutes lote und vielleicht die zu beeindruckende Vorstellung des novilleros aus Málaga drückten ihren Motivationsschub nach unten.

Francisco Morales widmete mit einem brindis seinen zweiten novillo dem empresario der Malagueta Don José Cutiño seine zweite faena. Leichtfüssig mit viel temple und paciencia dem novillo gegenüber gab es viel transmisión in die tendidos. Eine perfekte estocada rundete die faena entsprechend ab und öffnete nicht nur die puerta grande, sondern er war undiskutierbar der beste Nachwuchstorero in diesem certamen.

Drinnen wie draussen, er war populär
Und noch etwas fiel allen auf. Der torero aus Málaga zeigte nicht nur eine gute Figur im ruedo sondern auch ausserhalb der plaza de toros stellte er sich mit viel paciencia der afición. Ein zukünftiger maestro war geboren.

Die Malagueta verabschiedet sich vom Wettbewerb der Nachwuchstoreros
Das zehnte Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas verabschiedet sich mit grossem Erfolg aus Málaga. Und nach den letzten vier Tagen gehört es für die escuelas taurinas auf der ganzen Welt mit zu den wichtigsten certamen für die angehenden toreros

Mehr als 32.000 vor allem junge Besucher fanden sich in den tendidos und nicht zu vergessen, diejenigen die im lokalen Fernsehsender 101tv das Finale live mitverfolgten bzw. per Internet auf der ganzen Welt. Málaga hat als capital taurina es allen schon zu Beginn seiner feria taurina gezeigt:

Freitag, 14. August 2015

Finale in Málaga online





T O R O S   L I V E


Wer Lust hat, das Finale des X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas in Málaga live am Computer zu verfolgen hat hier die Möglichkeit dazu: 101.tv (Directo anklicken). Somit kann man weltweit dieses festejo taurino sehen und aus verständlichen Gründen verfolgen es viele aficionados aus México.

Der Lokal novillero aus Málaga wird mit dabei sein
Die novillada beginnt um 19:00 für die novilleros:
  • Francisco Morales aus Málaga
  • Sergio Roldán aus Almería
  • Héctor Gutiérrez aus México
Die novillos kommen von der ganadería Luis Algarra.

Málaga: Kein guter Tag, und doch ...




von Philip de Málaga


Diese novillada lag unter dem Niveau der vergangenen Jahre
und Gegner der toros versuchten wieder auf sich aufmerksam zu machen
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Es mag zum einem an dem extrem warmen Wind gelegen haben und zum anderen an der Fernsehübertragung aus San Sebastián, dass sich die Malagueta zu dieser novillada sin picadores weniger füllte. Weniger als 6.000 Zuschauer füllten die tendidos und diejenigen welche nicht kamen hatten nichts verpasst. Die novilleros wirkten wenig motiviert den Weg ins Finale zu schaffen, geschweige denn Emotionen taurinos rüberzubringen. Auch die novillos der ganadería Santiago de Domecq verstanden alles andere als zu überzeugen. Ewig knickten sie ein oder lieferten volteretas.

Während der novillada gab es einen Zwischenfall, den es hätte nicht geben sollen. Eine antitaurina sprang nach dem Tod des ersten novillos ins vom tendido 5 aus ins ruedo um gegen die mundo de los toros zu protestieren. Auf einem Papier kündigte sie an, sich jetzt auf dem schon toten novillo zu reiten. Und in der Tat gelang es ihr sich auf dem Boden liegenden novillo niederzulassen, bis sie von verschiedenen Personen in den callejón gebracht worden ist.

Eine antitaurina springt in das ruedo der Malagueta.
Zwei Dinge sind dabei aufgefallen: Erstens: Die antitaurinos springen entweder bevor der toro oder novillo kommt aktiv oder springen ins ruedo wenn das Tier schon getötet worden ist. Und zweitens, obwohl es hier um eine Veranstaltung mit mehreren tausend Beteiligten war, nicht ein einziger Polizist war gegenwärtig. Weder von der National Polizei noch von der lokalen. Die antitaurina wurde mit lauten fuera - fuera - Rufen aus der plaza geführt.


Francisco Morales (Málaga): oreja tras aviso
Fernández de la Torre (Murcia): silencio tras aviso
Marcos (Cuenca): silencio
Jorge Rico (Valencia): silencio
Antonio de María (Benidorm): silencio
Álvaro Gamo (Guadalajara): oreja tras aviso

Keine Frage, von den drei novilladas in diesen Tagen war diese die schlechteste, weit unter dem Niveau der novilladas auch in den vergangenen Jahren. Vier silencios, da fehlte es definitiv an transmisión der meisten alumnos. Immerhin zwei Drittel der Teilnehmer! Da fragt man sich, wozu sind diese eigentlich angetreten?

Aber etwas Gutes hatte dieser tarde. Gleich zwei novilleros schafften den Sprung in das Finale. Und zur Freude der tendidos auch jemand aus Málaga. Francisco Morales gelang es, trotz starkem Wind mit der muleta zu überzeugen:

Francisco Morales aus Málaga mit einer manoletina

Aber der Höhepunkt des Tages kam aus Almería: Sergio Roldán. Schon mit der capa war zu erkennen, er wollte! Mit einer Vielseitigkeit an capotazos brachte er Ambiente in die plaza. Bei seiner faena scheute er kein Manöver, zeigte Mut und mit einem estoconazo hätte er dos orejas verdient, welche der presidente ihm verweigerte.

Das Finale

Und so stehen die Teilnehmer für das Finale des X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas fest, welches um 19:00 Uhr beginnt:
  • Francisco Morales aus Málaga
  • Sergio Roldán aus Almería
  • Héctor Gutiérrez aus México

Die novillos kommen von der ganadería Luis Algarra.

Obwohl der entrada gratis ist, wer im Raum Málaga wohnt hat zusätzlich die Möglichkeit das Finale des X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas live im 101 TV Málaga zu verfolgen.