Donnerstag, 27. August 2015

Über die Konsequenzen ein echter Torero zu sein





über Saúl Jiménez Fortes


Kaum zu glauben. Da hat der torero aus Málaga eine schwere wie lebensgefährliche cornada im Gesicht, der ganze Mundbereich geschwollen, und nach zehn Tagen verlässt er das Hospital und stellt sich einem ersten Interview, Dabei sieht er zwar ein wenig dünner aus aber wirkte doch recht erholt: "Ich sah mein Leben in grösster Gefahr, aber ich hatte nicht vor es zu beenden." Das waren seine ersten Worte. Und zunächst richtete er seinen Dank "an alle, die mir ihre Liebe zeigten. An jene die mich von dem Sand der Arena aufgehoben haben, an jene im Krankenwagen, welche mich ins Hospital brachten und an jene im Krankenhaus, die mich behandelten und noch behandeln, an alle die sich um mich sorgten."


"Eines Tages hatte ich beschlossen torero zu werden,
und habe dieses mit all seinen Konsequenzen getan!"

"Und ich denke nur daran,
wieder in die ruedos zurückzukehren!"

"Jeder Tag ist es ein Schritt nach vorne,
meine Illusion ist es, wieder torear
und ein normales Leben zu führen."

Sein apoderado Nemesio Matías meinte dazu: "Wir stehen hier am Anfang eines Wunders und müssen jetzt alles mit viel Geduld Schritt für Schritt angehen. Und dabei ist es der torero selbst der mir die Ruhe gibt. Ohne zu sprechen schaut er mich lediglich an. Er muss an einem neuen Ort beginnen, den andere nicht kennen, das hat seinen Preis." Und er fährt fort, dass seine temporada taurina noch nicht beendet sei, aber zunächst müsse man abwarten. 
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"Saúl will nicht noch einer werden,
oder ein besserer sein, 
nein er will zu den ganz Grossen gehören!"

Nemesio Matías
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Auch seine Familie, wie seine Schwester Verónica sind ziemlich beeindruckt von ihrem matador: "Er hat nie irgendwelche Grimassen des Schmerzes verzogen oder sich beschwert, sondern stets immer nur nach vorne geschaut!" Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Besonders stolz und beeindruckt von ihrem Sohn seine Mutter Maria Fortes: "Heute ist ein Tag der Feier für mich. Saúls Stärke ist es uns zu stärken. Er ist es selbst gewesen, der zu seiner schnellen Genesung beigetragen hatte. Wir erlebten harte Zeiten auf der Intensivstation und schon nach drei Tagen konnte er zu uns sprechen. Das ist doch ziemlich erstaunlich!"

Auch SfA ist von dem beeindruckt was es zu hören bekommt. Der matador de toros Saúl Jimenéz Fortes aus dem Süden Spaniens trägt das Herz und den Geist eines echten toreros in sich. Er hat nie aufgegeben, und hat es auch nicht vor. Hier erkennt man den wahren Mut eines Mannes, der sein Leben der mundo de los toros gewidmet hat, der die Risiken im ruedo kennt, die möglichen Konsequenzen und diese gar auf das Schlimmste erfahren hat. Und es wird ihn wohl nichts aufhalten diesen Weg mit aller Konsequenz weiter zu gehen.

Bald wird er zum paseillo antreten, da sind sich alle sicher ... er selbst noch mehr.
Die Pressekonferenz fand bei den spanischen Medien grösstes Interesse. Fast alle waren präsent. Das Internetportal mundotoro hatte dazu sogar einen Liveticker eingerichtet. Und in Málaga landete er natürlich auf der Titelseite der spanischen Tageszeitung SUR. Als der torero den Raum verliess wurde er mit grossem und lautem Beifall verabschiedet. Adios maestro. Bis zur nächsten corrida.

