Donnerstag, 12. Januar 2017

Andersdenkenden den Tod zu wünschen ...



von Henry de Montherlant



Toreros oder Taurinos den Tod zu wünschen 
stiess schon 1926 auf ein grosses Fragezeichen
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Als 1926 der berühmte Roman Fiesta von Ernest Hemingway erschien wurde noch ein weiterer Klassiker zum Thema tauromaquia veröffentlicht. Der französische Schriftsteller Henry de Montherlant (1895 - 1972) konnte schon mit nur fünfzehn Jahren Gefallen an der mundo de los toros finden. Mehr noch, er übte selbst den Umgang mit capa und muleta, und wurde sogar im Jahr 1925 von einem toro verletzt. Fasziniert von der Selbstdarstellung, dem Kult der Männlichkeit sowie der Darstellung des Lebens mit dem Tod, verband er die mundo taurino mit seiner anderen pasión, der Literatur. Die Schönheit, der Eros oder auch der Glaube, gar die Kirche, alles Elemente, die es interessant erscheinen liessen in die Tiefe zu gehen. Und wie schon andere intellektuelle Poeten, stiess er recht erstaunt auf ein kompromissloses Auftreten der antitaurinos. Wenn Menschen zu Tieren werden oder umgekehrt. Sicherlich ein Anlass dazu, der ihn dieses Buch niederschrieben liess: Tiermenschen, wo er gemeinsam mit dem französischen adeligen Alban in die andalusische mundo de los toros eintaucht.
LINKS: Henry de Montherlant 1955 bei einer corrida de toros in Toulouse.
"Welche Partei findet heute bei uns das Gemetzel der Stierkämpfe skandalös? Die gleiche, die mit allen Mitteln die eine Hälfte der Nation zum Gemetzel der anderen aufstachelt.  
Sie erhebt Protest gegen den Pferdemord in der Plaza, aber sie würden nicht protestieren, wenn man in der Arena Andersdenkende vor die Hörner schicken würde. 
Ich misstraue Personen, die ihre Tierliebe so sehr betonen. Oft übertragen sie jene Liebe, die sie für Menschen nicht empfinden, auf die Tiere!“
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Quellennachweis:
Tiermenschen, Henry de Montherlant, Steil-Verlag, Göttingen 1929

Mittwoch, 11. Januar 2017

Stierkampf in den USA




von Philip de Málaga



In den Vereinigten Staaten von Amerika 

wurde die Stierkampfsaison eröffnet
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Das man in den USA nicht nicht nur auf den Bullen sitzt sondern auch vor den Stieren steht um nicht auf den Boden zu fallen, dürfte den meisten Lesern von SfA schon bekannt sein. Seit dem in den 30er und 40er Jahren die tauromaquia durch den amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway (1899 - 1961) in die Welt hinausgetragen worden ist, begeistern sich auch die Nordamerikaner für die festejos taurinos. Das merken vor allem die plaza de toros in México, wo sich zu den corridas die tendidos auch mit aficionados aus dem nördlichen Nachbarland füllen. 

Aber Amerika wäre nicht Amerika würden sie nicht nach Amerika holen, was denen gefällt die in Amerika wohnen. So auch die toros. Seit dem Jahr 2000 gab es in den United States mittlerweile 14 Gemeinden in welchem die mundo taurino 25 Mal gastierte. Am meisten in Kalifornien, aber auch in TexasNevada und sogar in Maryland.

In den USA gibt es jedoch nur corridas sin sangre. Unblutige festejos taurinos wo die Tiere weder verletzt noch getötet werden. So kommt es, dass es zahlreiche aficionados immer wieder nach México zieht, wenn es um die toros geht. Trotzdem ist eine positive Tendenz zu erkennen, fanden doch in den letzten beiden Jahren 15 corridas statt.


