Freitag, 4. März 2016

Mundotoro: Das führende Portal der Tauromachie




von Philip de Málaga


Das spanische Portal Mundotoro 
mit über 2,7 Millionen Hits im Februar!
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Es steht ausser Frage, das Medium Internet hilft auch der tauromaquia bei der Internationalisierung. So hat man man die Möglichkeiten von der ganzen Welt aus das Geschehen in der mundo de los toros zu verfolgen. In in den Ländern ohne tradición taurina gibt es die Möglichkeit auf Portale zu stossen, wo man in deren Sprache über die toros berichtet. Wie zum Beispiel hier in Deutschland die Seiten Stierkampf - Corrida de toros von Dr. Andreas Krumbein oder torodoro von Torodora Gorges. Selbstredend werde die nur von einem kleinen Kreis gelesen, eben der deutschsprachigen afición a los toros. Aber mit steigendem Interesse.

Kommen wir wieder zurück in die Heimat der toros, nach Spanien. Denn dort hat sich neben den zahlreichen Onlineangeboten, wie Aplausos, Portal Taurino, Cultoro, burladero TV, Avance Taurino und anderen vor allem ein Portal als der Spitzenreiter abgehoben: Das in Madrid ansässige Mundotoro.

Das führende Portal in Sachen "Stierkampf"
Im Februar diesen Jahres wurden bei diesem Onlineauftritt 2.757. 006 Seiten angeklickt. Dabei zählte man mehr als 630.000 Besucher.  Im Vergleich zum Vorjahr sind das 13 Prozent mehr. Überhaupt zeigt sich mundotoro schon im dritten Jahr mit steigender Tendenz. Ein klares Indiz, das Interesse sich über die mundo de los toros zu informieren steigt kontinuierlich. Ein Trend, den man auch bei SfA beobachten kann.
Das Interesse für die toros ist weiterhin am steigen.
Überhaupt konnte mundtot im letzten Jahr mit über 40 Millionen Hits ein gutes Ergebnisausweisen. 

Einen grossen Beitrag kommt dabei sicherlich von den beiden bekannten sozialen Netzwerken. Denn auch dort ist mundotoro recht aktiv. Auf facebook kam das Portal mit vielen Kommentaren und Beiträgen auf 88.800 "Gefällt mir". 

Und auch bei der Konkurrenz twitter können sich die Experten taurino nicht beklagen, verfolgen doch immerhin mehr als 56.300 Personen den Informationen aus der mundo taurino

Bei Twitter 3.03.2016
Nun kann man das taurinischen Geschehen bewerten wie man will, seine Urteile aus den Statistiken von den festejos taurinos selbst interpretieren, oder politische Aktivitäten, für wie gegen die tauromaquia beobachten, eines kann man auf jeden Fall feststellen, beim Interesse für die mundo de los toros ist eine steigende Tendenz zu beobachten, und dies zwar schon seit Jahren. Immer mehr Menschen wollen mehr über die toros erfahren. Erst ist es die Neugier, dann möchte man mehr Hintergrundwissen erfahren und schliesslich möchte man gerne auch eine Idee mitreden können. 

Danke dem Medium Internet beschränkt sich die mundo de los toros nicht nur auf die Länder, wo es festejos taurinos gibt, sondern kann weltweit verfolgt werden. Und das Portal mundotoro ist in Sachen Aktualität zum einen und statistischem Wissen, wie auch einem Nachschlagewerk und Informationen über toreros, ganaderías, plaza de toros, Chroniken und sonstigen Reportagen mit Sicherheit federführend.

SfA gratuliert mundotoro für seine hervorragende Leistungen und dankt für die Zusammenarbeit.

Donnerstag, 3. März 2016

Mallorca: Kampf der Kleinigkeiten




von Philip de Málaga


Auf den Balearen hat man die toros zwar verboten, 
aber es wird weiterhin darum gestritten
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Irgendwie scheint das Thema der Tauromachie auf der Insel der Deutschen kein Ende zu nehmen. Zwar hat man die toros mittlerweile auf den Balearen verboten,  aber nichts desto trotz melden sich immer wieder weitere taurinos zu Wort, um die fiesta nacional auch weiterhin zu fördern. So einfach will sich die afición a los toros, so klein sie auch sein mag, nicht abspeisen lassen. Aber auch die Gemüter der Gewinnerseite können sich noch nicht beruhigen.

