Sonntag, 16. August 2015

"Es liegt an der Zeit juristische Schritte in die Wege zu leiten"





mit Joaquín Moeckel


Die letzten Auftritte während einer corrida von antitaurinos im ruedo in Palma de Mallorca und Marbella, bzw. die Bedrohungen der toreros im callejón haben nun den matador de toros Morante de la Puebla dazu gebracht, juristisch vorzugehen. Hierzu hat er die bekannte Kanzlei aus Sevilla Moeckel Abogados eingeschaltet, gegen die aggressiven Gegner der toros bei festejos taurinos offiziell vorzugehen. Es liegt an der Zeit sich für die korrekte defensa de la tauromaquia einzusetzen und die Behörden dazu zu bringen, das zu schützen, was in Spanien zum nationalen Kulturerbe deklariert worden ist. Der Rechtsanwalt Joaquín Moeckel stellte sich den Fragen von mundotoro:

Morante und Moeckel (Foto: mundotoro)
"Ich habe an vielen Fussballspielen und Finalen in verschiedenen Ländern in Europa teilgenommen. Die jeweiligen Sicherheitskräfte hielten sich in den Stadien auf, und erlaubten den Zuschauern nicht den Spielbereich zu betreten. Denn dort treffen zwei verschiedene Meinungen und Interessen aufeinander und es galt mögliche Zusammenstösse zu vermeiden. Nun ich frage, wie können beim Fussball zwei verschiedene Anhängerschaften auch durch verschiedene Türen die Veranstaltung betreten, während in der plaza de toros beiden Parteien dieselben benutzen, wo es dann zu Auseinandersetzungen kommt, weil vor allem die antitaurinos versuchen den Ablauf zu stören. Und erst recht auch noch Zugang zu den toreros haben. Wer kümmert sich um deren Sicherheit? Warum werden Hooligans als gefährlich eingestuft und aggressive antitaurinos?

Ein weiterer Unterschied zwischen Fussball und toros sehe ich in der Präsenz der Polizei. Beim Fussballspiel ist sie auf dem Feld gegenwärtig und die Tribünen werden nach möglichen Unruhestiftern unter die Lupe genommen. Ihren Blick richten sie nicht auf das Spiel sondern auf die Tribüne. Nach meiner bescheidenen Sicht sollte die Polizei im callejón einer plaza dasselbe tun und sich nicht an der corrida erfreuen. Und so sollten die Sicherheitskräfte auf mögliche Zwischenfälle vorbereitet sein, und dementsprechend weitaus schneller und zügiger eingreifen. Einem antitaurino sollte es nicht so einfach gelingen von den tendidos ins ruedo zu gelangen.

Joaquín Moeckel in der Real Maestranza de Sevilla
Es tut mir sehr leid mit anzusehen, wie die matadores de toros Daniel Luque, Salvador Cortés und Salvador Vega in Sevilla von der Nationalpolizei beschützend hinausbegleitet werden, während antitaurinos illegal ins ruedo springen und mit Samthandschuhen angefasst werden. Das macht doch jeden Betroffenen sehr wütend.

Dies kann einfach nicht mehr toleriert werden! Wir werden verlangen, das alle öffentlichen Schauspiele, dazu gehören auch die toros, auch in den Genuss der rechtlichen Garantien kommen müssen. Ein Schutz für die Darsteller selbst und deren Begleitpersonal. Soweit sind wir jetzt gekommen. Die Zeiten der Samthandschuhen sind vorbei.

Kurz gesagt, der Tag der Sicherheitsmängel hat allein schon mit der Kontrolle am Eingang begonnen, und somit tragen sie einen grossen Teil der Verantwortung. Menschen, die einfach ihren Job nicht beherrschen. Niemand möchte vor den Augen seiner Kinder als Mörder beschimpft werden. Und ein für alle Mal müssen wir sagen, die toros sind kein espectáculo zweiter Klasse, es in eine Veranstaltung in Spanien, welche immerhin die zweitmeisten Menschenmassen anzieht.