Und nun wurde in der doch recht kleinen Gemeinde La Gloria in Texas, mit gerade mal etwas mehr als einhundert Einwohnern, die temporada taurina 2017 in den Vereinigten Staaten eröffnet. Und gleich vier festejos stehen im Januar und Februar auf dem Programm! Unter anderem auch eine corrida de beneficencia um das Texas State Collage zu unterstützen. Unter den toreros findet sich auch die 22-jährige novillera Karla Santoyo
Die matadora de novillos Karla Santoyo
In den texanischen Medien laufen die toros nicht unter Kultur sondern unter der Rubrik der sportlichen Veranstaltungen. 
Unblutiger Sport
Hinter der Idee die mundo taurino den jungen Leuten in Texas näher zu bringen steht der 79-jährige Fred Renk. Schon mit fünfzehn Jahren begann ihn das Geschehen im ruedo zu faszinieren. Fünf Jahre lang übte er sich als novillero, mit dem Ziel ein richtiger matador de toros zu werden. Doch 1967 verdarb ihm ein 500-Kilo Stier mit einer cornada in der Magengegend diesen Traum. Daraufhin wollte er auf keinen Fall seiner Leidenschaft nachgeben, war als taurinischer Photograph und Korrespondent unterwegs und half seinem Sohn David als apoderado, ein richtiger matador de toros zu werden. Als sich dann sein Sohn im Jahr 2000 ebenfalls zurückzog wurde er selbst zum ganadero und begann festejos taurinos zu organisieren.
Don Fred Renk, novillero, ganadero und empresario
Don Fred, wie er liebevoll von seinen Freunden genannt wird, fühlte und lebt die pasión a los toros. Gewiss, in Texas sei es ein wenig anders als in Spanien oder México, denn hier dürfen die Tiere per Gesetz nicht getötet werden. "Ich nenne es ein Ballett des Lebens, nicht das Ballett des Todes" sagt der mittlerweile fast 80-jährige ganadero und erinnert sich zurück, als er 2001 die Idee mit einer eigenen plaza de toros in Texas hatte, dass ihn alle für verrückt erklärten. Doch unbeirrt liess er seine Vision Wirklichkeit werden und eröffnete im Januar 2002 seinen coso in Texas.
Eine Einhundert-Seelen-Gemeinde unterhält eine plaza de toros für 1.200 Besucher in den USA
So gab es am 8. Januar diesen Jahres die erste corrida mixta. Der Santa Maria Bullring de la Gloria, mit einem aforo für 1.200 Personen, konnte sich zu drei Viertel füllen.  
Im Santa María Bullring gibt es auch eine eigene kleine Kapelle
Die Kapelle unter den tendidos
Das erste festejos taurinos am vergangenen Samstag war ein mano a mano zwischen dem matador de toros Isaac Leal Montalvo und dem novillero André Lagravere "El Gallo". Und für das teilweise von weit her angereiste Publikum hat es sich gelohnt. Beide toreros konnten die puerta grande öffnen.

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Fotos: SfA, TexasMonthly, South Paradise Island Office, mundotoro, Fred Renk.

Dienstag, 10. Januar 2017

Über den Stolz der Spanier




von Ernest Hemingway

Dem amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway (1899 - 1961) ist es wohl zu verdanken, das die mundo de los toros zu einem internationalen Siegeszug antrat. Mit seinem 1926 erschienen Roman "Fiesta" und 1932 veröffentlichenden Werk "Tod am Nachmittag" begann man sich weltweit für die tauromaquia zu interessieren.  
"Stierkampf ist die einzige Kunst, wo sich der Künstler selbst in Lebensgefahr befindet, und bei der das Mass an Brillanz bei der Ausführung von seinem Ehrbegriff abhängt. In Spanien hat die Ehre eine starke Realität. Der Ausdruck pundonor bedeutet Ehre, Rechtschaffenheit, Mut, Selbstachtung und Stolz in einem Wort. Stolz ist das stärkste Charakteristikum der Rasse, und es ist eine Frage von pundonor, keine Feigheit zu zeigen."

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Quellennachweis:
Death in the Afternoon, Ernest Hemingway, Charles Scribner`s Sons, New York 1932

Sonntag, 8. Januar 2017

Málaga: Politiker müssen jetzt auch für ihre Eintrittskarten zahlen




von Philip de Málaga


Seit 2003 wurden schon mehr als 90.000 freie Eintrittskarten 
an Kommunalpolitiker vergeben
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Da staunten nicht wenige aficionados, als der Kreistag von Málaga Anfang diesen Jahres verkündete, dass ab diesen Jahr ein grosser Teil der Politiker der 103 Gemeinden aus der Provinz Málaga von nun ab ihre entradas zu den corridas selbst kaufen müssen. Zugegeben, dass war nicht gerade das Erstaunliche, sondern die Erkenntnis, dass seit dem Jahr 2003 für die mindestens neun festejos taurinos pro Jahr 7.000 entradas gratuitas an die Kommunalpolitiker verteilt worden sind. Wohlgemerkt! Zusätzlich zu den freien entradas für Freunde und Familie der toreros, für prominente Gäste, für Journalisten usw.. Kurz, mehr als zehn Prozent der Leute in den tendidos mussten nicht zahlen. Besonders ärgerlich dann, wenn es zu einem No hay billetes kam und zahlreiche aficionados, welche ebenfalls gerne ihre figuras im ruedo gesehen hätten, draussen bleiben mussten, obwohl sie zahlen wollten. Ebenfalls nicht besonders ermunternd für die afición, dass diese Personen mit den entradas meistens auch auf den guten Plätzen im kühleren sombra sassen, was gerade bei der Augusthitze nicht unbedeutend ist. Ausserdem war man dort in der Regel weit aus näher am Geschehen dran als in den dampfenden tendidos der sol. Wohlgemerkt, es handelte sich hierbei nicht um einen Bestechungs- bzw. politischen Beeinflussungsversuch durch die empresa, sondern um eine Vorgabe des Kreistages für denjenigen, welcher als empresario die plaza de toros betreibt. Denn die La Malagueta befindet sich im Eigentum der Provinzregierung von Málaga.
Solch wartende Menschenschlangen an der La Malagueta, möchte man nicht unbedingt verärgern,
nur weil bis zu 1.000 Politiker "umsonst" den Stierkampf besuchen können.
Diese Zeiten sollen von nun an der Vergangenheit angehören!
Statt der pro festejo taurino bis zum letzten Jahr ausgegebenen knapp 900 entradas gratuitas sollen es von nun an lediglich 86 entradas für Politiker pro corrida sein.

Es sei nicht nur eine faire Lösung für die authentischen aficionados de toros, sondern sei auch eine Reaktion darauf gewesen, dass einige Politiker, wenn sie hätten zahlen müssen, nicht zu den toros gegangen wären, oder sie einfach an dritte Personen verschenkt hätten. Das war nicht das eigentliche Anliegen der entradas gratuitas

Aber diese neue Vorgabe der Kürzung der entradas gratuitas bedeutet nicht, dass die Provinzregierung von Málaga die tauromaquia nicht mehr schützt oder fördert. Im Gegenteil, die Wahrung des Kulturerbes steht in Málaga so hoch wie kaum in einer anderen Stadt. So wird unter anderem die escuela taurina mit aller Selbstverständlichkeit gefördert, und man arbeitet daran eine interessante Preisstruktur zu erstellen, damit sich auch junge Leute, Rentner, Arbeitslose und andere Interessierte die toros nicht entgehen lassen müssen.
Die toros gehören zu Málaga! Vivan los toros! Viva Málaga

Samstag, 7. Januar 2017

55 Prozent aller Plaza de Toros liegen in Spanien




von Philip de Málaga


Weltweit gibt es aktuelle 3.124 aktive Plaza de Toros
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Eine plaza de toros ist ein meist runder Veranstaltungsort, in welchem festejos taurinos organisiert werden.
Hier die Plaza de Toros La Malagueta im südspanischen Málaga.
Gewiss werden in den meistens plazas auch andere Veranstaltungen organisiert wie Konzerte, Messen, Theateraufführungen, Präsentationen usw., einfach auch deswegen, weil diese für nicht wenige Leute in den tendidos Platz bieten. Aber sie wurden in erster Linie für die mundo de los toros konstruiert. Und im Gegensatz zu den festejos populares, welche häufig in den Strassen oder Plätzen statt finden, treten in den konstruierten cosos fast immer "professionelle" toreros an.

In der Regel werden die plaza de toros in erster Linie mit Spanien in Verbindung gebracht. Doch gegenwärtig betreiben weltweit dreizehn Länder mindestens einen solchen coso taurino, welche für festejos mit toros geeignet sind. Die meisten davon, fast 65 Prozent befinden sich auf der Iberischen Halbinsel (55% in Spanien und 9% in Portugal). In Amerika ist México jenes Land mit den meisten plazas:

Freitag, 6. Januar 2017

Ist der Stierkampf eine Kunst?





von Valle-Inclan



Was ein spielendes Kind mit den Stieren zu tun hat
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Der spanische Journalist und Schriftsteller Ramón Pérez de Ayala (1880 - 1962) traf sich im Atelier des Bildhauers Sebastián Miranda (1885 - 1975) in Madrid, um dort gemeinsam mit dem spanischen Dramatiker Ramón María Valle-Inclan (siehe SfA-Zitat: "Einfach nur lächerlich!") zu dinieren. Der noch junge Journalist, gerade mal zweiundzwanzig Jahre alt, war sehr angetan von dieser Atmosphäre und nachdem sie die Nachspeise beendet hatten richtet er sich respektvoll an seinen spanischen Freund und Schriftsteller Valle-Inclán: "Don Ramón, glauben sie, dass es Kunst ist, der Stierkampf?"
Ramón María Valle-Inclán, Sebastián Miranda und Ramón Pérez de Ayala
"Selbstverständlich, und eine ganze Menge! Schauen Sie: Die grösste Manifestation der Kunst findet sich in der Tragödie. Der Autor einer Tragödie schafft einen Held und sagt dem Publikum: "Ihr müsst diesen lieben!" Und was macht es aus, geliebt zu werden? Er umgibt sich mit Gefahren, mit Bedrohungen, mit schlechten Vorzeichen ... und das Publikum beginnt sich für diesen Held zu interessieren, und je grösser sein Leid ist, je mehr er sich dem Tod nähert,  umso mehr lieben sie ihn. Denn der Mensch liebt nicht unbedingt seinen Mitmenschen, sondern wenn er ihn in Gefahr sieht.

Angenommen ein kleines Kind spielt in diesem Raum und wir beachten es nicht. Im Gegenteil das Spielen empfinden wir als störend. Doch plötzlich nähert sich das Kind dem Balkongeländer, und es scheint so, als ob er darüber auf die Strasse fallen würde. Und da erheben wir uns besorgt und rufen aus: "Dieser Junge!". In genau jenem Moment mögen wir alle diesen Jungen, aber es hat sich als notwendig erwiesen, dass unsere Herzen ihre Liebe erst entfalten konnten, als wir im Begriff waren, dieses Wesen zu verlieren. 

Bei den toros ist die Tragödie pure Wirklichkeit. Dort ist der torero Autor und Schauspieler zugleich. Er kann nach seiner Laune eine Komödie, Tragödie oder Farce schaffen. Je grösser die Gefährlichkeit des toreros, umso  grösser ist die Androhung einer Tragödie und noch grösser die Manifestation als Kunst. 

Es gibt toreros, wie Belmonte (1892-1962), die rufen die Tragödie ins Leben, sie fühlen sie, und während sie die suertes des toreos vollführen, händigen sie sich im Rausch der Kunst dem toro aus. Dann streifen die cuernos der toros die Seide und das Gold ihrer trajes; die Tragödie nähert sich, und das Publikum, ohne zu wissen warum, erhebt sich, ist ergriffen, ist begeistert. Warum? Für die Kunst.

Sprechen wir mal den toros die Fähigkeit ab zu töten, und schon gebe es keine fiesta mehr, weil die Tragödie fehlt, und somit keine Kunst. Nehmen wir einmal an, in zehn Jahren stirbt nicht ein torero, das Interesse an den corridas de toros würde schwinden. Ein torero der sich nicht der Gefahr aussetzt von einem toro erwischt zu werden, beginnt das Publikum zu langweilen. Das geschah zum Beispiel mit Rafael Guerra (torero, 1862 -1941). 

Heute haben wir den Fall von Joselito (torero, 1895-1920). Joselito ist ein torero mit grösstem Wissen und verfügt über mehr körperliche Fähigkeiten als andere. Allerdings begann er das Publikum zu langweilen. Er war der erste wirkliche Schauspieler der tauromaquia. Aber wie eben in dieser Kunst, der innere Autor und der Schauspieler treten gemeinsam an. Und der Autor Joselito will keine Tragödie schaffen; er fühlt nicht die Kunst der Tragödie, und trotz seiner wunderbaren faenas, seiner Begabung, seinen Wunderwerken, merkte das Publikum, dass etwas fehlt, etwas was der Grund dafür sein könnte, dass der langweile Tag kommen wird, und man weiss nicht was es ist. 

Die Tragödie ... die Kunst ... Sein Bruder Rafael (El Gallotorero  1882-1960) ist eine andere Angelegenheit. Er verfügt über weniger Fähigkeiten, weiss weniger als er; wenn er aber einem toro begegnet der ihn begeistert, dann schafft er arte, dann wird es göttlich; weil er, wie Belmonte, verwandelt, und diese Verwandlung ist Theologie.

Die toros, um so zu sein, wie sie sein sollten, benötigen ihren tragischen Teil, den Tod des toros, des caballos oder auch mal des toreros. Der torero, der sich während seines toreos am meisten dem Tod nähert, dieser ist der grösste artista, derjenige der am besten die taurinische Tragödie interpretiert, obwohl der andere, zwar über die besseren Fähigkeiten verfügt, steht er über ihm. Joselito oder die Quinteros (toreros, 1869-1932, 1895-1970) sind da gleich... Sie sind "gut". Nun, alles was ich jetzt gesagt habe, die Fachbegriffe taurinos, nicht einmal dieselben toreros, kennen kein Wort davon." 

Donnerstag, 5. Januar 2017

Der Torero "El Juli" erhält die Goldmedaille der Schönen Künste





von Philip de Málaga


Auch in diesem Jahr wird die Tauromachie

von dem Ministerium für Kultur ausgezeichnet
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Der spanische Ministerrat kurz vor Weihnachten, am Freitag den 23. Dezember bekannt, wer in Spanien für das laufende Jahr mit dem höchsten Kultur- und Kunstpreis ausgezeichnet wird. Und so geht zum fünfundzwanzigsten Mal die Goldmedaille für die Verdienste in den Schönen Künsten unter anderem auch wieder an die mundo de los toros. Und für 2016 er hält die Medalla al Mérito de las Bellas Artes der matador de toros Julian López  Escobar "El Juli".  

Der im Oktober 1982 in Madrid geborene Julian López "El Juli" hatte, anlässlich seiner Kommunion, seine erste Begegnung mit einer becerra Anfang Juni des Jahres 1991, mit nur acht Jahren, bei einer fiesta campera auf einer Finca in Toledo. Fasziniert, begeistert und vollkommen entschlossen bat er seine Eltern, ihn bei der escuela taurina von Madrid anzumelden. Voller Enthusiasmus stürzte er sich in und auf alles was mit der mundo taurino zu tun hatte, lernte mit viel Fleiss den Umgang mit capa, muleta und capa und kam so im Alter von elf Jahre, am 20.Juli 1995 zu seiner ersten becerrada wo er nach einer beeindruckenden faena mit einer glanzvollen estocada entera seinen "ersten Stier" tötete. Dos orejas y rabo! Und alle waren sich einig, mit ihm war ein grosser torero auf dem richtigen Weg. Eine neue Hoffnung im cielo de la tauromaquia.
Webseite: El Juli
Mit nur achtzehn Jahren trat er dann zu seiner alternativa im französischen Nîmes an, wo ihm als padrino José María Manzanares (padre) und als testigo Ortega Cano zur Seite standen. Jene corrida wurde live im spanischen Fernsehsender TVE übertragen, und mit den trofeos von tres orejas öffnete sich für den neuen Star der spanischen mundo de los toros die puerta grande
Mehr als 1.683 tardes de toros stand er nun im ruedo einer nicht selten sehr gut besuchten plaza de toros, erreichte elf Begnadigungen durch indultos und gehört ohne Frage zu den ganzen grossen figuras der aktuellen Gegenwart der spanischen mundo taurino. Mit seinem sympathischen Charakter gehörte und gehört er nicht nur zu einem der gern gesehenen Gäste in zahlreichen TV-Sendungen, sondern zählt auch zu den grossen Verteidigern der tauromaquia. Zum Beispiel durch seine "politische" Präsenz bei den G 10. Auch setzte er sich stark für die Weitergabe, Vermittlung und Erklärung der toros an ein junges Publikum ein. Für Julian López  Escobar "El Juli" ist die mundo de los toros nicht nur eine Herzensangelegenheit sondern auch eine Lebensaufgabe geworden, welcher er sich mit ganzer Leidenschaft stellt.
Somit war es  eigentlich nur eine Frage der Zeit, dass dieser Ausnahmetorero, welcher sein Leben dem toreo und dem dazugehörigen Umfeld gewidmet hat, die Auszeichnung der Medalla al Mérito de las Bellas Artes zugesprochen bekam. Seine bewundernswerte Ausdauer, so hiess es, liess ihn zu einem fundamentalen torero der aktuellen tauromaquia werden. Dabei wurde nicht nur seine Leistung, seine Kunst und der Mut vor den toros im ruedo lobend erwähnt, sondern auch seine Förderung von Unterrichtung, der Entwicklung und Verbreitung dieser arte del toreo sowie sein Einsatz für die Erhaltung von diesem künstlerischen Erbe.

Mittwoch, 4. Januar 2017

México 2016: 11 Prozent mehr Stierkämpfe!

 von Philip de Málaga

In México gibt es das ganze Jahr über Stierkämpfe
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So im Allgemeinen neigt man dazu, auch als aficionado de toros, die temporada taurina für die Sommermonate in Europa zu platzieren und für die Wintermonate im süd- und mittelamerikanischen Raum. In der Tat ist es in den amerikanischen Ländern so, dass sie sich in der Regel nur ein paar wenige ferias taurinas leisten; leisten können und meistens in Verbindung mit ihren katholischen Festlichkeiten.

Nicht so in den Vereinigten Mexikanischen Staaten. Dort ist die Liebe zu den toros gross und die mexikanischen aficionados haben die Möglichkeiten jeden Monat im Jahr zu corridas zu gehen. 
Und so kommt es, dass die Anzahl der festejos taurinos in México im Jahr 2016  im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Prozent gestiegen ist. Den Grossanteil halten dabei die novilladas mit plus 23,3% und die corridas de toros mit plus 6,6%. Mehr als 500 Mal hatten die toreros in México im letzten Jahr die Möglichkeit ihr Können im ruedo einer plaza de toros unter Beweis zu stellen. Waren es 2015 gerade noch 456 festejos so kam man 2016 auf 507.
Dabei stellten sich 131 matadores de toros, 121 novilleros und 25 rejoneadores dem Publikum in den tendidos. Nur toreros waren mehr als dreissig Mal bei einer corrida zu sehen: Die mexikanischen matadores de toros Zotoluco (45x) und Arturo Salvídar (30x), sowie der spanische rejoneador Pablo Hermoso de Mendoza (45x).

Die meisten corridas gab es in der Monumental de México (mit 26 festejos taurinos), es folgen die Monumental de Aguascalientes (mit 15 festejos taurinos), Guadalajara mit 13 festejos taurinos, sowie Tlaxcala und Zacatecas mit jeweils 10 festejos taurinos. Alle anderen 219 plaza de toros veranstalteten 2016 weniger als zehn Veranstaltungen taurinos

Dienstag, 27. Dezember 2016

"Einfach nur lächerlich!"




von Valle-Inclán


Auch der spanische Dramatiker Ramon María Valle-Inclán (1866 bis 1936) aus Galizien zählte zu dem Kreis der passionierten aficionados de toros. Und wenn ein Dramaturg einer corrida de toros beiwohnt, weiss er sehr wohl das Gesehene zu reflektieren. Aber sein Blick war nicht nur auf das ruedo fixiert, sondern er schaute auch in die tendidos und beobachtete aufmerksam das Geschehen vor der plaza de toros und im gesellschaftlichen Umfeld. Schon damals versuchten sich verschiedene Personen auf dem sector antitaurino. Hier ein Textauszug aus dem Jahr 1915, wie Valle-Inclán darauf reagierte: 
Der Journalist Ramón Pérez de Ayala, der Schriftsteller Valle-Inclán und der torero Juan Belmonte 
"Die gesamte Kampagne dieser geradezu stillosen Schriftsteller ist einfach nur lächerlich! Die fiesta de toros ist das Wunderbarste was man sich vorstellen kann! Meines Erachtens sind die toros die einzige Erziehung die wir haben. Die Emotion, die Kunst, der Mut, das Licht. 

Ich bewundere Belmonte, seine Ausstrahlung. Jener Mann, wenn er weit weg vom toro sich befindet, er ist nur hässlich, klein, geschrumpft, lächerlich und ohne Schönheit versehen, aber wenn er dem toro begegnet, überträgt er etwas, wobei wir uns wunderbar fühlen, es reizt uns, es zieht uns in seinen Bann. Genau das ist die arte der corrida de toros. Gibt es etwas Schöneres als diese Übertragung, eine Verwandlung, eine Harmonie der Gegensätze zu sehen? 

Das griechischen Volk, welches zu den künstlerischsten gehörte, sah ihren Helden in der Tragödie sterben, und liebten ihn dafür mehr, weil er es verstand deren Gefühle in künstlerische Materie zu verwandeln; und das bevor wir ein starkes Land voller Künstler wurden. Nun werden wir alle plötzlich sentimental und weinen; und wohltemperierte Menschen welche es verstanden hatten aus Schmerzen, Perlen der Kunst zu kreieren, sollen nun zu Heulsusen und Nörglern konvertiert werden. Und dieses Werk wird von einer lächerlichen Presse getragen, die stets mit einfältigen Wehklagen präsent zu sein scheint."

"Spanien ist eine groteske Verformung der europäischen Zivilisation!" 
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Quellennachweis:

De Silencios y Espejos, Alberto Mira Nouselle, Seite 91, Edición de la Universidad de Valencia, Departamento de Filología y Filosofía Inglesa y Alemana, Valencia 1996 

Samstag, 24. Dezember 2016

Frohe Weihnachten 2016

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FROHE 
WEIHNACHTEN 
für 
ALLE! 
Auch in die Länder 
die bei SfA mitlesen:
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* Feliz Navidad * 
* Feliz Natal * 
* Joyeux Noël * 
Merry Christmas * 
* Buon Natale *  
* Поздравляю с Новым годом и Рождеством * 
* Zelig Kerstfeest * God Jol * Glædelig Jul * 
* Hyvää Joulua * Nollaig Shona Dhuit * 
* Westlych Świaat Bozego Narodzenia *
Crāciun fericit * Noeliniz kutlu olsun *
*Kellemes karácsonyi ünnepeket kívánok nektek *
* Geuzt Krislinjden * Echo Bricho * Maligayan Pasko *



"In Bethlehem ist ein torero geboren,
den sie Jesus nannten.
Statt capa und muleta
trug er Wörter und Werke des Lichts,
statt banderillas, drei Nägel
und für den estoque ein Kreuz."



Selige Weihnachten für Alle

Freitag, 23. Dezember 2016

Eine geheimnisvolle Kunst




von Camilo José Cela

Der spanische Schriftsteller und Nobelpreisträger Camilo José Cela (1916 bis 2002) benutzte in seinen Werken den Begriff des "Tremendismus". Eine Bezeichnung welche sich in der mundo taurino wiederfindet: In der escuela tremendismo

Überhaupt konnte sich Camilo José Cela neben seiner Passion als aficionado für die toros auch vorstellen, selbst im ruedo anzutreten. In der Tat versuchte er es selbst Mitte der Vierziger Jahre, ein paar wenige Male, sich mit becerros zu üben, wo er die schmerzhafte Erfahrung machen konnte, wie schnell doch so ein kleines Kalb beschleunigen kann. 

Er selbst pflegte intensive Freundschaften zu der mundo de los toros, wie zu den matadores Manolo Vázquez und Luis Miguel Dominguín oder zum rejoneador und ganadero Álvaro Domecq.
Camilo José Cela mit der capa in Las Navas del Marques in Ávila (1948)
"Das toreo ist eine geheimnisvolle Kunst. Zur Hälfte ein Laster, zur anderen Hälfte ein Ballett. Es ist eine farbenreiche, sehr liebenswerte und lebendige Welt, und wir alle haben den Traum, an einem Tag mal ein torero zu sein."