Montag, 11. Juli 2016

Un toro mata a Víctor Barrio

Wenn der Tod zur Realität wird
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von Adrian Neville aus Nürnberg


Nun ist es also passiert: seit 1985 ist erstmals wieder ein matador in einer spanischen Plaza deToros von einem Stier getötet worden!


Die Feria de Teruel ist klein aber fein und in den letzten Jahren habe ich die cartels immer wieder mit Interesse verfolgt. Auch gestern Abend warf ich um kurz vor 19:00 Uhr einen Blick auf das Portal von aplausos.es und sah die interessante corrida, die gleich losgehen sollte: Toros de Los Manos y Ana Romero für Curro Díaz, Morenito de Aranda und Víctor Barrio.


Ich war zum Essen verabredet und verliess das Haus - war besonders gespannt, wie viele Zuschauer dieses cartel anlocken würde. Keine figuras, aber sehr gute toreros.

Als ich zwei Stunden später nach Hause kam und in ́s Internet schaute, war ich wie vom Donner gerührt:
Diese Schlagzeile war und ist für mich bis jetzt komplett surreal! Es ist tatsächlich passiert - nach 31 Jahren.

Ich erinnere mich noch, als ich als kleiner Junge mit meinen Eltern von Conil de la Frontera, unserer Lieblingsdestination am 31.8.1985 mit dem Mietwagen einen Ausflug nach Sevilla machte. Wir liefen durch die Calle Sierpes und mir fielen im Vorbeilaufen die Schlagzeilen in den Kiosken auf: "Un toro mata al Yiyo"! Am Vorabend hatte der toro "Burlero" aus der Zucht von Marcos Núnez den 21-jährigen José Cubero "El Yiyo" in der plaza von Colmenar Viejo getötet. Die ABC vom jenem Tag habe ich noch.
1985: Die cornada mortal von El Yiyo
Ich kannte El Yiyo aus den Aplausos, die mir mein Vater jeden Sommer im Urlaub kaufte und war sehr betroffen. Am Abend traf sich das ganze Hotel in der Lobby, um in den Nachrichten die Amateuraufnahmen der cornada zu sehen. Kellner, Deutsche und spanische Hotelgäste, der Hotelchef, alle waren schockiert...

Seitdem frage ich mich vor jeder temporada zumindest kurz: wird es dieses Jahr ein tödliches Opfer geben ... ?

Jedes Jahr gibt es schwere Verletzungen, 1992 wurden gleich zwei banderilleros getötet. Man erinnert sich mit Grauen an Aparicios entsetzliche cornada und an die Fürchterliche von Padilla. Erst vor wenigen Tagen wurde Manuel Escribano beinahe von einem Stier getötet. El Pana starb vor einem Monat in Mexiko an den Folgen einer cogida.

Die cornada von Víctor Barrio am Samstag, war der von El Yiyo sehr ähnlich und absolut tödlich. Kein Arzt der Welt kann einen retten. Víctor Barrio starb im Sand von Teruel. Man sieht es auf den schlimmen Aufnahmen und die banderilleros, die ihn hochhoben, um ihn in die enfermería zu bringen sagten, daß sie gleich merkten, dass er tot war. Der matador lag im Sand und der Stier bohrte das Horn seitlich durch den Brustkorb, direkt in ́s Herz. Ähnlich, wie auch die brachiale cornada von Manolo Montoliú 1992 in Sevilla: eine absolut tödliche Verletzung.
Víctor Barrio im Sand
Letztlich ist Víctor Barrio der erste tote matador unserer "modernen Zeit" der Smartphones, des Internet und Twitter. Die corrida kam live im Fernsehen und die Nachricht ging in Sekunden um die Welt. Toreros, wie Juli, Perera und Roca Rey, die gestern gemeinsam auftraten, machten keine salida en hombros, aus Respekt vor dem toten Kollegen. Gestern Abend sah ich bereits die tödliche cornada im Netz... Ich habe schlecht geschlafen und bin immer wieder wach geworden, mit dem Satz, der mich seit meiner Kindheit begleitet: "Un toro mata a..." Víctor Barrio. Ist es wahr? Ist das gestern wirklich passiert? Ja, es ist wahr.

Ich habe ihn zweimal in Madrid gesehen: Einmal als novillero und einmal als matador  Seine Frau, sein Vater und viele Anhänger waren gestern in Teruel, um ihren matador bei einem seiner wenigen Auftritte (der Dritte der Saison) zu unterstützen.

