Sonntag, 22. Mai 2016

Toro de la Vega auf dem Weg zum Verbot




von Philip de Málaga


Die Regionalregierung von Kastilien-León
leitet ein Verbot des Stierfestes Toro de la Vega ein
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Kaum ein festejo taurino wird dermassen unterschiedlich betrachtet und vielseitig diskutiert wie der Toro de la Vega. Jenes Stierfest in Tordesillas in der Provinz Valladolid, bei welchem ein toro aus der Ortschaft auf das offene campo getrieben wird, wo er dann am Enden im so genannten Torneo de la Vega von den Lanzen der Reiter getötet wird. Eine Tradition, welche es schon seit 1534 gibt und dort jedes Jahr zelebriert wird. Schon seit Jahren rennen die antitaurinos Sturm gegen diese Tradition aus dem Mittelalter. Sie sei nicht mehr zeitgemäss. Auch zahlreiche aficionados de toros sehen dieses Ereignis eher mit Skepsis, wohl auch deswegen, weil sich hier der Mensch nicht der Gefahr, dem enemigo toro stellt. Ihm keine Chance lässt, seine bravura zu zeigen, so wie es die toreros im Rund eines ruedos tun.

Und nun hat die Regionalregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, wo es verboten werden soll, bei solchen espectáculos taurinos tradicionales die toros zu töten. Diese Entscheidung kam für viele doch sehr überraschend. Denn die Regierung hat nicht vor, die Tradition der tauromaquia zu beenden. Denn alle corridas de toros, novilladas oder rejoneos in den plaza de toros sind weiterhin selbstverständlich zugelassen. Und ebenfalls der Tod der toros im ruedo. Auch die festejos populares. Eben nur nicht jene, wo am Ende eine Menschenmasse auf den toro mit ihren picas einstechen kann um ihn zu töten.
Der Tod des Toro de la Vega gehört bald der Vergangenheit an (Foto: La Tauromaquia)
Die linken Parteien und der Tierschutz freuen sich darüber. So befürwortete unter anderem Pablo Iglesias von der Partei Podemos diese Entscheidung, denn das Fest Toro de la Vega beschäme die Würde Spaniens. Aber war es wirklich der Tod des Stieres, war Tierschutz, welcher die Regierung dazu brachte, dieses neue Gesetz auf den Weg zu bringen. Wohl kaum. In erster Linie war es der öffentliche Druck, wie mögliche Boykottaufrufe, sowie die Eskalationen bei den doch aggressiven Vorgehensweisen der Gegner. Und da man auch nicht die komplette mundo de los toros hinter sich hatte stand man vor der Entscheidung solche espectáculos generell zu verbieten, oder die Aufforderung diese Traditionen anzupassen. Genauso wie in den anderen Gemeinden, denn in Kastillien-León finden jährlich 13 espectáculos taurinos tradicionales statt, wobei nur in Tordesillas der toro auch getötet wird. 

Man sei sich bewusst, dass man hier mit einer fast fünfhundertjährigen Tradition breche. Aber mit diesem neuen Gesetz, welches seit Donnerstag in Kraft ist, will man der gesellschaftlichen wie sozialen Sensibilität entsprechen. Mit den gewalttätigen Auseinandersetzungen, mittlerweile jedes Jahr, sei die öffentliche Ordnung immer mehr in Gefahr geraten. Ausserdem lasse sich der Toro de la Vega nicht mit der fiesta nacional vergleichen. Im Fest von Tordesillas fände man keine Werte wie Kultur, nobleza, Kunst oder angebrachte Emotionen. Und wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft, auch die klassische corrida de toros, überhaupt die tauromaquia hat sich im Laufe der Zeit angepasst.

Es versteht sich von selbst, dass eingefleischte taurinos und Politiker aus dem konservativen Lager diesem neuen Gesetzentwurf nicht zustimmen. Und schon gar nicht der Bürgermeister von Tordesillas. Aber dass es in dieser Debatte weniger um die toros selbst geht, wissen eigentlich alle.
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Siehe auch:

Samstag, 21. Mai 2016

Und wieder Madrid

Vier tarde de toros in der spanischen Hauptstadt
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von Adrian Neville aus Nürnberg
(Fotos: Julián López, mundotoro)


Nach einem halben Jahr Pause, ging es letzte Woche wieder in mein geliebtes Madrid. Diesmal zu Feria von San Isidro vom 9. bis zum 14. Mai. Letztes Jahr hatte ich mir diesen Lebenstraum erstmals erfüllt und sah einige eher durchwachsene corridas.

Montag

Am Montag ging es bei schönstem Sonnenschein und Frühlingswetter vom Flughafen München los. Drei Stunden später sass ich im Taxi von Barajas in`s Zentrum und die Scheibenwischer liefen auf höchster Stufe! Tiefhängende Wolken, 10 Grad und prasselnder Regen, die Puerta del Sol mit riesigen Wasserlachen . . . Der Wetterbericht hatte zwar vor so etwas gewarnt, aber ich hatte es nicht so ganz ernst genommen.

