Freitag, 13. Juni 2014

Am Sonntag schaut die Afición nach Istres in Frankreich




von Philip de Málaga


Joselito tritt im ausverkauften Istres an
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Auch aus Deutschland kommen aficionados um dieses espectáculo taurino nicht zu verpassen. Im ausverkauften Istres, vor 2.600 aficionados in den tendidos, Glück für jene, welche entradas ergattern konnten, geben sich zwei grosse maestros ein Stelldichein und begleiteten wie bezeugen die alternativa des Noch-novilleros Cayetano Ortiz.

Die eigentliche Sensation ist die reaparición, also die Rückkehr ins ruedo, des matadores de toros José Miguel Arroyo "Joselito". Der mittlerweile 45-jährige überrascht mit diesem Auftritt die gesamte afición. Keiner hat damit gerechnet, dass Joselito jemals wieder in einer corrida de toros antreten wird. Selbst der empresario der plaza de toros von Istres war überrascht mit welchem Glück er überhäuft wird. "Der Traum wird zur Wirklichkeit", so seine Worte. 

Joselito gehörte im letzten Jahrhundert mit Sicherheit zu jenen maestro die mit am besten den estoque beherrschten. Fast jeder Todesstoss sass beim ersten Mal. Auch der Umgang mit der capa übertrug den duende ins Publikum und liess die tendidos vibrieren. 

Begleitet wird diese reaparición von ein weiteren wahren torero artista, vom maestro Morante de la Puebla. Dieser hat gerade im letzten Jahr gute Erfahrung in dieser plaza gemacht und konnte triumphieren. Welch grösseres Glück kann es geben mit gleich zwei solch famosen maestros seine alternativa zu bekommen. Den Ritterschlag zum matador de toros. Cayetano Ortiz ist der Glückliche. 

Joselito und Morante de la Puebla (Foto: mundotoro)
Aber seien wir ehrlich, die mundo de los toros sieht in jener corrida de toros eher ein mano a mano zwischen Joselito und Morante. Wir können gespannt sein, was wir am Sonntag vor dem No hay billetes zu sehen bekommen.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Kurioses von den Kanarischen Inseln




von Philip de Málaga


Obwohl die toros dort verboten sind 
werben die Kanarischen Inseln bei den aficionados
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Schon lange gibt es auf den Kanarischen Inseln keine toros mehr. Man, also die Gobierno de Canarias (die Landesregierung der Kanarischen Inseln) hat sich dagegen ausgesprochen und ein jegliches festejo taurino verboten. Wenn eine Region sich dafür entscheidet, sollte sie es auch konsequent durchsetzen und die mundo de los toros nicht unterstützen und noch weniger sie ausnutzen. Doch die Gobierno de Canarias sieht das anders und wirbt auf Stierkampfportalen wie mundotoro für eine Breite des Lebens auf den Kanarischen Inseln. Welch ein Widerspruch, welch eine Ironie.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Chef einer französischen Antitaurino-Organisation verhaftet




von Philip de Málaga


Der französische Staat setzt dem aggressiven Verhalten der antitaurinos ein Ende
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Mit Tränengasbomben bewaffnet, die Polizeieinheiten beleidigend und die aficionados provozierend, versuchte der Präsident, der französischen Organisation CRAC des antitaurinismo eine corrida im französischen Vic-Fezensac zu stören, beziehungsweise zu verhindern. Sein Name Jean Pierre Garrigues. Die Polizeieinheiten sahen sich das nicht mehr länger an und verhaften den antitaurino der für seine radikale Vorgehensweise propagierte. Hinzu kommt, vom französischen Staat ist es antitaurinos verboten, sich während festejos taurinos einer plaza de toros zu nähern. Kurz, ein Gesetzesbrecher mit krimineller Vorgehensweise. In unserer Demokratie die eindeutige Rechtfertigung für eine Verhaftung.

Wie lässt sich eine solch radikale Vorgehensweise von antitaurinos erklären oder gar rechtfertigen? Wieso muss sich ein aficionado, welcher ein Kulturgut in einer Demokratie besucht sich vor einer plaza de toros das lautstarke Gegröle, meistens mit Megafonen unterstützt, von gar nicht mal vielen antitaurinos anhören? Warum meinen die Vertreter des antitaurinismo, die afición beleidigen und provozieren zu müssen? 

