Montag, 10. August 2015

Auszug aus "Mannesalter" (2. Teil)

Wenn ich einem Stierkampf beiwohne habe ich die Neigung ...
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von Michel Leiris
(übersetzt von Dr. Andreas Krumbein)



Lucretia

Lucretia, Frau des Tarquinius Collatinus, eines Verwandten des Tarquinius Superbus, gestorben 510 v. Chr., berühmt durch ihren tragischen Tod, der den Sturz des römischen Königtums herbeigeführt haben soll. Während der Belagerung von Ardea wollten die Prinzen der königlichen Familie wissen, wie sich ihre Frauen in ihrer Abwesenheit betrugen. Sie steigen zu Pferde, kommen nachts in Rom an, und finden ihre Gattinnen bei fröhlichem Zeitvertreib. Nur Lucretia war damit beschäftigt, mit ihren Frauen Wolle zu spinnen. Ihre Schönheit hinterliess einen tiefen Eindruck auf Sextus Tarquinius. Einige Tage danach kam er nach Rom zurück und besuchte Lucretia und bat sie um Gastfreundschaft; nachts drang er in ihr Schlafgemach ein und drohte sie zu töten, wenn sie ihm widerstünde: später würde er sagen, er habe sie getötet, weil sie ihrem Gatten untreu war; Lucretia gab nach; am nächsten Morgen liess sie jedoch ihren Vater und ihren Gatten kommen und erzählte ihnen die Schmach, die sie erlitten hatte; dann tötete sie sich vor ihren Augen mit einem Dolchstoss. Sofort ruft Junius Brutus, den blutigen Dolch schwingend, das zum Aufstand auf, und die Absetzung der Tarquinier wird proklamiert. Nouveau Larousse Illustré, nach Livius. 
Der Tod der Lucretia von Eduardo Rosales-Martinez (1836 - 1873)
In Bezug auf den Liebesakt - oder vielmehr auf seinem Schauplatz, das Lager - möchte ich gern den Ausdruck "Wahrheitsgelände" gebrauchen, der beim Stierkampf die plaza de toros umschreibt, also die Stätte des Kampfes. Wie der matador oder der "Töter" erst seinen wahren Wert zeigt, wenn er sich allein dem Stier gegenübersieht (in dieser Position, die der Jargon der Arena so treffend mit dem Wort "eingeschlossen" kennzeichnet), so hat sich im Geschlechtsverkehr der Mann unter vier Augen mit der Partnerin, die er sich gefügig machen muss, einer Wirklichkeit gegenüber zu bewähren. Ich, den es eine so enorme Anstrengung kostet, mich auf der Höhe der Dinge zu halten, und der ich, ausser wenn ich Angst habe, stets die Empfindung habe, mich in der formlosesten Unwirklichkeit zu verausgaben, bin ein leidenschaftlicher Besucher der Stierkämpfe, der corridas, weil ich dort - mehr als im Theater, ja sogar mehr als im Zirkus, wo alles dadurch vermindert erscheint, dass jeden Abend das gleiche Programm abrollt, stereotyp und vorherbestimmt, wie gross die Gefahr auch sein mag - weil ich dort den Eindruck habe, etwas Wirkliches mitzuerleben: eine Tötung, ein sacrificium, gültiger als irgendein im eigentlichen Sinne religiöses Opfer, weil der Opferer beständig vom Tode bedroht ist, und zwar von einem materiellen Todesstoss - auf die Hörner genommen - an Stelle des magischen, dass heisst fiktiven Todes, dem sich jeder aussetzt, der in einem zu jähen Kontakt mit dem Übernatürlichen eintritt.

Der torero: stets der Gefahr ausgesetzt von den Hörnern des Stieres erwischt zu werden
Die Frage ist nicht, zu wissen, ob die corrida von den kretischen Stierspielen abstammt oder nicht, oder vom Mithraskult oder von irgendeiner anderen Religion, in deren Dienst Rinder vernichtet werden, sondern es kommt einzig und allein darauf an, zu klären, warum er diesen kultischen Anschein hat, der viel mehr als sein unmittelbarer sadistischer Reiz ihm einen seelischen Wert verleiht, insofern die durch die Gegenwart des Numinosen (1) erzeugte Verwirrung an der sexuellen Erregung teilnimmt.

Im ganzen stellt sich die corrida zunächst einmal als eine Art mystisches Drama dar, dessen Thema das folgende ist: Das Tier erst gebändigt, dann getötet durch den Helden. Die Augenblicke, durch die das Göttliche hindurchgeht, - wenn die Empfindung einer beständig abgelenkten und wieder aufgegriffenen Katastrophe ein Schwindelgefühl erzeugt, in dessen Tiefe Entsetzen und Genuss zusammenfallen - sind jene, wo der torero mit dem Tode spielt, ihm nur durch ein Wunder entgeht, ihn bezaubert; dadurch wird er zum Heros, und die Menge sieht sich in ihm verkörpert, sie gelangt durch seine Stellvertretung zur Unsterblichkeit, zu einer Ewigkeit, die umso berauschender ist, als sie nur an einem Faden hängt.

Zeichnung von André Masson
Was nun das Tier betrifft, so hat man den Eindruck, es schicksalhaft verurteilt, umgeben von der verschworenen Gemeinschaft - oder der Kommunionsgemeinde - der Zuschauer, die alle an diesem Mord teilhaben, die den Töter mit Beifall oder Hohn überschütten, je nachdem ob er gross genug ist oder nicht, um ihnen eine Identifikation mit ihm zu ermöglichen, ihn mit ihren Olé-Rufen anfeuern, nicht als Belohnung, sondern als Beistand, wie man ihn etwa mit Geheul einer Frau bei der Niederkunft leisten könnte. Von der capa zur pica, von der pica zum Mann, der sich in die capa verwandelt, vom Mann zur banderilla, von der banderilla zur estocada, von der estocada zum Dolchstoss, wird das mächtige Tier mehr und mehr hingerissen und ist bald nur noch ein Berg dampfendes Fleisch. Gäbe es nur diesen Mord, mit mehr oder weniger verführerischen Verzierungen beschönigt, dann hätte die corrida nicht jene übermenschliche Schönheit, die auf der Tatsache beruht, dass zwischen dem Töter und seinem Stier (das Tier eingehüllt von der es lockenden capa, der Mann eingehüllt vom Stier, der um ihn herum kreist) zugleich mit dem Kampf eine Vereinigung sich vollzieht - ebenso wie es in der Liebe und bei den verschiednen Opferzeremonien der Fall ist ist, in denen es engen Kontakt mit dem Opfer gibt, Vermischungen aller Offizianten und Mitwirkenden in diesem Tier, das ihr Botschafter sein wird bei den Mächten des Jenseits, und in den meisten Fällen auch Einverleibung seiner Substanz durch kultisches Verzehren seines toten Leibes. Das gegenwärtige Zeremoniell der corrida liesse sich gewiss nur schwierig als unmittelbares Überleben eines Kultes deuten, denn man weiss, dass der Stierkampf ursprünglich eine ritterliche Schaustellung war, in der Art Turniere, und bevor die Berufstoreros Pedro Romero, Costillares und Pepe Hillo gegen Anfang des 19. Jahrhunderts den Codex des modernen Kampfes ausarbeiten, verlief alles viel gröber. Jedoch lassen sich gewisse Tatsachen hervorheben, die in merkwürdigerweise die These von der kultischen Bedeutung stützen. 

Pedro Romero, Costillares und Pepe Hillo
Zunächst einmal das Zusammentreffen der grossen Stiergefechte mit den lokalen fiestas, die religiösen Festen entsprechen. Dann die Verwendung von Spezialkostümen, die von glänzenden Stickereien starren, den so genannten Lichteranzug, der trajes de luces, die als künstlerische Kleidung figurieren und die Hauptdarsteller gewissermassen in einen Klerus umwandeln; sogar noch die coleta, ein kleiner, heute künstlicher Haarknoten, den die toreros als Abzeichen ihres Berufes tragen, erinnert an die Tonsur der Priester.

Sieht man den Dingen auf den Grund, so kann man nur von der extremen Genauigkeit der Etiquette frappiert sein, gerade was den Tötungsakt betrifft. Auf Seiten der Akteure konstatiert man, dass umgekehrt wie bei den Regeln eines Sports, die eine grosse Anzahl von Schlägen oder Stössen oder Griffen erlauben und nur eine geringe Zahl verbieten, der Kodex des Stierkampfs dem Spieler nur eine sehr geringe Zahl erlaubter Stösse übriglässt, im Verhältnis zu einer beträchtlichen Anzahl verbotener Stösse; darum kann man glauben, nicht einem Spiel von sportlichem Charakter beizuwohnen, dessen Regeln nur ein ziemlich weitmaschiges Rahmennetz bilden, sondern einen magischen Unternehmen von peinlichst geordnetem Ablauf, wo die Probleme der Etikette, des Stiles, die unmittelbaren Auswirkungen zurückdrängen. Auf Seiten des Publikums bemerkt man, dass der Tötungsakt sich in einer Atmosphäre eindeutiger Feierlichkeit vollzieht. Ob der matador mit Beifall bedacht wird, wenn er als tapferer Mann und zugleich als grosser Künstler gearbeitet hat, oder ob er mit Pfiffen und Entrüstungsrufen von denen überhäuft wird, die ihm zum Vorwurf machen, er habe nicht getötet, wie es der Anstand vorschreibt, sondern nur einfach abgeschlachtet; ob man dem Stier applaudiert, weil er sich tapfer aufgeführt hat, oder ihn schmäht, wenn er Feigheit zeigt: das ändert nichts daran, dass die Haltung des Publikums in diesem Augenblick eine religiöse Haltung hat, angesichts des Todes, den ein Geschöpf erleiden soll, und dafür wohl auch die Tatsache sprechen, dass auf manchen plazas sich alle erheben, sobald dass Tier zusammenbricht, und sich erst wieder setzen, wenn der nächste Stier in das ruedo gelassen wird.

Der nächste toro wird ins ruedo gelassen. Die Besucher können sich wieder setzen. 
Anderseits liessen sich Bräuche anführen wie die alternativa, diese dem neuen matador durch einen älteren gegebene Weihe, ähnlich dem Ritterschlag; oder die Sitte, das Tier, bevor es getötet wird, einer anwesenden Persönlichkeit zu dedizieren, oder dem ganzen Publikum oder der Stadt, in der das Fest abspielt (so dass der auf diese Weise dargebotene Stier im eigentlichen Sinne als "Opfer" auftritt), oder auch solche Gepflogenheiten wie das Verzehren der Genitalien des geopferten Tieres, die, wie es scheint, jüngeren Datums ist und von einigen eingefleischten Liebhabern praktiziert wird, die sich diese Körperteile an ihren Platz bringen lassen und sie essen, während sie die nächsten Gefechte ansehen: so begehen sie mit den fleischlichen Überresten des toten Stieres eine Art rituelles Fest, als beabsichtigen sie, sich dessen Kraft einzuverleiben.

Der zauberhafte Charakter des Stierkampfes ist im Innersten gebunden an diese Allüre (2) einer religiösen Zeremonie (gültiger als alle jene der modernen westlichen Religionen, die ihren tiefen Sinn verloren haben, weil sie ein Opfer nur noch in symbolischer Form zulassen), und ich glaube, damit er erregend sei, ist es weniger wichtig, ob ein Kampf technisch gut oder schlecht ist; das Wesentliche liegt darin, dass ein Mord an einem Tier nach den präzisen Regeln vollzogen wird und dass dabei Lebensgefahr für den besteht, der die Tötung ausführt.

Die estocada, der Todesstoss: El momento de la verdad.
Der matador begibt sich ungeschützt zwischen die Hörner des toros und dabei in Lebensgefahr.
Von den sechs Kämpfen, die ich bisher habe sehen können, war der erste, im Römischen Theater von Fréjus, eine reine Schande: zu  junge oder zu alte toreros; grosse Ochsen, die schlimmer als auf dem Schlachthof massakriert wurden und manchmal vor Angst Harn liessen oder brüllten; eine Menschenmenge, die sich in Kundgebungen ohne Sinn und Verstand bemühte, dem spanischen Vorbild treu zu bleiben; der presidente liess den Schwanz eines nicht allzu schäbig umgebrachten Tieres abschneiden, der matador, dem diese unverdiente Ehrengabe zufiel, warf den Schwanz mit galanter Bewegung einer Zuschauerin in den Logen zu, die Frau fiel in Ohnmacht, ihre Begleiter versuchten sie wiederzubeleben, wickelten die trofeo in Zeitungspapier ein und gaben sich Mühe, der Verstörten die Feinheit der Absicht begreiflich zu machen. 

Der zweite (einer der Kämpfe "zum Schein" im französischen Katalonien in Saint-Laurent de Cerdan) war lächerlich, aber ergreifend: Als Eröffnung wurden sardanas auf dem Marktplatz getanzt - wo auch der Kampf stattfand -, zum sonnenhellen Klang der tenoras genannten Blasinstrumente; Hotelfenster in Logen verwandelt, die Fensterbretter mit Schals drapiert; Begeisterte liessen sich niedertrampeln im Streit um den Ruhm, die Kokarden zu erwischen (der stärkste war ein Metzgergeselle); eine Spendensammlung sollte die von einem Stierhorn zerrissene Hose eines toreros ersetzen. 

Der dritte, in Zaragoza, war eine novillada (ein regelrechter Kampf, aber mit jungen Stieren oder ausrangierten Tieren, die nicht geeignet wären, bei einer formellen corrida aufzutreten); die Mittelmässigkeit dieses Schauspiels zu ermässigten Eintrittspreisen konnte nicht verhindern, dass es faszinierend war: ein gewisser Fidel Cruz wurde zweimal auf die Hörner genommen, hochgehoben, kam unentwegt auf den Stier zurück und vollbrachte schliesslich einen gelungenen descabello, wie der Stich ins Genick heisst, der den Stier niederwirft, indem er ihm das Rückenmark abschneidet; ein geängstigtes Tier sprang beinahe ins Publikum; ein ganz junger Sevillaner, der sehr hübsch mit der capa spielte, hatte in geziemender Form ei Tier getötet, das leider zu schmächtig war und dessen Zurückstellung das Publikum vergebens verlangt hatte; in die Enge getrieben, beendete er seine Arbeit unter einem Hagel von Kissen und ging dann, nachdem sein Gegner erlegt war, weg, von seinen Freunden gestützt und in sein Barett hinein schluchzend. Unterbrochen von einer Verlosung, mit Hilfe eines durch Kurbel in Drehung versetzten Fasses, das die Nummern enthielt, endete die Versammlung mit dem Eingreifen der Polizei, die vom Gummiknüppel Gebrauch machte, da die menge nach dem Zwischenfall, unter dem der junge Andalusier gelitten hatte, in die Kampfbahn eingedrungen war. 
Barcelona 1916: Die grosse Dame (Gran Dama) unter den plaza de toros
Der vierte spielte sich in Barcelona ab, auf der La Monumental, einer plaza, die mit Reklamen bedeckt war wie eine Radrennbahn; zwei matadores, ein Mexikaner und ein Baske, setzten sich gegen die schwierigen Tiere, so gut sie konnten, durch, niemand fand es seltsam, dass dazu das Orchester des Roten Kreuzes spielte; es war eine mühsame und gefährliche Darbietung, aber im ganzen blass und eintönig. 

Die beiden letzten habe ich jüngst vergangenen Sommer gesehen, den einen in Vitoria - mit Joaquín Rodríhuez "Cagancho" (ein hochmütiger Zigeuner, ebenso berühmt durch seine Grazie als auch die Häufigkeit seiner Panikanfälle), Pepe Bienvenida (in feinem klassischem Stil), Luis Gómez "El Estudiante" (ein Medizinstudent, der zum Stierkampf umgesattelt hat, aufrecht wie eine Eins, schlank und aristokratisch), Luis Castro "El Soldado" (ein Mexikaner mit blendendem Mut, ein wilder Gladiator): - den anderen in Valencia, mit Rafael Ponce "Rafaelillo (das heisst "kleiner Rafael"), einem Sohn der Stadt, den die Presse einstimmig als ein Wunder begrüsste. Diese beiden letztgenannten Spiele waren in jeder Hinsicht bewundernswert; sie haben mich begeistert, aber sie haben mir keine Offenbarung gebracht, die meine Ansicht wesentlich verändert hätte.

Bei allen meinen corridas, ausgenommen nur die eine, die ohne Tötung verlief, bin ich ungefähr im gleichen Grade erregt gewesen. Das Wesentliche ist also gar nicht das Schauspiel, sondern das kultische Element: streng festgelegte Gesten, vollzogen zwei Finger vom Tod entfernt und um den Tod zu geben.

Die Neigung entweder mit dem toro oder dem matador
Wenn ich einem Stierkampf beiwohne, habe ich die Neigung, mich entweder mit dem Stier, in dem Augenblick, wo der Degen in seinen Leib taucht, zu identifizieren, oder mit dem matador, der Gefahr läuft, durch einen Hornstich getötet (vielleicht entmannt) zu werden, in dem Augenblick, wo er am eindeutigsten seine Männlichkeit bekundet. Das Bild der Lucretia in Tränen, nach der Vergewaltigung durch ihren Schwager, den Haudegen Sextus Tarquinius, ist also eine Anspielung, ganz danach angetan mich zu berühren. Ich verstehe die Liebe kaum anders als in der Qual und in den Tränen; nichts erregt mich und reizt mich so sehr wie eine weinende Frau, es sei den eine Judith (3) mit Blicken, als wolle sie alle ermorden. Bis in meine frühste Kindheit zurückreichend finde ich Erinnerungen, die sich auf Geschichten von verwundeten Frauen Beziehen.
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Anmerkungen:

(1) numinos: (in Bezug auf das Göttliche) schaudervoll und anziehend zugleich
(2) Allüre: auffälliges oder übertriebenes menschliches Verhalten
(3) Judith: jüdische Heldin, deren Geschichte in dem Buche des Alten Testaments erzählt ist, das ihren Namen trägt. Dies ist der wesentliche Inhalt: Die Stadt Bethulien wurde von der Arme des Holofernes, des Feldhauptmannes Nebukadnezars, Königs von Ninive, belagert und drohte zu unterliegen. Eine Witwe mit Namen Judith beschloss, von Gott inspirit, ihr Volk zu retten. Sie verliess die Stadt mit einer ihrer Mägde und begab sich in das Feldlager der Assyrer. Vor Holofernes geführt, bestrickt sie ihn durch ihre Schönheit, willigt ein, an seiner Tafel zu sitzen, und als sie ihn betrunken niedersinken sieht, schneidet sie ihm den Kopf ab und kehrt während der nacht nach Bethulien zurück. Am nächsten Tag hängen die Juden das blutige Haupt des Holofernes auf ihrer Stadtmauer auf, und die entsetzten Assyrer gaben die Belagerung auf, nachdem sie eine blutige Niederlage erlitten haben. Nouveau Larousse Illustré, nach dem Buch Judith. Siehe dazu Michel Leiris, Mannesalter: Judith, Seite 87 - 92.

Quellennachweise:













Sonntag, 9. August 2015

Auszug aus "Mannesalter" (1. Teil)

Anmerkungen zum Text "Mannesalter"
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von Dr. Andreas Krumbein




Michel Leiris (Julien Michel Leiris), geboren am 20. April 1901 in Paris, gestorben am 20. September 1990 in Saint-Hilare (Essonne), war Schriftsteller, Dichter, Ethnologe und Kunstkritiker für die französische Kunst.

Von 1924 bis 1929 gehörte er der Gruppe der Surrealisten an. Er arbeitete als Ethnologe und zählt zu den wichtigsten französischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Der "Spiegel der Tauromachie" ist vielleicht sein schönstes Buch. Er starb 1990. nach Vollendung seines vierbändigen literarischen Hauptwerks, seiner Autobiographie "Die Spielregel". Seine zentrale Maxime lautete:

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"Keine schöne Lüge produzieren,
sondern eine Wahrheit, 
die ebenso schön wäre wie die schönste Lüge."
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In Deutschland ist Leiris vor allem durch seinen autobiografischen Roman "Mannesalter" (1939) bekannt geworden. Techniken seiner surrealistischen Lehrjahre, psychoanalytische Selbstbefragung und ein auf die Deutung des eigenen Lebens gerichtetes ethnologisches Instrumentarium definierten das Genre der Autobiografie neu. Das Buch ist dabei retrospektiv ausgelegt: Der 34-jährige, geistig wie zerschlagene Ich-Erzähler bemüht sich um die rückhaltlose Rekonstruktion frühkindlichen Quellen seiner psychologischen und sexuellen Obsessionen. Der dem Werk seit 1946 üblicherweise vorgelagerte Essay La littérature considerée comme une tauromachie (Literatur als Stierkampf) begründet dies: Die völlige, exihibitionistische Selbstpreisgabe verwandelt den Schriftsteller in einen torero, der den monströsen toro (das eigene desaströse Ich) aufstachelt um es zu besiegen.

In der corrida de toro, dem spanischen Stierkampf, findet man eine Vielzahl von Details, Anteilen und Anspielungen auf Riten, Symboliken und Gebräuche aus vielen Regionen Spaniens.

Die Dinge, die bei einer corrida ablaufen, und die Art und Weise, wie diese Dinge aus- und aufgeführt werden, waren und sind Themen anthropologischer, soziologischer und psychologischer Untersuchungen und Deutungen. Diese Deutungen versuchen Antworten zu geben auf Fragen wie zum Beispiel:
  • Warum tun die Menschen das?
  • Warum tun sie es auf diese Weise?
  • Was bedeutet das, was dort für sie getan wird?
  • Wie sind die Dinge eingebettet in die geschichtliche Entwicklung eines Landes und seiner Bevölkerung?
Äusserungen wie "Die Geschichte der Stierkämpfe enthüllt einige der hintergründigsten Geheimnisse des spanischen Volkslebens seit fast drei Jahrhunderten. Und es geht dabei nicht um schwammige Bewertungen, sondern darum, dass man sonst die eigentümliche gesellschaftliche Struktur unseres Volkes während dieser Jahrhunderte nicht mit Schärfe zu bestimmen vermag, eine gesellschaftliche Struktur, die hinsichtlich sehr wichtiger Regeln dem Normalen in den anderen Nationen Europa genau entgegengesetzt ist," von José Ortega y Gasset mögen als Begründung dafür dienen, sich mit solcherart von theoretischen Aspekten der corrida de toros zu befassen.

Für mich selbst, als Nicht-Spanier, der seit mehr als 25 zu den Stieren geht, ist jeder gedankliche Ansatz willkommen, der beiträgt zu einer möglichst "konsistenten" Erklärung dafür, warum ich als früherer antitaurino - so wie man eben üblicherweise Stierkampfgegner ist, wenn man einer typischen bildungs-bürgerlichen Familie der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland entstammt - sich so völlig ändern und am rituellen Töten von Stieren nicht nur Gefallen, sondern einen tiefen Sinn und eine Bereicherung für sein Leben finden kann. Diese Erklärung benötige ich in erster Linie für mich selbst. Ich will - nein ich muss! - in der Lage sein, einem anderen, der, wie es schon so häufig vorgekommen ist, fragt: "Mensch Krumbein, wie kannst Du nur so etwas gut finden?", zu er erklären, warum das bei mir so ist und ich, in dieser Hinsicht, so bin, wie ich bin. Es wird mir irgendwann gelingen, und dann werde ich dazu in der Lage sein, mich gut zu erklären. Das ist graue Theorie, ich weiss. Das, was ich irgendwann gut erklären kann, werden viele nicht verstehen. Vieles von dem dem, was sie verstehen, werden sie nicht akzeptieren. Sei`s drum.

Ein schwieriges Thema: Kinder und Stierkampf
Eine besondere Schwierigkeit und Herausforderung in dieser Hinsicht stellen Kinder dar, eine Schwierigkeit und Herausforderung, die mich zu besonderer Sorgfalt und Mühe in der Wahl meiner Worte und der Konsistenz meiner Argumentation und der tiefsten Aufrichtigkeit meiner Ausführungen motiviert. Hoffe ich doch einerseits einem noch in Teilen un voreingenommenen Geist zu begegnen, anderseits will ich das Risiko minimieren, durch ungeschickte Worte, missverständliche oder interpretierbare Formulierungen oder durch eine falsche Metapher, also durch Mangel an Einfühlung und fehlende Antizipation seines Verständnisses, diesen kindlichen Geist auf einen Weg zu führen, den ich für falsch halte. Und Kinder können gnadenlos sein in der Aufdeckung und offenen Zurschaustellung logischer Ungereimtheiten von Erwachsenen. Das sollen sie auch, ja das müssen sie sogar.

Meine momentan 13-jährige Patentochter ist für mich eine solche Herausforderung, und bei jedem ihrer Besuche geht sie einerseits kopfschüttelnd durch unsere von Stieren hier, Stieren dort überbordende Wohnung und stellt bohrende Fragen, so dass ich überzeugt bin, dass ihr eine Erklärung, die sie "verstehen" oder besser: annehmen kann, wichtig ist, um das "kranke" Hobby ihres Paten in Einklang mit ihren Vorstellungen und Werten zu bringen. Anderseits scheint sie eine gewisse grundlegende Offenheit zu besitzen, die es ihr erlaubt, eine solche Andersartigkeit bei anderen zuzulassen. Ihr zwei Jahre jüngerer Bruder, sehr tierlieb, zeitweise Vegetarier und voller Mitleid für jedes Tier, äussert hingegen das Verlangen, dass der Stier gewinnen möge, dadurch dass er den torero tötet. Das würde ihn freuen. In solchen Momenten bin ich der Verzweiflung nahe, um mich schnell genug daran zu erinnern, dass ich selbst schon älter als zwanzig Jahre war, als ich noch genauso dachte und sprach.

In dem hier wiedergegebenen Auszug aus "Mannesalter" von Michel Leiris befinden sich etliche der oben angesprochenen gedanklichen Ansätze, die meinen eigenen entsprechen und die Teile einer solchen Erklärung oder die Grundlage dafür liefern oder liefern können. Es werden Deutungen, teilweise sehr persönlicher Natur, vorgenommen, teilweise klingen sie lediglich an (diesbezügliche Stichworte: Sexualität, Liebesakt, Erregung, Vereinigung, Todesgefahr, Opfer, Kult, Rolle zwischen Mann und Frau, Rollenwechsel, Machtverlust des Mannes, Angst, Mut, Niederlage, ...)

Manche Details im Text entsprechen nicht meinem persönlichen Empfinden oder meiner Überzeugung. Sie innerhalb der Gesamtheit des Textes zu lesen und sie als Anregungen zur Diskussion verfügbar zu haben, ist allemal interessant und wertvoll.

SfA: Fortsetzung mit dem entsprechenden Auszug aus "Mannesalter" folgt.


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Quellennachweise:

Michel Leiris bei Matthes & Seitz Berlin
Michel Leiris in Wikipedia
Michel Leiris in art DIRECTORY literatur

Siehe auch:
Stierkampf und die Kinder, SfA-Reportage von Philip de Málaga vom 3. 7.2015
Mit Kinderschutz gegen den Stierkampf SfA-Reportage von Philip de Málaga vom 11.5..2015
Und wenn die Zuschauer Kinder sind (1. Teil) SfA-Reportage von Philip de Málaga vom 7.8.2007
Und wenn die Zuschauer Kinder sind (2. Teil) SfA-Reportage von Philip de Málaga vom 9.8.2007
Und wenn die Zuschauer Kinder sind (3. Teil) SfA-Reportage von Philip de Málaga vom 19.8.2007

Samstag, 8. August 2015

Guter Taurino, toter Taurino!

Menschen den Tod zu wünschen?
Politisches wie moralisches Interesse der Gegner von Stierkämpfen?
Welle der Empörung bei zahlreichen SfA-Lesern
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von Philip de Málaga



In den Strassen von Palma de Mallorca war es kaum zu überhören "Taurino bueno, taurino muerto!" Ein guter taurino ist ein toter taurino. Auch in der plaza de toros sollen ähnliche Worte vernehmbar gewesen sein. Es war also nicht die Stimme nur eines oder weniger Vertreter, nein, zahlreiche antitaurinos standen hinter dieser Aussage. Und das in aller Öffentlichkeit und in allen bekannten spanischen Medien wurde es gebracht.

Sie haben geschrien Slogans wie: "Heute sind es die toros, morgen ihr"
oder "guter taurino, toter taurino"
Millionen Spanier konnten diesen Ausruf zur Kenntnis nehmen, ob im Internet, der Zeitung oder im Fernsehen und sich ihre Meinung bilden.

Zahlreiche SfA-Leser zeigten sich in ihren Mails und im Gästebuch schockiert über solche Äusserungen. Wie kann man als Mensch den Tod eines Menschen herbeisehnen. Fernando Ramos aus Málaga meinte dazu, es erinnere ihn an Francos Zeiten, als es hiess "Nur ein toter Zigeuner ist ein guter Zigeuner!". Kennen wir nicht ähnliche Ausrufe aus der Nazizeit und anderen politischen wie historischen Vergangenheiten?

Es scheint so, als ob hier vom antitaurinismo Begriffe wie Moral, Ethik, Respekt, Toleranz oder andere Synonyme neu definiert werden. Da sie auf demokratischem Wege nicht so richtig voran gekommen sind, werden nun mit an Anarchie angrenzenden Fundamenten neue Ansätze platziert. 

Und kennen wir das bei SfA nicht schon? Gleich zu Beginn der Zeiten von SfA begannen die antitaurinos dieses Portal verbal unter Beschuss zu nehmen:


Und das war im Herbst 2009. Im Beitrag Den Tod den Taurinos wurde die Autorin eines Kommentars des "Wunsches" zitiert: "Den Tieren das Leben - den Taurinos den Tod!" Und das in aller Öffentlichkeit auf einem deutschen Internetportal in Wuppertal. Mit anderen Worten: Eigentlich hat sich in der Haltung und Einstellung der antitoristas rein gar nichts geändert. Sie akzeptieren lediglich ein totales weltweites Verbot der toros. Eine Dialogbereitschaft in Sachen tauromaquia gibt es nicht. Tradition, Kultur, demokratische Zustimmung, verfassungstreue Rechte und fast 70 Millionen aficionados auf der Welt zählen für sie nicht. Gehören gar dem Tod geweiht.

Zugegeben, nachdem SfA darüber berichtet hatte und auch auf den Protest in den eigenen Reihen hin, wurde der Kommentar vom 14. Oktober 2009 vom Administrator gelöscht (Siehe SfA-Reportage: Doch kein Tod den Taurinos). Und plötzlich ging es um den Umgang miteinander. SfA schrieb dazu: Verständlich und menschlich zugleich. Wenn wir nicht mehr in der Lage sind zu kommunizieren ohne uns gegenseitig zu beschimpfen, werden wir nie etwas erreichen. Ohne Frage, ein guter Ansatz.

An die 100 antitaurinos konnten es nicht verhindern,
dass über 10.000 aficionados die corrida de toros in Palma de Mallorca besuchten.
(Foto: mundotoro)
Aber wie wir gerade in diesen Tagen auf Mallorca erkennen konnten, es hat sich nichts geändert. Der Wunsch nach dem Tod der taurinos sitzt weiterhin fest verankert in den Köpfen zahlreicher antitaurinos. Auch wenn sie nicht unbedingt den Tod der taurinos selbst herbeisehnen, so unterstreicht diese Erkenntnis ihren Hass auf die mundo de los toros und ihre Kompromisslosigkeit in jeder Hinsicht. Statt Dialog setzen sie auf Aggressionen und Beeinflussung der links orientierten Parteien. Sie setzen alles dran, die toros wieder zu einem Politikum zu machen. Das ist die einzige Chance die sie noch haben. Und sie nützen sie vorerst in jenen Gebieten, wo die tauromaquia sowieso eine untergeordnete Rolle spielt.

Die Beantwortung der Frage, warum die abolición de los toros für die antitaurinos eine so wichtige Rolle spielt bleibt weiterhin offen. Denn selbst unter den Tierschützern stehen die toros und deren Verbot mit an einer der letzten Stellen. Der letzte Versuch der antitoristas mit der Schriftlichen Erklärung beim Europäischen Parlament im Mai 2007 hat es eindeutig bestätigt. Nur 51 Prozent der tierschützenden Parlamentarier unterschrieben den Antrag für ein europaweites Verbot von festejos taurinos. Insgesamt lehnten diesen Antrag 72 Prozent der Parlamentarier ab. Nichts verdeutlicht eindeutiger, wie kontrovers das Thema der tauromaquia auch in den Reihen der Tierschützer gesehen wird. Und nebenbei bemerkt, Europa hat sichere andere Prioritäten zu setzen als die toros zu verbieten.

Das letzte Wort soll einem SfA-Leser aus unserem Gästebuch gehören:

Freitag, 7. August 2015

Grosser Besucherandrang in Palma de Mallorca





von Philip de Málaga


Mit geballter Kraft gegen die Welt der Stiere,
doch die Plaza de toros von Palma füllte sich trotzdem mit aficionados!
Und ein mutiger antitaurino!
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Es ärgerte die Stadtväter von Palma den Mallorca schon gewaltig, dass sie die nächtliche corrida de toros von gestern um 22:00 Uhr in Palma de Mallorca nicht verhindern konnten. So versuchte man die empresa der plaza de toros mit städtischen Inspektoren, wie Architekten, Statiker, Tierärzte etc. zu tyrannisieren, ob sich die plaza überhaupt in einem entsprechenden Zustand befände, um ein festejo taurino zu organisieren. Bei der deutschen Veranstaltung "Wetten dass ..." wären sie damals wie heute nicht auf eine solche Idee gekommen. In der Tat konnten wohl hier un da einige unbedeutenden architektonische Mängel geortet werden, aber der Rest der plaza, inklusive der enfermería befänden sich in einem sehr guten Zustand.

Gegen die toros
Das Rathaus wie verschiedene Organisationen des antitaurinismo versuchten diese corrida zu behindern bzw. gar zu verhindern wo sie nur konnten. Es ist schon auffallend, wie stark die-antitaurinos vor allem in jenen Gegenden auftreten, wo es sowieso kaum toros gibt. In Palma de Mallorca ist es in Jahr in der Regel gerade mal eine einzige corrida de toros pro Jahr. Klingt irgendwie mit dem Elefanteneffekt, im Schutze der Touristen und Ausländer gegen die Maus der afición. Doch die aficionados aus Mallorca liessen es sich nicht nehmen die grossen matadores de toros der Gegenwart im ruedo des Coliseo Balear zu sehen. Obwohl leider auch die Nationale Polizei anrücken musste um die aggressiv wirkenden an die 100 antitaurinos, welche auch Kinder und Jugendliche beschimpften, auf Distanz zu halten. Denn die provozierenden Rufe der Gegner gingen weit unter die Gürtellinie wie "Heute sterben die toros, morgen sterbt ihr" oder die corrida de toros.
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"Ein guter taurino ist ein toter taurino"

Rufe von antitaurinos in Palma de Mallorca

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Ohne Frage, eine verbale Entgleisung der besonderen Art. Kein Satz zeigt besser auf, auf welchem Niveau der antaurinismo agiert, bzw. angekommen ist. Wer Menschen den Tod wünscht, sollte selbst erst einmal über Menschenrechte in einer Demokratie nachdenken und sie respektieren. Wohlgemerkt, wir leben weder in einer Diktatur noch in einer Anarchie.

Trotzdem verzeichnete der aforo einen gran entrada, einen grossen Andrang bis hin zum casi lleno an interessierten aficionados von mehr als 10.000 Besuchern. Auf dem Festland hätte es bei diesem cartel ein No hay billetes gegeben.

Eine sehr gut besuchte plaza de toros in  Palma de Mallorca (Foto: mundotoro)
Als die corrida begann, der paso doble ertönte und die toreros einmarschierten, erhalten laufe Rufe "Libertad, Libertad" (Freiheit, Freiheit) in das Rund des ruedos als Proklamation gegen das Verbot.

Ein paseillo für die taurinische Freiheit  (Foto: mundotoro)
Und was die afición zu sehen bekam konnte sich zeigen lassen. Die toros der ganadería Zalduendo zeigten sich umgänglich, öfters schwach und liessen den matadores nicht allzu viel Möglichkeiten ihr Können so richtig unter Beweis zu stellen.

Morante de la Puebla (ovación und ovación)
José María Manzanares (oreja con petición de la secunda und palmas)
Alejandro Talavante (oreja und oreja)

Dann gab es noch diesen mutigen antitaurino

Und es gab einen waghalsigen antitaurino vor einem toten toro. Ein Unbekannter war es nicht. Der Niederländer Peter Jansen hatte schon mal in Pamplona versucht die Arbeit des matadores de toros Juan José Padilla zu stören.

Ein gekleideter antitaurino bei seinem Auftritt in Palma de Mallorca (Foto: mundotoro)
Und so mutig wie er sich dem toten toro elegant gegenüberstellt! (Foto: mundotoro)
Dieser illegale Auftritt, nach Angaben von der Seite Toros y Toreros, wurde angeblich von linken Politikern finanziert, und zeigt auf, mit welchem Mut der antitaurino ins Geschehen eingreift um vor einem toten toro seine Schau abzuziehen. Keine Gefahr für ihn und trotzdem zog er sich Verletzungen zu, tönte er lautstark, nach seiner Verhaftung. Allerdings kämen die Verwundungen nicht durch den toro sondern durch die cuadrilla des matadores de toros Morante de Puebla hätte sie ihm zu gefügt, als dieser versuchte im callejón dem maestro handreiflich entgegenzutreten. Das Gewahrsam durch die Polizei dauerte nur eine Stunde und sich auf das Erfassen der Daten beschränkt. Früher wurden in Spanien solche espontáneos härter bestraft, so wie heute beim Fussball. Hätte er das bei einem Messi oder Ronaldo versucht, er wäre erst einmal in der Untersuchungshaft gelandet.

Trotz all antitaurinischer Repressalien, der doch aggressiven Vorgehensweise der antitaurinos, wie es die grossen Tageszeitungen bezeichneten EL PAIS und EL MUNDO, wurde die corrida de toros im Coliseo Balear von Palma de Mallorca zum Erfolg und endete mit einer puerta grande des diestros Alejandro Talavante.

Und sollte es der linken Regierung auf den Balearen wirklich gelingen die toros ganz abzuschaffen, haben sie nicht nur eine Menge Geld dafür zu zahlen, es würde der tauromaquia von Spanien nichts ausmachen. Denn es verliert ein Territorium auf dem die toros sowie kaum eine bedeutende Rolle spielen, und wie auf der Inselgruppe der Kanaren, es würde sie kaum einer vermissen. Aber eine kulturelle Veranstaltung mit mehr als 10.000 Besuchern, die kann und sollte man nicht einfach so ins Abseits schieben, und schon gar nicht mit einer Erklärung, es interessiere sich keiner dafür.

Mittwoch, 5. August 2015

Pamplona: Vor 20 Jahren

Es scheint auffallend, das Interesse für die mundo de los toros ist auch in Deutschland gestiegen. Vor allem San Fermín in Pamplona hat es nicht nur den Deutschen angetan. Der SfA-Leser Manfred B. aus Hamburg schickte uns einen aktuellen Link eines Spiegel Online Videos über Pamplona, wo auf der rechten Seite noch weitere Videos zur Auswahl stehen.Vielen Dank dafür: