Sonntag, 7. Februar 2016

Österreich eröffnet morgen die Stierkampfsaison




Presstext vom ORF



Ab morgen zu hören: Spanien und der Stierkampf - eine umstrittene Tradition
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Die Leser von SfA haben es natürlich mitbekommen. Im letzten Jahr besuchte ein Team vom ORF die Stadt Málaga (siehe SfA und ORF). Ab morgen kommt es zur Ausstrahlung:


Wer nicht in der Nähe der Senders wohnt, hat die Möglichkeit dieses über Internet im Livestream zu verfolgen:  ORF Ö 1  (Dort bitte  Live  anklicken). Im Feld  7 Tage Ö 1  hat man die Möglichkeit sich die Aufzeichnung bis zu sieben Tage lang noch in der Mediathek anzuhören.


ORF PRESSETEXT: (Die Fotos wurden von SfA eingefügt)

Stierkampf in Spanien - eine umstrittene Tradition 

Stierkämpfe fanden in der frühen Neuzeit in vielen Teilen Europas statt, auch in London und Venedig. Die Umwandlung von der ritterlichen Wehrsportübung zu Pferd zur ritualisierten corrida, bei welcher der matador dem Kampfstier zu Fuss gegenübertritt, vollzog sich allerdings in Spanien. Die Torero-Dynastie Romero soll die Regeln des modernen Stierkampfs in der andalusischen Stadt Ronda entwickelt haben. Am 19. Mai 1785 wurde dort eine der ältesten Stierkampfarenen der Welt eröffnet und am 5. September 2015 unmittelbar davor zwei Bronzebüsten der beiden amerikanischen aficionados Ernest Hemingway und Orson Welles enthüllt.

Siehe: Rhonda, Zwei Denkmäler, wie Amerikaner und die Stiere
In den 1950er und 1960er Jahren lockte der spanisch-österreichische Adelige Alfonso von Hohenlohe mit dem Marbella-Club-Hotel das internationale Jetset an die Südküste Spaniens. Hatte Hemingway den Stierkampf in die Literatur gebracht, so brachte ihn Alfonso von Hohenlohe in den Boulevard. Hollywood-Diven hatten Affären mit Star-Matadores und ihre Kollegen begannen darüber die Nase zu rümpfen. Seit der Jahrtausendwende wird die Tradition der corrida kritisch gesehen. 2007 beantragte die deutsche Christdemokratin Elisabeth Jeggle im Europa-Parlament die Abstimmung über ein EU weites Verbot des Stierkampfs, die mit 178 Ja und 412 Gegenstimmen zu Gunsten der spanischen Selbstbestimmung ausfiel. 
Der spanische Stier und die österreichische Journalistin Christa Nebenführ
Christa Nebenführ hat in Andalusien die spanische „Afición a los toros“ einzufangen versucht. Sie hat in Málaga das Centro de Arte de la Tauromaquia besucht, in dem der Sammler Juan Barco künstlerische Darstellungen von Stierkulten, prähistorische Terracotta-Figuren, Bilder von Francisco de Goya und Pablo Picasso so wie Requisiten der corrida der Öffentlichkeit zugänglich macht. In der Stierkampfschule von Málaga hat sie toreros und aficionados interviewt und ist den Legenden berühmte matadores nachgegangen und in der ganadería Reservatauro dem Leben der Kampfbullen, bevor sie in der Arena geopfert werden. Schliesslich entschlüsselt sie die jährlich während der Feria Pedro Romero in Ronda stattfindende corrida goyesca mit Hilfe der Lektüre Hemingways.