Die empresas taurinas sollten beginnen, ihre plaza de toros mit privaten Sicherheitskräften zu besetzen, die auch auf die möglichen Zwischenfälle vorbereitet sind."
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Anmerkung von SfA:

Wir hatten es auch in diesen Tagen in der La Malagueta von Málaga. Während einer Störung durch eine antitaurina am letzten Donnerstag war weit und breit keine Polizei zu sehen. Aber der Kreistag und das Rathaus reagierten schnell. Schon am nächsten Tag zum Finale des certamen zählte die plaza de toros eine starke Polizeipräsenz. Da war im Umfeld nicht nur die Policía Local (Stadtpolizei) sondern auch inner- wie ausserhalb der plaza de toros die Cuerpo Nacional (National Polizei) sowie die Guardia Civil gegenwärtig. Rund um die plaza waren auch Einheiten der Policía Local zu sehen, welche sich vorwiegend um den Verkehr kümmerten.

Samstag, 15. August 2015

Málaga: Francisco Morales gewinnt das Finale




von Philip de Málaga


Volle Plaza de toros bei den Stieren in Málaga
Der Siegerpreis für den besten Nachwuchstorero geht nach Málaga
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Wie nicht unbedingt zu erwarten war füllte sich der coso der La Malagueta in der südspanischen Metropole zum Finale des X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas nicht hasta la bandera. Was zum einen auf die Hitze von 36 Grad und ein dementsprechend warmen Wind zurückzuführen ist und zum anderen, dass viele vermuteten zu spät zu kommen und keine Plätze mehr frei wären. Schliesslich füllte sich die plaza de toros an den ersten beiden Tagen zu einem gran entrada. Und während der Hitze wollte man dort nicht umsonst erscheinen. So füllten an die 7.000 Zuschauer am Anfang die tendidos, im sombra bis in den obersten Rang. Besonders erfreulich festzustellen das jugendliche Publikum unter den Zuschauern.

Nach dem gestrigen Vorfall mit dem antitaurinismo war diesmal die Polizei gleich im Doppelpack präsent. Drinnen in der plaza de toros wie ausserhalb um weitere Zwischenfälle zu verhindern. Zum einen die Cuerpo Nacional (Nationalpolizei) und die Guardia Civil.

In der Mitte des ruedos im roten Sand stand diesmal in grossen weissen Buchstaben geschrieben: "Málaga capital taurina" (Málaga taurinische Hauptstadt)

Blick ins ruedo vom patio de caballos vor dem paseillo
Im Vordergrund Francisco Morales, im Hintergrund die vollen tendidos
Pünktlich um 19:00 Uhr begann die novillada sin caballos mit einem Problem: Es war windig. Ein Tatbestand, welcher die Arbeit mit capa und muleta erheblich erschwerte. Die novillos kamen von der ganadería Luis Algarra für die novilleros:

Das erste oreja de la tarde für Francisco Morales aus Málaga
Bis zum ecuador de la tarde die einzige trofeo ging nach Málaga. Die novilleros taten sich vor allem schwer wegen dem Wind und mit dem espada. In der Zwischenzeit haben sich alle Plätze in den tendidos bajos gefüllt. 

Francisco Morales mit einer emotionalen faena
Und er lies seinem novillo die nötige Zeit zum sich zu regenerieren
Der momento de verdad ...
... und dos orejas
Beinahe alleine trat er an diesem tarde an. Denn seine beiden Konkurrenten Sergio Roldán und der Mexikaner Hector Gutiérrez konnten nicht mal halbwegs an seine Leistung anknüpfen. Wind, ein nicht besonders gutes lote und vielleicht die zu beeindruckende Vorstellung des novilleros aus Málaga drückten ihren Motivationsschub nach unten.