Víctor Barrio que descanse en paz ... Mi más sendtido pésame a su familia y a sus queridos!
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Eine Fussnote, die eigentlich keine sein möchte bzw. schon gar nicht ein eigener Eintrag:


Der gestrige Tod von Víctor Barrio hat auf sämtlichen Internetkanälen (FB, YouTube, Twitter etc.) wieder einmal das Übelste, Ekelerregendste und Schockierendste der Menschheit herausgekehrt: unzählige Schmähungen, Beifallsbekundungen und Unaussprechliches, nicht wiederholbares - das gebietet der Anstand. Diese Individuen, die sich "Tierschützer" nennen haben den selben Duktus, wie die schlimmsten Nazischergen: Du bist anders, als ich - ich hasse dich und will dich tot sehen. Ich will dich und deine ganze Familie vernichten, weil ich hasse, was du tust. Hier manifestiert sich auf ́s Übelste, welch Geistes Kind diese faschistoiden Fanatiker sind. Es ist widerlich und schändlich und entlarvt immerhin diese Personen, als das, was sie sind: menschenverachtende, totalitäre Faschisten, die keine Sekunde zögern würden, jemanden der "ihrer Sache" im Weg ist, zu töten. 

Sonntag, 10. Juli 2016

Schwarzer Samstag: Zweiter Todesfall durch einen Stier in Spanien




von Philip de Málaga


Bei einem populärem Stierfest in der Region Valencia,
erliegt ein junger Mann an seiner Verletzung
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Es geschah in den frühen Morgenstunden des Samstags, als bei einem bous al carrer in der 8.000 Seelengemeinde Pedreguer (Valencia) ein 1987 geborener Einwohner den Verletzungen einer cornada erliegt. Bei diesem festejo popular wollte der junge Mann zwei unbeholfenen ausländischen Mädchen helfen und sie auffordern die doch gefährliche Strasse zu verlassen. Doch als er selbst durch die schmale Öffnung sich in Sicherheit begeben wollte, wurde er von einem toro ins Visier genommen und nach oben geschleudert. Dabei drang das Horn des reses tief in seine Brust ein und durchbohrte die Lunge.
Den Weg in den rettenden Seiteneingang konnte er nicht mehr erreichen.
Die cornada war gewaltig. Die Sanitäter vom Roten Kreuz waren sofort zur Stelle, brachten den Verletzten zügig zur Ambulanz und dann in das Hospital, welches er zwar noch lebend erreichte, aber die Ärzte konnten nichts mehr unternehmen um ihn zu retten.

Welch ein Kuriosum. An einem Samstag sterben an einer cornada, wo das Horn die Lunge durchbohrte, gleich zwei Personen, welche auch im selben Jahr, 1987, geboren sind. Beide erliegen ihrer Verletzung ca. eine Stunde nach der cornada.

Schon im letzten Jahr kam hier in dieser Gemeinde beim festejo popular ein 34-jähriger Franzose ums Leben. Ob in der plaza de toros bei einer corrida, oder in der Strasse bei einem festejo popular die toros sind gefährlich. Wer daran teilnimmt riskiert jedes Mal immer wieder sein Leben. Das sollte sich ein jeder bewusst sein. Dieser Samstag hat es mal wieder in seiner ganzen Grausamkeit aufgezeigt.
Er wollte helfen und zahlte mit seinem Leben
(1987 - 2016)

Samstag, 9. Juli 2016

Víctor Barrio stirbt beim Stierkampf in Teruel




von Philip de Málaga


Der 29-jährige matador stirbt bei einer corrida in Aragón
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Obwohl sich alle Augen auf Pamplona richten, ist die mundo taurino schockiert von der schlechten Nachricht aus Aragón. Bei einer corrida de toros wurde der 29 Jahre junge matador de toros Víctor Barrio von einem toro der ganadería Los Maños getötet. Voller Illusion fuhr der torero, 1987 in Segovia geboren, nach Teruel um sein drittes festejo in dieser temporada zu bestreiten. Doch sein Schicksal hatte andere Pläne. Um zwölf Uhr Mittages fiel beim sorteo das Los für ihn auf Lorenzo, der ein Gewicht von 529 Kilo mit auf die Waage brachte.