Krönender Abschluss in Ronda: Die corrida goyesca

Samstag, 6. Februar 2016

Auch The New York Times hat über México berichtet




von Philip de Málaga


Während man in vielen Ländern 
über den Auftritt von José Tomás erst gar nicht berichtete,
in den Vereinigten Staaten fand es sehr wohl Interesse.
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Die Zielsetzung für Publikum und Akteure in der La Monumental de México am letzten Sonntag war klar vorgegeben. Man wollte wie in Nîmes auf die Titelseiten und international erwähnt werden. Das hat nun ja nicht unbedingt funktioniert. Aber in den Vereinigten Staaten zeigte man sehr wohl Interesse an diesem Ereignis. Denn mit einer Auflage von um die zwei Millionen widmete sie die einflussreiche und überregionale Tageszeitung, die New York Times der mundo de los toros in México zu. Insbesondere über den letzten Sonntag mit dem spanischen matador de toros José Tomás.

Zunächst auffallend die Titelähnlichkeit mit SfA:


Wer der englischen Sprache mächtig ist, ist gerne eingeladen die Reportage von Geoffrey Gray zu lesen: A God of de Nullring Made Human. Neben einem durchaus lesbaren wie interessanten Text versteht hierbei auch das Bildmaterial zu überzeugen.

Freitag, 5. Februar 2016

Bekenntnisse eines Zwei-Sterne-Kochs





von Mario Sandoval


In der spanischen Hauptstadt findet jährlich das Treffen der besten Köche Spaniens statt. Dort, bei der Madrid Fusión  präsentieren die Sterne Köche ihre jüngsten Ideen und Highlights. Besondere Beachtung fand dabei ein Video des Zwei-Sternekoch Mario Sandoval (aus dem berühmten Restaurant Coque in Madrid), welcher sich als bekennender aficionado und Koch mit der Natur der dehesas auseinandersetzt. Für ihn ist das carne de lidia ein grosser unbekannter Luxus in diesem Land. Denn es sei ei auffällig gesundes und schmackhaftes Fisch, weil der toro während vier Jahre auf dem freien campo lebt und nur mit natürlichen Produkten ernährt wird. So hatte er die Ehre und das Vergnügen auf dieser Gourmet-Messe vier Speisen von eben jenem Luxus vorzustellen. Passend dazu entstand folgende Videopräsentation:


"Der Wert von Nachhaltigem
Was hat mich bis hierher gebracht?
Der Respekt gegenüber der Natur!
Der toro bravo, eine einzigartige Rasse
Die Vielfalt einer aufregenden Welt
In Freiheit aufzuwachsen
Freiheit
Nachhaltigkeit
Mit Identität zu kochen
Identität
Kenntnisse und Respekt
Seele
Der Wert des Natürlichen
Wir alle haben einen Traum
Meiner ist mit Freiheit zu kochen
mit Identität und Seele."

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Quellennachweis:

Donnerstag, 4. Februar 2016

Wenn der Manager der Plaza de Toros über den letzten Sonntag spricht





von Rafael Herrerías


Der empresario der La Monumental de México Don Rafael Herrerías ist von dem spanischen Superstar unter den toreros, dem matador de toros José Tomás als Mensch nicht so richtig angetan. Dabei brüskiert ihn nicht unbedingt sein doch eher bescheidener Auftritt in der mexikanischen Hauptstadt vom letzten Sonntag (SfA: Der Tag, an dem José Tomás wieder zum Menschen wurde), er fand ihn auch nicht so schlecht, sondern vielmehr erregt den Geschäftsmann aus der mundo taurino das allgemeinen Verhalten des toreros aus Spanien. Er selbst sei von dem maestro so ziemlich enttäuscht.

Einer der sichten Personen in der mexikanischen mundo taurino.
Zur corrida:

"Was mich am Sonntag so emotional überwältig hatte, waren nicht die vielen Leute, sondern die Qualität, das Wissen der Besucher. Es waren regelrechte authentische taurinos."

Das Publikum war vor allem von den pinchazos enttäuscht. Gut irgendwann haben sie Bier getrunken und so ab der Mitte begann die Stimmung zu sinken."