Die Polizei verteidigt demokratisches Kulturgut
Jeder hat das Recht eine Stellung gegen die mundo de los toros zu beziehen. Aber doch bitte mit allem demokratischen Respekt. Wie auch dieses Portal SfA, wir wollen niemanden überzeugen, ein jeder muss dass für sich selbst entscheiden. Aber die afición hat ein Recht darauf nicht ewig beleidigt zu werden. Und die Beleidigungen und aggressiven Vorgehensweisen werden ja nur aus dem Grund stärker, weil die antitauromaquia auf den politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Ebenen in Frankreich wie in Spanien immer mehr an Terrain verliert.

Dienstag, 10. Juni 2014

Rekordzahlen in Madrid





von Philip de Málaga


Die feria taurina von Madrid 
konnte in diesem Jahr Rekordzahlen verkünden
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Solange ich mich erinnern kann, es war das beste San Isidro! So verkündete der empresario der plaza de toros Las Ventas in der spanischen Hauptstadt Madrid, Don José Antonio Martínez Uranga. Und mit besonderem Grund kann er stolz auf die bisherige temporada taurino zurückblicken. 31 festejos taurinos und knapp 700.000 Zuschauern in den tendidos. Dabei gab es 8 No hay billetes, also acht Mal komplett ausverkauft hasta la bandera. Mit anderen Worten, acht corridas mit jeweils 23.500 Zuschauern. Und durchschnittlich besuchten 21.000 Besucher die festejos taurinos in der spanischen Hauptstadt. Und da sage man, die toros seien in Spanien nicht mehr populär.

Ein Blick in die tendidos verriet, auch das junge Publikum beginnt sich wieder für die mundo de los toros zu interessieren. Im Portal von mundotoro findet man zahlreiche Galerien die dieses bezeugen. Auch die junge Damenwelt fängt wieder an ein gewisses Interesse für die toreros zu zeigen, welche täglich ihr Leben riskieren. Die tendidos in Madrid können dieses bezeugen.

Fast jeden Tag füllten sich die tendidos in Madrid (Foto: mundotoro)
Fünf puertas grandes, 26 orejas und 18 ovaciónes für die toros, mit Sicherheit eine gute Bilanz von San Isidro. Die afición kann zufrieden sein.

Montag, 9. Juni 2014

Deutschland sei gegen den Stierkampf - ein Unverschämtheit so etwas zu behaupten

Tierschützer versuchen publik zu machen
was einfach nicht der Wahrheit entspricht!
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von Philip de Málaga



Von einem deutschen aficionado de toros bekam ich ein Photo zugesendet, welches er dem Portal SOS-Galgos entnommen hatte. Deutschland sagt NEIN zum Stierkampf. 


Ziemlich erstaunt betrachtete ich jene Aufnahme und fragte mich, ist es eine Lüge, eine Unverschämtheit, eine Provokation oder was auch immer. Tatsache ist doch, es entspricht mit Sicherheit einfach nicht der Wahrheit.


Tatsache ist, die deutsche Politik wird sich mit Sicherheit nicht in das Thema des französischen und spanischen Kulturgutes einmischen. Die zweite Tatsache ist jene, dass es auch in Deutschland zahlreiche aficionados gibt, also Personen die sich zur tauromaquia bekennen. Und die dritte Tatsache ist, den meisten Deutschen ist es völlig egal ob es in Frankreich, Spanien oder Portugal corridas gibt oder nicht. Sind auch die meisten kaum darüber informiert. Kennen sich in diesem Thema nicht aus.

So stellt sich die Frage, wie kommen antitaurinos dazu eine solche unverschämte Behauptung aufzustellen. Wieso fahren deutsche Tierschützer nach Frankreich und sagen etwas aus, was einfach der Wahrheit nicht entspricht?