Francisco Morales widmete mit einem brindis seinen zweiten novillo dem empresario der Malagueta Don José Cutiño seine zweite faena. Leichtfüssig mit viel temple und paciencia dem novillo gegenüber gab es viel transmisión in die tendidos. Eine perfekte estocada rundete die faena entsprechend ab und öffnete nicht nur die puerta grande, sondern er war undiskutierbar der beste Nachwuchstorero in diesem certamen.

Drinnen wie draussen, er war populär
Und noch etwas fiel allen auf. Der torero aus Málaga zeigte nicht nur eine gute Figur im ruedo sondern auch ausserhalb der plaza de toros stellte er sich mit viel paciencia der afición. Ein zukünftiger maestro war geboren.

Die Malagueta verabschiedet sich vom Wettbewerb der Nachwuchstoreros
Das zehnte Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas verabschiedet sich mit grossem Erfolg aus Málaga. Und nach den letzten vier Tagen gehört es für die escuelas taurinas auf der ganzen Welt mit zu den wichtigsten certamen für die angehenden toreros

Mehr als 32.000 vor allem junge Besucher fanden sich in den tendidos und nicht zu vergessen, diejenigen die im lokalen Fernsehsender 101tv das Finale live mitverfolgten bzw. per Internet auf der ganzen Welt. Málaga hat als capital taurina es allen schon zu Beginn seiner feria taurina gezeigt:

Freitag, 14. August 2015

Finale in Málaga online





T O R O S   L I V E


Wer Lust hat, das Finale des X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas in Málaga live am Computer zu verfolgen hat hier die Möglichkeit dazu: 101.tv (Directo anklicken). Somit kann man weltweit dieses festejo taurino sehen und aus verständlichen Gründen verfolgen es viele aficionados aus México.

Der Lokal novillero aus Málaga wird mit dabei sein
Die novillada beginnt um 19:00 für die novilleros:
  • Francisco Morales aus Málaga
  • Sergio Roldán aus Almería
  • Héctor Gutiérrez aus México
Die novillos kommen von der ganadería Luis Algarra.

Málaga: Kein guter Tag, und doch ...




von Philip de Málaga


Diese novillada lag unter dem Niveau der vergangenen Jahre
und Gegner der toros versuchten wieder auf sich aufmerksam zu machen
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Es mag zum einem an dem extrem warmen Wind gelegen haben und zum anderen an der Fernsehübertragung aus San Sebastián, dass sich die Malagueta zu dieser novillada sin picadores weniger füllte. Weniger als 6.000 Zuschauer füllten die tendidos und diejenigen welche nicht kamen hatten nichts verpasst. Die novilleros wirkten wenig motiviert den Weg ins Finale zu schaffen, geschweige denn Emotionen taurinos rüberzubringen. Auch die novillos der ganadería Santiago de Domecq verstanden alles andere als zu überzeugen. Ewig knickten sie ein oder lieferten volteretas.

Während der novillada gab es einen Zwischenfall, den es hätte nicht geben sollen. Eine antitaurina sprang nach dem Tod des ersten novillos ins vom tendido 5 aus ins ruedo um gegen die mundo de los toros zu protestieren. Auf einem Papier kündigte sie an, sich jetzt auf dem schon toten novillo zu reiten. Und in der Tat gelang es ihr sich auf dem Boden liegenden novillo niederzulassen, bis sie von verschiedenen Personen in den callejón gebracht worden ist.

Eine antitaurina springt in das ruedo der Malagueta.
Zwei Dinge sind dabei aufgefallen: Erstens: Die antitaurinos springen entweder bevor der toro oder novillo kommt aktiv oder springen ins ruedo wenn das Tier schon getötet worden ist. Und zweitens, obwohl es hier um eine Veranstaltung mit mehreren tausend Beteiligten war, nicht ein einziger Polizist war gegenwärtig. Weder von der National Polizei noch von der lokalen. Die antitaurina wurde mit lauten fuera - fuera - Rufen aus der plaza geführt.


Francisco Morales (Málaga): oreja tras aviso
Fernández de la Torre (Murcia): silencio tras aviso
Marcos (Cuenca): silencio
Jorge Rico (Valencia): silencio
Antonio de María (Benidorm): silencio
Álvaro Gamo (Guadalajara): oreja tras aviso

Keine Frage, von den drei novilladas in diesen Tagen war diese die schlechteste, weit unter dem Niveau der novilladas auch in den vergangenen Jahren. Vier silencios, da fehlte es definitiv an transmisión der meisten alumnos. Immerhin zwei Drittel der Teilnehmer! Da fragt man sich, wozu sind diese eigentlich angetreten?

Aber etwas Gutes hatte dieser tarde. Gleich zwei novilleros schafften den Sprung in das Finale. Und zur Freude der tendidos auch jemand aus Málaga. Francisco Morales gelang es, trotz starkem Wind mit der muleta zu überzeugen:

Francisco Morales aus Málaga mit einer manoletina

Aber der Höhepunkt des Tages kam aus Almería: Sergio Roldán. Schon mit der capa war zu erkennen, er wollte! Mit einer Vielseitigkeit an capotazos brachte er Ambiente in die plaza. Bei seiner faena scheute er kein Manöver, zeigte Mut und mit einem estoconazo hätte er dos orejas verdient, welche der presidente ihm verweigerte.

Das Finale

Und so stehen die Teilnehmer für das Finale des X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas fest, welches um 19:00 Uhr beginnt:
  • Francisco Morales aus Málaga
  • Sergio Roldán aus Almería
  • Héctor Gutiérrez aus México

Die novillos kommen von der ganadería Luis Algarra.

Obwohl der entrada gratis ist, wer im Raum Málaga wohnt hat zusätzlich die Möglichkeit das Finale des X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas live im 101 TV Málaga zu verfolgen.

Die Stiere sind wieder zurück in San Sebastián




von Philip de Málaga
(Fotos: SfA, mundotoro)

Die Rückkehr der toros nach San Sebastián
im spanischen öffentlichen Fernsehen live
Und die spanische Königsfamilie war teilweise auch vertreten
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In Gegenwart des Ex-Monarchen Don Juan Carlos wurde in San Sebastián mit seinen 190.000 Einwohnern gestern Abend um 18 Uhr die temporada taurina wieder eröffnet. Nach einem zweijährigen politisch vollkommen ungerechtfertigten Verbot durch das Rathaus wurde die tradición taurina erneut im nordspanischen Küstenort eingeführt. Ein interessantes cartel gab es zu sehen mit den matadores de toros Enrique Ponce, José María Manzanares und als Ersatz für "Paquirri" kam Alberto López Simón

Das besondere an dieser corrida de toros, sie wurde live im öffentlichen Fernsehen TVE 1 übertragen und gelang so in die spanischen Haushalte der aficionados und in die öffentlichen Bars und Restaurants, welche mit TV-Bildschirmen ausgestattet waren und erreichte eine Einschaltquote von 10,2 Prozent und knappen 900.000 Zuschauern

Live im spanischen öffentlichen Fernsehen
Die plaza de los toros mit dem Namen Illumbe füllte sich mit an die 9.000 Zuschauern, also die tendidos zu mehr als drei Viertel belegt. Auch hier ein klares Si al los toros! Der Ex-König von Spanien Don Juan Carlos und seine Tochter die Infantin Doña Elena mit ihren beiden Kindern Victoria Federica und Felipe Juan Froilán, bezogen Stellung hinter einem burladero im callejón. Die Kommentare des Königshauses sind eindeutig: So sagte Don Juan Carlos: "Ich war noch nie bei den toros in San Sebastián. Es ist das erste Mal in einer überdachten plaza de los toros. Und ich bin mit meiner Tochter und den Enkelkindern gekommen. Wir müssen die fiesta nacional unterstützen, es ist spanische Lebensenergie die es gilt zu fördern." Auch Doña Elena bezieht Stellung: "Es ist das erste Mal dass wir hier sind und es ist wunderbar. Es ist mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen."

Alle drei matadores widmeten ihre faenas ihrer ersten toros Don Juan Carlos
Der matador de toros Enrique Ponce richtete seinen ersten brindis an Don Carlos mit den Worten: "Danke dafür, nicht nur dass Sie hier sind und die tauromaquia unterstützen, sondern auch an die Demokratie und die Freiheit!"

Hier die Leistungen der einzelnen espadas

Enrique Ponce (ovación und oreja tras aviso)

Enrique Ponce
José María Manzanares (ovación tras petición de oreja und palmas)

José María Manzanares
Alberto López Simón (ovación tras aviso und ovación tras aviso, tras petición de oreja)

Alberto López Simón
Die toros kamen von der ganadería Torrestrella. präsentierten sich korrekt, angriffsfreudig, waren teilweise auch gefährlich, ausser der 5. toro, welchem im Laufe der die faena Kräfte abhanden gekommen sind.

So richtig überzeugen konnte diese corrida de toros eigentlich nicht. Aber auch deswegen, weil man irgendwie mehr erwartet hatte. Enttäuschend die maestros mit dem acero und nicht selten warteten sie zu lange bevor sie zum descabello ansetzten. Man betrat die plaza de los toros oder setzte sich vor den Fernseher mit zu viel Emotionen zur Wiedereröffnung.  Ponce wie immer, Manzanares gut und hätte auch das erste oreja verdient und López Simón ziemlich überzeugend hätte er nicht mit dem acero versagt.

Und doch: So ging ein historischer, emotionaler wie symbolisch wichtiger tarde de toros dem Ende zu. Obwohl es lediglich für ein oreja reichte wurden die toreros mit starker ovación aus dem ruedo entlassen. Die Gran Semana in San Sebastián war eröffnet. Die toros sind erneut heimgekehrt. Die Libertad hat den Illumbe wieder erobert.

Donnerstag, 13. August 2015

Málaga: Auch am zweiten Tag füllte sich die Plaza de toros





von Philip de Málaga


... und es wurden mehr in den Rängen der Plaza de  los toros!
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Was gibt es für eine empresa eine bessere Botschaft, als dass sich die tendidos weiter füllen. Gran entrada, mehr als 9.000 Besucher. Und was den Verantwortlichen besonders gefiel, unter den Zuschauern fanden sich auffallend viele junge Menschen. Das Interesse für die mundo de los toros scheint bei der Jugend hier in Málaga extrem geweckt worden zu sein.

Selbst in dem obersten Rang füllten sich einige Sitzplätze
Bei einem solchen Besucherandrang in der Malagueta wird allein das X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas auf über 35.000 Besucher kommen. Ein toller Erfolg.

Und diesmal bekam das Publikum von den toreros ein wenig mehr geboten. Zwei novilleros setzten selbst recht spektakulär die banderillas, so Juan Carlos Benítez (al violin, al quiebro und sogar ein kurzes Paar banderillas). Seine faena war durchaus korrekt, aber irgendwie gelang es ihm nicht die entscheidenen Emotionen in die tendidos zu bringen. Aber die banderillas reichten aus um als trofeo nach einer estocada trasera ein oreja zu erlangen.

Auch Antonio Moscoso setzte dei banderillas bei er der in seiner Haltung sehr stark an das Setzen der banderillas des matadores de toros Luis Francisco Espla erinnerte.

Der novillero Joao Martins empfing seinen novillo auf den Knien mit einer porta gayola:

Joao Martins empfängt den jungen Stier auf den Knien
Doch dann kam der Auftritt des jungen espadas Diego Luque aus Algeciras. Seine faena begann er auf den Knien und endlich bekam das Publikum das zu sehen, auf das sie schon so lange warteten. Den temple. Die Zeitlupe mit der muleta. Emotionen erreichten die tendidos und obwohl der torero ein pinchazo und media estocada benötigte, bekam er ein oreja und wir mit Sicherheit zu den Finalisten gehören.

In aller Ruhe den novillo passieren lassen
Die restlichen novilleros versagten vor allem mit dem espada.

Si a los toros. In der südspanischen Metropole wird es gelebt und vorgeführt. Und die von SfA gezeigten Fotos gehören nicht der Vergangenheit an, wie es gerne von antitaurinos behauptet wird. Das sind Live-Aufnahmen dieser Tage. Live aus der La Malagueta im August 2015:

Die plaza de toros ist voll! Das kann keiner leugnen: Mittwoch der 12. August 2015

Doch heute gibt es harte Konkurrenz auf dem Bildschirm:

Wie gut die heutige novillada sin picadores besucht wird hängt wohl auch davon ab, wie viele aficionados es heute Abend vor den Fernseher ziehen wird. Denn ab 17:55 Uhr überträgt TVE 1 eine corrida de toros live:


Zur Wiedereröffnung der plaza de toros in San Sebastián treten an die matadores de toros Enrique Ponce, José María Manzanares und Alberto López Simon.

Wie viele Zuschauer auch heute kommen werden, am Freitag wird sich die Malagueta zum grossen Final der escuelas taurinas mit Sicherheit hasta la bandera füllen.

Grosser Andrang in Málaga





von Philip de Málaga


Es war eine Kampfansage an die Gegner von Stierkämpfen
Schon am ersten Tag füllte sich die Malagueta in Málaga
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Damit hatten nicht einmal die Veranstalter, die empresa gerechnet. Die plaza de toros in der südspanischen Metropole begann schon sich beim ersten festejo taurino zu füllen. Und es war lediglich eine novillada sin picadores für die alumnos verschiedener escuelas taurinas aus diversen Ländern. Und die Malagueta konnte so schon an ihrem ersten Tag zur feria taurina ein gran entrada registrieren. 

Die Malagueta mit vollen Rängen
Wer zu spät kam musste erst einmal sich anstellen um die plaza zum X Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas Zugang zu erhalten. Nicht mal die Besucher hatten mit einem solchen Andrang gerechnet. So etwas hat es schon seit zehn Jahren hier nicht mehr gegeben.

LINKS: Die tendidos füllten sich dermassen,
dass die Zuschauer sich auf den Treppenaufgängen niederliessen mussten.
RECHTS: Der Andrang war so gross, dass viele Besucher warten mussten,
um die plaza de toros zu betreten. Die novillada hatte schon begonnen.
Schätzungsweise zwischen 8.000 und 9.000 Zuschauer füllten den aforo. Eine eindeutige Kampfansage: Si a los toros!, was man auch in grossen weissen Buchstaben in den roten Sand des ruedos der Malagueta geschrieben hatte. Eine klare Mitteilung an die antitaurinos zur defensa de la tauromaquia.
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"Und sie sagen, 
es gehe keiner mehr zu den toros!"
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Die toros gehören zu Spanien. Und zwar nicht zu den Zigarren rauchenden Francoanhängern, die mundo de los toros ist Teil des spanischen Lebens in allen gesellschaftlichen Bereichen. Besonders auffallend die hohe Anzahl der jungen Zuschauer in den tendidos, welche mit Interesse dem Geschehen folgten. Viele kannten sich auch in der tauromaquia aus und erklärten ihren Begleitern was im ruedo gerade zu sehen war und warum was geschah oder geschehen musste. Welche Manöver gerade zu sehen waren, wie zum Beispiel im folgenden Foto:

Der französische novillero Carlos Olsina mit einer natural.
Die novillos der ganadería Carlos Nuñez zeigten sich manejable hätten aber durchaus angriffsfreudiger sein können.

Dagegen waren die novilleros sichtlich beeindruckt von der Kulisse, taten sich dagegen ein wenig schwerer, und die teilweise missenden olés irritierten. Trotzdem waren sie bereit alles zu geben, wollte ja ein jeder das grosse Finale am Freitag erreichen. Jedoch mangelte es an artistischer Vielfalt. Momente, die eben die Emotionen in die tendidos tragen.

Hier die Leistungen der einzelnen novilleros:

Cristian Pérez (Albacete): silencio tras aviso
Pedro José Aguilar "El Jareño" (Málaga): vuelta al ruedo tras aviso
Carlos Olsina (Beziers): oreja
Adrien Salenc (Arganda): oreja
Toñete (Salamanca): silencio tras dos avisos
Carlos Ochoa (Madrid) silencio tras aviso)
Pablo Mora ( (Moralzarzal): oreja
Teilweise füllte sich die plaza bis in den obersten Gang.
Das Wetter spielte ebenfalls mit. Es war bewölkt und so füllten sich auch die Plätze in der sol. Bei den letzten beiden novillos begann es ein wenig vom Himmel an zu tröpfeln, was der Stimmung keinen Abbruch gab. 

Man kann gespannt sein, was Málaga in den nächsten tardes de toros noch so alles aufbringen wird.

Mittwoch, 12. August 2015

Eine tragische Dimension

Über die Gegenwart des Lebens und des Todes
Wenn das Schauspiel zur Realität wird
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von Philip de Málaga



Keine Frage, die corridas de toros sind eine fiesta für sich. Eben eine fiesta brava. Die arte de torear ist etwas Originelles, etwas Besonderes, eine einzigartige Form der Kunst. Und zwar versteht sich das toreo als eine Kunst, welche eine Dimension betritt wie keine andere: Sie begegnet der Realität. Der Zuschauer in den tendidos wird mit der Wahrheit konfrontiert wie bei keinem anderen Schauspiel. Im Theater wird geschauspielert, keine äusseren oder unbekannten Einflüsse, nichts dem Zufall überlassen, es sei denn die Bühnendekoration fällt auseinander oder der Schauspieler vergisst im schlimmsten Fall seinen Text. 

In einer plaza de toros verhält es sich vollkommen anders. Da ist die Realität im ruedo gegenwärtig. Nichts wird gespielt oder vorgemacht. Da wird nicht künstlich gestorben und wieder aufgestanden, das Leben und der Tod sind stets präsent. Wie sagte dazu der amerikanische Schauspieler und Regisseur Orson Welles dazu: 
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"Der torero ist ein Schauspieler, 
dem die Dinge wirklich passieren."

Orson Welles
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Die corrida de toros ist ein tragisches Drama, in welchem das Unerwartete, die Verwundung bis hin zum Tod stets präsent sind. Und sie zeigt dem Betrachter, dem aufmerksamen Beobachter, ob aficionado oder nicht, auf ziemlich klare Weise seine Verwundbarkeit auf bis hin zur Erkenntnis des Todes. Das Bewusstsein, dass auch wir mal sterben müssen und werden.

Wer über den Tod bestimmt ist unbedeutend, letztendlich sterben beide,
der torero wie der toro!
Trotz all der berauschenden Schönheit, der Harmonie mit dem Paso Doble, dem Glanz der trajes de luces, dem wunderbaren Spiel zwischen sol und sombra, der eleganten Bewegungsabläufe der toreros, des wunderbaren Führen der capa oder der muleta, des vorbei gleitenden toros mit zeitlupengleichem temple bis hin zur gelungenen estocada, entzückt es den Zuschauer für Sekunden, gar Minuten, versetzt ihn in einen Rausch der Liebe, der Euphorie und Ekstase des gegenwärtigen Lebens, bringt aber auch die Vergänglichkeit hervor, und zeigt uns auf, dass unser Leben, von welchem wir in unserer Jugend noch träumten, nicht ewiglich ist.

Ein Gefühl übrigens, welches der toro nicht kennt. Zwar spürt er sich bedroht, weiss, dass man ihm Schmerzen zuführen kann, aber dass es mal vorbei sein soll, ist ihm unbekannt.

Dienstag, 11. August 2015

Und wieder wenn es an die Kinder geht ...





von Volkmar Gärtner


Vorwort von SfA

Die verschiedenen Auftritte des antitaurinismo, aktive wie verbale, sorgten nicht nur bei den taurinos für Betroffenheit, auch Personen fernab der mundo de los toros zeigten sich erstaunt bis entrüstet. Nach dem SfA-BeitragGuterTaurino, toter Taurinoerhält SfA fast täglich Post zu diesem Thema. So auch heute aus Norddeutschland, jemand, der in seinem Leben noch keinen festejo taurino beigewohnt hat, der sein Mail auch teilweise im Gästebuch unterbrachte. Mit seiner Genehmigung veröffentlichen wir es hiermit auszugsweise, das Thema betreffend:

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„... Mir ist aufgefallen, dass fast alle Bereiche wie Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in das Thema Stierkampf integriert sind. Der Stierkampf gehört zu Spanien. Und so sollte man es auch den Spaniern überlassen letztendlich zu entscheiden, was mit ihm geschehen soll.

Wenn ich mir die verbalen Vorgehensweisen der Gegner von Stierkämpfen durchlese (ich habe mir diesbezüglich auch andere Seiten der Tierschützer angeschaut), da frage ich mich, in welcher zivilisierten Welt leben wir eigentlich, dass ich meine Mitmenschen dermassen beleidigen darf. Oft am Thema vorbei, voller Hass und Aggressionen. Und um ehrlich zu sein, obwohl ich noch keinen Stierkampf gesehen habe, fühle ich mich allein von den Argumentationstechniken, also Pro wie Kontra, dem Stierkampf eher hingezogen als ablehnend gegenüber diesem, wobei ich noch nicht einmal weiss ob er mir gefallen wird.

Noch etwas ganz Wichtiges, weshalb ich diese Meinung hauptsächlich vertrete: Wie ich an mehreren Stellen lesen konnte, ich spreche selbst die spanische Sprache und konnte es so auch in der wichtigsten Tageszeitung El País lesen, da wurden auf der Strasse in aller Öffentlichkeit sogar die kleinen Kinder beschimpft, beleidigt, geradezu diffamiert. Gesellschaftspolitisch wie erziehungstechnisch geht das für mich gar nicht. Was erlauben sich diese Herrschaften, sich in die Erziehung zum Beispiel meiner Kinder einzumischen? Wer von Erziehung nichts versteht, sollte es bestens unterlassen die Gesellschaft zu belehren, bzw. sich als Moralapostel oder Lehrer aufzuspielen, als Personen die das Recht für sich in Anspruch nehmen, die einzige Wahrheit zu kennen. Eine solche Vorgehensweise hat in einer Demokratie nichts zu suchen. Ich bin sogar der Meinung, dass in diesem Falle die spanische Justiz viel mehr durch greifen müsste, denn immerhin versteht sich der Stierkampf doch als ein anerkanntes spanisches nationales Kulturerbe.

Kinder für eigene Interessen politisch einzubinden bzw. auszunutzen, und das in aller Öffentlichkeit, verdient einfach nur die totale Ablehnung. Hätte man meine Kinder so angeschrien, denen hätte ich aber meine Meinung gesagt, wahrscheinlich sogar angezeigt. ...“

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Anmerkung von SfA:

In Frankreich müssen sich per Gesetz die antitaurinos während eines festejos taurinos von der plaza de los toros oder dem Veranstaltungsort auf Distanz halten. Die jeweiligen städtischen Behörden sind angewiesen für die Umsetzung jener Gesetzesvorlage Gewährleistung zu garantieren.