Da gibt es den matador de toros José Barcélo Alomar "Camilla", der jetzt so ziemlich kurz entschlossen, sein eigenes festejo taurino organisiert, wo selbst bekannte figuras wie den Piraten Juán José Padilla, den Portugiesen Victor Mendez, das Idol der banderillas aus Valencia "El Soro" und der maestro Dámaso González, von Festland angereist kommen um ihn zu unterstützen (SfA hat darüber berichtet: Mallorca: Jetzt erst recht!). Der veranstaltende torero kommt aus der Gemeinde Muro, und dort findet auch seine corrida statt. Die entsprechenden Genehmigungen seien allesamt schon eingeholt worden, hiess es an offizieller Stelle.

Muro: Für eine Gemeinde, welche die toros abschaffen will gut besucht.
Doch das Rathaus reagierte prompt und hat die empresa einer corrida de toros aus dem letzten Jahr mit einer Geldstrafe belegt, weil dieser Jugendlichen unter 16 Jahren zu dem festejo taurino den Zutritt zu den tendidos nicht verwehrt hatte. Pro Minderjährigen waren das 60 Euro, bei zwanzig Kindern also die Gesamtsumme von 1.200 Euro. Nichts besonderes, aber schon die höchste Geldstrafe, welche die Stadtverwaltung jemals der lokalen tauromaquia auferlegt hatte. Mehr ein Zeichen, mehr spektakulär, mehr Fronten klärend. 

Erstaunlich bei Muro ist wohl, dass die Gemeinde zwar offiziell ihrer politischen Verpflichtung nachgeht, aber so richtig überzeugend tun sie es nicht gerade. So wirbt das Rathaus von Muro auf ihrer offiziellen Internetseite optisch weiterhin für die mundo de los toros:

Aktueller Screenshot vom 3.03.2016
In das politische Treiben mischt sich nun die Opposition ein. Eigentlich schon zwei Wochen nach dem balearischen Beschluss. Denn nun halten die Politiker der konservativen PP dagegen. Sie berufen sich auf die Werte der Tradition bei den toros, und stellten diesbezüglich einen Antrag, dass in der Gemeinde Fornalutx die bekannten encierros zum Kulturgut der Balearen deklariert werden sollen. Ob sie damit durchkommen bleibt offen, denn zumindest in Fornalutx hält die PP stets die Mehrheit.

Mittwoch, 2. März 2016

Grosser Andrang beim Vorverkauf




von Philip de Málaga


Zu Beginn der Saison richten sich alle Augen auf den Vorverkauf
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Nun kommt sie so langsam ins Rollen. Die temporada taurina in Spanien. Und es ist natürlich naheliegend, dass man ein Blick auf den Vorverkauf wirft, um einen ersten Eindruck zu gewinnen, über einen möglichen Trend.  Wie ist denn das erste Interesse für die toros  Die Antwort fällt einfach. Das Interesse ist da mit steigender Tendenz.


Und da steht demnächst die Feria de Magdalena in Castellón in der Region Valencia. Und die 170.000 Einwohner-Gemeinde kann sich in ihrem Herzen sehr wohl taurino fühlen, denn sie kann auf eine lange tradición mit den toros zurückblicken. Denn schon am 3. Juni 1887 wurde dort die plaza de toros mit einem aforo für 13.000 Zuschauer eingeweiht. Damals stellten sich einem No hay billetes die beiden berühmten matadores de toros Largatijo und Frascuelo in dem 50 Meter grossen ruedo.
Eine plaza de toros mit Geschichte und Tradition.
Und nun füllt sich dieses historische coso nach 129 Jahren immer noch. Und wie es scheint sogar erneut recht gut. Denn im dritten Jahr in Folge, so berichtet das Portal La economía del toro, verbuchen die Veranstalter eine erneute starke Steigerung. 5 Prozent mehr Dauerkarten wurden verkauft, und an einzelnen entradas gar 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine durchaus positive Bilanz. Und dabei hat die empresa in diesem Jahr sogar ein festejo taurino mehr zu bieten: Zwei novilladas, ein rejoneo und vier corridas de toros.
Noch ist es leer hier. Aber mit den toros werden sich die tendidos schnell füllen.

Dienstag, 1. März 2016

Das macht den Stierkampf angreifbar




von Lorenz Rollhäuser

Wie einer der Erziehungswissenschaften studiert um dann als Kellner, Koch oder Kuchenbäcker in Hamburg sein Einkommen zu verdienen, schließlich die Brücke zu der spanischen mundo de los toros findet, ist für viele deutsche aficionados keine Sonderfall. Denn auch in Spanien zieht sich die afición a los toros durch alle gesellschaftlichen Schichten. Vom Schuhputzer bis zum Königshaus. Lorenz Rollhäuser, 1953 in Marburg/Lahn geboren, liess sich von dem Leben in der tauromaquia anstecken, infizieren, dass es ihn dazu brachte, ein Buch darüber zu schreiben, welches 1990 vom Rowohlt veröffentlicht worden ist. Und keine Frage, das ist einer der Bücher taurinos, welche in den Regalen der deutschsprechenden aficionados nicht fehlen sollte.

Der Verfasser stellt den Stierkampf als ein soziales Ereignis dar, zutiefst verwurzelt in der spanischen Geschichte. Er entführt seine Leser in die fremde Welt der toros mit ihren Mythen, strengen Gesetzen und wilden Westen. Dabei wir die Lebendigkeit dieser Tradition spürbar, welchen den EG-Normen unverträglich bleibt, auch wenn der muerte en la tarde nicht mehr das ist, was er zu zeigen Hemingways war. Doch selbst heute, wo die corrida zum espectáculo zwischen Folklore und Geschäftemacherei verkommen zu sein scheint, lebt die grosse Leidenschaft der toros und toreros fort: Die aficionados harren mit grosser Kennerschaft und Geduld auf den Moment, in dem der Kampf zu Kunst wird. ... So heisst es in den eingehenden Worten in diesem Buch.


" Der Stier wird aus kulturellen Motiven gehalten, 
um auf bestimmte Weise getötet zu werden, 
das heisst, er wird nicht getötet um verzehrt zu werden, 
sondern getötet und zudem verzehrt. 
Das macht den Stierkampf angreifbar."

Lorenz Rollhäuser

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Quellennachweis:
TOROS, TOREROS, Lorenz Rollhäuser, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbeck bei Hamburg, 1990

Montag, 29. Februar 2016

Wenn Toreros ihr Leben für die Wohltätigkeit riskieren




von Philip de Málaga



Populärer Benefizstierkampf in Córdoba
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Im andalusischen Córdoba hat diese corrida de beneficencia schon Tradition, erfreut sich grosser Beliebtheit und füllt alljährlich die 16.900 Sitze der plaza de toros in der andalusischen Stadt. 

Antitaurinos sehen gerne in solchen Veranstaltungen einen Rechtfertigungsversuch der tauromaquia. Doch hier scheint durchaus die Frage gerechtfertigt, was sie denn unternehmen um anderen Menschen zu helfen? Gewiss, sie denken an das Wohl der toros, aber bis jetzt haben sie noch nicht geschafft nur einem Tier das Leben zu retten. Einfach nur eine Tatsache. Einziges Ziel was sie bezüglich der toros erreichten, das Geld der Steuerzahler für Polizeieinsätze und Gerichtsverfahren auszugeben.

Jedoch die afición stört das wenig. Mit einem traditionsverankerte Kulturerbe etwas Gutes zu tun, dass motiviert nicht nur die teilnehmenden Akteure wie torerosganaderosmozos de espadaempresarios etc. sondern vor allem die aficionados welche diese fiesta taurina aufzusuchen, vor allem auch deswegen weil preislich attraktive entradas warten.

Im Mittelpunkt der corrida steht der toro und die arte del toreo, die Kunst mit den toros regelkonform, kreativ, furchtlos wie künstlerisch umzugehen. Die verantwortlichen matadores de toros, welche für den muerte der toros verantwortlich sind, entnehmen die Leser dem rechten cartel. Und auch die ganadería Zalduende findet sie auf der Ankündigung, und obwohl es sich um ein festival handelt, werden keine novillos, wie normalerweise bei solchen Veranstaltungen, sondern richtige toros zur Verfügung gestellt.

Aber noch ein Künstler beteiligt sich an dieser fiesta nacional der besonderen Art. Er ist 14 Jahre alt, und liegt derzeit in der Station für Onkologie im Hospital Reina Sofía in Córdoba. Seine Leidenschaft im Zeichnen und Malen brachte ihn dazu, das cartel taurino für dieses Jahr zu entwerfen. Man erkennt einen toro  welcher sich mit Andalusien identifiziert. Das spanische Gitarrenspiel mit dem Flamenco, der Fächer gegen die sommerliche Hitze, die historische Vergangenheit der Mauren, der Stier im toro auf den saftigen Weiden der dehesas, was man auch als eigene Identifikation mit sich selbst, dem Stier, interpretieren kann, und schliesslich das alles überscheinende Licht der Sonne. Willkommen in Andalusien.

Wie hier in Murcia, solche Wohltätigkeitsauftritte finden stets einen grossen Andrang in den plazas
Toros für einen wohltätigen Zweck. Auch das gehört zu Andalusien. Im letzten Jahr gab es in dieser südlichen Region Spanien 31 festivales mit einem Besucheranstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die bei dieser corrida eingenommen Gelder gehen fast vollständig an die Asociación Española contra el Cáncer, eine nationale spanischen Vereinigung gegen den Krebs. Die aecc kann sich derzeit auch weiterhin auf die Unterstützung der mundo de los toros verlassen. Da bleibt es nicht nur bei dieser einen Veranstaltung in Córdoba, sondern andere Städte wie Valencia, Murcia, Jaén usw. schliessen sich gerne an und veranstalten ebenfalls ihre eigenen corridas de beneficencia.  Die Beteiligten machen das gerne, den Zuschauern gefällt es, und so hat man sein Vergnügen und kann anderen Menschen damit auch noch helfen. Das sind doch gute Vorraussetzungen. Und in der Regel werden solche corridas von einem sehr angenehmen Ambiente

Sonntag, 28. Februar 2016

Ein Gebet für den Torero

Das Toreros beten ist bekannt, der Inhalt in der Regel geheim
Aber auch beim Stierkampf finden sich Standardtexte und Musik
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von Philip de Málaga



Viele plaza de toros verfügen über eine kleine Kapelle, wo sich die toreros vor ihrem Auftritt im ruedo zurückziehen, um ein wenig innezukehren und um zu beten.


Was die maestros und ihre cuadrilla hinter den meist verschlossenen Türen beten ist unbekannt.  Sollte es auch sein. Man kann sich nur vorstellen, mit welchen Gedanken sich die Akteure gerade beschäftigen. Zum einen versuchen sie mit Sicherheit die aufkommende Angst zu beruhigen, beten für einen guten Ausgang des festejos taurinos, und vor allem dass ruedo ohne cornada verlassen zu können. Man betet für ein gut gestimmtes Publikum, für toros, welche für eine gute lidia taugen und schliesslich für einen gnädigen presidente. Ob sie auch für sich beten? Das sie eine gute Figur machen? Sich nah am Tier bewegen können? Die quite, die verónica oder eine neue suerte bestens gelingen werden? Das der momento de verdad sich nicht zum Alptraum von tres avisos entwickeln werde? Zu bitten gäbe es viel. 

Aber es wäre sicherlich ein besonderer Vorteil sich in diesen besinnlichen Minuten eine gewisse innere Ruhe anzueignen um gelassen beim paseillo ins ruedo zu treten, und schon ist der ganze Stress vergessen und man kann sich voll und ganz auf das toreo konzentrieren.

Aber wie auch in einer normalen Kirche, für den normalen Gläubigen gibt es auch hier Standardgebete. Wie das Vater Unser, welchen einige toreros als Halskette um sich tragen:

"Vater unser, der du bist in den ruedos.
geheiligt werde dein Name.
Deine quite komme zu uns.
Dein Wille geschehe mit mir, nicht der des toros,
wie im Triumph so auch in der Angst.
Gib uns unsere tägliche suerte heute.
Lass uns nicht fallen in die schlechten tarde 
und befreie uns von den Schmerzen.
Amén."

Wir sind in Spanien und hier gibt es noch jemand den man beim Anbeten nicht vergessen sollten. Die Jungfrau María. Diese findet sich aber in zahlreichen Varianten, meist gebunden an die Schutzpatronin der entsprechenden Gemeinden und findet sich oft auch als beschriftete Keramiktafel an der Wand der plaza de toros:


Der Ort des Betens ist oft aber auch nicht unbedingt auf die capilla in der plaza de toros beschränkt. Nicht selten benutzen die maestros die Ruhe in ihren Hotelzimmern, wo sie einen kleinen Altar errichtet haben, um das Gespräch mit Gott zu suchen.


Diese geistliche Vorbereitung inspirierte den 1882 in Sevilla geborenen spanischen Komponisten Joaquín Turina. Fasziniert von allem was mit dem andalusischen Temperament zu tun hat, von den Fischermädchen auf den Märkten, den Schuhputzern, die Flamencosänger und Tänzer, die Menschen im Allgemeinen wie eben auch die Helden in den ruedos. Und eines Tages erkannte er sofort, dass es hier etwas zu komponieren gäbe. Das war aber nicht in Andalusien sondern 1925 in der spanischen Hauptstadt Madrid. Joaquín Turina erklärte es wie folgt: 

"Eines tarde de toros in der plaza von Madrid, eine alte, harmonische anmutige plaza entdeckte ich mein Werk. Ich war gerade im patio de caballos.  Und dort, hinter einen kleinen Tür, war die capilla, gefüllt mit Salbung, wo die toreros hinkamen um zu beten, bevor sie draussen dem Tod entgegentraten. Und plötzlich erkannte ich in seiner ganze Fülle, diesen subjektiven, musikalischen so ausdrucksstarken Kontrast zwischen dem fernen Tumult in der plaza  dem Publikum welches dort auf die fiesta wartete im Gegensatz zu den Gesalbten vor jenem Altar, arm und voller liebenswerter Poesie, sie kamen um vor Gott für ihr Leben zu bitten, vielleicht auch für ihre Seelen und die Schmerzen, von der Hoffnung und der Illusion, und vielleicht werden sie jenes ruedo, voller Lachen, Musik und Sonne für immer verlassen."

So entstand 1926 das einsätzige Werk für einen Lautenquartett. Nachdem aber das Ensemble, dem Turina sein Werk geradezu auf den Leib geschnitten hatte, auflöste, erarbeitet er eine Version für Streicher. Das Stück selbst besteht aus einer kurzen dramatischen Einleitung, dem klassischen Paso Doble, es folgt ein sehr bewegendes lyrisches Andante, welches von einer geradezu brutalen Steigerung unterbrochen wird, was wohl auf ein dramatisches Geschehen im ruedo hinweisen soll. Dem folgt wieder ein Lento, welches der Ausdruckshöhepunkt  des gesamten Werkes darstellen soll, und was wohl auch das eigentliche Gebet widerspiegeln lässt. Noch ein wenig Paso Doble und schliesslich der Ausklang mit einem weiteren Lento.


Der Glaube und die Tauromachie haben beide etwas gemeinsam. Von beidem sollte man die Leute nicht versuchen davon zu überzeugen. Ein jeder muss und sollte diese Erfahrung selbst machen und es für sich alleine entscheiden.  Wenn toreros beten, beten sie für sich allein, stehen nicht im Herzen einer plaza de toros oder im Blickfeld der Zuschauer in den tendidos. Manchmal besuchen die maestros eine Kirche auf dem Weg zum festejo taurino, um sich für die bevorstehende corrida de toros zu sammeln, wie hier der diestro Morante de la Puebla.

Samstag, 27. Februar 2016

Ein neuer junger Spirit im Publikum





über José María de la Rosa


Die grösste plaza de toros von Europa, Las Ventas in Madrid, mit den meisten fiestas nacionales beginnt ihre grosse temporada taurina mit Kunst. Mit einem cartel taurino, von einem bekannten Künstler gestaltet. In diesem Jahr wird die arte taurino von dem jungen Talent José María de la Rosa, repräsentiert, welcher nicht nur ein torero aus Berufung ist und somit ein leidenschaftlicher aficionado práctico, sondern er gehört zu jener jungen Generation, welchen den Spirit des toreos in die tendidos bringen. Er ist bekannt für seine corrida-Besuche. Voller Enthusiasmus sieht er in einer jeden corrida immer wieder die Erneuerung des toreos. Er erkennt neue Visionen, welche er häufig auf sein Umfeld in den tendidos überträgt und letztendlich künstlerisch auf das Papier bringt. Die meisten Medien, wie der TV-Sender Antena 3 oder die populären Tageszeitungen wie El Mundo oder El País wurden vor allem im letzten Jahr auf ihn aufmerksam, als er den populären 9. Wettbewerb TAURODELTA 2015 für ein cartel taurino gewann. Es folgten Ausstellungen in Madrid und San Sebastian de los Reyes. Und in diesem Jahr eröffnet er die feria taurina in der spanischen Hauptstadt. In den Jahren 2011 bis 2012 war er für das Portal mundotoro tätig. Also grafisch schon immer mit der mundo de los toros konfrontiert.


Mit ihm sei die arte taurino wieder neu geboren und behauptet sich jung wie lebendig. Er bewege sich auf dem Niveau der Klassiker.  Er bringe wieder einen jungen, neuen und hoch motivierten Geist in die plaza de toros  Wenn José María de la Rosa, der von seinen Freunden liebevoll Tico genannt wird, von dem toreo und der Kunst spricht, hört man von Werten, Entscheidungen, Mut und Jugend.  Er erzählt von einer Jugend, welche ihr Leben riskieren um ihrer Berufung als torero zu folgen und von den Künstlern, welche mit einen Blick aus verschiedenen anderen und neuen Blickwinkeln, die arte taurino neu zu entdecken haben.

Freitag, 26. Februar 2016

Versuchen die Sozialisten ihre neutrale Position zum Stierkampf aufzugeben?




von Philip de Málaga


Die Sozialistische Arbeiterpartei bringt neue Ansätze
für ein Verbot der Tauromachie mit in ihr Parteiprogramm
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Es war schon eine erstaunliche Nachricht, welche da in dieser Woche durch den Nachrichten-Ticker gelaufen ist. Da hat der Spitzenkandidat der Sozialistischen Arbeiterpartei von Spanien (PSOE), Pedro Sánchez, mit dem Kandidaten der Ciudadanos, Albert Rivera eine Vereinbarung unterschrieben, dass im Falle einer Regierungsbildung nach den nächsten Wahlen, ein neues Tierschutzgesetz in die Wege geleitet werden soll. 

Pedro Sánchez und Albert Rivera unterschreiben eine neue Tierschutz-Vereinbarung
Dabei geht es in erster Linie um die Anpassung eines neuen Rahmen für das bestehende Tierschutzgesetz, um es für alle Regionen Spanien auf einen Mindeststandard zu bringen. Dabei geht es nicht nur um den Schutz der Tiere und deren Rechte sondern ganz im Besonderen gegen eine Misshandlung, bzw. Quälerei von Tieren bei öffentlichen Veranstaltungen wie populäre Feste, und jetzt wird wortwörtlich der Begriff festejos populares genannt.

Ganz klar, es ist offensichtlich, dass man hier nach neuen Ansätzen sucht, wie man die tauromaquia in ihren kulturellen wie traditionellen Rechten beschneiden kann. Ein erstaunlicher Versuch, der sicherlich nicht im ganzen sozialistischen Lager an Zustimmung finden wird. Allein die sozialistische Hochburg Andalusien, wo die PSOE schon seit 1982 das Sagen hat, wird dieser Änderung nicht so ohne weiteres zustimmen. Zustimmen können. Denn diese Region lebt von den toros. Und wie SfA in dieser Woche schon feststellte, der toro ist ein wichtiger Teil der andalusischen Kultur. Nicht nur das, mehr noch, die mundo de los toros bildet hier einen wirtschaftlich wie ökologisch wichtigen Faktor. Viele Menschen leben mit dieser Kultur, sind ein Teil von ihr und häufig leben sie auch von ihr.

Bald vielleicht auch ein Wahlkampfthema? Wohl kaum.
Die vielen sozialistischen Parteigenossen, welche laut einer Umfrage vor vier Jahren noch 43 Prozent ausmachten, welche ein Verbot der tauromaquia ablehnten, haben da sicherlich auch ein Wörtchen mit zureden. Und wenn wir von Politik und anstehenden Wahlen sprechen, zählen die Wählerstimmen der aficionados de toros auch gerade nicht wenig. In Spanien bekennen sich nach jüngsten Umfragen immerhin 19 Prozent zu den toros. Auf die kann kaum eine Partei verzichten, schon gar nicht, wenn man mit einem knappen Ergebnis rechnen kann.

Insofern kann man da Vorgehen von Pedro Sánchez nur kopfschüttelnd zur Kenntnis bringen. Gerade auch  deswegen, weil in den letzten Jahren die Beliebtheit an den festejos populares auch in sozialistischen Regionen gestiegen ist, und sogar in Katalonien sich weiterhin grosser Popularität erfreu, obwohl die corridas de toros dort verboten sind. Wie man es auch immer bewerten will, dieses neu angestrebte Tierschutzgesetz, welches wohlgemerkt derzeit nur in den Köpfen der Opposition sich zusammenbraut, trifft vor allem die ländliche Bevölkerung, jene kleine Ortschaften, wo die festejos taurinos ein jährliches Highlight bilden.

Donnerstag, 25. Februar 2016

José Tomás kommt wieder nach Spanien




von Philip de Málaga


Überraschende Ankündigung aus Jerez de la Frontera
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Wer in den Süden von Andalusien reist wird dieses Reiseziel nicht auslassen. Jerez de la Frontera ist vor allem bekannt für seinen Sherry, die andalusische Reitkunst und eben die toros. Anfang Mai findet dort die bekannte Feria del Caballo statt, welche von einer kleinen aber meist ziemlich interessanten feria taurina begleitet wird. In diesem Jahr sind es zwei corridas de toros mit grossen figuras des toreo und, wie natürlich zu erwarten ist, die Kombination aus Pferden und toros  einem rejoneo. Und da erwartet man, besonders in Jerez de la Frontera etwas ganz Besonderes. Und in diesem Jahr sind es sechs toros und sechs rejoneadores die sich einem fachkundigen Publikum in den sicherlich ausverkauften tendidos stellen. Aber neben diesem Ereignis und den figuras wie Morante de la Puebla, Alejandro Talavante, José María Manzanares, López Simón und dem Piraten Juan José Padilla gibt es in diesem Jahr ein weiteres Highlight.

Eine gelungene Überraschung: José Tomás im Mai 2016 in Spanien (Foto: mundotoro)
Der maestro José Tomás kehrt nach zwei Jahren Abstinenz wieder in ein ruedo nach Spanien zurück. Was für ein Schritt des bekannten toreros aus Galapagar bei Madrid. Nach seinem eher doch kritisch gesehenem Auftritt Anfang des Jahres in México (SfA: Der Tag an dem José Tomás wieder zum Menschen wurde) stellt er sich erneut, und jetzt in seinem Heimatland, vor einer afición, welche etwas vom toreo versteht, und er scheut keinen Vergleich mit anderen grossen figuras. Ein wirklich mutiger Ansatz der Wiedergutmachung mit seinen Anhängern. Und alle aficionados können gespannt sein, wie der mittlerweile 40-jährige José Tomás sich präsentieren wird.


Plaza de toros in Jerez de la Frontera
Was für eine kleine aber qualitativ hochwertige feria taurina  Die 10.500 aficionados in der plaza de toros von Jerez de la Frontera dürfen aufmerksam beobachten, so wie die mundo taurino in diesen Tagen einen Blick auf die reaparición nach Spanien des toreros werfen wird. Der empresario kann sich wohl auf ein No hay billetes für alle drei tardes de toros freuen. In Jerez de la Frontera gab es eine plaza de toros schon seit 1839. Zunächst aus Holz, dann ab 1891 eine aus Stein.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Andalusien: Mehr als eine Million Zuschauer




von Philip de Málaga


Die südspanische Region weiterhin im Aufwärtstrend
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Für die meisten befindet sich die Wiege der tauromaquia in Andalusien. Die Region im Süden der Iberischen Halbinsel mit ihren zahlreichen ganaderías, den historischen plaza de toros wie die Real Maestranza de Ronda und den vielen ferias spielt in der mundo de los toros in der Tat eine tragende Rolle. Hier kommen sozialistische oder grüne Politiker nicht auf die Idee eine abolición de toros anzustreben, die toros zu boykottieren oder geschweige denn  ein Verbot auch nur ansatzweise in die Wege zu leiten. Zu beliebt ist hier der toro und integriert im täglichen Alltag. Mehr noch, er gehört dazu. Er ist Teil der spanischen Kultur, und wird als Tradition wie als Kulturerbe in allen Gesellschaftsschichten akzeptiert.

Immer mehr füllen sich die plaza de toros in Andalusien
So ist es nicht verwunderlich, dass gerade in Andalusien der Trend zu den toros weiterhin positiv zu bewerten ist. Vor alle auch deswegen, weil sie in  der letzten temporada taurina  im Jahr 2015 mehr als eine Millionen Besucher zählte. Genau 1.010.105 Zuschauer. Das entspricht einer Steigerungsrate von 3,4 Prozent.  Dabei lockte es mehr als eine viertel Million Besucher in die andalusische Hauptstadt Sevilla. Für den Aussenstehenden eher erstaunlich, für den aficionado und Kenner weniger überraschend, an zweiter Stelle steht die Provinz Jaén. Dort sind es vor allem die dörflichen festejos taurinos, die festejos populares, welche die afición in ihren Bann ziehen. Eine Provinz wo der Tourismus eher bescheiden abläuft, und es fast nur die Spanier sind, welche die toros aufsuchen:
  1. 255.535 Besucher in Sevilla (+ 2,9%)
  2. 176.980 Besucher in Jaén (+12%)
  3. 167.591 Besucher in Málaga (+2,7%)
Durchschnittlich besuchten in Andalusien corrida de toros 5.212 Besucher. Das sind 14,5 Prozent mehr als 2014.
Die temporada taurina zählte 699 festejos taurinos (1,3 Prozent mehr): 
Man kann klar erkennen, wer es schwer hat: Der Nachwuchs. Denn gerade den Schülern der escuelas taurinas fehlt es immer mehr an Möglichkeiten, ihr erlerntes Können im toreo unter Beweis zu stellen. Leider auch in Andalusien, obwohl sie hier in der Regel politische Unterstützung erhalten.

In Andalusien gehört er dazu-
Die ganaderías lieferten in dem letzten Jahr 3.017 reses an die verschiedenen fast 700 festejos taurinos.
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Quellennachweis:

Dienstag, 23. Februar 2016

Wenn die Optik täuscht




von Julián López


Am Sonntag gab es in der spanischen Hauptstadt, trotz politischer Agitation gegen die mundo de los toros, die erste corrida de toros. Vor gut 6.000 Zuschauern in den tendidos der überdachten plaza de toros gaben sich die matadores de toros David Mora und der aus Málaga stammende Jímenez Fortes ein mano a mano. Die beiden maestros wurden mit grosser ovación empfangen, welche über das ganze festejo taurino anhielt. Eine geradezu spektakuläre voltereta präsentierte David Mora beim fünften toro der ganadería Parladé: Auf dem Photo sieht es zwar so aus, als ob der torero gekonnt über den toro springt, ab dem war nicht so:

(Foto: Julián López, mundotoro)
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Plaza de toros, Vistalegre, Madrid
Ganadería: Parladé (Sobrero, der 6. toro: Juan Pedro Domecq)
Ein mano a mano für die maestros:

Montag, 22. Februar 2016

Stierkampf in Venedig




von Anonym
und Canaletto

Im Centro de Arte de la Tauromaquia in Málaga findet sich gleich nach der ersten Zeichnung des Belgiers Jan van de Straet (Siehe: Der Zeichnung vom Stierkampf kam von einem Belgier) ein weiterer Druck mit Beziehung zum spanischen Ausland.  Zwar ist der Künstler unbekannt, jedoch stellt diese Zeichnung eines festejos taurinos in Italien dar. Genau auf dem Piazza San Marco Platz in Venedig.



Toros in Venedig.  Nun, einigen ist es sicherlich nicht unbekannt, dass es in Italien in der Tat festejos taurinos gab. Stierfeste, bei denen sich die cavalieri zu Pferde mit den toros gemessen haben. Und die Stiere gab es schon lange in Italien. Doch als 1322 bei solch einem festejo taurino in Rom neunzehn Reiter und viele der Zuschauer starben, konnte man erkennen, das die fiesta de los toros auf dem italienische Stiefel kein Renner werden wird.  Trotzdem soll es die toros noch bis 1808 gegeben haben. So zum Beispiel im Jahr 1500, wo der Vatikan die Geburt des Herrn unter anderem mit einer corrida feierte, oder im Jahr 1761 auf dem Markusplatz in Venedig, wie folgende Zeichnung von Canaletto  darstellt:
Stierkampf auf dem Markusplatz: Bernado Belloto, genannt Canaletto (1722 - 1788)
Hinzu kam die päpstliche Bulle aus dem Jahr 1567, wo man versuchte, vor allem die tauromaquia in Spanien zu unterbinden (Siehe: Warum die katholische Kirche den Stierkampf nicht verbietet).  Um so kurioser, dass es in Italien trotzdem weiterhin an die fünfzig Jahre lang Stierkämpfe gegeben hat. Erst als dann Papst Clemens VIII im Jahr 1996 das heidnische Vergnügen von der Sünde endgültig befreite, wurde das Ende der festejos taurinos in Italien  langsam eingeleitet.