Stierkampf in der zeitgenössischen Kunstszene




von Ursula Herzog


Auch in der französischen bildenden Kunst 
interessiert man sich für die tauromaquia
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Die renommierte Zeitschrift Artpress hat die komplette aktuelle Ausgabe, die Nummer 33 (Mai, Juni, Juli 2014) der Kunst der tauromaquia gewidmet. Die Ausgabe enthält zwanzig Artikel renommierter Autoren (Philosophen, Schriftsteller, Künstler ….) und enthält darüber hinaus zahlreiche Reproduktionen von Werken von Bildhauern, Malern und Fotografen.


Artpress ist ein Journal über zeitgenössische Kunst. Die erste Ausgabe erschien Dezember 1972 / Januar 1973. Die Artikel sind in Englisch und Französisch.


Sonntag, 8. Juni 2014

Die Plaza de toros als Gourmet-Tempel

In Málaga werden in der plaza de toros an die 20 Bars installiert
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von Philip de Málaga




Die empresa der Malagueta, vor allem der empresario José Cutiño und der gerente Juan Carlos Estrada haben sich darüber Gedanken gemacht, warum man die plaza de toros nicht das ganze Jahr nutzen kann und nicht nur zu den corridas und den gelegentlichen Konzerten. Die Idee zu dem neuen Konzept entstand diese Tage. Findet doch gerade im ruedo eine Feria de Tapas statt. Kleine Köstlichkeiten aus der Provinz Málaga werden dort angeboten. Und der Besucherandrang ist gross.

Die Zielvorgabe ist eindeutig. Der coso taurino von Málaga soll 365 Tage im Jahr geöffnet sein. Dazu sollen in den pasillos der tendidos 1, 2, 7 und 8 mobile an die zwanzig Bars installiert werden, welche lokale Köstlichkeiten präsentieren und anbieten sollen. 

(Foto: Dr. Andreas Krumbein)
Begleitet wird diese Initiative von verschiedenen Ausstellungen und dem museo taurino. Geplant ist auch ein Saal in dem entsprechende Vorträge und Gesprächsrunden über die mundo de los toros abgehalten werden sollen. 

Kurz gesagt, die plaza de toros von Málaga soll zu einem gesellschaftlichen wie touristischen Mittelpunkt aufgewertet werden. Immerhin ist die Malagueta eine plaza de toros der ersten categoría. Noch vor der feria im August soll das Projekt umgesetzt werden. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt, mit dieser Initiative werden an die 100 Arbeitsplätze geschaffen.

Samstag, 7. Juni 2014

Und sie sagen keiner interessiere sich für die Stiere




von Philip de Málaga


Rekordzahlen beim Internetportal mundotoro
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Das Portal mundotoro bedankt sich bei seinen Besuchern
Sie sagen, keiner interessiere sich mehr für die mundo de los toros. Und trotzdem konnte das Internetportal mundotoro im letzten Monat Rekordzahlen verbuchen. Über 1,6 Million Besucher! Dabei wurden knapp 5 Millionen Seiten aufgerufen! Die toros fangen an wieder populär zu werden.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Stierkampfgesten in Roland Garos




von Philip de Málaga


Wenn Tennisspieler zu toreros mutieren
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Der spanische Tennisspieler aus der La Mancha, Guillermo García-Lopez, Nummer 41 der ATP-Weltrangliste, brachte seine afición zu den toros in das Tennis Stadium von Paris. Nach jedem seiner Siege grüsste und bedankte der Spanier sich beim Publikum mit einer Handbewegung, drehte sich um sich selbst, eben wie es die toreros tun, wenn sie in einer plaza triumphieren konnten. Die 20.000 Zuschauer nahmen diese Geste sehr erfreut und mit viel Beifall entgegen. 