"Da sassen im Publikum viele, welche ihre ganzen Ersparnisse ausgegeben haben, um an dieser corrida teil zu haben, für die Anreise, das Hotel, Restaurants und die fanden grösstenteils, das dies alles den Aufwand nicht Wert war."

Über José Tomás:

"Er begrüsst mich nicht einmal. Und als er novillero war, war ich es, der ihm die alternativa in México ermöglicht habe. Es gibt kaum einen undankbareren als ein undankbareren torero als diesen torero."

"Er hat 300 boletos verlangt und ich glaube, er hat nicht mal drei amigos. Für wen waren die? Vielleicht für Geld? Aber so teuer sind die ja nicht. Aber er fragt nach vielen Dingen die Geld kosten, Werbung, seinen eigenen Arzt, ... und wenn man das alles addiert, ja, er ist der Teuerste!"

"Aber trotzdem haben wir ihm wieder angeboten, am 28. Februar noch einmal anzutreten. um den zahlreichen aficionados doch noch einmal gerecht zu werden. Bei zwei toros war er ja gar nicht mal schlecht, aber sein Publikum erwartet gerade von ihm eben mehr. Man will ihn triumphieren sehen."

Mittwoch, 3. Februar 2016

Der Torero, das kleine Mädchen ... und doch ein Ende




vom Torero "Paquirri"

Viel wurde in den letzten Tagen darüber geschrieben, gechattet und gesprochen, darüber, dass der matador de toros Francisco Rivera Ordoñez "Paquirri" mit einer vaquilla Manöver durchführt und seine junge Tochter dabei auf dem linken Arm trägt. Bis zur Justiz kam der Fall und nun hat der torero selbst einen Schlussstrich gezogen. So viel Stress sei der ganze Aufwand nicht Wert gewesen, und würde letztendlich nur den antitaurinos hilfreich zuspielen, und den Unwissenden noch unwissender machen. Und so kann man es auch en den Tweeds beobachten, viele haben da mitgeredet, ihren Kommentar über Verantwortung und Erziehung gepostet, obwohl sie von der tauromaquia im Eigentlichen keine Ahnung haben.


"Ich würde es nicht mehr tun!"

Teilte der torero der Presse mit, nach so viel Polemik und Schmerzen, welche man seiner Familie zugefügt hätte, und das alles nur wegen einem Photo.
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Siehe auch:

Viel Polemik um ein Photo: Torero mit Tochter auf dem Arm, SfA TAURO-PHOTO vom 27.01.2016
Ein Torero, ein kleines Mädchen ... und kein EndeSfA Reportage vom 30.01.2016

Quellennachweis:

TV-Zeitschrift CORAZÓN
aktuelle Ausgabe





Dienstag, 2. Februar 2016

Der Tag, an dem José Tomás wieder zum Menschen wurde



von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoro)


Der mit Spannung erwartete Stierkampf in Mexico
wurde zu einem Tag der Stiere zum Vergessen
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Während in Deutschland die afición im Allgemeinen sich am letzten Wochenende erfreuen konnte, immerhin wurde Deutschland im Handball Europameiste und in Australian gewann mann das Tennis open. Doch die afición a los toros begegnete der Wirklichkeit. Einer Realität mit der kaum einer gerechnet hatte. Vor allem nicht erwarten wollte.

Oder waren die Erwartungen einfach zu hoch geschraubt?  Wollte man ein zweites Nîmes mit elf orejas noch einmal erleben? Träumte man von einer Wiederholung der Apotheose in Südfrankreich aus dem Jahre 2012? (Siehe SfA-Reportage: Apotheose). Und wenn viele ehrlich sind, ja, das haben wir erwartet. Einige sogar haben keine Kosten und Mühen gescheut, aus der ganzen Welt dorthin zu reisen, und viele spanische Printmedien hatten für ihre Montagsausgabe auch schon mal einen Platz auf der Titelseite reserviert. Doch es kam ganz anders.