Lorenzo war sein erster toro  Und er begann seine faena überzeugend, bis er die muleta zur anderen Hand wechselte. Das linke Horn von Lorenzo erwischte ihn und beförderte den torero in den Sand des ruedos
Dort blieb der maestro aus Segovia regungslos liegen, während der toro ihn weiterhin attackierte. Die banderilleros eilten herbei, und es kostete sie Lorenzo von dem unbeweglich liegenden Víctor Barrio zu trennen.
Das Horn ist in die Brust des lidiadores eingedrungen und hatte die Lunge durchbohrt. Die banderilleros nahmen den verletzten matador auf, und mit Hilfe des matadores de toros Morenito de Aranda trugen sie ihn in die enfermería. Dramatische Momente und die banderilleros erkannten die Situation. Panik ergriff sie, denn sie spürten den Tod. Leblos hing der Kopf am Körper des toreros und aus einem grossen Loch in der Brust floss das Blut in Strömen. 
In der enfermería scheiterte jeder Versuch, den Blutfluss zu stoppen, den Körper zu stabilisieren, ihn für den Transport ins Hospital vorzubereiten. Um 20:25 Uhr bescheinigte Dra. Ana Utrillas den Tod des matadores de toros Víctor Barrio.

Weinende Gesichter, Hände vor den Köpfen, die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die corrida wird suspendiert. Tränen der Traurigkeit vermischten sich mit Tropfen der Wut. Der Ohnmacht nahe, viele konnten es nicht fassen. Alles ging so schnell. Eine Stunde nach der cornada ist der maestro verstorben.
Hochmotiviert begann Victor Barrio mit einer a porta gayola
In aller Ruhe vollführte er seine suertes
Einer der letzten derechazos seines Lebens.
Nur wenige Sekunden später wechselt er die muleta in die andere Hand,
 um die klassischen naturales in die Wege zu leiten.
Der Weg des Todes nimmt seinen Lauf.


Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat auf Twitter seinen Beileid zum Ausdruck gebracht: "Mein Beileid an die Familie und Gefährten von Víctor Barrio, dem an diesem Nachmittag verstorbenen torero. Er möge in Frieden ruhen."


Víctor Barrio (1987 - 2016)

Donnerstag, 7. Juli 2016

Historischer Rekord: 2015 so viele populäre Stierfeste wie noch nie




von Philip de Málaga


Im letzten Jahr gab es in Spanien 18.361 festejos mit Stieren
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Pünktlich zum bekanntesten festejos taurino der Welt, dem San Fermín in Pamplona, veröffentlichte die nationale Vereinigung der Organisationen von Stierkampfveranstaltungen, A.N.O.E.T., die jüngsten Statistiken für das Jahr 2015. Demzufolge wurden in Spanien im vergangenen Jahre 18.361 espectáculos taurinos veranstaltet. Im Vergleich zum Vorjahr eine weitere Steigerung von 1,9 Prozent.
Dei Entwicklung aller Stierkampfveranstaltungen in Spanien
Bis 2009 befand sich die Anzahl der festejos taurinos in Spanien im Freien Fall. Jedoch nie unter 15.000 Veranstaltungen pro Jahr. Seit 2014 erfreuen sich nun die espectáculos mit den toros grösster Beliebtheit.
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In den letzten zwei Jahren 
hat die Anzahl der Stierkampfveranstaltungen
um 15,7 Prozent zugenommen!
Und da sagt man,
das Interesse an den Stieren hätte abgenommen.
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Dabei hält die Anzahl der festejos populares mit 16.626 ganze 91 Prozent. In den letzten zwei Jahren entspricht dies einer Steigerungsrate von 16 Prozent! Das diese espectáculos so zunahmen, lässt sich zum einen mit dem steigenden Interesse eines jungen Publikums erklären und mit dem Umstand, dass eine richtige corrida de toros, selbst eine novillada zu organisieren entschieden teurer ist.

Der grösste Teil jener festejos populares findet mit knapp 50 Prozent in der Region von Valencia statt. In jener Zone ist dass taurinische Interesse auch gut vertreten. Die an die 9.000 lokalen peñas taurinas werden durch die Unión Taurina de la Comunidad Valencia vertreten. Somit lässt sich der Erfolg erklären, wieso es in Valencia an die 8.500 festejos populares gegeben hat.
Beliebt wie noch die: Die festejos populares
Und so lässt es sich erklären, dass die Anzahl der corridas (corrida de toros, novilladas, rejoneos, corridas mixtas und corridas de beneficencia) um 9,2 Prozent zurückgegangen ist. Überhaupt nimmt die Zahl der corridas seit 2007 kontinuierlich ab (ausser in 2014). In 8 Jahren ganze 53 Prozent! Also mehr als die Hälfte. Wobei es sich seit 2012 in etwa die Waage hält obwohl es 2015 einen historischen Tiefpunkt erreicht hat. Die corridas sind für die empresarios, die öffentlichen Einrichtungen wie Rathäuser und Kreistage, und für die aficionados, die es ja letztendlich finanzieren, in Zeiten der Krise einfach zu teuer. Aber das Interesse ist da. Denn zwar waren es im letzten Jahr weniger Veranstaltungen, aber sie registrierten doch mehr Zuschauer als im Vorjahr.
Die corridas seit 2007 im Rückgang.
Trotz der wirtschaftlichen Rezensionen scheint sich die tauromaquia stabilisiert zu haben. Vor allem die Städte mit ihren ferias taurinas, welche die plaza de toros der ersten und auch zweiten categoría füllen. Nicht immer haben sie sich dabei an die Vorgaben gehalten, vor allem aber deswegen, um den aficionados näher zu kommen und die Zahl der abonos zu erhöhen. So befindet sich diese Branche im Umbruch, wo die Quantität verringert wird, man mehr Wert auf die Qualität legt und die entradas wiederum um einiges günstiger anbieten kann. Das Konzept scheint in nicht wenigen cosos sehr gut aufgenommen und umgesetzt zu werden.

Die mundo de los toros befindet sich wieder im Aufwind. Während sich die klassischen corridas de toros gerade in einer Phase der Neugeburt befinden, erleben die festejos populares einen wahrhaftigen Boom. Vor allem junge Leute strömen zu diesen eventos, wie encierros oder capeas, wohl auch deswegen weil der Eintritt meistens frei ist. Diesen Trend konnten weder antitaurinos, noch Politiker mit ihren ewigen Attacken gegen die mundo taurino nicht stoppen.

Den grössten Zuwachs an festejos taurinos gab es mit 8,6 Prozent im Baskenland. gefolgt von Navarra (Pamplona) mit 5 Prozent, und schliesslich die Region Valencia mit 4,5 Prozent.

Mar Gutiérrez, technische Assistentin der A.N.O.E.T. welche für die jüngsten statistischen Erfassungen verantwortlich ist, sagte dazu: "Die taurinischen Aktivitäten umfassen alle festejos, wo der toro im Mittelpunkt steht. Die tauromaquia, welche aus den Dörfern hervorgeht, sind die festejos populares. Und jede Region zelebriert diese auf ihre eine eigene Weise, betont dabei ihre eigene Wertigkeit, ihren Reichtum, mit einer grossen Verwurzelung zum spanischen Volk".
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"Insgesamt wurden in Spanien im letzten Jahr mehr als 18.000 festejos taurinos organisiert, ein erdrückende Zahl für alle diejenigen, welche von einem Verfall, einem Ende der fiesta sprechen."
Mar Gutiérrez
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Und jetzt redet die ganze Welt von Pamplona. Eine Stadt mit 200.000 Einwohnern, welche während  der 205 Stunden Sanfermines ihre Bevölkerung verfünffacht. An die 80 Millionen Zuschauer verfolgen die morgendlichen encierros live auf dem Bildschirm, weltweit. Und während dieser Tage werden in Pamplona mindestens 140 Millionen Euro umgesetzt. Zahlen, die einfach nur die Wahrheit sprechen. Da werden die weniger als 100 antitaurinos eher, gleich einem zusätzlichen encierro, als eine unterhaltsame Randerscheinung in einer Statistenrolle zur Kenntnis genommen.

Mittwoch, 6. Juli 2016

TVE Internacional überträgt live die morgendlichen Stiertreiben aus Pamplona


Man rechnet wieder mit 80 Millionen Zuschauer auf RTVE weltweit
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Keine Frage, das wird die weltweite afición a los toros sehr erfreuen. Der staatliche Fernsehsender RTVE überträgt erneut alle encierros in Pamplona live auf TVE 1 und TVE Internacional. Jeden Morgen, ab dem 7. Juli,  von 7:15 bis 8:30 kann man in Pamplona dabei sein. Live. So kommt es, dass die encierros bis hin nach Russland und China zu sehen sind. Sogar in Ländern wie Israel, Libanon, Syrien, Irak und Iran, oder in den arabischen Ländern sowie in Afrika. Rund achtzig Millionen Zuschauer zieht Pamplona in den frühen Morgenstunden in den Bann. Natürlich an die dortigen Zeitumstände angepasst: In China sieht man das encierro um 14:00 Uhr Ortszeit und an der Westküste der Vereinigten Staaten zur Nachtstunde gegen 23:00 Uhr.
Auf der Strecke von 875 Metern sind 25 Kilometer Kabel verlegt worden, stehen 25 Kameras und eine schwebende Kamera über dem Geschehen. Als Neuheit diesmal ein elektronisches Shirt, welches während des encierros alle Daten des Läufers, wie Blutdruck, Puls, Geschwindigkeit, gerannte Strecke, Kalorienverbrauch und weitere Werte festhält.
Wer nicht die Möglichkeit hat, diese Liveübertragung per TV zu empfangen, kann die encierros auch online über den Livestream bei rtve: San Fermín 2016 en directo verfolgen.

Schon heute ab 11:00 am Vormittag ist das staatliche Fernsehen bei der Eröffnung, dem bekannten chupinazo dabei.
Auch wenn für die Sicherheit von Jahr zu Jahr mehr getan wird, das encierro in Pamplona ist und bleibt ein gefährliches Unterfangen. Statistisch gesehen überlebt alle sieben Jahre ein Läufer das encierro nicht. Und seit 1910 hat San Fermín mit seinen Stierläufen 16 Menschen das Leben gekostet. Fast alles Spanier, davon sechs aus Pamplona selbst. Aber auch ein Amerikaner (1995) und ein Mexikaner (1935). Seit dem letzten Todesfall sind nun schon acht Jahre vergangen. Es bleibt zu hoffen, dass es weiterhin "Kein Tod am Vormittag"gibt.

Und bevor das encierro beginnt stehen sie da, die Hände in Richtung des Schutzheiligen San Fermín gerichtet. Drei Mal lassen sie es ertönen, bevor die toros den Weg zur plaza de toros erobern:
"San Fermín, wir bitten dich,
sei unser Schutzpatron,
führe uns in diesem encierro
und gibt uns deinen Segen."



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So können Sie TVE Internacional empfangen:

Satellit: Astra 19.2° Ost
Position: 19.2 E
Transponder: 28
Transponder ID: 1.028
Netzwerk ID: 1
Art: DVB-S
Modulation: QPSK
DVB Roll: 0.35
Frequenz: 11.626 MHz
Polarisation: Vertikal
Symbolrate: 22.000 kSym/s
FEC: 5/6

Der Weg des encierros:

Dienstag, 5. Juli 2016

Pamplona: 85 bis zu 450 Euro, um nur weniger als eine Minute die Stiere laufen zu sehen

Die Stiertreiben in Pamplona auf einem Balkon zu verfolgen,
kostet während der ganzen Fiesta 645 bis zu 3.150 Euro
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Am 6. Juli geht es wieder los. Der Geburtstort für die internationale afición a los toros, durch die Bücher von dem amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway (1927 und 1932), gibt ihr jährliches Stell-Dich-ein. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt verfolgen die encierros, wenn die toros durch die Strassen von Pamplona eine Woche lang um acht Uhr in der Früh zur Plaza de Toros getrieben werden. Oder besser gesagt, sich die Menschen treiben lassen.
Mehrere Kameras übertragen dieses evento live im spanischen Fernsehen TVE 2, und in Aufzeichnungen werden mehrmals am Tage die dramatischen, unfallreichen, vielleicht sogar todbringenden Szenen, oft auch in Zeitlupe wiederholt.
Und viele wollen auch mal mit von der Partie sein. Nicht unbedingt als Läufer, als Flüchtling vor den toros, sondern sich an dem encierro so erfreuen können. Aber das ist es leichter gesagt als getan. Denn die schmale Strasse zum coso lässt keinen Raum für Tribünen. So ist man darauf angewiesen auf den schmalen Balkons der Anlieger zurückzugreifen. Das ist kein billiges Vergnügen, denn die Bevölkerung von Pamplona hat dort ein Geschäft entdeckt. Balkon allein gibt es schon mal nicht. Dieser werden angeboten mit einem Drink und Tapas, einem Frühstücksbüffet, Kaffee und Kuchen bis hin zum auserlesenen V.I.P.-Service.
Durchschnittlich liegen die Preise pro Person und encierro zwischen 85 und 150 Euro. Wer früh sucht, findet einen kleinen nicht so besonderen Balkonplatz für weniger. Wer es nobel mag mit viel Service und ein wenig Luxus muss schon an die 450 Euro pro Tag und Person hinlegen. Möchte man alle encierros verfolgen, muss man nicht nur jede Nacht durchfeiern oder früh aufstehen, sondern die stolze Summe von 645 bis zu 3.150 Euro aufbringen. 

Und wohlgemerkt. So ein encierro ist schnell vorbei, passieren doch die toros die Stelle in wenigen Sekunden. Meistens sieht man nicht mal eine Minute lang die Stiere laufen.
Alternativ gibt es auch einige Hotels welche zur Unterkunft auch Balkone bei den encierros anbieten. Von etwas günstigeren Drei-Sterne-Hotels Albert und Ekai bis zu den Vier-Sterne-Unterkünften Marriott, Reina de Navarra und Tres Reyes. Die Preise für ein Doppelzimmer pro Nacht pendeln hier zwischen 310 und 800 Euro. Aber alle Hotels sind zwischenzeitlich komplett ausgebucht.

Montag, 4. Juli 2016

Der Blick der Stieres




von Henry de Montherlant


Im Jahr 1925 lernte der französische Schriftsteller Henry de Montherlant (1895 - 1972) den spanischen matador de toros Juan Belmonte (1892 - 1962) kennen. Obwohl das erste Treffen zwischen Poet und torero nicht gerade von Freundlichkeit geprägt war, war es von entscheidender Bedeutung für die literarische Entwicklung des Schriftstellers. Da war die Faszination für das andalusische campo, die meisterliche Leistung des diestros aus Triana in Sevilla, die kraftvollen wie intensiven Momente der tauromaquia, und Montherlant fand heraus, dass es erstrebenswert war die Psychologie des toreros zu erforschen, denn dies sei genauso wichtig wie die Kunst. 


Henry de Montherlant (1895 - 1972)

"Ist nicht 
das göttlichste Meisterwerk der Kunst
geistlos neben einem jeden toro bravo,
welcher einem 
ungehindert gegenüber steht
und einem mit seinem Blick
geradezu anglüht?"

Sonntag, 3. Juli 2016

Kunst im mehrfachen Sinne

 von Philip de Málaga


Der Torero Luis Francisco Espla im französischen Arles
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Der matador de toros Luis Francisco Espla, im August 1957 in Alicante geboren, bereitet seine einmalige reaparición im französischen Arles vor. Sieben Jahre nach seinem Abschied in Las Ventas von der mundo de los toros, mit seiner unvergesslichen faena mit dem toro Beato von der ganadería Victoriano del Río, betritt die mittlerweile sechzigjährige figura für nur einen tarde de toros wieder den roten Staub eines ruedos. Angekündigt ist für den 10. September 2016 eine corrida goyesca mit den maestros Luis Francisco Espla, dem Boheme aus Sevilla Morante de la Puebla und dem Lokalmatador Juan Bautista. Die toros kommen von der ganadería Zalduendo.
Luis Francisco EsplaMorante de la Puebla und Juan Bautista 
Eigentlich müsste dieser Beitrag zwei Logos aufweisen. Denn der Künstler tut es hier auf zweifache, gar dreifache Weise. Zum einen tritt Luis Francisco Espla als Künstler der arte del toreo an und zum anderen hat er selbst das cartel taurino zur feria im September selbst entworfen.

Raub der Europa, Tizian um 1560
Mehr goyesca auf dem cartel geht wirklich nicht. Der torero und artista erklärte dazu: "Goyas Maja ist die unverfälschte und echte Darstellung von dem, was wir als goyesco bezeichnen können. Die Bestimmung von diesem Ideogramm ist so eindeutig zu verstehen, wo sogar jede Art von Bekleidung überflüssig scheint. Aber die Absicht von diesem cartel geht weit darüber hinaus. In Bezug auf die mythologischen Aspekte war es erforderlich, die Zuneigung aus Arles mit diesem evento goyesco zu verbinden. Mit der Entführung der Europa durch Zeus, hatte ich keine Zweifel daran, Arles wieder in einen toro zu konvertieren; diesmal bravo, mit den übereinstimmenden Eigenschaften der Camargue. Und es ist schon kurios: Morphologisch so ähnlich wie die toros in Goyas tauromaquia. Die Farbe konnte keine andere sein: Blau; eine Anspielung auf die Feuchtigkeit welche einen umgibt.  Nun, da bleibt nach der vollbrachten Entführung mit freudiger Zustimmung die goyesca ... ein weiteres Jahr in Arles."

Bei so viel Worten der arte, versteht es sich von selbst, dem Künstler auch die Gestaltung der plaza de toros zu überlassen. Man kann gespannt sein, welchen mythologischen Flair Luis Francisco Espla von Europa und dem Stier, mit der Hilfe von Francisco José de Goya y Lucientes hier im ruedo von Arenas de Arlés schaffen wird. 
Arenas de Arlés mit Platz für 14.000 Zuschauer
Der Violinist Paco Montalvo
Mehr noch, der maestro aus Alicante wählt auch die Musik. So wird statt der klassischen banda taurina der bekannte andalusische Violinist Paco Montalvo aufspielen. Der 1992 in Córdoba geborene Musiker, gab am 24. April 2011, also mit schon 18 Jahren, in der Carnegie Hall in New York sein Debut. Standing Ovations waren sein Erfolg. Und nun folgt sein Debut mit den toros in Arles. Auch hier darf man gespannt sein, wie es Montalvo gelingen wird, seine interpretatorische Reife, mit der mundo de los toros zu verbinden. Das Gleiten der muleta wird begleitet vom Klang der Violine. Die Zartheit, die Eleganz, die Harmonie. Ein neuer duende für die afición a los toros in den tendidos.

Luis Francisco Espla verbrachte viele Monate damit, diesen evento vorzubereiten. Mit Herz, Seele und Verstand studierte er zahlreiche Handbücher der Alchimie, vertiefte sich in die Literatur, tauchte ein in dieses faszinierende Thema und alle können davon ausgehen, dass man in Frankreich eine corrida goyesca geboten bekommen wird, wie man sie noch nie gesehen hat. Mehr goyesco wird wohl auch nicht möglich sein.
Luis Francisco Espla
Die tauromaquia zeigt wieder einmal, mit ihrer vielfältigen Darstellung ihre künstlerische Daseinsberechtigung, begonnen bei der Ankündigung mit dem cartel taurino, über das Szenarium im coso und die arte de lidiar bis hin zur música.  Es ist keine Frage. Toros und arte, das gehört zusammen. Die arte del toreo, die tauromaquia im Allgemeinen pflegt ein leidenschaftliches, intensives, romantisches wie dramatisches Verhältnis zur Kunst der Vergangenheit, der Gegenwart bis hin in alle Zukunft.

Aber eine kleine Frage stellt sich doch noch zum Ende. Wieso zieht es eigentlich die figuras importantes, wie unter anderem Joselito, José Tomás oder jetzt Luis Francisco Espla für eine reaparición immer wieder nach Frankreich um mit geradezu spektakulären festejos taurinos die mundo de los toros zu ehren?
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Bei so viel Mythologie denken viele Leser sicherlich noch an die Gedanken über den europäischen Umgang mit der mundo de los toros von Torodora Gorges:

Europa und der Stier (1. Teil) SfA-Reportage vom 9.1.2014
Europa und der Stier (2. Teil) SfA-Reportage vom 12.1.2014
Europa und der Stier (3. Teil) SfA-Reportage vom 13.1.2014

Samstag, 2. Juli 2016

Andalusien: Stierkampf im Radio, auch das ist "in"




von Philip de Málaga


Kaum vorstellbar, aber nichts anderes als Realität
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Kaum ein regionaler Fernseh- und Radiosender setzt sich dermassen mit der landeseigenen Kultur, der Bevölkerung, den Ritualen, den Angewohnheiten und dem typischen Leben so auseinander wie der andalusische RTVA, bekannt unter dem Namen Canal Sur

Über die erfolgreiche Fernsehsendung Toros para Todos hat SfA schon mehrmals berichtet. Jeden Sonntag wird sie mit einer Einschaltquote von 15 bis zu 35 Prozent zum Marktführer während dieser Sendezeit. Moderiert wird sie von dem charismatischen Enrique Romero, dem es gelungen ist, einem breiten Publikum die mundo de los toros näher zu bringen.
Aber auch sein Bruder Juan Ramón Romero versteht es auf wunderbare Weise die toros zu erklären. Begonnen hat er beim lokalen Kanal von Málaga, und plötzlich verstand man in der südspanischen Metropole viel mehr um das Geschehen in der Malagueta zur Feria im August. Das kam an. Und nun ist es jener Juan Ramón Romero dessen Stimme in ganz Andalusien zu hören ist. Denn sein Magazin Carrusel Taurino über die mundo taurino ist zum Renner bei RTVA geworden. Das Interesse bei der andalusischen Bevölkerung ist dermassen gross, dass das Team um Juan Ramón Romero die beste Sendezeit bekommt. 
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Am Wochenende ist das Programm Carrusel Taurino 
mit ganzen acht Stunden auf Sendung!

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Jeden Samstag von 19 bis 22 Uhr und am Sonntag von 19 bis 24 Uhr. Dabei wird live zu den verschiedenen festejos taurinos geschaltet, die Protagonisten werden interviewt, die Stimme der Kritiker erhört und auch die  Zuschauer in den tendidos sollen zu Wort kommen. Man informiert über die Aktualität taurino, was auf der politischen Ebene geschieht, die Wirtschaftlichkeit der tauromaquia wird dargestellt und allgemein über die Bedeutung und die Rolle der toros in der Gesellschaft berichtet.
Links Juan Ramón Romero, rechts Bartolomé Martos, einer der Produzenten
Das Programm Carrusel Taurino versteht sich aber nicht nur als ein normales Informationsmagazin über die toros sondern die Zuhörer sind eingeladen sich zu beteiligen. Da werden toreros, ganaderos, empresarios, apoderados oder andere taurinos welche etwas von der arte del toreo verstehen, interviewt, und das Publikum von Canal Sur kann sich an dieser Debatte via Mail, SMS oder bei Twitter beteiligen. Das Programm am Wochenende beendet Juan Ramón Romero mit Interviews, wo er jene figuras befragt, welche auf den plaza de toros, vorwiegend in Andalusien, in dieser Woche überzeugen konnten. 

Zusätzlich informiert RTVA jeden Wochentag von 21:30 bis 22:00 Uhr kurz über alle Neuigkeiten rund um die tauromaquia in Andalusien und den Rest der Welt.
Wenn der Stierkampf zum Wort wird. Wenn die toros verbale Grenzen überschreiten. Die Emotionen, die Gefühle, den duende . . . und das Wort wurde torero, ein wirklicher maestro aus Fleisch und Blut, er wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.

Freitag, 1. Juli 2016

Mediathek von "Tendido Cero"




von Philip de Málaga


Das populäre Magazin lässt sich jederzeit online abrufen
Schon seit 30 Jahren auf Sendung
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Immer wieder finden es aficionados, welche nicht in Spanien wohnen, bedauernswert, dass auf dem Internationalen Kanal TVE Internacional des spanischen staatlichen Fernsehsenders RTVE die populäre Sendung Tendido Cero nicht übertragen wird. 


Doch im medialen Zeitalter hat ein jeder die Möglichkeit in der Mediathek alle ausgestrahlten Sendungen bis September 2008 zurück zu verfolgen. Unter Tendido Cero Online  sind derzeit 416 Sendungen abrufbar.


Tendido Cero ging schon 1986 auf Sendung und gehört mit zu den ältesten Formaten im spanischen Fernsehen. Jeden Samstag, das ganze Jahre hindurch, wird in einer 60 bis 75 Minuten dauernden Sendung,  aus der mundo de los toros berichtet. Da erfährt der Zuschauer alles über die Neuigkeiten, das campo bravo, über die figuras der Gegenwart, über die Meinungen der taurinos, bekommt die Highlights der corridas zu sehen und erfährt auch vieles über die Geschichte und Vergangenheit der tauromaquia. Das Konzept der Sendung ist so ausgelegt, dass es zum einen die aficionados anspricht, aber auch um "Neulinge" für die mundo taurino zu begeistern. Schon seit dreissig Jahren sind sie dabei, und zur Mittagszeit, fährt diese Sendung von allen Programmen die höchste Einschaltquote ein.
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LINK ZU TENDIDO CERO: RTVE A LA CARTA - TENDIDO CERO