Nun gut, Mittagessen in der La Taurina - am ersten Tag mit etwas Zeitdruck immer eine sichere Sache. Der Regen liess nach und so konnte die novillada stattfinden. Kurioserweise war diese novillada ein Hauptgrund für mich, diesen Termin zu wählen: Álvaro Lorenzo, Ginés Marín und "Varea"  präsentierten sich in Las Ventas, gerade mal eine Woche vor ihrer jeweiligen alternativa in Les Arénes de Nîmes. Stiere von El Parralejo, einer interessanten Zucht, die in den letzten Jahren ein ziemlicher Garant für Erfolg war. 

Natürlich kam alles ganz anders, ein fürchterlich invalides encierro. Eine vuelta für Lorenzo. Ein sehr blasser und grüner Marín. "Varea" war absolut motiviert, erwischte aber einen miserablen Stier, beim nächsten die porta gayola aber der novillo wurde ausgewechselt. Der sobrero verlor bald jegliche Kraft und der arme "Varea" ging als unbeschriebenes Blatt von dannen. Ich hätte gerne mehr von ihm gesehen.

Porta gayola, kniend empfängt "Varea" seinen novillo.
Dienstag

Der Dienstag fiel leider buchstäblich in`s Wasser, die corrida wurde um 19:10 Uhr abgesagt. Hier ein riesiges Kompliment an die taquilla von Las Ventas: tausende Zuschauer bildeten eine Schlange, um ihre entradas zurückzugeben. Wartezeit lediglich ca. zwanzig Minuten. Das Bargeld wurde im Sekundentakt dem werten Publikum zurückerstattet.
Regen in Las Ventas
Etwas frustriert ging es zurück ins `s Zentrum und als kleine Entschädigung gab es einen phantastischen rabo de toro, geschmorten Ochsenschwanz im wunderbaren Restaurant "Los Madroños", etwa zweihundert Meter von der Plaza Mayor und ca. einhundert Meter vom berühmten "Botín" entfernt.

Mittwoch

Am nächsten Tag dann eine interessante corrida mit Escribano, der in Sevilla einen Victorino begnadigt hat. In Madrid leider ohne Glück. Einem ganz schwachen Fandiño und einem grossen Paco Ureña! Seit Oktober, einer meiner Lieblingsmatadore. Ein absolut sympathischer und schüchterner Kerl mit einem weichen Herz. Das oreja des ersten Stieres war schon seins, doch dann gab es natürlich einen pinchazo. Im zweiten Stier, im strömenden Regen eine atemberaubende faena. So viel Emotion für den Zuschauer, so viel Präzision und Gefühl beim matador. Oreja de Ley!
Paco Ureña in strömenden Regen von Madrid
Fandiño wird leider zum tragischen Fall. Vom Glanz der letzten temporadas ist nicht mehr viel übrig.

Donnerstag

Am nächsten Tag gab es für mich eine Prämiere: ein matador versetzte mich in unbekannte Rage! Ich habe El Capea nie besonders gemocht. Ohne jegliche Persönlichkeit, absolut mittelmässig, doch Dank seines Vaters El Niño de la Capea, einer der besten der 70er und 80er, immer gut protegiert.

In seinem ersten, sehr unangenehmen und gefährlichen Stier war er überfordert. Ein kindisches Machete (hier zeigt sich die Qualität eines Morante, der dies, auch unter Pfiffen sehr elegant und mit Solar meistert), ein paar pinchazos und pitos.

Ok, das kann passieren ... Doch was dann folgte, war für mich der Gipfel. Ein ganz junger Gonzalo Caballero in seiner ersten corrida des Jahres, ohne weitere Kontrakte erlitt eine schwere cornada in dem linken Oberschenkel. Er zitierte den toro mutig de frente, der griff an und bohrte das Horn absolut präzise in das Bei des matadores. Blut strömte aus der Wunde, die banderilleros wollten Gonzalo raustragen, doch der wehrte sich nach Kräften. Torniquete (also die Wunde mit Krawatte abgebunden) des banderilleros, Morenito de Aranda immer in seiner Nähe redete auf ihn ein. Als er den Kampf fortsetzte, war Morenito mit der capa im ruedo, zusammen mit seinen banderilleros.
Gonzalo Caballero wollte nicht in die enfermería. Noch nicht.
Und wer nicht? El Capea, eigentlich als Ältester der director de lidia, stand im burladero, ohne capote und redete mit seiner cuadrilla. Eine absolute Unverschämtheit. Teilnahme- und emotionslos.

Ich sass in der zweiten Reihe, etwas zwei Meter von ihm entfernt und rief ihm zu, ohne lange nachzudenken: "Capea, el director de lidia sin capote en sus manos, mientras está toreando un chaval herido. Que mal compañero eres!!" (Capea, der director de lidia ohne capote in seinen Händen, während ein verletzter Junge mit dem Stier kämpft. Was für ein schlechter Kollege bist du!!!). Er hörte das sehr genau. Aus dem tendido folgten weitere Rufe.
El Capea im callejón
Gonzalo Caballero tötete den Stier und ging in die enfermería. Capea musste nun den letzten toro der corrida töten und da folgte nun das komplette Desaster. Übermannt von Angst und Unfähigkeit, brachte er keinerlei faena zustande. Eine media estocada ohne Effekt, aviso und Capea machte gar nichts. Keine Anstalten eine neue estocada zu versuchen, oder den Degen herauszuziehen. Dies tat dann ein banderillero mit der Hand aus einem burladero

José Antonio Moral, den ich über alles schätz schrieb, dass er so etwas noch nie gesehen habe. Escandaloso! Skandalös! 

Beim verlassen der plaza eine monumentale bronca, auch ich warf mein Sitzkissen, zeigte wild gestikulierend Richtung Ausgang und brüllte: "No vuelvas más! No vuelvas mááás!!" (Komm nicht wieder!!) Puh, keine Ahnung, was da in mich gefahren war. Es musste wohl einfach raus . . .

Vor lauter Ärger vergesse ich beinahe die hervorragende faena von Morenito zu erwähnen. Wirklich hervorragend, obwohl der Stier mehr hergegeben hätte! Da muss man schon beide Ohren bekommen. Immerhin eine weitere oreja de ley.

Freitag

Der Freitag dann ordentlich mit Sonnenschein und No hay billetes. Tendido alto im tendido 5 (sol), ein ordentlicher Platz mit einem sehr netten Sitznachbarn. Die Tage davor hatte ich mir barreras im tendido 6 und 2a barrera gegönnt. Das tendido alto bei einem soliden revendedor für 50 Euro, anstatt für 19 Euro gekauft. Kann man schon mal machen.

Roca Reys confirmación, padrino Sebastián Castella und testigo Alejandro Talavante. Castella ist schon klasse und hat viel echten Torero-Stil. Roca Rey machte erst einmal mit einem grossartigen quite in seinem toro der confirmación nass. Ein guter padrino  der dem Jungen aber ganz klar sagt: das hier ist mein Revier und wir sind ab jetzt Konkurrenten.
Sebastián Castella tritt seinem toro entgegen.
Roca Rey begann die faena á la Castella mit mehreren pases cambiados, mitten im ruedo. Das Publikum war sehr kühl und das tendido 7 aggressiv. Nada.

Castella wieder klasse, begann seine faena eben nicht mit dem cambiado, wie es jeder erwartet hätte, sondern im tercios mit sechs tollen pases estatuarios. Das hat einfach Stil! Er wird nie mein torero sein, aber ich mag seine vergüenza torera und seinen Ethos.
Alejandro Talavante citando de frente
Dann passierte bis zum vierten Stier nicht viel und ich befürchtete schon die vielzitierte tarde de expectación, tarde de decepción. (Bachmittag der Enttäuschung). Doch dann kam ein riesiger, hoher, heller Nuñez del Cuvillo Stier, mit sehr langen Beinen - Talavantes zweiter. Der erwischte den banderillero Juan José Trujillo zweimal, ohne ihn zu verletzten. Eine furchtbare embestida descompuesta y brusca (zornig und ruckartig). Den Kopf immer hin- und verwackelnd, keine gerade Linie. So ging es bestimmt fünf Minuten, nadie daba un duro ... (keiner hätte dafür einen Cent gegeben). Dann eine halbwegs gelungene natural aus dem Nichts. Noch eine, noch eine Bessere. Und ja, das ist Madrid. Plötzlich ein ohrenbetäubendes olé!!! Und noch eine Serie, und noch eine. Borrachera de alegría (Trunken vor Freude). Die waren nicht perfekt, die naturales, wie sollten sie auch? Aber Talavante hatte jeden einzelnen dem Stier abgerungen und seinen Angriff korrigiert. Fulminante estocada, die mich an JT`s letzten Auftritt in Barcelona erinnerte. Bam! Und der Stier bricht nach zehn Sekunden spektakulär zusammen. Grossartig und eine oreja aus Granit und purem Gold.

Dann folgte Roca Reys zweiter toro  aus dem er alles herausholte. Immer spektakulär, nie sauber aber mit enormen Wissen und Können. Und das mit 19, ca. 8 Monate nach der alternativa. Ebenfalls eine spektakuläre estocada al encuentro und dos orejas. Was für ein torero ...
Andres Roca Rey, "Jetzt komme ich!"
Mein Nachbar klopfte mir immer wieder herzlich auf die Schulter und sagte: "Me allegro tanto por Usted!" (Ich freue mich sehr für sie!)

Das war mein kleines San Isidro (vier von dreissig corridas) und si Díos quiera, erwarten mich im Sommer Málaga und Bilbao. Vamos a ver (Schauen wir mal).

Freitag, 20. Mai 2016

Tod am Nachmittag in Peru (2)

Eine Tragödie in Südamerika
Der peruanische Novillero Renatto Motta stirbt an seiner Hornwunde
auf dem Weg in das Krankenhaus
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von Philip de Málaga

Das letzte tercio hatte begonnen. Renatto wirft nach seinem brindis die montera dem empresario zu und seine faena konnte beginnen. Der Tanz vor dem Tod, wie man die Arbeit zwischen muleta und toro im Volksmund poetisch beschreibt. Voller Motivation stellt er sich der Gefahr, einem novillo, 300 Kilo schwer und ein astifino. Einer schmalen wie spitzen Behornung, welches einer gefährlichen Bewaffnung gleicht. Mit stolzer aufrechter Position empfängt der torero den novillo. Ayudado por alto. Einmal, zweimal und dann geschieht es.


Der astifino nimmt den novillero ins Visier, greift ihn an und stösst sein linkes Horn in die obere linke Innenseite des Beins, bis zur Hälfte hinein, welches sofort eine starke Blutung verursachte, was wiederum den traje de luces mit rotem Leuchten durchtränkte. Nur eine einzige cornada, die Renatto verwundete und ihn zu Fall brachte.

Eilig öffnete man das Tor zu den toriles und brachte den Verwundeten in die sichere Zone der chiqueros. Er hinterliess eine grosse Blutlache im Sand des ruedos, welche die Gesichter der Zuschauer mit purem Entsetzen füllte. Der kolumbianische matador Gustavo Zuñiga eilte herbei, kniete sich zu Renatto und drückte sofort die Wunde ab, während sein peruanischer Kollege César Bazán oberhalb der Wunde ein Tourniquet festzurrte. Mehr konnte man hier nicht tun. Kaum zu glauben, aber es gab weder eine enfermería, noch einen Arzt, welcher in der tauromaquia bewandert gewesen sei, und nicht einmal eine Flasche puren Alkohol, um die Wunde zu desinfizieren.

Schnell musste gehandelt werden, denn Renatto benötigte dringend ärztliche Versorgung. Hier in dem 100-Seelendorf gab es nicht mal eine Apotheke. Und das nächste ärztliche Zentrum gab es in dem 116 Kilometer entferntem Küstenort Chala. Ein aficionado stellte unverzüglich wie selbstverständlich seinen Allradwagen zur Verfügung und begleitet vom mozo de espada Juan Carlos Tejada, und einem weiteren aficionado, der sich als Arzt zu erkennen gab, aber sich mit Hornwunden nicht auskannte, begab man sich auf den Weg zur Küste. Auf der Fahrt unterhielt man sich und Renatto Moto war sogar zu Scherzen aufgelegt. Man erreichte die Küste, dann Richtung Süden und man freute sich der Rettung näher zu kommen.

Die Einfahrt nach Chala, mit einer der letzten Ausblicke des toreros aufs Meer.
Nach guten zwei Stunden Fahrt erreichte man die Klinik von Chala. Und sprachlos, begegneten die taurinos dort einer geradezu ohnmächtige Unfähigkeit. Da gab es nur einen einzigen Arzt, und dieser wiederum kannte sich nicht mit Wunden aus, welche durch Hörner der Stiere entstehen. Zu allem Überfluss verfügte die Klinik auch über keine Blutreserven, und so konnte man mit dem schwer verletzten torero nicht einmal eine Bluttransfusion vornehmen.

Also hiess es wieder den Wagen zu besteigen und das 170 Kilometer entfernte Nasca anzupeilen. Enttäuschung macht sich breit, denn nun lagen mindestens drei Stunden Autofahrt vor ihnen und keiner wusste wie das der junge Renatto überstehen konnte.
Doch der Weg war umsonst. Nach einer halben Stunde schon kehrte der Wagen nach Chala zurück. Der novillero Renatto Mota hat seinen vierten Auftritt in der traje de luces nicht mehr überlebt. Sein Traum, seine Illusion sind am astifino gescheitert. Haben ein jähes Ende gefunden.

Und es war nicht der novillo selbst, der es beendete. Zwar war er der Auslöser, ein Handicap, jedoch das Urteil wurde von der peruanischen Infrastruktur der medizinischen Versorgung gefällt. Von der Einsamkeit der Anden. Einer Gefahr, welcher die toreros in diesem Teil der Erde öfters ausgesetzt sind. In Gegenden weit entfernt von der Hauptstadt. Mitten in der Trostlosigkeit setzen sie ihr Leben aufs Spiel. Und so geschah es mit Renatto Motta del Soler, der den Wunsch pflegte ein grosser maestro am Himmel des toreos zu werden. Doch das Schicksal hatte andere Pläne mit ihm.

Peru trauert. Zwar ist Renatto Motta keine figura und, aber in Peru wo die Tradition der tauromaquia in der Gegenwart verankert ist, wie kaum in einem anderen Land, hat man in diesen Tagen spüren können, und auch die weltweite afición, wie wahr, wie wahrhaftig die corrida ist.
Er lebte für das toreo und liebte die toros.
Renatto Motta hat es nun geschafft. Er ist bekannt und sein Mut als torero wird überall in der mundo de los toros anerkannt und bewundert. Standing ovaciónes für einen novillero aus Peru.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Tod am Nachmittag in Peru (1)

Eine Tragödie in Südamerika
Der peruanische Novillero Renatto Motta stirbt an seiner Hornwunde
auf dem Weg in das Krankenhaus
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von Philip de Málaga

Es war ein Tag der mit viel Optimismus begann. Der zwanzigjährige novillero Renatto Motta del Soler schrieb auf seiner Seite in facebook: "Ich bin auf dem Weg nach Malco mit einem cartel welches mir viel Illusion bereitet". Ein Traum, der gleich einer Seifenblase zerplatzte. Eine Fiktion die mit dem Tod endete.

Malco ist eine kleine Gemeinde, mit gerade mal etwas mehr als einhundert Einwohnern, in den Anden von Peru in der südlichen Region Ayacucho. So klein, dass diese Ortschaft nicht mal im Online-Nachschlagewerk Wikipedia zu finden ist. Und zu Ehren des Heiligen San Isidro Labrador wurde hier eine corrida mixta organisiert, mit geradezu internationaler Besetzung. Auf dem cartel standen die matadores de toros Emilio Serna aus Spanien, Gustavo Zuñiga aus Kolumbien, César Bazán "El Yeta" aus Peru und eben der novillero Renato Motta del Soler "Mottito"
Ein sehr internationales cartel in einem kleinen Dorf mit 100 Einwohnern im Süden von Peru:
Emilio Laserna, Gustavo Zuñiga, César Bazán "El Yate" und Renato Motta del Soler
Geboren am 28. Januar 1996 in der peruanischen Hauptstadt Lima, war es für Renatto von seinen jüngsten Tagen an ein Traum torero zu werden. Die Phantasie dazu hatte er, denn er liebte die Schauspielerei und die Magie. Beides was man im toreo findet. Den Zauber, die Faszination, die Darstellung des Lebens in einem ritualen Schauspiel. Und so gehörte sein grosses Herz der Begegnung mit dem toro. Trotz seines ungeeigneten Körperumfangs, denn als kleines Dickerchen gab er nicht gerade die optimale Figur eines angehenden maestros ab.

Renato Motta 2009 in Acho. Der kleine moppelelige  novillero.
Keiner konnte sich vorstellen, dass aus ihm noch mal ein richtiger torero werden könnte
Mit sieben Jahren trat er in die escuela taurina von Acho ein. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er 2008 mit 12 Jahren. Es folgten hier und da ein paar wenige Einsätze, doch dann pausierte er aus gesundheitlichen Gründen für wenige Jahre. Kaum erholt, und an Gewicht verloren, begann er sich wieder vorzubereiten. Ging bei verschiedenen matadores de toros in die Schule, besuchte jeden möglichen concurso oder öffentliche tienta, bis er schliesslich 2014 zu seiner ersten novillada sin picadores kam. In einer plaza portátil in der Provinz Lima erhielt er immerhin ovaciones vom Publikum. Es folgten noch zwei weitere festejos bis es am 17. Mai 2016 zu seinem vierten Auftritt kommen sollte. Das Schicksal nahm seinen Lauf.

Es war eine grosse Chance für ihn, mit richtigen matadores de toros ein cartel zu teilen. Eine wahre oportunidad. Doch der Preis war hoch. Der empresario bot ihm lediglich an, kostenlos anzutreten, welches bedeutete, dass Renatto Motta für alle seine Kosten aufkommen musste, auch für seine cuadrilla. Er selbst würde lediglich ein grosszügiges Trinkgeld erhalten und im Falle eines triumphalen Auftrittes würde man ihm, immerhin, eine neue traje de luces spendieren. Und was tut ein novillero nicht alles um erfolgreich und bekannt zu werden. Und hat nicht gerade am vergangen Freitag in Madrid, dem wichtigsten coso der Welt, der Peruaner Roca Rey triumphieren können. Da wollte er auch hin.

Und dann kam er, sein Moment, sein grosser tarde de toros. Die plaza de toros füllte sich mit 3.000 Zuschauern, welche teilweise aus der Hauptstadt Lima angereist kamen, aber auch Ausländer waren in den tendidos zu sehen.

Die corrida begann sehr vielversprechend für Renatto Motta. Obwohl sein erster novillo complicado war, hatte der novillero das Geschehen unter Kontrolle. Es gelang ihm zu brillieren, die olés hallten über das ruedo und schliesslich wurde seine arte del toreo mit einem oreja belohnt. Vuelta al ruedo.
Vuelta al ruedo
Ein guter Beginn, und es sollte noch besser werden. Denn sein zweiter novillo war viel einfacher im Umgang, weniger complicado und der mögliche Triumph so fühlbar. Renatto dachte an seinen neuen traje de luces und widmete die faena seines zweiten Tieres der empresa. Der Grundstein für einen gelungenen tarde de toros war gelegt. Die puerta grande zum Greifen nah.

Fortsetzung folgt

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ANMERKUNG VON SfA: Das letzte Photo stammt nicht von der corrida mixta in Malco.

Dienstag, 17. Mai 2016

Madrid: Über 100.000 Besucher in der ersten Woche




von Philip de Málaga


Freitag der 13, brachte das erste "volle Haus"
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Nun hat die wichtigste feria taurina der Welt begonnen. San Isidro in der capital taurina Madrid. Die ersten sieben festejos liegen in der Vergangenheit und man kann eine erste Balance des Interesse bei den Zuschauern ziehen. Insgesamt zählte man bis zum Freitag 115.057 zahlende Besucher in den tendidos.
Besucherzahl in Las Ventas nach Tagen.
Das sind durchschnittlich 16.437 Besucher pro corrida. Statistisch gesehen, war somit Las Ventas im Durchschnitt täglich zu 69 Prozent belegt.
Die durchschnittliche Belegung der tendidos in Las Ventas
Den Besucherrekord der ersten Woche gab es am letzten Tag, am Fertig den 13. Mit 23.798 Zuschauern konnte die plaza de toros in der spanischen Hauptstadt ihr erstes No hay billetes präsentieren (SfA hat darüber berichtet: War der König wirklich so königlich?).
Madrid: Die plaza de toros  Las Ventas. (Foto: mundotoro)
Erstaunlich das Ergebnis der einzigen novillada am Montag den 9. Mai. Mit immerhin 17.212 Zuschauern (entspricht einer Belegung von 72,3 Prozent) sassen mehr Besucher in den tendidos als bei den anderen corridas de toros. Ausser eben am Freitag den 13. Das hat mit Sicherheit zum einen damit zu tun, dass die entradas bei novilladas bis zu fünfzig Prozent günstiger sind als bei corridas de toros, aber es zeigt auf der anderen Seite auf, dass sehr Wohl auch ein Interesse am Nachwuchs besteht. Diese Erkenntnis sollte den jungen toreros Mut machen.

Montag, 16. Mai 2016

Waren die Trophäen in Madrid für Roca Rey doch ein wenig übertrieben?


Auf den SfA-Beitrag War der König wirklich so königlich, welcher sich unter anderem auf den Artikel von Antonio Lorca in der spanischen Tageszeitung EL PAÍS bezog, gab es einige Reaktionen. 
Artikel vom 13. Mai 2016: Desvergonzada puerta grande
Der Autor kratzt an der Wahrhaftigkeit der tauromaquia. Macht es wirklich Sinn die mundo de los toros so zu popularisieren, nur um sie zu erhalten, und das um jeden Preis? Gewiss, man will dem politischen Druck und dem antitaurinismo etwas mehr entgegenbringen als bis jetzt. Viel mehr. Und Roca Rey war ja als junger torero keineswegs schlecht. Er hatte Mut bewiesen und das kann man doch durchaus anerkennen. Es ist nicht die Kritik an Roca Rey selbst, er ist ja noch jung, sondern vielmehr die viel zu euphorische Überwertung durch das Publikums in Madrid, welches für ein gewisses Erstaunen sorgt.


Torodora Gorges:
Ich habe Roca Rey noch nicht "life" erlebt. Über Videos vermittelt sich mir nicht das ganz Besondere. Mir kommt er eher vor wie Jung-Siegfried, über-mütig furchtlos, spätadoleszent! Er will es den "Alten" zeigen, zu was ein heldenhafter Jüngling fähig ist - die Autoritäten (oder die Realitäten) verachtend, den Tod verleugnend. - Mein Siegfried-Vergleich drängt sich mir auf, weil ich derzeit zum dritten Mal diesen wunderbaren Frankfurter Wagner-Ring "geniesse". Gestern war Siegfried an der Reihe mit einem herrlichen Sängerdarsteller. 
Der junge Siegfried (Klaus Busch)

Peter aus Marbella:
Roca Rey ist ein japanischer Kamikazetorero, der meint mit seinem riskanten Auftreten den echten aficionado überzeugen zu können. Der Mut ist lediglich der Anfang. Ob er das weiss? Doch um ein guter torero zu werden gehört weitaus mehr dazu. Ein guter Flamencosänger braucht nicht einmal den Mut, aber eine gewisse arte um nach oben zu kommen. Beim torero ist es ähnlich. Auch er benötigt arte, ganz bestimmt!!! und im Gegensatz zum Flamencosänger auch ein wenig Mut. 

Was ich persönlich ebenfalls nicht nachvollziehen kann, wie kommt ein ausländischer torero, er kommt ja aus Peru, so ohne weiteres so mit Lorbeeren beworfen wird? Und das in Madrid, dem wohl anspruchsvollstem Publikum in Sachen toros? Natürlich gab es da einen César Rincón aus Kolumbien, aber der hatte doch mal eine ganz andere Klasse.

Isabel González aus Madrid:
Ich finde den Artikel von Herrn Lorca sehr gut. Er reitet nicht auf der Welle wie die anderen Medien, sondern berichtet so, wie man es von der Zeitung El País erwartet. Sachlich bleibt er beim Thema, auch wenn es vielen aficionados missfallen hat. Persönlich war ich davon enttäuscht dass andere Zeitungen wie ABC, El Mundo es nicht so gesehen haben. 

Mir gefällt, dass auch Du Philip, diese Sichtweise hier mit eingebracht hast. Denn gerade ausländische aficionados von Stierkämpfen neigen zu einer gewissen Einseitigkeit. Einfach deswegen, weil es ihnen an Erfahrung fehlt. An der Nähe zum Thema. Im Allgemeinen habe ich das Gefühl, dass der Mut bei den ausländischen Besuchern an aller erster Stelle steht. Könnte ich da recht haben? 

Ich selbst war auch dort in Las Ventas und habe es gesehen. Klar, Roca Rey war sehr mutig. Zu mutig, sogar waghalsig, vielleicht auch verrückt, und genau das missfiel mir. Es erinnert mich daran, als ich vor vielen Jahren José Tomás gesehen habe. Auch er neigte dazu, sich zu sehr in Gefahr zu begeben. Aber aus ihm ist etwas geworden. Vielleicht haben wir ja bei dem jungen Mann aus Peru dieselbe Hoffnung. Es würde mich freuen. Für ihn und die toros.

Sonntag, 15. Mai 2016

War der König wirklich so königlich?





von Philip de Málaga


Madrid: Roca Rey öffnet die puerta grande
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Keine Frage, es war eine tarde de toros inolvidable. Unvergesslich. Ein königlicher Tod am Nachmittag in Las Ventas von Madrid. Zum einen, weil das spanische Königshaus mit Don Juan Carlos und Prinzessin Doña Elena präsent war, und auch weil sich die 23.798 Zuschauer fassende plaza de toros komplett hasta la bandera füllte. No hay billetes in der capital del toreo! Ein gutes Fundament für eine corrida buena, die Stimmung war gut, und das Publikum in den tendidos erwartete voller Freude die beide figuras importantes Sebastián Castella (triunfador von San Isidro 2015) und Alejandro Talavante, welche die alternativa des jungen matadores de toros Roca Rey in der spanischen Hauptstadt mit ein confirmación bestätigen sollten und es auch taten.
Die matadores de toros Sebastián Castella, Alejandro Talavante und Roca Rey.
Noch etwas fällt einem zu diesem cartel ein. Es zeigt auf, wie international die tauromaquia ist. Bei der confirmación war der padrino ein Franzose, der testigo ein Spanier und der Neuling kam aus Peru. Das festejo taurino konnte beginnen und viele waren von dem Ergebnis, dem Erlebten begeistert. Sei es die spanische Fachpresse, zahlreiche Medien und auch den deutschen aficionados schien es zu gefallen. War es wirklich so? Haben alle es so gesehen? Werfen wir einen Blick auf das Geschehene.
Königlicher Besuch in Las Ventas: Don Juan Carlos und Doña Elena
Und was bekam das Publikum zu sehen. Zunächst einmal eine ovación für die confirmación und dann folgten drei silencios. Ein Grund zur emotionalen Welle? Wohl kaum. Gut, kann passieren, wenn die anderen noch verbliebenen zwei toros mehr zulassen und die toreros dementsprechend agieren. Nun die toros waren schwierig, machten die lidia nicht gerade einfach. Doch die Erfahrung des "hombres" Alejandro Talavante brachte die erste emoción in die tendidos und belohnt ihn mit einem oreja. Der tarde war gerettet, wenigstens etwas, aber es sollte noch besser werden.


Und wie bei einer jeden corrida, stets hofft das Publikum auf den letzten toro. Und es kam, was man erwartet, erhofft hatte. So beschrieb es die spanische Tageszeitung EL MUNDO, es kam das peruanische Erdbeben. Und wieder machte es der toro dem 19-jährigen "Niño" Roca Rey nicht einfach. Doch der junge torero aus Peru stellte sich im furchtlos entgegen. Eine quite und fünf gaoneras liessen die Herzen der aficionados erfreuen. Das könnte etwas werden. Die faena begann, der brindis gehörte dem Publikum, und alle fieberten mit ihm. Und gleich zu Beginn hielten alle die Luft an, passierte der toro den Rey dermassen knapp am Rücken, man sah ihn schon zu Boden geschleudert. Ein Aufschrei in den tendidos. Der toro visierte öfters den König an (Rey heisst übersetzt König), fand ihn spannender als den engaño. Aber "El Niño" stand seinen Mann, liess sich dadurch nicht beeindrucken, nahm sein Herz in die Hand, führte die muleta, die Emotionen brodelten, und alles ganz dicht am Stier. Gänsehaut in den Rängen, so etwas bekam man in Las Ventas schon seit längerem nicht mehr zu sehen. Da riskiert ein matador alles um beim Publikum anzukommen. Wie heisst es? Jugarse la cornada, so nah am toro zu stehen, um Gefahr zu laufen, von diesem erwischt zu werden um mit einer cornada abgestraft zu werden. Se juega la vida, er spielt mit dem Leben. Puerta grande o enfermería, Triumph oder Niederlage, nur noch darum ging es. Und beim Publikum kam es an. Estocada, muerte del toro und dann stehende Ovationen auf vibrierenden Tribünen. Las Ventas droht auseinander zu brechen und der junge Mann aus Peru wird mit dos orejas und dem triumphalen Auszug durch die puerta grande belohnt.

Die Prämie für einen mutigen torero.
Beginnt so ein Traum langsam in Erfüllung zu gehen? EL MUNDO sieht hier den Mut eines Rocas und den Glauben einer figura für die Zukunft. Andere sehen es genauso. Alle scheinen sich einig zu sein. Alle? Sind es wirklich alle? Da konnte man zum Beispiel in der grössten Tageszeitung Spaniens EL PAÍS (und die kann man wirklich nicht mit der deutschen BILD vergleichen) folgendes lesen:


Weiter heisst es: 
Die dos orejas mit denen der junge Roca Rey ausgezeichnet worden ist, sind absolut übertrieben, typisch für diese Epoche der unbegrenzten Grosszügigkeit, wenn ein torero einem schwierigen toro einige Manöver abverlangen kann. Der torero aus Peru ist übermutig, der in der Lage ist, sich harmlos einer cornada entgegenzustellen und dieses in die tendidos überträgt; aber torear, so wie man es sagt torear de verdad, ist ihm eigentlich bis jetzt noch nicht so richtig gelungen. Er weiss sehr wohl seine technischen und artistischen Mängel durch auffälligen Wagemut zu ersetzen, von dem Moment an wo der toro kommt bis hin zum arrastre. Und darin liegt sein Leistung. Natürlich, aber sicher. Jedoch von diesem Punkt an bis zur puerta grande, das ist noch ein langer Weg.
Der Autor kritisiert aber nicht nur Roca Rey sondern die corrida in ihrer Gesamtheit, toros, toreros  wie die empresa sich ein wenig lächerlich präsentierten. Dem Betrachter wurde einfach nur etwas vorgespielt, was es nicht sei. Wo figuras antreten, da könne man auch etwas erwarten, bzw. müssen die Verantwortlichen auch etwas bieten. Und nicht nur Show. 

Andere Medien hielten sich da etwas zurück. In EL MUNDO deuten sie lediglich an, dass das zweite oreja wohl ein wenig übertrieben gewesen sei. Auch die grösste Mediengruppe Vocento mit ihren grossen Tageszeitungen ABC oder DiarioSur (Málaga) verhält sich ebenfalls neutral, fragt aber an, wo denn bei so vielem peruanischem Erfolg der ebenfalls aus Peru stammende Nobelpreisträger der Literatur und aficionado de torosMario Vargas Llosa denn gewesen sei? Denn schliesslich sei er nicht nur ein grosser Befürworter sondern auch ein aktiver Verteidiger der fiesta nacional.
Er wurde vermisst: Der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa
Und mit der Verteidigung der toros sind wir beim letzten Punkt. In einem Kommentar im Internetportal Aplausos konnte man dazu folgendes lesen:
Solange es den toro bravo und Männer wie Talavante und Roca Rey gibt, weder alle antitaurinos der Welt, weder die Politiker antitaurinos, noch überhaupt jemand könnte diese fiesta verbieten, denn so gross und wahrhaftig wie sie, gibt es keine andere.
Wie man es auch immer sehen mag, es war ein grosser tarde de toros, der zahlreichen aficionados viel Freude bereitet hatte. Aber deswegen sollten wir uns hüten, voller Blindheit zu beginnen, die fiesta de los toros zu einseitig zu sehen, sie mit falschen oder ungerechtfertigten Emotionen hoch zu jubeln, aber genauso sollte man sich an einer corrida erfreuen können, wo einfach nur der bewundernswerte Mut eines jungen Mannes die Gemüter in den tendidos erhitzen konnte. Die fiesta hat eben viele Facetten, und auch an so vielen wie möglich sollten wir unsere Freude haben können.