Die Chronik einer traurigen Nacht, so betitelte das Portal mundotoro seine Berichterstattung, begann vor einer eindrucksvollen Kullisse. Agotado el boletajo, ausverkauft, wie man in México zu sagen pflegt. Und in der La Monumental de México der mexikanischen Hauptstadt sind das immerhin 41.262 Zuschauer in den tendidos.  Die grösste plaza de toros der Welt erwartet "den grössten" torero der Welt. Den Mythos José Tomás.

Vertikal und mit stolzer Brust betrat der matador de toros José Tomás das ruedo
Und da betrat der maestro José Tomás das ruedo, stolz, gerade und fast bewegungslos und von den Rängen wurde er mit stehenden Ovationen empfangen. Was kann ein torero von der afición mehr erwarten? Aber das war es auch schon. Denn der diestro aus Spanien hatte nur eines im Sinn. Sich selbst. Irgendwie schien er vergessen zu haben, dass bei einer corrida de toros, auch die toros im Mittelpunkt steht, und um nicht das aforo zu vergessen, welche teilweise nicht nur viel unternahmen um an die entsprechenden entradas zu kommen, sondern auch etwas erwarteten, wie die Übertragung von emotionalen Momenten und vielleicht gar dem duende. Spontan kommt dem Kenner und aficionado der maestro Enrique Ponce in den Sinn, welcher genau jene Kunst bestens und perfekt beherrscht. Jene Transmision, jene arte de torear welche José Tomás hat hier vermissen lassen.

Eine natural, doch irgendwie wirkt es alles distanziert, trotz der optischen Nähe.
Vor zwanzig Jahren feierte der heute vierzigjährige José Tomas hier in diesem Rund seine alternativa. Seinen Ritterschlag zum matador de toros. Von diesem Moment bescherte er vielen aficionados zu verschiedenen Momenten unvergessliche suertes, ob mit capa oder muleta, auch mit dem estoque verstand er es zu triumphieren.

Mit der capa eine Einheit bilden.
Doch an diesem tarde de toros war alles ganz anders.  Es sei, als ob zwischen Mensch und Stier sich ein Spiegel befände, so berichten spanische Kritiker, und der torero nur sich selbst im Sinne hatte.  Statt dem toro zu begegnen hätte er nur seinen eigenen Schatten im Visier gehabt. Was man zu sehen bekam war Technik, eine verónica, die auch ein Roboter hätte ausführen können. Das war kein toreo, schon gar kein arte del toreo sondern der torero für sich allein. Da kam der maestro vom taurinischen Olymp, hat seinen Mythos vergessen, oder nur diesen im Auge gehabt, und selbst die cogidas zeigten auf, zweimal hat ihn ein toro erwischt und zweimal ist er wieder aufgestanden, José Tomás ist nur ein Mensch, sterblich wie wir alle. Das kann auch die tragische und beinahe todbringende cogida von Aguascalientes vor wenigen Jahren nicht mehr gerade biegen.

José Tomás wird von einem toro erwischt.
Es gab tardes für die Ewigkeit. Dieser wurde für die Vergessenheit geschaffen. Oder der Sprung zurück in die Wirklichkeit? Der Millionen-Dollar-Torero, wie er in der Weltpresse beschrieben wird, nichts anderes als nur ein normaler Mensch? Wie auch immer, für ihn war es ein dunkler Tag, ein Tag zum Vergessen.

Joselito Adame mit einer verónica und einem toro der ganadería Los Encinas.
Aber es kam noch schlimmer. Wollte er hier in México gleich seiner alternativa erneut seinen Mythos bestätigen, welches als Spiegelbild eines leeren Ichs endete, so gelang es mit dem letzten toro dem mexikanischen Kontrahenten, der matador de toros Joselito Adame die fast 42.000 Seelen in den tendidos für diese enttäuschende Leistung zu entschädigen.

Dos orejas für den sich freuenden Sieger des Tages, für Joselito Adame
Und nicht gleich schlecht. Denn immerhin wurde der torero aus México mit dos orejas belohnt. Um nicht zu sagen, er beraubte ihm seines grossen tarde de toros. Und so war es auch in den mexikanischen Medien zu lesen: Joselito Adame triumphiert am Tag des José Tomás. Da schmerzt für einen torero um so mehr, seinen tarde mit pitos zu beenden, umso mehr, dass man in den spanischen Medien sich an die Namen seiner toros noch erinnert:  Bellotero, Platero und Romancero ... gezüchtet für das Vergessen.

Pitos von den Rängen können den maestro José Tomás nicht erfreuen.
Es war nicht sein Tag. In seinem Gesicht spiegelt das ganze Dilemma wieder.
Vom Olymp gekommen, verlässt er als Mensch die plaza de toros.
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Die corrida de toros im Überblick

La Monumental de México
No hay billetes, 41.292 Zuschauer
Toros der ganadería Los Encinas (1/4/6) und Fernando de la Mora, (2/3/5) ein sobrero (5) von Xajay
für die matadores de toros:
José Tomás: oreja (Proteste aus dem Publikum), ovación tras aviso,  pitos nach aviso.
Joselito Adame: ovación tras aviso, silencio, dos orejas

Montag, 1. Februar 2016

Der Präsident des spanischen Abgeordnetenhauses unterstützt die Tauromachie




von Philip de Málaga


Patxi López unterstützt der Tauromachie auf der Tourismusmesse
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Während die spanische Hauptstadt derzeit einiges daransetzt, für die toros nicht mehr zu werben (SfA: Ist der Stierkampf eine nationale Fiesta?), so ist die mundo de los toros auf der FITUR (Internationale Tourismus Messe) in Madrid trotzdem vertreten.

Zwar ist die tauromaquia nicht mit einem eigenen Stand anwesend, aber Personen sowie Organisationen aus der mundo taurino sind gern gesehene Gäste bei den Ständen der einzelnen Regionen, besonders denjenigen, wo die toros als Tradition und Kultur einen hohen Stellenwert haben, wie zum Beispiel in Andalusien, Valencia oder der Extremadura.

Präsentation der feria taurina in Olivenza (Foto: la economía del toro)
Letztere Region lud am letzten Freitag dazu den Präsidenten des spanischen Abgeordnetenhauses Don Patxi López ein, welcher mit vollem Herzen die tauromaquia unterstützt. In Zusammenarbeit mit der FIT (Internationale Vereinigung der Tauromachie) präsentierte der sozialistische wie populäre Politiker die neuen Projekte aus der mundo de los toros.

Der Präsident des Spanischen Abgeordnetenhauses Don Patxi López, zweiter von links
(Foto: la economía del toro)
So unter anderem die festejos taurinos in Olivenza, wo man auch Schülern die Möglichkeit gibt der tauromaquia näher zu kommen um sie kennen zu lernen. Schon in den letzten beiden Jahren hat es diesbezüglich Veranstaltungen mit dem matador de toros El Juli gegeben. Zu dieser Präsentation erschien noch weitere politische Prominenz. Neben dem Bürgermeister, dem Minister für Wirtschaft und Infrastruktur der Landesregierung und dem Abgeordnetes des Kreistages, verantwortlich für Tourismus und tauromaquia.  Aus dem sector taurino kam der erfahrene empresario José Cutiño. Alle waren sich einer Meinung. Die feria taurina von Olivenza sei  ohne Frage ein tragender Wirtschaftsmotor für die Extremadura und betonten, dass sie diese kulturellen Werte der Feierlichkeiten taurinos nicht nur rechtfertigen sondern auch weiterhin unterstützen werden.

