Samstag, 23. November 2013

Enrique Ponce: 10 Fragen 10




mit Enrique Ponce
(Fotos: mundotoro)


Der matador de toros aus der Region von Valencia gilt für die meisten aficionados als der maestro der maestros. Kaum ein matador versteht es dermassen das Meiste aus besonders schwierigen toros rauszuholen. Während andere toreros schon längst kapituliert hätten, fängt Enrique Ponce überhaupt erst an, nicht nur den toro zu dominieren, sondern ihn auch zum Mittelpunkt der faena zu machen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Kaum ein matador gelangen so zahlreiche indultos wie Ponce. Mit der Zahl 41 führt er beeindruckend das escalafón der indultos an. In diesem Jahr bestritt er in Spanien 39 festejos mit 83 reses wobei er 50 orejas und einen rabo als Auszeichnung erhielt. Im August sein einziger indulto in diesem Jahr. In der plaza de toros von Tomelloso (Kastilien-La Mancha) mit einem toro der ganadería San Mateo.  Derzeit triumphiert er in Amerika. Nun stellte sich Enrique Ponce den 10 Fragen 10 des Portals mundotoro:


1. Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und durch die Zustimmung aller politischen Parteien.

2. Dein Lieblingsrezept?

Die Paella meines Vaters.


3. Dein Traum-cartel?

Mein Onkel Rafaelillo, mein Grossvater Victoriano Valencia und ich.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Nein von nichts.


5. Was stört Dich am meisten?

Undankbarkeit, Falschheit und Ungerechtigkeit.

6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Der rosarote Panther



7. Ein Bekenntnis?

Ich bin verliebt in meine Frau und meine Töchter.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Etwas vorzutäuschen.


9. Wie rufen sie Dich?

Enrique.

10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Ich hätte zu Beginn die toros gleich mit der ersten estocada töten sollen, so habe ich zahlreiche zweite orejas verloren.

Freitag, 22. November 2013

Torero wurde für Tierquälerei verurteilt




von Colin Ernst


Aber nicht für seine Arbeit mit den Stieren bei einer corrida de toros
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(Foto: mundotoro)
Der torero José Antonio Canales Ribera wurde dieser Tage zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Der erschreckende Vorwurf, Misshandlung eines Pferdes im Februar diesen Jahres. Man hatte sein Reitpferd mit Wunden, oberhalb der Nase vorgefunden. Diese wurden verursacht, durch den massiven Gebrauch der „Serretas vivas“. Jene sind in Spanien sehr verbreitet, da man hier in der Mehrzahl Hengste reitet, die mitunter außer Kontrolle geraten können. In ihrer Schärfe durchaus mit einer schmalen Kandare, mit Zügeln an den langen Anzügen zu vergleichen. Eine Meisterhand weiß sie zu gebrauchen, für alle anderen Reiter gilt der Spruch: „Ein Rasiermesser in der Hand eines Affen!“ Nun hat Canales sein Pferd wissentlich mit „scharfen Waffen“ geritten, denn schon letztes Jahr ist dieses Pferd außer Kontrolle geraten und hat einen Unfall verursacht, bei dem der torero zu Schaden kam. So die Aussage des Anwaltes des torero. Gut, ich kann das vermutlich geschehene nachvollziehen, was aber keine Entschuldigung sein soll. 

Was ist passiert? Das Tier, mit einem Gewicht von 450 Kilo, gerät außer Kontrolle und du hast nur diese Zügel, die an dieser „Nasenbremse“ hängen, um Schlimmeres zu verhindern, wie z. B. das es auf die Straße läuft. Das dies nicht ohne Blessuren auf der mit wenig Haut und Fell überzogenen Pferdenase abgeht, dürfte klar sein. Hätte das Pferd ein Gebiss getragen hätte es Prellungen im Maul und Blutungen davon getragen, mit bloßem Halfter ist ein nervöses Pferd nicht zu halten – Reiteralltag! 
1. Serrita viva, wirkt nur auf dem Nasenrücken, 2. Kandare, wirkt im Maul und die Kette unter dem Kinn
Was mir zu denken gibt: Wer hat das angezeigt? Ein sachverständiger Reiter, oder ein antitaurino? Wenn es ein Kenner war, ist es bedenklich und ich rate dem torero dringend, sich ein anderes Pferd zu suchen, oder Unterricht zu nehmen. Oder das Reiten aufzugeben… War es ein antitaurino, hat er die Situation gewinnbringend ausgenutzt. Immerhin wurde die Nachricht sogar in der Sendung „Sálvame“ publik gemacht und selbstredend in den spanischen Tageszeitungen wie in der prensa rosa. Hat diese Handlung ein unwissender Tierfreund angezeigt, hat er meinen Segen. Er weiß nichts über Pferde und sieht bloß eine blutende Wunde. Schlimm genug! Das es sich ausgerechnet um das Pferd eines „Prominenten“ gehandelt hat, dürfte für ihn keine Rolle gespielt haben. So aber wird ein Szenario hochgespielt, wie man es tagtäglich in irgendeinem Reitbetrieb antreffen kann.
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Reiten ist eine Kunst und nicht jeder Reiter ist ein Künstler.

Colin Ernst
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Anmerkung :
Die Anklage wurde vom Observatorium für Justiz und Verteidigung der Tierwelt in die Wege geleitet und eingereicht. Sie selbst sehen das Urteil aus Andalusien als einen Sieg an. Es sei schliesslich wohl dass erste Mal in der Geschichte, dass ein torero wegen Tierquälerei verurteilt worden ist. Das es dabei so gar nicht um die toros ging verschweigt diese Organisation gewissenhaft. 

Donnerstag, 21. November 2013

Universitäten setzen sich für die Tauromachie ein




von Philip de Málaga


Es entstand ein neues Netzwerk, 
welches die mundo de los toros analysieren und diagnostizieren soll
um den toros akademischen Rückenwind zu geben
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In Madrid entstand ein neues Netzwerk mit dem Namen RUTDIT (Akademisches Arbeitsausschuss-Netzwerk zur Analyse und die Diagnose des taurinischen Sektors). Umgesetzt wird es vor allem von der Akademie der Künste und Kultur für die Tauromachie. Das Ziel ist klar vorgeschrieben, man will das soziale Image der taurinischen Industrie mit akademischen Rückenwind stärken.

Immerhin beteiligen sich zahlreiche Universitäten an diesem Projekt: Die Professoren kommen aus Madrid gleich zwei Mal vertreten, Sevilla, Salamanca, Murcia, León, Almería, Extremadura und sogar auch aus Mexiko, aus Aguascalientes. Auch führende Personen aus dem Tourismussektor werden in dieses Projekt integriert.
Wenn Professoren, Akademiker an einem Tisch sitzen um die mundo de los toros zu fördern.
(Foto: mundotoro)
So entstand in der plaza de los toros in spanischen Hauptstadt, im Saal Cossío von Las Ventas ein Plan zum Schutz und zur Förderung der tauromaquia bei dem vier Punkte im Vordergrund standen:
  1. Einen Kommunikationskanal einzurichten, bei dem die aktuelle Analysen und Diagnosen über die mundo de los toros ausgetauscht werden können und sollten.
  2. Einen Arbeitsplan zu entwickeln um eine Akademie der tauromaquia zu schaffen, bei der es in erster Linie darum geht Probleme in der mundo de los toros zu erkennen und entsprechende Lösungsvorschläge anzubringen.
  3. Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden um den nationalen Plan die tauromaquia als Kulturerbe zu fördern.
  4. Entwerfen eines globalen Aktions- und Kommunikationsplans für die Förderung und Verbreitung der kulturellen, ökologischen und ökonomischen Aspekte der fiesta de los toros.
Man kann erkennen, wieder ein weiterer kleiner Triumph der tauromaquia. Nachdem die toros nicht nur auf gesellschaftlicher, sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Ebene immer mehr an Fuss gewinnen, haben sie nun auch auf dem akademischen Bereich punkten können.

Wenn sich in Deutschland die aficionados treffen

Eine Reportage über die Begegnung mit deutschen aficionados
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von Colin Ernst
(Fotos: mundotoro, Tauromaquia.deSfA)

Ein Klassiker in der Literatur taurino
Treffen in Deutschland mit aficionados. Meinen alljährlichen Besuch in Deutschland dieses Mal mit aficionados alemanes, mit einem Abend in stimmiger Runde verbinden. Natürlich drehte sich alles um toros und toreros. Jeder meiner aficionado-Freunde hatte in den vergangenen Monaten andere Eindrücke gesammelt, Fragen angehäuft und Erkenntnisse gewonnen. Man muss voraus schicken, das diese Freunde der mundo de los toros keine Internetfreaks sind, wenig Spanisch sprechen und kaum Gelegenheit haben corridas zu sehen. Um so dankbarer sind sie, in dieser Seite von „Stierkampf für Alle“, kurz SfA (von Philip de Málaga) oder auf meiner Seite Toros y Toreros, Beiträge, Reportagen und Hinweise in deutscher Sprache zu finden.

Viele Interessen gingen ins Detail, wie zum Beispiel die Frage, wo der Unterschied einer estocada volapie und einer estocada recibiendo liegt. Ich habe mich bemüht, mittels Handtuch und Spazierstock, das Ganze anschaulich vor zu führen. Auch der Unterschied zwischen einer veronica und einer media veronica oder chicuelinas wurde gefordert. Ich werde wohl nicht umhin kommen, mich in einer escuela taurina einzuschreiben. Aber wir alle haben eines gemein, nämlich das wir durch das Buch über El CordobésOder Du wirst Trauer tragen…“ von Larry Collins und Dominique Lapierre, aus dem Jahr 1967, zum Stierkampf gekommen sind.

Joselito in jungen Jahren
Um so interessanter war es, zusammen eine corrida auf DVD anzusehen, wo auch „Unser Held“ einer der Protagonisten war. Eine Benefizveranstaltung in Las Ventas am 5. April 1986, mit den matadores de toros Antoñete, Palomo Linares, El Cordobés, und Joselito als novillero. Einige waren überrascht über die Kapazität, die Antoñete an den Tag legte, andere kommentierten das Geschehen im callejón und den burlarderos, jeder hatte von dieser corrida gehört oder gelesen, aber keiner hatte sie gesehen. Dank dieser DVD entlarvten wir auch den jungen espontáneo – kein geringerer als Manuel Diaz „El Cordobés“, war beim Auftritt von Manuel Benitez „El Cordobés“ ins ruedo gesprungen. Was auch immer der Junge sich dabei gedacht hat, welche Versprechungen ihm für diesen heroischen Akt gemacht wurden, sein Ziel, torero zu werden, hat er dadurch nicht erreicht. In seinem Buch (De frente y por derecho) berichtet Manuel Díaz darüber, man hatte ihm zehn novilladas und eine Million Peseten für diesen Sprung in die plaza versprochen. El Cordobés soll sehr verärgert gewesen sein und sein nicht legitimer Sohn, wurde von der Guardia Civil abgeführt. Es war mehr als interessant, die verschiedenen Stiere zu sehen, die, wenn auch handverlesen, nicht alle glänzen konnten. Antoñete Chenel konnte sich den sobrero, den überzähligen toro sichern, zum Unmut von El Cordobés und erntete vor seinem Publikum von Madrid zwei Trophäen. El Cordobés, betrat die plaza und die Menschen hielt es kaum auf den Sitzbänken, die ersten Olé-Rufe erntete er mit der capa, leider erlaubte der toro keine Sternstunde, aber man merkte, daß das Publikum ihn immer noch liebt. Der Veteran in der Runde, Antoñete, brillierte mit seinem sobrero, aber die Überraschung war der damals noch als novillero auftretende siebzehnjährige Joselito. Für uns Zuschauer der Vergangenheit, ganz klar zu erkennen, dass dieser junge Mann etwas Besonderes war. An diesem tarde hat er all die alten Meister „in den Sack gesteckt“, wie man in Deutschland sagen würde. Sein Stier war von den maestros abgelehnt worden, aber dieser Joselito verstand sich umso besser mit ihm. Seine Arbeit mit der capa ließ sich durchaus mit der Morantes vergleichen, sicher und elegant. Mit der muleta übertrumpfte er an diesem Tag alle anwesenden figuras. Faenas largas, redondos, temple und fesselnd für das Publikum, in der plaza sowie vor dem Fernseher.

Cayetano Rivera Ordoñez
Eine andere corrida, die wir uns ansahen, wie man sieht, wir machten Überstunden, war die confirmación von Cayetano Rivera OrdoñezLas Ventas rappel voll. Alles was Rang und Namen hatte, war anwesend, apoderados, empresarios, ganaderostoreros, alle wollten den zweiten Sohn von Paquirri sehen. Die toros hatten nicht so viel Klasse, aber seine estocadas. Sein padrino, kein anderer als Morante de la Puebla. Dieser war nicht wirklich glücklich mit seinem Part. Als testigo, also als Zeuge, war José María Manzanares, und letztendlich auch der Gewinner der Partie. Drei „pavo reales“, Pfauen, jeder wollte triumphieren. Eine sehr interessante corrida. Es hat Spaß gemacht, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Enrique Ponce
Jeder von uns hatte seinen persönlichen Favoriten, jeder hat seinen persönlichen escalafón, seine eigenen Rangliste der matadores de toros. Interessanterweise kam man überein, das Enrique Ponce weiterhin das Mass der tauromaquia ist. Das Morante de la Puebla die Mengen verzaubern kann, aber wenige sind bereit, das Risiko einzugehen, eine teure corrida zu besuchen, nur um eine media veronica von ihm zu sehen. Für eine gute faena würden alle das letzte Hemd geben.

Als Aufsteiger wurden Miguel Angel Perera, Antonio Ferrera und Manuel Escribano ausgemacht. Für Überraschung sorgte das auffallende Interesse für Caro Gil und Paulita. Bei den novilleros standen José Garrido und Román vorne. Für Unverständnis sorgten verschiedene Entscheidungen der presidentes, die in gewissen Fällen dem Wunsch des Publikums nicht nachkamen. Auch sprachen wir über ganaderías, wo immer noch ein Defizit an Information über diese herrscht. Aber das Interesse wächst, denn man hat verstanden, das die toros eben dazu gehören. Auch möchte man mehr über die alten figuras wissen, um Unterschiede auszumachen. Fazit einer Runde mit deutschen aficionados, es gibt viel zu tun, für SfA und Toros y Toreros, denn in deutscher Sprache existieren fast keine Informationen.

Mittwoch, 20. November 2013

Joselito, alle würden ihn gerne wieder sehen

Über kaum ein Comeback würde sich die afición mehr freuen 
wie über die des maestros Joselito aus Madrid
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von Philip de Málaga

Seit vier Jahren ist der matador de toros José Miguel Arroyo Delgado, bekannt unter dem Namen Joselito bei einem tentadero in der überdachten plaza de toros von Moralzarzal (Madrid) wieder öffentlich angetreten. Am letzten Sonntag wurde der Ex-matador schon beim paseillo mit einem frenetischen wie emotionalen Applaus von den mehr als 1.500 Zuschauern begrüsst. Das Publikum in den tendidos war begeistert was es zu sehen bekam. Der maestro hatte nichts an seiner Klasse verloren. Schon gleich bei seiner becerra zeigte er zu Beginn was er vollkommen beherrscht, den Umgang mit der capa. Allein schon seine erste verónica beförderte den duende in die tendidos. Auch mit der muleta verstand er es zu überzeugen. Joselito zu sehen, das ist einfach arte de torear und mit Sicherheit war und ist er einer der besten estoqueadores.


Der maestro ist bescheiden. Den Weg in die Öffentlichkeit hat er fast meistens gemieden. Eine vuelta al ruedo hat er grundsätzlich abgelehnt, wenn ihm die orejas verweigert worden sind, obwohl das Publikum ihn mit einer starken ovación dazu aufforderte. Das war Joselito. Bescheiden, ehrlich, einfach nur die pure wie klassische arte de torear.

Für mich war er der Beginn meines taurinischen Interesse. Als ich ihn in August 1987 in der Malagueta von Málaga das erste Mal sah, berauschte er 14.000 Zuschauer. Damals hatte ich eigentlich gar nicht verstanden, was dort im ruedo geschah, aber es faszinierte mich zu sehen, wie ein torero mit seinem Mut nach einer voltereta und den bedrohlichen Angriffen durch die Hörner, als er auf dem Boden lag, sich wieder dem toro gegenüberstellte. Mehr noch, er wirkte ruhig, konzentriert und trotz dieses für mich damals sehr Aufsehen erregenden Unfalls dominierte er, beherrschte er die Situation und kontrollierte den toro. Und so begann ich mich dem Thema der tauromaquia zu nähern. 

Und wir alle erinnern uns an den historischen tarde in Las Ventas am 2. Mai 1996. Als unico espada ist er dort bei einer corrida goyesca vor über 24.000 Zuschauern angetreten und das spanische stattliche Fernsehen hat es live übertragen. Millionen haben es zuhause oder in den Bars mitverfolgt. Die beste estocada des Jahrhunderts gab es zu sehen. Trotz erstem pinchazo sass der zweite Ansatz perfekt, nach drei Sekunden fiel der toro um und war auf der Stelle tot. Einige der wenigen Male, dass ein torero in Madrid eine Auszeichnung erhält, wenn er nicht mit der ersten estocada tötet. Und was er mit der capa vorführte, da könnte sogar Morante de la Puebla neidisch werden. Sechs orejas und die puerta grande. In den Medien war es selbstverständlich ein Thema.

Joselito, jeder aficionado würde ihn gerne wieder im ruedo sehen. Besonders und gerade in Kombination mit dem derzeit populärem matador de toros Morante de la Puebla. Und dem maestro gefiel es, wieder so begehrt zu werden. So verkündete er auf der Internetplattform Burladero: "Es freut mich, dass man so über mich denkt und sich wünscht dass ich zurückkehre. Aber ich möchte auch dass alle wissen, dass ich mich in meinem jetzigen Zustand sehr wohl fühle. Trotzdem hat es mir in Moralzarzal sehr gut gefallen und erinnerte mich an die Zeit vor dreissig Jahren als ich als junger Spund in der escuela taurina war und uns die grossen maestros lehrten mit den toros umzugehen.

Die afición muss also noch warten, und ob Joselito überhaupt wiederkehren wird, kann man wohl eher bezweifeln. Schliesslich ist er ja auch als ganadero tätig. Aber doch toll zu sehen, wie der maestro immer noch in so guter Form ist. Na ja, hoffen können wir ja noch immer.

Dienstag, 19. November 2013

Brandstiftung, die neue Methode der Gegner von Stierkämpfen




von Philip de Málaga


Nach Peru nun auch in Frankreich
Über die kriminelle Vorgehensweise der antitaurinos
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Die hölzerne plaza de toros dem Jahr 1930
Antitaurinos greifen zu immer mehr kriminelleren Methoden, weil sie ihre eigenen Interessen kaum durchsetzen können. Nachdem radikale antitauristas Ende letzten Oktobers in der peruanischen Hauptstadt Lima versuchten die plaza de toros in Brand zu setzen, folgten nun europäische Gleichgesinnte diesem Beispiel und versuchten in der Nacht zu Montag die plaza de toros von Rion-des-Landes im Département Landes geradezu abzufackeln. Man entdeckte als Brandursache Benzinkanister, Strohballen und Gasflaschen, zu dessen Explosion es nicht kommen konnte, weil die Feuerwehr gegen 2:30 Uhr noch rechtzeitig eingreifen konnte. Beschädigt durch den Brand wurden zwei Türen der obere Bereich einiger tendidos. Die plaza de toros ist aus Holz konstruiert und Gott sei Dank hat es in den letzten Tagen geregnet und das Holz war noch ein wenig feucht. Sonst wäre es zu einer wahren Katastrophe gekommen.
Die Schäden in den oberen tendidos. (Foto: Sudouest)
Die Polizei spricht hier von einem kriminellen Delikt welches antitaurinischen Aktivisten zugeordnet wird und hat dementsprechend die Ermittlung in die Wege geleitet. Diese Vorgehensweise der antitauristas bestätigt einmal mehr, warum das Gesetz, das sich Gegner der toros den plaza de toros nicht mehr als auf 400 Meter Distanz nähern dürfen gerechtfertigt scheint. Man kann gespannt sein, zu welchen weiteren kriminellen wie illegalen Methoden der antitaurismo greifen wird.

Joël Goyheneix
Trotz und gerade wegen des Brandanschlages, so verkündete der empörte Bürgermeister Joël Goyheneix findet am nächsten Wochenende auf jeden Fall in der plaza de toros ein festival taurino statt mit den matadores de toros Juan Bautista, César Jiménez, Juan Leal und den novilleros Francisco José Espada und Clemente. "Solche Attentate gegen die plaza de toros und gegen die afición können man in keinem Falle akzeptieren oder hinnehmen", so der Bürgermeister.

Schon am 24. August diesen Jahres gab es in dieser Arena eine illegale Demonstration von antitaurinos, bei dem es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen ist. Die tauromaquia ist zu einem Kulturgut deklariert worden, so wird es in Frankreich langsam Zeit, auch darüber nachdenken zu müssen, wie man dieses Gut schützen kann. Spanien wird sicherlich vor einer ähnlichen Herausforderung stehen.

Montag, 18. November 2013

Ein Schauspiel, welches sich mit keinem anderen vergleichen lässt



von José Ortega y Gasset



" Ich bin nicht unbedingt ein aficionado
Nach meiner Jugend 
habe ich sehr selten corridas besucht, 
gerade so viele, um zu verstehen was dort geschieht. 
Hingegen habe ich mit den toros das gemacht 
was kaum einer tat. 
Meine Aufmerksamkeit mit intellektuellem Grossmut 
diesem erstaunlichen Phänomen 
der corridas de los toros zu schenken, 
ein Schauspiel, 
welches sich mit keinem anderen vergleichen lässt, 
und welches in der ganzen Welt 
auf eine gewisse Resonanz stösst."

(1950)

Trotzdem hat der spanische Schriftsteller José Ortega y Gasset (1883 - 1955) letztendlich doch zahlreiche corridas besucht und auch einiges darüber geschrieben. Wahrscheinlich gehört er mit zu den ersten Intellektuellen der neuen Welt, welche der mundo de los toros begegneten und sich auch schliesslich dafür begeistern konnten. Ein grosses Dorn im Auge der antitauristas, dass sich gebildete wie intelligente Menschen sich so für die toros interessieren, gar einsetzen wie zum Beispiel auch in der Gegenwart der peruanische Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa.

Sonntag, 17. November 2013

Die spanische Nationalpolizei spezialisiert sich auf die Untersuchung der Hörner von Kampfstieren




von Philip de Málaga



Damit bei einer corrida alles seinen rechten Weg geht, bildet die Policía Nacional Agenten aus um eine Analyse der Hörner der toros bravos zu erstellen.
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Das Cuerpo Nacional de Policía (kurz Policía Nacional, das nationale Polizeikorps) verfügt derzeit über das einzige Laboratorium, welches gesetzlich anerkannt ist, um die cuernos der toros zu untersuchen, bzw. Analysen über deren Zustand zu erstellen. Mit dem neuen Gesetz wird seit diesem Monat ein besonderer Kurs angeboten, um veterinarios als Sachverständige in der Analyse der Hörner auszubilden. Im ersten Kurs nehmen vierzehn Beamte der Policía Nacional teil. Das Ziel ist klar vorgegeben. Man will der Manipulation der cuernos einen klares Ende setzen.

Innerhalb von zwei Wochen werden die Agenten in die Kunst der Analyse eingeführt. Obwohl die Polizeibeamten dem Innenministerium unterstehen geschieht dieses auf Anweisung des Staatssekretärs des Kultusministeriums, Don Fernando Benzo. Gehalten werden diese Seminare von Experten der Policía Nacionalveterinarios, Professoren der Universität Complutense in Madrid und Spezialisten in Gerichtsmedizin und Toxikologie.
(Foto: mundotoro)
Man erkennt an dieser Aktivität, dass der spanische Staat alles dran setzt die mundo de los toros zu beschützen, aber auch darauf drängt die Integrität, die pureza der toros und die Einhaltung des reglamento taurino zu wahren.

Muhammad Ali und die Stiere

Vor 36 Jahren konnte sich der Boxweltmeister für die toros begeistern
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von Philip de Málaga


Am 12. November 1977 reiste der Boxweltmeister Muhammad Ali in die kolumbianische Hauptstadt Bogotá um zu einem Schaukampf mit dem Schwergewicht Bernardo Mercado anzutreten. Doch zuvor besuchte er eine novillada. Zwischen dem Boxsport und dem Stierkampf gäbe es einiges an Gemeinsamkeit, so schreibt das Portal mundotoro. Vor allem Einsatzbereitschaft, Ehrlichkeit, bereit sein um ein gewisses Risiko zu tragen und die ständige Gegenwart des auf der Lauer liegenden möglichen Todes.

Deswegen begab er sich zur finca Vista Hermosa um den novillero Jorge Herrera zu begutachten. Der novillero widmete den Tod eines novillos Muhammad Ali. Und diesem gefiel was er sah. Besonders die faena sprach den Boxweltmeister an, der die muletazos mit lauten Bravo-Rufen begleitete. Allerdings wollte er nicht, das der maestro den novillo tötete. Doch der novillo griff den Jorge Herrera hart an und beförderte ihn mit einer gewaltigen voltereta zu Boden. Also akzeptierte der Weltmeister das Ende der lidia und der novillero wurde mit dos orejas y rabo ausgezeichnet, welche er Muhammad Ali überreichte. Dieser näherte sich darauf hin dem maestro und stellte fest "Ich bin mutig, aber sie sind es mehr, wenn sie sich mit einem Tier einlassen, welches gefährlicher ist als Joe Frazier."

Muhammad Ali nimmt die Auszeichnungen des toreros entgegen.
Hinter Jorge Herrera, geboren 1948 in Bogotá, versteckte sich eine grosse Hoffnung der kolumbianischen afición. Im Januar 1986 hatte er seine alternativa. Und padrino wie testigo waren die grossen maestros Niño de la Capea und Juan Antonio Ruiz Espartaco. Gleich einen Monat später trat er mit dem kolumbianischen Superstar unter den toreros César Rincón auf. Doch im selben Jahr, im Oktober in Florencia (Kolumbien) wurde so schwer verwundet, dass er sich kaum davon erholen konnte. In den folgenden Jahren konnte er nie als bei mehr als zehn festejos taurinos teilnehmen. Meistens waren es weniger als fünf. Seit 1996 findet man seinen Namen auf keinem cartel mehr.

Samstag, 16. November 2013

Stierkampf in China

Wenn der Name Stierkampf seine Berechtigung hat, dann im Süden von China
nämlich wenn Stiere gegeneinander kämpfen
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von Philip de Málaga
(Fotos: Chinanews.com und mundotoro)

In den bewaldeten Berggebieten der Volksrepublik China leben knapp zehn Millionen Miao (苗族). Eine Kultur die es seit etwa viertausend Jahren gibt und die schriftlichen Aufzeichnungen über sie immerhin schon zweitausend Jahre. Und sie feiern schon genauso lange den Stierkampf. Ein richtiger Stierkampf, wo die Stiere, ich benutze bewusst nicht den Begriff toro, gegen einander treten. Ein wichtiger Bestandteil der Miao-Kultur. Wieder einmal beweisen sich die Stiere als Teil einer Kultur. Allerdings wird hier kein Stier getötet. Die Stiere rennen auf einander zu, prallen mit ihren Köpfen zusammen, stossen gegeneinander, bis einer die Flucht ergreift.


Bei einem solchen Stierkampf ist man auch bemüht auf die Gleichheit der Stiere zu achten. Meint, das Gewicht und der Brustumfang sollten in einem fairen Verhältnis stehen. 


Bei einer solchen Veranstaltung gibt es an einem Tag fünfzehn Kämpfe. Jeweils immer nur zwei Bullen werden aufeinander losgelassen, der Gewinner kann stets weiter kämpfen. Am Ende erhält der Besitzer vom Gewinner 30.000 Yuan (3.600 Euro). Man werfe einen Blick in die tendidos, obwohl es regnet, sie sind voll besucht. 

Übrigens auch in den spanischen dehesas der ganaderías, gehen die toros bravos diesem Stierkampf nicht aus dem Weg. Meistens um Autorität zu erlangen, und nicht selten finden die ganaderos am nächsten Morgen verletze toros.


Freitag, 15. November 2013

In der Arena

Über die Begegnung mit den Stieren
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Poesie von Dominik Sachsenheimer 
(Sommer 2003)


(Foto: mundotoro)

Du schaust mich an
Ich  schwitze

Du rast auf mich zu
Ich friere

Du senkst den Kopf
Ich auch

Du schnaubst
An meinen Beinen entlang
Und weiter
davon
durch den Staub.

Ich drehe mich ab
In die Sonne
Die von nun an
ewig 
mir scheint.

Donnerstag, 14. November 2013

Die Kunst zu Pferde

Eine Reportage über das so genannte rejoneo
Der Kampf der Titanen: Pablo Hermoso de Mendoza und Diego Ventura
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von Colin Ernst
(Fotos: mundotoro)


Eine etwas andere Art der corrida, bietet das oft weniger bekannte rejoneo. Dabei handelt es sich um matadores de toros zu Pferde. Das tercio de varas wird ersetzt durch das Setzen des rejón de castigo, und der Reiter, der rejoneador, setzt seine banderillas selbst. Lange und kurze banderillas setzt er in waghalsigen Manövern vom Pferd aus. Als capa oder muleta, dient oftmals der Schweif des Pferdes, dem der gereizte Stier nachjagt. Der rejón de muerte, ersetzt die estocada. Wobei oftmals der Reiter den toro letztendlich doch auf gewöhnliche Art und Weise, nämlich zu Fuß, töten muss. 

Die Kunst bei diesem fesselnden, gefährlichen Schauspiel, ist die Reiterei. Je besser das Pferd ausgebildet, desto waghalsiger kann man sich dem Stier nähern. Und um banderillas oder den rejón de muerte gut zu setzen, muss man sehr nah ran... 

Pablo Hermoso de Mendoza sehr nah am toro
In dieser temporada, sowie auch in den letzten, streiten sich zwei maestros des rejoneo um den Thron, um die Krone des escalafón. Pablo Hermoso de Mendoza und Diego Ventura. Beide verfügen über das beste Pferdematerial und beste Reitkenntnisse. Dazu kennen sie die toros aus dem EfEf. Zur Zeit haben sie ihre Differenzen, denn Pablo will nicht ins TV, gemeinsam mit Diego..., oder wie auch immer. Beide sind eine Sensation im Sattel, kaum einen Zuschauer hält es auf den Bänken, wenn sie auftreten. 
Pablo Hermoso de Mendoza
Doch wie sieht die Saison in Fakten aus? Ventura hat sieben orejas mehr bekommen, wenn sie gemeinsam auftraten, in Málaga ging Ventura leer aus, Mendoza in Algeciras. In ihren enfrentamientos hat Ventura zwei rabos errungen, Mendoza nicht einen. Auch die puertas grandes öffneten sich für Diego Ventura zwei Mal mehr, als für seinen Konkurrenten, bei gemeinsamen corridas. Letztendlich hat Ventura auch mehr corridas bestritten. Im direkten Vergleich schneidet also Diego Ventura besser ab. 
Diego Ventura

Ich habe ihn gesehen, ein Verrückter! Er riskiert unwahrscheinlich viel, reisst mit seinem Charme, seiner Ausstrahlung, die Leute von den Sitzen. Ähnlich wie früher der matador de toros El Cordobés, der in seinen Anfängen weniger gut, als spektakulär war. Aber ich bin kein Freund von Pferdeverschleiss. Junge, vierjährige Pferde, seien sie noch so gut ausgebildet, gehören meines Erachtens nicht in eine plaza. Das ist meine Meinung. Pablo Hermoso de Mendoza muss sich mir nicht mehr beweisen, ein großartiger Reiter, mit bestens geschulten Pferden. Wer mit geschultem Reiterauge die Aktionen der beiden Reiter im Sattel verfolgt, sieht, das die Hilfen Mendozas viel sensibler eingesetzt werden, weniger Sporen und Zügeleinsatz. Beide Reiter sind auf höchstem Niveau, mit "mucho genio" (viel Genie) gesegnet. Wenn der jüngere Ventura einmal das Alter Hermosos erreicht hat, wird er ihn vielleicht überflügeln, in der Reitkunst, denn dies ist ein ewiger Lernprozess.
Pablo Hermoso de Mendoza und Diego Ventura; diesmal haben beide triumphieren können

Mittwoch, 13. November 2013

Jetzt ist es offiziell, der Stierkampf ist nun auch in Spanien ein Kulturgut




von Philip de Málaga



Der Stierkampf in Spanien ist nun offiziell bestätigt und geschützt
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Heute wurde nun mit einem öffentlichen Gesetzblatt des spanischen Staates (BOE) bestätigt, dass die tauromaquia, nach der Entscheidung des spanischen Senats vom 6. November 2013, definitiv als immaterielles spanisches Kulturgut den vollen Schutz des spanischen Staates geniesse, und das alle Teilnehmer wie Besucher dementsprechend ihre Rechte und den entsprechenden Schutz durch die verantwortlichen Behörden und staatlichen Organen in Anspruch nehmen können. Das neue Gesetz tritt ab morgen in Kraft.
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Quellennachweis:
BOLETÍN OFICIAL DEL ESTADO