Dienstag, 12. Juli 2016

Über die moralische Erbärmlichkeit der Antitaurinos

Der Tod des Toreros Víctor Barrio löste in den Sozialen Netzwerken 
bei den Antitaurinos eine Hetzkampagne gegen die mundo taurino aus
meistens im Schutz der Anonymität. 
Legale Schritte werden in die Wege geleitet
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von Philip de Málaga

Da starb am letzten Samstag im ruedo von Teruel der matador de toros Víctor Barrio. Entsetzen und Trauer ergriff die mundo de los toros. Weltweit drückte man in den Sozialen Netzwerken sein Beileid aus. Auch der Regierungspräsident von Spanien Mariano Rajoy und das spanische Königshaus. Und gestern bei dem Gedenkgottesdienst in der Kirche San Bartolomé de Sepúlveda in Segovia waren nicht nur zahlreiche toreros und bekannte Gesichter aus der mundo taurino, auch Persönlichkeiten aus der regionalen Politik, wie der Ministerpräsident der Region Kastillien und León Juan Vicente Herrera mit seiner Vizepräsidentin Rosa Valdeón oder der Vizepräsident des Kreistages von Segovia, Miguel Ángel de Vicente.

Das sich sogar einige Tierschützer von militanten antitaurinos distanzieren ist nichts Neues. Jedoch in diesen letzten Tagen der Trauer macht der antitaurinismo auf andere Art un Weise von sich reden. Oder besser formuliert, er redet selber in den Sozialen Netzwerken. Ein wahrer Shitstorm brach aus. Da wird weltweit dermassen gegen die mundo de los toros gewettert, dass sogar die internationalen Medien sich sprachlos wie entsetzt zeigen. Denn zahlreiche antitaurinos zögerten nicht, meistens hinter der Maske der Anonymität, alle Arten von Beleidigungen in Richtung des verstorbenen toreros, seiner Familie, seinen Freunden und überhaupt gegen alle taurinos zu formulieren. Den taurinos den Tod zu wünschen, ist nun nicht unbedingt eine neue Trenderscheinung. Wir bei SfA hatten das Thema auch schon mal: Den Taurinos de Tod!


So äusserte sich der 1988 geborene Rapper Pablo Hasél:
"Wenn alle corridas so enden würden wie jene von Víctor Barrio, mehr als einer würden hingehen um es zu sehen".
"Ein Tag, an dem ein torero stirbt, kann kein schlechter Tag sein. Víctor Barrio, ich weiss nicht wer du bist, aber fick dich."
"Es ist gestorben der torero Víctor Barrio, sehr viel Freude zu hören, dass ein torero gestorben ist."
"Es ist ein torero gestorben. Das muss man feiern."
"Víctor Barrio. Ein Mörder weniger. Guter Samstag."
"Der toro starb wie immer, aber wenigstens beherrschte er die Kunst seinen Mörder mitzunehmen!
"Der torero tut mir überhaupt nicht leid, dass er gestorben ist. Hoffentlich sterben bei jeder corrida einige und sehen wie das Tier leidet, welches sie umbringen."

Der Hass nimmt kein Ende. Den Tod von Víctor Barrio nehmen viele zum Anlass ihrem Groll gegen die taurinos freuen Lauf zu lassen und über den Tod des toreros ihre Freudengefühle zum Ausdruck zu bringen. Und in dieser ganzen Summe an Beleidigungen treibt es ein Lehrer auf die Spitze. Er veröffentlicht auf Facebook den Wunsch, die ganze Familie tot sehen zu wollen um dann auf der Grabplatte zu tanzen.
Hier der LINK zum Artikel

Rechtliche Schritte werden eingeleitet

Die Fundación Toro de Lidia rät allen aficionados und taurinos zur Besonnenheit und nicht auf die Provokationen in den Netzwerken zu reagieren. Die Stiftung hat angekündigt juristische Schritte gegen mindestens 50 Verfasser jener Tweets in die Wege zu leiten. Vertreten wir sie dabei durch die bekannte Anwaltskanzlei Cremades & Calvo Sotelo.
Dabei baut die Kanzlei ihr Konzept auf die Paragrafen 208 und 209 des Strafgesetzbuches auf. Es ist Verleumdung, wenn man mit einer Aktion oder einer Ausdrucksform der Würde eines Menschen schadet, und seinen Ruf oder seine Einschätzung untergräbt. Schwere Verleumdungen, welche veröffentlicht werden, werden mit einer Freiheitsstrafe von bis zu vierzehn Monaten geahndet. Ob es zu den Verfahren kommen wird, müssen letztendlich jedoch die Familie und die Betroffenen entscheiden. Die Kanzlei prüft derzeit jeden Vorgang und will heute oder morgen dazu öffentlich Stellung beziehen.

Zwischenzeitlich sind bei der Guardia Civil nicht wenige Anzeigen eingegangen, welche auch schon zu Sperrung von beleidigenden Autoren geführt haben.

Fast das gesamte spanische Pressewesen ist entsetzt über diese doch rabiate verbale Vorgehensweise nicht weniger antitaurinos. Dies hätte nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun. Auch wenn man gegen die toros sei, gar eine abolición de los toros erreichen möchte, so sollte man sich die Frage stellen, wie weit ein solches Engagement gehen kann oder sollte. 

Montag, 11. Juli 2016

Un toro mata a Víctor Barrio

Wenn der Tod zur Realität wird
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von Adrian Neville aus Nürnberg


Nun ist es also passiert: seit 1985 ist erstmals wieder ein matador in einer spanischen Plaza deToros von einem Stier getötet worden!


Die Feria de Teruel ist klein aber fein und in den letzten Jahren habe ich die cartels immer wieder mit Interesse verfolgt. Auch gestern Abend warf ich um kurz vor 19:00 Uhr einen Blick auf das Portal von aplausos.es und sah die interessante corrida, die gleich losgehen sollte: Toros de Los Manos y Ana Romero für Curro Díaz, Morenito de Aranda und Víctor Barrio.


Ich war zum Essen verabredet und verliess das Haus - war besonders gespannt, wie viele Zuschauer dieses cartel anlocken würde. Keine figuras, aber sehr gute toreros.

Als ich zwei Stunden später nach Hause kam und in ́s Internet schaute, war ich wie vom Donner gerührt:
Diese Schlagzeile war und ist für mich bis jetzt komplett surreal! Es ist tatsächlich passiert - nach 31 Jahren.

Ich erinnere mich noch, als ich als kleiner Junge mit meinen Eltern von Conil de la Frontera, unserer Lieblingsdestination am 31.8.1985 mit dem Mietwagen einen Ausflug nach Sevilla machte. Wir liefen durch die Calle Sierpes und mir fielen im Vorbeilaufen die Schlagzeilen in den Kiosken auf: "Un toro mata al Yiyo"! Am Vorabend hatte der toro "Burlero" aus der Zucht von Marcos Núnez den 21-jährigen José Cubero "El Yiyo" in der plaza von Colmenar Viejo getötet. Die ABC vom jenem Tag habe ich noch.
1985: Die cornada mortal von El Yiyo
Ich kannte El Yiyo aus den Aplausos, die mir mein Vater jeden Sommer im Urlaub kaufte und war sehr betroffen. Am Abend traf sich das ganze Hotel in der Lobby, um in den Nachrichten die Amateuraufnahmen der cornada zu sehen. Kellner, Deutsche und spanische Hotelgäste, der Hotelchef, alle waren schockiert...

Seitdem frage ich mich vor jeder temporada zumindest kurz: wird es dieses Jahr ein tödliches Opfer geben ... ?

Jedes Jahr gibt es schwere Verletzungen, 1992 wurden gleich zwei banderilleros getötet. Man erinnert sich mit Grauen an Aparicios entsetzliche cornada und an die Fürchterliche von Padilla. Erst vor wenigen Tagen wurde Manuel Escribano beinahe von einem Stier getötet. El Pana starb vor einem Monat in Mexiko an den Folgen einer cogida.

Die cornada von Víctor Barrio am Samstag, war der von El Yiyo sehr ähnlich und absolut tödlich. Kein Arzt der Welt kann einen retten. Víctor Barrio starb im Sand von Teruel. Man sieht es auf den schlimmen Aufnahmen und die banderilleros, die ihn hochhoben, um ihn in die enfermería zu bringen sagten, daß sie gleich merkten, dass er tot war. Der matador lag im Sand und der Stier bohrte das Horn seitlich durch den Brustkorb, direkt in ́s Herz. Ähnlich, wie auch die brachiale cornada von Manolo Montoliú 1992 in Sevilla: eine absolut tödliche Verletzung.
Víctor Barrio im Sand
Letztlich ist Víctor Barrio der erste tote matador unserer "modernen Zeit" der Smartphones, des Internet und Twitter. Die corrida kam live im Fernsehen und die Nachricht ging in Sekunden um die Welt. Toreros, wie Juli, Perera und Roca Rey, die gestern gemeinsam auftraten, machten keine salida en hombros, aus Respekt vor dem toten Kollegen. Gestern Abend sah ich bereits die tödliche cornada im Netz... Ich habe schlecht geschlafen und bin immer wieder wach geworden, mit dem Satz, der mich seit meiner Kindheit begleitet: "Un toro mata a..." Víctor Barrio. Ist es wahr? Ist das gestern wirklich passiert? Ja, es ist wahr.

Ich habe ihn zweimal in Madrid gesehen: Einmal als novillero und einmal als matador  Seine Frau, sein Vater und viele Anhänger waren gestern in Teruel, um ihren matador bei einem seiner wenigen Auftritte (der Dritte der Saison) zu unterstützen.

Víctor Barrio que descanse en paz ... Mi más sendtido pésame a su familia y a sus queridos!
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Eine Fussnote, die eigentlich keine sein möchte bzw. schon gar nicht ein eigener Eintrag:


Der gestrige Tod von Víctor Barrio hat auf sämtlichen Internetkanälen (FB, YouTube, Twitter etc.) wieder einmal das Übelste, Ekelerregendste und Schockierendste der Menschheit herausgekehrt: unzählige Schmähungen, Beifallsbekundungen und Unaussprechliches, nicht wiederholbares - das gebietet der Anstand. Diese Individuen, die sich "Tierschützer" nennen haben den selben Duktus, wie die schlimmsten Nazischergen: Du bist anders, als ich - ich hasse dich und will dich tot sehen. Ich will dich und deine ganze Familie vernichten, weil ich hasse, was du tust. Hier manifestiert sich auf ́s Übelste, welch Geistes Kind diese faschistoiden Fanatiker sind. Es ist widerlich und schändlich und entlarvt immerhin diese Personen, als das, was sie sind: menschenverachtende, totalitäre Faschisten, die keine Sekunde zögern würden, jemanden der "ihrer Sache" im Weg ist, zu töten. 

Sonntag, 10. Juli 2016

Schwarzer Samstag: Zweiter Todesfall durch einen Stier in Spanien




von Philip de Málaga


Bei einem populärem Stierfest in der Region Valencia,
erliegt ein junger Mann an seiner Verletzung
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Es geschah in den frühen Morgenstunden des Samstags, als bei einem bous al carrer in der 8.000 Seelengemeinde Pedreguer (Valencia) ein 1987 geborener Einwohner den Verletzungen einer cornada erliegt. Bei diesem festejo popular wollte der junge Mann zwei unbeholfenen ausländischen Mädchen helfen und sie auffordern die doch gefährliche Strasse zu verlassen. Doch als er selbst durch die schmale Öffnung sich in Sicherheit begeben wollte, wurde er von einem toro ins Visier genommen und nach oben geschleudert. Dabei drang das Horn des reses tief in seine Brust ein und durchbohrte die Lunge.
Den Weg in den rettenden Seiteneingang konnte er nicht mehr erreichen.
Die cornada war gewaltig. Die Sanitäter vom Roten Kreuz waren sofort zur Stelle, brachten den Verletzten zügig zur Ambulanz und dann in das Hospital, welches er zwar noch lebend erreichte, aber die Ärzte konnten nichts mehr unternehmen um ihn zu retten.

Welch ein Kuriosum. An einem Samstag sterben an einer cornada, wo das Horn die Lunge durchbohrte, gleich zwei Personen, welche auch im selben Jahr, 1987, geboren sind. Beide erliegen ihrer Verletzung ca. eine Stunde nach der cornada.

Schon im letzten Jahr kam hier in dieser Gemeinde beim festejo popular ein 34-jähriger Franzose ums Leben. Ob in der plaza de toros bei einer corrida, oder in der Strasse bei einem festejo popular die toros sind gefährlich. Wer daran teilnimmt riskiert jedes Mal immer wieder sein Leben. Das sollte sich ein jeder bewusst sein. Dieser Samstag hat es mal wieder in seiner ganzen Grausamkeit aufgezeigt.
Er wollte helfen und zahlte mit seinem Leben
(1987 - 2016)

Samstag, 9. Juli 2016

Víctor Barrio stirbt beim Stierkampf in Teruel




von Philip de Málaga


Der 29-jährige matador stirbt bei einer corrida in Aragón
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Obwohl sich alle Augen auf Pamplona richten, ist die mundo taurino schockiert von der schlechten Nachricht aus Aragón. Bei einer corrida de toros wurde der 29 Jahre junge matador de toros Víctor Barrio von einem toro der ganadería Los Maños getötet. Voller Illusion fuhr der torero, 1987 in Segovia geboren, nach Teruel um sein drittes festejo in dieser temporada zu bestreiten. Doch sein Schicksal hatte andere Pläne. Um zwölf Uhr Mittages fiel beim sorteo das Los für ihn auf Lorenzo, der ein Gewicht von 529 Kilo mit auf die Waage brachte.

Lorenzo war sein erster toro  Und er begann seine faena überzeugend, bis er die muleta zur anderen Hand wechselte. Das linke Horn von Lorenzo erwischte ihn und beförderte den torero in den Sand des ruedos
Dort blieb der maestro aus Segovia regungslos liegen, während der toro ihn weiterhin attackierte. Die banderilleros eilten herbei, und es kostete sie Lorenzo von dem unbeweglich liegenden Víctor Barrio zu trennen.
Das Horn ist in die Brust des lidiadores eingedrungen und hatte die Lunge durchbohrt. Die banderilleros nahmen den verletzten matador auf, und mit Hilfe des matadores de toros Morenito de Aranda trugen sie ihn in die enfermería. Dramatische Momente und die banderilleros erkannten die Situation. Panik ergriff sie, denn sie spürten den Tod. Leblos hing der Kopf am Körper des toreros und aus einem grossen Loch in der Brust floss das Blut in Strömen. 
In der enfermería scheiterte jeder Versuch, den Blutfluss zu stoppen, den Körper zu stabilisieren, ihn für den Transport ins Hospital vorzubereiten. Um 20:25 Uhr bescheinigte Dra. Ana Utrillas den Tod des matadores de toros Víctor Barrio.

Weinende Gesichter, Hände vor den Köpfen, die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die corrida wird suspendiert. Tränen der Traurigkeit vermischten sich mit Tropfen der Wut. Der Ohnmacht nahe, viele konnten es nicht fassen. Alles ging so schnell. Eine Stunde nach der cornada ist der maestro verstorben.
Hochmotiviert begann Victor Barrio mit einer a porta gayola
In aller Ruhe vollführte er seine suertes
Einer der letzten derechazos seines Lebens.
Nur wenige Sekunden später wechselt er die muleta in die andere Hand,
 um die klassischen naturales in die Wege zu leiten.
Der Weg des Todes nimmt seinen Lauf.


Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat auf Twitter seinen Beileid zum Ausdruck gebracht: "Mein Beileid an die Familie und Gefährten von Víctor Barrio, dem an diesem Nachmittag verstorbenen torero. Er möge in Frieden ruhen."


Víctor Barrio (1987 - 2016)

Donnerstag, 7. Juli 2016

Historischer Rekord: 2015 so viele populäre Stierfeste wie noch nie




von Philip de Málaga


Im letzten Jahr gab es in Spanien 18.361 festejos mit Stieren
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Pünktlich zum bekanntesten festejos taurino der Welt, dem San Fermín in Pamplona, veröffentlichte die nationale Vereinigung der Organisationen von Stierkampfveranstaltungen, A.N.O.E.T., die jüngsten Statistiken für das Jahr 2015. Demzufolge wurden in Spanien im vergangenen Jahre 18.361 espectáculos taurinos veranstaltet. Im Vergleich zum Vorjahr eine weitere Steigerung von 1,9 Prozent.
Dei Entwicklung aller Stierkampfveranstaltungen in Spanien
Bis 2009 befand sich die Anzahl der festejos taurinos in Spanien im Freien Fall. Jedoch nie unter 15.000 Veranstaltungen pro Jahr. Seit 2014 erfreuen sich nun die espectáculos mit den toros grösster Beliebtheit.
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In den letzten zwei Jahren 
hat die Anzahl der Stierkampfveranstaltungen
um 15,7 Prozent zugenommen!
Und da sagt man,
das Interesse an den Stieren hätte abgenommen.
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Dabei hält die Anzahl der festejos populares mit 16.626 ganze 91 Prozent. In den letzten zwei Jahren entspricht dies einer Steigerungsrate von 16 Prozent! Das diese espectáculos so zunahmen, lässt sich zum einen mit dem steigenden Interesse eines jungen Publikums erklären und mit dem Umstand, dass eine richtige corrida de toros, selbst eine novillada zu organisieren entschieden teurer ist.

Der grösste Teil jener festejos populares findet mit knapp 50 Prozent in der Region von Valencia statt. In jener Zone ist dass taurinische Interesse auch gut vertreten. Die an die 9.000 lokalen peñas taurinas werden durch die Unión Taurina de la Comunidad Valencia vertreten. Somit lässt sich der Erfolg erklären, wieso es in Valencia an die 8.500 festejos populares gegeben hat.
Beliebt wie noch die: Die festejos populares
Und so lässt es sich erklären, dass die Anzahl der corridas (corrida de toros, novilladas, rejoneos, corridas mixtas und corridas de beneficencia) um 9,2 Prozent zurückgegangen ist. Überhaupt nimmt die Zahl der corridas seit 2007 kontinuierlich ab (ausser in 2014). In 8 Jahren ganze 53 Prozent! Also mehr als die Hälfte. Wobei es sich seit 2012 in etwa die Waage hält obwohl es 2015 einen historischen Tiefpunkt erreicht hat. Die corridas sind für die empresarios, die öffentlichen Einrichtungen wie Rathäuser und Kreistage, und für die aficionados, die es ja letztendlich finanzieren, in Zeiten der Krise einfach zu teuer. Aber das Interesse ist da. Denn zwar waren es im letzten Jahr weniger Veranstaltungen, aber sie registrierten doch mehr Zuschauer als im Vorjahr.
Die corridas seit 2007 im Rückgang.
Trotz der wirtschaftlichen Rezensionen scheint sich die tauromaquia stabilisiert zu haben. Vor allem die Städte mit ihren ferias taurinas, welche die plaza de toros der ersten und auch zweiten categoría füllen. Nicht immer haben sie sich dabei an die Vorgaben gehalten, vor allem aber deswegen, um den aficionados näher zu kommen und die Zahl der abonos zu erhöhen. So befindet sich diese Branche im Umbruch, wo die Quantität verringert wird, man mehr Wert auf die Qualität legt und die entradas wiederum um einiges günstiger anbieten kann. Das Konzept scheint in nicht wenigen cosos sehr gut aufgenommen und umgesetzt zu werden.

Die mundo de los toros befindet sich wieder im Aufwind. Während sich die klassischen corridas de toros gerade in einer Phase der Neugeburt befinden, erleben die festejos populares einen wahrhaftigen Boom. Vor allem junge Leute strömen zu diesen eventos, wie encierros oder capeas, wohl auch deswegen weil der Eintritt meistens frei ist. Diesen Trend konnten weder antitaurinos, noch Politiker mit ihren ewigen Attacken gegen die mundo taurino nicht stoppen.

Den grössten Zuwachs an festejos taurinos gab es mit 8,6 Prozent im Baskenland. gefolgt von Navarra (Pamplona) mit 5 Prozent, und schliesslich die Region Valencia mit 4,5 Prozent.

Mar Gutiérrez, technische Assistentin der A.N.O.E.T. welche für die jüngsten statistischen Erfassungen verantwortlich ist, sagte dazu: "Die taurinischen Aktivitäten umfassen alle festejos, wo der toro im Mittelpunkt steht. Die tauromaquia, welche aus den Dörfern hervorgeht, sind die festejos populares. Und jede Region zelebriert diese auf ihre eine eigene Weise, betont dabei ihre eigene Wertigkeit, ihren Reichtum, mit einer grossen Verwurzelung zum spanischen Volk".
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"Insgesamt wurden in Spanien im letzten Jahr mehr als 18.000 festejos taurinos organisiert, ein erdrückende Zahl für alle diejenigen, welche von einem Verfall, einem Ende der fiesta sprechen."
Mar Gutiérrez
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Und jetzt redet die ganze Welt von Pamplona. Eine Stadt mit 200.000 Einwohnern, welche während  der 205 Stunden Sanfermines ihre Bevölkerung verfünffacht. An die 80 Millionen Zuschauer verfolgen die morgendlichen encierros live auf dem Bildschirm, weltweit. Und während dieser Tage werden in Pamplona mindestens 140 Millionen Euro umgesetzt. Zahlen, die einfach nur die Wahrheit sprechen. Da werden die weniger als 100 antitaurinos eher, gleich einem zusätzlichen encierro, als eine unterhaltsame Randerscheinung in einer Statistenrolle zur Kenntnis genommen.

Mittwoch, 6. Juli 2016

TVE Internacional überträgt live die morgendlichen Stiertreiben aus Pamplona


Man rechnet wieder mit 80 Millionen Zuschauer auf RTVE weltweit
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Keine Frage, das wird die weltweite afición a los toros sehr erfreuen. Der staatliche Fernsehsender RTVE überträgt erneut alle encierros in Pamplona live auf TVE 1 und TVE Internacional. Jeden Morgen, ab dem 7. Juli,  von 7:15 bis 8:30 kann man in Pamplona dabei sein. Live. So kommt es, dass die encierros bis hin nach Russland und China zu sehen sind. Sogar in Ländern wie Israel, Libanon, Syrien, Irak und Iran, oder in den arabischen Ländern sowie in Afrika. Rund achtzig Millionen Zuschauer zieht Pamplona in den frühen Morgenstunden in den Bann. Natürlich an die dortigen Zeitumstände angepasst: In China sieht man das encierro um 14:00 Uhr Ortszeit und an der Westküste der Vereinigten Staaten zur Nachtstunde gegen 23:00 Uhr.
Auf der Strecke von 875 Metern sind 25 Kilometer Kabel verlegt worden, stehen 25 Kameras und eine schwebende Kamera über dem Geschehen. Als Neuheit diesmal ein elektronisches Shirt, welches während des encierros alle Daten des Läufers, wie Blutdruck, Puls, Geschwindigkeit, gerannte Strecke, Kalorienverbrauch und weitere Werte festhält.
Wer nicht die Möglichkeit hat, diese Liveübertragung per TV zu empfangen, kann die encierros auch online über den Livestream bei rtve: San Fermín 2016 en directo verfolgen.

Schon heute ab 11:00 am Vormittag ist das staatliche Fernsehen bei der Eröffnung, dem bekannten chupinazo dabei.
Auch wenn für die Sicherheit von Jahr zu Jahr mehr getan wird, das encierro in Pamplona ist und bleibt ein gefährliches Unterfangen. Statistisch gesehen überlebt alle sieben Jahre ein Läufer das encierro nicht. Und seit 1910 hat San Fermín mit seinen Stierläufen 16 Menschen das Leben gekostet. Fast alles Spanier, davon sechs aus Pamplona selbst. Aber auch ein Amerikaner (1995) und ein Mexikaner (1935). Seit dem letzten Todesfall sind nun schon acht Jahre vergangen. Es bleibt zu hoffen, dass es weiterhin "Kein Tod am Vormittag"gibt.

Und bevor das encierro beginnt stehen sie da, die Hände in Richtung des Schutzheiligen San Fermín gerichtet. Drei Mal lassen sie es ertönen, bevor die toros den Weg zur plaza de toros erobern:
"San Fermín, wir bitten dich,
sei unser Schutzpatron,
führe uns in diesem encierro
und gibt uns deinen Segen."



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So können Sie TVE Internacional empfangen:

Satellit: Astra 19.2° Ost
Position: 19.2 E
Transponder: 28
Transponder ID: 1.028
Netzwerk ID: 1
Art: DVB-S
Modulation: QPSK
DVB Roll: 0.35
Frequenz: 11.626 MHz
Polarisation: Vertikal
Symbolrate: 22.000 kSym/s
FEC: 5/6

Der Weg des encierros:

Dienstag, 5. Juli 2016

Pamplona: 85 bis zu 450 Euro, um nur weniger als eine Minute die Stiere laufen zu sehen

Die Stiertreiben in Pamplona auf einem Balkon zu verfolgen,
kostet während der ganzen Fiesta 645 bis zu 3.150 Euro
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Am 6. Juli geht es wieder los. Der Geburtstort für die internationale afición a los toros, durch die Bücher von dem amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway (1927 und 1932), gibt ihr jährliches Stell-Dich-ein. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt verfolgen die encierros, wenn die toros durch die Strassen von Pamplona eine Woche lang um acht Uhr in der Früh zur Plaza de Toros getrieben werden. Oder besser gesagt, sich die Menschen treiben lassen.
Mehrere Kameras übertragen dieses evento live im spanischen Fernsehen TVE 2, und in Aufzeichnungen werden mehrmals am Tage die dramatischen, unfallreichen, vielleicht sogar todbringenden Szenen, oft auch in Zeitlupe wiederholt.
Und viele wollen auch mal mit von der Partie sein. Nicht unbedingt als Läufer, als Flüchtling vor den toros, sondern sich an dem encierro so erfreuen können. Aber das ist es leichter gesagt als getan. Denn die schmale Strasse zum coso lässt keinen Raum für Tribünen. So ist man darauf angewiesen auf den schmalen Balkons der Anlieger zurückzugreifen. Das ist kein billiges Vergnügen, denn die Bevölkerung von Pamplona hat dort ein Geschäft entdeckt. Balkon allein gibt es schon mal nicht. Dieser werden angeboten mit einem Drink und Tapas, einem Frühstücksbüffet, Kaffee und Kuchen bis hin zum auserlesenen V.I.P.-Service.
Durchschnittlich liegen die Preise pro Person und encierro zwischen 85 und 150 Euro. Wer früh sucht, findet einen kleinen nicht so besonderen Balkonplatz für weniger. Wer es nobel mag mit viel Service und ein wenig Luxus muss schon an die 450 Euro pro Tag und Person hinlegen. Möchte man alle encierros verfolgen, muss man nicht nur jede Nacht durchfeiern oder früh aufstehen, sondern die stolze Summe von 645 bis zu 3.150 Euro aufbringen. 

Und wohlgemerkt. So ein encierro ist schnell vorbei, passieren doch die toros die Stelle in wenigen Sekunden. Meistens sieht man nicht mal eine Minute lang die Stiere laufen.
Alternativ gibt es auch einige Hotels welche zur Unterkunft auch Balkone bei den encierros anbieten. Von etwas günstigeren Drei-Sterne-Hotels Albert und Ekai bis zu den Vier-Sterne-Unterkünften Marriott, Reina de Navarra und Tres Reyes. Die Preise für ein Doppelzimmer pro Nacht pendeln hier zwischen 310 und 800 Euro. Aber alle Hotels sind zwischenzeitlich komplett ausgebucht.

Montag, 4. Juli 2016

Der Blick der Stieres




von Henry de Montherlant


Im Jahr 1925 lernte der französische Schriftsteller Henry de Montherlant (1895 - 1972) den spanischen matador de toros Juan Belmonte (1892 - 1962) kennen. Obwohl das erste Treffen zwischen Poet und torero nicht gerade von Freundlichkeit geprägt war, war es von entscheidender Bedeutung für die literarische Entwicklung des Schriftstellers. Da war die Faszination für das andalusische campo, die meisterliche Leistung des diestros aus Triana in Sevilla, die kraftvollen wie intensiven Momente der tauromaquia, und Montherlant fand heraus, dass es erstrebenswert war die Psychologie des toreros zu erforschen, denn dies sei genauso wichtig wie die Kunst. 


Henry de Montherlant (1895 - 1972)

"Ist nicht 
das göttlichste Meisterwerk der Kunst
geistlos neben einem jeden toro bravo,
welcher einem 
ungehindert gegenüber steht
und einem mit seinem Blick
geradezu anglüht?"