von Philip de Málaga
In Katalonien sind nun auch die tientas auf privatem Grund verboten
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Das die
corridas in
Katalonien verboten sind ist weitgehend bekannt. Auch die Tatsache, dass die
festejos populares, also jene
fiestas wo die Stiere der Willkürlichkeit der Bevölkerung ausgesetzt sind, nur eine Woche nach dem Verbot der
corridas, weiterhin vom katalanischen Parlament zugelassen worden sind. Auch die so genannten
tientas auf den
ganaderías unterlagen keinem Verbot, auch deswegen nicht, weil sich zum einen die
plaza de toros auf privatem Grundstück befinden, und zum anderen, meistens unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden.
So hat die
ganadería Mur in Alfara de Cares ihre
tientas wo die
toros auf Eignung getestet werden, ihre Veranstaltungen einem öffentlichen Publikum zugänglich gemacht, wo vor allem ein russisches Publikum angesprochen wurde. Einige
ganaderías im Flussgebiet des
Ebro haben diese Einnahmequelle für sich entdeckt.
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| Das soll es in ganz Katalonien nicht mehr geben. |
Doch nun hat die
Generalität, ohne Vorankündigung, obwohl sie die
tientas vor zwei Jahren als ein legales
espectáculo noch deklariert hatte, unter Berufung auf das Verwaltungsgericht in
Barcelona diese
festejos taurinos in ganz Katalonien mit einem Verbot belegt.
Wieder einmal drängt sich die Politik in den Vordergrund, und die Rechte der Bürger spielen dabei keine grosse Rolle. Zwei grosse Institutionen prallen hier zusammen, und eine dritte entscheidet. Während ein Verwaltungsgericht von
Barcelona die
faenas auf den
ganaderías für illegal erklärt, erteilte das Ministerium für Landwirtschaft für jene
festejos taurinos eine Genehmigung. Und nun meldete sich die katalanische Landesregierung zu Wort, bestätigte das Urteil des Verwaltungsgerichts, und verbietet ohne jegliche Ankündigung die
tientas auf katalanischem Boden. Diese Nachricht traf vor allem die
ganadería Mur völlig überraschend, denn die Zucht hatte nach der Zusage durch das Landwirtschaftsdepartment auf die Einleitung von juristischen Schritten verzichtet, um ihre Rechte zu wahren.
So fragt sich die grösste Mediengruppe in Spanien,
Vocento, wie ist es eigentlich zu diesem Haudruckverfahren gekommen? Woher die Kehrtwende? Wer hat den Druck ausgelöst? Es scheint auf der Hand zu liegen, dass dahinter nicht irgendwelche Beamten stehen, die irgendwelche Ungerechtigkeiten beseitigen wollen. Denn
tientas sind in Katalonien sowieso nicht mehr zulässig. Auch im
Ebrotal nicht. Aber sie finden unter anderem in
Alfara statt, wo man die
festejos taurinos an die katalanische Legalität angepasst hat. Und die Bevölkerung generiert durch die Besuche ein gewisses Einkommen, welches durch diese Vorgehensweise drastische gekürzt wird. Der sozialistischen Bürgermeister
Josep Mas zeigte sich empört.
Aber es zeigt das politisch einseitige wie unrationelle Vorgehen auf, wenn es um die
toros geht. Wahrscheinlich reagiert die Generalitat nur deswegen so streng, weil sie den Widerstand auf den
Balearen, vor allem
Mallorca zur Kenntnis genommen haben, und ähnlichen Vorgehensweisen in Katalonien vorbeugen wollen.