Donnerstag, 6. Februar 2014

Espontáneos (3. Teil)

Über Menschen die den Ablauf einer corrida störten
um selbst ins Rampenlicht zu gelangen
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von Colin Ernst 


Ein espontáneo hat auch zum Rücktritt von Manuel Benitez geführt. Eine corrida in Albacete (Kastilien - La Mancha), im September 1981, mit den matadores de toros Rafael de Paula, El Cordobés und Palomo Linares. Der Nachmittag fing nicht gut an. Es hagelte Pfiffe und Sitzkissen, zuerst für de Paula, dann für El Cordobés. Der fünfte Stier, von der ganadería Guartales, mit Namen Sospechoso (Verdächtiger), mit ausladenden Hörnern verliess den toril. Vom tendido 7 sprang Fernando Eles Villarroel Sanchez ins ruedo. Mit nacktem Oberkörper, das rote Hemd in der Hand, lief er auf das Tier zu und zitierte den toro. Dieser nahm den espontáneo sogleich mit kurzem Anlauf auf die Hörner. Und setzte ihm, der am Boden lag, heftig nach. Mehrfach. 


Neben anderen Verletzungen, waren zwei der cornadas tödlich. Fernando verblutete in Sekunden schnelle im Sand der plaza von Albacete. 

Später wird El Cordobés vorgeworfen, zu spät eingegriffen zu haben. Laut Gesetz (Artikel 34, Absatz 5 des reglamento taurino) ist es die Pflicht der cuadrilla, welche in diesem Moment im ruedo ist, den espontáneo abzuhalten, einzufangen, den Stier abzulenken und den Delinquenten im burlardero der Polizei zu übergeben. Fernando, so hieß es, hätte getrunken und wollte dem maestro demonstrieren "Wer er ist". El Cordobés verließ Albacete, sichtlich geschockt, fluchtartig. Am Folgetag gab er seinen endgültigen Rücktritt bekannt.

Fortsetzung folgt.