Mittwoch, 26. August 2015

Wie viel Tod verträgt die Optik? (3. Teil)

Über die optische Darstellung von Tod und Lebensgefahr
3. und letzter Teil: Über die Ansichten einiger taurinos
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von Philip de Málaga


Auch hier wird dieses Thema mit verschiedenen Augen betrachtet. Hauptsächlich motiviert, dem antitaurinismo weniger an Angriffsfläche zu gewähren. Aber es stellt sich die Frage ob das wirklich gerechtfertigt ist? Hat der aficionado keine Anrecht auf die komplette Wahrheit? Wie im ersten Teil dargestellt, der Tod spielt nun mal eine besonders fixierte Rolle im festejo taurino. Ein Schauspiel, wo der Tod zur Realität deklariert worden ist. Er ist das Ende einer jeden lidia. Wer zu den toros steht, sollte bei seiner Betrachtungsweise auch konsequent sein. Und da gehören unschöne Ereignisse im ruedo einfach dazu. Das betrifft den toro wie den torero. Die afición hat ein Recht darauf die ganze Wahrheit zu erfahren und auch zu sehen. Denn die gute Berichterstattung muss in der Lage sein dem Leser zu vermitteln, als ob er selbst in den tendidos sitzt und am Geschehen teilnimmt. Und es sollte nicht nur von Sonnenschein und Co. Berichtet werden.

Bilder die zu einer corrida gehören können, aber nicht müssen! (Foto: mundotoro)
Zwei Beispiele:

Bei Live-Übertragungen ist vor allem dann zu beobachten, dass wenn ein matador nicht in der Lage ist sein ejemplar zu töten, die avisos ertönen, und der torero mit mehreren descabellos versucht den toro geradezu massakrieren, weil er unter zeitlichem Druck steht, die Regie es für besser hält in den callejón für ein Interview zu schalten, um diese Bilder nicht weiter zu zeigen. Unverständlich. Wenn ein matador Probleme hat, sein Tier zu töten, dann muss das auch gezeigt werden. 
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"Schliesslich heisst er nicht nur der momento de verdad
weil sich der matador ungeschützt zwischen die Hörner begibt, 
sondern auch weil sich zeigen muss, 
ob die estocada wirkungsvoll war."
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Wir aficionados sollten kein Problem mit dem Umgang mit der Wahrheit haben. Alles andere schadet der tauromaquia.

Solche Fotos sollten nicht gezeigt werden? (Foto: mundotoro)
Genauso verhält es sich, wenn torero erwischt werden. Jüngst konnte man in einem deutschsprachigen Portal lesen, dass man aus Respekt der Familie gegenüber das Bildmaterial über die cornada nicht veröffentlichen würde. Dabei kritisierte man gleichzeitig, dass dieses in anderen Medien geschehen würde. Hier verhält es sich wie im vorherigen Beispiel. Soll das Publikum in einer plaza de toros wenn etwas dem torero geschieht die tendidos verlassen und wegschauen? Hat ein toro nicht dasselbe Recht wie ein torero? Gewiss, es ist kein Wettkampf, aber ein Kräftemessen zwischen animalischem Instinkt und menschlichem Intellekt. Und wenn letzterer versagt muss auch der Zuschauer die Konsequenz dazu tragen.

Übrigens auch ein Hinweis an den antitaurinismo oder die Nichtkenner über die Gefährlichkeit der Unternehmung einer corrida de toros. Das ist nichts Besonderes. Das ist lediglich die Wahrheit.

Saúl Jiménez Fortes in Málaga, zu sehen bei SfA (Foto: mundotoro)
Und nehmen wir zum Beispiel gerade ganz aktuell den matador aus Málaga. Saúl Jiménez Fortes hat es lebensgefährlich erwischt. Und alle SfA-Leser haben es gelesen und gesehen! Auch die von mundotoro, den spanischen Medien und natürlich in der Presse von Málaga. Und jetzt? Wie freut sich die mundo de los toros wie gut und schnell sich der torero von seiner schweren Verwundung erholt. Gerade heute wird der torero nach nur zehn Tagen schon wieder aus dem Hospital entlassen (Jiménez Fortes: Wunder über Wunder), was für viel mehr als einem medizinischen Wunder gleicht. Und ihn bald wieder in den ruedos zu sehen, dass zeigt den wahren Mut eines toreros. Und sagt man es nicht auch in den taurinischen Kennerkreisen? Erst nach seiner ersten richtigen cornada erkennt man den Mut eines wahren toreros.

Fazit: Mit Schönwetterjournalismus kommt man hier nicht weiter. Entspricht nicht der Wahrheit. Wer die toros liebt, liebt sie umso mehr, je mehr er auch die Gefahren erkennt und sieht. Wegschauen hilft da nicht weiter. Was soll es auch bringen? Erst dann ist der aficionado auch in der Lage zu begreifen, welchen wahren Gefahren sich ein torero stellt.

Und ganz zum Schluss bemerkt, die tauromaquia hat sich am meisten damit geschadet, dass sie bis noch vor kurzem ihre wahren Probleme einfach unter den Tisch gekehrt, sie geradezu tot geschwiegen hatte. Der momento de verdad beginnt eben nicht erst am Ende der faena, nein, die Wahrheit beginnt viel früher. Weit vor der corrida, vor der Zucht, sie beginnt bei der Geburt des zukünftigen toros bravos, der er einmal werden soll. Und von diesem Moment an hat die afición das Recht zu erfahren was geschieht.

Dienstag, 25. August 2015

Jiménez Fortes: Wunder über Wunder





von Philip de Málaga


Der Torero aus Málaga kann schon morgen das Hospital verlassen
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Diese Meldung klingt geradezu unglaublich. Da wird der torero aus Málaga, der matador de toros Saúl Jiménez Fortes vor zehn Tagen lebensgefährlich bei einer corrida de toros verletzt, es fehlen nur wenige Millimeter bis zu seinem Tod, und nun soll der torero morgen schon wieder das Hospital verlassen können. Allerdings bedeutet das nicht die Rückkehr in seine Heimatstadt Málaga, denn er muss weiterhin täglich im Krankenhaus von Salamanca behandelt werden.

Verlässt die puerta grande des Hospitals morgen schon (Foto: Vocento)
 Das Horn des toros drang an zwei Stellen bis 15 Zentimeter in den Kopf, bis kurz vor das Gehirn, des toreros ein, richtete grösste Zerstörungen im Mund- und Halsbereich an, und nun, nach nur zehn Tagen darf er das Hospital schon wieder verlassen. Der matador hat dem Tod die Hand geschüttelt , ihn mit seinem Geiste knapp gegrüsst und darf nun wieder gehen. Jedoch muss man bis zur Heilung noch mindestens zwei Wochen warten.
Das Hospital der Wunder in Salamanca
Und wie konnte man lesen? Entweder sind die Ärzte im Hospital von Salamanca extrem gut oder es war ein Wunder. Wie auch immer, die Stadt Málaga freut sich über die zügige Genesung seines Kindes. Wir von SfA auch.

Málaga: Morante de la Puebla als bester Torero ausgezeichnet




von Philip de Málaga


Der Torero aus Sevilla wird in Málaga zum Triumphator gewählt
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Wie nicht anders zu erwarten war, die exquisite faena des matadores de toros Morante de la Puebla mit dem toro der ganadería Nuñez de Cuvillo mit dem passenden Namen Feriante beförderte ihn in Málaga zum besten torero der feria taurina in der Malagueta 2015. Der maestro aus Sevilla erhielt den capote de paseo gefolgt von den diestros Talavante und Perera.

Morante de la Puebla (Foto: Vocento)
Seine verónicas und vor allem seine traumhaft ausgeführte media verónica, daran wird man in Málaga noch lange denken. Und dann diese faena. SfA hat darüber berichtet: Málaga im Rausch.


Im letzten Jahr ging diese Prämie an den maestro José Tomás. In diesem Jahr an Morante de la Puebla. Das zeigt auf in welcher Liga der tauromaquia beide toreros spielen.

Herzlichen Glückwunsch an Morante de la Puebla vom Team von SfA.

Wie viel Tod verträgt die Optik? (2. Teil)

Über die optische Darstellung von Tod und Lebensgefahr
2. Teil: Die antitaurinische Sichtweise
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von Philip de Málaga


Sie fordern ein weltweites Verbot der tauromaquia. Der toro soll nicht mehr gezüchtet werden um im ruedo einer plaza de toros vor einem Publikum zu sterben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist einigen von ihnen jedes Mittel recht. Dazu gehört auch die farblich dramatisierende Bearbeitung von Bildmaterial, um die Betrachter diesbezüglich negativ auf die toros einzustellen.

Dabei widersprechen sie sich. Denn sie wollen ein Verbot von TV-Übertragungen zu Sendezeiten wo Kinder ebenfalls vor dem Fernseher sitzen. Dasselbe gilt für das Internet. Aber genau dort scheuen sich die antitaurinos nicht ihr provozierendes Bildmaterial jederzeit sichtbar zur Verfügung zu stellen. Kinder können es auch sehen. 
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"Wenn es dem antitaurinismo förderlich ist,
dürfen Kinder solche abscheulichen, harten,
roh und brutal wirkenden Fotos sehen?
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Sei es in ihren eigenen Portalen oder auf allgemeinen Videoseiten wie You Tube. Dort haben sie sich allerdings ein Eigentor geschossen. Sie konnten ein teilweises Verbot von Einstellungen von toros durchsetzen. Doch betraf dies auch ihre eigenen Videos.

Solche Fotos dürfen Kinder sehen?
Und seien wir ehrlich, besonders die von dem antitaurinismo verbreiteten Videos sind an Brutalität, weil sie bewusst einseitig, konzentriert auf Blut und Leiden des toros fixiert sind, kaum zu übertreffen, und sollen den sensiblen Betrachter auf eine besondere und intensive Weise emotional berühren. Und genau das ist gewollt. Und da spielt dann das Alter der Betrachter so plötzlich keine Rolle mehr.


Was will man mit solchen Bildern suggerieren? Bilder, die zu jeder Zeit jedem Publikum zugänglich sind. Auch den Kindern. Ein unwirkliche Fotomontage soll überzeugend gegen die tauromaquia wirken? Oder soll man es am eigenen Hund ausprobieren um deren angeblich unangebrachte Gewaltsamkeit am toro zu erkennen?

Es steht ausser Frage. Die antitaurinischen Darstellungen lassen sich kaum an Brutalität überbieten. Aber sie verlangen von anderen die Wahrheit nicht mehr zu zeigen. Eine Wahrheit, welche sich in der Realität weitaus harmloser darstellt, und längst nicht dem entspricht was hier gezeigt und suggeriert wird. 

Fortsetzung folgt.

Montag, 24. August 2015

Wie viel Tod verträgt die Optik? (1. Teil)

Über die optische Darstellung von Tod und Lebensgefahr
1. Teil: Allgemeine Interpretation
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von Philip de Málaga


Im Zentrum der tauromaquia steht die klassische corrida de toros. Ein festejo taurino, eine Begegnung zwischen Mensch und Tier, zwischen torero und toro mit dem Ziel am Ende der lidia den toro zu töten.
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„Es geht um die Darstellung des Lebens durch den Tod
und die Darstellung des Todes im Leben.“

Rainer Bischof
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Der österreichische Professor Bischof aus Wien fährt fort: „Das Mysterienspiel in diesem Theater, in dieser Tragödie, vollzieht sich, basierend auf dem alten Opfergedanken des Todes, um damit den Tod, der in sich Leben trägt, zu überwinden, heute in einem streng geregeltem Ritual.“ Der corrida de toros.

Der französische Philosoph Michel Leiris, SfA-Leser kennen ihn, sieht in der corrida eine Exekution, welche auch für das Leben des Ausführenden, also den matador de toros, ein unmittelbares Risiko darstelle.

Karl Braun macht es in seinem Buch über die Feste und Rituale in Spanien gleich zum Titel: Der Tod des Stieres.

Die toros und der Tod gehören zusammen wie deren erster Buchstabe. Das lässt sich nicht trennen. Aber es ist kein Konkurrenzkampf, kein Wettbewerb. Der Tod des toros gehört zum festen Bestandteil einer corrida. Dieses zu leugnen wäre schlichtweg unangebracht.

Beide, toro wie torero, nahe am Tod. (Foto: mundotoro)
Jedoch um dieses Ziel zu erreichen setzen Menschen, die toreros, ihr Leben aufs Spiel. Riskieren lebensgefährlich verletzt zu werden. Obwohl der toro das ruedo betritt um zu sterben, hat er die Möglichkeit sich zu wehren, andere Lebewesen zu verletzen, gar zu töten, bis hin zum indulto, eine Begnadigung zu erwirken. Wer in einer plaza de toros eine solche corrida live mitverfolgt, kommt nicht daran vorbei, dieses alles auch zu beobachten. Der Zuschauer sieht, wie ein toro verletzt und getötet wird, aber auch wenn ein torero von den Hörnern eines toros erwischt wird, bis hin zum möglichen Tod. Kurz gesagt, alle im ruedo an der lidia Beteiligten, beginnend bei dem toro und dann, sei es der matador, der natürlich der grössten Gefahr ausgesetzt ist, seine banderilleros oder auch die picadores können verletzt oder gar getötet werden.

SfA hat ja in den vergangen Wochen auch ein wenig über die Berichterstattung in den Medien dokumentiert. Da kam unter anderem auch die Frage nach dem Bildmaterial und den Videos auf, welche einem breiten Publikum über die jeweilige corrida zur Betrachtung zugemutet werden sollten. Diese Frage richtet sich an beide Seiten: An die taurinos wie an die antitaurinos.

Fortsetzung folgt

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Quellennachweise:

Blutige Hochzeit, Rainer Bischof, Böhlau Verlag, Wie, Köln Weimar, 2006
Spiegel der Tauromachie, eingeleitet durch Tauromachien, Michel Leiris, Matthes & Seitz Verlag, München, 1982

Der Tod des Stieres, Karl Braun, Verlag C.H. Beck, München, 1997

Sonntag, 23. August 2015

Ohne den Stier in Bilbao wäre...




von Javier Aresti


Er ist ohne Frage einer der wichtige Persönlichkeiten in der mundo de los toros von Bilbao. Als Präsident der Kommission taurina der plaza de toros Vista Alegre hat er viel erreichen können. Schon als kleiner junger konnte er sich für die toros begeistern und sein Wissen und seine Kenntnisse über die mundo taurino beeindrucken und seine Beziehungen zu den taurinos ist  mehr als überzeugend. So kommt es dass die feria taurina in Bilbao stets mit überzeugenden carteles mit zu den führenden in Spanien gehört. Aresti selbst beschreibt die feria taurina als eine geradezu königliche Etappe und nach Madrid und Sevilla seine es die wichtigste plaza de toros. Und das ausgerechnet im Baskenland.


"Ohne den torowäre Bilbao nicht Bilbao!"

"Hier kommt zuerst der toround dann erst die toreros."

Stets im Mittelpunkt in Bilbao: Der toro bravo
"Das Publikum von Vista Alegre lässt keine faena mit einem toro zu, der kein wirklicher toro ist."

"In Bilbao wird die tradición taurina in keinster Weise bedroht!"

Samstag, 22. August 2015

Málaga im Rausch




von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoro)


Morante de la Puebla, so wie ihn die afición sehen will
verpasste die Puerta Grande
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Und in der wieder fast ausverkauften plaza de toros von Málaga begann der torero aus Sevilla typisch. Mit einem silencio. Aber dann kam der vierte toro. mit dem passenden Namen zur feria: "Feriante". Und es begann die Magie im ruedo. welche die tendidos erreichte, gar in einen regelrechten Rausch versetzte. Schon wie Morante de la Puebla den toro empfing überzeugte, und jeder war sich sicher, dass könnte ein grosser tarde de toros werden. Verónicas mit viel temple und der klassische Abschluss, seine mittlerweile schon berühmte media verónica, womit der duende begann bei der afición sich langsam einzuschleichen. 


Nachdem ersten puyazo beindruckende chicuelinas. Eine Vorzeigeleistung für einen jeden alumno der escuelas taurinas. Der matador de toros verstand es mit seinen quites Visionen zu demonstrieren.

Der brindis ging, was zu erwarten war, an eine peña taurina, und an deren Idol der Lokalmatador Saúl Jiménez Fortes.


Und nun begann sie. Eine taurinische Symphonie. Eine faena mit dem Titel Morantismo. So empfing er "Feriante" auf dem estribo an der barrera sitzend mit vier beidhändig geführten muletazos. Und dann begaben sich die beiden Akteure, toro und torero ins ruedo, ins Herzen der plaza de toros. Und was dann die aficionados in den Rängen zu sehen bekam berührte ihre taurinischen Herzen. Keiner führt die muleta so, wie eben Morante. Welches Manöver er auch durchführte, seien es die molinetes, derechazos oder die mit so viel temple durchgeführten pases naturales, die Umsetzung überstieg das Begreifen des arte del toreo, der duende eroberte die tendidos, ein Gefühl von etwas Göttlichem, von Momenten der Ewigkeit, Sekunden für welche die morantistas weite und beschwerliche Reisen auf sich nehmen. Und Málaga, die capital taurino hatte gestern das Glück genau diese zu erleben. Pure Vibration der Emotionen. So etwas bleibt unvergesslich.


Leider machte Morante der momento de la verdad einen Strich durch die Rechnung die puerta grande der Malagueta zu öffnen. Eine estocada desprendida verhindert seine zweite trofeo, das zweite oreja, welches von den tendidos energisch gefordert wurde, aber der presidente verweigerte. Trotzdem, ein Traum der afición von Málaga wurde zur puren Realität. Welch eine Ehre solche Momente miterleben zu dürfen.


Trotz des Highlight soll der matador de toros aus Málaga Salvador Vega genannt werden, welcher ebenfalls überzeugen konnte und mit seinem Stil des toreos irgendwie an den maestro Antonio Ordoñez erinnerte. Auch hier bekam man viel temple zu sehen was nach einer guten estocada letztendlich mit einem oreja belohnt worden ist.


Hier die Ergebnisse in Detail:

Morante de la Puebla (silencio und oreja con petición de la secunda)
José María Manzanares (silencio und silencio)

Toros von der ganadería Nuñez del Cuvillo


Vor grosser Kulisse ein unvergesslicher tarde de toros mit Morante de la Puebla.

Der Torero von einem anderen Planeten





von Philip de Málaga



Der junge Torero aus Málaga Jiménez Fortes hat die Intensivstation verlassen
und liegt schon wieder auf der Station
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Das war doch eine gute Nachricht, die Málaga gegen Ende seiner feria erreichte. Der schwer verletzte matador de toros Jiménez Fortes konnte die Intensivstation noch gestern Abend wieder verlassen. "Die Ärzte seien sehr zufrieden mit seiner Entwicklung. Alles würde ziemlich gut verlaufen", hiess es. Die Schwellungen im Mund und Hals seien zurückgegangen und auch die Blutungen hätten aufgehört. Ebenfalls ein mögliches Fieber sei nicht eingetreten.

Der apoderado und sein torero im callejón von Bilbao (Archivfoto: Ine)
Mehr noch, der torero aus Málaga könnte sich erheben und hätte sogar schon auf einem Stuhl gesessen. Sein apoderado Nemesio Matías besucht ihn täglich: "Ich konnte mit ihm reden und er selbst sehr zufrieden mit seiner gesundheitlichen Genesung. Wir müssen natürlich abwarten, wie er sich weiter entwickelt, aber wir sind alle sehr glücklich wie er sich macht. Saúl ist von einem anderen Planeten!"
Bald wieder zu sehen? (Archivfoto: mundotoro)
In der caseta des lokalen Fernsehsenders 101tv, welches täglich von den toros in der Malagueta und von Jiménez Fortes berichtet, erfuhr es SfA gestern Abend. Der Mitarbeiter Pablo erzählte: "So viele Schutzengel wie Saúl hat kann es doch gar nicht geben. So wie der sich hält und wieder auf dem besten Weg der Besserung ist, steht er bestimmt schon dieses Jahr noch einmal wieder im ruedo."

Freitag, 21. August 2015

Und sie sagen keiner ginge mehr zu den Stieren ...




von Philip de Málaga



In Málaga füllt sich die Plaza de toros täglich!
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Lassen wir doch einfach nur mal die Bilder sprechen. Seit nun mittlerweile fünfzehn  Tagen gibt es in Málaga festejos taurinos. Dabei füllen sich die tendidos der 10.500 Besucher fassenden plaza de toros La Malagueta jeden Tag. Und meine lieben Leser, auch an die Adresse der antitaurinos gerichtet, dass sind keine Fotos vergangener Zeiten, aus den Dreissiger Jahren, sondern hier spiegelt sich die Realität, die Gegenwart, das Gestern, keine 24 Stunden her wieder. Da sitzen keine Puppen im aforo, sondern Interessierte, Neugierige, Neueinsteiger in die mundo de los toros und natürlich aficionados.

Gestern: 20. August 2015 in Málaga: Ein volle plaza de toros!
Man möchte meinen aus den alten Zeiten, aber auch von gestern!
Hier die zusätzliche Informationen für die aficionados de toros:


Toros der ganadería Victorino del Rio

Für den rejoneador
Diego Ventura ( oreja und ovación)

Und für die matadores de toros
El Juli (ovación und silencio)

Madrid oder Sevilla?




von Juan Posada


Lassen wir noch einmal den torero artista aus Sevilla zu Wort kommen, der zu einem bekannten crítico taurino mutierte. Obwohl er nur eine Woche nach seiner alternativa in Las Ventas von Madrid triumphieren konnte, gehörte das eigentliche Herz des gebürtigen Andalusier auch der Real Maestranza de Sevilla. Aber nicht weil er dort geboren ist, sondern:

Der crítico taurino Juan Barranco Posada
„Zwischen dem Publikum in RealMaestranza de Sevilla und jenem in Las Ventas von Madrid liegen Abgründe. In der spanischen Hauptstadt wollen sie eine Hochburg des toreo sein – aber dort sitzen lediglich mehr als 20.000 Staatsanwälte. Sie sehen sich immer in der Rolle des Anklägers, vergeben nichts und nie, und sie können kaum belohnen. Und gibt es dann doch orejas rufen einige dem presidente zu: „Wir sind doch nicht in Sevilla!“. Dadurch beweisen sie ihre Minderwertigkeitskomplexe.

Madrid und Sevilla, La Ventas und La Maestranza: Zwei Welten
In der andalusischen Metropole Sevilla dagegen findet man in den tendidos keine Ankläger, sondern Richter, welche den Prozess betrachten und durchschauen, die Dinge von innen sehen, und dem Verteidiger, dem torero ist es etwas sehr angenehmes hier zu plädieren.“