Auf der FITUR sind mehr als 9.000 Unternehmen aus mehr als 165 Ländern und Regionen vertreten, und sie zählt jährlich ¼ Million Teilnehmer, wovon mehr als 120.000 aus den professionellen Bereichen des Tourismus kommen.  Und die FIT wird, als Vertreter der tauromaquia, bei vielen Regionen die Interessen der toros präsentieren. Dabei werden auch empresarios und toreros eingeladen sein.

Sonntag, 31. Januar 2016

Fusion in Valencia: Toro und Torero





von Philip de Málaga


Das offizielle Plakat der Stierkämpfe von Valencia wurde vorgestellt
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Wie SfA vor wenigen Tagen in Die ersten Stierkämpfe in Spanien 2016 schon berichtete zählt die Stadt Valencia mit ihren Las Fallas zur ersten wichtigen feria taurina in Spanien. Mit acht corridas de toros, einem rejoneo, drei novilladas con picadores, eine novillada sin caballos und verschiedenen festejos populares wird dem Publikum einiges geboten. Eine solche Konzentration an espectáculos taurinos will auch entsprechend angekündigt sein. Nun wurde das Ergebnis, welches von dem empresario Simon Casas in Auftrag gegeben worden vorgestellt und wird ab der nächsten Woche die Strassen von Valencia verzieren.


Die Aufgabe das cartel für die toros zu gestalten fiel dem bekannten Photographen Joserra Ramón Lozano zu, welcher durch zahlreiche Photographien taurino aufgefallen ist.  Unter anderem seine beeindruckende Photoserie für Zaragoza, wo er schon einmal die toreros mit anderen Persönlichkeiten fusionieren lässt: Die Tauromachie in der Photographie.

Das Ergebnis für Valencia ist ebenfalls eine Fusion: Die von toro und torero. Dargestellt wird die Vereinigung von Stier und Mensch als unzertrennlicher Bestandteil der tauromaquia. Hiermit nimmt der Künstler Bezug auf die Stier-Kultur mit dem Symbol des Miniature als Hinweis darauf, welche enge Beziehung der Stier und die Menschheit schon seit dem Altertum pflegen.

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Siehe auch:

LINK: Webseite von Joserra Ramón Lozano

Samstag, 30. Januar 2016

Der Torero, das kleine Mädchen ... und kein Ende

Das von dem Torero Paquirri eingestellte Photo mit seiner Tochter
sorgte weiterhin für viel Wirbel
Die Staatsanwaltschaft zerschmettert die Einwände des Jugendamtes.
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von Philip de Málaga



Als der matador de toros Francisco Rivera Ordoñez das Photo mit seiner Tochter bei einem muletazo einstellte löste dieses geradezu einen Swift Storm aus.  SfA hat darüber berichtet: Viel Polemik um ein Photo: Torero mit Tochter auf dem Arm. Wie auch angedeutet schaltete sich das andalusische Jugendamt ein, und so kam es, dass der andalusische torero zu einer ersten Anhörung bei der Staatsanwaltschaft vorgeladen worden ist. Dies geschah am letzten Donnerstag. Begleitet wurde er von dem Rechtsanwalt Joaquín Moeckel, der auch der torero Morante de la Puebla rechtlich vertritt.

Das Photo mit viel Polemik, welches sogar den Weg zur Staatsanwaltschaft machte
Schon zu Beginn stellte der torero klar fest, dass es sicherlich wichtigere Angelegenheiten wie die seine zu regeln gäbe. Aber wegen der populären Welle in zahlreichen Medien, erhielt dieser Fall eine gewisse Priorität zugeordnet, welche ohne Frage im Vergleich zum eigentliche Vorfall vollkommen unangebracht erscheint. "Es sei eine Schande," verkündete Ordoñez dem Staatsanwalt, ,"da werfen Schwarzafrikaner ein Baby vom Balkon, und in diesem Land gäbe es nichts wichtigeres als mich und meine Tochter beim torero auf die Titelseiten zu bringen!"