(Foto: mundotoro)
Guillermo García-Lopez versteht sich nicht nur als ein aficionado de toros, er pflegt auch eine intensive Freundschaft zu dem matador de toros Rubén Pinar Rubio und besucht selbst regelmässig corridas de toros

Zahlreiche Sportler bekennen sich zur mundo de los toros. Darüber sollten mal die verantwortlichen Herrschaften der verschiedenen Sportorganisation, wie zum Beispiel auch die UEFA mal Gedanken machen woher das kommt. Gesten, Gefühle, Stolz, Eleganz und Mut sind doch eigentlich herrliche Eigenschaften um nicht nur sich selbst zu beweisen sondern auch um sie einem breiten Publikum zu zeigen.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Juan Carlos in Las Ventas




von Philip de Málaga


Der spanische König leitet heute das letzte Mal als Monarch eine corrida
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Der spanische König Juan Carlos I leitet heute in der plaza de toros in der spanischen Hauptstadt Madrid das letzte Mal als presidente die corrida de beneficencia. An seiner rechten Seite der Minister für Kultur, Ignacio Wert und auf der anderen Seite Ignacio González, Präsident der Region Madrid. Seine Majestät wurde mit Standing Ovations und grossem Applaus von den tendidos, dessen Plätze mit einem no hay billetes gefüllt waren, empfangen, während die spanische Nationalhymne ertönte. Mit dieser Geste hat Juan Carlos I wieder einmal öffentlich seine afición zu den toros publik gemacht. Ohne Frage eine Ehre für die matadores de toros El Juli, Iván Fandiño und Alejandro Talavante welche den toros der ganadería Alcurrucén gegenüberstehen.

(Foto: mundotoro)

Dienstag, 3. Juni 2014

Die Könige und der Stierkampf




von Philip de Málaga


Das spanische Königshaus bekennt sich mehrheitlich zur tauromaquia
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Die Medien sind voll davon. Der spanische König Juan Carlos I dankt ab und überlässt den Thron seinem Sohn Felipe, dem Prinzen von Asturien. Ausser der Königen, Sofía von Griechenland, welche als überzeugte Vegetarierin auch die corridas nicht besucht, so stellt sich jedoch das restliche Königshaus geschlossen hinter die fiesta de los toros. Regelmässig besucht das casa real die toros, sogar im katalanischen Barcelona als es dort noch nicht verboten war. Madrid, Sevilla, Ronda und sogar in Lima. So verfügen einige plaza de toros über einen palco real, eine Loge, welche nur dem Königshaus und seinen Gästen vorbehalten ist. Und trotz Loge finden sich die königlichen Mitglieder nicht selten in der ersten Reihe, der barrera, wieder. Man will nah am Geschehen sein.

Juan Carlos I im palco real (Foto: mundotoro)
Juan Carlos I hat schon immer die fiesta nacional unterstützt, machte nie einen Hehl daraus und die corrida de beneficencia, der Wohltätigkeitsstierkampf im Juni wurde auch stets von ihm als presidente geleitet.

Der neue König mit seiner Frau an der barrera (Foto: mundotoro)

Montag, 2. Juni 2014

UEFA verbietet Werbung der Stiere beim Fussball




von Philip de Málaga


Die mundo de los toros darf beim Fussball nicht werben
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Die UEFA hat bekannt gegeben, dass man beim Fussball für tortura, also für Folter nicht werben darf. Dabei setzte die UEFA, gleich den antitaurinos die tauromaquia auf dasselbe Niveau. Die tortura zu banalisieren, als ein Verbrechen darzustellen, bedeutet gleichzeitig alle aficionados als kriminelle Elemente zu verurteilen. 

Auch bei der Ethik sollte man differenzieren und nicht nur wenige Personen entscheiden lassen was zu tun ist. Gerade beim diesem Thema, verstehen sich doch nicht gerade wenige aficionados de toros auch als Anhänger von verschiedenen Fussballvereinen. Was wird wohl der nächste Schritt sein? Stadionverbot für aficionados de toros?

Und was ist mit Sergio Ramos? Bekannter Verteidiger von Real Madrid und bekennender aficionado de toros. Nicht selten sieht man ihn bei einer corrida in Las Ventas. Darf er jetzt nicht mehr spielen, weil sich die UEFA gegen das spanische Kulturgut entschieden hat?

Darf ein Fussballspieler nach einem Tor nicht mehr die Geste eines toreros nachvollziehen?

Und ist von nun an dem Publikum verboten Olé zu rufen?

Man bedenke, immerhin weltweit wird die Zahl der aficionados auf 65 bis 70 Millionen geschätzt. Für die UEFA alles Verbrecher?

Als letztes stellt sich die Frage, wie kommt die UEFA dazu sich in Politik und Kultur einzumischen?

Samstag, 31. Mai 2014

Das erste Mal (6. Teil)

HINWEIS: Die blau-kursiven spanischen Fach-Begriffe
sind mit dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs verlinkt.

Wer das erste Mal einen Stierkampf besucht sollte gewisse Punkte bedenken

6. Teil: Der Auftritt des Matadors und die Verónica
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von Philip de Málaga



Nachdem der matador im goldenen traje de luces, den toro in kürzester Zeit versucht zu verstehen, betritt er selbst langsamen Schrittes das ruedo und platziert sich in der Regel in der Nähe der barrera. Nun liegt es an den banderilleros im silbernen traje de luces den toro dem matador zuzuführen. Dieser erwartet den Stier, lässt ihn ein paar Mal der capa folgen, damit der toro sich auch auf jene capa konzentriert. Damit der toro in der capa den Feind sieht. Dann setzt der matador zum ersten Manöver an. Der verónica.

Dabei hält der torero die capa mit beiden Händen frontal zum toro und versucht ihn zu locken um ihn an sich vorbei führen zu können. Es ist das erste Manöver wo der matador mit beiden Füssen fest auf dem Boden steht, ohne sich zu bewegen, mit der capa den toro zu empfangen, um diesen in einer eleganten Bewegung um sich herum zu führen. Es ist die erste suerte, wo der matador den toro beherrscht.

Ein torero lockt den toro mit der capa
Der torero führt den toro an sich heran
Der torero führt den toro an sich vorbei

Jenes Manöver nennt man verónica. Ein jeder der in irgend einer Weise mit dem Stierkampf konfrontiert ist hat diesen Namen schon mal gehört. Nach irgendeiner Heiligen benannt, und die ganz Schlauen wissen sogar etwas von einem Schweisstuch zu berichten. Und es stimmt.

Die Figur trägt den Namen nach der Heiligen Veronica, einer angeblichen Jüngerin von Jesu Christi, obwohl nicht sicher ist, ob sie überhaupt existiert hat. Auf seinem Kreuzweg soll sie Jesu ein Schweisstuch mit beiden Händen in der Art gereicht haben, wie eben jenes Manöver der toreros ausgeführt wird. So zumindest stellt es sich in zahlreichen Kunstwerken dar.


Die Erfindung des Manövers der verónica wird Joaquín Rodríguez, bekannt unter dem Namen Costillares (1746 - 1799), zugeschrieben. Überhaupt war er der erste torero der begann mit capa und muleta die ersten kunstvollen Manöver zu vollführen. Die Namensgebung ist aber von José Delgado "Pepe Hillo" (1754 - 1801) erfolgt, der diese Figur in seiner tauromaquia von 1796 erstmals schriftlich festhält.

Nachdem der torero einige verónicas ausgeführt hat beendet er seine Serie an Manövern mit einem sogenannten remate, zum Beispiel mit einer media verónica oder einer revolera, wobei er die capa so um sich schwingt, dass der toro ins Leere läuft.





- Fortsetzung folgt

© Philip de Málaga

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Die Serie für Neueinsteiger bei SfA:

Dienstag, 27. Mai 2014

Das erste Mal (5. Teil)

HINWEIS: Die blau-kursiven spanischen Fach-Begriffe
sind mit dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs verlinkt.

Wer das erste Mal einen Stierkampf besucht sollte gewisse Punkte bedenken

5. Teil: Der Stier betritt das Geschehen
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von Philip de Málaga


Nun ist der Moment gekommen. Die corrida kann beginnen. Der presidente wedelt mit dem weissen pañuelo und eine Mini-banda von drei bis vier Personen über dem toril, das Tor wo der Stier rauskommt, gibt mit ihren Trompeten das offizielle Signal, den ersten toro einzulassen.

Bevor der toro das Geschehen betritt, kommt ein Mitarbeiter der empresa mit einem grossen Schild ins ruedo, auf dem das Publikum lesen kann, wie der Stier heisst, aus welcher ganadería er stammt, wann er geboren ist und vor allem mit welchem Gewicht, also mit welchem peso er antritt. In einigen plaza de toros werden diese Informationen nicht im ruedo gezeigt, sondern ein jeweils aktuelles Schild ist über dem toril angebracht.

Der Mann vor dem toril, der torilero, betritt das ruedo um herauszufinden, ob alle, also der matador und die banderilleros, bereit sind den ersten toro zu empfangen. Dann begibt er sich zum toril und öffnet es. In einigen plaza de toros hört man das Klappern der Tore hinten in den corrales, wenn der Stier durch ein Gangsystem ins ruedo geleitet wird.

Hinter einem burladero im Schattenbereich wo sich die toreros mit ihren Utensilien aufhalten sieht man den matador de toros, wie er sich konzentriert, manchmal betet, und gespannt auf das toril blickt um zu sehen, in welcher Verfassung sich der toro befindet.

Und dann betritt der toro das Geschehen. Alle Augen sind auf das toril gerichtet. Wie wird der toro das ruedo betreten.

(Foto: Dr. Andreas Krumbein)
Betritt er zögerlich das ruedo, galoppiert er gleich auf die toreros, auf alles was sich bewegt zu? Kurz formuliert, greift er schon von alleine an, oder muss man ihn erst dazu bringen anzugreifen. Wenn toros schon vor dem ersten tercio sich dermassen zurückziehen, ist es für den matador sehr schwierig eine lidia, also den Stierkampf in seiner Gesamtheit, aufzubauen.

In solchen Fällen kann es passieren, dass der toro ausgetauscht wird. Erst recht, wenn der toro behindert wirkt, also ein hinkendes Bein oder ähnliches. Das Publikum beginnt in der Regel zu protestieren, und der presidente spricht sich mit seinen beiden Beratern ab. Wenn er sich schliesslich dafür entscheidet den toro auszutauschen schwingt er das grüne Taschentuch. Dies geschieht in der Regel bis zum Beginn des ersten tercio. Darauf hin werden abgerichtete Ochsen, die cabestros, ins ruedo gelassen, welche den toro wieder durch das toril in die corrales begleitet sollen. Danach wird ein Ersatzstier, ein so genannter sobrero eingelassen.


Cabestros begleiten den toro raus (Foto: Dr. Andreas Krumbein)
Normalerweise empfangen die banderilleros den toro. Aber sie sollen und dürfen keine Figuren ausführen. Dies ist auschliesslich das Privileg der matadores. Die Aufgabe der banderilleros ist es in diesem Fall den toro zu bewegen. Dazu schleifen sie die capa hinter sich her um den toro dazu zu bringen das ruedo mindestens einmal zu durchrunden.

Der matador steht am Rand hinter einem burladero um den toro zu analysieren. Greift er gerade an, mit welchem Horn attackiert er, wie wendet er sich, kommt er zögernd in die Gänge, bremst gar ab, schmeisst er beim Angriff den Kopf nach oben? Kurz, der matador hat nur ungefähr eine Minute um sich über das Angriffsverhalten ein Bild zu machen, bevor er selbst dem toro mit der capa entgegen tritt.

Manchmal geschieht es, dass die matadores auf diese Analyse verzichten und den toro direkt vor dem toril auf den Knien empfangen. Dabei halten die matadores die capa vor sich und in dem Moment wo der toro das ruedo betritt und auf den torero zugaloppiert schwingt der matador die capa in einem grossen Bogen um seine rechte oder linke Schulter und der toro folgt meistens der capa und galoppiert knapp an dem knieenden matador vorbei. Das Manöver nennt sich porta gayola.


Die porta gayola ist vor allem gefährlich, weil der matador keine Möglichkeit hat dem angreifenden toro auszuweichen und wenn der Stier der capa nicht folgt, wird der matador zur Zielscheibe.


- Fortsetzung folgt

© Philip de Málaga

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Die Serie für Neueinsteiger bei SfA: