Dienstag, 5. März 2013

Begegnung mit den toros (4. Teil)

Fällt die Begegnung mit den toros ins Wasser?
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von Colin Ernst 

Freitag

Schon vor dem Wochenende werden die Wetterberichte verfolgt. Wie wird das Wetter am Sonntag wohl sein? Die Voraussagen sind nicht die Besten, eine neue Regenfront nähert sich bedenklich der Region Cádiz ...

Samstag 

Am Nachmittag hört man erste Donnerschläge, aber noch fällt kein Tropfen, hoffendlich bleibt es so. Freunde sind extra aus Deutschland angereist, für die novillada in Sanlúcar, an diesem Sonntag und für das Festival gegen den Krebs, in Córdoba am kommenden Sonntag.

Auf der Plaza Cabildo sitzen wir bei pescaíto frito und Manzanilla zusammen, alles dreht sich um den bevorstehenden Stierkampf. Welcher der jungen Aspiranten wird wohl mit seinen Stier so gut arbeiten, das man ihm orejas (Ohren, eine Auszeichnung für eine besonders gute faena), zuspricht. Immer wieder, besorgte Blicke gen Himmel - Hält das Wetter?

Wenn man zu einer corrida geht, an dem toreros teilnehmen, die man persönlich kennt, sind ganz andere Gefühle im Spiel, als wenn man zu einem festejo taurino geht, dessen Akteure man nur durch Presse und TV kennt. Man macht sich Sorgen, ob die jungen toreros nervös sind, wie wird der Stier sein, auf den unser Freund trifft. War die Vorbereitung ausreichend, was soll er machen, wenn der Stier einer ist, der gar nicht angreift, oder gar einen Sehfehler hat .... unsere Gespräche drehen sich im Kreis. Auch wir bereiten uns vor, Kameras werden mit frischen Filmen bestückt, die weißen Taschentücher werden sorgsam verstaut. Regencapes zur Vorsicht in die Jacken gesteckt. Und das allerwichtigste, die Eintrittskarten bereitgelegt. Die Stiere sollen am frühen Sonntagmorgen angeliefert werden, und wir wollen natürlich dabei sein.

Sonntag

Es ist neun Uhr, bewölkt, leichter, ablandiger Wind, wir machen uns auf den Weg. Kurz bevor wir die plaza erreichen, fallen die ersten Tropfen - aus fröhlichen Gesichtern werden besorgte. Eine halbe Stunde später regnet es richtig und wir beginnen sprichwörtlich zu beten. Mit anderen aficionados, toreros, Helfern und den novilleros stehen wir im Eingangsbereich der Arena und warten. Besorgt schauen alle immer wieder in das geschmückte Rondell, die ersten großen Wasserpfützen bilden sich.... - wenn es jetzt aufhört.... Aber es hört nicht auf, der Sandboden verwandelt sich in eine große Pfütze. Die ersten schütteln die Köpfe. Nein, es wird nicht gehen, selbst wenn der Regen jetzt nachgibt. Der Boden wird für Tier und Mensch zu einer rutschigen Schlammkule werden und das ist zu gefährlich.

11:30 Uhr, Carmelo, der empresario der plaza sagt die corrida ab! Abgesagt wegen Regens (Suspendido por lluvia). Alle haben lange Gesichter, die Helfer, die novilleros, der Stierzüchter und die Stierkampfbegeisterten. Einzig die Stiere wird es freuen, es geht zurück auf ihre Finca. Angesichts der bedenklichen Wetterlage hatte man diese, anstatt abzuladen, auf dem Transporter belassen, um sie nicht unnötig aufzuregen. Sehr umsichtig, denn grade das Verladen ist immer ein stressiger Moment für die sensiblen Tiere. So aber stehen sie ganz ruhig auf dem Transporter, kein Gebrüll, kein Getrampel, wenn ich es nicht wüsste, würde ich keine Stiere dort vermuten, so ruhig sind sie. Nun besteigt der Fahrer den Wagen und macht sich, langsam fahrend, auf den Rückweg.

Der Plazabetreiber wird sich nun mit den toreros und allen Beteidigten besprechen (hoffendlich auch mit dem Wettergott), wann man die corrida neu ausrichten kann. Alles muss ja nun noch einmal neu organisiert werden. Er will versuchen, am kommenden Samstag oder Sonntag, alle erneut zusammen zu bekommen, um den Zuschauern, den Bedürftigen, dem Züchter und den novilleros, das zu bieten, was er versprochen hat - Ein festejo beneficiado zu Gunsten Behinderter - Einen Stierkampf in Sanlúcar de Barrameda!

Wir stehen nun buchstäblich im Regen, also machen wir das Beste daraus. Ab ins Auto und nach El Puerto de Santamaria, in die Stierkampfkneipe Sol y Sombra, Rabo de Toro essen (den besten in der Kante) und besprechen, was man so mit der Woche anfängt, bis es zur nächsten, eingeplanten corrida geht - nächsten Samstag in Córdoba. Auch dies ist eine Benefizveranstaltung, aber mit einem "Cartelazo" wie man es selten sieht: Mit den maestros Enrique Ponce, Juan PadillaFinito de Cordoba, David Mora, Manuel Diaz"El Cordobés", dem rejoneador Diego Ventura und dem novillero aus Córdoba "Largatijo". Sieben toros, sieben toreros und hoffendlich kein Tropfen Regen.

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SIEHE AUCH:
Begegnung mit den toros (1. Teil)
Begegnung mit den toros (2. Teil)
Begegnung mit den toros (3. Teil)

Montag, 4. März 2013

Die Jugend und die Stiere




von Philip de Málaga


75 junge Menschen besuchen Enrique Ponce
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La juventud con los toros. Die Jugend mit den Stieren. (Foto: mundotoro)
Wer sich traute durfte selbst mal die muleta führen.
(Foto: mundotoro)
Am letzten Samstag besuchten 75 junge Menschen der Vereinigung Tendido Joven aus Valencia den matador de toros Enrique Ponce auf seiner Finca in Jaén. An zwei becerras und einem novillo zeigte er der interessierten Jugend die Kunst des toreo. Und wer den Mut aufbrachte, selbst so einem res gegenüber zu stehen, wurde von dem maestro einfühlungsvoll an die Materie näher gebracht. Im Anschluss fand eine Gesprächsrunde statt, wo Enrique Ponce all die Fragen der Jugendlichen beantwortete und am Ende zeigte er ihnen seine Finca und den Raum mit den Trophäen, wo unter anderem die ausgestopften Köpfe namenhafter toros zu sehen waren.

Begegnung mit den toros (3. Teil)

Wenn man für Wohltätigkeit sein Leben aufs Spiel setzt
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von Colin Ernst 


Wie soll ich den heutigen Trainingstag in Sanlúcar beschreiben...? Morgens wecken einen die Kanarienvögel der Nachbarn mit ihrem Gesang, meinen Weg zur Plaza de toros begleitet das Geklapper der zahlreichen Störche, auf den Dächern von Sanlúcar de Barrameda.

Noch scheint die Sonne, aber schon beim Ankommen, bemerke ich die Spannung. Der empresario (also der Veranstalter und Mieter der plaza), dreht seine Runde, von einem tendido zum anderen, von dem patio de caballos in den toril, die puerta grande klemmt. Es ist Regen angesagt, für Samstag, den Tag vor der corrida.
Das Üben der estocada
Im sombra, auf der Schattenseite, muss neuer Sand ins Rund der Arena geschafft werden. Hier und da fehlt ein Nagel..., der Mann ist schwer beschäftigt, alles auf Vordermann zu bringen, für das festejo. Es ist ein festejo zu Gunsten kranker Menschen, obendrein "nur" mit novillos, - ob das reicht, um die Ränge zu füllen?

Fast alle, die hier regelmäßig trainieren, haben einen Block mit Eintrittskarten und so kommen die Sanluqueños vorbei und kaufen ihnen die Karten direkt ab. Auch ich hab mir schon meine entrada besorgt, beim alten Mann, der die Schlüssel zur plaza hütet.

Zwischen 10 und 15 Euros kosten sie, also erschwinglich (die, für Cordobas festejo gegen Krebs, kosten das drei-bis vierfache). Viele toreros kämpfen gratis, in corridas de benificencia zu Gunsten von Behinderten und Kranken, und somit habe ich zwei entradas für einen guten Zweck erstanden, das freut doppelt. Was das für den empresario bedeutet, werde ich bald erfahren, denn er hat mir ein Interview versprochen.

Auch die novilleros, die am Sonntag hier ihr Leben riskieren, wollen mit mir sprechen, sie können jeden Zuspruch und jede Hilfe brauchen. Heute waren sie auch wieder drei Stunden hier, um ohne große Pausen die muleta- oder die capaarbeit zu üben. Einige klagen über Schmerzen in den Handgelenken, anderen sieht man den Schmerz bei den Dehnungsübungen an. Es freut mich, so junge Menschen, engagiert und ernsthaft zu sehen, emsig schwingen sie ihre capas.

Das Üben mit der muleta
Die "alte Garde", von toreros, banderilleros, die schon Jahre hier gemeinsam trainieren, sind entspannter, man frotzelt über den Clássico von gestern: Madrid : Barca - auch hier spaltet sich die spanische Seele - catalan ist beinahe ein Schimpfwort, im tiefen Andalusien. Barca Fans leiden heute morgen...

Dann kommt der matador de toros Padilla. Heute steht Fitnesstraining an, auch er hat am Wochenende einen Kampf, in Olivenza. Ein cartelazo, wie man sagt, wenn drei Spitzentoreos auftreten. El Juli, Perrera und Padilla.

Überhaupt Olivenza, anderes cartel kündigt Manzanares, Morante und Talavante an - ich kann gar nicht sagen, welche corrida mich mehr reizt. (Beide!!!) Aber ich habe Karten für Sanlúcar und seine novilleros und ich bin gespannt, wie sie das Gelernte umsetzen.


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SIEHE AUCH:

Sonntag, 3. März 2013

Begegnung mit den toros (2. Teil)

Und dann ist die ganze Arbeit vielleicht umsonst?
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von Colin Ernst

Auch heute zieht es mich früh zur Plaza de toros, ob Padilla wieder da ist? Nein ist er nicht, aber alle novilleros sind mit ihren Trainern zugange.
Novilleros, die mit der capa üben.
Ich komme mit zwei Jungs ins Gespräch, novilleros aus Frankreich, die keiner escuela taurino angehören und durch Spanien reisen, auf der Suche nach "Oportunidad", einer Chance. Die Zeiten sind schlecht, für novilleros, besonders wenn sie keinen apoderado im Nacken haben.

Der symbolisierte toro, dabei versucht der Mensch zu fühlen
was einen toro bewegt.
Mit Hand und Fuss, schilldern sie mir, wie sie herkamen und wo es hingehen soll. Ihr Geld, für dieses Abenteuer, haben sie sich in einer Eisenfabrik verdient. Nun reisen sie durchs Land, besuchen alle plazas, versuchen mit trainieren, wo man sie lässt. Auch bei den Züchtern wollen sie anklopfen, bieten ihre Mitarbeit an, um dort wenigstens mal mit einer Kuh trainieren zu können. Später hat Javier ein Treffen im Norden Spaniens, mit den "Stierspringern", wo er eine Gruppe verstärken kann. Wie es weitergeht, wissen beide nicht. Morgen geht es nach Sevilla und von dort aufs Land. Ich wünsche beiden viel Glück, aber ohne apoderado wird das schwer, zumal ihr Level nicht besonders hoch ist, was das toreo angeht... 

Diese espadas sind aus Holz aber die
richtigen kosten ziemlich viel Geld
Das gleiche beklagt auch der Mann, der jeden Tag die Tore der Plaza de toros in Sanlúcar öffnet. Er hat viele kommen und gehen sehen, sein Gesicht wird traurig, wenn er zu den toreros hinsieht. Einer von ihnen, ein matador de toros, der hatte in der letzten Saison nicht mehr als drei oder vier corridas. Und dafür trainiert man von klein an? Alternativa... und dann - keiner ruft an, um ihn zu einer corrida zu verpflichten... Er zeigt auf einen der novilleros, der am Sonntag vor den toros stehen wird. Die Familie hat einen Obst/Gemüsegarten, wo der Junge jeden Tag arbeitet, um sich das Geld zu verdienen. Denn torero sein, ist ein teurer Spass. Der Eintritt in eine "escuela taurina", eine Schule für angehende toreros kostet viel Geld. Je nach Fabrikant kostet alleine schon die capa,  200 Euros und 150 Euros muss man für eine muleta hinlegen. Und ein guter espada kostet um die 500 Euros und mehr. Eine traje corto, oder gar ein traje de luces, geht richtig ins Geld. Dann muss man novillos, Jungstiere, kaufen, um mit ihnen zu trainieren und diese auch zu töten. Und das alles, ist nicht zu machen, ohne Geld im Rücken.

Der Angriff des toros wird vorbereitet
Es macht nachdenklich, angesichts des Eifers, mit dem hier trainiert wird. Und noch eines beklagt der Mann, mit dem Schlüssel zum coso, die Misere in der sich die ganaderías (Züchter) befinden. Viele werden ihre eigentlich wertvollen Stiere und Kühe zum Metzger bringen müssen, denn der Markt ist am Boden, zumindest für die ganaderías, die nicht so gefragt sind.

Der Hund beisst sich in den Schwanz, die novilleros haben kein Geld um sich Stiere zu leisten, die plazas und deren empresarios, sparen wo sie können, also muss man sehr viel Geld mitbringen, wenn man torero werden will.

Juan Luis Rodríguez: "Ich habe die Illusion verloren!"
Nur zwei corridas im letzten Jahr.
(Foto: mundotoro)
Ins Bild passt auch der Rücktritt von Juan Luis Rodríguez (alternativa 2009), der heute im Stierkampfmagazin Aplausos seinen Rücktritt angekündigt hat. Er kann es sich einfach nicht mehr leisten ein torero zu sein! Er muss seine Familie unterstützen, also regelmäßig Geld nach Hause bringen. Kein Geld mehr für aufwendiges Training, Lichteranzug etc. - und leider wird er nicht der letzte sein, der aufgeben wird.

Es wäre wünschenswert, wenn sich auch ausserhalb der spanischen Grenzen aficionados finden, die novilleros oder überhaupt toreros finanziell unterstützen würden. In Spanien gibt es peñas taurinas, so genannte Vereine die sich für die tauromaquia begeistern, und versuchen hier und da einen torero zu unterstützen. Darum ist es so wichtig dem restlichen Europa zu vermitteln, warum die toros in Spanien zum Kulturgut deklariert werden.

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SIEHE AUCH:
Begegnung mit den toros (1. Teil)

Samstag, 2. März 2013

Schüler interessieren sich für die toros!




von Philip de Málaga


5.000 Schüler füllen die Ränge in Olivenza (Badajoz)
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Schüler der Unter- und Mittelstufe füllen die tendidos in Olivenza
(Foto: mundotoro)
Julián López "El Juli"
(Foto: mundotoro)
Man ist geneigt festzustellen, dass die toros eigentlich nur noch ein Erbe der vergangenen Tage seien und dementsprechend sich nur noch ältere Leute dafür interessieren. Doch in dieser Woche hat man in der Extremadura das Gegenteil bewiesen. 5.000 Schüler der Unter- und Mittelstufe aus verschiedenen Schulen in Olivenza und Badajoz füllten die tendidos des cosos von Olivenza, während einer der ersten ferias taurinas in Spanien. Zwölf Schüler aus zwei escuelas taurinas demonstrierten ihr Können. Begleitet wurden ihre Auftritte durch den matador de toros Julián López "El Juli", der den jungen Leuten über Lautsprecher erklärte, was gerade im ruedo stattfand. Mehr noch, er erklärte nicht nur das Handeln der toreros sondern auch zu vermitteln warum die Tiere so reagieren. Er versuchte dem jungen Publikum den Umgang mit den toros zu vermitteln und die Schüler in den tendidos zeigten sich sehr fasziniert von dem was sie zu sehen und zu hören bekamen.
5.000 Schüler verfolgen gespannt das Geschehen im ruedo
(Foto: mundotoro)
In den spanischen Medien spricht man von einem grossen Erfolg und einem tollen Ambiente bei der Veranstaltung, welche vom Rathaus in Olivenza sowie dem Kreistag in Badajos gefördert worden sind. Julián López war am Ende der Veranstaltung emotional ziemlich ergriffen: "5.000 Kinder so nah am toreo zu sehen, ist einfach nur wunderbar. Heute verlasse ich die Plaza de toros besonders glücklich und ergriffen."
Der matador de toros Julián López "El Juli"
im Kreise seiner neuen Verehrer
(Foto: mundotoro)

Begegnung mit den toros (1. Teil)

Auf den Spuren der Toreros
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von Colin Ernst

Pünktlich um zehn Uhr morgens, öffnen sich die Tore des "Coso del Pinar" - der Plaza de toros in Sanlúcar de BarramedaIm Gänsemarsch traben die novilleros und die matadores in die Arena, denn vor dem toreo de salón, steht das Joggen und anderes Aufwärmtraining an.

An fünf Tagen der Woche ist geöffnet und es finden sich toreros aus allen Teilen des Landes ein. Diese Woche steht unter einem besonderen Stern, der novillada, eine corrida de beneficencia zu Gunsten Behinderter in Sanlúcar, am 3. März, um 17 Uhr.

Eloy Hilario
Auch ich war pünktlich vor Ort, um mir ein Bild zu machen. Einen novillero kenne ich noch vom Vorjahr, Eloy HilarioIch kann sehen, das er Fortschritte gemacht hat, vor allem mit der muleta. Im Vorjahr fiel er mir besonders beim Training mit den banderillas auf und ich dachte, das dies sein "Fachgebiet" sei. Nun steht er in wenigen Tagen in der plaza seines pueblos, und man merkt die Anspannung. Ruben Franco, Fernando Gonzales , Sergio Salas, Alejandro Jurado und Juan de Castillo, sind die weiteren Mitstreiter von Eloy. Ich will ihn nicht stören, vor dem großen Tag, später werden wir ein Schwätzchen halten.

Álvaro Sanlúcar
Ein anderer alter Bekannter ist Álvaro Sanlúcar, der 2011 Auszeichnungen erhielt und als hoffnungsvolles Talent gilt. Er fiel mir durch sehr elegante capa- und muletaarbeit auf. 2012 hatte er recht gute Ergebnisse und alles was er braucht, sind mehr corridas. Auch er ist besser geworden, man merkt das harte Training.

Diego Jiménez, M. Soto, Antonio Jose Blanco, toreros aus Sanlúcar, sind jeden Tag präsent, stehen dem Nachwuchs mit Rat und Tat zur Verfügung. Wer das Training verfolgt, kann lernen. Warum hält man die muleta so und nicht anders, in welchem Moment kann man eine veronica machen, und wann nicht. Wie schwingt man die capa im quite, wie wenn der toro auf einem zugaloppiert. Handhaltung, Drehungen des Handgelenks, Drehungen der Hüften, mit welchem Bein steht man, wann, richtig...? Ich verfolge die Anweisungen mit großem Interesse, denn so kann ich mir noch besser ein Bild machen, von dem was Sonntag umgesetzt wird, oder auch nicht.

Mein erster Tag, auf Spuren der toreros, hielt noch eine Überaschung für mich bereit: Juan José Padilla, der maestro aus Jerez de la Frontera, grade zurück aus Südamerika, kam zum Training! Normalerweise trainiert er nicht oft in der Öffentlichkeit  Heute machte er die Ausnahme, ein Kindergarten hatte sich angesagt. Man muss sagen, er ist sehr Kinderlieb, hat Geduld mit den Zwergen. Die Kleinen hatten sich alle auf den estribo gesetzt, und mit Klatschen und "Padilla, Padilla" Rufen, den maestro animiert, sich zu ihnen zu setzen. Einigen hat er ein paar pases mit der muleta gemacht, "torero, torero", piepsen die Minis. 
Der matador der toros Juan José Padilla (rechts mit der Augenklappe)
Nachdem der offizielle Teil vorbei ist, kann ich endlich das Training, des "Piraten" verfolgen, eine Lehrstunde. Sein Knie, welches in Mexico einen Hornstoss abbekam, ist mit einer Neoprembandage geschützt, ich kann keine Behinderung erkennen. Die nächsten Tage wird er im campo trainieren, um sich auf die Saison vorzubereiten.

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ÜBER DIE AUTORIN
COLIN ERNST

1963 in Düsseldorf geboren verschlug es die gelernte Reitlehrerin nach Menorca





Taurinische Biographie

1999 Besuch ihrer ersten corrida in Palma de Mallorca.

"Eines Tages entdeckte ich die Anzeige einer corrida in Palma de Mallorca, also ab aufs Schiff und nix wie hin. Alles war sehr neu und aufregend und als Reiter zog es mich zuerst in den patio de Caballos. Dann sass ich im Tendido 3. Reihe unten, mit der besten Aussicht. Mich beeindruckte damals vor allem wie der toro aus dem toril schoss (atemberaubend schön mit seiner Kraft), auf den matador zu, und dann das Pferd umwarf. Sofort rannte ich wieder zum patio de caballos, um dem armen Pferd zu helfen. Die Helfer und der picador nahmen gerade den peto (Schutzdecke) ab und siehe da, außer dem Schrecken hatte das Pferd keine Verletzungen. Man erklärte mir alles, rund ums Pferd und so verpasste ich fast meine erste corrida."

Seit 1999 aficionado de toros.

Besonders geschätzte toreros
  • Morante de la Puebla
  • Enrique Ponce 
  • Juan José Padilla
  • Román (novillero)
  • José Garrido (novillero)
Bevorzugte ganaderías
  • Victorinos
  • Miura
Lieblingsbücher

... oder du wirst Trauer tragen von Dominique Lapierre und Larry Collins 

"Schuld ist El Cordobes! Meine Mutter, aficionada solange ich denken kann, wünschte sich vor 30 Jahren das Buch "... oder du wirst Trauer tragen", welches eine Biographie über das Leben des matador de toros El Cordobés. Als Leseratte, konnte ich nicht umhin, es auch zu lesen, ... und nochmals und nochmals zu lesen. Der Virus begann im fernen Deutschland zu brodeln und als ich vor gut 15 Jahren nach Spanien umsiedelte, dachte ich, das ich nun mein Wissen um die tauromaquia vertiefen könnte. Weit gefehlt, denn ich landete auf einer Insel, wo es keine afición gibt. Keine Taurozeitschriften, keine Plaza de toros, keine Stiere ... bis ich 1999 nach Palma de Mallorca kam."

Die Klassiker von Ernest Hemingway
Die Stiere von Parral von Marguerite Steen
Joselito ... el verdadero von José Miguel Arroyo 
De frente y por derecho von Manuel Díaz El Cordobés

Leitmotiv

"Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters!

Begegnung mit den toros (2. Teil)

Freitag, 1. März 2013

Mallorca sagt "Nein" zum Antitaurinismo




von Philip de Málaga


Auf der Insel der Deutschen wird es weiterhin toros geben
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Auf der Baleareninsel Mallorca gibt es eine auffallend große Plaza de toros. Das Coliseo Balear aus dem Jahr 1929 hat Platz für 14.425 Zuschauer. Ein coso welches auch gerne von vielen Deutschen aufgesucht wird. Aber nicht unbedingt der toros wegen. Eher weil dort Thomas Gottschalk seine Sommerausgabe von Wetten dass ... moderierte. Und überhaupt, es gibt einige Deutsche die würden die mundo de los toros am liebsten aus Europa verbannen. Auch auf Mallorca. Aber, man mag es kaum glauben, auf der Baleareninsel leben auch Spanier, die das ein wenig anders sehen.

In dieser Woche wurde im Rathaus von Palma de Mallorca über einen Antrag abgestimmt, die Balearenmetropole zur antitaurinischen Stadt zu deklarieren. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. 60 Prozent der Stadträte lehnten den Antrag ab, 38 Prozent stimmten dafür. Die toros bleiben also den Balearen erhalten. Da konnten auch die lautstarken Proteste der antitaurinos während der Abstimmung nichts mehr daran ändern.
Antitaurinos versuchen lautstark die Abstimmung zu beeinflussen.
(Foto: mundotoro)

Streik der Toreros

von Philip de Málaga

Banderilleros, Picadores und Mozos wollen oder sollen streiken
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Unión Nacional de Picadores y Banderilleros
Im Vorfeld zur Erklärung der toros zum nationalen Kulturerbe haben die UNPBE, die Unión Nacional de Picadores y Banderilleros sowie die Asociación Sindical de Mozos de Espadas (die Gewerkschaften der picadores, banderilleros und der mozos de espada) beschlossen, verschiedene corridas in Valencia, Sevilla und Madrid zu boykottieren um ihren Interessen mehr Nachdruck zu verleihen. Dabei handelt es sich in erster Linie um die arbeitsrechtlichen Beziehungen zwischen den empresarios und den cuadrillas. Diese wollen die Verantwortung der Arbeitsbedingungen auf die jeweiligen Chefs der cuadrillas übertragen. Das sei in keinem Fall zu akzeptieren, weil damit die minimalen Rechte der Arbeitnehmer, wozu die Gehälter wie aber auch die Pflichten gehören, nicht mehr garantiert seien.

Luis Miguel Calvo (Foto: mundotoro)
Diese Offensive kommt für einige jedoch überraschend. Selbst für eine Gewerkschaft. Luis Miguel Calvo, banderillero und Präsident der Asociación Sindical de Profesionales Taurinos Independientes verkündete noch am Abend, dass dieser Aufruf zum Streik weder mit ihnen abgesprochen sei, noch dass sie davon in Kenntnis gesetzt worden wären. Sie seien sehr enttäuscht, dass die UNPBE sie in ihre Entscheidung nicht einbezogen hätte und so eigenmächtig vorgegangen sei. So könne man nicht gemeinsam die Zukunftspläne der tauromaquia gestalten. Es muss der Zeitpunkt kommen wo wir alle gemeinsam am Tisch sitzen und auch gemeinsam Entscheidungen treffen.

Simon Casas (Foto: mundotoro)
Auch auf Seiten der empresarios löst diese Vorgehensweise eine gewisse Irritation aus. Der empresario von Nimes, Don Simon Casas stellt ernüchternd fest, dass dieses Vorgehen zu einem ungünstigen Zeitpunkt käme und den ganzen Sektor betreffen würde. Und darum sei es unausweichlich dafür auch gemeinsam eine Lösung zu finden.

Betroffen sind davon bis jetzt die corridas in Valencia am 16., 17., 18. und 19. März. In Sevilla am 31. März. Sowie weitere festejos in Sevilla und Madrid.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Wenn Toreros helfen

von Philip den Málaga


In Granada wurde gestern der Benefizstierkampf für Granadown vorgestellt
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Auch das gibt es in der mundo de los toros. Matadores und ihre cuadrillas, apoderados und die empresarios, sowie die Angestellten einer plaza de toros stellen ihren Sold für einen wohltätigen Zweck zur Verfügung. Gestern wurde offiziell in der andalusischen Stadt Granada die 17. corrida de benificiencia Granadown angekündigt. Unter der Schirmherrschaft des maestros Enrique Ponce und des Lokal-matador David Fandila "El Fandi" findet am 23. März in der Monumental de Frascuelo ein Benefiz-Stierkampf statt. Die matadores de toros Enrique Ponce, Juan José Padilla, Manuel Díaz "El Cordobés", David Fandila "El Fandi" und der novillero José Ángel Fuentes werden sicherlich für gefüllte tendidos sorgen. Die Einnahmen der knapp 15.000 Zuschauer werden der Asociación Síndrome Down, der Gesellschaft für das Down-Syndrom gespendet.
Präsentation des cartels mit dem matador de toros David Fandila "El Fandi"
(Foto: mundotoro)
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Siehe auch:


Dienstag, 26. Februar 2013

Und sie sagen keiner geht mehr zu den Stierkämpfen! (2. Teil)





von Philip de Málaga


Wenn der Flughafen zur puerta grande wird. Der matador der toros Morante de la Puebla wird in Sevilla nach seiner triumphalen Amerikareise empfangen.
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Kein Kommentar!

Die Politik macht Ernst!





von Philip de Málaga



Auf dem Weg zum Kulturerbe
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Politik und taurinos auf dem Weg die tauromaquia zu fördern. (Foto: mundotoro)
Minister Wert und der matador El Juli
(Foto: mundotoro)
Gestern traf zum ersten Mal seit 1998 wieder die Comisión Consultativa Nacional de Asuntos Taurinos, der nationale Beratungsaussschuss in Sachen Stierkampf zusammen. Unter der Leitung des Ministers für Erziehung, Kultur und Sport Don José Ignacio Wert trafen sich am letzten Montag im Februar 2013 die verantwortlichen Repräsentanten des Innenministeriums, der Ministerien für Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt und Finanzwesen, dem Arbeitsministerium, des Sozialversicherungswesens, sowie Vertreter der autonomen Regionen Spaniens und der Komunalverbände. Auch die mundo de los toros wurde vertreten durch die Verantwortlichen der Union de Toreros, der Asociación Nacional de Organizadores de Espectáculos Taurinos, den Veranstaltern, der Federación Internacional de Escuelas de Tauromaquia, also der Stierkampfschulen, verschiedener Vereinigungen der ganaderías, veterinarios, und die Organisationen die sich für die aficionados und die abonados einsetzen.

In einem kurzen Satz formuliert, 
die Politik sitzt mit den taurinos an einem Tisch 
um die  Zukunft der tauromaquia in die Wege zu leiten. 

Die Zielrichtung war eindeutig vorgegeben: La aprobación del futuro Plan Nacional de Fomento y Protección de la Tauromaquia. Die Zustimmung für den zukünftigen nationalen Plan zur Förderung und Protektion der tauromaquia. Dabei soll vor allem die Zusammenarbeit der Politiker mit den taurinos in Spanien gefördert und stabilisiert werden. Der Dialog stehe hierbei an vorderster Stelle. Das Ministerium für Kultur hat klar Stellung bezogen, denn die tauromaquia soll voll und ganz in Ihren Arbeits- und Wirkungskreis involviert werden. Abschliessend wurde festgelegt, dass dieser Beratungsausschuss zu einer permanenten Einrichtung werden soll.