Seine Tochter dagegen hätte sich in keinem Moment in Gefahr befunden. "Mehr Risiko wäre sie ausgesetzt, würde ich sie in einem Rucksack transportieren und stolpern. Aber wenn ich einer vaca gegenüberstehe weiss ich was ich tue, bzw. zu tun habe. Ich habe an über 1.500 corridas teilgenommen, und ich befinde mich in einem perfekten physischen wie mentalen Zustand."

Schliesslich wollte es der Staatsanwalt genau wissen und fragte nach der wahren Erfahrung des toreros. Dieser antwortete: "Mit siebzehn Jahren habe ich begonnen, jetzt bin ich 42 Jahre alt und in dieser Zeit hatte ich 1.500 corridas. Ich verfüge über die Kapazität zu wissen, wann, wo mit welchem Tier ich es zu tun habe. Und in meinem Fall war es gerade mal ein 120 Kilo schweres zweijähriges becerrita. Meine Tochter war nicht der geringsten Gefahr ausgesetzt."

Der Staatsanwalt brauchte hier gar nicht lange zu überlegen, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden müssen, erkannte keinerlei Gefahr für die kleine Carmen und wies die Vorwürfe vom Jugendamt vehement zurück.

Francisco Rivera Ordonez "Paquirri" stellt sich der Presse
Als der maestro das Gerichtsgebäude verlies beantwortete er zunächst die Frage der Presse und mit den Worten, "Es sei barbarisch wie brutal die fiesta hier angegriffen würde. Das sei unmenschlich."

Sein Anwalt kommentierte zum Schluss: "Die Grenzen der Meinungsfreiheit enden in Verleumdungen, Beleidigungen und Drohungen. Mit meiner eigenen Meinungsfreiheit habe ich nicht das Recht meinen Nachbarn zu beleidigen. Und da gibt es dann die sozialen Netzwerke, was längst nicht bedeutet, das alles erlaubt ist. Warum hat die Verteidigung des Volkes nicht einen Blick auf diese Tweeds geworfen? Verfügt sie nicht über die entsprechende Kompetenz? Mir kommt das alles wie ein Spiel vor, informative Pyrotechnik ausserhalb der Normalität." An anderer Stelle äusserte er: "Warum gehe die spanische Gerichtsbarkeit nicht gegen diese öffentlichen Beleidigungen vor? Hier wurden durch die sozialen Netzwerke die Gefühle von Francisco öffentlich verletzt. Wer beschützt ihn davor?"

Freitag, 29. Januar 2016

Bald wieder Stierkampf im südamerikanischen Uruguay?

In dem südamerikanischen Land ist man  wieder interessiert
nach einer über 70-jährigen Pause
die Tradition der Tauromachie wieder einzuführen
in einer modernen Mehrzweckarena 
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von Philip de Málaga

Wir schreiben den 9. Januar 1910. Wie die Sonne auf der Landesflagge knallten die Strahlen in die Tiefe und erhitzten das ruedo zu der Eröffnung der plaza de toros del Real de San Carlos auf 36 Grad Celsius im sombra. Das coso befindet sich in der Kleinstadt Colonía de Sacramento im Süden von Uruguay. Mit dem Bau wurde im April 1909 begonnen und die plaza wurde neun Monate später fertiggestellt. Für damalige Verhältnisse ein auffallend moderner Bau, mit einer Kapelle für die toreros,  einem speziellen Platz für die banda de música, einem Restaurant, einer Bar, einem Raum für Theateraufführungen, Büroräumen und einer enfermería für den Notfall.

Die erste und einzige plaza de toros aus Stein in Uruguay aus dem Jahr 1909.
Verantwortlich dafür war Nicolás Mihanovich, Sohn des gleichnamigen Reeders und Einwanderer aus Kroatien. Mihanovich Hauptaufgabe bestand darin, die touristischen Interessen des Landes zu vertreten. Und da kamen ihm die toros in den Sinn. Dabei waren die festejos taurinos nichts neues in Uruguay
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Schon vor über 120 Jahren
gab es in Uruguay Stierkämpfe!
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Denn bereits 1895 veranstaltete man hier corridas in einer hölzernen plaza de toros mit gradas, welche fünf Jahre lang andauerten. Hier von geschichtlicher Tradition zu sprechen, scheint nicht so unangebracht zu sein.

Ricardo Torres
"Bombita Grande"
Für diese corrida de toros wurden die toros und toreros aus Spanien geholt. Es war ein mano a mano zwischen den Brüdern  den matadores de toros Ricardo Torres "Bombita Grande" und Manuel Torres "Bombita Pequeña" welche antraten. Die toros kamen von der ganadería Ángel González Nandín. 8.000 Zuschauern in den tendidos der plaza sorgten für ein lleno. Ein Publikum allerdings, welches man nicht unbedingt als aficionados de toros bezeichnen konnte, teilweise auch mit wenig Wissen über die mundo de los toros. Viele kamen von weit her angereist, aus  San José, Montevideo, sogar aus Buenos Aires. Aus diesem Grund, und um möglichen Irritationen aus dem Weg zu gehen wurde das Publikum mit gewissen Regeln belegt: "Man erinnert das Publikum daran, dass sie kein Recht haben zu protestieren, das ruedo zu betreten oder Dinge in das ruedo zu werfen. Nicht zu pfeifen und nicht die Familien der lidiadores belästigen, welche mit dieser Angelegenheit nichts zu tun haben." Obwohl es da mit Sicherheit noch keine antitaurinos gab, verstand man es vorbeugend aktiv zu werden.

Das Publikum mit dem Panamahut zur spanischen corrida in Uruguay (1909)
Insgesamt gab es bis 1940 an die 84 festejos taurinos, wobei die qualitativen Ansprüche von Publikum und Akteure nachliess. Auch deswegen, weil man auf spanische Professionalität und Erfahrung verzichtete und eigene Leute ins ruedo schickte, welche immer weniger überzeugen konnten. So liess das Interesse immer mehr nach, und es gab seit 1943 keine festejos taurinos mehr in Uruguay. Die plaza de toros wurde dem Verfall überlassen.

Keine espectáculos welcher Art auch immer, mehr in Uruguay seit 1943.
Don Carlos Moreira möchte die toros
wieder in Uruguay einführen
Nun, 73 Jahre später kam anlässlich der Tourismusmesse FITUR in der spanischen HauptstadtMadrid eine Interessengruppe unter der Führung von Don Carlos Moreira aus Uruguay, welche die empresa der grössten plaza de toros von Europa besuchte. Man sei sehr daran interessiert, die plaza de toros del Real de San Carlos zu renovieren, um wieder corridas und andere Veranstaltungen zu organisieren. Dabei würde man sich gerne am Beispiel Las Ventas orientieren, um aus dem Projekt ein rentables Geschäft zu machen. Dabei sei man vor allem an dem Konzept interessiert toros mit anderen Veranstaltungen zu vermischen und betonte die optimale Lage der plaza in Uruguay mit der Nähe zu MontevideoBuenos Aires und einigen brasilianischen Grossstädten. Die Renovierungskosten der verfallenen plaza de toros seien mit etwa fünf Millionen Dollar veranschlagt, wobei schon fünf spanische empresarios ihr Interesse an diesem Projekt angekündigt hätten.

Ob es hier bald wieder toros geben wird?


Man kann gespant sein, ob sich bald ein weiteres amerikanische Land zur mundo de los toros wieder dazugesellt. SfA wünscht diesem Projekt unter der Leitung von Don Carlos Moreira viel Glück und Erfolg bei der Planung und Umsetzung. Wie dem auch sei, ein Thema scheint es in Uruguay schon zu sein und wird eifrig debattiert:




Den Link finden Sie dazu hier: